Kurz, bevor die alte Corona-Verordnung Baden-Württembergs turnusgemäß außer Kraft getreten wäre, hat das Land am Mittwochabend neue Corona-Regeln vorgestellt. Sie gelten ab Freitag, 15. Oktober. Was gilt ab dann? Über diese Regeln hat das Land informiert:

Die Verordnung enthält das sogenannte „2G-Optionsmodell“. Was heißt das konkret?

Händler, Gastronomen und Veranstalter haben die Wahl, nur noch Geimpfte und Genesene einzulassen. Das konnten sie auch bisher – nur dürfen sie nun im Gegenzug die Regeln innerhalb ihres Ladens, Restaurants oder Veranstaltungsortes lockern. Dürfen also nur noch Geimpfte oder Genesene herein, entfallen Besucherobergrenzen und auch die Maskenpflicht. Letzteres gilt jedoch nur in der Basisstufe, also wenn es weniger 250 Intensivpatienten im Land gibt und die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz unter 8 liegt. Mit 188 Intensivpatienten und einem Wert von 2,07 ist derzeit (13. Oktober) beides klar der Fall.

In welchen Bereichen gilt das Optionsmodell konkret?

Zunächst einmal muss man klar sagen: Es bleibt weiterhin jedem Händler, Gastronom und Veranstalter selbst überlassen, ob er das Modell anwendet. Die drei Kategorien sind aber die Hauptzielgruppen, an die sich die Regel richtet – also Einrichtungen, bei denen Publikumsverkehr herrscht.

So können nun etwa Fußballvereine ihre Stadien wieder komplett füllen. Und Weihnachtsmarktbetreiber können festlegen, dass nur Geimpfte und Genesene kommen dürfen – dafür gelten dann innerhalb des Marktes keine speziellen Regeln mehr. Darüber hinaus können auch beispielsweise Fahrschulstunden oder berufliche Fortbildungen ohne Maske stattfinden, wenn sich der jeweilige Betreiber für 2G entscheidet.

Was passiert, wenn sich ein Betrieb gegen 2G entscheidet?

Dann gelten die bisher schon gültigen Regeln. Das heißt in der Basisstufe: Jeder darf ohne Nachweise in den Einzelhandel, ansonsten gilt in nahezu allen geschlossenen Räumen eine 3G-Nachweispflicht, Ausnahmen gibt es bei manchen Bildungsangeboten und religiösen Veranstaltungen. Im Freien sind derweil fast nie Nachweise nötig, Ausnahmen gibt es bei Großveranstaltungen oder wenn auf Veranstaltungen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die genauen Regeln je nach Infektionslage und Bereich listet das Land hier auf.

Und was ist, wenn ich in einem der Bereiche arbeite und mein Chef verhängt 2G? Muss ich mich dann impfen lassen?

Nein. Personal ist von der Regel ausgenommen, muss dafür aber in jedem Fall weiter Maske tragen. Und: Es besteht nun bei jeder Infektionslage eine Testpflicht. Wer Kundenkontakt hat – also Bedienungen, Kundenberater, Frisöre – muss sich zweimal die Woche testen lassen, so er oder sie nicht geimpft oder genesen ist. Bisher war das nur bei einer verschärften Infektionslage nötig.

Diese Testpflicht greift nach Landesangaben unabhängig davon, ob im jeweiligen Betrieb 2G herrscht oder nicht. Nach Bundesinfektionsschutzgesetz muss der Arbeitgeber diese Tests stellen, Arbeitnehmer müssen also nicht auf die jetzt kostenpflichtigen Angebot in der Öffentlichkeit zurückgreifen.

Stäbchen rein – getestet sein: Das heißt es bald unausweichlich für nicht geimpfte oder genesene Mitarbeiter, die Publikumsverkehr haben.
Stäbchen rein – getestet sein: Das heißt es bald unausweichlich für nicht geimpfte oder genesene Mitarbeiter, die Publikumsverkehr haben. | Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Welche Menschen sind von der 2G-Regel ausgenommen?

Tatsächlich wird auch dann, wenn an einem Ort die 2G-Option greift, nicht jeder Ungeimpfte ausgeschlossen sein. Ausgenommen sind alle Schüler – sie müssen ihren Schülerstatus nachweisen können und brauchen auch keinen separaten Test, da sie sich diesen in der Schule ohnehin regelmäßig unterziehen. Ausgenommen sind auch alle anderen Menschen unter 18 Jahren – allerdings müssen sie einen aktuellen Schnelltest nachweisen können, wenn sie keine Schüler mehr sind.

Wer mit einem Attest nachweisen kann, dass er nicht geimpft werden kann, muss ebenfalls einen Schnelltest nachweisen, muss dann aber auch bei 2G Einlass finden. Dass ein Schnelltest bei 2G zum Eintritt berechtigt, gilt auch für Schwangere und Stillende, da für sie erst seit kurzem eine Stiko-Impfempfehlung vorliegt. Alle hier genannten Gruppen erhalten auch weiterhin kostenlose Schnelltests.

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Was ändert sich sonst noch?

Ansonsten sind die Änderungen eher überschaubar. Gilt die derzeit sehr weit entfernte Alarmstufe (390 Intensivpatienten oder Hospitalisierungsinzidenz über 12), dürften Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene mit einem PCR-Test wieder in die Außenbereiche von gastronomischen Angeboten. Bisher war das in der Alarmstufe nicht möglich – reinsitzen dürften sie dann aber weiterhin nicht.

Und was ist mit der Maskenpflicht in Schulen?

Wie es hier genau weitergeht, regelt das Land in einer anderen Verordnung, die laut Landesregierung erst zum kommenden Montag, 18. Oktober, aktualisiert werden soll.