Wegen der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg sind die meisten der elf Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt worden. Das vom Landgericht am Donnerstag verhängte Strafmaß reicht bis zu fünf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe.

Der Prozess lief seit Juni 2019.  Angeklagt vor dem Landgericht Freiburg waren elf Männer, die zur Tatzeit zwischen 18 und 30 Jahre alt waren. Die meisten Angeklagten sind Flüchtlinge: Acht Syrer, zwei aus dem Irak und aus Algerien stammende Männer sowie ein Deutscher ohne Migrationshintergrund.

Beschuldigte bestritten Vorwürfe oder schwiegen

Ihnen wurde vorgeworfen, die 18-Jährige Mitte Oktober 2018 nachts vor einer Disco in Freiburg in einem Gebüsch vergewaltigt oder ihr nicht geholfen zu haben. Vor Gericht bestritten sie dies oder schwiegen zu den Vorwürfen. 

Nacheinander und auch gleichzeitig haben die Männer nach Überzeugung des Gerichts die Frau vergewaltigt. Zweieinhalb Stunden soll es gedauert haben, bis die die Täter von ihrem Opfer abließen. Als die 18-Jährige vor der Disco zu sich kam, soll ihr einer der Mittäter geholfen haben. Von mehreren Angeklagten sind später DNA-Spuren an der jungen Frau gefunden worden.

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Die Staatsanwaltschaft hatte für acht Beschuldigte, die schon während des Prozesses in Haft saßen, mehrjährige Freiheits- sowie Jugendstrafen gefordert. Für zwei weitere Angeklagte forderte die Anklagebehörde wegen unterlassener Hilfeleistung Bewährungsstrafen, bei einem weiteren Mann plädierte sie auf Freispruch. Die Verteidiger forderten Freisprüche.

Das sind die Urteile 

Der Hauptangeklagte Majd H. wird wegen Vergewaltigung zu fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er war es, der nach Sicht des Gerichts die damals 18-Jährige als Erster vergewaltigte und anschließend Freunde und Bekannte auf die wehrlose Frau hinwies, die er im Gebüsch zurückgelassen hatte.

Alaa A., der dem Opfer Ecstasypillen verkaufte und sich als zweiter an ihr vergangen haben soll, wird wegen Vergewaltigung und Drogenhandel mit vier Jahren und drei Monaten bestraft.

Der Deutsche Timo P. wird mit vier Jahren bestraft wegen Vergewaltigung. Jekar D. muss drei Jahre und sechs Monate Gefängnis absitzen, Mustafa I. drei Jahre und sechs Monate. Ahmed A. wird wegen Vergewaltigung und Drogenhandels zu einer Jugendstrafe von drei Jahren verurteilt, Mohamed H. bekommt ebenfalls eine Jugendstrafe von drei Jahren. Yahia H. wird wegen sexuellen Übergriffs zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Kosai A. muss wegen unterlassener Hilfeleistung vier Monate verbüßen. Wegen der langen Untersuchungshaft gilt die Strafe als abgegolten.

Aiham A. bekommt ebenfalls sechs Monate, diese sind zur Bewährung ausgesetzt. Muhammad M. wird wegen unerlaubten Erwerbs von Drogen und Urteilen aus 2018 und 2019 zu einer Jugendstrafe von elf Monaten verurteilt. Der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung wurde fallen gelassen.

SÜDKURIER-Reporterin Mirjam Moll hat den Prozess seit Beginn verfolgt und war auch bei der Urteilsverkündung heute vor Ort. Ihre ausführliche Einschätzung des Urteils lesen Sie im Laufe des Tages auf www.suedkurier.de.