Die Liste an Einbrüchen und Versuchen, welche die Staatsanwaltschaft Ravensburg und das Polizeirevier Wangen einem 36 Jahre alten Mann zur Last legen, ist lang. Zwischen Anfang Juli und Ende Oktober soll der Tatverdächtige rund 25 Einbrüche im Raum Wangen, Kißlegg und Amtzell sowie auch im bayrischen Weiler-Simmerberg begangen haben.

16 Mal soll es dem Mann gelungen sein, in Gebäude einzusteigen. Dabei war er bei der Wahl seiner Einbruchsziele nicht gerade wählerisch. Neben Wohnhäusern, Ladengeschäften und Gaststätten soll sich der 36-Jährige auch zu einem Kindergarten und zwei Pfarrhäusern Zutritt verschafft haben.

Spur dank Überwachungskamera

Er soll es in allen Fällen auf schnelles Bargeld abgesehen haben – neben einigen Zigarettenschachteln und Schlüsseln habe er bei seinen Einbrüchen rund 9000 Euro erbeutet, ist sich die Polizei sicher. Der Schaden, den der mutmaßliche Serieneinbrecher dabei an den Gebäuden verursachte, ist annähernd doppelt so hoch und beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 17.000 bis 18.000 Euro.

Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln.
Ein Mann mimt einen Einbrecher und benutzt ein Brecheisen, um eine gekippte Terrassentür aufzuhebeln. | Bild: DPA/Philipp von Ditfurth

Dass die Polizei dem Einbrecher auf die Schliche gekommen ist, ist der guten Ermittlungsarbeit zu verdanken. Ein erster Verdacht gegen den 36-Jährigen ergab sich, nachdem er nach einem Wohnungseinbruch von einer Überwachungskamera gefilmt wurde. An zahlreichen Tatorten hinterließ der Serieneinbrecher außerdem unterschiedliche Spuren, die ihm zum Teil zugeordnet werden konnten.

Zum Einbrechen ohne Führerschein

Dadurch und durch die intensive Ermittlungsarbeit der Polizei in Wangen und Vogt erhärtete sich letztlich der dringende Tatverdacht gegen den 36-Jährigen. Außerdem dürfte der Mann mindestens zu einem mutmaßlichen Einbruch mit dem Auto hingefahren sein, ohne jedoch im Besitz eines Führerscheins zu sein.

Der Tatverdächtige wurde vorläufig festgenommen und am Mittwochnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg einem Haftrichter vorgeführt. Dieser entschied, den 36-Jährigen in Untersuchungshaft zu nehmen.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Für die polizeilichen Ermittler ist der Fall indes noch nicht abgeschlossen – zu zahlreichen Spuren, die ebenfalls an den verschiedenen Tatorten gefunden wurden, stehen die Untersuchungsergebnisse noch aus. Bei einer Verurteilung drohen dem mutmaßlichen Serieneinbrecher bis zu zehn Jahre Haft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.