Weihnachten steht vor der Tür und damit bei einigen ein Treffen mit Verwandten. Zu uns wird am Heiligen Abend die Oma, meine Schwiegermutter, kommen. Durch Corona ist allerdings alles weniger unbeschwert als sonst. Schon im Vorfeld haben wir uns durch die Risiken einer möglichen Ansteckung gerechnet. Und eines vorweg: obwohl wir uns an die Regeln und Beschränkungen halten, ist es mit drei kleinen Kindern eigentlich unmöglich, für einen persönlich die Lage zu kontrollieren.

SÜDKURIER-Redakteurin Julia Kipping hat für diesen Artikel ihre Kontakte gezählt.
SÜDKURIER-Redakteurin Julia Kipping hat für diesen Artikel ihre Kontakte gezählt. | Bild: SK

Wir haben nach dem Lockdown entschieden, bis Weihnachten keine unnötigen Kontakte mehr zu haben. Da wird das Risiko kalkulierbarer. Aber wenn der Familienalltag mit Schule, Kindergarten und Arbeit normal läuft, dann kann man nur hoffen, dass alles gut geht und Corona uns in Ruhe lässt.

Ich habe mal überlegt, mit wie vielen Menschen mein Mann, die drei Kinder und ich in den vergangenen Tagen Kontakt hatten. Und mit wie vielen Menschen diese Kontakte wiederum Kontakt hatten.

Wir finden es wichtig auch Verantwortung für andere zu übernehmen, deswegen finden alle Kontakte bei uns wirklich vorsichtig mit Abstand statt und mit Mund-Nasen-Schutz oder zumindest an der frischen Luft. Die Kinder spielen nur begrenzt mit Freunden, die in ihrer Klasse sind.

Das ist meine Familie. Meine Kinder sind drei, sechs und acht Jahre alt, die beiden Großen gehen in die Grundschule.

In der Klasse meines Sohnes sind 22 Kinder, dazu kommen fünf Fachlehrer, ein Klassenlehrer und eine Klassenbegleitung. Die haben natürlich auch selbst alle Familie oder andere Kontakte.

Meine Tochter geht mit 24 Kindern in die erste Klasse. Auch sie hat fünf verschiedene Lehrer, einen Klassenlehrer und eine Klassenbegleitung, die jeweils wieder Familien haben.

Nach der Schule gehen die beiden in den Hort, in dem Kinder aus verschiedenen Klassen sind. Das sind ungefähr 20 Kinder, die aber teilweise mit meinen Kindern in die Klassen gehen und nicht alle extra dazu kommen. Zwei Erzieher betreuen die Kinder nachmittags.

Das sind jetzt schon ungefähr 70 Kontakte, nur dadurch, dass zwei Kinder in die Schule gehen.

Die beiden Großen haben jeweils zwei Freunde, mit denen sie sich abwechselnd unter den gegebenen Vorgaben treffen können. Sie gehen in die gleichen Klassen, haben also schon in der Schule Kontakt. Aber hier kommen Familien und Geschwister, die in den Kindergarten oder in die Schule gehen, zu meiner Rechnung dazu. Die Eltern gehen teilweise zur Arbeit. Die Mutter der einen Freundin ist Grundschullehrerin, sie hat eine Klasse mit 20 Kindern und arbeitet mit Kollegen zusammen.

Unser jüngstes Kind geht in den Kindergarten in eine Gruppe mit 20 Kindern. Insgesamt gibt es drei Erzieher. Auch hier kommen Familien und andere Kontakte der Erzieher und Kinder dazu.

Einmal in der Woche kommt meine Schwiegermutter, um die Kinder zu sehen und zu betreuen. Sie hat ansonsten außer zu ihren Nachbarn, die aber auch alle vorsichtig sind, keinen Kontakt.

Bis jetzt habe ich nur die Kontakte der Kinder gezählt. Aber auch mein Mann und ich können nicht nur zuhause bleiben. Wir sind beide berufstätig und müssen Besorgungen machen. Und so wird meine Berechnung immer größer und komplexer:

In den letzten zehn Tagen hatte mein Mann auf der Arbeit Kontakt zu acht Kollegen, die alle Familie haben.

Ich habe mit fünf Kollegen Kontakt gehabt. Meine Kollegen haben jeweils Partner und drei davon haben Kinder, die in Schule oder Kindergarten gehen. Dazu kommen noch berufliche Termine, bei denen ich zwei Personen getroffen habe.

Das ist meine Familie. Meine Kinder sind drei, sechs und acht Jahre alt, die beiden Großen gehen in die Grundschule.

In der Klasse meines Sohnes sind 22 Kinder, dazu kommen fünf Fachlehrer, ein Klassenlehrer und eine Klassenbegleitung. Die haben natürlich auch selbst alle Familie oder andere Kontakte.

Meine Tochter geht mit 24 Kindern in die erste Klasse. Auch sie hat fünf verschiedene Lehrer, einen Klassenlehrer und eine Klassenbegleitung, die jeweils wieder Familien haben.

Nach der Schule gehen die beiden in den Hort, in dem Kinder aus verschiedenen Klassen sind. Das sind ungefähr 20 Kinder, die aber teilweise mit meinen Kindern in die Klassen gehen und nicht alle extra dazu kommen. Zwei Erzieher betreuen die Kinder nachmittags.

Das sind jetzt schon ungefähr 70 Kontakte, nur dadurch, dass zwei Kinder in die Schule gehen.

Die beiden Großen haben jeweils zwei Freunde, mit denen sie sich abwechselnd unter den gegebenen Vorgaben treffen können. Sie gehen in die gleichen Klassen, haben also schon in der Schule Kontakt.

Aber hier kommen Familien und Geschwister, die in den Kindergarten oder in die Schule gehen, zu meiner Rechnung dazu. Die Eltern gehen teilweise zur Arbeit. Die Mutter der einen Freundin ist Grundschullehrerin, sie hat eine Klasse mit 20 Kindern und arbeitet mit Kollegen zusammen.

Unser jüngstes Kind geht in den Kindergarten in eine Gruppe mit 20 Kindern. Insgesamt gibt es drei Erzieher. Auch hier kommen Familien und andere Kontakte der Erzieher und Kinder dazu.

Einmal in der Woche kommt meine Schwiegermutter, um die Kinder zu sehen und zu betreuen. Sie hat ansonsten außer zu ihren Nachbarn, die aber auch alle vorsichtig sind, keinen Kontakt.

Bis jetzt habe ich nur die Kontakte der Kinder gezählt. Aber auch mein Mann und ich können nicht nur zuhause bleiben. Wir sind beide berufstätig und müssen Besorgungen machen. Und so wird meine Berechnung immer größer und komplexer.

In den letzten zehn Tagen hatte mein Mann auf der Arbeit Kontakt zu acht Kollegen, die alle Familie haben.

Ich habe mit fünf Kollegen Kontakt gehabt. Meine Kollegen haben jeweils Partner und drei davon haben Kinder, die in Schule oder Kindergarten gehen. Dazu kommen noch berufliche Termine, bei denen ich zwei Personen getroffen habe.

 

Für die Kinder hatten wir in den letzten Tagen insgesamt drei Arzttermine. Wir sind neben den Ärzten auch Arzthelferinnen und anderen Patienten begegnet.

Mein Mann und ich haben privat die Kontakte extrem zurückgefahren. Aber wir gehen Einkaufen und machen Besorgungen. Dabei begegnen wir im Supermarkt, auf dem Markt, bei der Post Angestellten und anderen Kunden.

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Das sind also alle unsere Kontakte. Über 120, eine ganze Menge. Und eine riesige Unsicherheit, wo das Virus auftauchen könnte. Allerdings ist es für uns auch keine Option den Kindern ihre nötigen sozialen Kontakte weiter einzuschränken. Wir sind froh, dass wir jetzt über die Feiertage mit Urlaub und Ferien eine Auszeit bekommen.

„Wenn diese Corona-Zeit vorbei ist, dann...“ sagt meine dreijährige Tochter oft. Der Satz wird dann beliebig mit den Dingen vollendet, die momentan nicht möglich sind. Mir fielen da spontan auch viele schöne Sachen ein, die unserem Leben wieder mehr Leichtigkeit geben. Aber unsere Corona-Bubble im Blick, sind wir so lange wie nötig diszipliniert und versuchen uns und andere zu schützen. Auch wenn es manchmal schwerfällt.



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