Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche eine „dringende Empfehlung“ zum Tragen von Masken ausgesprochen – in Baden-Württemberg wird aus dieser Empfehlung nun eine Pflicht. Ab Montag, 27. April, müssen alle Bürger beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr Mund und Nase bedecken, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das sei mit einem einfachen Mundschutz und auch mit einem Tuch oder Schal möglich, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag bei der Landespressekonferenz in Stuttgart. Medizinischer Mundschutz solle medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

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Warum ist die Maskenpflicht sinnvoll?

Wenn sich jeder schützt, sind alle geschützt: Das Tragen einer Maske bewahrt einen nicht vor einer Ansteckung mit Covid-19, aber es hilft dabei, andere zu schützen – indirekt bedeutet das letztlich auch Eigenschutz. Außerdem sind die Masken notwendig, um einen weiteren Shutdown zu vermeiden und ein kleines Stück Normalität zurückzugewinnen. Das sind nur zwei von fünf Argumenten, mit denen SÜDKURIER-Politikredakteurin Angelika Wohlfrom erklärt, warum die Maskenpflicht sinnvoll ist.

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Was man über den Mundschutz wissen sollte

Damit die Masken ihren Zweck erfüllen, sollte man einige Dinge beachten: Vor dem Anziehen die Hände waschen, den Mundschutz regelmäßig reinigen und darauf achten, dass der Stoff möglichst eng an den Wangen anliegt. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist zwar vor allem ein Fremd- und kein Selbstschutz, kann aber dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

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Mit welcher Maske schütze ich mich am besten vor Corona?

Schutzmaske ist nicht gleich Schutzmaske. Ein Mund-Nasen-Schutz, den sich mit ein bisschen Geschick jeder selbst basteln kann, wirkt anders als eine Filtergesichtsmaske. Experten erklären, welche Bedeckung für wen sinnvoll ist und worauf man bei der Wahl des Mundschutzes achten sollte.

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Mundschutz einfach selbst basteln – so geht‘s

Serviette, Baumwollfaden und Tacker: Wer diese drei Dinge zu Hause hat, kann sich im Handumdrehen einen Mundschutz selbst basteln. Wie das funktioniert, zeigt ein Konstanzer Tierarzt hier in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Serviette, Faden und Tacker: Mehr braucht es für eine einfache Maske nicht.
Serviette, Faden und Tacker: Mehr braucht es für eine einfache Maske nicht. | Bild: Andreas Schuler

Wer etwas mehr Zeit, einige Stücke Stoff und eine Nähmaschine hat, kann sich auch einen wiederverwendbaren Mundschutz selbst nähen. Gudrun Becker aus Hüfingen zeigt in vielen Bildern, worauf man dabei achten muss.

Und auch Christine Heimpel, Grünen-Gemeinderätin in Friedrichshafen, hat sich für den SÜDKURIER an die Nähmaschine gesetzt. Sie zeigt ebenfalls, wie sich eine Behelfsmaske in Eigenregie herstellen lässt - in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Videos.

Christine Heimpel, Grünen-Gemeinderätin in Friedrichshafen, hat sich für uns an die Nähmaschine gesetzt.
Christine Heimpel, Grünen-Gemeinderätin in Friedrichshafen, hat sich für uns an die Nähmaschine gesetzt. | Bild: Lena Reiner

Einfache Mund-Nasen-Masken lassen sich auch aus den verschiedensten Alltagsgegenständen herstellen – zum Beispiel aus einem T-Shirt und einer Küchenrolle. Das geht in wenigen Minuten und ganz ohne Nähen. Eine Anleitung finden SÜDKURIER-Abonnenten auf meinSK.

SÜDKURIER-Abonnenten finden in der Ideenbox von meinSK eine Masken-Anleitung zum Herunterladen.
SÜDKURIER-Abonnenten finden in der Ideenbox von meinSK eine Masken-Anleitung zum Herunterladen. | Bild: meinSK

Sind Masken für Kinder gefährlich und woher bekommt man welche, wenn man sie nicht selbst herstellen kann?

In sozialen Medien kursiert die Behauptung, dass das Tragen von Atemschutzmasken für Kinder gefährlich sei – das verunsichert derzeit viele Eltern. Doch ist die Sorge überhaupt berechtigt? Nein, sagt ein Kinder- und Jugendarzt und gibt Entwarnung. Die einfache und oft selbst genähte Mund-Nasen-Abdeckung sei auch für die Kleinen unbedenklich. Doch woher bekommt man Masken, wenn man sie nicht selbst herstellen kann? Was passiert, wenn man sich nicht an die Tragepflicht hält? Und wie genau soll das eigentlich kontrolliert werden? Zu dem Thema sind noch viele Fragen offen – wir beantworten sie.

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Städte rufen ihre Bürger zum Nähen auf

Schon bevor am Dienstagvormittag eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg beschlossen wurde, haben einige Städte ihre Bürger dazu aufgerufen, Behelfsmasken anzufertigen. So bittet zum Beispiel die Stadtverwaltung Radolfzell die Menschen, Mundschutze zu nähen und diese auch an andere zu verschenken. Auch in St. Georgen hat die Stadtverwaltung so einen Aufruf gestartet – dort soll das Einsammeln und die Verteilung der Masken jedoch zentral im Bürger- und Familienzentrum Wirkstatt gesteuert werden.

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