Bei der Stuttgarter OB-Wahl liegt der CDU-Kandidat Frank Nopper überraschend klar vorne. Der Oberbürgermeister von Backnang erreichte am Sonntag in seiner Heimatstadt rund 32 Prozent. Weit abgeschlagen landete die Grünen-Kandidatin Veronika Kienzle mit nur 17 Prozent auf dem zweiten Platz.

08.11.2020, Baden-Württemberg, Stuttgart: Frank Nopper (CDU, 2.v.l), mit seiner Frau Gudrun Weichselgartner-Nopper und seine Söhne Carl und Franz-Ferdinand. Rechts im Bild steht Veronika Kienzle, Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Im ersten Wahlgang lag der CDU-Kandidat deutlich vor der Grünen-Politikerin.
Frank Nopper (CDU, 2.v.l), mit seiner Frau Gudrun Weichselgartner-Nopper und seine Söhne Carl und Franz-Ferdinand am Wahlabend in Stuttgart. Rechts im Bild steht Veronika Kienzle, Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Im ersten Wahlgang lag der CDU-Kandidat deutlich vor der Grünen-Politikerin. | Bild: Sebastian Gollnow, dpa

Nach den Umfragen war eigentlich ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen beiden erwartet worden. Endgültig entschieden wird die Nachfolge des Grünen-Amtsinhabers Fritz Kuhn in drei Wochen im zweiten Wahlgang.

Marian Schreier auf Platz 3

Einen Achtungserfolg erzielte Marian Schreier, der Bürgermeister von Tengen. Der mit 30 Jahren jüngste Bewerber unter insgesamt 14 Kandidaten kam mit knapp 15 Prozent auf Platz 3.

Marian Schreier
Marian Schreier | Bild: Felix Schröder, dpa

Schreier hatte sich gegen das Votum der SPD in der Landeshauptstadt beworben und muss für die Zeit des Wahlkampfs seine Mitgliedschaft ruhen lassen.

Der von der Stuttgarter SPD unterstützte Martin Körner schneidet mit 9,8 Prozent deutlich schlechter ab. Zwischen beiden Genossen rangiert noch der von der Linken unterstützte Stuttgart 21-Gegner Hannes Rockenbauch, der rund 14 Prozent der Stimmen einsammelt.

Tengener Bürgermeister stolz auf sein Ergebnis

Sichtlich stolz zeigte sich Marian Schreier mit seinem Ergebnis: „Das ist eine Sensation, dass ein unabhängiger Kandidat in Stuttgart gewinnen kann.“ Schreier fühlt sich in Schlagdistanz zur Grünen-Kandidatin Kienzle, die nur zweieinhalb Punkte vor ihm liegt. Er habe durch seine Kandidatur viele junge Leute zum Wählen motiviert und damit zur deutlichen Steigerung der Wahlbeteiligung beigetragen.

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Schreiers Parteifreund Körner erklärte sein schlechtes Abschneiden vor allem mit der internen Konkurrenz. „Es war sicher nicht optimal, dass gleich zwei Sozialdemokraten angetreten sind“, so der 50-Jährige.

Körner zog aus der Schlappe noch am Wahlabend die Konsequenz und verzichtete auf den zweiten Wahlgang am 27. November. Dagegen hielten sich Schreier und Rockenbauch noch alle Möglichkeiten offen. Beide wollten erst in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie in eine zweite Runde gehen.

Grüne können Potenzial nicht ausschöpfen

Mit Kienzle, der ehrenamtlichen Stadtteilvorsteherin, konnten die Grünen ihr Potenzial in der baden-württembergischen Landeshauptstadt bei weitem nicht ausschöpfen. Bei der letzten Kommunalwahl 2019 wurden sie mit gut 26 Prozent die stärkste Fraktion im Gemeinderat. „Ein paar Prozentpunkte mehr hätte ich mir schon vorstellen können“, räumte die 58-Jährige am Wahlabend ein.

Dagegen übertraf CDU-Mann Nopper das Kommunalwahlergebnis, bei der die Christdemokraten auf unter 20 Prozent abgestürzt waren, weit. „Ich bin hochzufrieden und glücklich mit diesem Ergebnis“, freute sich der 59-Jährige. Nun könne er aus der Pole-Position in die zweite Runde starten.