Das Landeskriminalamt ermittelt wegen Hunderter gefälschter Impfpässe - es hat auch schon einige Festnahmen gegeben. «Aktuell sind in Baden-Württemberg Verfahren im Zusammenhang mit ge- bzw. verfälschten Impfnachweisen im niedrigen vierstelligen Bereich polizeilich in Bearbeitung», teilte ein LKA-Sprecher auf Anfrage der dpa mit. Genauere Angaben konnte er zunächst nicht machen. Derzeit laufe noch eine statistische Erfassung.

Nach einer Umfrage der «tageszeitung» bei allen deutschen Landeskriminalämtern hat die Polizei bislang tausende Fälle wegen gefälschter Impfpässe bearbeitet. Die Ämter gehen demnach von einer hohen Dunkelziffer aus. In den vergangenen Wochen waren immer wieder neue Fälle von Kriminalität rund um das Impfen bekanntgeworden. So versuchten sich manche, mit gefälschten Impfnachweisen Zutritt etwa zu Restaurants und Kultureinrichtungen zu verschaffen. Für diese waren zuletzt strengere Zugangsregelungen eingeführt worden.

Am Montag war bekannt geworden, dass ein Mannheimer Polizist  im Verdacht steht, einen gefälschten Impfausweis vorgelegt zu haben. Wie die Polizei mitteilte, gab es erste Hinweise auf eine Fälschung des Impfausweises, der zur 3G-Überprüfung am Arbeitsplatz vorgezeigt werden muss. Der Beamte wurde vom Dienst suspendiert.

Anfang Dezember war in Karlsruhe ein Mann festgenommen worden, der 50 mutmaßlich gefälschte Impfausweise mit eingetragenen Corona-Impfungen offenbar verkaufen wollte. Mitte November waren bei einer Razzia in Heidelberg, Karlsruhe sowie in Südhessen und dem Rhein-Main-Gebiet zwölf Verdächtige festgenommen worden. Zwei von ihnen sollen für bis zu 400 Euro das Stück mindestens 300 nachgemachte Impfpässe verkauft haben. Es sollen auch gefälschte QR-Codes gehandelt worden sein.

Wer einen gefälschten Impfausweis nutzt, begeht eine Straftat - darauf machte das LKA jüngst aufmerksam. Bis zu einem Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe sind möglich. Da in den Apotheken täglich gefälschte Impfnachweise vorgelegt würden, um an ein digitales Zertifikat zu kommen, wollen das LKA und der Landesapothekerverband mit Plakaten an Eingängen der Apotheken abschrecken.

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