Die Corona-Pandemie hat in diesem Jahr bereits für zahlreiche Absagen gesorgt – Messen, Feste und viele weitere Veranstaltungen fielen ihr in den vergangenen Monaten zum Opfer, weil die Auflagen des Landes nicht erfüllt werden konnten. Wie aber steht es um Weihnachtsmärkte in der Region?

Landkreis Konstanz

Bisher zog er im Kreis die wohl meisten Besucher an, in diesem Jahr aber wird er dennoch nicht stattfinden – zumindest nicht in gewohnter Form. Der Konstanzer Weihnachtsmarkt, wie er bisher stattfand, fällt 2020 der Corona-Pandemie zum Opfer. „Um die Situation abschließend beurteilen zu können, müssen wir noch abwarten, wie das alles in Baden-Württemberg rechtlich umgesetzt wird“, erklärt Walter Rügert, Pressesprecher der Stadtverwaltung.

So sah der Konstanzer Weihnachtsmarkt im Hafen 2019 aus
So sah der Konstanzer Weihnachtsmarkt im Hafen 2019 aus | Bild: Robert Hahn Bauer

Allerdings gibt es noch Hoffnung auf eine alternative Veranstaltung, denn das Veranstalter-Team will noch nicht aufgeben. Eine große Veranstaltung wird es zwar nicht geben, aber gemeinsam mit seiner Familie und dem zweiköpfigen Team von Event-Promotion versucht Levin Stracke, den Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen zu retten. Die Stadt stehe dem aufgeschlossen gegenüber, aber es seien noch Detailfragen zu klären. Und: „Womöglich kommt auch noch eine aktuelle Corona-Verordnung von der Politik, erst dann wird alles spruchreif. Die Lage entwickelt sich ja auch von Tag zu Tag, man kann sie immer nur Stand heute beurteilen“, so Stracke.

Ebenfalls abgesagt wurde der Christkindlemarkt im Eigeltinger Teilort Heudorf.

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Ob der Singener Hüttenzauber stattfinden kann, steht noch nicht fest. Am 17. September wollen die Organisatoren in Gespräche mit der Stadtverwaltung und der Blaulichtfraktion gehen und ein Konzept unter Corona-Bedingungen vorstellen. Was jetzt aber schon bekannt ist: Die Erdinger Urweisse-Hütt‘n wird definitiv fehlen.

Die gleiche Unsicherheit gilt auch in Radolfzell. Nach aktuellem Stand ist noch nicht entschieden, ob es den Christkindlemarkt 2020 geben wird oder nicht. In der kommenden Woche soll laut der Aktionsgemeinschaft Radolfzell ein Gespräch mit dem Ordnungsamt stattfinden.

Bodenseekreis

Schlechte Nachrichten für Überlinger: Der Weihnachtsmarkt, der bisher auf der Hofstadt zu finden war, findet in diesem Jahr nicht statt. Die Corona-Auflagen und Abstandsregeln lassen eine unbeschwerte Durchführung nicht zu.

Ein Eindruck aus vergangenen Zeiten: Der Weihnachtsmarkt in Überlingen.
Ein Eindruck aus vergangenen Zeiten: Der Weihnachtsmarkt in Überlingen. | Bild: Kleinstück, Holger

Ein kleiner Trost könnte allerdings sein, dass zumindest auf die Eisbahn auf dem Landungsplatz nicht verzichtet werden muss. „Ja, Stand heute machen wir es. Die aktuelle Verordnung des Landes Baden-Württemberg lässt zu, dass die Eisbahn stattfinden kann“, sagt Hauptorganisator Reinhard Weigelt. Gegen Ende November soll die Eisbahn aufgebaut werden – vorausgesetzt, die Ausgangslage verschlimmert sich bis dahin nicht. Allerdings hat Corona auch hier seine Spuren hinterlassen: So wird es etwa die Lounge in diesem Jahr nicht geben.

Weihnachtliche Getränke in Friedrichshafen
Weihnachtliche Getränke in Friedrichshafen | Bild: Jud, Marcel

Im Gegensatz zu Überlingen gibt es für die Weihnachtsmärkte in Friedrichshafen und Ravensburg noch Hoffnung. Erst nach den Sommerferien soll entschieden werden, ob sie stattfinden können oder wegen der Corona-Vorgaben ausfallen müssen. Auch der Weihnachtsmarkt Markdorf wurde bisher nicht abgesagt.

Für den Meersburger Weihnachtsmarkt wurde noch keine Entscheidung getroffen, laut Tourismus-Chefin Iris Müller soll es dazu aber noch in diesem Monat kommen.

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Für den Markt am Schloss Salem gab es dagegen bereits schon eine Absage. Weil er immer gut besucht ist, können Abstandsregeln unmöglich eingehalten werden, heißt es von der Schlossverwaltung.

Schwarzwald-Baar-Kreis

Für den Donaueschinger Weihnachtsmarkt gab es schon ein frühes Aus: Bereits vor mehreren Wochen entschieden sich die Alte Hofbibliothek als Ausrichter und die Stadt gemeinsam, den Markt wegen Corona nicht stattfinden zu lassen. Und auch der Triberger Weihnachtszauber, der durch seinen Standort an den Triberger Wasserfällen begeistert, fällt der Pandemie zum Opfer, wie die Veranstalter auf ihrer Internetseite verkünden. Der Grund: „Unter den zur Zeit gegebenen Voraussetzungen wäre die Durchführung des Triberger Weihnachtszauber im gewohnten Maße nicht zu verantworten.“ Ebenso fallen die Weihnachtsmärkte in Schönwald und Königsfeld aus.

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Abgesagt ist auch der Weihnachtsmarkt in St. Georgen. Nach Ansicht der Veranstalter sind die aktuellen Auflagen, zu denen auch eine Einlasskontrolle gehört, nicht umsetzbar. Noch Hoffnung gibt es für den Weihnachtsmarkt in Bad Dürrheim. Dort soll die Entscheidung bis Mitte September fallen.

Romantische Stimmung auf einem Weihnachtsmarkt
Romantische Stimmung auf einem Weihnachtsmarkt | Bild: Friso Gentsch

Und auch in Villingen und Schwenningen könnte die Vorweihnachtszeit gefeiert werden. Zwar verkündete die Messegesellschaft, die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr nicht veranstalten zu können, die Stadtverwaltung aber setzt sich für ein Alternativprogramm ein: Im Stadtbezirk Villingen soll am 2. Adventswochenende ein bunter Adventsmarkt mit verschiedenen Ausstellern und kreativem Kunsthandwerk stattfinden, im Stadtbezirk Schwenningen soll sich am 3. Adventswochenende alles um das Thema „glühen“ drehen.

Ob es in der aktuellen Situation dazu tatsächlich kommen kann, soll am Montag der kommenden Woche entschieden werden. „Im Moment halten wir daran fest“, heißt es aber aus der Pressestelle der Stadt.

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Hochrhein

Ob der Weihnachtsmarkt in St. Blasien stattfinden kann, steht laut dem Werbe- und Aktivkreis St. Blasien noch nicht fest. Man sei noch unentschlossen, da noch nicht feststeht, welche Auflagen schlussendlich zu erfüllen sind, habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

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Die gleiche Antwort kommt auch aus Bad Säckingen: Aktuell wisse man nicht, ob der Weihnachtsmarkt stattfinden kann. „Wir sprechen uns mit den umliegenden Städten ab“, sagt Elisabeth Vogt, die für die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing zuständig ist. Außerdem komme es darauf an, ob sich die aktuelle Situation verschlechtert oder nicht.

Noch gibt es Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt in Waldshut auch 2020 stattfinden kann.
Noch gibt es Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt in Waldshut auch 2020 stattfinden kann. | Bild: Marinovic, Laura

Und für Waldshut gilt: Die Organisatoren, der Werbe- und Förderungskreis (W+F) Waldshut und Bernd Schuldt von den Thüringer Marktleuten, hoffen, den Weihnachtsmarkt anbieten zu können. Allerdings herrscht noch Unsicherheit, ob die Entwicklung der Situation das auch wirklich zulässt.

In Lörrach wurde der traditionelle Weihnachtsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie jedenfalls schon abgesagt. Aber es soll Ersatz geben: Mit dem sogenannten Weihnachtszauber, einem kleineren alternativen Markt. Dieser soll vom 3. bis 13. Dezember auf dem Alten Marktplatz und dem Senser Platz durchgeführt werden – vorausgesetzt, die Corona-Verordnung des Landes lässt es zu. Wie Jörg-Michael Brude erzählt, sollen insgesamt 35 Stände aufgebaut werden, an denen es aber allesamt kein Essen und keine Getränke zu kaufen geben wird, denn „es darf sich keine Menschentraube bilden.“ Stattdessen sollen die Besucher hauptsächlich in Bewegung bleiben.

Ein endgültiges Aus gab es für die Weihnachtsmärkte in Dogern und Herrischried. Auch in Rheinfelden findet in diesem Winter kein Weihnachtsmarkt statt:

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Linzgau

Auch der Adventszauber in Pfullendorf ist der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Einschließlich des Engelsabstiegs lockte er hunderte Besucher in die Stadt, in diesem Jahr haben sich die Wirtschaftsinitiative WIP und die Stadtverwaltung aber dazu entschieden, beides abzusagen.

Der Weihnachtsmarkt in Meßkirch
Der Weihnachtsmarkt in Meßkirch | Bild: Günther Brender

Das gleiche Schicksal ereilte auch den Weihnachtsmarkt in Meßkirch. Selbst, wenn der Markt unter den geltenden Auflagen veranstaltet werden würde, fehle es durch Corona doch an der gewünschten Stimmung und der Ungezwungenheit, heißt es von der Tourist-Information. Zumindest in der gewohnten Form wird er darum dieses Jahr nicht stattfinden. Man denke über mögliche Alternativen für Adventsangebote nach, fest stünde aber noch nichts.

Stattfinden könnte dagegen der Weihnachtsmarkt in Sigmaringen. Wie die Abteilung Tourismus und Stadtmarketing erklärt, wird über eine mögliche Ausrichtung ebenso wie eine mögliche Absage derzeit noch nachgedacht.

Die nähere Umgebung

Der Weihnachtsmarkt in Freiburg im vergangenen Jahr
Der Weihnachtsmarkt in Freiburg im vergangenen Jahr | Bild: Philipp von Ditfurth

In Freiburg arbeitet man unter Hochdruck daran, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden kann. Zwei bis drei Plätze stehen für die Ausrichtung derzeit im Fokus. Derzeit plant man auch mit kulinarischen Angeboten und setzt vermehrt auf die Vernunft der Betreiber und Besucher, so Thomas Barth von „Freiburg Wirtschaft Touristik Messe“. Allerdings sei die endgültige Entscheidung, ob der Markt stattfinden kann oder nicht, abhängig davon, wie sich die Auflagen in den kommenden Monaten ändern.

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Die Basler Herbstmesse wurde zwar coronabedingt abgesagt, der Weihnachtsmarkt aber soll wie geplant vom 26. November bis um 23. Dezember stattfinden. Dem hat der Regierungsrat des Kantons Mitte August zugestimmt. Es ist ein umfangreiches Schutzkonzept vorgesehen, unter anderem mit Zugangskontrollen, erweiterten Durchgängen und eine um rund ein Drittel verkleinerte Anzahl der Marktstände.

Wunderschön gelegen ist der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht
Wunderschön gelegen ist der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht | Bild: _Mende_

Auch die Veranstalter des Weihnachtsmarkts in der Ravennaschlucht gehen derzeit davon aus, den Markt stattfinden lassen zu können. Man erarbeite „mit Hochdruck Konzepte und Lösungen“, um den Aufenthalt für die Besucher so sicher wie möglich zu gestalten und zugleich eine weihnachtliche Atmosphäre zu ermöglichen, heißt es auf ihrer Internetseite.

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Es sei ein Hygienekonzept erstellt worden, nach dem es unter anderem maximale Besucherkapazitäten geben wird, Karten ausschließlich im Internet erworben werden können und für Shuttlebusse Sitzplätze in Zeitfenstern gebucht werden müssen. Allerdings werde das Konzept ständig an das aktuelle geschehen angepasst, es könne also noch zu Änderungen kommen.

Für den Weihnachtsmarkt in Lindau dagegen gibt es keine Hoffnung mehr: Wie die Stadtverwaltung erklärte, seien verschiedene Möglichkeiten durchgespielt worden, allerdings hätten die Verantwortlichen schließlich akzeptieren müssen, dass mit keiner Option den geforderten Corona-Richtlinien nachgekommen werden könne. Der Markt fällt also 2020 aus.