In den letzten Tagen des Jahres kommt der kleine Grenzverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz unerwartet in Bewegung. Die Schweiz zeigt sich inzwischen bereit, die Verknüpfung der deutschen Corona-WarnApp zu übernehmen. Das käme zunächst einmal den Pendlern zugute, die täglich von ihren Wohnsitzen am Bodensee, im Hegau oder am Hochrhein in einen Kanton pendeln, um zur Arbeit zu kommen. Bisher versagte die App ihre Dienste, sobald der Nutzer die Grenze zur Eidgenossenschaft überschritten hatte.

Besucher und deutsche Arbeitnehmer verlassen den Zug am Endbahnhof in Zürich. Die Schweiz erklärt sich überraschend bereit, die Funktionen der deutschen Corona-App zuzulassen.
Besucher und deutsche Arbeitnehmer verlassen den Zug am Endbahnhof in Zürich. Die Schweiz erklärt sich überraschend bereit, die Funktionen der deutschen Corona-App zuzulassen. | Bild: Ennio Leanza

Schon ab dem nächsten Quartal 2021 soll das anders werden, berichtet der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner (CDU) aus Waldshut. Dann werde die App auch in der Schweiz funktionieren. Wenn ein Besucher oder Pendler problematische Kontakte in der Schweiz haben sollte, wird die App dies anzeigen. Auch ein Schweizer Corona-Kontakt ist ein Corona-Kontakt. Bisher war die App tot, sobald sich der Schlagbaum senkte.

Felix Schreiner ist froh, dass die Schweiz die deutsche Corona-WarnApp übernimmt. „Wir müssen bilateral zu Rande kommen“, sagt er.
Felix Schreiner ist froh, dass die Schweiz die deutsche Corona-WarnApp übernimmt. „Wir müssen bilateral zu Rande kommen“, sagt er. | Bild: Inga Haar

Vor allem 60.000 Pendlern kann die Verknüpfung helfen

Als Abgeordneter in einer Grenzregion kennt Schreiner die Lage der Pendler. 60.000 Menschen zwischen Konstanz und Basel pendeln in die Schweiz. Schreiner verfügt über gute Kontakte zu Gesundheitsminister Jens Spahn, ebenfalls CDU. Demnach stehen Schweizer und deutsche Behörden kurz vor einem Durchbruch auf der Arbeitsebene. Jens Spahn teilte Schreiner mit: „Es soll eine Behördenvereinbarung geben, mit dem Ziel, die Verknüpfung noch im ersten Quartal 2021 zu ermöglichen.“

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Regelung nur zwischen Schweiz und Deutschland

Politisch ungewöhnlich: Die Vereinbarung wird bilateral beschlossen, also direkt zwischen den betroffenen Staaten. Auf einen Befreiungsschlag aus Brüssel, der das Ganze geregelt hätte, wollten beide Länder nicht länger warten.

Die deutsche Corona-App und die schweizerische Tracing-App SwissCovid haben beide die gleiche Funktion, sind aber nicht miteinander kompatibel. Das soll sich im nächsten Jahr endlich ändern.
Die deutsche Corona-App und die schweizerische Tracing-App SwissCovid haben beide die gleiche Funktion, sind aber nicht miteinander kompatibel. Das soll sich im nächsten Jahr endlich ändern. | Bild: Gaetan Bally, dpa

Deshalb regeln sie das Ringen um die App auf dem kurzen Dienstweg, ohne den großen Umweg über die EU-Kommission zu gehen. Die Schweiz hätte es lieber gesehen, erst das große Rahmenabkommen mit der EU fertigzustellen. Der sanfte Druck aus Berlin hat in Bern nun dafür gesorgt, dass man den Coronaschutz vorzieht.