Konstanz/Überlingen – Am Wochenende wird es sonnig und warm. Eigentlich schön. Das Wetter lädt zum Flanieren am Bodensee ein. Doch es gibt einen Haken: Einige Städte schieben einen Riegel vor und sperren die Ufer ab. Warum? Die Gefahr, dass sich Menschen an den schönen Orten tummeln, ist in Zeiten von Corona zu groß.

Konstanz

In Konstanz wird es vorerst keine Betretungsverbote am Bodenseeufer geben. Stattdessen appelliert die Stadtverwaltung an die Vernunft ihrer Bürger den Mindestabstand von 1,5 Metern auch und besonders beim Spazierengehen oder Sport treiben an beliebten Orten zu beachten. „Werden die Anordnungen missachtet, behält sich die Stadt vor, in Abstimmung mit der Polizei Betretungsverbote für bestimmte Zonen auszusprechen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Offen: In Konstanz wird es vorerst keine Betretungsverbote in Seenähe geben.
Offen: In Konstanz wird es vorerst keine Betretungsverbote in Seenähe geben. | Bild: Felix Kästle, dpa

Friedrichshafen

Am Seeufer und an der Promenade spazieren gehen, ist in Friedrichshafen erlaubt. An bestimmten Plätzen ist es jedoch verboten, sich länger aufzuhalten. Heißt konkret: Sitzen auf Bänken, Mauern und Stufen oder das Lagern oder Spielen auf Grünflächen ist hier untersagt.

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Diese Einschränkungen gelten unter anderem auf dem Freizeitgelände Manzell und Weilermühle, im Uferpark, am Ufergelände vor dem Graf-Zeppelin-Haus. In Immenstaad, Hagnau, Meersburg und Uhldingen-Mühlhofen werden Uferteile des Bodensees vorerst nicht abgesperrt. In diesen Orten sowie in Kressbronn beobachtet man die Lage am Wochenende und wird – wenn nötig – reagieren. „Sollten wir mehrere Verstöße feststellen, werden auch wir ein Betretungsverbot der Uferbereiche für die folgenden Wochenenden aussprechen“, teilt Bürgermeister Daniel Enzensperger auf SÜDKURIER-Anfrage mit.

Offen: Hinsetzen verboten heißt es in Friedrichshafener Seenähe.
Offen: Hinsetzen verboten heißt es in Friedrichshafener Seenähe. | Bild: Cuko, Katy

Bodman-Ludwigshafen

In Bodman-Ludwigshafen sind Uferanlagen in den Ortsanlagen mit Bauzäunen ab Freitag, 14 Uhr, gesperrt. Diese Maßnahme gilt über die Sonn- und Feiertage. „Die Uferbereiche laden zahlreiche Besucher bei schönem Wetter zum Spazierengehen und zum Verweilen ein. Trotz Corona ist der Ausflugsdruck so groß, dass die Uferbereiche so stark bevölkert sind, dass die Einhaltung der Abstandsregelung schwer möglich ist“, begründet Bürgermeister Matthias Weckbach auf Nachfrage des SÜDKURIER seine Entscheidung.

Geschlossen: Die Uferanlagen in Bodman-Ludwigshafen sind zum Schutz vor Corona-Ansteckungen nicht zugänglich.
Geschlossen: Die Uferanlagen in Bodman-Ludwigshafen sind zum Schutz vor Corona-Ansteckungen nicht zugänglich. | Bild: Löffler, Ramona

Der vergangene Samstag etwa habe gezeigt, dass einigen Menschen mit Vernunft und Appellen nicht beizukommen ist. Man behalte sich vor, nach dem kommenden Wochenende, weitere Sperrungen vorzunehmen. „Insgesamt finde ich es traurig, dass wir uns absperren müssen, da einige Menschen unvernünftig handeln“, sagt Weckbach. Dennoch sei diese Entscheidung notwendig. Die Polizei und der Ordnungsdienst werde kontrollieren, ob sich die Menschen an die geltenden Regeln halten.

Überlingen

An der Seepromenade in Überlingen wird es – zunächst bis zum 20. April – ein Betretungsverbot für Wochenenden und Feiertage geben. Das Verbot erstreckt sich über die gesamte Seepromenade vom „Mantelhafen“ bis zum „Gondelehafen“. Als Hintergrund dieser Maßnahme nennt Oberbürgermeister Jan Zeitler die starke Frequentierung der Seepromenade an den vergangenen Wochenenden.

Geschlossen: Überlingen sperrt seine Uferpromenade für Besucher und Passanten.
Geschlossen: Überlingen sperrt seine Uferpromenade für Besucher und Passanten. | Bild: Felix Kästle, dpa

Lindau

In Lindau hingegen wird es zunächst keine Betretungsverbote für Uferbereiche in der Stadt geben. Man vertraue den Bürgern, dass sie die – im Vergleich zu Baden-Württemberg – strengeren bayerischen Maßnahmen auch einhalten. Sollten sich die Menschen an die Ausgangsbeschränkungen nicht halten, sei die Stadt wahrscheinlich dazu gezwungen nachzurüsten und sich an den strikten Maßnahmen in anderen Gemeinden am See zu orientieren: „Wir werden da jetzt in den nächsten Tagen ganz genau hinschauen. Und dann werden wir entscheiden, ob weitere Schritte notwendig sind“, sagt Lindaus Pressesprecher Jürgen Widmer auf Anfrage.

Offen: Die Uferbereiche in Lindau sind weiterhin betretbar. Die Stadt baut darauf, dass die Menschen die gebotenen Maßnahmen einhalten.
Offen: Die Uferbereiche in Lindau sind weiterhin betretbar. Die Stadt baut darauf, dass die Menschen die gebotenen Maßnahmen einhalten. | Bild: Thomas Warnack, dpa