Der Präsenzunterricht in den Schulen in Baden-Württemberg ist zu einer heiligen Kuh in Sachen Corona-Regeln geworden – nur im absoluten Notfall soll er noch einmal ausgesetzt werden. Um das zu verhindern, haben Kultus- und Sozialministerium nun neue Testregeln verkündet. Sie sind strenger als zuvor, besonders wegen der Omikron-Variante, wie die Minister Theresa Schopper (Kultus) und Manfred Lucha (Soziales) betonen. Wie die Regeln jetzt aussehen.

Was gilt in der ersten Schulwoche?

Hier soll eine tägliche Schnelltestpflicht für alle Schüler gelten, die nicht geboostert sind. Auch zweifach geimpfte Kinder und Jugendliche müssen also getestet werden. Setzen Schulen nicht auf Antigen-Schnelltests, sondern auf PCR-Pooltests sollen zusätzliche tägliche Schnelltests angeboten – zumindest „nach Möglichkeit“, wie Sozial- und Kultusministerium verkünden.

Und wie geht es bis zu den Fasnachtsferien in Baden-Württemberg weiter?

Hier wird die Testfrequenz ab der zweiten Schulwoche wieder reduziert. Drei Schnelltests oder zwei PCR-Tests pro Schulwoche sind dann wieder ausreichend.

Und was gilt für Lehrer, Hausmeisterinnen, Putzkräfte und sonstiges Schulpersonal sowie Kita-Angestellte?

Auch hier sind nur noch geboosterte Personen von der Testpflicht ausgenommen. Alle anderen, also auch die zweifach geimpften Mitarbeiter, müssen sich an jedem Präsenztag neu testen lassen.

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Gilt der Schülerausweis jetzt wieder als 2G-Plus-Nachweis?

Für die meisten Schülerinnen und Schüler ab dem Wiederbeginn der Schule schon. Nur erwachsene Schüler sind davon ausgenommen. Allerdings können sich auch Zwölf- bis 17-Jährige Schüler nur noch bis Ende Januar über diese Ausnahme freuen – dann läuft diese Regel für diese Gruppe, deren Impfung die Stiko seit August 2020 empfiehlt, aus. Ob sie noch einmal verlängert wird, berät die Landesregierung derzeit.

Dabei müsse man „besonders sensibel“ vorgehen, sagt ein Sprecher des Sozialministeriums auf SÜDKURIER-Anfrage, immerhin seien junge Menschen von den Einschränkungen am stärksten betroffen. Dennoch müsse man Maßnahmen auch infektiologisch verantworten können.

Booster bei Jugendlichen – was gilt da überhaupt?

Das ist gar nicht so einfach. Eine Stiko-Empfehlung für das Boostern von Jugendlichen gibt es nicht – Ärzte, die sich rein daran orientieren, können das Boostern also ablehnen. Dazu haben sie ein Recht, auch wenn gleichzeitig Baden-Württemberg die dritte Dosis für Jugendliche erlaubt hat und auch Bundes-Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Anspruch der Zwölf- bis 17-Jährigen darauf betont. Die Impfung erfolgt mit Biontech. Nicht genau definiert ist der Zeitpunkt, ab dem Jugendliche einen Anspruch auf den Booster haben – das liegt im Ermessen des Arztes, so ein Sprecher des Landessozialministerium.

Nach Zahlen des RKI haben in Baden-Württemberg bisher rund 10 Prozent aller Unter-18-Jährigen eine Auffrischungsimpfung erhalten.