Drei Festnahmen an einem Tag – das sei „schon ein schöner Fahndungserfolg, der nicht jede Woche vorkommt, aber auch nicht selten ist“, sagt Daniela Schmidt von der Bundespolizei Konstanz dem SÜDKURIER. Wie kam es dazu?

Die erste Festnahme ereignete sich bereits am frühen Morgen des 11. September am Bahnhof Konstanz. Bundespolizisten kontrollierten einen jungen Mann. Beim Abgleich seiner Personalien mit einer Fahndungsdatenbank entdeckten die Beamten einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Konstanz, der auf den 25-Jährigen ausgestellt war.

Ein Jahr Haft wegen Drogendelikt

Das Amtsgericht Singen hatte den Mann wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Der deutsche Staatsbürger dürfte sich jedoch der Haft entzogen haben, hieß es. Aus diesem Grund nahmen ihn die Polizisten an Ort und Stelle fest und brachten ihn in die Justizvollzugsanstalt Konstanz.

Christoph Förster am Bahnhof Konstanz bei einem Einsatz der Bundespolizei gegen illegale Migration.
Christoph Förster am Bahnhof Konstanz bei einem Einsatz der Bundespolizei gegen illegale Migration. | Bild: Mirjam Moll

Wenige Stunden später fiel Bundesbeamten erneut ein Mann am Bahnhof Konstanz auf. Nach einer Kontrolle stellte sich heraus, dass die Staatsanwaltschaft München den 38-Jährigen aus Ungarn per Haftbefehl wegen Fahrens ohne Führerschein sucht. Da der Mann die geforderte Geldstrafe in Höhe von unter 1000 Euro nicht begleichen konnte oder wollte, brachten die Polizisten auch den 38-Jährigen in die Justizvollzugsanstalt Konstanz.

Kommt er der Zahlungsaufforderung weiterhin nicht nach, muss der Mann 25 Tage Ersatzfreiheitsstrafe absitzen. „Er hat jedoch jederzeit die Möglichkeit, die Geldstrafe zu begleichen, die mit jedem Tag Haft weniger wird“, sagt Daniela Schmidt.

Haftstrafe abgewendet

Am Ende des Tages kam es dann zur dritten und letzten Festnahme am Grenzübergang Autobahn Konstanz/Kreuzlingen. Bei der Überprüfung eines Reisebusses, der von Zürich nach Berlin unterwegs war, stellten Bundespolizisten einen Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Konstanz gegen einen deutschen Reisenden fest.

Der 48-Jährige hatte bereits 2019 wegen Trunkenheit im Verkehr eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro erhalten, die er bis zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht beglichen hatte. Die drohende Ersatzfreiheitsstrafe konnte er durch die Zahlung des offenen Betrags abwenden und im Anschluss seine Reise in Richtung Berlin fortsetzen.