Irgendwo zwischen Heimat und Fernweh liegt die Welt des Überlinger Fotografen Achim Mende. Wer sie betritt, wird fasziniert sein und einen ganz neuen Blick auf das entwickeln, was uns umgibt. So wie in der Ausstellung „Crazy Little Planet“, verrückter kleiner Planet, die jetzt die Städtische Galerie Überlingen am Bodensee zeigt. Doch so verrückt wie die gegenwärtigen Zeiten sind die 59 Exponate, die hier als hochwertige Digitaldrucke zu sehen sind, auch wieder nicht. Sie sind nur ganz anders, als das was man gemeinhin unter eindrucksvollen Fotografien versteht. „Sie sollten eigentlich alles vergessen, was Sie über Fotografie wissen“, formuliert es Mende.

Europapark: Für das aus über 100 Aufnahmen berechnete Bild hatte Mende sechs hochauflösende Kameras an der Gondel des Europapark-Towers montiert: „Die haben gleichzeitig ausgelöst, dann drehte der Turmwart die Gondel um 30 Grad weiter.“
Europapark: Für das aus über 100 Aufnahmen berechnete Bild hatte Mende sechs hochauflösende Kameras an der Gondel des Europapark-Towers montiert: „Die haben gleichzeitig ausgelöst, dann drehte der Turmwart die Gondel um 30 Grad weiter.“ | Bild: Achim Mende

Bei „Crazy Little Planet“ handele es sich „vermutlich“ um die weltweit erste Ausstellung der 360-Grad-Panorama-Fotografie, erläutert der auch für das SÜDKURIER-Medienhaus tätige Fotograf. „Wir betreten in einzigartiger Weise fotografisches Neuland“, sagt Mende über das Gemeinschaftsprojekt mit seinem Sohn Jean-Paul.

Die Fotoschau sei „gemacht für die Herausforderungen dieser Tage“ und nicht nur physisch, sondern parallel auch im virtuellen Raum erlebbar. Zu jeder Fotografie gibt es einen QR-Code: Einmal angeklickt, entführt er den Ausstellungsgast in die virtuelle Welt, vorausgesetzt, dieser hat Smartphone, Tablet oder Laptop dabei. „Hinter jedem Bild steckt eine Panorama-Tour, jedes Bild erzählt eine spannende Geschichte“, so Mende, der es als persönliche Herausforderung sieht, die Welt von oben und insbesondere die Schönheiten vor der eigenen Haustür neu zu entdecken.

Venedig: „Das zentrale Motiv der Ausstellung ist Venedig“, sagt Mende. „Diese Bilder sind auch Teil unseres Vater-Sohn-Projektes, weil er der begnadete Drohnenpilot ist“. Die Lagunenstadt fasziniere, das mediterrane Licht, „das haben wir am Bodensee auch.“
Venedig: „Das zentrale Motiv der Ausstellung ist Venedig“, sagt Mende. „Diese Bilder sind auch Teil unseres Vater-Sohn-Projektes, weil er der begnadete Drohnenpilot ist“. Die Lagunenstadt fasziniere, das mediterrane Licht, „das haben wir am Bodensee auch.“ | Bild: Achim Mende

Zu sehen sind in der „verrückten“ Welt der 360-Grad-Panorama-Fotografie Impressionen von seiner Heimatstadt Überlingen, vom Bodensee, von Baden-Württemberg – von der ganzen Welt: Von Venedig über Thailand und Singapur bis hin zum Uluru, dem auch Ayers Rock genannten Inselberg in der zentralaustralischen Wüste. Die norditalienische Lagunenstadt hat Mende ganz bewusst als Plakatmotiv und als zentralen Einstieg in die Ausstellung gewählt. Denn mit Venedig verbindet er Themen wie Kultur, Reise, Sommer, mediterranes Licht, „wie wir es am Bodensee auch haben“.

Und: „Ich bin glücklich, dass das damals geklappt hat, es bewegt mich noch heute“, sagt Mende über die Fotografien, die im Vorjahr während der Osterferien entstanden sind, als das Reisen noch unproblematisch war.

Bild: Achim Mende

Für die Erstellung der Panoramen verwendet der Fotograf Objektive und Kameras mit der höchsten Auflösung, darunter Objektive mit 24 und 36 Linsen. Besondere Dienste leisten ihm speziell ausgerüstete Hightech-Drohnen, für die in erster Linie sein Sohn Jean-Paul zuständig ist. „Ohne ihn hätte ich das Ganze nicht stemmen können“, beteuert Achim Mende. „Es handelt sich um ein Vater-Sohn-Projekt.“

Geöffnet bis Sonntag, 10. Oktober, Städtische Galerie Überlingen, Landungsplatz/Seepromenade 2, dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags, 11 bis 17  Uhr. Eintritt: 5,50 Euro.