Für die Ermittler endet eine tagelange Fahndung – für einen Ort im Schwarzwald ein Alptraum. Der Mann, der vier Polizisten entwaffnet hatte und geflohen war, ist gefasst. Spezialkräfte finden ihn sitzend in einem Gebüsch – vor sich vier Waffen. Was geschah und wie es zu der Festnahme kam, haben wir hier zusammengefasst. 

Die Entwicklungen im Live-Ticker können Sie im Folgenden nachlesen.

20.40 Uhr: Polizei hat bei ihm fünf Waffen gefunden

Bei der Festnahme des gesuchten 31-Jährigen hat die Polizei fünf Waffen gefunden. Man habe „die vier Polizeiwaffen und eine zusätzliche Pistole gefunden“, sagte Einsatzleiter Jürgen Rieger. Die Untersuchung der fünften Waffe laufe noch. Daher mache er „keine Aussage zu Art und Gefährlichkeit der Waffe“, sagte Rieger. Der Gesuchte wurde gegen 17.15 Uhr festgenommen. Ihm wird besonders schwere räuberische Erpressung vorgeworfen.

20.25 Uhr: Das sagt der Bürgermeister von Oppenau

Der Bürgermeister von Oppenau, Uwe Gaiser, ist froh, dass die Ausnahmesituation nun beendet ist. Viele Bürger seien in dieser Woche verängstigt gewesen. Nun gehöre der Wald wieder den Bürgern von Oppenau und den Tagestouristen, die nun wieder erwartet werden. „Hoffentlich aber nicht alle auf einmal“, so der Bürgermeister.

20.20 Uhr: Wie geht es nun weiter?

Die Festnahme sei laut Behörden nur ein Zwischenschritt der Ermittlungen. Der ausgestellte Haftbefehl wird morgen vor einem Haftrichter eröffnet, der dann über das weitere Vorgehen entscheidet. Auch die Ermittlungen im persönlichen Bereich werden weiter gehen. Der Beschuldigte wird im Anschluss ausführlich vernommen werden, sobald ihm ein Verteidiger zugeordnet wird. Zudem wird dem Täter eine Blutprobe entnommen, auch ein psychologisches Gutachten steht aus. Dies sei aufgrund des „Schwergewichts der Tat“ und der Vorgeschichte des Mannes nötig, sagt Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer.

20.05 Uhr: So lief die Festnahme ab

Die Polizei gibt bei der Pressekonferenz in Oppenau weitere Details der Festnahme bekannt: Am Freitagnachmittag erhielt die Polizei Zeugenhinweise auf eine Person, die dem Täterprofil entsprach. Diesen Hinweisen ging die Polizei mit Spezialeinsatzkräften nach, ein Spürhund nahm die Fährte auf. Der gesuchte 31-Jährige saß vor seiner Festnahme in einem Gebüsch. Vier Pistolen habe er „sichtbar vor sich hingelegt“, sagt Einsatzleiter Jürgen Rieger. Zudem habe er ein Beil auf dem Schoß gehabt und einen Brief dabei. Bei der Festnahme sei der Mann leicht verletzt worden. Auch ein SEK-Beamter wurde durch das Beil des Mannes leicht verletzt. Über das genaue taktische Vorgehen gibt es keine Auskünfte der Polizei.

19.15 Uhr: Wer ist Yves Rausch?

Oberstaatsanwalt Herwig Schäfer hatte den 31-Jährigen zwei Tage nach dessen Flucht als „Waldläufer“ bezeichnet, der gut allein in der Natur zurechtkomme. Er gilt den Ermittlern zufolge als Waffennarr, hatte im Herbst seine Wohnung in Oppenau verloren und war seitdem ohne festen Wohnsitz.

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18.47 Uhr: So lief die Suche nach dem Flüchtigen

Der 31-Jährige ohne festen Wohnsitz hatte am Sonntagmorgen bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte vier Polizisten bedroht und sie gezwungen, ihre Dienstpistolen abzulegen. Anschließend flüchtete er mit den Waffen in den Wald, in dem er sich gut auskennt.

Danach war er tagelang verschwunden. Hunderte Polizisten durchkämmten die Region um Oppenau, unterstützt von Hubschraubern mit Wärmebildkameras und Spezialkräften.

Polizisten gelang bei Oppenau nun der Durchbruch.
Polizisten gelang bei Oppenau nun der Durchbruch. | Bild: Benedikt Spether (dpa)
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Der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter appellierte in einer Pressekonferenz am Freitag schließlich an den 31-Jährigen: „Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.“ Das könne auch über Freunde oder Familie geschehen. „Das ist ein Weg, gesund für alle herauszukommen.“ Wenige Stunden danach informierten die Beamten über die Festnahme.

18:08 Uhr: Polizei gelingt Festnahme

Nach der mehrere Tage andauernden Fahndung nach dem in den Wäldern um Oppenau abgetauchten Yves Rausch gelang der Polizei die vorläufige Festnahme des 31-Jährigen. In diesem Zusammenhang wurden laut Meldung der Polizei vier Schusswaffen sichergestellt.

Über die genauen Umstände des Einsatzes und die ersten Ermittlungsergebnisse nach der Festnahme des Tatverdächtigen informieren Polizeipräsident Reinhard Renter, Leiter des Polizeipräsidiums Offenburg, Polizeivizepräsident und Einsatzleiter Jürgen Rieger, der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Herwig Schäfer, Leiter der Staatsanwaltschaft Offenburg und der Oppenauer Bürgermeister Uwe Gaiser heute Abend um 20 Uhr in Oppenau.

Das waren die Entwicklungen bis Dienstag

20.03 Uhr: Bis Dienstagabend keine Spur von Yves Rausch

Obwohl die Fahndung in der Umgebung von Oppenau unter Hochdruck weiter läuft, konnte der geflüchtete 31-Jährige immer noch nicht geschnappt werden. Die SÜDKURIER Online-Redaktion meldet sich mit dem News-Ticker wieder zurück, wenn es Neuigkeiten aus Oppenau gibt.

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16.15 Uhr: So läuft aktuell das öffentliche Leben in Oppenau

Nach Oppenau ist trotz der Fahndung ein wenig Leben zurückgekehrt. Es sind Kinder auf den Straßen, auch das Freibad in Oppenau ist gut besucht. Anne und die sechsjährige Lilly Kersbergen aus dem benachbarten Oberkirch freuen sich auf einen schönen Freibad-Nachmittag. „ Ich finde die Polizeipräsenz beeindruckend", sagt Anne Kernsbergen. „ich fühle mich sicher, wenn ich die ganzen Polizei Autos und Polizisten sehe. Das gibt mir das Gefühl, dass etwas gemacht wird. Ich halte es schon für angemessen. Obwohl man nicht weiß, wie gefährlich der Mann ist.“ Solange der Mann nicht gefasst ist, will sich die Oberkircherin jedenfalls sich nicht außerhalb der Bereiche bewegen, die von der Polizei überwacht sind.

Anne Kersbergen und Lilli, 6 Jahre, aus Oberkirch.
Anne Kersbergen und Lilly, 6 Jahre, aus Oberkirch. | Bild: Ulrike Bäuerlein

15.40 Uhr: Was sind die Erkenntnisse aus der Pressekonferenz?

Nach der Pressekonferenz in Oppenau sind für SÜDKURIER-Reporterin Ulrike Bäuerlein, die die PK vor Ort verfolgte, zwei Dinge klar: Die Suche nach Yves Rausch könnte trotz des großen Mensch- und Materialeinsatzes der Polizei noch viel länger dauern als angenommen - mindestens Tage, vielleicht sogar auch länger. Für den gesuchten Mann ist der Wald um Oppenau sein Wohnzimmer, wie Polizeipräsident Reinhard Renter sagte. Er kennt sich aus und hat offenbar auch Grund genug, sich sicher zu fühlen, denn die Polizei konnte ihn bislang nicht aufspüren. 

Die zweite große Frage nach der Pressekonferenz ist: Wie gefährlich ist der Mann wirklich für die Öffentlichkeit? Diese Frage konnten weder Polizei noch Staatsanwaltschaft gesichert beantworten. Nicht bestätigt haben sich Berichte, wonach Rausch der rechtsextremen Szene oder den Reichsbürgern zugeordnet werden kann. Auch Berichte, die ihn mit der Fremdenlegion in Verbindung bringen oder mit kinderpornographischen Ermittlungen, konnte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. 

Klar ist jedoch: Der Mann ist ein Waffennarr, hat möglicherweise auch Sprengstoff bei sich und ist schwer bewaffnet. Allein dadurch geht Gefahr von ihm aus. Wie verhält er sich, wenn er im Wald auf Wanderer oder Radfahrer trifft und sich in die Enge getrieben fühlt? Und würde er tatsächlich auf Polizisten schießen, wenn sie ihn gestellt haben und ihm gegenüber stehen - oder einfach aufgeben? Beides, sagt der Polizeipräsident, sei denkbar.

15.15 Uhr: Sorgen auch um den Tourismus

Der Oppenauer Bürgermeister sorgt sich laut eigener Angaben auch um den Tourismus in der Region: „Uns fehlt aktuell komplett der Tagestourismus“, so Uwe Gaiser. Im Zentrum seiner Bedenken stehen dabei die Gastronomie und Hotel-Branche. Schon Corona habe diese Betriebe ja hart getroffen. Über fehlende Medienpräsenz könne man sich aktuell aber dagegen nicht beschweren, das könne laut Bürgermeister positive Effekte haben, sei angesichts der gefährlichen Lage aber eher als Galgenhumor zu verstehen.

15.10 Uhr: Das sagt der Bürgermeister von Oppenau

Der Bürgermeister von Oppenau, Uwe Gaiser, bedankt sich bei der Polizei und den Einsatzkräften für den guten Einsatz und die gute Zusammenarbeit. Der Gesuchte sei heimisch im Wald, sehr ortskundig, „der Wald ist sein Wohnzimmer“, so der Bürgermeister. Aus dem Grund sei es schwierig, ihn in diesem steilen Gelände schnell zu finden.

15 Uhr: Polizeibeamte an der Grenze der Belastbarkeit

Die Polizei arbeite aktuell an der Grenze der Belastbarkeit, das durchsuchte Gelände sei mit 8,5 Hektar sehr groß. Zudem gebe es auf dem Gelände eine Differenz von 300 Höhenmetern. Im Einsatz sei auch das SEK in großer Mannstärke, sowie mobile Einsatzkommandos. Die Polizei wertet aktuell 140 Hinweise aus der Bevölkerung aus. Die Polizei zeigt sich zudem sehr verärgert über das „Lustig-Machen der Kollegen“ in einigen sozialen Netzwerken. Diese harte Kritik verurteilen die Beamten auf das Schärfste.

14.50 Uhr: Yves Rausch war wegen einer schweren Straftat in Haft

Der Gesuchte beging eine schwere Straftat im Alter von 20 Jahren im Raum Pforzheim. Er wurde daher 2010 zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wegen gefährlicher Körperverletzung. Diese Haft hat er laut Polizei voll verbüßt. Er war mit einer guten Bekannten in Streit geraten und mit einer Armbrust bewaffnet. Die Frau wurde schwer verletzt, sie musste notoperiert werden, überlebte aber.

14.40 Uhr: Was sind die weiteren Schritte der Polizei?

„Die Kollegen haben bei diesem Vorfall richtig gehandelt, der Schutz des Lebens geht vor", so der Offenburger Polizeipräsident Reinhard Renter. Nun habe der Schutz der Bevölkerung höchste Priorität. Die Polizei geht davon aus, dass der Gesuchte sich noch rund um Oppenau aufhält. Jetzt wird der Wald weiter durchsucht - die Polizei stellt sich auf eine längere Suche ein.  Ein  Hinweistelefon wurde eingerichtet, Bürger können sich melden unter der 0781/21 3333.

Reinhard Renter, Polizeipräsident von Offenburg, spricht auf der Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen.
Reinhard Renter, Polizeipräsident von Offenburg, spricht auf der Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen. | Bild: Philipp von Ditfurth (dpa)

14.30 Uhr: Wohl kein rechtsradikaler Hintergrund

Ist Rausch einem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen? „Dazu haben wir aktuell keine Hinweise“, so die Polizei. Er sei auch nicht der Reichsbürger-Szene zuzuordnen. Der Gesuchte hat laut Polizei wohl keine politischen Motive. Was treibt ihn an und wie entstand die Aggression? Der Grund liegt wohl in der Persönlichkeit des Gesuchten, so Polizeipräsident Reinhard Renter. Ihm könnten bis zu 15 Jahre Gefängnis drohen.

14.10 Uhr: Staatsanwalt Herwig Schäfer schildert Details zum Vorfall

Was war am Sonntag genau passiert? Der Gesuchte saß laut Staatsanwaltschaft in einer Hütte im Wald bei Oppenau. Der Besitzer der Hütte hatte die Polizei informiert, diese wollte Rausch aus der Hütte holen. Im Eingangsbereich der Hütte sahen die Polizeibeamten Pfeil und Bogen auf dem Boden, diese waren aber nicht griffbereit. Auch ein Speer stand in der Hütte. Rausch händigte die Waffen der Polizei aus und verhielt zunächst nicht aggressiv. Die Polizei wollte den Mann durchsuchen und forderte Rausch auf, herauszukommen. Daraufhin zog der Gesuchte eine Pistole, die bisher nicht sichtbar war, und richtete sie auf einen Beamten. Die Polizisten fürchteten um das Leben des bedrohten Polizeibeamten. Rausch forderte die Waffen der Polizisten, floh dann in den Wald und ist seither verschwunden.

Dr. Herwig Schäfer von der Staatsanwaltschaft Offenburg.
Dr. Herwig Schäfer von der Staatsanwaltschaft Offenburg. | Bild: Philipp von Ditfurth (dpa)

14 Uhr: Wie ist die Vorgeschichte des Mannes?

Unmittelbar vor der Pressekonferenz in Oppenau gibt es neue Medienberichte über den Hintergrund des gesuchten Yves Rausch. Laut einem Medienbericht soll er im Visier des Staatsschutzes sein und dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet werden. Als 15-Jähriger soll er wegen Volksverhetzung zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden sein. Angeblich soll er auch im Besitz von Kinderpornographie gewesen sein. Die PK jedenfalls dürfte spannend werden - der Offenburger Polizeipräsident, der Leitende Staatsanwalt und der Bürgermeister sind dabei.

13.07 Uhr: Polizeipräsenz in Oppenau nimmt ab

Am zweiten Tag des Ausnahmezustandes rund um Oppenau scheint auf den ersten Blick die Präsenz der Polizei deutlich abgenommen zu haben. Zwar sind immer noch Mannschaftswagen oft auch in Kolonnen auf den Straßen unterwegs, es stehen einzelne Beamte an Kreuzungen, aber auf dem Sportplatz, wo das Einsatzzentrum der Polizei ist, ist es deutlich ruhiger. Auch das Geknatter der Hubschrauber fehlt.

Das könnte darauf hindeuten, dass sich die Suchmaßnahmen inzwischen auf entferntere Gebiete konzentrieren und dort Hinweise aus der Bevölkerung nachgegangen wird.

Aber es gibt nichts Neues. Die Fahndung läuft weiter. Auch der Oppenauer Bürgermeister Uwe Gaiser ist nicht genau im Bild darüber, welchen Stand die Polizei derzeit hat. Gerade ist er in die Günther-Bimmerle-Halle gekommen, wo um 14 Uhr eine Pressekonferenz der Polizei stattfinden soll.

12.20 Uhr: Mann weiterhin spurlos verschwunden

Wo steckt der 31-Jährige nur? Heute sind bei der Suche weniger Polizisten im Einsatz als noch am Montag, sagt Polizeisprecher Yannik Hilger. Zahlen dazu oder andere Einzelheiten zu aktuellen Entwicklungen nannte er nicht. „Für weitere Details verweisen wir auf die Pressekonferenz am Nachmittag“, sagte er. Dort wollten Polizei und Staatsanwaltschaft um 14 Uhr über die aktuelle Lage informieren. Erwartet wurden auch Polizeipräsident Reinhard Renter und der Bürgermeister der Schwarzwald-Gemeinde, Uwe Gaiser.

11.40 Uhr: Der Gesuchte ist in der Region kein unbeschriebenes Blatt

Yves Rausch war wohl bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Neben versuchten Totschlags an einer Freundin in Pforzheim finden sich laut Meldungen der Mittelbadischen Presse auch Straftaten, die er in der Ortenau begangen hat. Bereits als Jugendlicher soll Rausch durch Diebstahlsdelikte aufgefallen sein. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll zudem sein Strafregister auch Eintragungen wegen Kinderpornografie enthalten.

11 Uhr: Fall in Oppenau von großem medialen Interesse

Die film-reife Suche nach dem 31-jährigen Yves Rausch stößt deutschlandweit und auch in der benachbarten Schweiz auf großes mediales Interesse. Der ungewöhnliche Fall sorgte zwischenzeitlich zudem sogar dafür, dass Oppenau bei den nationalen Twitter-Trends ganz vorne zu finden war.

9.18 Uhr: Polizei und Staatsanwaltschaft kündigen Pressekonferenz an

Eine Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Offenburg erließ einen Untersuchungshaftbefehl gegen den Gesuchten – unter anderem wegen des dringenden Verdachts der besonders schweren räuberischen Erpressung. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen die Öffentlichkeit heute um 14 Uhr in einem Pressegespräch über die aktuelle Lage informieren.

8.24 Uhr: Polizei überprüft Gebäude im Raum Offenburg

Im Zusammenhang mit dem bewaffneten Räuber von Oppenau hat die Polizei in der Nacht zum Dienstag ein Objekt im Raum Offenburg überprüft. Um welche Art von Gebäude es sich handelte, teilte die Polizei am Dienstag zunächst nicht mit. Es war einer von mehreren Hinweisen über einen möglichen Aufenthaltsort des Flüchtigen, dem die Polizei nachgegangen ist. Gefunden haben die Beamten den 31-Jährigen dort jedoch nicht.

7.45 Uhr: Schulen in Oppenau öffnen wieder

Während die Polizei weiter mit Hochdruck nach dem Flüchtigen fahndet, sollen die Schulen in Oppenau wieder öffnen, nachdem sie am Montag geschlossen waren. „Der Ort soll wieder zur Normalität zurückfinden“, sagte Bürgermeister Uwe Gaiser am Montagabend. Mit der Polizei sei ein Sicherheitskonzept abgestimmt worden. Eltern dürften aber selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollten oder nicht.

7 Uhr: Yves Rausch ist weiter auf der Flucht

Der bewaffnete Räuber von Oppenau ist am Dienstagmorgen weiter auf der Flucht. Die Polizei setze die Suche nach dem 31-Jährigen mit einem Großaufgebot fort, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen. Die Polizei durchkämmt die Gegend um Oppenau mit mehreren Hundert Einsatzkräften, Polizeihubschraubern und Hundeführern.

Auch am Dienstag sucht ein Großaufgebot der Polizei weiter nach dem flüchtigen 31-Jährigen, der am Sonntag vier Polizisten entwaffnete.
Ein Großaufgebot der Polizei suchte den 31-Jährigen. | Bild: Sven Kohls (SDMG), dpa

Das waren die Entwicklungen am Montag

17.36 Uhr: Wie trainieren Polizisten Entwaffnungs-Szenarien

Die Polizisten waren in der Überzahl: Gleich vier Beamten konnte Yves Rausch die Waffe entwenden. Wie kann das sein? In Oppenau überrumpelte Rausch die Polizisten. Doch wie werden Beamte generell auf solche Situationen vorbereitet? Das lesen Sie hier:

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17.10 Uhr: Die Suche nach Yves Rausch bleibt mühsam

Die Suche nach dem 31-jährigen Yves Rausch gestaltet sich erwartungsgemäß mühsam. Jemand, der sich im Schwarzwald rund um Oppenau verstecken will, sei so schwer zu finden wie eine Stecknadel im Heuhaufen, sagt Susanne Vollmer, Inhaberin eines Modegeschäft im Ort. Bei ihr sind am ganzen Tag nur zwei Kunden vorbeigekommen, im Städtchen war den ganzen Tag kaum jemand auf der Straße. Angst habe sie nicht, sagt Vollmer, aber sie sei etwas frustriert. Schließlich sei den ganzen Tag durchgegeben worden, dass Oppenau großräumig abgesperrt sei, was nicht der Fall war. Touristen und Tagesgäste blieben aus. „Erst Corona, und jetzt das“, sagt Vollmer. „Hoffen wir, dass es bald vorbei ist.“

Bild: Ulrike Bäuerlein

Auch Bürgermeister Uwe Gaiser ist skeptisch, ob es bald gelingen wird, den Geflüchteten auf zu spüren. Es gebe steile Hänge, Felsen, Schluchten, dichte Waldstücke, in die man kaum hinein kommt. Er selbst kennt Yves Rausch nicht persönlich, kann sich aber daran erinnern, ihn früher im Ortsbild wahrgenommen zu haben. "Er war einfach ein auffallender Typ", sagt Gaiser. „Man kennt sich hier halt.“

Bild: Ulrike Bäuerlein

16.50 Uhr: Oppenau befindet sich weiterhin im Ausnahmezustand

Es sei die richtige Entscheidung gewesen, Schulen und Kindertagesstätten in Oppenau zu schließen, sagte eine 77 Jahre alte Frau vor einem Supermarkt. „Man weiß ja nicht, ob er vielleicht durchdreht.“ Sie hoffe, dass die Polizei den Gesuchten in dem dichten Waldgebiet rund um Oppenau bald finde. Ansonsten waren die Straßen der Gemeinde am heutigen heißen Sommertag so gut wie leer. In einem Café saßen etwa zehn Gäste, viele Geschäfte waren ganz geschlossen. Wegen Corona seien generell weniger Menschen unterwegs, sagte der Besitzer der Eisdiele. Aber man merke schon, dass sich Oppenau jetzt im Ausnahmezustand befinde.

Bild: Ulrike Bäuerlein

16.30 Uhr: Oppenau kam vor 30 Jahren bereits einmal in die Schlagzeilen

Der Ort Oppenau mit ungefähr 5000 Einwohnern war vor fast 30 Jahren schon einmal Schauplatz umfassender Presseberichterstattung: Dort wurde der heutige Bundestagspräsident und damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 12. Oktober 1990 bei einer Wahlveranstaltung angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde überwältigt und später in die Psychiatrie eingewiesen. Schäuble ist seither gelähmt.

15.55 Uhr: „Ich halte ihn für gefährlich“, sagt Hermann Hofer, Koch im Gasthaus Schlüssel, in dem der Gesuchte bis zur Zwangsräumung wohnte und Waffen bunkerte

Video: Ulrike Bäuerlein

14.52 Uhr: „Yves ist kein Rambo aus dem Schwarzwald“, sagt ein Oppenauer Wirt

Große Sorge bereitet der laufende Einsatz Uwe Hauser, Wirt des „Pavillons“ in Oppenau. Bei ihm habe Yves bis vor Kurzem freiwillig gearbeitet und Schreiner- und Elektroarbeiten an der Minigolf-Anlage erledigt, sagt Hauser der Mittelbadischen Presse. Und er betont: „Yves ist kein Rambo aus dem Schwarzwald, wie ihn die BILD-Zeitung nennt.“ Yves sei „speziell und möchte möglicherweise mit der Gesellschaft nichts zu tun haben, aber er ist mit Sicherheit nicht gefährlich“.

Die Eskalation am Sonntag erklärt sich Hauser so: „Wenn ich an einer bestimmten Stelle gewesen wäre und auf mich wären vier Polizisten zugekommen, und ich bin jemand, der ohnehin Einsiedler ist – ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte. Aber in dieser Tragweite war das bestimmt nicht gewollt.“

14.10 Uhr: Wie Yves Rausch gleich vier Beamte überwältigen und entwaffnen konnte

Alle Welt rätselt natürlich darüber, wie der Gesuchte am Sonntag gleich vier Streifenbeamten die Waffe abnehmen konnte. Laut Polizei hielt sich der 31-jährige unerlaubt in einer privaten Waldhütte auf. Die Polizei wurde darüber informiert, dass sich dort ein Mann in Tarnkleidung und mit Pfeil und Bogen aufhielt. Daraufhin fuhren zwei Streifenwagen zu der Hütte, um den Mann zu kontrollieren.

Zunächst verhielt sich der Mann offenbar kooperativ und freundlich. Als die Beamten in der Hütte waren, zog der Mann plötzlich eine Waffe und bedrohte die Beamten und wurde verbal aggressiv. Die Beamten wurden von dieser Entwicklung völlig überrascht. Sie wurden aufgefordert, ihre Dienstwaffen abzulegen, der Mann nahm sie an sich und flüchtete. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei untersuchen diesen Vorgang inzwischen intern. Tatsache ist: der Mann ist nun schwer bewaffnet.

14.04 Uhr: So weitläufig ist das Waldgebiet rund um Oppenau

Dieter Klumpp vom Polizeipräsidium Mannheim unterstützt seine Offenburger Kollegen vor Ort. Er zeigt auf einer Karte die großräumige Suchregion in den Waldgebieten nördlich von Oppenau.

Dieter Klumpp zeigt, wie riesig das Suchgebiet rund um Oppenau ist.
Dieter Klumpp zeigt, wie riesig das Suchgebiet rund um Oppenau ist. | Bild: Ulrike Bäuerlein

13.52 Uhr: Wanderer sollen das Gebiet meiden

Die Fahndung nach dem flüchtigen 31-Jährigen konzentriert sich derzeit nach Aussagen von Yannik Hilger, Polizei-Pressesprecher des Präsidiums Offenburg, auf einen Waldbereich nördlich von Oppenau. Oppenau ist ein beliebter Touristen-Ort, in den Wäldern sind viele Wanderer unterwegs. Die Polizei hat schon mehrfach dazu aufgerufen, dass sie diesen Bereich unbedingt meiden sollten.

Der Geflüchtete hat möglicherweise neben einer eigenen Schusswaffe, mit der er die Beamten bedrohte, auch Pfeil und Bogen dabei, „kein Spielzeug", wie der Polizeisprecher sagte. Dazu führt der Verdächtige Yves Rausch ein Messer und die Dienstwaffen der vier Polizisten, die er den Beamten abnehmen konnte. Jede Waffe hat ein Magazin mit 13 Patronen. Der Mann ist also schwer bewaffnet. Die Polizei misst der Situation ein hohes Gefährdungspotenzial zu. "Das Waldgebiet ist sehr weitläufig, das erschwert unsere Suchmaßnahmen natürlich“, sagt der Polizeisprecher.

Pressesprecher Yannyk Hilger vom Polizeipräsidium Offenburg.
Pressesprecher Yannik Hilger vom Polizeipräsidium Offenburg. | Bild: Ulrike Bäuerlein

13.04 Uhr: Einschätzung der SK-Reporterin Ulrike Bäuerlein vor Ort

Mit einem Großaufgebot von Hubschraubern, Spezialeinsatzkräften und Bodentruppen mit Hundestaffeln sucht die Polizei im Waldgebiet rund um Oppenau im Ortenaukreis nach dem 31-jährigen Mann, der am Sonntag vier Polizisten bei einer Kontrolle entwaffnet hat,  ihre Dienst Waffen an sich genommen hat und seitdem auf der Flucht ist. Der 31-jährige ist nach Einschätzung der Polizei gefährlich und könnte psychisch angeschlagen sein. 

Im Ort in Oppenau selbst sind die Schulen und Kindergärten geschlossen, es sind wenig Menschen auf der Straße. Hubschrauber sind in der Luft. Am Sportplatz in Oppenau Ramsbach ist das Einsatz- und Lagezentrum der Polizei eingerichtet hier bekommt auch die Presse die spärlichen Informationen. Es stehen hier etwa zwei Dutzend Mannschaftswagen der Polizei, immer wieder kommen weitere Fahrzeuge oder fahren ab.

Video: Ulrike Bäuerlein

12.11 Uhr: Flugsverbotszone rund um Oppenau

Wie die Polizei soeben mitgeteilt hat, hat die Deutsche Flugsicherung mit sofortiger Wirkung ein Durchflugverbot mit einem Radius von drei nautischen Meilen um Oppenau. Dieses Verbot umfasst auch das Aufsteigen lassen von Drohnen. Drei nautische Meilen entsprechen rund 5,5 Kilometern. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft Offenburg aufgrund der gestrigen Vorkommnisse ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf besonders schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit dem unerlaubtem Führen einer Schusswaffe.

12 Uhr: Autofahrer sollen in diesem Gebiet keine Anhalter mitnehmen

Vorsicht: Die Polizei bittet die Bevölkerung, verschiebbare Tätigkeiten im Freien zu unterlassen und Waldgebiete im Bereich Oppenau zu meiden. Im Straßenverkehr muss mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Und: Anhalter sollen hier aktuell keine mitgenommen werden. Hinweise nimmt die Polizei unter der bekannten Notruf-Nummer 110 entgegen. Nach Erkenntnissen der Polizei hatte der 31-Jährige ohne festen Wohnsitz bereits seit Wochen Unterschlupf im Wald gesucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich in den Wäldern rund um die Stadt sehr gut auskennt und sicher bewegt.

Polizisten stehen vor einem Waldstück an einer Straße bei Oppenau.
Polizisten stehen vor einem Waldstück an einer Straße bei Oppenau. | Bild: Sven Kohls (dpa)

11.30 Uhr: Der Mann wurde immer noch nicht gefunden, Einsatz wird ausgeweitet

Mehrere Hundert Polizisten suchen bei Oppenau im Schwarzwald weiter unter Hochdruck nach dem Mann gesucht, der einen Tag zuvor vier Polizisten die Dienstwaffen abgenommen hatte. „Wir haben den Tatverdächtigen noch nicht gefunden“, sagte Polizeisprecher Yannik Hilger. Aus anderen Präsidien sei Unterstützung gekommen, beteiligt seien auch eine Spezialeinheit, eine Hundestaffel und Hubschrauber. Dass sich der 31-Jährige bereits außerhalb Oppenaus befindet, könne die Polizei nicht ausschließen.

11.20 Uhr: Was ist bisher über den flüchtigen Yves Rausch bekannt?

Der immer noch flüchtige Yves Rausch war wohl bereits vor seiner Tat polizeibekannt. Menschen, die ihn kennen, beschreiben ihn als schwierigen Charakter. Sein ehemaliger Vermieter nennt ihn einen „Chaoten“ – und berichtet über einige merkwürdige Begebenheiten, bis er Rausch Ende 2019 kündigte. In diesem Text haben wir alle bekannten Informationen zu Yves Rausch zusammengefasst.

11 Uhr: Polizei warnt Bevölkerung

„Bleiben Sie möglichst zu Hause und nehmen Sie keine Anhalter mit“, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen. Es könne nicht genau beurteilt werden, welche Gefahr von dem Mann ausgeht, hieß es. Mit diesem Bild sucht die Polizei nach dem Mann, der bereits als "Waldrambo" bezeichnet wird:

10:30 Uhr: Mann weiterhin auf der Flucht

Der 31-Jährige, der Polizisten in Oppenau im Schwarzwald bedroht und ihnen ihre Waffen abgenommen hat, ist noch auf der Flucht. Er verschwand am Sonntagmorgen bewaffnet in einen Wald und wird seither mit einem Großaufgebot gesucht, wie die Polizei in Offenburg mitteilte. Neben Spezialkräften sind auch Hubschrauber im Einsatz. Die Polizei sperrte Straßen. 

Polizeifahrzeuge stehen auf einem Sammelplatz nahe der Gemeinde vor einem Sportlerheim.
Polizeifahrzeuge stehen auf einem Sammelplatz nahe der Gemeinde vor einem Sportlerheim. | Bild: Philipp von Ditfurth/dpa

Hintergründe zum Fall