Mehrere Verkehrsverbünde im Südwesten wollen die Preise anheben. Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) preschte Anfang August schon vor. Er erhöhte die Ticketpreise um maximal 2,34 Prozent, teilte ein Sprecher mit und verwies darauf, dass die Entscheidung bereits Anfang des Jahres gefallen war. Darüber hinaus sei keine Erhöhung geplant. Auch beim Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau und im Großraum Stuttgart wird es teurer.

Als Gründe werden bei den Verkehrsverbünden für die Preisanhebungen unter anderem steigende Personalkosten sowie erhöhte Kosten für Diesel und Strom genannt. Im Oktober dreht der Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau an der Preisschraube. Von da an werden die Tickets im Schnitt um 6,3 Prozent erhöht. Im Donau-Iller-Nahverkehrsverbund sei aktuell keine Anpassung geplant, teilte der Geschäftsführer mit. Er betonte aber, dass man auf die Kostenentwicklung schaue. Im vierten Quartal werde über höhere Ticketpreise entschieden.

Die Nahverkehrsunternehmen haben durch das verbilligte 9-Euro-Ticket, das Ende August ausläuft, weniger Einnahmen. Das Ticket wird rege nachgefragt. Bisher wurden alleine im Großraum Stuttgart rund 1,4 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft und 350 000 Abonnements, Jahres- und Semestertickets umgestellt, wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) mitteilte. Aus eigener Kraft könnten der VVS und damit auch seine kommunalen Träger auf keinen Fall ein weiteres vergünstigtes Angebot in der Art des 9-Euro-Tickets finanzieren.

Zum 1. Januar 2023 sollen die Ticketpreise im VVS um 4,9 Prozent erhöht werden. Die Tarifanpassung bleibe deutlich unter der aktuellen Inflationsrate, betonte die Sprecherin.

Beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) ist auch eine Tariferhöhung im Gespräch. «Geplant ist aber noch nichts», betonte ein Sprecher des Verbundes von rund 60 Mobilitätsunternehmen. Die endgültige Entscheidung darüber soll die Versammlung der VRN-Verbundunternehmen im September fällen. Zuletzt hatte der VRN seine Preise gleichmäßig über das ganze Sortiment um drei Prozent erhöht.