Mit der neuen Öffnungsstufen werden die Corona-Regeln in Baden-Württemberg noch einmal komplizierter. Was ab Montag, 7. Juni, gilt:

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen?

Immer erlaubt ist ein Treffen eines Haushaltes mit einer weiteren haushaltsfremden Person. Liegt die Inzidenz fünf Tage in Folge unter 100, dürfen wieder fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Liegt die Inzidenz fünf Tage stabil unter 50, dürfen zehn Personen aus drei Haushalten zusammenkommen. Kinder bis 13 Jahren zählen nie mit, wenn sie aus einem der Haushalte stammen. Bei einer Inzidenz unter 50 dürfen sogar bis zu fünf weitere Kinder dazukommen, die nicht aus einem der Haushalte kommen – sozusagen ein Kindergeburtstag-Paragraph.

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Paare gelten als ein Haushalt, auch wenn sie getrennt leben.

Die Regeln gelten überall: Drinnen wir draußen, im privaten wie im öffentlichen Raum.

Was gilt, wenn ich vollständig geimpft oder genesen bin?

Wer vollständig geimpft (14 Tage nach letzter Dosis) oder genesen ist (Nachweis über PCR-bestätigte Infektion, die mindestens 28 Tage und längstens sechs Monate her ist) zählt weder bei den Kontaktbeschränkungen als Person mit, noch muss er sich für irgendeine Aktivität testen lassen. Die Maskenpflicht gilt aber weiterhin.

Und wenn ich nicht geimpft bin, muss ich mich dann für alles testen lassen?

Nein – aber es gibt bei jeder Inzidenz Aktivitäten, die nur mit Test möglich sind. Wer also in die Stadt geht und alle Möglichkeiten ausschöpfen will, sollte sich testen lassen, um auf Nummer sicher zu gehen. Bei Inzidenzen unter 50 kann man etwa ohne Test einkaufen gehen, nicht aber ohne Test in ein Restaurant sitzen. Erst bei einer Inzidenz unter 35 entfällt die Testpflicht für Außen-Aktivitäten. Also etwa für einen Biergarten-Besuch, den Besuch einer Sportveranstaltung im Freien oder die Teilnahme an einer Freiluft-Kulturveranstaltung. Der Besuch der Innengastronomie ist immer nur mit Test möglich.

Und wie öffnet jetzt was und wann?

Wenn die Inzidenz in einem Kreis fünf Tage in Folge unter 50 liegt, dürfen die Läden wieder ohne Test- und Terminpflicht öffnen, Veranstaltungen sind bis zu einer gewissen Größe möglich und die Gastronomie darf bis 1 Uhr öffnen. Das ist der einfache Weg.

Es gibt auch noch einen komplizierten, der bei den derzeit stark sinkenden Inzidenzen aber kaum noch zum Tragen kommen wird: Liegt ein Kreis 14 Tage unter 100 und weitere 14 Tage später unter dem Ausgangswert nach den ersten 14 Tagen, gelten sehr ähnliche Regeln wie bei fünf Tagen unter 100. Das ist Stand 6. Juni aber zu vernachlässigen – nur vier Kreise im Land liegen überhaupt noch bei einer Inzidenz von über 50.

Kassiert werden die Lockerungen, wenn drei Tage in Folge der Lockerungswert (egal ob 35, 50, 100, 150) überschritten ist.

Welche Läden, Dienstleister und Freizeiteinrichtungen haben im ganzen Land immer testfrei geöffnet?

Wenn sie gar keine Lust auf einen Test haben, gibt es doch ein paar Dinge, die möglich sind. Man muss sie sich aber gezielt heraussuchen. Unabhängig von Inzidenzwerten haben derzeit ohne Testpflicht geöffnet: Supermärkte, Bäckereien, Metzgereien, Drogerien, Apotheken, Buchläden, Gärtnereien, Blumenläden, Kioske, Optiker, Banken, Poststellen, Geschäfte für Tierbedarf, Babyfachmärkte, Tankstellen, Reinigungen, KFZ- und Fahrrad-Werkstätten, Waschsalons. Auch diverse medizinische Dienstleistungen (etwa Physiotherapie) sind erlaubt. Baumärkte dürfen bei einer Inzidenz unter 100 ohne Termin und Test öffnen, von 100 bis 150 nur mit Test und Termin und darüber nur Abholangebote anbieten.

Was gilt im Sport?

Auch im Amateursport ist bei niedrigeren Inzidenzen wieder deutlich mehr möglich. Einen Überblick über die geltenden Regeln finden Sie ausführlich in diesem gesonderten Artikel.

Was wurde aus der Ausgangssperre?

Gibt es theoretisch noch, weil Teil der Bundesnotbremse. Liegt die kreisweite Inzidenz drei Tage in Folge über 100, müssen Kreise sie verhängen. Bei fünf Tagen unter 100 entfällt sie wieder – darunter gibt es keine vergleichbaren Regeln mehr. Derzeit (6. Juni) sind alle Kreise weit davon entfernt.

Ein Polizist kontrolliert in Stuttgart die nächtliche Ausgangssperre.
Ein Polizist kontrolliert in Stuttgart die nächtliche Ausgangssperre. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Und ich darf jetzt einfach wieder so für einen Tag in die Schweiz, und die Schweizer zu uns?

Ja. Die 24-Stunden-Regel gilt wieder wie in der Vergangenheit schon einmal: Egal aus welchem Anlass, Kurzausflüge ins oder aus dem Risikogebiet sind erlaubt. Es gilt dabei auch keine Test- oder Anmeldepflicht. Teile der Schweiz sind seit 6. Juni gar kein Risikogebiet mehr.

Was gilt bei Schulen und Kitas?

Kindertagesstätten dürfen derzeit grundsätzlich normal öffnen und alle Kinder betreuen – ab einer kreisweiten Inzidenz von 165 ist jedoch nur noch Notbetreuung erlaubt.

Für alle Schüler soll es mindestens Wechselunterricht geben, also teilweise in Präsenz unterrichtet werden. Jedoch gilt für Präsenzunterricht eine Testpflicht von zwei Corona-Schnelltests pro Woche. Und ab einer Inzidenz von 165 ist auch an Schulen nur noch Notbetreuung und ansonsten Distanzunterricht erlaubt.

Liegt die Inzidenz in den Stadt- und Landkreisen stabil unter 50 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen, dürfen neben den Grundschulen auch die weiterführenden Schulen ihre Pforten nach den Pfingstferien wieder für alle Kinder und Jugendlichen öffnen. In Regionen mit einer Inzidenz über 50 gibt es an weiterführenden Schulen Wechselunterricht.

Neu ist, das Lehrer den Schülern Schnelltests bescheinigen können und diese für die Schüler dann 60 Stunden lang gültig sind. Sie berechtigten zu allen Aktivitäten, für die ein Test nötig ist.