Der in einen tödlichen Unfall bei Reutlingen verwickelte BMW war nach Angaben des Münchner Autokonzerns „kein autonom fahrendes Fahrzeug“. Das Unternehmen widersprach damit Angaben der Polizei, wonach es sich bei dem Unfallwagen „um ein Autonomes E-Testfahrzeug“ gehandelt habe.

BMW teilte am Dienstag mit: „Das Fahrzeug verfügt über Fahrerassistenzsysteme der Stufe 2, die heute bereits in Serienfahrzeugen verbaut sind und die Fahrerin und den Fahrer auf Wunsch unterstützen. Bei Level-2-Fahrzeugen bleibt die Fahrerin oder der Fahrer grundsätzlich immer in der Verantwortung.“ Erst bei hochautomatisierten Fahrzeugen ab Level 3 darf der Fahrer das Fahren unter bestimmten Voraussetzungen vollständig an das Fahrzeug delegieren.

SUV gerät in Kurve auf Gegenfahrbahn

BMW teilte mit: „Derzeit sind wir dabei, die genauen Umstände zu untersuchen. Selbstverständlich stehen wir dazu im engen Austausch mit den Behörden. Fest steht bereits: Das beteiligte BMW Fahrzeug war kein autonom fahrendes Fahrzeug.“

Bei dem Verkehrsunfall auf der B28 war am Montagnachmittag ein Mensch getötet worden, neun Menschen wurden schwer verletzt. Laut Polizei war der BMW iX eines 43-Jährigen – ein großer vollelektrischer SUV – aus bislang ungeklärten Gründen in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort hatte das Fahrzeug ein entgegenkommendes Auto gestreift.

Die 70 Jahre alte Fahrerin stieß in der Folge mit ihrem Wagen frontal in das Auto eines 32-Jährigen. Das Auto des Mannes kam von der Fahrbahn ab und begann sofort zu brennen. Im weiteren Verlauf prallte der BMW zudem frontal in ein weiteres Auto. Der 32 Jahre alte Fahrer des Wagens erlitt durch den heftigen Aufprall tödliche Verletzungen.

Auch ein Kind unter den Verletzten

In dem Wagen des 43-Jährigen befanden sich laut Polizei noch zwei Männer im Alter von 31 und 47 Jahren, sowie eine 42-Jährige und ein eineinhalb Jahre altes Kind. Sie wurden ebenso wie die anderen Fahrer und zwei jeweils 33 Jahre alte Beifahrer in zwei der anderen beteiligten Fahrzeuge schwer verletzt. Sie wurden in Kliniken gebracht. Die Verkehrspolizei Tübingen hat zusammen mit einem Sachverständigen Ermittlungen aufgenommen.

Der Rettungsdienst war unter anderen mit vier Rettungshubschraubern und zehn Rettungswagen vor Ort. Zudem rückten 80 Feuerwehrleute mit 15 Einsatzfahrzeugen aus. Die Bundesstraße 28 war infolge des Unfalls für mehrere Stunden voll gesperrt. Die Polizei schätzt den Schaden an den beteiligten Fahrzeugen auf rund 180.000 Euro. (dpa)