Die Schweiz trägt nicht umsonst den Titel „Käsenation“: Zu den weltweit bekanntesten Milchprodukten des Landes gehört der Emmentaler Käse, der nach der gleichnamigen Region im Kanton Bern benannt ist. Die Bezeichnung „Emmentaler„ ist geschützt und seine Produktion an strikte Vorgaben gebunden. Dagegen soll ein Käsermeister aus dem Linthgebiet im Kanton St. Gallen verstoßen haben, indem er zwischen 2008 und 2012 mehrere tausend Tonnen billigen Hartkäses als „Emmental Svizzero“ nach Italien exportierte.

Deshalb sowie aufgrund weiterer Delikte hat das Kantonsgericht St. Gallen den 52-Jährigen nun in einem Berufungsverfahren zu einer Freiheitsstrafe von 63 Monaten verurteilt. Damit ende auf kantonaler Ebene ein langjähriges Strafverfahren, das immer wieder um zusätzliche Sachverhalte erweitert worden sei, teilt die Strafkammer des Kantonsgerichts auf ihrer Internetseite mit.

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Delikte rund um das Käse-Unternehmen des Mannes

Ein Kreisgericht hatte den Käsermeister bereits 2017 und 2018 in jeweils einem Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe verurteilt. Sowohl der Beschuldigte als auch die Staatsanwaltschaft waren gegen die Urteile in Berufung gegangen.

Die Strafkammer des Kantonsgerichts hat die Urteile des Kreisgerichts jetzt weitgehend bestätigt und sie um zusätzlichen Schuldsprüche ergänzt. Neben der falschen Deklaration großer Käsemengen, um die Beiträge an die zuständige Sortenorganisation zu umgehen, habe sich der Mann weiterer Vergehen schuldig gemacht.

Unter anderem habe er die Verkäsungs- und Siloverzichtszulagen nicht an die Milchproduzenten weitergeleitet sowie mit verschiedenen geschäftlichen Transaktionen das von ihm geführte Käseproduktionsunternehmen in Millionenhöhe geschädigt und, infolge des eröffneten Konkurses, auch dessen Gläubiger.

Die vom Kantonsgericht verhängte Freiheitsstrafe von 63 Monaten liegt unter den von der Staatsanwaltschaft zu Beginn des Verfahrens geforderten sechs Jahren und fünf Monaten. Auf die genaue Höhe der nun verhängten Geldstrafe geht das Kantonsgericht in seiner Mitteilung nicht weiter ein. Der Entscheid sei noch nicht rechtskräftig, die ausführliche Begründung erfolge zu einem späteren Zeitpunkt und weitere Auskünfte würden derzeit nicht erteilt, heißt es weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €