Mit der Notbremse werden die Corona-Regeln in Baden-Württemberg noch einmal komplizierter. Das gilt ab Montag, 19. April:

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen?

Bei einer kreisweiten Inzidenz unter 100 dürfen sich privat maximal zwei Haushalte treffen und dabei nicht mehr als fünf Personen über 14 Jahren zusammenkommen. Jüngere Kinder zählen nicht mit, müssen aber auch aus diesen beiden Haushalten kommen. Paare gelten als ein Haushalt, auch wenn sie getrennt leben. Ausnahmen für Verwandte gibt es nicht.

Liegt die Inzidenz in einem Kreis drei Tage in Folge über 100, ist darf sich ein Haushalt nur noch mit einer einzigen weiteren Person treffen. Die Ausnahmen für Kinder und Paare bleiben aber bestehen.

Die Regel gelten in beiden Fällen sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum – also für Familientreffen ebenso wie für Jogging-Runden, für Geburtstage wie für Ausflüge.

Wo muss ich Maske tragen?

Maskenpflicht herrscht in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden, in Läden, bei Frisören und ähnlichen Einrichtungen, in Privatautos, wenn Personen aus einem zweiten Haushalt im Wagen sitzen und in Arztpraxen. Auch am Arbeitsplatz kann eine Maskenpflicht gelten – darüber informieren aber die jeweiligen Firmen. Ebenso können Kommunen eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum verhängen. Nur medizinische Masken gelten als ausreichend, also die leichten OP-Masken oder FFP2/KN95-Masken. Selbstgenähtes reicht nach der Landesverordnung nicht aus.

Auch unter freiem Himmel kann eine Maskenpflicht herrschen – falls Kommunen sie anordnen.
Auch unter freiem Himmel kann eine Maskenpflicht herrschen – falls Kommunen sie anordnen. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Gibt es eine nächtliche Ausgangssperre?

Nicht generell. Landkreise müssen sie nun aber verhängen wenn die Inzidenz drei Tage in Folge über 100 liegt. Sie gilt dann von 21 bis 5 Uhr, mit Ausnahmen für Arbeitswege, Gassi gehen oder dringende medizinische oder pflegerische Fahrten. Einen tagesaktuellen Überblick über die Inzidenz in Ihrem Kreis finden sie beispielsweise in unserem Corona-Ticker.

Welche Läden und Dienstleister haben im ganzen Land geöffnet?

Unabhängig von Inzidenzwerten haben derzeit geöffnet: Supermärkte, Bäckereien, Metzgereien, Drogerien, Apotheken, Gärtnereien, Blumenläden, Kioske, Optiker, Banken, Poststellen, Geschäfte für Tierbedarf, Babyfachmärkte, Tankstellen, Reinigungen, KFZ- und Fahrrad-Werkstätten, Waschsalons. Auch diverse medizinische Dienstleistungen (etwa Physiotherapie) sind erlaubt.

Ebenfalls haben Frisöre immer geöffnet. Liegt die Inzidenz im Kreis jedoch über 100, ist ein tagesaktueller negativer Schnelltest für den Frisörbesuch Vorschrift. Davon ausgenommen sind wiederum vollständig geimpfte Menschen (ab 14 Tage nach Zweitimpfung) und Menschen die in den vergangenen sechs Monaten eine Corona-Erkrankung überstanden haben.

Baumärkte haben wie Buchläden nur bei niedrigen Inzidenzen geöffnet. Gartenmärkte dürfen dagegen immer öffnen.

Welche Läden und Dienstleister haben nur bei niedrigen Inzidenzen geöffnet?

Einzelne Stadt- und Landkreise können bei niedriger Inzidenz bestimmte Öffnungen vornehmen. Bei einer Inzidenz unter 50 kann aller Einzelhandel öffnen. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 ist Einkaufen mit Terminvereinbarung möglich, diese Vereinbarung kann auch spontan beim Eintritt in den Laden erfolgen (Click and Meet).

Ab einer Inzidenz von 100 ist nur das Bestellen per Telefon oder Internet möglich, Waren können dann am Laden abgeholt werden (Click and Collect). Das Land hatte am Freitag zwar angekündigt, dieses Möglichkeit verbieten zu wollen. In der endgültigen Verordnung ist davon jedoch keine Rede mehr, Click and Collect darf weiter angeboten werden.

Die Kreise informieren darüber, welche Regeln gelten, sie können sie im Rhythmus weniger Tage ändern.

Was ist mit der Gastronomie?

Sie ist ausnahmslos geschlossen – außer es gibt einzelne Modellprojekte in Kommunen. Grundsätzlich gilt aber: Innen wie außen darf niemand bedient werden. Erlaubt sind ausschließlich Abhol- und Lieferangebote.

Die Stühle müssen oben bleiben – die Gastronomie darf nicht öffnen.
Die Stühle müssen oben bleiben – die Gastronomie darf nicht öffnen. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Was gilt bei Schulen und Kitas?

Kindertagesstätten dürfen derzeit grundsätzlich normal öffnen und alle Kinder betreuen – ab einer kreisweiten Inzidenz von 200 ist jedoch nur noch Notbetreuung erlaubt.

Grundsätzlich sollen alle Klassenstufen in den Wechselunterricht zurückkehren.  Jedoch gilt dabei eine Testpflicht von zwei Corona-Schnelltests pro Woche. Und ab einer Inzidenz von 200 ist auch an Schulen nur noch Notbetreuung von Klasse 1 bis 7 erlaubt, mit Ausnahmen für Abschlussklassen und sonderpädagogische Einrichtungen. Auch in der Notbetreuung herrscht eine Testpflicht.

Welche Regeln gelten beim Grenzübertritt in Nachbarländer wie die Schweiz?

Solange die Schweiz, Österreich und Frankreich als Risikogebiet eingestuft werden, gelten beim Grenzübertritt strenge Regeln. Grundsätzlich braucht man einen triftigen Grund für den Aufenthalt dort (Einkaufen und Tourismus fallen nicht darunter), wenn man danach nicht in Quarantäne will. Die Regeln enthalten jedoch zahlreiche Ausnahmen – einen Überblick finden Sie hier.