Große Berge, kleines Land: Mehr als die Hälfte der 82 Viertausender der Alpen liegen in der Schweiz! Wer beim Wandern auf der Suche nach Superlativen ist, ist hier also genau richtig aufgehoben. Vor allem in den Walliser Alpen geht es auf 41 Gipfeln hoch hinaus Richtung Himmel. Doch auch die weniger hohen Berge sind mehr als nur einen Abstecher wert. Deshalb lohnt sich der mehrtägige Wanderurlaub in der Schweiz. In diesem Beitrag haben wir viele relevante Informationen dafür zusammengetragen.

  • Die beliebtesten Wanderregionen in der Schweiz
  • Wanderurlaub in den Schweizer Alpen
  • Wanderurlaub im Schweizer Sommer
  • Wanderurlaub in der Schweiz mit Kindern
  • Wanderwochenenden in den Schweizer Bergen
  • Praktische Tipps für den Wanderurlaub

Die beliebtesten Wanderregionen in der Schweiz

Bei 60.000 Kilometern einheitlich ausgeschilderten Wanderwegen in atemberaubenden Berglandschaften ist es eine Herausforderung, die beliebtesten Wanderregionen in der Schweiz zu küren. Jede einzelne Region hat Touren durch grandiose Schluchten, Wege entlang von Flüssen und Seen und jede Menge Naturphänomene zu bieten. Hinzu kommt, dass jeder Wanderer andere Vorlieben und Ansprüche hat und deswegen eine andere Region ganz nach oben auf das Siegertreppchen stellen würde. Trotzdem haben wir drei Wandergebiete in der Schweiz ausgewählt, die ganz besonders beliebt sind.

Berner Oberland

Eiger, Mönch und Jungfrau sind als Berggipfel des Berner Oberlandes weltweit bekannt. Größtenteils im Kanton Bern gelegen, bietet es neben atemberaubenden (und berühmten) Berglandschaften auch grandiose Seenwelten, grüne Bergwiesen, schmucke Dörfer und Städte. Tatsächlich zählt der südliche, in den Alpen gelegene Bereich des Kantons zu den schönsten Landschaften Europas. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass diese Schweizer Region zu den beliebtesten in Sachen Wanderungen gehört. Egal, ob das Ziel der Blausee, das Brienzer Rothorn oder der Oeschinensee ist – schöne Routen gibt es zahllos.

Wallis

Die Walliser Alpen zählen zu den mächtigsten und höchsten Bergmassiven der Alpen. Wer hier nicht wandern geht, ist selbst schuld. Im Südwesten der Schweiz gelegen und flächenmäßig der drittgrößte Kanton des Landes, beherbergt diese Wanderregion mit der 4634 Meter hohe Dufourspitze nicht nur den höchsten Berg der Schweiz, sondern mit dem Matterhorn und seinen 4478 Metern auch den berühmtesten. Und noch einen Superlativ hat das Wallis zu bieten: Der höchste Wandergipfel ist hier zuhause, das 3610 Meter hohe Äußere Barrhorn. Wandern im hochalpinen Geländer oder gar Gletschertouren sind hier 365 Tage im Jahr möglich. Die Gletschertour auf dem Bruneggletscher, der Höhenweg Panorama 4000 oder die Route über den Tseuziner Stausee und entlang der Bisse du Ro gehören zu den schönsten Touren. Und das bei wunderbar angenehmem Klima: In den Tälern des Wallis ist es wegen der Schutzwand der riesigen Berge so warm, dass hier sogar Kakteen wachsen! Auch, wer lieber einfach über saftige Bergwiesen, durch duftende Lärchenwälder, über Hängebrücken, auf Säumerwegen und Weinpfaden unterwegs ist, wird hier fündig.

Lago Maggiore

Was die Bergwelt angeht, so mag es in der Schweiz spannendere Regionen geben. Doch was das Lebensgefühl angeht, sind die Wanderungen rund um den Lago Maggiore in der italienischen Schweiz kaum zu toppen. Hier herrscht Dolce Vita. Die Nähe zu Italien ist hier auf jedem Meter zu spüren, erst recht, wenn der Blick über den See unten im Tal schweift. Ähnlich beeindruckend sind Wanderungen im idyllischen Verzasca- oder Maggiatal, wobei es hier durchaus auch alpin zugehen kann. Und auch die Region rund um die Städte Locarno und Ascona hat viele variantenreiche Wandergebiete für jeden Geschmack zu bieten.

Wanderurlaub in den Schweizer Alpen

Viele Erholungssuchende denken beim Thema „Urlaub“ erst einmal an Palmen, Strand und Meer. Dabei ist es mindestens so erholsam, sich an der frischen Luft in der meditativen Ruhe eines Bergmassivs zu bewegen, wie tiefenentspannt an der italienischen Riviera zu liegen.

  • Mehr als die Hälfte der 82 Viertausender der Alpen stehen hier.
  • Viele Bergbahnen erleichtern den Aufstieg auf den Berg.
  • Unzählige Panoramawege wie der von der Schynige Platte zum Faulhorn im Berner Oberland mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau tragen ihren Namen völlig zurecht.
  • Tagsüber Wandern und abends in Spitzenrestaurants speisen oder in Wellnesstempeln entspannen ist hier möglich.
  • Spannende Metropolen wie Zürich, Bern, Basel & Co. sind nie wirklich weit entfernt. Für große Distanzen ist das Land einfach zu klein.

Wanderurlaub im Schweizer Sommer

Wenn das Thermometer hoch und höher steigt, ist es Zeit für einen Wanderurlaub im Schweizer Sommer. Denn mitunter sind die Zeitfenster, in denen einige der alpinen Touren gefahrlos begangen werden können, recht kurz. Also heißt es: Wanderrucksack gepackt, Wanderschuhe geschnürt und ab in die Berge! Alles, was an Bergen in der Schweiz Rang und Namen hat, steht jetzt für Wanderer bereit – entweder, um selbst bewandert zu werden, oder aber, um auf Panoramawanderungen auf den Höhenwegen mit respektvollem Abstand bewundert zu werden. Die Alpen sind geöffnet und der aktiven Erholung in weitgehend unberührter Natur steht nichts im Wege.

Berner Oberland

Seit Jahrhunderten wird Kandersteg, ein hochalpines Bergdorf im Berner Oberland, als Ferienziel geschätzt. Kein Wunder, ist es doch von hohem Fels umringt und wirkt dennoch offen und weit. Die Wanderung im Sommer vom Sunnbüel oberhalb des Ortes hinauf zum Gemmipass gehört definitiv zu den schönsten Touren, die die Schweiz zu bieten hat. Und das liegt nicht nur daran, dass sie freien Blick auf die Walliser Alpen gewährt. Wanderer sind hier auf dem uralten Säumerweg unterwegs, den schon die Römer kannten. Dieser einst meistbegangene Pass der Alpen verbindet die Kantone Bern und Wallis und hat mit dem Berghotel Schwarenbach, einem der ältesten Gasthäuser des alpinen Wallis, ein echtes Pausen-Highlight zu bieten.

Tessin

Italien fühlen, aber in der Schweiz bleiben? Bei einer Wanderung im Sommer im Tessin ist das möglich! So führt zum Beispiel eine genussvolle Höhenwanderung vom Luganer Hausberg San Salvatore bis ins kleine Küstenstädtchen Morcote. Mehr Tessin in drei Stunden geht nicht. Weitblick, Künstlerflair und Genuss vereinen sich hier zu einer Mischung, die das Wandererherz höherschlagen lässt. Der Azaleen-Park „Parco San Grato“ liegt ebenso auf dem Weg wie Kastanienwälder und rustikale Grotti. Nach drei Stunden ist die Wanderung leider schon vorbei. Doch die Trauer ist nur kurz, denn es gibt noch viel zu tun: Mehr als 940 Kilometer Wanderwege durchziehen die Region Lugano, die meisten von ihnen sind gesegnet mit abwechslungsreichen Landschaften, durch die sie führen. Anfänger und ambitionierte Wanderer kommen gleichermaßen bei einem atemberaubenden Panorama voll auf ihre Kosten.

Appenzellerland

Wer nie im Berggasthaus Äscher im Appenzellerland war, der hat in Sachen „schönste Wanderungen in der Schweiz“ definitiv etwas verpasst! Vom renommierten Reiseverlag „National Geographic“ zu einem der schönsten Orte der Welt gekürt, sollte das Gasthaus im Kanton Appenzell Innerrhoden auf jeden Fall auf der To-do-Liste für den nächsten Wanderurlaub stehen. Das urige Haus, das sich an einen Felsüberhang schmiegt, lässt sich von Wasserauen im Tal in drei Stunden zu Fuß erreichen. Unterhalb der Ebenalp wurde es schon 1846 in eine der Höhlen des Wildkirchli entlang des Weges nach Äscher gebaut. Es ist damit eines der ältesten Schweizer Berggasthäuser der Schweiz. Das heutige Gebäude wurde 1860 anstelle einer Felsunterkunft für eremitisch lebenden Mönche errichtet.

Wanderurlaub in der Schweiz mit Kindern

Wer mit der ganzen Familie einen Wanderurlaub in der Schweiz plant, tut gut daran, Rücksicht zu nehmen auf die Gruppenmitgliedern mit den kürzesten Beinen. Denn sie geben Tempo und Entfernung vor, wenn es um Wanderungen in den Alpen geht. Kinder, die mit der Steigung oder den Strecken überfordert sind, haben keinen Spaß am Unterwegssein und werden das auch lauthals kundtun, so dass auch die Erwachsenen um die Freude an der Bewegung in der unberührten Natur gebracht werden. Da trifft es sich hervorragend, dass in den Bergen in der Schweiz jede Menge Themenwege, Erlebniswege und familienfreundliche Wanderwege zur Verfügung stehen, die Groß und Klein gleichermaßen zur Bewegung animieren. Selbst für Kinderwagen sind geeignete Strecken dabei, so dass selbst die Jüngsten mit von der Partie sein können.

Tipp: Wenn abends ein schönes Ferienhaus mitten in den Schweizer Bergen als Ziel wartet, wo gemeinsam gekocht, gegessen, gespielt und anschließend ausgeruht wird – anstatt einem Domizil, das erst noch mit dem Auto angefahren werden muss – sammelt viele Pluspunkte bei den Wanderern mit den kürzeren Beinen.

Hier einige praxiserprobte kindertaugliche Wanderungen in den Schweizer Bergen:

„Fix zeigt dir seine Welt“ im Kanton Graubünden (H3)

Im Schweizer Sommer lockt in Pontresina in Graubünden eine ganz besondere Wanderung ins Val Roseg: Zusammen mit dem ortskundigen Fuchs Fix werden Kinder und ihre Eltern während der rund zweistündigen Tour auf Schritt und Tritt in die Geheimnisse des Waldes eingeweiht und lernen Fix und seine Freunde kennen. Entlang des Erlebnisweges Val Roseg sind zehn Stempelstationen verteilt. Hier erklären Fix und seine Freunde den Kindern mehr über Wald, Tiere, Jagd und vieles andere mehr. Zudem erfahren Kinder mehr über die Schönheiten seines Tales und alles, was man darin erschnüffeln, hören und sehen kann. Besonderer Clou: Der schlaue Fuchs hat den kleinen Wanderern auf dem Weg noch eine Fährte gelegt. Kinder, die ihr folgen, erhalten am Ende eine Überraschung. Die Schnitzeljagd startet beim Bahnhof Pontresina und führt durch das Val Roseg bis zum Ende des Morteratsch-Gletschers. Die Schnitzeljagd dauert insgesamt rund zwei Stunden und ist für Kinder von 5 bis 12 Jahren geeignet.

„Thurgauer Fabelweg“ im Kanton Thurgau

Es ist gar nicht so einfach, Wanderer verschiedenen Alters und unterschiedlicher Kondition für einen gemeinsamen Weg zu begeistern. Doch dem Thurgauer Fabelweg zwischen Steckborn und Ermatingen gelingt das! Der aussichtsreiche Höhenweg kombiniert auf leichten elf Kilometern schönsten Naturgenuss mit fabelhaftem Märchenvergnügen. Insgesamt 18 Stationen entführen zwischen den beiden schmucken Fischerorten am Südufer des Bodensees in die Welt der Fabeln. Drei Stunden Zeit sollten Familien einplanen, unter anderem deshalb, weil auf dem Weg spektakuläre Aussichten auf die Bodenseeregion genossen werden wollen. Immer mit dabei: Meister Petz, Meister Lampe und viele andere gefiederte oder pelzige Fabeltiere, die auf den 18 Tafeln des Fabelparcours mit ihren Geschichten vorgestellt werden. Ergänzend zu den Erzählungen berühmter Schriftsteller wie Aesop, Jean de La Fontaine oder Gotthold Ephraim Lessing gibt‘s jede Menge passende Quizfragen und Anregungen für Spiele. Kleine Wissenshäppchen sorgen für Aha-Erlebnisse ganz im Sinne der alten Fabeldichter. Wer weiß schon aus dem Stehgreif, dass ein „glückliches“ Huhn etwa 250 Eier pro Jahr legt oder dass es in der Schweiz eine heimische Schildkrötenart – die Europäische Sumpfschildkröte – gibt? Und wen so viel Lernen hungrig macht, der freut sich auf die Grill- und Picknickplätze, die ebenfalls in den Weg integriert sind und allen Wanderern zur Verfügung stehen.

„Glögglifroschweg“ im Kanton Luzern

Auf dem Glögglifroschweg in Eich am Sempachersee dreht sich alles um die vom Aussterben bedrohte Geburtshelferkröte, von den Schweizern auch Glögglifrosch genannt wird. Die gefährdete Geburtshelferkröte ist entlang des Glögglifroschweges beheimatet und erfreut sich ganz neuer Aufmerksamkeit. Vom März bis August sind seine glockenartigen Rufe abends gut zu hören. Der Einstieg in die Wanderung befindet sich beim Dorfweiher unterhalb der Pfarrkirche von Eich und ist mit hölzernen Wegweisern ausgeschildert. Der Lehrpfad für Groß und Klein informiert auf anschauliche Weise über diese Tierart und lädt auf Sitzbänken entlang des Pfades zum Verweilen ein. Die Informationstafeln stellen alles Wissenswerte rund um die Geburtshelferkröte dar. Entlang des Weges bestückt mit vielen kleinen Stegen und Brücken finden sich Holzfiguren einheimischer Tiere, insbesondere natürlich auch Frösche. Diese sind aus groben Baumstümpfen gehauen worden und bestechen vor allem mit viel liebevoller Treue zum Detail.

Wanderwochenenden in den Schweizer Bergen

Es muss nicht immer gleich die große zweiwöchige Auszeit sein, um in den Wandergenuss in der Schweiz zu kommen. Auch ein Kurzurlaub oder ein Wanderwochenende in den Alpen sind hervorragende Möglichkeiten, um einmal so richtig vom Alltag abzuschalten und Körper und Seele etwas Gutes zu tun. Bei so viel aktiver Erholung in unberührter Natur kommen einem zwei oder drei Tage ohnehin so lang vor wie zwei oder drei Wochen.

Wir haben drei der schönsten Zweitagestouren in den Schweizer Alpen zusammengestellt:

Greina Hochebene im Kanton Tessin

Die Greina gilt als eine der schönsten und größten Hochebenen der Schweiz. Eine 2-Tages-Wanderung mit Übernachtung in der Terrihütte ist ein unvergessliches Erlebnis. Die erste Etappe der Wanderung beginnt in Vrin/Puzzatsch. Nach einem kurzen Stück auf der Naturstrasse schlängelt sich der Pfad, vorbei an den Alpstallungen der Tegia Sut, hinauf zum Pass Diesrut. Steilere Abschnitte wechseln sich mit langgezogenen Anstiegen ab. Kurz nach der Passhöhe öffnet sich der Blick auf die weite Ebene der Greina mit dem mäandrierenden Fluss. Nachdem Abstieg in die Ebene führt der Wanderweg über die Hängebrücke über den Rein da Sumvitg. Das Überqueren der 65 Meter langen und 40 Meter hohen Brücke ist sicherlich ein Highlight dieser Wanderung. Nach der Brücke führt ein Pfad weiter zur Terrihütte. Nach einem stärkenden Frühstück führt am zweiten Tag der Weg über den Crest la Greina nach Runcahez. Der Abstieg ist etwas anspruchsvoller, doch die Mühe wird belohnt von einer wunderschönen, sehr abwechslungsreichen Landschaft. An mehreren felsigen Passagen ist der Weg mit Ketten gesichert. Im Talboden angekommen folgt der Weg dem Rein da Sumvitg bis zur Alp da Tenigia. Nach dem Überqueren der Brücke führt ein Schotterweg zum Stausee in Runcahez, wo sich die Bushaltestelle befindet.

Vom Wallis ins Berner Oberland

Zugegeben, diese Tour hat es in sich und ist nur für Wanderer mit Kondition geeignet. Doch die 21 Kilometer, verteilt auf zwei Wandertage, lohnen sich. Sie führen mit Rhonetal, Lötschental und Gasterntal durch drei Täler und mit Resti- und Lötschenpass über zwei Pässe. Für die Übernachtung bietet sich die Kummenalp an, aber auch die Lötschenpasshütte oder die Gfelalp. Zu Fuß vom Wallis ins Berner Oberland – wer kann schon von sich behaupten, dass er diese Anstrengung gemeistert hat? Start ist an der Seilbahn-Bergstation Rinderhütte oberhalb von Leukerbad. Von hier geht es mit einem atemberaubenden Blick ins Rhonetal Richtung Restipass. Von oben bietet sich ein Ausblick ins Lötschental und auf den imposanten Bietschorn, der beeindruckend ist. Von hier ist es nicht weit bis zur Restialp, dem kleinesten Restaurant im Kanton Wallis. Nächstes Ziel: Kummenalp, wo Doppelzimmer oder Matratzenlager zur Auswahl stehen. Am nächsten Morgen geht es hoch hinauf zum Stiersturz. Augen auf! Hier sind oft Steinböcke zu sehen. Auf dem Hochplateau wartet die Lötschenpasshütte mit leckeren Speisen für eine ausgedehnte Pause. Die brauchen Wanderer auch, bevor sie zum Lötschegletscher steil am Felsen absteigen. Kletterei, Trittfestigkeit und Schwindelfreiheit sind hier gefragt, bevor es über die Gletschermoräne weiter bergab geht. Eis und Gletscherbäche machen diese Passage zu einer Herausforderung, die einiges an Konzentration verlangt. Vorbei an vielen Wasserfällen führt die Wanderung und über die Hängebrücke über die Kander, bevor sie im Gasteretal endet.

Über die Blüemlisalp im Kanton Bern

Bei dieser Wanderung handelt es sich um einen absoluten Klassiker, denn sie vermittelt einen atemberaubenden Einblick in die Gletscherwelt an der Nordflanke der Blüemlisalp und in das UNESCO-Welterbe. Die Blüemlisalp im Kanton Bern ist ein Paradies für Wanderer, Familien, Alpinisten und Kletterer. Der Kontrast aus steilem Fels, rauem Gletscher und saftig, grünen Alpwiesen macht den besonderen Reiz diese Bergmassivs in den Berner Alpen aus. Die Zweitagestour startet am sagenumwobenen Oeschinensee, der schon an sich einen ausgedehnten Aufenthalt wert ist. Doch weil der Weg noch weit ist, sollten sich Wanderer schnell von seiner Pracht losreißen und weitergehen Richtung Oberbärgli. Über die langgezogene Seitenmoräne des Blümlisalpgletschers geht es über die Schutthalden am Südhang des Schwarzhorns weiter. Oberhalb der Passhöhe steht die Blümlisalphütte mit Nachtlager und Verpflegung vor den blendend weißen Gipfeln des Bergmassivs bereit. Der Abstieg auf die Kientaler Seite ist steil und verlangt Konzentration, bis die Oberi Bundalp erreicht ist und bodenständige Kost aus dem eigenen, biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieb lockt. Ein breiter Alpweg führt ab der Underi Bundalp durch Wald und Weide bis zur Bushaltestelle.

Praktische Tipps für den Wanderurlaub

Damit ein Wanderurlaub in den Alpen der Schweiz auch wirklich den Genuss bringt, den sich Wanderer von ihm wünschen, lohnt es sich, ein paar praktische Tipps zu berücksichtigen. Diese gelten natürlich nicht nur in den Kantonen der Eidgenossenschaft, sondern in jedem Wandergebiet.

Geeignetes Schuhwerk: Robuste Wanderschuhe sind selbst auf leichten Wanderungen eine gute Wahl. Sie geben nicht nur guten Halt und bieten Schutz gegen die Unebenheiten des Weges, sondern schützen auch vor Gefahren wie Zeckenbissen und Schnittwunden durch Steine.

Wettergerechte Kleidung: Egal, was der Wetterbericht sagt, beim Wandern sollte immer funktionale Kleidung zum Einsatz kommen. Dazu gehören neben einer Funktionsjacke, die vor Wind und Regen schützt, ein leichter Fleecepullover, eine lockere Stoffhose sowie eine Mütze, die vor Sonne und vor Regen Schutz bietet.

Ergonomisch geformter Rucksack: Der falsche Rucksack kann eine Bergtour vermasseln, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Unangenehme Druckstellen oder Rückenschmerzen stellen sich schneller ein, als der erste Berggasthof erreicht ist. Sich im Vorfeld im Fachhandel beraten zu lassen, lohnt sich.

Ausreichend Wasser: Die beste Kleidung am Berg hilft nichts, wenn der Wanderer dehydriert am Gipfel ankommt und keinen Schritt mehr tun kann. Wasser ist das A und O am Berg. Eine gute Faustregel besagt, dass pro Wandertag mit drei Litern Flüssigkeitsbedarf gerechnet werden sollte.

Regionale Wanderkarte: In Zeiten von Smartphone und Co. werden herkömmliche Wanderkarten aus Papier gern belächelt. Doch im Gegensatz zu ihren elektronischen Pendants, die den Dienst versagen, sobald der Akku alle ist, lassen sie sich rund um die Uhr nutzen und geben wertvolle Hinweise darauf, wohin der Weg als nächstes führt.

Erste-Hilfe-Set: Selbst versierte Wanderer können sich unterwegs verletzen, deswegen tragen sie immer ein Erste-Hilfe-Set bei sich. Und selbst, wenn sie es nicht für sich selbst brauchen, können sie damit anderen einen wertvollen Dienst erweisen. Und selbst den Profis passiert es immer wieder mal, dass sie sich eine Blase laufen.

Sonnenbrille und -creme: Es mag kalt und windig sein auf dem Gletscher, doch die Sonne brennt unerbittlich von oben auf die Wanderer herab. Die UV-Strahlung ist in der Höhe wesentlich intensiver als unten im Tal und sollte deshalb nie unterschätzt werden.