Eine Belohnung von 3000 Euro soll dabei helfen, den Mord ohne Leiche auf der Höri endlich aufzuklären. Seit Juni 2019 wird ein 51-Jähriger aus Gaienhofen-Hemmenhofen vermisst. Die Staatsanwaltschaft geht nach wie vor davon aus, dass der Mann getötet wurde.

Die Kriminalpolizei Rottweil arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung – bislang ohne Erfolg. Doch nicht nur in der ältesten Stadt Baden-Württembergs beschäftigt man sich mit dem mutmaßlichen Verbrechen.

Sonderkommission „Hase“ mit Erfolg

Auch in Krefeld, Nordrhein-Westfalen, sucht man nach Spuren. Und genau dort hat die Sonderkommission „Hase“ der Staatsanwaltschaft Konstanz zufolge jetzt Grund zur Hoffnung.

Ein verpixeltes Bild des Vermissten. | Bild: Küster, Sebastian

Warum? Schmuckstücke und Wertsachen, die verkauft wurden, sollen „möglicherweise“ einen Bezug zum Mordfall ohne Leiche haben. In Krefeld mache man deshalb nun mit einer Flugblattaktion auf diesen Fall aufmerksam. So versuchen die Ermittler den Verkäufer der Schmuckstücke und damit Hinweise auf den Mörder zu finden.

Ob auch in der Region neue Ermittlungsmethoden zum Einsatz kommen könnten, wieso gerade jetzt und nicht schon früher die Belohnung ausgesetzt wurde, bleibt unklar. Die Konstanzer Staatsanwaltschaft wollte auf Nachfrage des SÜDKURIER keine weiteren Details nennen.

Stammt der Schmuck vom Tatort?

Überblickt man die zweieinhalbjährige Ermittlungshistorie, fällt auf, dass Krefeld schon immer eine besondere Rolle einnahm. SÜDKURIER-Recherchen zeigten: Die Schwester und ihr Schwager stehen im Verdacht, den 51-Jährigen umgebracht zu haben. Beide leben seit Jahrzehnten in Krefeld.

Polizeiautos stehen bei der Suchaktion im November 2019 an einem Weg.
Polizeiautos stehen bei der Suchaktion im November 2019 an einem Weg. | Bild: Küster

Der SÜDKURIER fand auch heraus, dass die Krefelder – wenn sie für den mutmaßlichen Mord tatsächlich verantwortlich sind – aus Geldgier getötet haben könnten. Nachbarn und Vertraute des 51-Jährigen bestätigten, dass die Schwester und der Schwager kurz vor der Tat in Gaienhofen gesehen worden seien. Das sei untypisch. Denn die Schwester habe sich seit Jahren nicht mehr am Bodensee blicken lassen.

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Angeblich soll sie von ihrem Bruder Geld aus dem gemeinsamen Erbe gefordert haben. Als sie herausgefunden haben soll, dass ihr Bruder das Vermögen ganz allein ausgegeben haben soll, hätte die Schwester und der Schwager rot gesehen und den 51-Jährigen umgebracht, so die unbestätigten Zeugenaussagen.

Dass der Schmuck, den die Staatsanwaltschaft erwähnt, nach der Tat vom Tatort mitgenommen wurde und die mutmaßlichen Täter ihn in Krefeld veräußerten, wäre also denkbar.

 

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