Wer muss wie lange in Quarantäne, wenn er Kontakt zu einem Corona-Kranken hatte oder selbst infiziert ist? Das regelt die Corona-Verordnung Absonderung in Baden-Württemberg. Ab Mittwoch, 26. Januar, gelten hier neue Regeln, die besonders für Genesene von Bedeutung sind. Was jetzt gilt.

Wie lange muss ich in Quarantäne, wenn ich mit Corona infiziert bin?

Hier ist die Antwort erst einmal klar: Zehn Tage. Und zwar nicht ab Symptombeginn, sondern ab dem Tag des Erstnachweises der Infektion, wie das Land erklärt – die Quarantäne endet also im Normalfall zehn Tage nach dem ersten positiven Test.

Dabei spielt keine Rolle, ob der Erstnachweis per Schnelltest oder PCR-Test erfolgte, wie ein Sprecher des Landessozialministeriums bestätigt. Wer also beispielsweise montags bei einem professionell durchgeführten Schnelltest positiv getestet wird und sich das dienstags per PCR bestätigen lässt, für den laufen die zehn Tage bereits ab Montag. Nicht als Erstnachweis gilt jedoch ein Selbsttest, er muss immer erst offiziell bestätigt werden.

Ob die Delta- oder die Omikron-Variante vorliegt, hat keine Auswirkungen auf die Quarantänedauer.

Kann ich die Quarantäne verkürzen, wenn ich infiziert bin?

Ja – und hier gibt es auch keine Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften, auch das Alter spielt keine Rolle. Jeder kann ab dem siebten Tag seiner Quarantäne mit einem negativen Schnell- oder PCR-Test die Quarantäne beenden. Allerdings stellt das Land jetzt klar: Zuvor muss man 48 Stunden lang symptomfrei sein. Der Test muss von einem professionellen Anbieter durchgeführt werden, ein Selbsttest reicht nicht aus. Zudem muss man eine Bescheinigung über den Test mit sich führen, eine Vorlage stellt das Land zur Verfügung.

Wer in einem Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung arbeitet, kann sich zudem nur mit einem PCR-Test ab dem siebten Tag freitesten lassen. Wer erst nach der regulären Quarantänezeit, also nach zehn Tagen, zurückkommt, unterliegt dieser Pflicht nicht.

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Ich hatte Kontakt mit einem Infizierten – muss ich auch in Quarantäne?

Unbeliebte Antwort, aber: Es kommt drauf an. Keine rechtlichen Verpflichtungen ergeben sich für drei Gruppen: für Geboosterte; für doppelt Geimpfte, deren zweite Impfung mindestens 15 Tage und maximal drei Monate zurückliegt und für Genesene, deren Erkrankungsbeginn mindestens 28 Tage, aber weniger als drei Monate zurückliegt.

Zudem sind nun auch genesene Geimpfte und geimpfte Genesene von der Quarantänepflicht ausgenommen: Wer genesen und mindestens einmal geimpft ist, gilt als geboostert – die Reihenfolge von Infektion und Impfung ist laut Landessozialministerium egal, auch der zeitliche Abstand.

Alle genannten Gruppen müssen selbst bei engstem Kontakt nicht in Quarantäne – außer das Gesundheitsamt ordnet das im Einzelfall an.

Wer nicht geimpft ist, nur einfach geimpft ist oder vor mehr als drei Monaten seine zweite Dosis erhalten hat, muss als Kontaktperson dagegen in Quarantäne. Auch hier gelten grundsätzlich zehn Tage Absonderungspflicht, ebenso ist hier nach sieben Tagen ein Freitesten möglich. Kinder in Schulen oder Kitas dürfen sich bereits nach fünf Tagen freitesten.

Wer gilt überhaupt als Kontaktperson?

Als Kontaktpersonen gelten weniger Menschen, als man es auf den ersten Blick denken könnte. Klar ist es nur in einem Fall: Wer mit der Person im selben Haushalt wohnt, gilt als Kontaktperson. Dabei geht es nicht nur um die Meldeadresse, sondern die „faktische Wohngemeinschaft“, wie es in der Verordnung heißt. Wenn Paare also zusammenwohnen, ohne dass sie an einer gemeinsamen Adresse gemeldet sind, gelten sie dennoch als ein Haushalt. Die Mitbewohner müssen ab dem Moment in Quarantäne, in dem sie von dem Positivbefund beim Mitbewohner erfahren.

Dazu gibt es aber noch sogenannte „enge Kontaktpersonen“, die nicht im gleichen Haushalt wohnen. Diese müssen aber nicht automatisch in Quarantäne, sondern erst, wenn das zuständige Amt sie darüber informiert. Selbst wer also einen ganzen Tag lang mit einer später infizierten Person zusammensaß muss nur dann in Quarantäne, wenn ihn die Behörde darauf verpflichtet. Da eine systematische Kontaktnachverfolgung nicht mehr erfolgt, sind hiervon nur Einzelfälle betroffen.

Was gilt bei der Quarantäne in Baden-Württemberg für Schüler und Kita-Kinder?

Tritt in einer Schulklasse oder Kitagruppe ein Fall auf, greift danach fünf Tage lang eine tägliche Testpflicht – automatisch in Quarantäne muss aber niemand. In Einzelfällen oder bei massivem Infektionsgeschehen kann die zuständige Behörde jedoch Quarantäne für ganze Klassen oder Gruppen aussprechen.