Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl hat sich offen für die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen gezeigt. „An uns wird ein Tempolimit nicht scheitern“, sagte Strobl bei einer CDU-Veranstaltung in Allensbach (Kreis Konstanz). Damit stellte sich der Landesinnenminister hinter eine Forderung des Konstanzer CDU-Wahlkreisabgeordneten Andreas Jung, die in der Union seither kontrovers diskutiert wird.

„Die Lage ist ernst. Es darf keine ideologischen Barrieren geben“, sagte Strobl zur Begründung. Falls die Ampelregierung ein Tempolimit beschließe, „stehen wir dem als CDU nicht im Weg.“ Die Union unterstütze „alles, was Energie spart und hilft, welche zu gewinnen.“

Zwei Jahre Tempo 130?

Jung, CDU-Bundesvize und klimapolitischer Sprecher der Partei, hatte gefordert, mit Blick auf die Klimaziele und einen drohenden Energienotstand wegen des Ukraine-Kriegs auf deutschen Autobahnen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Stundenkilometern einzuführen. Diese soll auf zwei Jahre befristet sein und anschließend auf den Prüfstand gestellt werden.

Beistand erhielt Jung von einigen Parteikollegen, darunter der Ravensburger Bundestagsabgeordnete Axel Müller. CDU-Abgeordnete wie Thorsten Frei (Schwarzwald-Baar), Thomas Bareiß (Zollernalb-Sigmaringen) und Felix Schreiner (Waldshut) äußerten sich in einer SÜDKURIER-Umfrage skeptisch. Auch die CSU lehnt den Vorstoß ab.

Angesichts der gemischten Meinungsbildes im Landesverband Baden-Württemberg warb Strobl für ein Umdenken. Bei einer Tankfüllung könne man bis zu 25 Euro sparen, indem man einfach langsamer fahre, also maximal Tempo 130, so der CDU-Landesvorsitzende in Allensbach. Zugleich verwies er auf einen Stimmungswandel in der Gesellschaft. „Ich stelle fest, viele fahren schon langsamer“, sagte Strobl.