Das Regime in Asien, das Journalisten mit dem Tod bedroht. Der Regierungschef in Mitteleuropa, der ein unliebsames Internetportal einfach abschalten lässt. Der Bürgermeister, der die örtlichen Medien nach eigenem Gutdünken mit Informationen versorgt oder ihnen Auskünfte verweigert. Drei Schattierungen des gleichen Themas. Natürlich sind die Dimensionen nicht zu vergleichen. Aber was auf dem Spiel steht, ist überall die Pressefreiheit. Darauf, dass diese im Großen wie im Kleinen gefährdet ist, haben Medienhäuser aus ganz Baden-Württemberg in einer einmaligen Kampagne hingewiesen. Am 6. November 2019 erschienen mehr als 50 Tageszeitungen des Landes mit dem gleichen Titelblatt, und dessen Botschaft war klar: „Wer professionellen Journalismus vor Ort wertschätzt, der verteidigt die Meinungsfreiheit und damit eine der tragenden Säulen der Demokratie“, endet der Aufruf der Chefredakteurinnen und -redakteure.

Einer der Ideengeber war Stefan Lutz, Chefredakteur des SÜDKURIER. Er macht deutlich, worum es in Zeiten geht, in denen immer mehr Menschen die Grenze zwischen Propaganda und Information zu verwischen versuchen: „350 Zeitungstitel gibt es in Deutschland, Tausende Journalisten schwärmen jeden Tag aus auf der Suche nach den wichtigsten Informationen für ihre Leser. Ihr Einsatz, ihr Berufsethos und vor allem ihr Verantwortungsbewusstsein prägen die Qualität des Journalismus in der Region. 39 Prozent der Menschen in Deutschland glauben, dass die freie Presse in Deutschland in Gefahr ist und angegriffen wird. Auch wir beim SÜDKURIER erleben das. Wir möchten, dass sich das wieder ändert, und wir kämpfen für unabhängigen Journalismus vor Ort.“

Ein direkter Draht zu Menschen

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble betonte den Wert von freier Presse nicht nur bei der internationalen und bundesweiten Berichterstattung, sondern gerade im direkten Lebensumfeld der Bürger. „Gerade der Lokaljournalismus“, so Schäuble, „genießt in der Bevölkerung überdurchschnittlich hohes Vertrauen. Wo der direkte Draht zum Menschen besteht, wo man sich im alltäglichen Miteinander ein eigenes Bild machen kann, wächst Glaubwürdigkeit. Wer über das politische Geschehen vor Ort berichtet, leistet einen nicht geringen Beitrag dazu, die Demokratie im Alltag lebendig zu halten.“

Für die Journalisten des SÜDKURIER sind die Worte des Bundestagspräsidenten eine Bestätigung, viel mehr aber noch ein Auftrag. Aus ihnen ebenso wie aus dem eigenen Berufsethos erwächst die Verpflichtung zu sorgfältiger Arbeit, zu unbeugsamer Haltung, zu unvoreingenommenem Auftreten, zu sorgsamem Abwägen – aber auch zu einem von Bescheidenheit geprägten Umgang mit Fehlern. Was einmal in der Zeitung stand, muss Bestand haben. Keine einfache tagtägliche Aufgabe, aber auf jeden Fall Ansporn für die nächsten 75 Jahre des SÜDKURIER.

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