Es ist eine entzückende Nachricht: Weil sie in Kambodscha bereits 39 Landminen und 28 nicht explodierte Sprengkörper aufgespürt hat, wurde die Spürratte Magawa, die der Gattung Gambia-Riensenhamsterratte angehört, von der gemeinnützigen Organisation PDSA mit dem höchsten britischen Tierorden für Tapferkeit ausgezeichnet.

Die Landminen-Spürratte Magawa, hier im Einsatz, ist mit einem Orden ausgezeichnet worden.
Die Landminen-Spürratte Magawa, hier im Einsatz, ist mit einem Orden ausgezeichnet worden. | Bild: AFP

Nun liegt Kambodscha in weiter Ferne, dennoch hat Magawa eine direkte Verbindung nach Deutschland – und sogar an den Bodensee. Denn mit Susanne Folz lebt eine Patin der Ratte in Allensbach. Bei Vorbereitungen für eine geplante Reise nach Kambodscha, wo ihr ehemaliges – menschliches – Patenkind lebt, stieß sie auf die Hilfsorganisation Apopo, die Magawa für ihre Arbeit ausbildete.

Weil sie gerne etwas an Länder zurückgibt, die sie besucht oder zu denen sie eine Verbindung hat, entschied sich vor etwa einem Jahr für eine weitere Patenschaft, diesmal für eine Ratte. Einmal im Monat wird sie seither über Magawas Einsatz informiert.

Von den Tieren überzeugt

„Ich finde es wirklich toll, da das eine Tierart ist, die einen schlechten Ruf hat“, erklärt Folz, die auch schon mehrfach die Patenschaft einer Schildkröte in einem US-amerikanischen Hospital übernommen hat, ihre Begeisterung für die Spürnasen. Denn Ratten werden oft negativ wahrgenommen, dabei seien sie äußerst talentiert.

Magawa kann innerhalb einer halben Stunde ein Gebiet absuchen, das so groß ist wie ein Tennisplatz – mit einem Metalldetektor würde dies vier Tage dauern. Durch den Einsatz für die Sicherheit zahlreicher Menschen und Tiere erhalten die Ratten eine positive Reputation.

Aber nicht nur von den Ratten, sondern auch von der Organisation Apopo ist Susanne Folz überzeugt. Sie habe nicht das Gefühl, dass die Tiere ausgenutzt werden. Stattdessen werden die Ratten auch im Ruhestand weiter versorgt. Und: „Den Ratten kann nichts passieren.“ Denn sie sind zu leicht, um die Minen selbst auszulösen.

Susanne Folz aus Allensbach hat vor einem Jahr die Patenschaft für die Landminen-Spürratte Magawa übernommen.
Susanne Folz aus Allensbach hat vor einem Jahr die Patenschaft für die Landminen-Spürratte Magawa übernommen. | Bild: privat

Und wie ist das, wenn die eigene Patenratte als Apopos erfolgreichster Nager einen Tapferkeitsorden erhält? „Ich habe mich mega gefreut“, berichtet Folz. „Ich war richtig gerührt.“

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Magawa persönlich kennengelernt hat sie zwar noch nicht, denn die geplante Reise nach Kambodscha kam schlussendlich doch nicht zustande. Susanne Folz will das Land aber nach wie vor sehr gerne sehen – und würde dann auch „definitiv“ die Organisation Apopo besuchen.

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