„Die Tat ist brutal, widerwärtig, perfide und mit extrem hoher Energie ausgeführt worden“, sagte der Vorsitzende Richter Franz Bernhard in seiner Urteilsbegründung. Sie sei getrieben gewesen von Eigensucht, Habgier und Profitsucht des Mannes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte kann innerhalb einer Woche Revision einlegen.

Bundesgerichtshof hob erstes Urteil in Teilen auf

Der 56-Jährige stand bereits zum zweiten Mal wegen der Erpressung vor Gericht. Der Mann hatte 2017 mehrere Gläser Babynahrung mit einer gefährlichen Dosis Gift in Geschäften in Friedrichshafen platziert und von verschiedenen Handelsunternehmen 11,7 Millionen Euro gefordert. 2018 hatte das Landgericht Ravensburg ihn unter anderem wegen versuchten Mordes zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Diese Entscheidung hob der Bundesgerichtshof (BGH) 2019 in Teilen jedoch auf. Laut BGH hatte der Angeklagte vor dem Gift gewarnt, weshalb keine Tötungsabsicht vorliege. Der Mann habe sich aber der versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig gemacht.

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Der Mann hatte die Taten, bei denen niemand verletzt wurde, gestanden. Den Vorwurf des versuchten Mordes wies er jedoch von sich und legte nach dem Urteil Revision ein. (dpa)