Trotz der massiven Ausschreitungen am vergangenen Wochenende soll am kommenden Samstag, 23. September, eine weitere Eritrea-Veranstaltung in Stuttgart stattfinden. „Es geht auch um die Frage, ob eine Gewalttat das Sagen haben darf“, sagte Johannes Russom vom Verband der eritreischen Vereine in Stuttgart am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

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Der Schutz der Veranstaltung sei eine Aufgabe des Staates. „Er muss als demokratisches Land daran interessiert sein“, sagte Russom. In den vergangenen 40 Jahren habe es derartige Veranstaltungen regelmäßig und ohne Zwischenfälle gegeben.

27 verletzte Polizisten und 228 Festnahmen bei Stuttgarter Eritrea-Veranstaltung

Am Rande einer Veranstaltung von Eritrea-Vereinen war es am Samstag zu heftigen Ausschreitungen in Stuttgart gekommen. Die rund 80 bis 90 Teilnehmer der Veranstaltung stünden dem diktatorischen Regime in Afrika nahe, teilte die Polizei mit. Mehrere Hundert Veranstaltungsgegner hatten sich zum Protest in der Stadt versammelt.

Von der Polizei gesichterte Stöcke und Latten liegen vor der Pressekonferenz zu den Ausschreitungen bei einer Eritrea-Veranstaltung auf ...
Von der Polizei gesichterte Stöcke und Latten liegen vor der Pressekonferenz zu den Ausschreitungen bei einer Eritrea-Veranstaltung auf einem Tisch. | Bild: Andreas Rosar/dpa

Ihnen sei ein Versammlungsort zugewiesen worden, der jedoch abgelehnt worden sei, so die Polizei. Anschließend kam es am Veranstaltungsort, dem Stuttgarter Römerkastell, zu massivem Krawall. Gegner der Veranstaltung griffen Teilnehmer und Polizeibeamte mit teils mit Nägeln bestückten Holzlatten, Metallstangen, Flaschen und Steinen an. Dabei waren 27 Polizisten verletzt worden, 228 Menschen wurden kurzzeitig festgenommen, einer davon sitzt in Haft. Stuttgarts Polizeivizepräsident Carsten Höfler sprach von einem „Gewaltexzess“.

Strobl will sich über Einsatz zu Krawall in Stuttgart informieren

Landesinnenminister Thomas Strobl will an diesem am Montag mit Stuttgarter Polizisten sprechen und sich über den Einsatz informieren. Gemeinsam mit Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz will der CDU-Politiker um die Mittagszeit das Polizeipräsidium Stuttgart besuchen, wie die Landesregierung am Sonntag mitteilte. Dort wolle Strobl mit der Polizeiführung und Polizisten über die Ausschreitungen sprechen und sich nach dem Gesundheitszustand der verletzten Beamten erkundigen. Am Dienstag werde er zudem das Kabinett informieren. Strobl hatte zudem angeboten, am Mittwoch dem Innenausschuss des Landtags über die Ereignisse zu berichten. (dpa)