Die Mutter

Bild: Uwe Grensing

Dominique Grensing, 50, Herdwangen-Schönach: „Die sechs Monate der Pandemie verliefen für mich als Mutter eigentlich recht einfach und ruhig. Da wir in der glücklichen Lage sind, dass jeder in unserer Familie einen Laptop und ein Handy hat, war es für unsere Tochter, 14 (10. Klasse), kein Problem, am Online-Unterricht teilzunehmen. Prinzipiell waren wir auch mit dem Unterricht bis zu den Pfingstferien sehr zufrieden. Die meisten Lehrer haben da sehr viel Einsatz gezeigt. Nach den Pfingstferien wurde es leider sehr wenig, aber das ist dem Umstand zu schulden, dass viele Lehrer in den Abiturprüfungen eingebunden waren. Was hat mich am meisten genervt? Natürlich war es für uns, wie auch für alle anderen Eltern, problematisch, immer erst sehr kurzfristig zu erfahren, wie es mit der Schule weitergeht. Das war doch sehr nervig, aber man kann da der Schule keine Schuld zuweisen, da auch die Schule immer erst durch die Medien von den Änderungen erfahren hat und erst danach vom Kultusministerium. Besonders schön fand ich, dass wir als Familie näher aneinandergerückt sind. Auch wenn unserer Tochter mitten in der Pubertät ist und es oft alles Andere als einfach mit ihr ist, konnten wir uns alle aufeinander verlassen. Da mein Mann selbstständig ist und sowieso meistens von Daheim gearbeitet hat, war es da für uns kein großer Unterschied. Auch der Kontakt zu Freunden, wenn auch in der Lockdown-Zeit per Videochat, war sehr schön und hat manchen Freundschaften einen frischen Wind gegeben.“

Der Notarzt

Bild: Marcel Jud

Roland Ballier, 70, Konstanz: „Mir sind die Notfalleinsätze in Freibädern hängen geblieben. Ich war sehr erstaunt, dass viele Leute null auf Abstand zueinander geachtet haben. Deshalb wundern mich auch die steigenden Infektionszahlen nicht. Ich bin einfach froh, dass ich trotz dieser äußeren Bedingungen bisher schadlos davongekommen bin. Die nahe Zukunft sehe ich kritisch: Wir werden einen weiteren Anstieg der Infektionen erleben.“

Die Vereinsvorsitzende

Bild: Duygu-D'Souza, Susann

Melanie Mallinovski, 32, Turnverein Tiengen: „Im TV Tiengen war es seit März ruhig, nur ganz wenige Gruppen haben ihr Training wieder aufgenommen. Vor allem für unsere Kindergruppen wäre es schön, wenn sie bald wieder – ohne Einschränkungen – durch die Halle springen können. Wir überlassen die Entscheidung, wann wieder trainiert wird, unseren Übungsleitern, da sie einen deutlich höheren Aufwand haben. Unsere ausgefallene Hauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes wurde auf März 2021 verschoben. Wir wünschen uns, dass unsere Übungsleiter und Mitglieder gesund bleiben und dem TV Tiengen treu bleiben.“

Der Pflegeassistent

Bild: Marga Schubert

Andreas Klages, 59, Villingen: „Ziel erreicht – wenigstens bis jetzt. Das Virus blieb draußen! Die rigorose Abschottung des Hauses plus zusätzlicher Hygienemaßnahmen hat sich bewährt. Auch wenn es für alle nicht einfach war, konnten wir, wie wir es uns zu Beginn der Pandemie vorgenommen hatten, mit unseren Bewohnern einen fast normalen Alltag leben. Es hat sich sogar zwischen uns in der Pflege und den uns anvertrauten alten Menschen in den vergangenen Monaten so etwas wie ein ‚Wir-Gefühl‘ entwickelt: ‚Wir gemeinsam gegen Corona‘, eine Schicksalsgemeinschaft hinter verschlossenen Türen. Es gab dabei allerdings viele Tränen zu trocknen, wunde Seelen zu streicheln, viel Trauer und Angst zu lindern – trotz aller Professionalität in der Pflege ist das oft emotionsgeladen und kräftezehrend. Doch wenn eine hochbetagte Dame dann voll Vertrauen und tapfer sagt: ‚Aber gell, das Corona schaffen wir gemeinsam schon‘ – dann ist unsere kleine Welt am Ende der Schicht, wenn auch am Rande aller Kraftreserven, in Ordnung. Wir geben weiter unser Bestes, dass es so bleibt.“

Der Grenzgänger

Bild: Bittlingmaier, Albert

Andreas Bayer, 54, Gottmadingen: „Als die deutsch-schweizerische Grenze dicht gemacht wurde, musste ich vor dem einzigen offenen Grenzübergang Bietingen/Thayngen in langen Staus stehen. Schweizer Zöllner haben mein Auto immer wieder mal intensiv durchsucht. Und ich musste meinen Grenzgänger-Ausweis mit direktem Kontakt zum Zöllner oft vorzeigen. Erst, als immer mehr Grenzgänger ins Home-Office gingen, hat sich die Situation verbessert. Ich selbst arbeite nun auch von zuhause aus und stelle fest, dass die Arbeitsabläufe teils sogar besser passen. Es gibt eine größere Flexibiliät und ich gewinne mehr Freizeit für die Familie. Ich bin froh, dass es keine Ausgangssperre gab. Schlimm war für meinen Sohn, dass er keinen Vereinssport betreiben konnte. Auch wegen fehlenden sozialen Kontakten. Ich bin guter Dinge, dass sich alles wieder etwas normalisiert. Die Corona-Verordnungen sorgten auch für eine Entschleunigung des mitunter hektischen Alltags.“

Die Zöllnerin

Bild: privat

Corinna Deufel, 30, Zollobersekretärin: „Schichtbetrieb rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche galt es für uns Zollbedienstete zu bewältigen. Die Grenzkontrollen waren für uns als Zollvollzugsbeamte eine große Herausforderung – auch am Grenzübergang Gailingen-West, wo ich tätig war. Aber wir alle haben die Ausnahmesituation meiner Meinung nach sehr gut gemeistert und konnten durch die strikte Einhaltung sämtlicher Vorschriften, unter anderem auch der Corona– und Hygienevorschriften, das Virus von unserem Sachgebiet abwenden. Außerdem wurde die Abstandsregelung strengstens durch uns beachtet. Von daher habe ich den Job auch in dieser Phase gerne gemacht.“

Der Kneipenbetreiber

Bild: Jarausch, Gerald

Christoph Manz, 59, Tanke Haus am See, Radolfzell: „Ich kann nicht klagen. Für mich ist aktuell alles in Ordnung. Obwohl etliche Konzerte und Veranstaltungen ausgefallen sind, hat die große Anzahl der Touristen in den Sommermonaten einen Teil der Ausfälle kompensieren können. Aktuell kann ich rund 50 Prozent der maximalen Gästeanzahl einlassen. Ich werde versuchen, meine Gäste möglichst lange im Freien zu bedienen.“

Die Markthändlerin

Bild: Susanne Eschbach

Anita Brugger, Bad Säckingen: „Das Beste ist, dass ich gesund geblieben bin. Alles andere ist halt jetzt mit viel mehr Aufwand verbunden. Denn auf die Wochenmärkte muss ich zu meiner Ware auch einen Spuckschutz mitnehmen und aufbauen. Natürlich fehlen die Gartenmessen und Geranienmärkte, aber eigentlich hätte alles viel schlimmer kommen können. Immerhin musste ich nie ganz zu machen. Man muss seine Ansprüche eben ein wenig zurückschrauben“.

Der Kassierer

Bild: Jörg Büsche

Guntram Kirchner, 50, Markdorf: „Inzwischen ist mir schon wieder etwas unheimlich zumute – trotz des Plexiglases vor meiner Kasse. Zu viele Leute wahren keinen Abstand mehr, vergessen die Maske. Natürlich sind immer noch sehr viele genau so vorsichtig wie zu Beginn der Pandemie, aber die Leichtfertigen nehmen zu. Besonders unangenehm finde ich, dass ich jetzt wieder mehr ermahnen muss. Das mache ich nicht gern. Aber der Mund-Nasen-Schutz ist halt notwendig beim Einkaufen. Auch den Kollegen ist die Ermahnerei sehr lästig.“

Der Fitnessstudio-Betreiber

Bild: Privat

Tom Söder, 60, Rielasingen: „Wir haben nach der Wiedereröffnung eine unglaubliche Solidarität unserer Mitglieder erfahren, sogar die Zahl der Neumitglieder ist unerwartet gestiegen. Sensationell war auch die Unterstützung unserer Hausbank, das hat alles schnell und unkompliziert funktioniert. Und ich finde, dass die Politik einen wirklich guten Job gemacht hat. Klar ist aber auch, dass sich die Verluste nicht kompensieren lassen, für die ganze Branche ist es ein herbes Jahr. Und wenn es einen weiteren Lockdown gibt, dann wird das vielen Fitnessstudios wirtschaftlich den Hals brechen. Jetzt ist es wichtig, das richtige Maß zu finden. Das heißt: Liebe Leute, haltet die Regeln ein, aber seid nicht zu ängstlich, denn Panik oder Hysterie sind immer schlechte Berater.“

Der Landwirt

Bild: Lorenz, Stefanie

Johannes Hopp, 35, Meßkirch: „Die Corona-Krise hatte für unseren Hof negative Auswirkungen auf den Milchpreis. Die Molkerei, an die wir die Milch verkaufen, konnte zeitweise ihre Milch nicht mehr ins Ausland exportieren. Dadurch gab es einen Preissturz. Ansonsten hat sich die Pandemie nicht konkret auf die Arbeit auf dem Hof ausgewirkt. Die Ernte ist in diesem Jahr gut verlaufen und wir können trotz der Trockenheit überraschend gute Erträge verzeichnen. Für die Zukunft hoffen wir, dass die Preise wieder steigen und dass die Wertschätzung und Anerkennung für unseren Beruf zunimmt.“

Der Apotheker

Bild: Jennifer Moog

Bernhard Lobmeier, 36, St. Georgen: „Der große Ansturm vom März und April ist inzwischen vorbei. Im Mai und Juni kamen wir in ein so großes Loch, dass wir diese Verluste wahrscheinlich nicht mehr aufholen können. Derzeit sind wir jedoch wieder auf normalem Fahrwasser. Trotzdem haben wir gemerkt, dass die Apotheke ein wichtiger Faktor vor Ort ist. Denn wir haben die Bevölkerung versorgt, wie es keine Online-Apotheke kann. Dennoch habe ich Bedenken vor dem Herbst, wenn sich grippaler Effekt und Corona vermischen, sodass eine Panik entstehen könnte. Die Befürchtung, dass ich die Apotheke schließen muss, weil es zu einer Infektion gekommen ist, besteht natürlich noch immer. Aber ich glaube, dass das Virus durch die Maskenpflicht eingedämmt werden konnte und hoffe, dass es nicht zu einer zweiten Corona-Welle kommt. Denn meine größte Sorge ist es, dass die Leute wieder unvernünftig werden und wir in Deutschland dadurch einen hohen wirtschaftlichen Schaden erleiden, der nicht wieder aufzufangen ist.“

Die Krankenschwester

Bild: Klinikum Friedrichshafen

Gabi Paul, 61, Klinikum Friedrichshafen: „Ich habe verschiedene Stimmungen erlebt: Während des Lockdowns war es in unserer Notaufnahme ruhiger als sonst. Die Menschen haben darüber nachgedacht, ob sie ins Krankenhaus gehen oder nicht. Das war nicht immer gut. Mit den Lockerungen setzte der Run auf uns wieder ein und ist manchmal stärker als zuvor – vor allem was die vielen Bagatellfälle betrifft. Während des Lockdowns waren die Patienten uns gegenüber freundlich, zuvorkommend und anerkennend. Damals waren wir die Helden, was wir nie sein wollten. Jetzt hat die Politik uns ‚Systemrelevante‘ wieder vergessen.

Aber ich liebe meinen Beruf und bin gerne für kranken Menschen da – das gibt mir Mut und Kraft. Sorgen macht mir, dass immer weniger junge Kollegen lange im Beruf bleiben – eine weitere Aufgabe für Politik und Pflegeverbände.“

Die Lehrerin

Bild: Lutz, Bernhard

Karin Ahlbrecht, 38, Bräunlingen: „Für mich an der Grundschule Fützen war es schwierig, dass ich den Schülern nicht direkt helfen konnte. Aber die Kommunikation mit den Eltern war sehr gut, sie haben darauf geachtet, dass die Kinder lernen. Und diese haben ihre Aufgaben vollständig und zuverlässig erledigt. Ich freue mich, dass bei den Kindern keine spürbaren Lücken vorhanden sind. Toll war, dass wir letzten Monat vor den Ferien Präsenzunterricht hatten. Da konnten wir mit den Schülerinnen und Schülern noch einmal richtig arbeiten.“

Der Pizzabäcker

Bild: Volk, Siegfried

Antonio D‘Avino, 45, Pfullendorf: „Wir haben den Lockdown und die coronabedingten Einschränkungen gut überstanden. Mitnahmeservice und Terassenbetrieb sicherten unseren Betrieb und Umsatz, auch wenn ich zeitweise für Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden musste. Der Arbeitsablauf hat sich in den vergangenen Monaten enorm verändert. Längerfristige Planungen waren nicht mehr möglich, denn Reservierungen für Geburtstags-, Kommunion- oder Vereinsfeiern gab es nicht mehr. Dafür erhöhte sich die Zahl der Tagesgäste enorm, auch weil viele Touristen das Positano für sich entdeckten. Es war schon eine schwierige Zeit. Ich bin dankbar, dass kein Familienmitglied an Corona erkrankte, auch nicht in meiner italienischen Heimat in der Nähe von Neapel.“

Die Hotelbesitzerin

Bild: Claudia Ladwig

Sigrid Messmer, 52, Hotel Fortuna Stockach: „Zuerst war es schwierig, aber wir durften ja an Geschäftsreisende Zimmer vermieten. Das hat allerdings nur fünf bis zehn Prozent der normalen Bettenbelegung ausgemacht. Im Juni ist der Hotelbetrieb dann langsam wieder angelaufen. Durch den Urlaub im Land begrüßen wir viele kurzfristige Kurzurlauber. Was fehlt, sind die Reisegruppen. Von April bis Juni ist dieser Bereich komplett weggefallen. Im Juli waren es auch nur zwei Gruppen. Jetzt kommen wieder Busse – aber mit weniger Personen. Seit Juli hat sich die Lage etwas normalisiert. Allerdings ist der Arbeitsaufwand höher, wegen der erforderlichen Corona-Hygienemaßnahmen und wegen des häufigeren Zimmerwechsels.

Das Take-away-Angebot des Restaurants zu Beginn des Lockdowns hat uns geholfen, über die Runden zu kommen. Nachdem wir das Restaurant wieder öffnen durften, lief der Besuch sehr verhalten an. Inzwischen hat sich der A-la-carte-Bereich fast normalisiert.“

Der Hausarzt

Bild: Niederberger, Holger

Gerhard Langenberger, 67, Überlingen: „Ich stehe vollkommen hinter den Maßnahmen, die die Politik ergriffen hat, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Für mich ist ganz entscheidend, wie wir Menschen in dieser Krise miteinander umgehen. Wer einen Mund-Nasen-Schutz trägt und Abstand hält, der zeigt seinem Gegenüber, dass er ihn respektiert und dass ihm dessen Gesundheit wichtig ist. Eine Gesichtsmaske schützt in hohem Maße.“

Der Kinobetreiber

Bild: Bernd Gschöpf

Bernd Gschöpf, 54, Neuenburg: „Unsere Kinos waren drei Monate zu, wir haben zwei Monate später als vorgesehen geöffnet. Anfangs lief es schleppend, mittlerweile geht es. Wenn wir dürften, wären die Kinos heute wieder voll. Kinderfilme sind nach dem Start sehr gut gelaufen. Bei den Erwachsenen war es schwieriger. Es gab anfangs fast nirgends aktuelle Filme. So lange kein aktueller Film läuft, kommen sie nicht ins Kino. Und die Zeit zum Bewerben fehlt. Mit den Vorgaben sitzen 60, 70 Leute im Saal. Das ist bei Weitem zu wenig. Wir haben schon ein deutliches Manko im fünfstelligen Bereich. Die Investitionsmaßnahmen in Waldshut haben wir trotzdem wie geplant abgeschlossen und am 28. September beginnen wir mit dem Umbau der Projektionen. Von der staatlichen Unterstützung bin ich enttäuscht. Manches ist sehr kompliziert und dauert. Und ich verstehe nicht, warum zum Beispiel in Nordrhein-Westfahlen nur ein Meter Abstand in Kinosälen gilt, bei uns mehr. Aus meiner Sicht ist die Infektionsgefahr in den Kinosälen kaum gegeben. Ich hoffe, es ist irgendwann vorbei und die Politik findet zur Vernunft. Die Besucher sind nicht kino-überdrüssig. Eine Sorge habe ich. Wenn die Großen wirklich wegsterben, hat das auch für uns Kleine Auswirkungen. Aber ich gehe davon aus, dass der Mittelstand zu 95 Prozent überlebt.“

Der Frisör

Bild: Jörg Büsche

Richard Gratwohl, 50, Markdorf: „Für mich hat sich die Situation ja inzwischen komplett verändert. Anders als zu Beginn der Covid-19-Pandemie darf ich mein Friseurgeschäft ja jetzt wieder öffnen. Und die Kunden reagieren prima. Sie haben sich auf unsere besonderen Öffnungszeiten eingestellt, die sind länger als sonst. Unsere Kunden machen auch ganz vorbildlich bei allen Schutzmaßnahmen mit. Das tun übrigens auch meine Mitarbeiter. Die strengen sich schon sehr an bei den noch strenger gewordenen Hygienevorschriften. Es ziehen einfach alle an einem Strang. Wenn alle so reagieren, kann man der Zukunft gelassen entgegensehen – bis der Impfstoff da ist.“

Der Fußballtrainer

Bild: Bittlingmaier, Albert

Christian Schopper, SC Gottmadingen-Bietingen: „Meine positiven Corona-Erfahrungen begründen sich vor allem damit, dass alle Menschen in meinem Umfeld gesund sind. Auch beruflich läuft es gut. Es gab viel Zeit für Alles und ein engeres Zusammenrücken in der Familie mit tollen Ereignissen, wie Monopoli und Karten spielen, Hegau-Berge ersteigen sowie die Gegend neu erkunden. Was aber ganz schlecht für mich war, als strenge Corona-Verordnungen herrschten: Es gab keinen Sport, wie Fußball. Bei zwei Söhnen im besten Fußballalter eine reine Katastrophe. Das Vereinsleben war gleich Null. Ein Verein ohne Einnahmen muss finanziell eine sehr große Herausforderung bewältigen. Ich hatte als Vorsitzender und Juniorentrainer des SC Gottmadingen-Bietingen große Mühe mit der Situation. Ich hatte nie Angst um unsere Gesundheit, weil wir sehr diszipliniert leben. Wir halten uns an die Regeln. Und wir unterstützen die Entscheidungen der Verantwortlichen. Wenn sich jeder an die Regeln halten würde, wäre alles halb so wild. Ich hoffe, dass es jetzt jeder kapiert hat, um was es geht. Intoleranz akzeptiere ich überhaupt nicht. Ich bin guter Dinge, das Alles wieder gut wird. Wir müssen gemeinsam ein bisschen zurück drehen und wieder normal werden. Es gilt, wieder viele Werte schätzen zu lernen, wie Natur, Gegend und Menschen. Mut machen mir meine Familie, meine Freunde und mein Verein. Meine größte Sorge sind Chaoten und Undiszipliniertheit. Ich hoffe wirklich, dass jeder kapiert hat, um was es geht.“

Der Zahnarzt

Bild: Vonberg, Markus

Johannes Finkel, 37, Bad Säckingen: „Die Versorgungslage mit Schutzausrüstung und Hygienebedarf hat sich in der Praxis ab Juni deutlich verbessert. Es ist wieder alles verfügbar, wenn auch zu deutlich höheren Preisen bei teilweise geringerer Qualität. Auch von den Berufsverbänden und dem Landratsamt erhielten wir Unterstützung. Insgesamt ist eine gewisse Normalität eingetreten.“

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