Nach rund drei Monaten sollten in der Nacht zu Montag die coronabedingten Kontrollen an den deutschen Grenzen enden: Eine entsprechende Anweisung hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der Bundespolizei erteilt. Somit kann der Verkehr zwischen Deutschland und der Schweiz frei fließen, die Grenze darf ohne die Angabe von Gründen passiert werden.

„Ich bin froh, dass wir bei aller Vorsicht jetzt wieder mehr Freiheit wagen können“, sagte Innenminister Horst Seehofer vorab. Seit dem Beginn der Kontrollen am 16. März bis zum 11. Juni hätten Polizisten an den Grenzen 196.000 Menschen zurückgewiesen. Rund 6000 Beamte seien täglich im Einsatz gewesen.

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Auch Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) begrüßte den Wegfall der Kontrollen. Seehofer habe ihm versichert, dass seitens der Bundespolizei „synchron“ mit Frankreich und der Schweiz vorgegangen werde, hieß es von Strobl. Das bedeute, dass die Kontrollen gleichzeitig wegfallen, sowohl auf deutscher als auch auf französischer und schweizerischer Seite. Zunächst hatte Berlin erst in der Nacht auf Dienstag öffnen wollen – 24 Stunden später als die Nachbarn.

Der Einsatz regionaler Abgeordneter in Berlin

Für eine möglichst frühe und koordinierte Öffnung der Grenze hatten sich die CDU-Abgeordneten Andreas Jung (Konstanz) und Felix Schreiner (Waldshut) eingesetzt. Sie hatten als „randständige Abgeordnete“ Druck innerhalb der CDU/CSU-Fraktion gemacht und auf die unbefriedigende Situation zwischen Südbaden und den Schweizer Kantonen aufmerksam gemacht. Der Unions-Fraktionsvize Jung hatte vor allem den Mangel an Zusammenarbeit beklagt. Deutsche und Schweizer Behörden hatten sich kaum abgestimmt in der Corona-Krise. „Die Lehre für die Zukunft lautet, dass wir an der Grenze gemeinsam handeln“, sagte Jung dem SÜDKURIER.

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Damit enden auch Wochen, die von vielen Bürgern auf beiden Seiten der Schlagbäume als Zumutung und psychische Belastung empfunden wurden. Familien, Paare und Generationen waren durch die Schließung getrennt worden. Vom Grenzchaos war die Rede. Das Innenministerium in Berlin hielt sich zum Teil nicht an die eigenen Zusagen. In der süddeutschen Öffentlichkeit entstand der Eindruck, dass Berlin unkoordiniert und teils gegen die Interessen der Bürger handele.