Der Vorfall ereignete sich bereits am 13. Oktober 2019. Ein damals 20-jähriger Schweizer war in ein Autohaus in Neftenbach im Norden von Winterthur eingebrochen, um einen schwarzen BMW der Luxusklasse zu stehlen, wie die Kantonspolizei Zürich bekannt gab. Nachdem das Autohaus am darauffolgenden Morgen den Diebstahl gemeldet hatte, leitete die Kantonspolizei Zürich umgehend eine Fahndung ein.

Wenige Stunden später konnten die Behörden das gestohlene Fahrzeug in Winterthur sichten. Die Polizei errichtete eine Straßensperre. Als der gesuchte Mann, der aus dem Raum Winterthur stammt, die Beamten erblickte, hielt er zunächst an, um dann den Wagen stark zu beschleunigen und die Straßensperre zu durchbrechen.

Dabei fuhr er eine damals 39-jährige Polizistin an, die durch die Wucht des Aufpralls mehrere Meter weit durch die Luft geschleudert wurde, auf dem Asphalt aufprallte und lebensgefährlich verletzt wurde. Eine weitere Polizistin konnte sich in letzter Sekunde durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen und gab einen Schuss auf den BMW ab.

Verfolgungsjagd endete nach zehn Kilometern

Doch der Tatverdächtige fuhr unbeirrt weiter. Die Polizei nahm mit mehreren Streifen die Verfolgung auf. Kurze Zeit später konnte der Mann im etwa zehn Kilometer von Winterthur entfernten Hofstetten von der Straße gedrängt und unverletzt festgenommen werden. Mehrere Polizeiautos wurden bei dem Einsatz beschädigt.

Die Staatsanwaltschaft für schwere Gewaltkriminalität in Zürich hat nun Anklage gegen den heute 22-jährigen Schweizer wegen versuchten Mordes, Diebstahls und zahlreicher weiterer Delikte erhoben, die der Mann zwischen dem Fahrzeugdiebstahl und seiner Festnahme in mehreren Kantonen begangen haben soll. Er befindet sich seit der Tat in Haft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.