Es ist richtig, nicht so lange zu warten, bis die Intensivstationen voll sind: Bund und Länder greifen im Kampf gegen Corona erneut zum Hammer. Die Menschen in Deutschland müssen sich in den kommenden Wochen auf einen weitgehend spaßfreien Alltag einstellten.

Eine Intensivstation in Essen. Die Zahl der akut kranken Covid-19-Patienten wächst schnell.
Eine Intensivstation in Essen. Die Zahl der akut kranken Covid-19-Patienten wächst schnell. | Bild: Fabian Strauch/dpa

Je früher und konsequenter die Kontakte eingeschränkt werden, desto kürzer der Ausnahmezustand, sagen Wissenschaftler. Man kann hinzufügen: Und desto geringer ist am Ende der Schaden für die Wirtschaft. Denn nichts ramponiert die Konjunktur mehr als lange, quälende Ungewissheit. Das leuchtete offenkundig auch den Widerwilligen unter den Länderchefs ein.

Viele Maßnahmen, doch sind sie zielführend?

Dennoch bleiben Fragezeichen. Warum gelten die Maßnahmen erst ab kommender Woche? Eilt es oder eilt es nicht? Warum werden Restaurants geschlossen, selbst wenn sie die Vorsichtsmaßregeln einhalten? Ist es nicht riskanter, wenn die Gäste künftig zu Hause feiern – und dann ohne alle Aufsicht und ohne alle Regeln?

Die meisten Infektionen, so sagen die bisherigen Erfahrungen, gehen vom privaten Bereich aus: Entscheidend ist nicht, wo sich die Menschen aufhalten, sondern wie sie sich benehmen.

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Der wichtigste Hebel gegen die Pandemie bleibt somit die Selbstdisziplin der Bevölkerung. Halten sich die Menschen in ihrer breiten Mehrheit an die vereinbarten Regeln? Klar ist: Befolgt wird nur, was einleuchtet. Dazu braucht es Beschlüsse, die nachvollziehbar sind und nicht wenige Wochen später von Gerichten wieder einkassiert werden. Auch in Krisen braucht es Augenmaß.

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