247,1. Das ist die Inzidenz im Schwarzwald-Baar-Kreis. Dabei ist der Trend deutschlandweit und auch im Südwesten ein anderer: Die Inzidenzen sinken. Zuletzt lag sie in Baden-Württemberg bei 140,6. Auch der Sieben-Tage-Durchschnitt der Neuinfektionen geht langsam zurück. Experten sprechen bereits davon, dass die dritte Welle gebrochen sei, Lockerungen der Corona-Maßnahmen näher rückten. Weshalb also liegt der Kreis im Schwarzwald so weit über dem Durchschnitt – und das, obwohl er im März noch bei einer Inzidenz unter 50 lag und damit ein Vorbild in der Region war?

Die Sprecherin des Landkreises, Heike Frank, sagt dem SÜDKURIER auf Anfrage: „In den vergangenen zwei Wochen ist die Inzidenzzahl des Schwarzwald-Baar-Kreises tatsächlich stetig und stark angestiegen.“ Doch möglicherweise deutet sich nun eine Trendwende auch hier an. Denn zuletzt ist der Wert leicht gesunken.

In der Nachbarschaft liegt die Inzidenz viel niedriger

Dennoch sticht der Landkreis heraus, die Landkreise Tuttlingen (182,6), Waldshut (163,2) und Rottweil (164,4) haben deutlich niedrigere Inzidenzen. Blickt man in den benachbarten Breisgau-Hochschwarzwald, liegt die Inzidenz dort derzeit sogar nur bei 56,1.

Dort hat man für die auffallend niedrige Inzidenz im Vergleich zu den Nachbarn keine Erklärung. „Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald lag bei den Inzidenzzahlen zuletzt tatsächlich recht stabil auf einem relativ niedrigen Niveau“, bestätigt Sprecher Matthias Federer. Doch mehrmals stieg die Inzidenz auch hier wieder über die 50er-Marke. „Welche Gründe für die trotzdem niedrigeren Zahlen im Vergleich zum Nachbarlandkreis ausschlaggebend sind, ist schwer zu beurteilen und wäre rein spekulativ“, ergänzt der Sprecher.

Mehrere Ausbrüche im Landkreis

Umgekehrt lässt sich die deutlich erhöhte Inzidenz im Schwarzwald-Baar-Kreis auf mehrere Ursachen zurückführen. „Das Infektionsgeschehen ist im Schwarzwald-Baar-Kreis sehr diffus. Vor allem Ausbrüche in Kindergärten und in Betrieben hatten zu einem Anstieg geführt“, erklärt Sprecherin Frank.

Seit Montag gelte deshalb eine Testpflicht in Kindergärten, ergänzt Frank. Nach SÜDKURIER-Informationen bemühten sich mehrere Erzieher aus einem Kindergarten vergebens um Impftermine, zwölf von ihnen waren vergangene Woche an dem Virus erkrankt.

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Ein weiterer Ausbruch geht nach SÜDKURIER-Informationen auf einen mittelständischen Betrieb in Blumberg zurück. Hier seien „klare Testprogramme“ vereinbart worden, hieß es dazu vergangene Woche seitens des Kreises. Zusätzlich gehe die Gewerbeaufsicht verstärkt auf Betriebe zu, damit Mitarbeiter die Corona-Regeln besser einhielten und regelmäßig Tests gemacht würden, ergänz Sprecherin Frank.

Darüber hinaus werde „laufend geprüft“, ob zusätzliche Anordnungen erlassen werden müssen, um das Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle zu bringen. Tatsächlich sieht die Corona-Verordnung des Landes vor, dass die zuständigen Behörden, „weitergehende Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen erlassen“. Ob es nötig sein wird, werden die kommenden Tage zeigen.