Zwei Tage vor der Bundestagswahl haben Zehntausende überwiegend junge Menschen in ganz Deutschland für mehr Klimaschutz demonstriert. Sie folgten dem Aufruf von Fridays for Future und weiteren Protestaktionen im ganzen Land. Große Demonstrationen zogen lautstark und friedlich unter anderem durch Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Freiburg.

Bei einem Auftritt vor dem Reichstagsgebäude in Berlin kritisierte die 18-jährige schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, Deutschland scharf: „Deutschland ist objektiv gesehen einer der größten Klima-Bösewichte.“ Die Demonstrationen waren Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg bei der Demonstration von „Fridays for Future“ vor dem Bundestag.
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg bei der Demonstration von „Fridays for Future“ vor dem Bundestag. | Bild: Jörg Carstensen, dpa

Auch in Baden-Württemberg gingen Zehntausende Klimaschützer auf die Straße. In Freiburg seien 12.000 Teilnehmer bei den Protesten dabei, erklärten Polizei und Veranstalter am Freitag unisono. Auch in Stuttgart zogen laut Polizei mehrere Tausend durch die Innenstadt. Die hier von den Veranstaltern genannten 15.000 seien aber klar zu hoch gegriffen, hieß es.

Demonstrationen von Bodensee bis Hochrhein

In Konstanz schlossen sich rund 5000 Menschen einem Protestzug durch die Innenstadt an. Die Zusammensetzung der Teilnehmer verdeutlichte, dass Fridays for Future längst die Klassenzimmer verlassen haben und mit ihrer Argumentation Anhänger in sämtlichen Altersschichten finden. Zu sehen waren neben Studenten und jungen Erwachsenen ein vergleichsweise hoher Anteil von Menschen im mittleren Alter bis hin zu Senioren, die sich mit Gehhilfen auf die Strecke begaben. Mit dabei war auch der bei der Konstanzer OB-Wahl nur knapp unterlegene Luigi Pantisano, der der Partei der Linken angehört. Mehr zur Demonstration in Konstanz lesen Sie hier.

Auch in Waldshut-Tiengen gingen Anhänger von Fridays for Future auf die Straße. Ihre Aussagen waren unmissverständlich: „Wer lieber Kohlekraftwerke anstatt Windräder in seinem Land stehen hat, dem ist nicht mehr zu helfen“, hieß es beispielsweise. Mit dabei war auch der Grünen-Bundestagskandidat Jan-Lukas Schmitt.

1500 Menschen gehen in Friedrichshafen auf die Straße

Etwa 1500 Menschen forderten in Friedrichshafen eine konsequente Klimapolitik. Gegen 14 Uhr füllte sich der Franziskusplatz an der Rückseite des Häfler Bahnhofs. Menschen jeden Alters trafen sich bei strahlendem Sonnenschein und marschierten durch die Häfler Innenstadt.

Sarah Röst (24) kritisiert in Friedrichshafen die CDU: Diese halte fest an einem System, das die Umwelt zerstöre.
Sarah Röst (24) kritisiert in Friedrichshafen die CDU: Diese halte fest an einem System, das die Umwelt zerstöre. | Bild: Benjamin Schmidt

In Singen nahmen rund 150 Menschen am Demonstrationszug mit Kundgebung am Rathaus und dem Heinrich-Weber-Platz teil. Auf Transparenten las man Sätze wie „This earth is on fire“ oder „Umweltpolitik statt Lobbypolitik“.

Auch in Villingen gingen Klimaschützer auf die Straße. Im Vorfeld der Demonstration gab es eine 48-stündige Mahnwache, bestehend aus Live-Musik, Workshops, Informationsgesprächen und Kunstaktionen.

(sk / dpa)