Die Schweiz hat die technischen Grundlagen für das Covid-19-Zertifikat geschaffen, mit dem die Eidgenossen künftig eine eine Covid-19-Impfung, eine durchgemachte Erkrankung oder ein negatives Testergebnis nachweisen können. Doch noch ist gar nicht klar, wo das Zertifikat notwendig sein wird. Darüber will der Bundesrat erst Mitte Juli entscheiden.

Wie kommt man an das Covid-Zertifikat?

Derzeit laufen nur Pilotprojekte. Die Normalbevölkerung muss sich voraussichtlich bis Mitte Juli gedulden. Menschen, die geimpft werden, bekommen dann einen QR-Code – entweder digital oder ausgedruckt. Mit der App „Covid CertificateMit der App „Covid „ kann man den oder über die Kamera des Smartphones einscannen und das Zertifikat damit herunterladen. Die Daten werden nirgends zentral gespeichert.

Wie funktioniert das bei negativen Tests?

Ab Ende Juni soll das negative Zertifikat direkt auf die Schweizer Covid-App geladen werden, wenn es sich um einen PCR-Test handelt. Bei Schnelltests bekommen Bürger das Zertifikat direkt im Testzentrum. Selbsttests für Zuhause können nicht berücksichtigt werden.

Was müssen Genesene tun, um an ein Zertifikat zu kommen?

Das Covid-Zertifikat können Genesene ab 14. Juni beim zuständigen Kanton über ein Onlineformular beantragen. Innerhalb einer Woche soll das Zertifikat dann per Post kommen. Voraussetzung ist die Bestätigung einer Infektion per PCR-Test und die Aufhebung der Quarantäne durch die zuständige Gesundheitsbehörde.

Ein Scan genügt, um den QR-Code auf seine Gültigkeit zu prüfen. Es zeigt den Namen des Nutzers an und das Geburtsdatum, damit die zugehörigen Ausweispapiere geprüft werden können.
Ein Scan genügt, um den QR-Code auf seine Gültigkeit zu prüfen. Es zeigt den Namen des Nutzers an und das Geburtsdatum, damit die zugehörigen Ausweispapiere geprüft werden können. | Bild: BAG

Wo wird das Zertifikat nutzbar sein?

Das steht noch nicht fest. Der Bundesrat will die Einsatzgebiete erst Mitte Juli festlegen. Geplant ist, ein Ampelsystem einzuführen – im grünen Bereich soll das Zertifikat nicht einsetzbar sein, in gelben nur, um Schließungen zu verhindern bei erhöhten Infektionszahlen, in roten immer.

Was gehört zum grünen Bereich?

In öffentlichen Verkehrsmittel, dem Einzelhandel, bei der Arbeit oder beim Frisör sollen die Zertifikate dem Konzept nach nicht zum Einsatz kommen.

Was gehört zum gelben Bereich?

Sollten die Infektionszahlen wieder steigen, kann das Zertifikat unter Umständen in Restaurants und Bars, bei Veranstaltungen, im Kino, im Schwimmbad oder beim Vereinstraining eingeführt werden können, um Schließungen dieser Bereiche zu vermeiden.

Was gehört zum roten Bereich?

Absehbar wird das Zertifikat aber für Großveranstaltungen wie Konzerte eingeführt, auch in Clubs könnte es Pflicht werden. Auch bei internationalen Reisen wird es ohne nicht gehen.

Ist das Zertifikat fälschungssicher?

Ja. Das Zertifikat ist mit einem QR-Code versehen. Er enthält eine elektronische Signatur, die nicht gefälscht werden kann.

Wie lange soll das Zertifikat gültig sein?

180 Tage für Geimpfte ab dem Tag der letzten Impfdosis, für Genese ebenso, aber erst ab dem 11. Tag nach dem positiven Test. Bei PCR-Tests gilt das Zertifikat für 72 Stunden ab der Probeentnahme, bei Schnelltests 24 Stunden.

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COVID-19 Zertifikat der EU | Bild: Europäischer Ausschuss der Regi

Funktioniert das Schweizer Zertifikat auch in der EU?

Die EU hat die technischen Möglichkeiten geschaffen, um die Covid-Zertifikate der einzelnen Mitgliedstaaten miteinander kompatibel zu machen. Auch die Schweiz hat ihr Zertifikat entsprechend eingerichtet, es wird mit der EU-Version kompatibel sein. Allerdings beginnt die EU erst ab 1. Juli.

Also können auch Impfungen im Ausland angezeigt werden?

Das wird noch geprüft.

Kann die Schweizer App auch im Ausland heruntergeladen werden?

Ja, das ist möglich. Sie ist im Appstore verfügbar.

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