Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 31. August: 

22.43 Uhr: Filmfestival von Venedig beginnt

In Venedig beginnt am Mittwoch das alljährliche Filmfestival. Nachdem die Mostra im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie in deutlich kleinerem Rahmen stattgefunden hatte, werden diesmal eine ganze Reihe von Stars auf dem roten Teppich erwartet. Eröffnet wird das Festival mit „Parallel Mothers“ des Spaniers Pedro Almodóvar mit Penelope Cruz in einer der Hauptrollen.

22.23 Uhr: Ermittlungen wegen gefälschter Impfbescheinigungen

Weil ein Karlsruher Arzt gefälschte Corona-Impfbescheinigungen ausgestellt haben soll, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft. Bei Durchsuchungsmaßnahmen am Dienstagmorgen sei Beweismaterial sichergestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit. Der Arzt soll Bescheinigungen für eine Covid-19-Impfung ausgestellt haben, ohne zu impfen. Dem Mediziner würden Vergehen nach dem Infektionsschutzgesetz vorgeworfen, wie das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnissen und Beihilfe zur Urkundenfälschung. Zuvor waren im Polizeipräsidium Karlsruhe mehrere Anzeigen und Hinweise eingegangen.

21.15 Uhr: Silvesterparty am Brandenburger Tor soll stattfinden

Bei der traditionellen Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin soll nach einem Jahr Corona-Zwangspause wieder Live-Publikum mitfeiern können. Auch ein Feuerwerk sei wieder geplant, teilte der Veranstalter am Dienstag mit. Wie viele Leute kommen können, steht noch nicht fest und hängt von den Auflagen Ende des Jahres ab. Die Party am Brandenburger Tor ist mit Hunderttausenden Menschen in normalen Jahre die größte Silvesterfeier in Deutschland. Silvester 2020 sendete das ZDF wegen der Pandemie eine Show ohne Zuschauer vom Brandenburger Tor.

18.31 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten im Südwesten leicht gesunken

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten im Südwesten ist heute leicht gesunken. Laut DIVI-Intensivregister wurden in baden-Württembergischen Intensivstationen 121 Menschen mit Covid-19-Erkrankungen behandelt, 2 weniger als am Vortag, teilte das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart mit.

In den vergangenen Tagen war die Zahl der Corona-Intensivpatienten jedoch gestiegen: Eine Woche zuvor lag sie noch bei 92. 5,2 Prozent der betreibbaren Intensivbetten im Südwesten waren Stand Dienstag laut LGA mit Covid-19-Fällen belegt, am Montag waren es noch 4,5 Prozent. Die sogenannte Hospitalisierung soll inzwischen stärkeres Gewicht als die Inzidenz bei der Beurteilung der Situation haben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der erfassten Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - stieg demnach unterdessen leicht auf 78,4 nach zuletzt 77,9 am Vortag.

17 Uhr: Debatte um Impfstatusabfrage: Altmaier unterstützt Arbeitgeber

In der Debatte um eine mögliche Impfstatusabfrage unter Beschäftigten hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Position der Arbeitgeber unterstützt. Altmaier sagte am Dienstag in Berlin, an vielen Orten in Deutschland müssten die Bürgerinnen und Bürger Auskunft geben über ihren Status, um Zutritt zu erlangen etwa zu Restaurants. „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass auch im betrieblichen Arbeitsprozess, dort, wo Auskünfte über den Impfstatus notwendig sind und sinnvoll sind, um die innerbetrieblichen Abläufe zu erleichtern, diese Auskünfte gegeben werden sollen.“ Er werde sich dafür in der Bundesregierung einsetzen.

Dies ist allerdings innerhalb der Regierung umstritten. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, hatte am Montag erklärt: „Unternehmen und Betriebe brauchen jetzt eine klare Ansage, dass sie den Impfstatus ihrer Beschäftigten erfragen dürfen, um die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit aller ihrer beschäftigten Mitarbeiter sicherzustellen.“

15 Uhr: Tanzen ohne Maske in Clubs im Südwesten bald wieder möglich

Club-Besucher dürfen im Südwesten bald unter bestimmten Bedingungen wieder ohne Maske tanzen. Wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mitteilte, sei dies durch ein mit dem Gesundheitsministerium ausgearbeitetes und am Montag beschlossenes Muster-Hygienekonzept möglich. Allerdings brauchen alle Clubs für das maskenlose Tanzen eine Genehmigung des jeweiligen Gesundheitsamtes.

Ein genaues Datum für die Lockerung könne man daher nicht nennen, sagte ein Sprecher des Verbands. „Aber wir gehen davon aus, dass das zügig funktioniert, weil die Regeln jetzt klar sind.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei die Belüftung des jeweiligen Clubs. Betriebe, die mit ihrer Lüftungsanlage eine Frischluftzufuhr von mindestens 40 Kubikmetern pro Stunde und Person gewährleisten können, dürfen unter Beachtung der 3G-Regel bei voller Kapazität öffnen und Tanzen ohne Masken erlauben.

12.32 Uhr: Kabinett bringt Pläne für neue Corona-Indikatoren auf den Weg

Das Bundeskabinett hat den von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Vorschlag für neue Indikatoren zur Bewertung der Corona-Lage auf den Weg gebracht. „Wesentlicher Maßstab“ für zu ergreifende Schutzmaßnahmen soll demnach insbesondere die Zahl der in regionalen Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sein, wie aus dem vom Kabinett im Umlaufverfahren beschlossenen Formulierungsvorschlag hervorgeht.

Wann kritische Schwellen erreicht sind, sollen die Länder festlegen. Spahn sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Je weniger Menschen wegen Covid im Krankenhaus behandelt werden müssen, desto mehr Freiheit ist möglich.“ An diesem Leitsatz sollten die Länder künftig ihre Pandemiepolitik ausrichten. „Bei hoher Impfquote wird die Inzidenz nicht überflüssig, aber sie verliert an Aussagekraft.“

Die Formulierungshilfe für die Koalitionsfraktionen von Union und SPD soll nun im Bundestag weiter beraten und voraussichtlich in der kommenden Woche beschlossen werden.

11.50 Uhr: EU erreicht wichtiges Ziel bei Impfkampagne

Die Europäische Union hat im Kampf gegen das Coronavirus ein wichtiges Ziel erreicht. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sind mittlerweile 70 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. „Das sind mehr als 250 Millionen Menschen, die immunisiert sind“, erklärte die Chefin der Exekutive der EU am Dienstag. Sie sprach von einer „großen Leistung“ und einem „Meilenstein“.

Die EU hat damit eine erfolgreiche Aufholjagd hingelegt. So waren zum Beispiel die USA anfangs deutlich schneller darin gewesen, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Dies lag vor allem daran, dass in der EU anfangs nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung stand. Heute liegen die Vereinigten Staaten bei der Immunisierungsquote hinter der EU.

10.48 Uhr: Lauterbach plädiert für bundesweit einheitliche Corona-Hospitalisierungsraten

Bei der Debatte um die künftigen Richtwerte in der Corona-Pandemie hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach deutschlandweit einheitliche Quoten bei den Klinik-Einlieferungen von Corona-Patienten gefordert. Er sei dafür, "dass wir bundesweit einheitliche Hospitalisierungsraten festlegen", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sonst droht ein Flickenteppich." Lauterbach sprach sich auch weiterhin für die Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz aus.

Derzeit sei der Wert, ab dem es kritisch werden könnte, "regional sehr unterschiedlich", erklärte der SPD-Politiker. So hänge die Bedeutung der Hospitalisierungsquote etwa davon ab, "wie viele Geimpfte und wie viele Krankenhausbetten es in einer Region gibt". Auch der Altersdurchschnitt spiele eine Rolle. Wenn die Hospitalisierungsquote in einem Bundesland mit hohem Altersdurchschnitt stark ansteige, "hat dies eine andere Bedeutung als in einer Studentenstadt mit vielen jüngeren Bewohnern", sagte Lauterbach.

Lauterbach sprach sich daher dafür aus, die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner weiterhin als ein Gesichtspunkt zu berücksichtigen. "Eine eindeutige Verknüpfung von Inzidenz und Hospitalisierung ist notwendig und wird im Zuge der parlamentarischen Beratungen noch kommen. Sonst ergibt es keinen Sinn", sagte Lauterbach.

9.25 Uhr: Lucha kritisiert Impfverweigerer und bringt 2G-Regel ins Gespräch

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat im Radiosender SWR Aktuell diejenigen scharf kritisiert, die sich nicht impfen lassen wollen. Jeder, der sich nicht impfen lasse, gefährde die gesamtmedizinische Versorgung, sagte er dem Sender am Dienstag. Herzinfarkte oder Schlaganfälle könnten dann unter Umständen wegen der Überlastung des Personals nicht mehr behandelt werden. „Wir haben es aufgebraucht, wir haben es "verbrannt", um es mal drastisch zu sagen, nur weil manche zu bequem sind, zum Impfen zu gehen.“

Inzwischen gebe es eine „Pandemie der Ungeimpften“: Die Sieben-Tages-Inzidenz bei Geimpften liege bei 13, die der Ungeimpften bei knapp 150. Sollten sich die Zahlen nicht verbessern, sei auch eine sogenannte 2G-Regel der „richtige Schritt“, sagte er dem Sender weiter. 2G bedeutet, dass nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants besuchen dürfen.

8.36 Uhr: Spahn hält vorübergehende Gesetzesänderung für Impfabfrage bei der Arbeit für sinnvoll

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kann sich vorstellen, dass Arbeitgeber Mitarbeiter nach ihrem Corona-Impfstatus fragen dürfen. Er sei hin- und hergerissen, ob das Gesetz geändert werden solle, damit Arbeitgeber zumindest für die nächsten sechs Monate fragen dürften, sagte der CDU-Politiker am Montagabend in der ARD-Sendung „Hart aber fair“. So werde es ja im Restaurant auch gemacht. Auf die Frage, wie seine Haltung dazu sei, sagte Spahn: „Ich tendiere zunehmend zu ja.“ Der Minister argumentierte: „Wenn alle im Großraumbüro geimpft sind, kann ich damit anders umgehen, als wenn da 50 Prozent nicht geimpft sind.“

Einer Impfpflicht auch für bestimmte Berufsgruppen wie den Pflegeberufen erteilte Spahn erneut eine Absage. Es sei seine Sorge, „dass eine verpflichtende Impfung - auch berufsgruppenbezogen - am Ende das nicht leichter macht, dass wir alle dabeibehalten, sondern wir viele auf diesem Weg verlieren werden“.

7.10 Uhr: Bundesweite Inzidenz sinkt erstmals seit Anfang Juli

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erstmals seit Anfang Juli wieder gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag sie bei 74,8 - am Vortag hatte der Wert 75,8 betragen, vor einer Woche 58,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5750 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 60 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 42 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.942.856 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 30. August: 

21.41 Uhr: Neue Corona-Variante beschäftigt Wissenschaftler in Südafrika

Eine neue Corona-Variante mit einer ungewöhnlich hohen Mutationsrate beschäftigt derzeit Wissenschaftler in Südafrika. Die Verbreitung der als C.1.2 bezeichneten Variante habe in den vergangenen Monaten leicht zugenommen, erklärte das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten (NICD) am Montag. C.1.2 wurde demnach in allen neun südafrikanischen Provinzen nachgewiesen. Auch in China, Mauritius, Neuseeland und Großbritannien wurde die Variante bereits festgestellt.

Die NICD-Wissenschaftlerin Penny Moore betonte, dass die Verbreitung von C.1.2 nach wie vor "sehr gering" sei. Vorhersagen dazu, ob die bestehenden Corona-Impfstoffe auch gegen diese Variante wirkten, könnten deshalb noch nicht getroffen werden. Sie sei jedoch "zuversichtlich, dass die in Südafrika verwendeten Vakzine uns weiterhin gegen schwere Erkrankungen und Tod schützen werden". 

20.55 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Israel überschreitet Marke von 7000

Die Zahl der Todesfälle in Israel im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat die Marke von 7000 überschritten. Die Gesamtzahl der Menschen, die nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben, stieg auf 7030, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Die Marke von 6000 Todesfällen war in Israel am 15. März überschritten worden. Zum Jahreswechsel hatte die Zahl der Toten etwa 3400 betragen, Anfang Februar waren 5000 verzeichnet worden.

19.31 Uhr: Ein Viertel der Corona-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen

Jede vierte Corona-Infektion in den vergangenen sieben Tagen ist bei einem Kind oder einem Jugendlichen registriert worden. Der Anteil der Infizierten im Alter über 60 Jahre liege dagegen nur bei sieben Prozent, teilte das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart mit. Wenngleich das Amt seit Anfang Juli einen Anstieg der Ansteckungen und der sogenannten 7-Tage-Inzidenz - also der erfassten Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - beobachtet, ging dieser Wert am Montag zunächst leicht zurück.

Die landesweite Inzidenz lag nach LGA-Angaben bei 77,9 nach zuletzt 78,5 am Vortag. Sechs Landkreise haben inzwischen die Inzidenzmarke von 100 überschritten. Die höchste Inzidenz hat weiterhin der Stadtkreis Heilbronn mit 143,1, danach folgen der Stadtkreis Baden-Baden mit 124,4 und Mannheim mit 106,2. Das landesweit geringste Infektionsgeschehen gibt es derzeit im Kreis Emmendingen mit einer Inzidenz von 36,6.

18 Uhr: EU empfiehlt wieder Beschränkungen für Reisende aus den USA

Die EU empfiehlt wieder strengere Einreiseregeln für Menschen aus Ländern wie den USA und Israel. Insgesamt sechs Staaten wurden von der Liste der Drittländer gestrichen, für die keine Corona-Beschränkungen mehr gelten sollen, wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte. Grund sind insbesondere hohe Inzidenzzahlen. Neben den USA und Israel sind auch Nordmazedonien, Montenegro, das Kosovo sowie der Libanon betroffen.

Für Menschen, die aus den USA und Israel sowie den genannten Balkanstaaten nach Deutschland einreisen wollen, werden die Änderungen allerdings keine Konsequenzen haben. Die Bundesrepublik stuft die Länder bereits seit einiger Zeit als Hochrisikogebiete ein. Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen deswegen derzeit für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

16 Uhr: Urteile zu FFP2-Maskenbestellungen: Bund soll Millionen zahlen

Im Streit um die Bestellung von FFP2-Masken hat das Bonner Landgericht den Bund zur Zahlung von insgesamt etwa 26 Millionen Euro verurteilt. In den Prozessen geht es um FFP2-Masken, die zu Beginn der Corona-Pandemie zwar bestellt, aber vom Bund nicht bezahlt wurden. Begründet wurde das mit mangelnder Qualität. Eine Sprecherin des Gerichts sagte nun, es habe bereits drei sogenannte Vorbehaltsurteile gegeben.

Bei einem Richterspruch geht es den Angaben nach um rund 15,4 Millionen Euro, in zwei anderen um 1,7 beziehungsweise 5,8 Millionen Euro.

14 Uhr: Athen setzt ab Mittwoch Impfpflicht im Gesundheitssektor durch

Die griechische Regierung besteht auf der angekündigten Impfpflicht für den Gesundheitssektor von Mittwoch an. Das Gesetz werde uneingeschränkt ab 1. September Anwendung finden, bestätigte nun der griechische Regierungssprecher Giannis Oikonomou bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte eine Abteilung des griechischen Verwaltungsgerichts mehr als 100 Anträge von Ärzten und Krankenhausverwaltungen abgelehnt. Sie hatten gefordert, das Gesetz per einstweiliger Verfügung einzufrieren, bis der höchste griechische Gerichtshof entscheidet.

13 Uhr: Merkel: 3G-Regel in Zügen kann sinnvolle Maßnahme sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine 3G-Regel zum Schutz vor Corona-Ansteckungen in Fernzügen trotz Bedenken aus Ministerien weiter für eine „mögliche und sinnvolle Maßnahme“. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er verwies darauf, dass es in Frankreich seit Anfang August die 3G-Regel im Fern-Bahnverkehr gebe, Italien werde dies ab Anfang September tun.

Dort sei die Regel nicht „unmöglich oder unkontrollierbar“. Mehrere Bundesministerien dagegen haben Bedenken gegen eine 3G-Regel in Fernzügen deutlich gemacht. Eine Durchsetzung wäre „praktisch nicht durchführbar“, heißt es in einem Papier des Verkehrs-, Gesundheits- sowie Innenministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

11.28 Uhr: Lehrerverband im Südwesten hält Lockerungen an Schulen für „unverantwortlich“

Der Philologenverband hält die Lockerungen der Corona-Regeln an Schulen und Kitas für „unverantwortlich“. Ralf Scholl, Chef des baden-württembergischen Verbands der Gymnasiallehrer, sagte am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: „Es ist völlig leichtsinnig, die Sicherheitsmaßnahmen abzubauen. Ich gehe deshalb davon aus, dass im Herbst Corona an den Schulen massiv toben wird.“ Es sei „hanebüchen“, wenn Kinder unter sechs Jahren gar nicht mehr getestet werden müssten. Auch dass bei einem Corona-Fall in den weiterführenden Schulen die Mitschüler statt in Quarantäne nur noch fünf Tage lang täglich getestet werden sollen, sei unverständlich. „Das sorgt natürlich für die Weiterverbreitung des Coronavirus, weil die Schnelltests erst drei bis vier Tage danach anschlagen.“

Scholl monierte auch, dass es in der neuen Verordnung der grün-schwarzen Landesregierung heiße, dass Schülerinnen und Schüler möglichst eineinhalb Meter Abstand halten sollten. Er frage sich, wie das in vollen Klassenzimmern gehen solle. „Das ist alles Makulatur“, schimpfte der Verbandschef. Man könne schon in Nordrhein-Westfalen sehen, wo die Schule wieder begonnen hat, wie die Corona-Zahlen unter Kinder und Jugendlichen in die Höhe schießen. Scholl sagte: „Mach nur weiter so, Baden-Württemberg, dann überholen wir NRW noch.“

9.50 Uhr: WHO und Unicef fordern Priorisierung von Lehrern bei Corona-Impfungen

Mit Blick auf den bevorstehenden Schulbeginn haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk Unicef eine Priorisierung von Lehrern und Angestellten an Schulen bei den Corona-Impfungen gefordert. Die Organisationen riefen Staaten in Europa und Zentralasien in einer am Montag veröffentlichten Erklärung dazu auf, eine Impfstrategie zu erarbeiten, um Präsenzunterricht wieder zu ermöglichen. Das Lernen im Klassenzimmer sei „von größter Bedeutung für die Bildung, die psychische Gesundheit und die sozialen Fähigkeiten der Kinder“, erklärte der WHO-Europadirektor Hans Kluge. Die Pandemie habe „die katastrophalste Störung des Bildungswesens in der Geschichte verursacht“.

Die Organisationen riefen erneut zu einer Corona-Impfung von Kindern ab zwölf Jahren auf, die unter gesundheitlichen Problemen leiden. Sie erinnerten zudem an die Bedeutung von Hygieneregeln, darunter regelmäßiges Lüften und Corona-Tests bei Schulkindern.

8.28 Uhr: Spahn sieht 3G-Regel in Zügen nicht kommen

Die sogenannte 3G-Regel in Fernzügen wird wohl nicht eingeführt werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Sonntagabend bei Bild TV: „Ich sehe es nicht kommen.“ Dies sei das Ergebnis einer Prüfung durch die Fachressorts. Dabei sei es um die Frage gegangen, ob eine solche Regel in Zügen eine Rechtsgrundlage habe, ob sie praktikabel und umsetzbar sei und ob sie infektiologisch erforderlich sei. Demnach hätten nur noch Corona-Geimpfte, -Genesene oder -Getestete (3G) Züge nutzen dürfen.

Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag bestätigt, dass die Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie eine 3G-Regel für Fernzüge prüfe, um die hohen Corona-Fallzahlen einzudämmen. In Deutschland gilt die 3G-Regel bislang nur bei Auslandsflügen und in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens - etwa beim Restaurantbesuch in Innenräumen. Kritik an dem Plan war aus den Reihen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gekommen.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 75,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 75,8. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 4559 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum wurde mit zehn angegeben. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 56,4.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.937.106, die der Todesfälle auf insgesamt 92.140. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI 3.731.900. Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 29. August:

21.45 Uhr: Kanzlerkandidaten schließen weiteren Corona-Lockdown aus – Laschet, Scholz und Baerbock fordern aber deutlich höhere Impfquote

Ungeachtet steigender Corona-Zahlen haben die Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Unionskandidat Armin Laschet (CDU), SPD-Kandidat Olaf Scholz und die Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock mahnten in der Fernsehdebatte am Sonntagabend in den Sendern RTL und ntv aber eine deutlich höhere Impfquote an. Einig waren sie sich auch darin, dass die Schulen nicht wieder geschlossen werden sollen. Laschet, Scholz und Baerbock mahnten aber grundsätzlich Vorsicht an.

Es seien jetzt so viele geimpft, dass es keinen Lockdown geben könne, sagte Scholz. Laschet sagte, er teile diese Einschätzung. Dafür müsse alles getan werden, und er halte das auch für realistisch. Auch Baerbock zeigte sich überzeugt, dass es aufgrund der Impfungen keine weiteren Lockdown geben werde. Alle drei Kandidaten forderten weitere Anstrengungen, um die Impfquote zu erhöhen.

„Das Allerwichtigste ist, dass wir mit dem Impfen vorankommen“, sagte Baerbock. Sie warf der Bundesregierung vor, zu sehr „auf Sicht“ gefahren zu sein. Es müsse vor alles für die Schulen getan werden. Dass diese offen bleiben, müsse „oberste Priorität“ haben.

20.30 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt weiter auf 78,5

Das Corona-Infektionsgeschehen im Südwesten nimmt weiterhin zu. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche ist am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) auf 78,5 gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 76,3 gelegen.

Die höchste Inzidenz hat weiterhin der Stadtkreis Heilbronn mit 144,6. danach folgen der Stadtkreis Baden-Baden mit 125,0 und der Landkreis Tuttlingen mit 108,0. Das landesweit geringste Infektionsgeschehen gibt es derzeit im Kreis Emmendingen mit einer Inzidenz von 37,3.

19.45 Uhr: Israel bietet Corona-Auffrischungsimpfung ab zwölf Jahren an – Bereits rund zwei Millionen Israelis dreimal geimpft

Israel hat das Angebot einer Corona-Auffrischungsimpfung auf alle Einwohner ab zwölf Jahren ausgeweitet. „Die dritte Impfdosis wirkt“, erklärte Ministerpräsident Naftali Bennett am Sonntag. Deshalb solle sie nun bereits für Zwölfjährige zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz ergänzte, die Booster-Impfung verhindere Infektionen wirksam und senke das Risiko erheblich, schwer zu erkranken oder gar an Covid-19 zu sterben.

Bislang haben nach Regierungsangaben bereits rund zwei Millionen Menschen in Israel eine dritte Corona-Impfdosis erhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte reiche Länder dagegen aufgefordert, auf Auffrischungsimpfungen zu verzichten, solange viele arme Länder noch nicht ausreichend mit Corona-Impfstoff versorgt sind. Die WHO hatte das Ziel formuliert, dass jedes Land bis Ende September mindestens zehn Prozent seiner Bevölkerung geimpft hat. Bis Ende des Jahres sollen es 40 Prozent sein und 70 Prozent bis Mitte 2022.

Davon sind viele Länder noch sehr weit entfernt. Nach Angaben der Weltbank wurden in reichen Ländern im Schnitt 101 Impfstoffdosen pro 100 Einwohner verabreicht. In den 29 ärmsten Ländern der Welt fällt dieser Wert auf weniger als zwei Impfdosen.

18.16 Uhr: Erneut dutzende Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Berlin
– Am Sonntag rund 2200 Polizisten im Einsatz

In Berlin haben auch am Sonntag erneut Anhänger der sogenannten Querdenken-Bewegung gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, versammelten sich einige tausend Menschen. Es habe rund 80 vorläufige Festnahmen gegeben, berichtete die Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dabei habe der Fokus „insbesondere auf gewalttätigen Personen“ gelegen oder denjenigen, die als Rädelsführer zu Verstößen gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und die Infektionsschutzbestimmungen aufgerufen hätten.

Wie die Polizei weiter mitteilte, kam es auch am Sonntag erneut zu Versuchen, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und zu tätlichen Angriffen auf Polizeikräfte. Bereits am Samstag war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen und hatte am Abend von mehr als hundert vorläufigen Festnahmen berichtet; es seien „mehrere dutzend Ordnungswidrigkeiten- und Strafanzeigen“ gefertigt worden. Insgesamt war die Polizei am Samstag mit mehr als 2000 Kräften im Einsatz, am Sonntag waren es rund 2200.

Die Berliner Polizei hatte zuvor mehrere am Wochenende in der Hauptstadt geplante „Querdenken“-Demonstrationen verboten. Sie begründete dies vor allem damit, dass in der Vergangenheit bei derartigen Veranstaltungen die Infektionsschutzregeln wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes nicht eingehalten wurden.

16.37 Uhr: Geteiltes Echo auf 2G-Option in Hamburg

In Hamburg zeichnet sich ein geteiltes Echo auf das seit Samstag mögliche 2G-Modell in der Corona-Pandemie ab. Während einige Kneipen, Restaurants und vor allem Clubs das Angebot begrüßen, lehnen es andere eher ab. „Die meisten meiner Gäste sind geimpft und warten nur darauf, dass sie wieder drinnen sitzen können“, sagte Andreas Neumann, Geschäftsführer der Gaststätte „Hardy's“ in Hamburg-Hoheluft, der Deutschen Presse-Agentur. Er werde daher ab Oktober auf 2G umstellen, wenn alle seine Mitarbeiter geimpft sind. Mit dem neuen 2G-Modell könnten dann mehr als doppelt so viele Gäste in der Fußball-Kneipe Platz finden.

Das seit Samstag in Hamburg geltende 2G-Optionsmodell ist bislang bundesweit einmalig. Veranstalter und Wirte können damit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren.

15 Uhr: Vereinigte Arabische Emirate lassen vollständig geimpfte Touristen einreisen

Die Vereinigten Arabischen Emirate lassen ab Montag vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Touristen wieder einreisen. Um eine wirtschaftliche Erholung und Wachstum zu erreichen, würden wieder Visa ausgestellt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM. Die Einreiselockerung kommt damit knapp einen Monat vor Beginn der aufgrund der Pandemie verschobenen Weltausstellung Expo 2020 in Dubai.

Um ein Visum zu bekommen, müssen Touristen laut der Nachrichtenagentur WAM mit einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassenen Corona-Impfstoff, also Astrazeneca, Johnson & Johnson, Moderna, Biontech/Pfizer, Sinopharm oder Sinovac, geimpft worden sein. Am Flughafen müssen alle Passagiere, die mit einem Touristenvisum einreisen, zusätzlich einen PCR-Test machen.

13.21 Uhr: Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstation wieder über 1000

Die Zahl der bundesweit auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten ist in der vierten Corona-Welle erstmals wieder über 1000 gestiegen. Im Divi-Register-Tagesreport wurden 1008 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt war ein Wert von über 1000 im Tagesreport vom 18. Juni erfasst worden (1011).

Der Tiefstand vor dem Aufflammen der vierten Welle hatte bei 354 im Report vom 22. Juli gelegen, seither nimmt die Belegung wieder zu. Am 29. August vergangenen Jahres hatte die Zahl bei gerade einmal 241 gelegen (134 beatmet), erst zu Ende Oktober hin war sie im Zuge der zweiten Welle auf über 1000 gestiegen.

Anders als im Vorjahr sind zudem inzwischen längst nicht mehr vor allem Senioren betroffen: Knapp jeder zehnte derzeit auf Intensivstation behandelte Covid-19-Patient ist den Daten des Divi-Registers zufolge 30 bis 39 Jahre alt, knapp jeder fünfte 40 bis 49 Jahre (Stand 26.08., Aktualisierung jeweils donnerstags).

12.44 Uhr: Merkel sagt mehr Impfstoff für Entwicklungsländer zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehr Corona-Impfstoff für Entwicklungsländer zugesagt. „Deutschland wird in diesem Jahr nicht nur 30 Millionen Impfdosen geben können, sondern wir werden 70 Millionen geben können“, sagte sie nach der G20-Konferenz „Compact with Africa“ am Freitagabend in Berlin. Die internationale Impfstoff-Initiative Covax werde verstärkt liefern, damit der Impfstoff schnell zu den Menschen in Afrika komme. Auch das wirtschaftliche Wohl des Kontinents hänge mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen zusammen.

Es gebe auch erste konkrete Projekte für eine Impfstoffproduktion in Afrika, sagte Merkel. Es handle sich um die Länder Ruanda, Senegal und Südafrika. Die vierte Konferenz „Compact with Africa“ fand im hybriden Format statt. An der Initiative „Compact with Africa“ (Übereinkunft mit Afrika) beteiligen sich Ägypten, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea, Marokko, Ruanda, Senegal, Togo und Tunesien.

11.24 Uhr: Ungeimpfte Erwachsene müssen Anfang September mit Eingriffen rechnen

In Baden-Württemberg drohen ungeimpften Erwachsenen schon Anfang September neue Kontaktbeschränkungen. Das Sozialministerium in Stuttgart will schnell gegensteuern, wenn - wie derzeit erwartet - immer mehr Covid-19-Patienten in Kliniken auf die Intensivstationen müssen. Uwe Lahl, Amtschef im Ministerium, sagte: „Wenn 200 bis 250 Intensivbetten belegt sind, erwägen wir erste Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene zu erlassen.“ Nach Prognosen des Landesgesundheitsamts könnten diese Grenzwerte schon Ende kommender Woche überschritten werden. 

Zu den geplanten Eingriffen sagte Lahl: „Das sind Maßnahmen, die man schon aus den Lockdowns der zweiten und dritten Welle kennt, etwa dass sich nur zwei Familien treffen dürfen.“ Das Ministerium rechnet damit, dass ungefähr drei Millionen ungeimpfte Erwachsene im Land von diesen Einschränkungen betroffen wären. „In dieser Situation muss man als Landesregierung etwas machen. Ich sehe keine Alternative.“ Das Konzept müsse aber noch in der grün-schwarzen Regierung abgestimmt werden.

9.53 Uhr: RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 74,1 - Rund 8400 Neuinfektionen binnen eines Tages

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 74,1. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 8416 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei zwölf.

Bislang gilt die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - als der entscheidende Richtwert, an dem sich die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern orientieren. Dies soll sich aber ändern: Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, derzufolge künftig anstelle des Inzidenzwertes die Auslastung der Krankenhäuser die zentrale Rolle spielen soll.

8.16 Uhr: Studie: Risiko für Krankenhauseinweisung bei Delta doppelt so hoch

Das Risiko für eine Krankenhauseinweisung ist bei einer Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus laut einer Studie wohl etwa doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Forschende der Universität Cambridge und der Behörde Public Health England werteten für ihre Untersuchung mehr als 40 000 Corona-Fälle in England zwischen Ende März und Ende Mai 2021 aus. Die im Fachjournal „Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichten Ergebnisse lassen sich vor allem auf das Risiko für Ungeimpfte beziehen. Für vollständig Geimpfte erlauben die Daten keine Rückschlüsse.

Nachdem sie die Daten um Faktoren wie Alter und demografische Merkmale bereinigt hatten, die üblicherweise das Risiko einer schweren Erkrankung begünstigen, stellten sie bei einer Infektion mit Delta ein im Mittel 2,26-fach höheres Risiko für eine Krankenhauseinweisung innerhalb von zwei Wochen nach dem Test fest. Das Risiko, innerhalb von 14 Tagen eine Notaufnahme aufsuchen oder stationär aufgenommen werden zu müssen, war demnach bei Delta 1,45-fach höher als bei Alpha.

Als Schwächen ihrer Studie geben die Autoren an, dass sie keine Daten zu den Vorerkrankungen ihrer Patienten zur Verfügung hatten. Außerdem sei es möglich, dass sich die Regeln für Krankenhauseinweisungen während der Versuchsperiode geändert haben. Die Forscher versuchten zumindest, diese Faktoren in ihren Berechnungen möglichst zu minimieren.

6.31 Uhr: Ganz Spanien nicht mehr Corona-Hochrisikogebiet - Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer entfällt auch für Lissabon und Chile

Ganz Spanien gilt nicht länger als Corona-Hochrisikogebiet. Die Aufhebung der Einstufung durch das Robert-Koch-Institut trat am Sonntag in Kraft. Vergangene Woche hatte es bereits eine Entwarnung für Teile Spaniens gegeben. Auch der Großraum Lissabon in Portugal gilt nach den neuen Einstufungen vom Freitag nun nicht mehr als Hochrisikogebiet, dies gilt auch für Chile. Neu als Hochrisikogebiet gilt dagegen der Karibikstaat Jamaika.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 28. August: 

21 Uhr: Hitzige Debatte im Club - Spahn zeigt sich offen für Modellprojekte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat im Gespräch mit der von Corona schwer getroffenen Club- und Kulturbranche die Rolle des Impfens betont. Zu Frage nach einer Perspektive für die Branche sagte Spahn, die sicherste Bedingung für die Gesellschaft sei eine Impfquote von deutlich über 80 Prozent. „Dann kämen wir ziemlich sicher durch Herbst und Winter.“ Die Voraussetzung: „Solange sich das Ding nicht nochmal verändert“ - also keine neuen Varianten auftreten. Aktuell sind mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Ein Datum könne er nicht nennen. Er unterstrich, wie wenig planbar die Lage ist. „Ich kann euch nicht sagen, was im Dezember ist.“ Einen „Freedom Day“ für eine allgemeine Öffnung wie in Großbritannien sieht Spahn skeptisch. Offen zeigte er sich für Modellprojekte der Clubs, die das Tanzen innen möglich machen könnten.

Spahn traf sich im Kreuzberger „Ritter Butzke“ mit Vertretern der Club-, Kultur- und Veranstaltungsbranche. Diese leidet seit 18 Monaten besonders stark unter den Folgen der Pandemie. So sind die Innenräume der Berliner Clubs seit März 2020 weitgehend lahmgelegt.

19:30 Uhr: Mehr als 60 Prozent in Deutschland vollständig geimpft

Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben inzwischen gut 50 Millionen Menschen (60,1 Prozent) erhalten, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag bekannt gab. Knapp 65 Prozent (54 Millionen) sind demnach mindestens einmal geimpft. Am Freitag wurden den Angaben zufolge 213 092 Impfdosen verabreicht.

In Bremen haben bereits 74,7 Prozent mindestens eine Impfung, 70,2 Prozent sind dort vollständig geimpft. In Sachsen dagegen haben erst 54,8 Prozent mindestens eine Impfung, 51,4 Prozent sind dort vollständig geimpft.

„Jede einzelne Impfung hilft, dass wir gemeinsam gut durch Herbst und Winter kommen“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter.

17.45 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten steigt weiter stark

Das Corona-Infektionsgeschehen im Südwesten nimmt weiter zu. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche ist am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) auf 76,3 gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 71,8 gelegen.

Die höchste Inzidenz hat der Stadtkreis Heilbronn mit 140,6. Das landesweit geringste Infektionsgeschehen herrscht derzeit im Kreis Emmendingen mit einer Inzidenz von 37,9. Die Inzidenzwerte sind inzwischen nicht mehr so relevant für politische Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Der Anstieg macht aber deutlich, dass sich die Lage wieder verschärft.

Die Behörde verzeichnete 1436 neue Infektionen und 2 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit haben sich mittlerweile 525 317 Menschen in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Virus infiziert, 10 469 Todesfälle stehen im Zusammenhang damit.

16 Uhr: Hausärzteverband beklagt abflauendes Interesse an Corona-Impfungen

Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ist nach Angaben des Hausärzteverbandes deutlich niedriger als in der ersten Hälfte des Jahres. "Der Impfturbo, den wir im Frühjahr und bis zum Juli hinein erlebt hatten, ist definitiv abgeflaut", sagte Bundesvorstandsmitglied Armin Beck den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (Samstagsausgaben). "Während einzelne Kolleginnen und Kollegen uns zuvor noch von 300 oder sogar 500 Anfragen wöchentlich berichteten, erhalten viele mittlerweile nur noch zögerliche 30 oder weniger", sagte Beck. 

"Hinzu kommt, dass die Beratung bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich aufwändiger geworden ist, da natürlich der Anteil der klaren Impfbefürworter unter den Ungeimpften mit Voranschreiten der Impfkampagne stark abgenommen hat", führte Beck weiter aus. "Den bisher nicht geimpften Patienten diese näherzubringen, nimmt viel Zeit in Anspruch", sagte der Mediziner, der auch Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen ist. Hier sei "viel Überzeugungsarbeit zu leisten".

14.20 Uhr: Patientenschützer für zentrale Leitzahl zur Corona-Klinikbelegung

Patientenschützer fordern eine bundesweite Leitzahl, ab wann künftig wegen zu vieler Corona-Patienten in den Kliniken strengere Alltagsbeschränkungen greifen sollen. Ohne eine solche Vorgabe von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werde es erneut ein Tohuwabohu geben, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich um eine politische Entscheidung, wie hoch die Belastung des medizinisch-pflegerischen Personals in den Kliniken sein solle.

Brysch sagte, viele Menschen seien es leid, dass in verschiedenen Regionen bei gleicher Lage unterschiedliche Regelungen gelten. Deshalb wäre es falsch, die Festlegung einer Leitzahl allein den Kliniken oder den jeweiligen Ländern zu überlassen.“

Die Klinikbelegung soll als neuer wesentlicher Maßstab die Ausrichtung an der Inzidenz - also der Zahl der Neuansteckungen - ersetzen. Bisher gibt es bundesweit einheitliche Auslöse-Schwellen für Alltagsbeschränkungen etwa ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

13.00 Uhr: Epidemiologe: „Wieder absoluter Normalzustand“ im Sommer 2022

Der Epidemiologe Klaus Stöhr geht davon aus, dass die Corona-Pandemie in Deutschland nach dem Winter vorüber ist. „Ab dem Frühjahr werden wir eine dramatische Entspannung der Situation erleben“, sagte Stöhr dem „Münchner Merkur“ (Samstag). „Die Pandemie ist dann vorbei. Im Sommer wird trotz einiger Infektionen wieder absoluter Normalzustand herrschen.“

Die steigenden Corona-Infektionszahlen seien bislang zwar „eine erwartbare Entwicklung“ und „kein Grund zur Aufregung“, sagte Stöhr. Allerdings müsse man sich Sorgen um die mehr als vier Millionen ungeimpften über 60-Jährigen in Deutschland machen: „Die sind für das Virus noch voll empfänglich“, sagte Stöhr. „Das reicht im Winter aus für eine dramatische Zunahme von schweren Verläufen und Einweisungen in die Krankenhäuser. Darüber muss man sich Sorgen machen und hier den Impffortschritt verbessern.“ Deshalb müssten Auffrischungsimpfungen und eine bessere Impfquote in der Pflege „Priorität werden“.

12.16 Uhr: Demonstranten wandern durch Berlin - Großeinsatz für Polizei

Aus Protest gegen die Corona-Politik haben sich am Samstag einige Tausend Demonstranten in Berlin versammelt. Nach mehreren Verboten für einzelne Versammlungen lief ein großer Teil nach Beobachtung von Reportern der Deutschen Presse-Agentur zunächst eher ziellos durch die Straßen. Einzelne Gruppen zogen begleitet von der Polizei durch den Stadtteil Friedrichshain. Ein Polizeihubschrauber war zur Beobachtung eingesetzt. Weite Teile des Regierungsviertels waren abgesperrt.

Die Polizei hatte sich trotz zahlreicher Demonstrationsverbote auf größere Einsätze eingestellt. Rund 2000 Kräfte stehen nach Polizeiangaben am Samstag bereit, darunter ist auch Unterstützung aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Sachsen.

Neun Demonstrationen waren von der Polizei verboten worden, darunter Kundgebungen der „Initiative Querdenken“ auf der Straße des 17. Juni. Drei Eilanträge gegen die Verbote wies das Verwaltungsgericht zurück, einem gaben sie statt: Eine für Samstag und Sonntag angemeldete Versammlung mit je 500 erwarteten Teilnehmern darf stattfinden. Auf diese Veranstaltung wurde über das soziale Netzwerk Telegram hingewiesen.

11.20 Uhr: Mediziner schlägt impfkorrigierte 7-Tage-Inzidenz als Kennwert vor

In der Diskussion um eine neue Formel für Corona-Auflagen hat sich der Leiter des Covid-19-Registers in Rheinland-Pfalz für eine impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz ausgesprochen. Die Beschreibung der Infektionslage durch die Parameter der Sieben-Tage-Inzidenz ist heute anders zu bewerten als vor einem Jahr, als keinerlei Anteile der Bevölkerung einen Impfschutz hatten“, sagte Anselm Gitt vom Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen der Deutschen Presse-Agentur.

Das Festhalten an der Inzidenz unterschätze die aktuelle gefährliche Infektionslage, warnte Gitt. Diese Zahlen beziehen sich seit Beginn der Pandemie auf die gesamte Bevölkerung und lassen völlig außer Acht, dass sich mittlerweile die Hälfte hat impfen lassen.“

Korrigiere man dies, erhalte man ein realistisches, allerdings auch bedrohliches Bild. Im Mittel wäre die Sieben-Tage-Inzidenz dann für die gesamte Bundesrepublik um mehr als den Faktor Zwei höher. Die impfkorrigierte Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit in 11 der 16 Bundesländer weit über 100 und in Nordrhein-Westfalen sogar bei 277.“

10.35 Uhr: Studie: Delta-Variante verdoppelt Risiko einer Krankenhauseinweisung

Bei einer Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus besteht ein doppelt so hohes Risiko einer Krankenhauseinweisung wie bei der Alpha-Variante. Dies berichten die Verfasser einer britischen Studie, die am Samstag in dem Fachmagazin The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler analyisierten die Gesundheitsdaten von 43.338 Covid-19-Fällen in England zwischen dem 29. März und dem 23. Mai, darunter Impfstatus, Notfallversorgung, Krankenhauseinweisung und andere Patientendaten.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen uns in erster Linie das Risiko einer Krankenhauseinweisung für diejenigen, die nicht oder nur teilweise geimpft sind“, sagte Ko-Autorin Anne Presanis, Statistikerin an der Universität Cambridge.

Im Zeitraum von 14 Tagen nach dem ersten positiven Testergebnis wurden rund zwei Prozent der Infizierten ins Krankenhaus eingeliefert. Unter Berücksichtigung der Faktoren, die eine schwere Covid-19-Erkrankung begünstigen - darunter Alter, Ethnie und Impfstatus - fanden die Forscher heraus, dass das Risiko einer Krankenhauseinweisung mit der Delta-Variante mehr als doppelt so hoch war als mit der Alpha-Variante.

9.15 Uhr: Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte womöglich schon Anfang September

In Baden-Württemberg drohen ungeimpften Erwachsenen schon Anfang September neue Kontaktbeschränkungen. Das Sozialministerium in Stuttgart will schnell gegensteuern, wenn - wie derzeit erwartet - immer mehr Covid-19-Patienten in Kliniken auf die Intensivstationen müssen. Uwe Lahl, Amtschef im Ministerium, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wenn 200 bis 250 Intensivbetten belegt sind, erwägen wir erste Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene zu erlassen.“ Nach Prognosen des Landesgesundheitsamts könnten diese Grenzwerte schon Ende kommender Woche überschritten werden.

Zu den geplanten Eingriffen sagte Lahl: „Das sind Maßnahmen, die man schon aus den Lockdowns der zweiten und dritten Welle kennt, etwa dass sich nur zwei Familien treffen dürfen.“ Das Ministerium rechnet damit, dass ungefähr drei Millionen ungeimpfte Erwachsene im Land von diesen Einschränkungen betroffen wären. „In dieser Situation muss man als Landesregierung etwas machen. Ich sehe keine Alternative.“ Das Konzept müsse aber noch in der grün-schwarzen Regierung abgestimmt werden.

Vor allem wegen der Reiserückkehrer aus dem Ausland rechnet das Land mit stark steigenden Inzidenzen und deutlich mehr Intensivpatienten bis Mitte September, wenn die Schulferien enden. „Wenn die Zahl von 300 Intensivbetten überschritten ist, könnten wir, so unsere Überlegungen, für einige Zeit 2G für Ungeimpfte einführen. Das würde bedeuten, dass nur noch Geimpfte oder Genesene ins Restaurant oder ins Konzert dürfen“, erläuterte der Ministerialdirektor.

8.10 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 72,1 - Rund 10.300 Neuinfektionen binnen eines Tages

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 72,1. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 10.303 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei 22.

Bislang gilt die Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - als der entscheidende Richtwert, an dem sich die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern orientieren. Dies soll sich aber ändern: Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, derzufolge künftig anstelle des Inzidenzwertes die Auslastung der Krankenhäuser die zentrale Rolle spielen soll.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.924.131, die der Todesfälle auf insgesamt 92.118. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI 3.723.200.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 27. August: 

22.15 Uhr: US-Geheimdienste veröffentlichen Bericht zu Ursprung von Coronavirus

Die US-Geheimdienste haben ihren mit Spannung erwarteten Bericht zum Ursprung des Coronavirus veröffentlicht - und kein eindeutiges Ergebnis präsentieren können. In dem am Freitag vorgelegten Bericht werden sowohl eine Übertragung von Tier zu Mensch als auch ein Laborunfall als "plausible Hypothesen" bezeichnet. Die Geheimdienste seien aber "weiterhin gespalten" in der Frage, was der "wahrscheinlichste Ursprung" der Corona-Pandemie sei.

Ausgeschlossen wird allerdings, dass das Coronavirus als "biologische Waffe" entwickelt wurde. Die Geheimdienste gehen auch nicht davon aus, dass das Virus durch Genmanipulation entstand.

US-Präsident Joe Biden warf China nach Veröffentlichung des Berichts vor,  wichtige Informationen zum Ursprung der Pandemie zurückzuhalten. "Bis heute weist die Kommunistische Partei Chinas Forderungen nach Transparenz zurück und hält Informationen zurück", erklärte der Präsident.

Biden hatte den Bericht vor drei Monaten bei seinen Geheimdiensten in Auftrag gegeben. Er wurde diese Woche in einer geheimen Fassung an das Weiße Haus übergeben. Freigegeben wurde nun eine redigierte Zusammenfassung, die für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

21.50 Uhr: Kontaktverfolgung an Berliner Schulen und Kitas hört auf

In Berlin gibt es in der Pandemie einen Strategiewechsel an Kitas und Schulen: Die Gesundheitsämter wollen künftig nur noch Kinder und Jugendliche mit einem positiven PCR-Test in eine 14-tägige Quarantäne schicken. Kontaktpersonen außerhalb der engsten Familie würden nicht mehr ermittelt, heißt es in einer Stellungnahme der Amtsärzte.

Das ist eine Erleichterung für die Schulen, eine Arbeitserleichterung, definitiv“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag. Es sei schon aufwendig gewesen, beim Bekanntwerden von Coronafällen die Kontakte in der Schule nachzuvollziehen, beispielsweise anhand von Sitzplänen. Die Schulen hätten das sehr sorgfältig gemacht. Dieser Aufwand falle durch die neue Regelung weg. Es sei aber auch eine Erleichterung für die Eltern, wenn künftig nur ein Kind in Quarantäne gehe und nicht eine ganze Klasse oder eine Teilklasse. Das sind ja 14 Tage teilweise, und das ist eine Belastung für die Eltern, wenn die dann zu Hause sein müssen.“

Mit der neuen Regelung werde Berliner Familien eine Rückkehr zur Normalität in Kitas und Schulen ermöglicht, teilte Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke am Freitag mit: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Alle anderen können lernen, spielen und arbeiten gehen.“ Die neue Regelung gelte für alle Bezirke. Eine Maskenpflicht an Schulen soll aber weiter gelten.

20.30 Uhr: Merkel: Impfstoff muss schnell zu den Menschen in Afrika

Kanzlerin Merkel hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine rasche Versorgung des afrikanischen Kontinents mit Impfstoff verlangt. „Jetzt muss der Impfstoff schnell zu den Menschen in Afrika“, sagte Merkel am Freitagabend nach einer Konferenz mit Staats- und Regierungschefs afrikanischer Länder im Kanzleramt. Wenn in Deutschland mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft seien und in Afrika 2 Prozent, „dann ist das natürlich eine dramatische Ungerechtigkeit, die wir schnell überwinden müssen“, betonte die Kanzlerin.

Bei dem Treffen der Initiative „G20 Compact with Africa“, der zwölf afrikanische Länder angehören, ging es auch um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Merkel betonte die Bedeutung der Verfügbarkeit von Impfstoffen für die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Wachstum sei von essenzieller Bedeutung, um für die Menschen auf dem Kontinent Fortschritte zu erreichen. Die Verfügbarkeit und Produktion von Impfstoffen hänge „ganz ursächlich zusammen mit dem wirtschaftlichen Wohl des afrikanischen Kontinents“.

Sie gehe davon aus, dass es Schritt für Schritt in afrikanischen Ländern Möglichkeiten zur Impfstoffproduktion geben werde, gab sich Merkel optimistisch. Gerade mit Blick auf Ruanda, Senegal und vor allem Südafrika gebe es erste konkrete Projekte, wie es zu Impfstoffproduktion kommen könne. Deutschland werde der internationalen Impf-Initiative Covax im laufenden Jahr nicht nur 30 Millionen Impfdosen geben können, sondern 70 Millionen, betonte die Kanzlerin.

Die Initiative „Compact with Africa“ war 2017 während der deutschen Präsidentschaft in der Gruppe der wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) ins Leben gerufen worden. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen und Beschäftigungsmöglichkeiten in Afrika zu verbessern.

19.45 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten über 70

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg hat die Marke von 70 überschritten. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Freitag (Stand 16.00 Uhr) war in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt bei 71,8 je 100 000 Menschen eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Zwar ist der Wert nicht mehr so relevant für Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag, als die Inzidenz bei 68,1 lag, macht aber deutlich, dass sich die Lage wieder verschärft.

Den Angaben nach sind derzeit 102 Covid-19 Patienten auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg. Das waren drei mehr als am Vortag. 3,7 Prozent der betreibbaren Intensivbetten im Südwesten seien mit Covid-19-Fällen belegt. Die sogenannte Hospitalisierung soll stärkeres Gewicht bei der Beurteilung der Situation haben.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg innerhalb eines Tages um 1396 auf 523 881. Inzwischen sind 10 467 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben (plus 2). Als genesen gelten geschätzt 500 066 Menschen, das waren 516 mehr als am Vortag.

19 Uhr: Neue Corona-Regeln für Schulen im Südwesten –Testen statt Quarantäne

Wenn Mitte September in Baden-Württemberg die Schule wieder losgeht, gelten neue Corona-Regeln. Statt Quarantäne müssen sich alle Schüler einer Klasse fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein. Ausnahmen gelten nach Angaben des Kultusministeriums vom Freitag etwa für Grundschüler und Grundstufen der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Hier müssen sich Kontaktpersonen nur einmal vor Wiederbetreten der Einrichtung testen lassen. Auch dürften bei einem Corona-Fall für fünf Schultage alle Schüler der betroffenen Klasse oder Gruppe nur in diesem Verbund unterrichtet werden.

In den neuen Verordnungen für Schulen und Kitas sind Inzidenzen als Maßstab für Maßnahmen entfernt. „Somit gibt es nun keine Regel mehr, die Wechsel- oder Fernunterricht ab dem Überschreiten eines bestimmten Inzidenzwertes vorschreibt.“ Unabhängig von der Inzidenz ist Sportunterricht möglich, solange kein Corona-Fall vorliegt.

Die Maskenpflicht bleibt aber bestehen und entfällt auch dann nicht, wenn einer der früheren Schwellenwerte unterschritten wird. Ausnahmen gelten zum Beispiel für den Sportunterricht, beim Singen, Essen und Trinken. „Die Testpflicht an Schulen und Schulkindergärten wird das Kultusministerium als Sicherheitszaun fortführen“, hieß es weiter. Hiervon ausgenommen seien Menschen, die geimpft oder genesen sind. Räume sollen spätestens alle 20 Minuten gelüftet werden.

18.03 Uhr: Brinkhaus kann sich berufliche Einschränkungen für Ungeimpfte vorstellen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) kann sich berufliche Einschränkungen für Menschen vorstellen, die sich nicht impfen lassen wollen. "Wenn sich jemand Sorgen macht, weil sich eine Kita-Erzieherin nicht impfen lässt, nehme ich das sehr ernst", sagte Brinkhaus dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel". Es könne niemand gezwungen werden, sich impfen zu lassen. "Aber wenn in der Hochansteckungsphase im Herbst ungeimpfte Menschen in sensitiven Bereichen arbeiten, sollte man sie vielleicht woanders einsetzen." Einer Impfpflicht erteilte Brinkhaus allerdings eine Absage. "Aber wir müssen uns die sensitiven Bereiche ansehen", sagte der CDU-Politiker.

16.50 Uhr: Südwesten will verstärkt „Long Covid“ erforschen lassen

Baden-Württemberg will die Kompetenzen des Forschungs- und Medizinstandorts bündeln und auf die Erforschung der Corona-Spätfolgen ausrichten. „Wir wollen in Deutschland einen Standard in der Long-Covid-Forschung setzen. Langfristig soll die Therapie gegen Long Covid aus Baden-Württemberg kommen“, sagte Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz der „Südwest Presse“ . Eine vom Land mit 2,3 Millionen Euro geförderte gemeinsame Studie der Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm zu Corona-Spätfolgen stehe in den Startlöchern.

Allein in Baden-Württemberg haben sich dem Bericht zufolge bereits rund 520.000 Menschen mit Corona angesteckt. Schätzungen zufolge leben damit im Südwesten bereits 50.000 bis 100.000 Menschen mit Long-Covid-Symptomen, die Zahl wird absehbar weiter steigen. Bekannt seien rund 50 Symptome, die in großer Bandbreite auftreten, von leichten bis schweren Verläufen.

16.02 Uhr: Studie: Blutgerinnsel-Risiko nach Corona-Impfung viel geringer als bei Infektion

Das Risiko, nach einer Corona-Impfung seltene Blutgerinnsel zu entwickeln, ist einer neuen Studie zufolge deutlich geringer als bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Laut der am Freitag in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichten Studie von Forschern der Universität von Oxford ist etwa die Gefahr, eine Venenthrombose zu entwickeln, nach einer Covid-Erkrankung fast 200 Mal höher als nach einer Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca.

Für ihre Studie verglichen die Forscher die medizinischen Daten von 29 Millionen Menschen in England, die zwischen Dezember 2020 und April 2021 ihre erste Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer oder dem von der Oxford-Universität mitentwickelten Astrazeneca-Vakzin erhalten hatten, mit denen von fast zwei Millionen Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Sie stellten zwar ein geringfügig erhöhtes Risiko für einige Gerinnungsstörungen fest, die kurz nach der ersten Impfdosis zu einem Krankenhausaufenthalt oder zum Tod führen könnten. Nach einer Corona-Ansteckung seien die Risiken aber „wesentlich höher und länger anhaltend“.

„Die überwiegende Mehrheit der Patienten kommt mit diesen Impfstoffen sehr gut zurecht“, sagte die Leiterin der Studie, Julia Hippisley-Cox, dem britischen Rundfunksender BBC. Deshalb sei es wichtig, die „sehr seltenen Fälle“ von Blutgerinnseln „in den Gesamtzusammenhang“ zu stellen. Sie wies zudem darauf hin, dass die mit den Impfungen verbundenen erhöhten Risiken nur kurzfristig aufgetreten seien, während die Virusinfektion über den gesamten untersuchten Zeitraum von 28 Tagen mit einem erhöhten Risiko verbunden war.

14.58 Uhr: Bundesregierung prüft 3G-Regeln für Fernverkehr der Bahn und Inlandsflüge

Die Bundesregierung prüft angesichts steigender Corona-Fallzahlen, ob in Fernzügen und auf Inlandsflügen künftig nur noch Geimpfte, Genesene oder Getestete mitreisen dürfen. Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte am Freitag in Berlin, dass die Anwendung der sogenannten 3G-Regeln für den Fernverkehr geprüft werde. 3G bezieht sich auf Genesene, Geimpfte und negativ Getestete.

„Diese Prüfung gilt auch für die Inlandsflüge“, sagte Seibert. „Auf vielen Auslandsflügen ist es ja bereits der Fall“, fügte er hinzu. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums kündigte an, dass die entsprechenden Prüfaufträge ordnungsgemäß abgearbeitet würden. Zur Dauer der Prüfung machte er keine Angaben.

Regierungssprecher Seibert sagte, die Kontrolle sei „eine der zu prüfenden Fragen“. Zugleich verwies er darauf, dass es wegen der stark steigenden Fallzahlen richtig sei, „zu prüfen, was helfen kann, diesen Anstieg der Fallzahlen zu dämpfen und möglichst zu stoppen“. Engmaschige Tests bedeuteten zusätzlichen Schutz.

13.55 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 70,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen - zudem sind immer mehr jüngere Menschen betroffen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 70,3, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag mitteilte. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 12.029 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei 14.

Während die Inzidenzen seit Ende April zunächst in allen Altersgruppen gesunken seien, komme es seit Anfang Juli wieder zu einem Anstieg der Inzidenz vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 49- Jährigen, heißt es im aktuellen Wochenbericht des RKI. Ein ähnlicher Anstieg der Inzidenz in den Altersgruppen bis 49 Jahre sei auch schon im Sommer 2020 aufgetreten, allerdings erst fünf Wochen später. Eine steigende Tendenz zeichne sich auch in der Sieben-Tage-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen ab.

13 Uhr: Ganz Spanien ab Sonntag kein Corona-Hochrisikogebiet mehr

Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag ganz Spanien und damit auch die beliebte Ferieninsel Mallorca von der Liste der Hochrisikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Damit entfallen alle Quarantänevorschriften für aus Spanien zurückkehrende Urlauber.

12.03 Uhr: Studie: Jeder zweite Corona-Krankenhauspatient nach einem Jahr mit Langzeitfolgen

Auch ein Jahr nach ihrer Erkrankung leiden einer Studie zufolge rund die Hälfte der wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingelieferten Patienten noch an Langzeitfolgen. Die Autoren der chinesischen Studie, die am Freitag in der Fachzeitschrift "The Lancet" erschien, forderten daher eine bessere Berücksichtigung der Langzeitfolgen der Krankheit. Einer von drei Patienten sei auch nach einem Jahr noch kurzatmig. 

Bei Patienten, die mit einem schweren Verlauf der Erkrankung auf einer Intensivstation lagen, sei der Anteil der Menschen mit Langzeitfolgen der Studie zufolge noch höher. Die Forscher nutzten die Krankenakten von fast 1300 Patienten, die zwischen Januar und Mai 2020 in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Wuhan behandelt wurden, wo das Virus zuerst entdeckt wurde. 

Für die Studie wurden Daten sechs und zwölf Monate nach dem Ende der Behandlung gesammelt. Demnach lag der Anteil der Patienten mit mindestens einem verbleibenden Symptom oder einer Folgeerkrankung nach einem halben Jahr bei 68 Prozent, nach einem Jahr bei 49 Prozent. Der Anteil der Patienten, die unter Angstzuständen und Depressionen litten stieg leicht von 23 auf 26 Prozent.

10.14 Uhr: Erkrankung trotz Impfung: Gesundheitsamt ermittelt erstmals Zahlen

Das Landesgesundheitsamt hat erstmals Zahlen für sogenannte Corona-Impfdurchbrüche in Baden-Württemberg ermittelt. Demnach sind zwischen Donnerstag vergangener Woche und diesem Donnerstag etwa 670 Menschen an Covid-19 erkrankt, die entweder zweimal oder mit Johnson&Johnson geimpft waren, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart mit. Das entspricht einer Sieben-Tages-Inzidenz von 10,1 (Stand Donnerstag 12.00 Uhr). Für diese Berechnung wird die Zahl der trotz Impfung Erkrankten mit der Zahl der schon vollständig Geimpften in Bezug gesetzt. In Baden-Württemberg haben etwa 6,5 Millionen Menschen den vollständigen Impfschutz.

Zum Vergleich: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Ungeimpften liegt demnach bei 122,5. Das entspricht über 4000 Erkrankten bei etwa 4,5 Millionen Menschen, die noch nicht geimpft sind. Die Zahlen zeigten, wie wichtig es sei, sich impfen zu lassen, erklärte Stefan Brockmann, Chef-Virologe des Landesgesundheitsamts, der dpa. Dass es zu einigen Impfdurchbrüchen komme, sei bei der geschätzten Wirksamkeit der Impfstoffe von durchschnittlich 90 Prozent normal.

Das Gesundheitsministerium erklärte dazu, der Anstieg der Inzidenz auf mittlerweile 68,1 sei zu erwarten gewesen und werde sich wegen der grassierenden Delta-Variante fortsetzen. Hauptgrund sei, dass immer noch zu wenige Menschen geimpft seien. „Denn das Virus verbreitet sich derzeit fast nur unter der nicht-geimpften Bevölkerung. Auch auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg liegen derzeit überwiegend Corona-Patientinnen und Patienten, die keinen Impfschutz haben“, sagte ein Sprecher.

9.47 Uhr: Lambrecht will weitere Schulschließungen verhindern

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht will weitere Schulschließungen in der Corona-Pandemie verhindern. "Unser Bestreben ist es, dass es nicht wieder zu Schulschließungen kommen darf, weil wir erlebt haben, was das mit Kindern, mit Jugendlichen und mit den Familien, mit den Eltern macht", sagte sie am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Ich bin da sehr frohen Mutes, dass wir das auch hinbekommen, weil wir ja in anderen Bereichen sehr genau schauen, wo ist die Entwicklung und wo können wir gegensteuern."

Die Pandemie sei zwar noch lange nicht überstanden, betonte die Ministerin. Die derzeitige Lage sei aber vollkommen anders als vor einem halben Jahr. Viele Menschen seien geimpft, und das Gesundheitssystem sei nicht ausgelastet. "Kinder, Jugendliche, Familien haben unglaublich gelitten in den letzten Monaten und dazu darf es jetzt nicht wieder kommen", betonte Lambrecht.

8.11 Uhr: Neuseeland verlängert Corona-Lockdown erneut

Neuseeland verlängert wegen Dutzender neuer Corona-Fälle den landesweiten Lockdown um weitere vier Tage. Gleichzeitig kündigte die Regierung ab kommendem Mittwoch Lockerungen der strikten Regeln in weiten Landesteilen an. Am Freitag verzeichneten die Behörden in dem Pazifikstaat 70 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, größtenteils in der Metropole Auckland auf der Nordinsel. Jedoch waren zuletzt auch in der Hauptstadt Wellington Fälle gemeldet worden. Derzeit sind in Neuseeland Schulen und nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen

7.07 Uhr: RKI registriert 12.029 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz liegt bei 70,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 70,3, am Vortag hatte der Wert 66,0 betragen, vor einer Woche 48,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.029 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4 Uhr wiedergeben.

Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 9280 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 14 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 13 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.913.828 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 26. August: 

23.01 Uhr: RKI: Vierte Corona-Welle trifft die Jüngeren

Die vierte Welle in der Corona-Pandemie nimmt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vor allem durch Ansteckungen
unter jungen Erwachsenen weiter an Fahrt auf. Sie breite sich aber zunehmend auch in den mittleren Altersgruppen aus, heißt es im jüngsten RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend.

So lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei den registrierten Infektionen unter den 15- bis 34-Jährigen am Donnerstag mit 115 pro 100 000 Einwohnern fast doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung (66). Unter den 35- bis 50-Jährigen rangierte sie bei bis zu 75. Die Älteren und Hochbetagten mit dem höchsten Risiko für schwere Covid-19-Verläufe sind dagegen meist schon geimpft. Die Inzidenzen steigen ab 60 Jahren nicht mehr über 17 Fälle pro 100 000 Einwohner.

21.59 Uhr: Russland lässt fünften Corona-Impfstoff zu

Inmitten neuer Negativrekorde bei den Corona-Toten hat Russland einen weiteren Impfstoff gegen das Virus zugelassen. Das Vakzin EpiVacCorona-N sei ins staatliche Arzneimittelregister aufgenommen worden, meldete die Agentur Interfax am Donnerstagabend. Damit verfügt Russland mit seinen rund 146 Millionen Einwohnern nun über fünf unterschiedliche Corona-Impfstoffe. Das neue Mittel wurde im Forschungszentrum „Vektor“ in der sibirischen Großstadt Nowosibirsk entwickelt. Am Donnerstag meldeten die Behörden landesweit 820 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb eines Tages - ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie.

20.12 Uhr: Südwest-Inzidenz klettert sprunghaft - Anstieg bei Reiserückkehrern

Die Zahl der Corona-Ansteckungen steigt im Südwesten weiter sprunghaft an. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege nun landesweit bei 68,1, teilte das Landesgesundheitsamt am Donnerstag in Stuttgart mit (Stand: 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch landesweit bei 61,7 gelegen. Die Zahl der bestätigen Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg binnen eines Tages auf 522 485, das waren über 1600 mehr als zuvor. Inzwischen sind 10 465 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben - das sind sechs Menschen mehr als einen Tag zuvor. Als genesen gelten im Land geschätzt 499 550 Menschen, das waren 564 mehr als am Vortag.

Allerdings hat sich Baden-Württemberg vor knapp zwei Wochen von der Sieben-Tage-Inzidenz als alleinigem Gradmesser für Einschränkungen verabschiedet. Sofern die Krankenhäuser noch genug Platz für Corona-Patienten haben, sind keine größeren Beschränkungen mehr geplant. 

18.58 Uhr: Südwesten plant bei dramatischen Werten Eingriffe für Ungeimpfte

Baden-Württemberg plant für den Fall einer dramatischen Zunahme von Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen Einschränkungen für Ungeimpfte. Ein Sprecher des Sozialministeriums bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: „Die Landesregierung bereitet für den Eingriffs-Fall bereits jetzt eine entsprechende Corona-Verordnung vor, die unmittelbar in Kraft treten kann.“ Er erklärte weiter: „Diese wird insbesondere Restriktionen für Ungeimpfte beinhalten, da das Infektionsgeschehen und die damit verbundene Auslastung der Intensivstationen maßgeblich durch diese Gruppe bestimmt wird.“ Der SÜDKURIER hatte bereits vor einer Woche über die neue Verordnung berichtet. Der Entwurf solle in der kommenden Woche in der grün-schwarzen Regierung abgestimmt werden.

18.32 Uhr: Betriebe sollen Impfungen während der Arbeitszeit ermöglichen müssen

Arbeitgeber in Deutschland sollen Corona-Impfungen künftig ausdrücklich während der Arbeitszeit ermöglichen müssen. „Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten zu ermöglichen, sich während der Arbeitszeit gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 impfen zu lassen“, heißt es im Entwurf des Bundesarbeitsministeriums für eine neue Arbeitsschutzverordnung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zudem sollen Arbeitgeber die Betriebsärztinnen und -ärzte und ihre überbetrieblichen Dienste, die Schutzimpfungen im Betrieb durchführen, organisatorisch und personell zu unterstützen. Die Impfbereitschaft soll durch eine Ansprache der Beschäftigten und durch eine innerbetriebliche Informationskampagne gefördert werden.

Künftig sollen Arbeitgeber bei ihren Anti-Corona-Hygienekonzepten auch den Impf- oder Genesenen-Status der Beschäftigten berücksichtigen können, sofern dieser ihnen bekannt ist. Die entsprechend aktualisierte Arbeitsschutzverordnung wird derzeit innerhalb der Regierung abgestimmt und soll kommenden Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet werden.

17.29 Uhr: Hohe Infektionszahlen in Norwegen

Norwegen hat am Donnerstag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet. Bei 1294 Menschen wurde der Covid-19-Erreger festgestellt. In den vergangenen zwei Wochen gab es 152 gemeldete Fälle pro 100 000 Einwohner, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Vor allem in Städten wie Oslo, Bergen und Trondheim sind die Zahlen nach dem Ende der Sommerferien in die Höhe geschnellt. An einer Schule in Oslo wurden am Donnerstag 79 Infizierte verzeichnet. Vielerorts reichen die Kapazitäten nicht mehr aus, die Ansteckungsherde und die Kontaktpersonen ausfindig zu machen.

15.32 Uhr: Polizei verbietet Querdenken-Demonstrationen in Berlin

Die Polizei hat mehrere am Wochenende in Berlin geplante "Querdenken"-Demonstrationen verboten. Am Samstag wurden fünf gegen die Corona-Maßnahmen gerichtete Versammlungen und am Sonntag zwei Versammlungen untersagt, wie das Berliner Polizeipräsidium  mitteilte.

Die Polizei begründete dies vor allem damit, dass in der Vergangenheit bei derartigen Veranstaltungen die Infektionsschutzregeln wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes nicht eingehalten wurden. Verboten wurden unter anderem Aufzüge, die von der Stuttgarter Initiative "Querdenken 711" und von der Nürnberger Initiative "Querdenken 911" angemeldet wurden.

14.31 Uhr: Verfahren gegen Corona-Schnelltestzentren in Freiburg

Wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs bei Corona-Testzentren hat die Staatsanwaltschaft Freiburg etwa zehn Ermittlungsverfahren anhängig. Die Ermittlungen seien ins Rollen geraten, weil es Anzeigen aus der Bevölkerung gegeben habe, teilte ein Sprecher mit. Unter anderem sollen Tests falsch oder gar nicht vorgenommen worden sein.

Diese Schnelltests sollen dann möglicherweise abgerechnet worden sein. Zuvor hatte mehrere Medien über das Thema berichtet. Der Sprecher sagte, es sei schwierig an die entsprechenden Daten heranzukommen. So hätten Betreiber von mehreren Testzentren Sammelmeldungen abgeben können. Und da sei es schwierig, die Daten einzeln aufzuschlüsseln.

13.50 Uhr: Ethikrat: 2G-Modell keine Impfpflicht durch die Hintertür

Der Deutsche Ethikrat hält das Hamburger 2G-Optionsmodell nicht für eine Impfpflicht durch die Hintertür. „Eine Pflicht ist etwas, dem man sich nicht entziehen kann“, sagte die Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx am Donnerstag. Das sei hier nicht der Fall. Stattdessen werde „Druck aufgebaut, um es attraktiver zu machen, sich und andere zu schützen“. Die 2G-Option ist in Hamburg von Samstag an möglich. Dann können Veranstalter entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen. Dieses bezieht Getestete und damit Ungeimpfte ein, unterliegt aber den bisherigen Corona-Einschränkungen.

Buyx sagte, aus ethischer Sicht sei das 3G-Modell besser, weil es mehr Teilhabe biete. Wenn sich die Situation aber weiter verschlechtern würde, sei 2G ethisch vertretbar, wenn damit maßvoll umgegangen werde. „Man sollte vorher alles andere ausgeschöpft haben.“ Wichtig sei zudem, vorab zu überdenken, welche Bereiche betroffen seien. „Die Disco ist nicht der Sportverein und auch nicht der Behördenbesuch.“

13 Uhr: Deutschland erhält 2,25 Milliarden Euro aus Corona-Hilfsfonds der EU

Deutschland hat den ersten Teil der Corona-Hilfen aus dem neuen europäischen Aufbaufonds bekommen. Die zuständige EU-Kommission überwies 2,25 Milliarden Euro an die Bundesrepublik, wie eine Sprecherin mitteilte. Das entspricht neun Prozent der gesamten Hilfen - rund 25,6 Milliarden Euro - die Deutschland als Teil des Fonds bekommen soll.

Laut der Kommission soll das Geld in Deutschland unter anderem für Investitionen in klimafreundliche Wasserstofftechnologie, digitale öffentliche Dienstleistungen sowie für die Modernisierung und Digitalisierung von Krankenhäusern ausgegeben werden.

12 Uhr: Bei Corona soll Krankenhausbelegung auf Landesebene entscheidend sein

Entscheidende Größe für Corona-Maßnahmen in Deutschland soll künftig die regionale Auslastung der Krankenhäuser sein. "Wesentlicher Maßstab für die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen ist insbesondere die Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen", heißt es in einer Formulierungshilfe aus dem Gesundheitsministerium, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Maßnahmen sollten unter Berücksichtigung der jeweiligen regionalen epidemischen Lage getroffen werden, soweit diese "innerhalb eines Landes nicht regional übergreifend oder gleichgelagert ist". Damit würde der Inzidenzwert als maßgebliche Größe für Corona-Schutzmaßnahmen weitgehend durch die Hospitalisierungsrate abgelöst.

10.31 Uhr: Ermittlungsverfahren gegen Betreiber von Corona-Testzentren

Bundesweit laufen einem Medienbericht zufolge mindestens 94 Ermittlungsverfahren gegen Betreiber von Corona-Testzentren. Fast immer geht es um Falschabrechnungen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Nord- und Westdeutschem Rundfunk sowie "Süddeutscher Zeitung" bei Justizministerien und Staatsanwaltschaften ergab.

Die tatsächliche Zahl der Verfahren liegt vermutlich höher, weil es aus einigen Ländern nur unvollständige Informationen gab. Besonders viele Ermittlungsverfahren sind demnach bei der Berliner Staatsanwaltschaft anhängig. In 60 Fällen wird dort gegen Betreiber von Testzentren ermittelt.

Ein Grund für die hohe Zahl sei, dass es in Berlin als einzigem Bundesland durch die Ermittlungsbehörden eine flächendeckende Überprüfung der Teststellen gebe. Bis Anfang dieser Woche wurden nach Polizeiangaben insgesamt mehr als 400 Teststellen überprüft.

9 Uhr: Müller hält Hamburger 2G-Modell derzeit nicht für bundesweit umsetzbar

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hält die optionale Sonderregelung für Geimpfte und Genesene in Hamburg derzeit nicht für flächendeckend umsetzbar. "So weit sind wir noch nicht in Berlin, ich sehe es auch nicht für die ganze Bundesebene", sagte der Vorsitzende der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten im ZDF-"Morgenmagazin".

Offensichtlich wolle der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit dem "2G-Optionsmodell" frühzeitig auf eine mögliche Gefahr reagieren.

8 Uhr: Steigende Inzidenz, langsamer Impffortschritt: Konsumklima sinkt weiter

Steigende Inzidenzzahlen, ein langsamer Impffortschritt und anziehende Verbraucherpreise drücken weiter auf das Konsumklima in Deutschland. Die Konsumenten seien "spürbar verunsichert", erklärte der Konsumexperte des Marktforschungsunternehmen GfK, Rolf Bürkl. "Sie befürchten, dass Beschränkungen sogar wieder verschärft werden könnten".

Das GfK-Konsumklima für September fällt weiter ab - auf minus 1,2 Punkte nach revidierten minus 0,4 Punkten im August. Aufgrund der zuletzt historisch hohen Inflationsrate bei zeitgleichen Niedrigzinsen sei die Konsumlaune der Verbraucher gedämpft. "Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase empfinden die privaten Haushalte die Inflationsraten als noch bedrohlicher für ihre Kaufkraft", erklärte Bürkl.

7.07 Uhr: Mehr als 12.600 Neuinfektionen binnen eines Tages

In Deutschland sind 12.626 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, starben 21 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Vor einer Woche waren 8400 neue Fälle und 22 Tote gemeldet worden. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.901.799, die der Todesfälle auf insgesamt 92.082.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 25. August: 

22.00 Uhr: US-Armee hat Impfpflicht gegen Coronavirus eingeführt

Das US-Verteidigungsministerium hat wie angekündigt eine Corona-Impfpflicht für alle Soldaten eingeführt. Wie das Pentagon am Mittwoch erklärte, müssen sich alle Angehörigen der Streitkräfte gegen das Coronavirus impfen lassen. Verteidigungsminister Lloyd Austin ordnete an, mit einer vollständigen Impfung“ der bislang nicht geimpften Soldaten und Reservisten solle sofort begonnen werden. Eine Frist für die Impfung wurde zunächst aber nicht genannt.

Um diese Nation zu verteidigen, brauchen wir gesunde und einsatzfähige Streitkräfte“, erklärte Austin. Die Impfpflicht gegen das Coronavirus sei notwendig, um die Streitkräfte zu schützen und die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen“.

Nach Angaben von Pentagon-Sprecher John Kirby sind bislang 68 Prozent der Angehörigen der Streitkräfte vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 76 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

19.40 Uhr: Bundestag verlängert „epidemische Lage“ wegen Corona-Krise

Der Bundestag hat wegen der Corona-Krise weiterhin eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ festgestellt. Für einen entsprechenden Antrag der Regierungsfraktionen von Union und SPD votierten am Mittwoch 325 Abgeordnete. Dagegen stimmten 253 Parlamentarier, fünf enthielten sich. Die Sonderlage gilt damit vorerst für weitere drei Monate, also bis Ende November. Ohne eine erneute Bestätigung des Parlaments läuft sie nach drei Monaten aus. Die festgestellte „epidemische Lage“ schafft unter anderem eine Rechtsgrundlage für Länder-Verordnungen zu konkreten Krisenmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen.

18.37 Uhr: Corona-Inzidenz geht im Südwesten weiter nach oben

Die Corona-Inzidenz steigt im Südwesten weiter an. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrage inzwischen landesweit 61,7 pro 100 000 Einwohner, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwoch in Stuttgart mit (Stand: 16 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch landesweit bei 52,7 gelegen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg binnen eines Tages auf 520 843, das waren knapp 2000 mehr als zuvor. Inzwischen sind 10 459 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben - das sind zwei Menschen mehr als einen Tag zuvor. Als genesen gelten im Land geschätzt 498 986 Menschen, das waren 491 mehr als am Vortag.

17.15 Uhr: Wirtschaftsminister Altmaier: Corona-Krise wird Aufschwung nicht mehr gefährden

 „Wir werden das Vorkrisenniveau der Wirtschaft spätestens Anfang 2022 erreichen“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Er sei sich „ganz sicher, dass auch die Entwicklung der Corona-Lage daran nichts Grundlegendes ändern wird“. Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft nach Zahlen des Statistischen Bundesamts stärker gewachsen als erwartet.

Es gebe außerdem die klare Perspektive, „dass wir für doppelt Geimpfte und Genesene keinerlei Lockdown mehr verhängen müssen“, betonte Altmaier. „Damit ist sichergestellt, dass die wirtschaftliche Tätigkeit auf einem bedeutenden Niveau das ganze Jahr über stattfinden kann.“ Das ändere aber nichts daran, dass Unternehmen weiter unterstützt werden müssten. Nach der Pandemie müsse die Eigenkapitaldecke der Firmen wieder gestärkt werden. Nach Angaben von Altmaier hat die Bundesregierung bislang mehr als 300 Milliarden Euro eingesetzt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern.

15.21 Uhr: Covid-Impfstoff: Schutz vor Ansteckung lässt nach Monaten etwas nach

Der Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus lässt einer Studie zufolge bereits einige Monate nach der vollständigen Impfung etwas nach. Als Referenzpunkt nahmen die britischen Forscher die in ihrer Studie ermittelte Schutzwirkung einen Monat nach der zweiten Impfdosis, die ihnen zufolge bei Biontech bei 88 Prozent lag und bei Astrazeneca bei 77 Prozent.

Bei Biontech nahm die Schutzwirkung vor einer Infektion innerhalb der nächsten vier Monate um 14 Prozentpunkte auf 74 Prozent ab, wie aus der großangelegten Studie hervorgeht, die nun veröffentlicht wurden. Bei Astrazeneca waren es 10 Prozentpunkte innerhalb von drei Monaten. Der Schutz vor einer Ansteckung lag dann bei 67 Prozent.

14.29 Uhr: Baden-Württemberg plant Verzicht auf massenhafte Kontaktverfolgung

Nach Nordrhein-Westfalen plant auch Baden-Württemberg künftig auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen zu verzichten. Das würde bedeuten, dass etwa die Besucher von Gaststätten, Kinos oder Museen demnächst nicht mehr ihre persönlichen Daten hinterlegen müssten, etwa mit Hilfe der Luca-App oder handschriftlich. Das Gesundheitsministerium in Stuttgart bestätigte am Mittwoch einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, wonach das Land hier einen Strategiewechsel vorbereite. Bisher waren die Daten nötig, damit die Gesundheitsämter bei einem Corona-Fall etwa die Nebensitzer aufspüren können.

Die Lage habe sich insofern geändert, „als dass es eine zunehmende Zahl von Geimpften und Genesenen gibt“, erklärte ein Ministeriumssprecher. „Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel – auch wenn er oder sie Kontaktperson ist – nicht in Quarantäne.“ Künftig sei das Ziel: „Wir wollen die Kräfte auf eine intelligente Schwerpunktnachverfolgung von herausragenden Ereignissen konzentrieren.“ Das Ministerium bereite eine Aktualisierung der entsprechenden Verordnung zur Quarantäne vor.

13 Uhr: WHO sieht Stabilisierung bei Corona-Zahlen

Die Zahl der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen stabilisiert sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offenbar. In der Woche vom 16. bis 22. August wurden aus aller Welt 4,5 Millionen Ansteckungen gemeldet, wenig mehr als in der Vorwoche, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen WHO-Corona-Bericht hervorgeht.

Die Zahl der im gleichen Zeitraum gemeldeten Todesfälle blieb etwa gleich mit gut 68.000. In der Region Europa, zu der 53 Länder bis nach Aserbaidschan gehören, stieg die Zahl der gemeldeten Todesfälle um elf Prozent, auf dem amerikanischen Kontinent um zehn Prozent, während sie andernorts zurückging.

11.13 Uhr: Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen seit Mai

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben erstmals seit Mai mehr als 10.000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut übermittelt. So wurden 11 561 neue Fälle gemeldet, so viel wie seit dem 20. Mai nicht, wie aus RKI-Daten hervorgeht. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8324 Ansteckungen gelegen.

Die Hospitalisierungsrate - also die Krankenhauseinweisungen in Verbindung mit Corona pro 100.000 Einwohner und Woche - gab das RKI am Mittwoch mit 1,47 an. Eine Woche zuvor lag sie bei 1,19. Der Wert soll künftig die wichtigste Kennzahl sein. Nach Angaben der Bundesregierung bewegte er sich im vergangenen Winter teilweise um 10 bis 12.

10.31 Uhr: Inzwischen 100 Millionen Corona-Impfdosen gespritzt

Acht Monate nach dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland sind mehr als 100 Millionen Impfdosen gespritzt worden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb bei Twitter, dies sei „eine der größten logistischen Leistungen in der Geschichte unseres Landes“. Genau sind es nach Ministeriumsangaben nunmehr 100,2 Millionen verabreichte Dosen.

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind demnach inzwischen 49,4 Millionen Menschen oder 59,4 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Impfung erhalten haben 53,5 Millionen Menschen oder 64,4 Prozent aller Einwohner. Spahn dankte allen, die beim Impfen mithelfen.

9 Uhr: Corona-Demonstrationen am Wochenende in Berlin

Die Gegner der Corona-Gesetze und die sogenannten Querdenker-Initiativen wollen an diesem Wochenende erneut in Berlin demonstrieren. Eine ganze Reihe von Kundgebungen sind für den Samstag und Sonntag rund um das Regierungsviertel angemeldet.

Ebenso wie die letzte große Demonstration am 1. August wurden auch diese Proteste schon lange angekündigt. Bei der Versammlungsbehörde der Polizei wird überlegt, ob die Demonstrationen wegen der zu erwartenden Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen erneut verboten werden können.

7.07 Uhr: Bundestag entscheidet heute über „epidemische Lage“

Der Bundestag berät heute über die Verlängerung der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ wegen der Corona-Pandemie. Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise.

Zudem beziehen sich konkrete Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen, die die Länder festlegen können, laut Infektionsschutzgesetz auf die Feststellung der „epidemischen Lage“. Aus der Opposition kam vor der Abstimmung Kritik an der von den Koalitionsfraktionen beantragten Verlängerung.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 24. August:

22.15 Uhr: Weltweit fünf Milliarden Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht
- WHO beklagt „schockierende Ungleichheit“ bei Impfstoff-Verteilung

Weltweit sind inzwischen mehr als fünf Milliarden Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Dies geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor, die dafür alle bis Dienstagnachmittag vorliegenden Angaben offizieller Stellen in den verschiedenen Ländern auswertete. Mit 1,96 Milliarden verabreichten Impfdosen liegt China in Ländervergleich weiterhin vorn. Dahinter folgen mit großem Abstand Indien (589 Millionen) und die USA (363 Millionen).

Insgesamt wird die weltweite Impfkampagne noch von starker Ungleichheit bestimmt. Länder mit einem hohen Einkommen haben im Schnitt 111 Dosen auf 100 Einwohner verimpft. In Ländern mit schwachem Einkommen sind es jedoch nur 2,4 Dosen auf 100 Einwohner. Drei Länder haben noch gar keine Impfkampagne gestartet: Burundi, Eritrea und Nordkorea.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisierte am Dienstag die „schockierende Ungleichheit“ bei der Verteilung der Corona-Impfstoffe. Weltweit hätten 140 Länder mindestens zehn Prozent ihrer Bevölkerung geimpft„, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In Afrika hätten bislang nur vier Länder diese Marke erreicht. Er beklagte einen Mangel an “globaler Solidarität„.

20.49 Uhr: Party mit Geimpften und Genesenen - Hamburg startet 2-G-Modell

Volle Kinos, Kneipen, Theater, keine Sperrstunde mehr - in Hamburg ist das von Samstag an wieder möglich, sofern die Veranstalter und Wirte nur Geimpfte und Genesene einlassen. Der rot-grüne Senat beschloss am Dienstag das sogenannte 2-G-Optionsmodell, wonach Veranstalter entscheiden können, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3-G-Modell nutzen wollen. Dieses bezieht Getestete und damit Ungeimpfte ein, unterliegt aber bisherigen Corona-Einschränkungen. In Innenräumen gilt aber wie bisher in der Regel eine Maskenpflicht.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte, Geimpfte und Genesene hätten im Vergleich zu den Ungeimpften keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg liege bezogen auf die Gesamtbevölkerung bei Ungeimpften bei 78,12, bei Geimpften aber nur bei 3,36. Das könne man doch nicht ignorieren und all die Geimpften weiter einschränken, sagte Tschentscher: „Beschränkungen müssen verhältnismäßig sein und dürfen nur so lange erfolgen, wie sie zur Pandemiebekämpfung nötig sind.“

19.10 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt auf 52,7

In 23 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegt die Corona-Inzidenz inzwischen über 50. Am höchsten war sie am Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) nach Angaben des Landesgesundheitsamts wieder im Kreis Rottweil. Hier seien innerhalb der vergangenen Woche 85,8 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner gemessen worden. Mit 26,4 war die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Heidenheim am niedrigsten. Im landesweiten Schnitt lag sie bei 52,7 und damit deutlich über dem Wert des Vortags (47,9).

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg binnen eines Tages um 1633 auf 518 862. Inzwischen sind 10 457 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben (plus 10). Als genesen gelten geschätzt 498 495 Infizierte, das waren 447 mehr als am Vortag.

17.58 Uhr: Keine Beschränkungen mehr bei Besuchern in Kliniken und Pflegeheimen im Südwesten

In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten keine Beschränkungen mehr bei der Besucherzahl. Bislang hing diese von der jeweiligen Inzidenz vor Ort ab, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Nichtgeimpfte müssten auch künftig einen Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder einen PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) vorweisen. Insbesondere nicht-geimpftes Personal müsse sich regelmäßig testen lassen. Die Verordnungen für diese Einrichtungen treten am Mittwoch in Kraft.

16.34 Uhr: Knapp 900 Kommunen wollen Luftfilter für Schulen und Kitas

Drei Wochen vor Schulbeginn haben knapp 900 Träger von Schulen und Kitas in einer ersten Runde die Förderung für mobile Luftfilter und CO2-Ampeln beim Land beantragt. Allerdings kommen zunächst nur die Kommunen zum Zug, die Filtergeräte vor allem für schwer belüftbare Klassenzimmer und Kitaräume haben wollten. Für diese Kategorie gingen Anträge in Höhe von 13,4 Millionen Euro ein, teilte das Kultusministerium in Stuttgart mit.

Das heißt, es können nun für 26,8 Millionen Euro Filter angeschafft werden, da das Land den Kauf zur Hälfte bezuschusst. Für die CO2-Sensoren, die anzeigen, wenn zu wenig Sauerstoff im Raum ist, geben Land und Kommunen zunächst 9,2 Millionen Euro aus.

15.36 Uhr: Gesundheitsminister Spahn macht Hoffnung auf vollere Fußball-Stadien

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den deutschen Fußball-Clubs Hoffnung auf wieder vollere Stadien gemacht. Man könne die Teilnehmerzahlen für Geimpfte und Genesene anders rechnen als Getestete, sagte der CDU-Politiker am Montag dem TV-Sender Bild. „Es können ohne Zweifel deutlich mehr Geimpfte und Genesene in einem Stadion - zumal unter freiem Himmel - dann auch als Zuschauer dabei sein, als es sonst möglich ist“, erklärte der Minister.

Dies würde eine Abkehr von den Beschlüssen von Bund und Ländern bedeuten. Diese hatten am 10. August festgelegt, dass die Stadien bis zu 50 Prozent, aber nur maximal mit 25 000 Zuschauern gefüllt werden dürfen. In die Arenen dürfen nur Geimpfte, Genesene und Getestete (3-G-Regel).

13.12 Uhr: Apotheken stellen ab sofort Genesenen-Zertifikate aus

Corona-Genesene können ab sofort in vielen Apotheken ein digitales Zertifikat zu ihrer überstandenen Erkrankung bekommen. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) am Dienstag mit. Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, müssen dafür ein gültiges Ausweisdokument und einen positiven PCR-Test, der nicht länger als 180 Tage zurückliegen darf, in die Apotheke mitbringen.

Bislang habe es nur digitale Zertifikate für Geimpfte und für geimpfte Genesene gegeben, aber nicht für Menschen, die erst kürzlich infiziert gewesen seien und sich noch nicht impfen lassen könnten, teilte der Verband mit. Für die Bürgerinnen und Bürger ist das Angebot kostenlos. Die Apotheken erhalten den Angaben zufolge vom Bundesamt für Soziale Sicherung 5,04 Euro plus Mehrwertsteuer.

10.48 Uhr: Deutlicher Anstieg der Infektionszahlen in den Schweizer Nachbarkantonen

In den angrenzenden Kantonen liegen die Fallzahlen deutlich höher als in den deutschen Landkreisen. Obwohl die Impfquote in der Schweiz ähnlich wie in Deutschland mittlerweile über 50 Prozent liegt, hat die Zahl der Infektionen in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt flächendeckend über 250: Am höchsten in Schaffhausen (273) vor der Stadt Basel (266), dem Kanton Basel-Landschaft (264) und dem Aargau (257). Schaffhausen hat nun reagiert und seit Montag die Maskenpflicht an Schulen wieder eingeführt. Mehr dazu erfahren Sie hier.

9.42 Uhr: Impfstatus der Erwachsenen beeinflusst Situation an Schulen im Herbst

Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge Erwachsene eine entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. „Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung.“

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält es generell für wichtig, dass sich so viele Erwachsene wie möglich impfen lassen. „Das ist wichtig für den Eigenschutz, aber eben auch, um diejenigen zu schützen, die sich nicht beziehungsweise noch nicht impfen lassen können. Dazu zählen insbesondere auch Kinder.“

9.06 Uhr: Intensivmediziner begrüßen Abkehr von 50er-Inzidenz als zentralem Maßstab

Die Vereinigung der Intensivmediziner hat die Abkehr von der 50er-Inzidenz als zentralem Maßstab in der Pandemie begrüßt. "Wir befürworten den Beschluss von Gesundheitsminister Spahn", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Er verwies dabei unter anderem auch auf die steigenden Impfquoten.

Die Inzidenz werde trotzdem weiterhin beachtet und bleibe für die Entwicklung im Gesundheitswesen "relevant", betonte Marx. Es gebe generell einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Neuinfektionen und der Krankenhausbelegung. Derzeit stelle diese aber "überhaupt kein Problem" dar. Die Lage müsse jedoch täglich beobachtet werden.

8.22 Uhr: Griechische Urlaubsinseln sind nun Corona-Hochrisikogebiete

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln nun als Hochrisikogebiet ein. Die Regelung gilt seit diesem Dienstag. Nach jüngsten Schätzungen des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind derzeit etwa 150.000 Pauschalurlauber aus Deutschland in Griechenland unterwegs. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an Individualreisenden. Das Land zählt zu den beliebtesten Zielen rund ums Mittelmeer.

Neben Kreta ist nun auch die südliche Ägäis mit Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Mykonos oder Naxos Hochrisikogebiet. Die Inseln gelten auch wegen ihres intensiven Nachtlebens als Keim der Corona-Ausbreitung in Griechenland. Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für vollständig Geimpfte und Genesene gibt es keine Quarantänepflicht.

8.06 Uhr: Das Netz an Corona-Testzentren wird ausgedünnt

Vor dem Hintergrund einer steigenden Impfquote und einem damit verbundenen Nachfragerückgang haben zahlreiche Corona-Teststellen in Deutschland ihren Betrieb eingestellt. Bundesweite Zahlen liegen nicht vor, Zahlen aus den Bundesländern verdeutlichen aber diesen Trend: So sank die Zahl der Teststellen in Nordrhein-Westfalen binnen vier Wochen um 640 auf 8127, wie das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. In anderen Bundesländern war es ähnlich. In Niedersachsen sind laut dortigem Ministerium derzeit 2093 Testzentren aktiv, gut 600 sind in einem Meldeportal mit „außer Betrieb“ aufgeführt.

Unlängst gab es in NRW zwar ein Plus an vorgenommenen Testungen, weil Urlauber wieder in den Job zurückkehrten oder weil Ungeimpfte etwa für einen Restaurantbesuch im Innenbereich ein negatives Testergebnis benötigten. In Niedersachsen, wo die Sommerferien noch laufen, sank die Zahl der gemeldeten Testungen zuletzt aber deutlich. Auf lange Sicht dürfte die Nachfrage noch stärker sinken, auch weil die Tests ab dem 11. Oktober nicht mehr gratis sind.

7.14 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 58,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 58,0. Bundesweit wurden binnen 24 Stunden 5747 Neuinfektionen registriert, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen meldete. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum lag bei 42.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 23. August:

20.27 Uhr: Lauterbach zu Abkehr von 50er-Inzidenz: „Falsches Signal“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich gegen eine Abkehr von der Inzidenz als wichtigen Corona-Wert ausgesprochen. Die geplante Neuordnung sende „ein falsches Signal“, als wenn die Inzidenz nun überhaupt nicht mehr wichtig wäre und man nur noch auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen schauen müsste, sagte Lauterbach am Montag dem TV-Sender Phoenix. „Das halte ich für falsch, weil auch viele derjenigen, die erkranken und nicht ins Krankenhaus müssen, schwer erkranken und langfristige Schäden davontragen.“

„Wir fangen an, es zu leicht zu nehmen“, so der SPD-Politiker. Es bestehe eine große Gefahr darin, dass jetzt im Wahlkampf alle einfach nur die gute Nachricht bringen wollten. „Wir haben im Moment sehr viele Menschen, die schwer krank werden und auch chronisch krank werden.“

Mit Blick auf hohe Zahlen in Nordrhein-Westfalen sagt Lauterbach, dass man dort die Kontrolle über die Pandemie verliere. Gerade bei den Jüngeren und Ungeimpften sei die Inzidenz sehr hoch. Er sprach sich dafür aus, die Inzidenz jeweils für die Geimpften und Ungeimpften gesondert auszuweisen. „Dann würden die Ungeimpften sehen, wie gefährlich es mittlerweile für sie geworden ist.“

19.05 Uhr: Kein Baby-Boom in Corona-Pandemie

Nach dem ersten Corona-Jahr ist die Anzahl der Geburten in Deutschland von Januar bis Mai 2021 nur leicht angewachsen. Mit rund 315 000 Babys stieg die Zahl der neugeborenen Mädchen und Jungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Einen deutlichen Anstieg habe es nur im März gegeben mit rund 3700 Babys mehr als im Vorjahresmonat. In den übrigen von der einsetzenden Corona-Pandemie geprägten Monaten sei die Entwicklung unauffällig gewesen.

Die Geburten der ersten fünf Monate dieses Jahres gingen auf Schwangerschaften zurück, die während des ersten Corona-Lockdowns von Ende März bis Anfang Mai sowie in den Sommermonaten begannen - da waren die Beschränkungen von Kontakten weitgehend aufgehoben. Insgesamt kamen in dem Zeitraum gut 154 000 Mädchen und knapp 162 000 Jungen lebend zur Welt.

18.02 Uhr: Corona-Inzidenz in mehr als jedem dritten Kreis im Südwesten über 50

In 16 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegt die Corona-Inzidenz über 50. Am höchsten war sie am Montag (Stand: 16 Uhr) nach Angaben des Landesgesundheitsamts im Landkreis Rottweil. Hier seien innerhalb der vergangenen Woche 88,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gemessen worden. Mit 25,2 war die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Emmendingen am niedrigsten. Im landesweiten Schnitt lag sie bei 47,9 und damit leicht unter dem Wert des Vortags (48,2). Weil am Wochenende oft weniger getestet wird und manche Daten nicht übermittelt werden, gibt es montags häufiger einen leichten Rückgang. Seit Tagen steigen die Werte.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg binnen eines Tages um 343 auf 517.229. Inzwischen sind 10.447 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben (plus 3). Als genesen gelten geschätzt 498.048 Infizierte, das waren 360 mehr als am Vortag. 82 Covid-19-Patienten sind den Angaben zufolge derzeit auf Intensivtherapiestationen im Südwesten, zwei mehr als am Tag zuvor.

16.31 Uhr: Corona-Impfstoff von Biontech erhält in USA vollständige Zulassung

Als erster Corona-Impfstoff hat das Vakzin von Biontech/Pfizer in den USA eine vollständige Zulassung erhalten. Das gab die US-Arzneimittelbehörde FDA bekannt. "Die Zulassung dieses Impfstoffes durch die FDA ist ein Meilenstein, während wir den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie fortsetzen", erklärte die geschäftsführende FDA-Chefin Janet Woodcock.

Die Öffentlichkeit könne sicher sein, dass der Impfstoff "die hohen Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Herstellungsqualität erfüllt, welche die FDA von einem zugelassenen Produkt verlangt", führte Woodcock aus. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass sich jetzt noch mehr Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen.

15.29 Uhr: Regierung will 50er-Inzidenz aus Infektionsschutzgesetz streichen

Künftig sollen voraussichtlich keine Einschränkungen wegen Corona ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mehr greifen. Stattdessen soll unter anderem die Belastung in den Krankenhäusern als ein neuer Maßstab im Infektionsschutzgesetz eingeführt werden. Das Corona-Kabinett mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Fachministerinnen und -ministern habe am Montag erstmals seit der Sommerpause wieder getagt und man sei sich einig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zügig einen entsprechenden Vorschlag machen und das Bundeskabinett diesen dann beschließen solle, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit. Den genauen Zeitplan ließen Seibert und ein Sprecher Spahns vorerst offen.

15 Uhr: Bundesarbeitsminister Heil gesteht Fehler bei Corona-Hilfen für Selbstständige ein

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Fehler bei der Umsetzung der Corona-Hilfen für Selbstständige eingestanden. "Da hat die Bundesregierung zu spät reagiert", sagte Heil am Montag dem TV-Sender Phoenix. Dies betreffe auch die Ausgestaltung der Wirtschaftshilfen, es habe "bis zu den Neustarthilfen gedauert, bis das adäquat wurde", sagte Heil weiter.

Der Arbeitsminister sprach sich für ein Sicherungsgeld für Selbstständige aus. "Aber das kann man nicht in Krisensituationen aus dem Boden stampfen", sagte er. Nach der Corona-Krise müssten die Sicherungslücken des Sozialstaats für Selbstständige systematisch geschlossen werden, sagte Heil. Um die Kosten der Corona-Krise zu finanzieren, sprach sich der Arbeitsminister außerdem indirekt für Steuererhöhungen für Besserverdienende aus. Der Solidaritätsbeitrag, den aktuell etwa fünf Prozent der Bevölkerung zahlen, solle in den Steuertarif integriert werden, sagte er dem Sender.

13.47 Uhr: Bund gibt Ländern 200 Millionen für Luftreiniger in Schulen und Kitas

Die Bundesregierung unterstützt die Länder mit 200 Millionen Euro bei der Beschaffung von mobilen Luftreinigern für Schulen und Kitas. Wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte, sollen davon Einrichtungen mit Kindern unter zwölf Jahren profitieren, für die es derzeit keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. Bei Kinderbetreuung und Unterricht solle der bestmögliche Infektionsschutz erreicht werden.

„Unser Ziel ist es, in diesem Herbst und Winter den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten“, erklärte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Brandenburgs Bildungsministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD), betonte: „Es ist gut, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes kommt.“ Mobile Luftreiniger könnten Schulen und Kitas helfen, auch Räume zu nutzen, die sich nicht gut lüften ließen. Die 200 Millionen Euro sollen nach dem Königsteiner Schlüssel zwischen den Ländern aufgeteilt werden, die Länder müssen ebenfalls einen Teil zuschießen.

12.34 Uhr: Ärztepräsident schlägt Impfungen bei Vereinen und Religionsgemeinschaften vor

Um die Impfquote in Deutschland zu steigern, hat die Bundesärztekammer eine engere Einbindung von Vereinen und Religionsgemeinschaften in die Impfkampagne vorgeschlagen. "Wir sollten auch Sportvereine, Kulturvereine und die unterschiedlichen Glaubenseinrichtungen bei der Impfkampagne mit ins Boot holen", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag.

Da nach und nach viele Impfzentren geschlossen würden, sollten als Ersatz mehr mobile Impfstellen geschaffen werden - etwa vor Kirchen und Moscheen oder auch Freizeiteinrichtungen. "Ausreichend Impfstoff, Personal und Logistik stehen zur Verfügung. Jetzt sind kreative Ideen gefragt."

11.31 Uhr: Gewerkschaftsbund und Arbeitgeber hoffen auf mehr Impfungen

Arbeitgeber und Gewerkschaften betrachten mit Sorge, dass die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigt - und rufen zu mehr Impfungen auf. „Wir müssen aufpassen, dass wir das Erreichte nicht verspielen“, hieß es am Montag in einem gemeinsamen Appell des Chefs des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, und des Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Rainer Dulger.

„Deutschland ist bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie weit gekommen“, erklärten Hoffmann und Dulger. „Dabei ist und bleibt Impfen der beste Weg aus der Pandemie“, fügten sie hinzu. „Jeder Geimpfte hilft dabei mit, die Ausbreitung von Covid-19 zu bekämpfen und zu mehr Normalität im Privat- und Arbeitsleben zurückzukehren.“

Seit einiger Zeit gebe es nun aber ein „Abflachen der Impfdynamik“, heißt es weiter in dem Appell. „Insbesondere aggressivere Virusvarianten sorgen dafür, dass die Inzidenzzahlen wieder steigen. Mit der aktuellen Impfrate können und dürfen wir uns daher nicht zufrieden geben.“

9.04 Uhr: Spahn will Messwert von 50er-Inzidenz aus Gesetz streichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Pandemie die Messgröße eines Inzidenzwerts von 50 aus dem Infektionsschutzgesetz zu streichen. „Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient“, sagte der CDU-Politiker am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Der Wert - nicht mehr als 50 neue Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - habe für eine ungeimpfte Bevölkerung gegolten.

Im Infektionsschutzgesetz sind bei bestimmten Zahlen von neuen Corona-Fällen besondere Maßnahmen vorgesehen. Einige Bundesländer sind von der Fokussierung auf die Inzidenz jedoch schon abgerückt. „Deswegen ist mein Vorschlag, jetzt auch diesen Maßstab, diese 50er Inzidenz, aus dem Gesetz zügig zu streichen“, sagte der Minister. Darüber könnte der Bundestag noch vor der Wahl am 26. September entscheiden. „Der neue Parameter ist dann die Hospitalisierung“, so Spahn. Damit ist die Zahl der Covid-19-Patienten gemeint, die im Krankenhaus liegen.

7.53 Uhr: Corona-Inzidenz in NRW bei über 100

Die Corona-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen ist wieder dreistellig und damit so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Das Robert Koch-Institut gab sie am Montagmorgen auf seiner Webseite mit 103,3 an. Am Vortag waren es noch 99,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gewesen, vor einer Woche hatte der Wert noch 57,2 betragen. Der Bundesschnitt lag am Montagmorgen bei 56,4 und damit wesentlich niedriger als im bevölkerungsreichsten Bundesland. Den zweithöchsten Wert unter den Bundesländern hat laut RKI Hamburg mit einer Inzidenz von 71,6.

7.21 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 56,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 56,4 - am Vortag hatte der Wert 54,5 betragen, vor einer Woche 36,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3668 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.30 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2126 Ansteckungen gelegen.

Das waren die Entwicklungen vom Sonntag, 22. August: 

21.29 Uhr: Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

Für den Fall einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage in Deutschland schließt Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus. „Braucht es eine Impfpflicht für spezielle Berufsgruppen wie Krankenhaus oder Pflegepersonal oder Erzieher?“, wurde Baerbock nach der Aufzeichnung des ARD-Sommerinterviews gefragt, als sie im Online-Programm Tagesschau24 noch Zuschauerfragen beantwortete.

„Eine Impfpflicht ist in unserem Land gesetzlich, rechtlich, juristisch nicht ganz einfach“, sagte Baerbock am Sonntag. Es gebe aber Berufszweige etwa bei der Bundeswehr, wo so etwas möglich sei. Es könne dazu kommen, dass man „über die Frage weiterer Impfpflichten in einzelnen Berufsgruppen“ sprechen müsse.

18.35 Uhr: Inzidenz im Südwesten steigt weiter an

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist im Südwesten weiter angestiegen. Die Zahl der gemeldeten neuen Infektionen in sieben Tagen pro 100 000 Einwohner lag am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) bei 48,2, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte der Wert bei 46,6 gelegen, vor einer Woche bei 30,0.

Damit hält der bisherige Trend an. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz hatte sich zuletzt innerhalb von nur zehn Tagen mehr als verdoppelt. Im Vergleich zum Vortrag verzeichnete die Behörde 329 neue Infektionsfälle. Damit haben sich nun seit Beginn der Pandemie 516 886 Menschen in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus stieg nicht an und liegt weiter bei 10 444.

Die höchste Inzidenz weist der Landkreis Rottweil mit 94,4 auf. Der Landkreis Emmendingen hat mit 24,0 die derzeit geringste Inzidenz.

16.39 Uhr: Baden-Württembergs SPD-Fraktionschef warnt: Erneute Schulschließungen möglich

Versäumnisse im Kampf gegen die Pandemie könnten aus Sicht der SPD erneut zur Schließung von Schulen führen. Drei Wochen vor Ferienende seien die Einrichtungen keinesfalls für den Herbst gewappnet, sagte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Selbst einen neuen Schul-Lockdown hält er für möglich.

„Wer heute Schulschließungen ausschließt, aber nichts dafür tut, Klassenzimmer sicherer zu machen, der macht den Leuten etwas vor!“, so Stoch. Die grün-schwarze Landesregierung müsse die Klassenzimmer besser gegen eine steigende Zahl von Infektionen vorbereiten.

Vieles hätte die Landesregierung schon im März oder April, spätestens aber im Mai regeln müssen, sagte Stoch. Bis in den Juni hinein fehlten allerdings weitreichende Beschlüsse, um die Schulen auf den Herbst und Winter vorzubereiten. Viel zu spät habe sich Grün-Schwarz unter anderem entschieden, ein eigenes Programm für die Luftfilter aufzulegen. „Das Ergebnis: Die Schulen werden zum ersten Schultag des neuen Schuljahres noch nicht in der Lage sein, mehr Sicherheit anzubieten“, sagte Stoch.

Allein in Baden-Württemberg gibt es 70 000 Klassenzimmer. Auch Elternvertreter und Lehrerverbände wollen möglichst viele mobile Raumluftreiniger noch während der Sommerferien installiert wissen.

Rund 1,5 Millionen Schüler kehren am 13. September in ihre Klassen zurück. Sie erwartet zunächst für die ersten beiden Wochen eine Maskenpflicht - unabhängig von der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz. Grund: Schutz vor der Ausbreitung von Virusvarianten durch Reiserückkehrer.

15.26 Uhr: Party mit 500 Gästen: Polizei löst Feier ohne Hygienekonzept auf

Bis zu 500 meist junge Menschen haben trotz Pandemie im Landkreis Traunstein in einer Halle ohne Hygienekonzept gefeiert. Auch die Infektionsschutzregeln seien nicht eingehalten worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. 

Die Halle in Altenmarkt in Oberbayern war mit einem Bauzaun abgesperrt. Es gab dort nach Angaben der Polizei eine fest installierte Ton- und Lichttechnik, einen Toilettenwagen, einen Discjockey und eine Bar. Mehrere Beschwerden wegen Ruhestörung gingen in der Nacht zum Sonntag auf der Wache ein. Vor Ort trafen die Beamten noch auf etwa 200 Feiernde.

Nach Auskunft der Gäste seien zuvor bis zu 500 Menschen auf der Party gewesen. Der 26 Jahre alte Veranstalter löste die Feier auf. Alle Partygäste verhielten sich kooperativ, wie es hieß. Den 26-Jährigen erwartet unter anderem eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

12.40 Uhr: Bundesjustizministerin Lambrecht hält 2G-Regel für verfassungswidrig

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kritisiert die Pläne einzelner Bundesländer, im Herbst Freiheiten nur für Geimpfte und Genesene zuzulassen. „Jeder Eingriff in Freiheitsrechte muss gut begründet und verhältnismäßig sein“, sagte Lambrecht der „Welt am Sonntag“. Sie sehe nicht, wie man eine derart schwerwiegende Beschränkung für Ungeimpfte mit dem Infektionsschutz rechtfertigen könnte. „Es macht einen Unterschied, ob ein Gastronom im Rahmen seiner Vertragsfreiheit sagt, 'bei mir werden nur Geimpfte und Genesene bedient', oder ob der Staat so etwas vorgibt.“

Als erstes Bundesland plant Hamburg die Einführung der 2G-Regelung. Demnach könnten ungeimpfte Getestete anders als Geimpfte und Genesene etwa von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

Lambrecht sagte außerdem, ein Arbeitgeber dürfe keinen Mitarbeiter entlassen, sollte er sich einer Impfung verweigern. „Aber es ist durchaus vorstellbar, dass der Arbeitgeber diesen ungeimpften Beschäftigten andere Aufgaben zuweisen kann.“

Für die Justizministerin sind sowohl ein weiterer Lockdown als auch die Wiederauflage der Bundesnotgrenze nicht mehr denkbar. „Ich kann mir einen neuen Lockdown nicht vorstellen. Er wäre auch kaum zu rechtfertigen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist“, sagte sie.

Sonntag, 22. August, 8.15 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 54,5 - Robert-Koch-Institut meldet 7050 Corona-Neuinfektionen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter: Am Sonntagmorgen lag sie laut Robert-Koch-Institut bei 54,5. Am Vortag hatte sie noch bei 51,6 Fällen pro 100.000 Einwohner gelegen, vor einer Woche bei 35. Bundesweit wurden 7050 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowie drei weitere Todesfälle gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt in Deutschland seit Wochen wieder stetig an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.868.197, die der Todesfälle auf insgesamt 91.976.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts inzwischen am Beginn der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal stark betroffen.

Das waren die Entwicklungen vom Samstag, 21. August: 

21.15 Uhr: Vor Merkel-Besuch: 1,5 Millionen Impfdosen an Ukraine übergeben

Vor einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Sonntag in der Ukraine hat das Land von Deutschland 1,5 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten. Die deutsche Botschafterin Anka Feldhusen habe das Vakzin im Wert von rund sechs Millionen Euro am Samstag dem ukrainischen Gesundheitsminister Wiktor Ljaschko übergeben, teilte die Vertretung in Kiew mit. An diesem Sonntag trifft die Kanzlerin in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Merkel hatte der Mitteilung der Botschaft zufolge Selenskyj Soforthilfe für die Bekämpfung der Corona-Pandemie zugesagt. Das völlig verarmte Land, das in die EU strebt, ist dringend auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Seit Beginn der Pandemie habe Deutschland der Ukraine unter anderem Beatmungsgeräte, Masken und medizinische Ausrüstung im Wert von 76 Millionen Euro übergeben, hieß es.

20.55 Uhr: Neue Proteste gegen Corona-Regeln in Frankreich

In Frankreich haben den sechsten Samstag in Folge zehntausende Menschen gegen die Corona-Regeln protestiert. Landesweit gingen mehr als 175.500 Menschen auf die Straße, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Damit ging die Zahl der Demonstranten erneut zurück. Vor einer Woche hatten nach offiziellen Angaben noch knapp 215.000 Menschen demonstriert. Die Proteste verliefen wie schon zuvor weitgehend friedlich. Das Innenministerium meldete 20 Festnahmen und einen verletzten Polizisten.

Große Kundgebungen fanden unter anderem in Paris, in Pau in Südfrankreich und in Lille in Nordfrankreich statt. Im ganzen Land waren mehr als 200 Veranstaltungen geplant.

18.58 Uhr: US-Medien: Vollständige Biontech/Pfizer-Zulassung am Montag möglich

In den USA könnte der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer laut Medienberichten Anfang der Woche eine vollständige Zulassung erhalten. Die Arzneimittelbehörde FDA prüfe derzeit die umfangreiche Dokumentation aller nötigen Daten und arbeite auf eine Entscheidung bis zum Ende des Montags hin. 

Die US-Regierung verspricht sich von einer vollständigen Zulassung einen Impfschub, beispielsweise weil Arbeitgeber, Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen eine Impfpflicht für ihre Mitarbeitenden, Besucher und Studierenden an diese endgültige Zulassungsstufe koppeln. Außerdem hatten in Umfragen immer wieder Ungeimpfte erklärt, dass sie eine vollständige Zulassung abwarten wollten. Bisher hatte der Impfstoff eine sogenannte „Emergency Use Authorization“, eine Notfallzulassung, die nach den regulären Testreihen einen schnellen Einsatz ermöglichte.

17.41 Uhr: Corona-Inzidenz steigt über 50 - Kaum schwere Verläufe bei Geimpften

Erstmals seit drei Monaten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Deutschland über 50. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden 51,6 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gemessen. Zuletzt hatte die Inzidenz am 25. Mai darüber gelegen. Vor einer Woche lag sie noch bei 32,7. Anfang Juli war sie bis auf 4,9 gefallen.

Von Infektionen betroffen sind lauf RKI vor allem jüngere Menschen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnte vor massivem Schulausfall. Weil die Inzidenz bei den Ungeimpften schnell steige, sei in den Schulen das Schlimmste zu befürchten. „Impfaktionen auch in den Schulen wären sehr sinnvoll. Das würde geimpfte und ungeimpfte Kinder schützen“, so Lauterbach.

Laut RKI entfällt der bei weitem größte Teil der Infektionen seit Monaten auf nicht geimpfte Menschen. Nur ein geringer Anteil der hospitalisierten oder auf Intensivstation betreuten Covid-19-Fälle geht demnach auf Impfdurchbrüche zurück. Seit Anfang Februar starb in Deutschland demnach erst eine einzige voll immunisierte Person im Alter von unter 60 Jahren nach einem wahrscheinlichen Impfdurchbruch an den Folgen von Corona. Der „Spiegel“ berichtete zuerst darüber.

16.28 Uhr: Palau verliert Status als eines der letzten Covid-freien Länder der Erde

Der kleine Pazifikstaat Palau hat seinen Status als eines der letzten Länder des Planeten ohne Corona-Fall verloren. Am Samstag vermeldete das Gesundheitsministerium die ersten beiden Fälle - gab aber gleichzeitig Entwarnung. Die zwei Reisenden aus dem US-Außengebiet Guam seien nach ihrer Einreise positiv auf das Coronavirus getestet und zusammen mit ihren Kontaktpersonen in Quarantäne genommen worden.

"Wir rufen alle dazu auf, einen ruhigen Kopf zu bewahren", erklärte das Gesundheitsministerium, das sich gegen einen Lockdown entschied. Der Grund: Mehr als 80 Prozent der 18.000 Einwohner auf der Insel sind bereits komplett geimpft. Präsident Surangel Whipps sagte, der Inselstaat "war Covid-frei, doch nun ist er Covid-sicher".

15.12 Uhr: Junger Italiener lässt sich QR-Code seines Corona-Passes tätowieren

Ein 22-jähriger Italiener hat sich den Strichcode seines Corona-Impfpasses auf den Arm tätowieren lassen - und wird dafür von zahlreichen Menschen im Internet gefeiert. Er habe nicht lange darüber nachgedacht, bevor er sich sein neues Tattoo stechen ließ, sagte Andrea Colonnetta der Zeitung „Corriere della Calabria“. Nach einem Beratungsgespräch mit seinem Tätowierer habe er sich für dieses aktuelle und praktische Motiv entschieden.

„Es ist sicherlich etwas Originelles, ich mag es, anders zu sein“, sagte der Student aus der süditalienischen Stadt Reggio Calabria der Zeitung. Auf der Unterseite seines linken Arms prangt nun ein QR-Code, bestehend aus kleinen schwarzen Quadraten, die seine erfolgte Corona-Impfung bestätigen.

13.52 Uhr: Söder rückt von Inzidenz ab - Vorbild soll das neue baden-württembergische Modell sein

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder will künftig nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz zum Maßstab der Corona-Politik machen. „Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend“, sagte der CSU-Chef der „Mediengruppe Münchner Merkur tz“ (Samstag). Stattdessen soll künftig „eine Art Krankenhaus-Ampel“ die rote Linie vorgeben.

Söder hatte erklärt, dass das baden-württembergische Modell künftig als Vorbild für Bayern dienen soll. „Das heißt: 3G - getestet, geimpft und genesen - gilt künftig unabhängig von der Inzidenz“, sagte Söder.

In Baden-Württemberg genießen Geimpfte und Genesene seit dem 16. August unabhängig von örtlichen Corona-Inzidenzen in vielen Bereichen wieder größere Freiheiten. Hingegen müssen Ungeimpfte wesentlich häufiger als bisher negative Antigen-Schnelltests vorweisen, die jeweils nicht älter als 24 Stunden sein dürfen. Neben Baden-Württemberg hatten auch Niedersachsen und andere Bundesländer angekündigt, dass die Inzidenzwerte künftig nicht mehr allein die Richtung in der Politik vorgeben.

9.34 Uhr: Wieder mehr Erstimpfungen gegen Corona im Land

Lange ist die Impfbereitschaft in Baden-Württemberg zurückgegangen. Nun steigen die Zahlen wieder - was nicht zuletzt an der neuen Corona-Verordnung liegen könnte. Generell berichteten die Impfzentren, nehme die Zahl der Impfungen dort wieder etwas zu, teilte das Sozialministerium in Stuttgart mit. „Wir beobachten, dass diese Woche tageweise im Vergleich zur Vorwoche ein Anstieg erkennbar ist.“

Am Montag wurden in Baden-Württemberg laut Gesundheitsministerium 10 430 Erstimpfungen verabreicht. Am Donnerstag waren es 12 607. Die Zahlen schwanken aber. Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart merkt wieder steigendes Interesse. Der Anteil der Erstimpfungen nehme zu, erklärte Mark Dominik Alscher, der Medizinische Geschäftsführer.

Vor allem mobile Impfangebote stießen auf große Nachfrage. Dort gebe es auch Schlangen. Besonders gefragt sei der Impfstoff von Johnson & Johnson. Bei ihm reiche eine Spritze aus. Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gibt es in dieser Altersgruppe einen merklichen Anstieg der Interessenten. Hier werden inzwischen täglich deutlich über 200 junge Leute geimpft.

8.35 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit Mai wieder über 50
- RKI meldet Inzidenz von 51,6 und 8092 Neuinfektionen

Erstmals seit Mai ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen wieder auf einen Wert über 50 gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmorgen eine Inzidenz von 51,6 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Am Vortag war die Inzidenz noch mit 48,8 angegeben worden. Bundesweit wurden 8092 Neuinfektionen binnen eines Tages mit dem Coronavirus nach 9280 am Vortag gemeldet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz war Ende Mai erstmals seit Oktober wieder unter den Wert von 50 gefallen. Während das RKI nun 17 neue Todesfälle meldete, waren es am 26. Mai an einem Tag aber noch 270 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt seit Wochen in Deutschland wieder stetig an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.861.147. Die Zahl der Todesfälle stieg auf insgesamt 91.973.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 20. August:

22.15 Uhr: Söder setzt auf Krankenhaus-Ampel statt auf Inzidenz

Die bayerische Staatsregierung will künftig von der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab in der Corona-Politik abrücken. „Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der „Mediengruppe Münchner Merkur tz“ (Samstag).

Söder kündigte an, dass sich Bayern an das baden-württembergische Modell anlehnen werde. „Das heißt: 3G - getestet, geimpft und genesen - gilt künftig unabhängig von der Inzidenz.“

Für mögliche Einschränkungen will Bayern nach Söders Angaben eine Krankenhaus-Ampel einführen, mit der die Lage auf den Intensivstationen ersichtlich werden soll. „Da wir uns bei der Ministerpräsidentenkonferenz nicht einigen konnten, entwickeln wir das in Bayern selbst“, sagte Söder weiter. Einen weiteren Lockdown soll es nicht geben: Das könne man vor Geimpften und Genesenen nicht rechtfertigen. „Ich hoffe sehr, dass wir wegen des Impffortschritts überhaupt nicht in die Situation kommen“, sagte Söder.

21.20 Uhr: Inzidenz hat sich innerhalb von zehn Tagen mehr als verdoppelt

Die Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg hat sich innerhalb von zehn Tagen mehr als verdoppelt. Am Freitag (Stand 16.00 Uhr) erreichte sie einen Wert von 42,2 Ansteckungen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, eineinhalb Wochen zuvor waren es noch 19,2 Neuinfektionen. Am Donnerstag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz 40,4 betragen. 9 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit 81,1 im Landkreis Rottweil, am niedrigsten mit 17,4 im Landkreis Emmendingen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg binnen eines Tages um 844 auf 515 470. Inzwischen sind 10 445 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben (plus 7). Als genesen gelten geschätzt 497 025 Infizierte, das waren 313 mehr als am Vortag.

Rund 61,6 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten 58,2 Prozent. 

20.25 Uhr: Tausende Corona-Infektionen bei EM-Finalrunde in London

Bei der Finalrunde der Fußball-EM in London mit Zehntausenden Zuschauern und etlichen Fans rund um das Wembley-Stadion haben sich Tausende Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England zu den beiden England-Spielen im Halbfinale und Finale am 7. und 11. Juli hervor, die diese am Freitag veröffentlichte. 2295 der Anwesenden in und um das Stadion sollen demnach zum Zeitpunkt des Finales höchstwahrscheinlich infektiös gewesen sein. 3404 weitere Menschen sollen sich rund um dieses Ereignis infiziert haben. Beim Halbfinale sollen 375 Fans infektiös gewesen sein und sich 2092 angesteckt haben.

Für den Zutritt zum Wembley-Stadion war eigentlich ein Corona-Test notwendig, allerdings mussten Besucher selbst angeben, dass dieser negativ ausgefallen war. Insbesondere beim Finalspiel von England gegen Italien hatten sich in Wembley chaotische Szenen abgespielt. Tausende waren ohne Ticket ins Stadion eingedrungen, außerdem gab es etliche gewaltsame Zusammenstöße.

18.55 Uhr: Spanien erklärt ganz Deutschland zum Corona-Risikogebiet

Für alle Besucher aus Deutschland wird die Einreise nach Spanien ab Montag erschwert. Ab dem 23. August werde ganz Deutschland aufgrund der steigenden Infektionszahlen zum Corona-Risikogebiet erklärt, teilte das spanische Gesundheitsministerium in Madrid mit. Diese Neueinstufung gilt zunächst für sieben Tage. Das bedeutet, dass alle Einreisenden aus Deutschland ab zwölf Jahren bis Mitternacht des 29. August einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen negativen Test vorlegen müssen. Zuletzt galten lediglich fünf Bundesländer - Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein - als Risikogebiete.

Im Falle eines Antigentests darf dieser bei der Ankunft nicht älter als 48 Stunden sein, bei PCR-Tests dürfen es maximal 72 Stunden sein. Besucher aus Ländern, die geringe Infektionszahlen aufweisen und nicht auf der spanischen Liste der Risikogebiete stehen, dürfen ohne Auflagen ins Land. Allerdings müssen alle Besucher weiterhin ein Onlineformular ausfüllen. Sie erhalten einen QR-Code, der bei der Einreise vorzuweisen ist. Oft kontrollieren die Airlines schon vor dem Abflug, dass die Passagiere alle Auflagen erfüllen.

Wenn Reisende aus Deutschland in Spanien Gebiete besuchen, die auf der deutschen Liste der Hochrisikogebiete stehen, wie etwa Madrid oder die Balearen mit Mallorca, müssen sie bei der Rückkehr in die Heimat zehn Tage in Quarantäne, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind. Diese kann frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden.

17.02 Uhr: Vierte Corona-Welle erfasst Deutschland - Spahn für Auffrischimpfung

In Deutschland ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) die vierte Corona-Welle angerollt. Der Anteil der positiven Proben unter den Corona-PCR-Tests in Laboren stieg binnen einer Woche bis Mitte August von vier auf sechs Prozent, wie es im jüngsten RKI-Wochenbericht heißt. Die Sieben-Tage-Inzidenzen haben sich seit Anfang August fast verdreifacht und lagen am Freitag im bundesweiten Mittel bei fast 50 (48,8) bei 100 000 Einwohnern. Angesteckt haben sich die Bundesbürger teils auch in Urlaubsregionen wie dem Balkan, der Türkei oder Spanien. „Damit zeigt sich nun deutlich der Beginn der vierten Welle, die insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufnimmt“, so das RKI. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwägt, allen Bürgerinnen und Bürgern eine Auffrischimpfung anzubieten.

15.53 Uhr: Griechische Urlaubsinseln werden Corona-Hochrisikogebiete

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln ab Dienstag als Hochrisikogebiet ein. Gleichzeitig werden die Kanarischen Inseln und Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

14.40 Uhr: Schülerbeirat: Schülerausweis ist als Testnachweis ungenügend

Ein Schülerausweis reicht aus Sicht des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg nicht aus, um einen regelmäßigen Corona-Test in der Schule nachzuweisen. Entsprechende Pläne des Landes seien ungenügend, kritisierte das Gremium. „Die Rechnung geht nicht auf“, sagte Elisabeth Schilli, die Sprecherin des Landesschülerbeirats. „In den Ferien werden Schülerinnen und Schüler nicht getestet, haben aber trotzdem einen Freifahrtschein.“ Außerdem sei nicht gewährleistet, dass alle Kinder und Jugendliche mit Schülerausweis auch die Schule besuchten. Dazu gehörten unter anderem Jugendliche kurz nach dem Abschluss und erkrankte Schüler.

Nicht eingeschulte Kinder bis maximal sieben Jahre sowie ganz generell die meisten Schüler sind in Baden-Württemberg von der Testpflicht ausgenommen. Sie müssen nach Regierungsangaben keine separaten Tests vorweisen, sofern sie schon in ihren Schulen regelmäßig getestet werden. Ein entsprechender Nachweis muss allerdings immer erbracht werden, dazu reicht nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der Regel ein Schülerausweis.

Diese Strategie muss nach Ansicht des Landesschülerbeirats durchdacht werden. „Um wirklichen Infektionsschutz zu bieten, müssen die Regelungen tatsächlich sicher sein und nicht nur diese suggerieren“, hieß es. „Auch während der Ferienzeit muss es für Kinder und Jugendliche eine kostenlose Testmöglichkeit geben“, forderte der stellvertretende Beiratsvorsitzende, Kevin Erath. Außerdem müssten die schulischen Testzertifikate wieder eingeführt werden.

12.30 Uhr: Drittimpfungen für Risikogruppen in Baden-Württemberg ab 1. September möglich

Senioren und Menschen aus Risikogruppen können ab 1. September eine Drittimpfung erhalten. Diese Regelung betrifft zunächst Menschen über 80 Jahre, Personen, die in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe oder weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort leben. Außerdem fallen Pflegebedürftige, die zuhause gepflegt werden sowie Personen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche oder unter immunsuppressiver Therapie darunter, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

Zudem dürfen demnach Menschen, die nur mit Vektorimpfstoffen wie Astrazeneca oder Johnson&Johnson geimpft wurden, eine zusätzliche Impfung in Anspruch nehmen. Voraussetzung dafür ist, dass die letzte Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Die Auffrischungsimpfung soll ausschließlich mit mRNA-Impfstoffen, also Biontech oder Moderna, erfolgen.. Dafür sei eine Dosis ausreichend. Impfwillige können dazu einen Termin im Impfzentrum ausmachen oder aber einen Hausarzt aufsuchen. Ein entsprechender Beschluss wurde bei der Gesundheitsministerkonferenz gefällt. Eine entsprechende Empfehlung der ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es allerdings noch nicht.

10.39 Uhr: Karlsruhe kündigt Entscheidung zur Bundes-Notbremse für den Herbst an

Das Bundesverfassungsgericht will voraussichtlich im Oktober oder November über erste Klagen gegen die Corona-Notbremse des Bundes im Hauptverfahren entscheiden. Das teilte das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe am Freitag mit. Auf eine mündliche Verhandlung wollen die Richterinnen und Richter des zuständigen Ersten Senats nach derzeitigem Stand verzichten, weil dies „eine Entscheidung verzögern würde“. Es dürfte also einen schriftlichen Beschluss geben. Zur Vorbereitung seien Experten aus verschiedenen Fachgebieten um eine Stellungnahme gebeten worden - etwa Virologen, Aerosol- und Bildungsforscher, Intensivmediziner und Kinderärzte.

8.13 Uhr: Scholz gegen erneuten Corona-Lockdown

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich trotz steigender Corona-Zahlen gegen einen erneuten Lockdown ausgesprochen. „Aus meiner Sicht darf es keinen neuen Lockdown geben. Der wäre angesichts der Impfquote schwer begründbar“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Wer sich schützen will, kann sich impfen lassen. Wer auf diesen Schutz verzichtet, kann nicht erwarten, dass die gesamte Gesellschaft noch einmal solch einschneidende Maßnahmen mitträgt“, fügte er hinzu.

Schulöffnungen nur noch für 2G-Schüler, also geimpfte und getestete Schüler, schloss Scholz aus. „Das schließe ich aus. Es gibt die Schulpflicht - und das Recht auf Bildung. Nach den langen Schulschließungen, nach Wechsel- und Fernunterricht, bin ich ein klarer Verfechter von Präsenzunterricht an Schulen. Die Schulen müssen offen bleiben.“

7.11 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz weiter auf 48,8 gestiegen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt und steigt: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag eine Inzidenz von 48,8 im Vergleich zu 44,2 am Vortag. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 30,1 gelegen. Darüber hinaus registrierte das RKI 9280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden und 13 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 19. August:

22.39 Uhr: WHO kritisiert Booster-Impfungen in reichen Ländern

Die Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti, hat die weiterhin ungleiche Verteilung von Corona-Impfstoff kritisiert. Die Einführung von Auffrischungsimpfungen, sogenannten Booster-Impfungen, in einigen Ländern gefährde das Versprechen einer besseren Zukunft für Afrika, erklärte sie am Donnerstag in der kongolesischen Hauptstadt Brazzaville. „Indem einige reichere Länder Impfungen horten, verspotten sie das Konzept der Impfgerechtigkeit.“

Zugleich sagte sie, die Lieferung von Impfstoff nach Afrika über die internationale Initiative Covax habe an Fahrt aufgenommen. In der ersten Augusthälfte seien zehn Millionen Dosen geliefert worden. Das sei neun Mal so viel wie in der ersten Julihälfte. Seit Juni sei die Zahl der verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner von 1,2 auf 3,4 gestiegen.

22.06 Uhr: Robert Koch-Institut sieht Beginn der vierten Pandemie-Welle

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) hat in Deutschland die vierte Welle in der Corona-Pandemie begonnen. Der Anteil der positiven Proben unter den PCR-Tests in Laboren sei innerhalb einer Woche bis Mitte August von vier auf sechs Prozent gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Altersgruppen. „Damit zeigt sich nun deutlich der Beginn der vierten Welle, die insbesondere durch Infektionen innerhalb der jungen erwachsenen Bevölkerung an Fahrt aufnimmt“, heißt es im Bericht.

Das RKI schätzt eine Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder nur einmal geimpften Menschen in Deutschland insgesamt weiterhin als hoch ein. Für vollständig Geimpfte stufen die Forscher sie als moderat ein.

Bereits seit Anfang Juli komme es in Deutschland wieder zu einem Anstieg der Inzidenz vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 49- Jährigen, heißt es in der Analyse. Ein ähnlicher Anstieg in dieser Bevölkerungsgruppe sei im Sommer 2020 zu beobachten gewesen - allerdings erst fünf Wochen später, also Ende September bis Anfang Oktober. Damals gab es noch keinen Impfschutz. In diesem Sommer dominiert bisher die ansteckendere Delta-Variante - inzwischen zu 99 Prozent.

21.05 Uhr: Biden will sich Corona-Auffrischimpfung geben lassen

US-Präsident Joe Biden und seine Ehefrau Jill werden sich eine Corona-Auffrischimpfung geben lassen. „Wir werden die Booster-Shots bekommen“, sagte Biden am Donnerstag im Fernsehsender ABC. Der Präsident verwies auf die Ankündigung der US-Gesundheitsbehörden vom Vortag, wonach vom 20. September an allen US-Bürgern eine Drittimpfung angeboten werden soll. Begründet wird dies mit einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Impfstoffe und der Ausbreitung der Delta-Variante.

Die dritte Impfdosis der Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna soll den Empfehlungen zufolge rund acht Monate nach der zweiten Spritze verabreicht werden. Der 78-jährige Biden, der seine erste Dosis im Dezember 2020 und seine zweite Dosis im Januar erhalten hatte, sagte auf ABC, bei ihm werde es mit der Auffrischung jetzt „höchste Zeit“.

20.12 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten über 40

Die Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg hat die Marke von 40 überschritten. Stand Donnerstag (16.00 Uhr) wurden je 100 000 Einwohner 40,4 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen einer Woche registriert, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Vortag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz 36,7 betragen.

7 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50. Am höchsten ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit 67,9 im Landkreis Rottweil, am niedrigsten mit 14,4 im Landkreis Emmendingen.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg binnen eines Tages um 978 auf 514 626. Inzwischen sind 10 438 Menschen an einer Infektion mit dem Virus oder im Zusammenhang damit gestorben (plus 1). Als genesen gelten geschätzt 496 712 Infizierte, das waren 346 mehr als am Vortag.

18.40 Uhr: Hotels am Europapark ändern nach Kritik Corona-Kennzeichnung

Der Europapark in Rust hat nach Kritik seine Regeln zum Infektionsschutz für Hotelgäste teilweise überarbeitet. Er passte heute eine erst seit Montag geltende Kennzeichnung geimpfter, genesener und getesteter Besucher der Hotels rund um den Freizeitpark an. Um den Status der Gäste für Mitarbeiter auf möglichst unkomplizierte Weise kenntlich zu machen, hatten die Hotelgäste farbige Armbändchen erhalten, wie eine Sprecherin sagte. Dabei habe man Geimpfte oder Genesene sowie auf der anderen Seite ungeimpfte beziehungsweise getestete Besucher mit Bändern in verschiedenen Farben ausgestattet.

Auf diese Weise hätten Mitarbeiter leicht erkennen können, dass Hotelgäste eine der drei Bedingungen - geimpft, genesen oder getestet - erfüllten, fügte die Sprecherin hinzu. Kritiker hatten ihren Angaben zufolge moniert, durch die verschiedenen Farben lasse sich der Impfstatus erkennen, was datenschutzrechtlich problematisch sei. Der Europapark reagierte auf den Unmut und händigt seit heute Geimpften und Genesenen sowie Getesteten die Armbänder bei ihrer Ankunft in der gleichen Farbe aus. Diese wechselten aber täglich.

Es sei zu keiner Zeit das Anliegen gewesen, eine bestimmte Gruppen zu stigmatisieren, teilte die Sprecherin mit. „Es ging lediglich darum, eine möglichst praktische und überschaubare Lösung zu finden“, fügte sie hinzu.

16.23 Uhr: Minister Lucha schließt Schulschließungen im Herbst aus

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hat coronabedingten Schulschließungen nach den Herbstferien eine Absage erteilt. Das schließe er Stand jetzt aus, sagte der Minister im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“ (Freitag). „Ich werde alles dafür tun, dass wir das mit umfangreichen Tests der Schülerinnen und Schüler verhindern können.“ Außerdem habe man jetzt zusätzlichen Rückenwind durch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, dass es keine Bedenken gebe, auch die Zwölf- bis 17-Jährigen zu impfen, so der Grünen-Politiker.

Mit Blick auf die ab Oktober kostenpflichtigen Corona-Tests gibt sich Lucha überzeugt, dass sich dann wieder mehr Menschen impfen lassen werden. Viele Menschen seien bequem und hätten es noch nicht verinnerlicht, sagte Lucha der Zeitung. „Wenn Tests Geld kosten, geht die Impfquote hoch.“

14.30 Uhr: Bildungsgewerkschaft VBE sieht Impfungen an Schulen kritisch

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat sich der Kritik von Kinder- und Jugendärzten an Corona-Impfungen an Schulen angeschlossen. Es sei unbedingt notwendig, dass die betroffenen Kinder gemeinsam mit ihren Eltern und nach einer eingehenden Beratung durch den jeweiligen Kinder- oder Hausarzt eine informierte Entscheidung treffen, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann am Donnerstag laut einer Mitteilung. „Ob dies einzulösen ist, wenn die Impfung in Impfmobilen vor der Schule erfolgt, halten wir für fraglich.“

Beckmann warnte auch vor möglichen Konflikte, wenn Eltern oder Jugendliche, die gegen eine Impfung sind, sich durch die Präsenz von Impfteams bedrängt sähen. Wie zuvor schon der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wies auch der VBE-Vorsitzende auf möglicherweise entstehenden Gruppenzwang an Schulen hin.

„Es hilft natürlich, dass wir mehr Sicherheit an den Schulen haben, wenn sich die zwölf- bis 17-Jährigen auch impfen lassen, aber es muss natürlich Freiwilligkeit gewahrt werden und deshalb ist eine eingehende Beratung der Eltern im Vorfeld erforderlich“, sagte Beckmann der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kinder ab zwölf Jahren wird vom Verband grundsätzlich begrüßt.

13.30 Uhr: Rekordzahl von sechs Millionen Corona-Tests in Frankreich

Die Einführung einer Corona-Testpflicht in Frankreich hat zu einem Rekord geführt: In der vergangenen Woche wurden nach Behördenangaben  fast sechs Millionen Tests vorgenommen, rund 40 Prozent mehr als eine Woche zuvor. Besonders oft ließen sich jüngere Leute zwischen 25 und 40 Jahre testen.

In französischen Restaurants, Kinos, Museen und vielen Einkaufszentren ist neuerdings ein negativer Corona-Test für Ungeimpfte oder nicht Immunisierte Pflicht. Dagegen regt sich Protest: An diesem Samstag werden zum sechsten Mal Demonstrationen gegen den sogenannten Gesundheitspass erwartet. 

Zugleich stieg die Zahl der Impfungen deutlich an: Inzwischen sind nach Regierungsangaben 69 Prozent der über Zwölfjährigen in Frankreich vollständig geimpft. Regierungschef Jean Castex sagte dem Sender BFM-TV, dies entspreche 40 der rund 67 Millionen Bürger. Die Impfung sei die einzige "Lösung" in der Pandemie, betonte er.

11.20 Uhr: 48,4 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag nun 48,4 Millionen Menschen oder 58,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben demnach inzwischen 52,9 Millionen Menschen oder 63,7 Prozent aller Einwohner.

Minister Jens Spahn hob den generellen Impffortschritt hervor. Mehr als 71 Prozent der Personen in Deutschland, für die ein Impfstoff zugelassen und von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen sei, hätten damit bereits mindestens eine Impfung erhalten, schrieb der CDU-Politiker bei Twitter.

10.44 Uhr: Experte sorgt sich um weiterhin hohe Corona-Zahlen in Großbritannien

Britische Gesundheitsexperten sorgen sich angesichts noch immer hoher Infektionszahlen in Großbritannien um den bevorstehenden Herbst und Winter. Am Mittwoch hatte die britische Regierung knapp 34.000 neue Corona-Fälle und 111 neue Todesfälle vermeldet. „Das ist sehr besorgniserregend“, sagte der Immunologe Peter Openshaw am Donnerstag dem Sender „Times Radio“, insbesondere weil derzeit das Wetter noch relativ gut sei und die Schulen noch in den Sommerferien seien.

„Wir gehen in den Winter mit einer sehr hohen Infektionslage und wir wissen wirklich nicht, was passieren wird“, so Openshaw. Die Sieben-Tage-Inzidenz stagniert in Großbritannien seit einiger Zeit bei knapp unter 300, nachdem die Fallzahlen Mitte Juli eine Weile zurückgegangen waren. Die Zahl der Covid-19-Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, stieg zuletzt wieder etwas an.

8.24 Uhr: Mängel bei Corona-Teststationen gefunden

Die Prüfgesellschaft Dekra ist bei ihrer Suche nach schwarzen Schafen unter den Anbietern von Corona-Schnelltests in Baden-Württemberg fündig geworden. Bei Kontrollen von 82 Schnellteststellen im Land seien vor allem Mängel bei der Datenverarbeitung aufgedeckt worden, berichten die „Stuttgarter Nachrichten“.

Demnach seien unter anderem die Aufbewahrungsfristen der Daten zur Überprüfung der Abrechnung nur von 74 der überprüften 82 Stellen eingehalten worden. Ein Beschwerdemanagement hätten nur 64 der 82 Testzentren implementiert, zitiert die Zeitung das Gesundheitsministerium. Größere Mängel sahen die Prüfer auch bei der Abfallentsorgung in den meisten Teststellen.

7.19 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt auf 44,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter an. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen mitteilte, erhöhte sie sich von 40,8 auf 44,2. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 27,6 gelegen. Wie das RKI unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 8400 Neuinfektionen sowie 22 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 18. August: 

22.09 Uhr: Hamburg bekommt zentralen Gedenkort für Corona-Opfer

Die Stadt Hamburg will einen zentralen Gedenkort für die Opfer und die Folgen der Corona-Pandemie schaffen. Die Fraktionen von SPD, Grünen, CDU und Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen am Mittwoch einen entsprechenden gemeinsamen Antrag. Die AfD-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung. Bei der Wahl und Ausgestaltung des Ortes sollen Hinterbliebene und die Religionsgemeinschaften miteinbezogen werden. Auch in Schleswig-Holstein hatte im Juni der Landtag entschieden, einen zentralen Gedenkort für die Corona-Opfer zu schaffen.

Die Pandemie werde für immer eine Zeit großen Schmerzes, größter Entbehrungen und Belastungen für viele Menschen bleiben, begründete der SPD-Abgeordneter Dirk Kienscherf die gemeinsame Initiative. Allein in Hamburg seien bereits über 1.600 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet worden. Jeder Verlust stelle einen schmerzhaften Einschnitt für Angehörige und Freunde sowie für das medizinische Personal dar. „Wir als Bürgerschaft können den Verlust nicht wegräumen“, so Kienscherf. „Aber wir können dazu beitragen, einen zentralen Ort des Gedenkens und der Trauer in der Stadt zu schaffen.“

20.51 Uhr: Steinmeier mit erster „Bürgerlage“ in Präsenz zu Erfahrungen in Corona-Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Donnerstag erstmals direkt mit Bürgern zu einem Lage-Gespräch über Erfahrungen in der Corona-Pandemie zusammen. Zuvor hatte es drei solcher „Bürgerlagen“ digital gegeben. Weiterhin online können auch Zuschauer des angebotenen Livestreams Fragen an die Gesprächsrunde stellen.

Gäste Steinmeiers im Schloss Bellevue sind eine Pflegedienstleiterin aus Bremen, Ehrenamtliche aus einem Fußballverein in Nordrhein-Westfalen und bei einer Tafel in Sachsen-Anhalt, ein junger Auszubildender sowie eine Musikerin aus Berlin, eine Hotelbesitzerin aus Bayern und eine Schulleiterin aus Nordrhein-Westfalen.

19.15 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten nimmt immer weiter zu

Die Kurve der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen geht in Baden-Württemberg weiter stetig nach oben. Der Wert lag heute bei 36,7 Ansteckungen je 100.000 Einwohner, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte der Wert noch 33,5 betragen.

Über der 35er Schwelle liegen 18 Stadt- und Landkreise, weitere 22 haben die Marke noch nicht erreicht und 4 sind sogar über der nächsten Stufe von 50. Die höchste Inzidenz weist die Stadt Baden-Baden auf (65,2), am wenigsten neue Infektionen wurden im Hohenlohekreis (16,0) registriert. Im Südwesten gibt es 44 Stadt- und Landkreise.

In intensivmedizinischer Behandlung waren zuletzt 61 Covid-19-Patienten, von denen 31 invasiv beatmet wurden. Insgesamt sind derzeit 2009 von betreibbaren 2349 Intensivbetten (85,5 Prozent) belegt.

Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern auch für Menschen mit anderen Erkrankungen.

16.55 Uhr: USA bieten allen Bürgern ab 20. September Corona-Auffrischungsimpfung an

Die USA werden von Mitte September an allen Bürgern eine Corona-Auffrischungsimpfung anbieten. Die US-Gesundheitsbehörden begründeten dies am Mittwoch mit einer über die Zeit nachlassenden Schutzwirkung der Impfstoffe und der Ausbreitung der Delta-Variante. Ab dem 20. September soll deswegen eine dritte Impfdosis mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna angeboten werden. Die dritte Dosis kann acht Monate nach der zweiten Dosis verabreicht werden.

„Die vorliegenden Daten zeigen sehr eindeutig, dass der Schutz gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 nach den ersten Impfdosen über die Zeit abzunehmen beginnt“, hoben die Chefs einer Reihe von Gesundheitsbehörden in einer gemeinsamen Erklärung hervor. „In Verbindung mit einer Dominanz der Delta-Variante sehen wir Hinweise auf einen reduzierten Schutz gegen milde und moderate Krankheitsverläufe.“

15.16 Uhr: Weitere Corona-Fälle in Neuseeland - Nach Lockdown auch Maskenpflicht

Nach der Entdeckung weiterer Corona-Fälle hat Neuseeland die Pandemie-Maßnahmen verschärft. Für Menschen ab zwölf Jahren gelte eine Maskenpflicht, teilte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Mittwoch mit. Medienberichten zufolge sollte die Regelung von Donnerstag an unter anderem in geschlossenen Räumen wie Supermärkten, Tankstellen, medizinischen Einrichtungen sowie öffentlichen Verkehrsmitteln gelten.

Am Vortag hatte die Regierung nach dem ersten lokalen Corona-Fall seit knapp sechs Monaten bereits einen landesweiten Lockdown verhängt. Bürger dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen das Haus verlassen. Schulen und viele Geschäfte bleiben geschlossen. Der am Dienstag in Auckland nachgewiesene Fall hängt nach Informationen der Regierung mit dem Ausbruch im australischen Bundesstaat New South Wales zusammen. Es gelte nun herauszufinden, wie und wann das Virus - die Delta-Variante - nach Neuseeland gekommen sei, sagte Ardern.

13.10 Uhr: Anstieg der Neuinfektionen - Mediziner erwarten mehr Patienten

Der Anstieg der gemeldeten Corona-Neuinfektionen beschleunigt sich. In vier Bundesländern liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile wieder über 50: in Berlin (69,2), Hamburg (74,5), Nordrhein-Westfalen (64,6) und Schleswig-Holstein (50,5). Einen Trend sieht das RKI in dem aktuellen sprunghaften Anstieg noch nicht, eine Zunahme bei der Sieben-Tage-Inzidenz sei aber zu erwarten gewesen. Die Fallzahlen nahmen demnach bereits seit Anfang Juli 2021 wieder zu - sie stiegen wesentlich früher und schneller als im vergangenen Jahr, als vergleichbare Inzidenzen erst im Oktober erreicht wurden. Zur Zeit seien vor allem die 10- bis 34-Jährigen von Infektionen betroffen, die Verbreitung innerhalb Deutschlands variiere stark, hieß es vom RKI.

Die Ursachen für die steigenden Fallzahlen sind nach RKI-Angaben vielfältig: zu wenige Impfungen, die ansteckendere Delta-Variante, die vermehrte Reisetätigkeit im Sommer oder das Ende der Schulferien. Die Behörde empfiehlt weiterhin die Einhaltung der Hygieneregeln, Menschenmengen zu meiden und schon bei leichten Symptomen einen PCR-Test machen zu lassen und zu Hause zu bleiben.

Aus Sicht des Mediziners und Wissenschaftlichen Leiters des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, sind die stark steigenden Inzidenzen Anlass zu Sorge. „Wir haben Stand jetzt zwar noch wenig Covid-Patienten auf der Intensivstation und genügend freie Kapazitäten, aber die Tendenz ist auch hier steigend von minimal 350 Patienten vor zwei Wochen auf jetzt knapp 600“, sagte er. Die Inzidenzen seien linear an die Intensivbelegung gekoppelt. „Es ist auch naiv zu glauben, dass die hohen Inzidenzen der jungen Menschen nicht auf die 35- bis 60-Jährigen überspringen. Hier gibt es absolut gesehen noch zu viele Ungeimpfte in Deutschland.“ Der Experte rechnet mit einem weiteren Anstieg bei der Zahl der Intensivpatienten in den kommenden Wochen, wenn sich nicht deutlich mehr Menschen impfen lassen. Das kann nach Ansicht des Mediziners auch zu einer neuerlichen ernsthaften Belastung für das Personal werden.

11.27 Uhr: In allen 16 Ländern mindestens jeder Zweite vollständig geimpft

Bei den Corona-Impfungen ist jetzt in allen 16 Bundesländern mindestens jeder zweite Einwohner vollständig geimpft. Als letztes Land schaffte Sachsen die Marke von 50 Prozent mit nun 50,1 Prozent, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Mittwoch hervorgeht. Vier Länder sind bereits über der Marke von 60 Prozent: Bremen mit 68,3 Prozent voll geimpften Einwohnern, das Saarland mit 62,5 Prozent, Schleswig-Holstein mit 61,4 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 60,3 Prozent. Bundesweit sind 57,8 Prozent der Bevölkerung - 48,1 Millionen Menschen - vollständig geimpft.

Mindestens eine erste Impfung bekommen haben nunmehr 52,8 Millionen Menschen oder 63,5 Prozent der Bevölkerung. Dabei nimmt die Zahl der Erstimpfungen wieder etwas zu, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Demnach bekamen am Dienstag gut 92.000 Menschen eine Erstimpfung, an den Dienstagen der beiden Vorwochen waren es jeweils rund 75.000.

9 Uhr: Verbraucherschützer warnen vor Abzocke mit falschen Impfangeboten

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat vor Betrug mit falschen Impfangeboten gewarnt. "Manche Menschen klingeln gerade in den sozialen Brennpunkten an Haustüren, um vermeintliche Impfungen zu verkaufen. Am Ende ist das Geld weg, eine Impfung gibt es nicht", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch.

Um solchen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben, forderte Müller ein Verbot von Haustürgeschäften: "Unerwünschte Haustürgeschäfte gehören verboten."

7.17 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 40,8

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist deutlich angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen eines Tages 8324 Neuinfektionen gemeldet - am Vortag waren es 3912 Fälle. Zudem wurden 22 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 40,8.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt in Deutschland seit Wochen wieder kontinuierlich an. Am Dienstag hatte die Inzidenz 37,4 betragen, am Mittwoch vergangener Woche lag sie noch bei 25,1.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 17. August:

19.05 Uhr: Feiern ohne Maske in Südwest-Clubs unter Bedingungen erlaubt

In baden-württembergischen Clubs und Diskotheken entfällt auf der Tanzfläche und im Sitzbereich unter bestimmten Bedingungen die Maskenpflicht. Darauf haben sich das Stuttgarter Gesundheitsministerium laut einer Mitteilung vom Dienstagabend mit Vertretern der Clubszene des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes verständigt.

Zahlreiche Betreiber kündigten angesichts der aktuellen Corona-Verordnung an, ihre Clubs nicht zu öffnen, wie das Ministerium weiter berichtete. Das „Club-Feeling“ gehe verloren, laute die Argumentation der Betreiber. Zu den Bedingungen gehört laut Mitteilung unter anderem, dass die Branche ein Muster-Hygienekonzept erstellt. Außerdem wird die Auslastung der Clubs an Lüftungskonzepte gebunden.

Die neue Verordnung mit Lockerungen für geimpfte und vom Virus genesene Menschen war am Montag in Baden-Württemberg in Kraft getreten. Wer zu einer dieser beiden Gruppen gehört, genießt unabhängig von lokalen oder regionalen Corona-Inzidenzen wieder größere Freiheiten.

16.45 Uhr: Polizei richtet nach Kochsalz-Injektionen Ermittlungsgruppe ein

Im Fall möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland will die Polizei ihre Ermittlungen vorantreiben und hat dazu eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Ermittelt wird gegen eine examinierte Krankenschwester. Sie hatte eingeräumt, am Impfzentrum in Schortens am 21. April sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte. Vergangene Woche hatten Kreis und Polizei dann mitgeteilt, dass nach weiteren Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösungen aufgezogen habe. Um die möglicherweise fehlenden Impfungen nachzuholen, sollen daher knapp zehntausend Betroffenen als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.

15.11 Uhr: Wieder mehr Corona-Impfungen im Südwesten

In Baden-Württemberg lassen sich wieder mehr Menschen gegen Corona impfen. Man beobachte aktuell landesweit eine Zunahme bei den Erstimpfungen, wenn auch weiterhin auf niedrigem Niveau, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Dienstag mit. Seit der Ankündigung zur neuen Corona-Verordnung habe sich die Zahl der Erstimpfungen im Südwesten von täglich rund 5000 in den vergangenen Wochen auf rund 8000 Erstimpfungen am Montag erhöht, so der Sprecher.

<ü>In Baden-Württemberg sind bislang rund 6,79 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft, 6,39 Millionen Menschen gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstag (Stand: 8 Uhr) als vollständig geimpft. Das entspricht einer Impfquote von 61,2 Prozent bei den Erstimpfungen. 57,6 Prozent der Menschen sind vollständig geimpft. Zahlen aus der Region finden Sie hier.

13.30 Uhr: Düsseldorfer Karnevalisten für strengere Corona-Regeln bei Veranstaltungen

Die Düsseldorfer Karnevalsvereine haben sich dem Beschluss ihrer Vorstands angeschlossen, bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nur Geimpfte oder Genesene einzulassen. Die Präsidenten der dem Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) angeschlossenen Vereine sprachen sich bei einer Videokonferenz mehrheitlich für die sogenannte 2G-Regelung aus, wie das CC am Montag bekanntgab. Demnach sollen an der Prinzenpaarkürung im November und der Aufzeichnung der ARD-Fernsehsitzung im Januar nur Geimpfte und Genesene teilnehmen.

Ob alle 70 Vereine die Corona-Regelung bei ihren eigenen Veranstaltungen umsetzen, sei allerdings noch offen. Einig seien sich die Präsidenten der beteiligten Vereine auch darüber, trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie "unbedingt" an Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche festhalten zu wollen. Dafür sollten verstärkt preiswerte Selbsttests zum Einsatz kommen.

"Unser Ziel muss es sein, dass man nur mit Piks Karneval feiern kann", erklärte der CC-Präsident Michael Laumen. Um das zu erreichen, veranstalten die Karnevalsvereine einen Aktionstag: Am 11. September sollen pünktlich ab 11.11 Uhr unter anderem an der Wagenbauhalle und anderen Orten in in Düsseldorf Impfangebote gemacht werden.

Wie kommt dieser Düsseldorfer Weg bei den Verbänden und Zünften in Südbaden an? Und welche Aussichten gibt es in der Region überhaupt für die bevorstehende Fasnachtssaison? Wir haben nachgehakt.

11.21 Uhr: Spahn wirbt erneut für Corona-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut dazu aufgerufen, Angebote für Corona-Impfungen wahrzunehmen. Es gehe für jeden um die Entscheidung, „ob man eine Infektion riskiert ohne Schutz mit allen möglichen Folgen einer Erkrankung - oder ob man sich mit einer Impfung schützt“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Angesichts steigender Fallzahlen und der ansteckenderen Delta-Virusvariante werde jeder Nicht-Geimpfte „ziemlich sicher infiziert werden in den nächsten Wochen und Monaten“. Spahn betonte, Impfstoff für jede Altersgruppe ab 12 Jahren sei da, es gebe auch immer mehr einfache Impfangebote vor Ort.

Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nach Ministeriumsangaben nun 47,8 Millionen Menschen oder 57,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben knapp 52,7 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent aller Einwohner. Als letztes der 16 Bundesländer hat nun auch Sachsen die Marke von 50 Prozent bei den vollständig geimpften Einwohnern fast erreicht - die dafür nötige Spritze haben dort jetzt 49,9 Prozent bekommen. Beim Spitzenreiter Bremen sind es inzwischen 68 Prozent der Einwohner.

10.10 Uhr: Neuseeland verhängt nach Corona-Fall landesweiten Lockdown

Nach einem im Inland übertragenen Corona-Fall hat die neuseeländische Regierung einen dreitägigen landesweiten Corona-Lockdown verhängt. Regierungschefin Jacinda Ardern verkündete die Maßnahme am Dienstag als Reaktion auf die erste einheimische Übertragung des Coronavirus seit sechs Monaten. "Wir haben anderswo gesehen, was passieren kann, wenn wir die Lage nicht in den Griff bekommen", sagte sie in einer Fernsehansprache. "Wir haben nur eine Chance." Sie nannte die hochansteckende Delta-Variante einen möglichen Wendepunkt in der Pandemie.

Neuseeland hatte am Dienstag die erste einheimische Ansteckung mit dem Coronavirus seit einem halben Jahr gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich um einen 58-Jährigen Auckland, der größten Stadt des Landes. Ein Verbindung zu einer Einreise konnte demnach zunächst nicht hergestellt werden.

7.17 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 37,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf 37,4 gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 3912 Neuinfektionen sowie 28 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Am Montag hatte die Inzidenz 36,2 betragen, am Dienstag vergangener Woche lag sie noch bei 23,5.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 16. August: 

22.23 Uhr: WHO vermisst Tempo beim Kampf gegen Corona

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie verläuft nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer noch zu schleppend. „Die Testraten in weiten Teilen der Welt sind zu niedrig, insbesondere in Ländern mit geringem Einkommen, so dass ein Großteil der Welt blind für die Entwicklung der Krankheit und anfällig für neue Varianten ist“, erklärte die WHO am Montag. Die nun in vielen Ländern wegen der ansteckenderen Delta-Variante wieder belasteten Gesundheitssysteme bräuchten schnelle Hilfe wie zum Beispiel Sauerstoffgeräte zur Behandlung Schwerkranker. Allein in den nächsten Monaten seien mehrere Milliarden Dollar für die Anti-Corona-Strategie nötig.

Angesichts von mehr Covid-19-Fällen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 als im gesamten Jahr 2020 befinde sich die Welt immer noch in der akuten Phase der Pandemie – trotz hoher Impfraten in einigen Ländern, die die Bevölkerung vor schweren Krankheiten und Todesfällen schützten, so die WHO.

21.38 Uhr: Auffrischungsimpfung: Biontech/Pfizer reichen erste Daten bei FDA ein

Das deutsche Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. In den kommenden Wochen sollten diese Daten einer Phase-1-Studie auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und weiteren Behörden eingereicht werden, teilten die Unternehmen am Montag mit. Weitere Daten sollen folgen.

Die Teilnehmer der Phase-1-Studie hätten acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung erhalten. Im Vergleich zu einer zweifachen Impfung hätten bei den Menschen mit Auffrischungsimpfung „signifikant höhere neutralisierende Antikörpertiter“ nachgewiesen werden können - sowohl gegen das ursprüngliche Virus als unter anderem auch gegen die Delta-Variante.

20.30 Uhr: 17 Prozent der Intensivbetten frei - Corona-Inzidenz sinkt minimal

Gut jedes sechste Intensivbett im Südwesten ist im Moment verfügbar. In Zahlen sind das 408 der 2357 betreibbaren Betten beziehungsweise 17,3 Prozent, wie das Landesgesundheitsamt am Montag unter Berufung auf das sogenannte Divi-Intensivregister mitteilte. Der Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Er soll eine größere Rolle bei der Analyse der Corona-Lage spielen. Solche Betten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern auch für Menschen mit anderen Erkrankungen.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank binnen eines Tages minimal von 30,0 auf 29,7. Eine Woche zuvor hatte sie 17,3 betragen. Keiner der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegt noch im einstelligen Bereich. Am niedrigsten ist die Inzidenz mit 12,6 im Landkreis Emmendingen. In Mannheim ist sie mit 54,7 am höchsten.

18.30 Uhr: Erste Konsequenzen für Impfverweigerer in griechischem Altenheim

Ein Altenheim in der griechischen Hafenstadt Volos hat zehn Mitarbeiter vom Dienst suspendiert und zahlt ihnen keine Löhne mehr, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten. Es sei das erste Mal, dass eine solche Maßnahme gegen Impfverweigerer in Griechenland getroffen werde. Auch auf der Insel Rhodos seien sechs Mitarbeiter eines Altenheimes vom Dienst suspendiert worden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk (ERT).

Die Regierung in Athen hatte im Juli gesetzlich geregelt, dass Angestellte von Pflege- und Altenheimen bis zum 16. August geimpft sein müssen. Am 1. September verstreicht dann auch die Frist für Ärzte und alle im Bereich Gesundheit Beschäftigten. Ab dann können auch sie vom Dienst suspendiert werden. Alten- und Pflegeheimen, die Nichtgeimpfte beschäftigen, drohen Geldstrafen bis 200 000 Euro und der Entzug der Lizenz. In der Privatwirtschaft können Arbeitgeber sogar ihre Angestellten entlassen, wenn sie sich nicht impfen lassen.

16.57 Uhr: Ministerin: Impfung für Kinder und Jugendliche bleibt freiwillig

Nach der Corona-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige durch die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Bundesregierung betont, dass damit für diese Altersgruppe kein Zwang zur Impfung verbunden ist. „Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden“, teilte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht am Montag mit. Ähnlich hatte sich zuvor auch Regierungssprecher Steffen Seibert geäußert.

Lambrecht nannte die Impfempfehlung einen wichtigen Schritt bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Es gebe nun eine klare, auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruhende Orientierung für Eltern und Kinder. „Die Empfehlung erleichtert Eltern und ihren Kindern die Entscheidung.“

Die Familienministerin betonte, die unabhängige Kommission habe ihre Bewertung „allein auf der Grundlage der sorgfältigen Auswertung und Abwägung wissenschaftlicher Fakten“ getroffen. Seit Wochen stand die Stiko unter Druck, weil sie für Kinder und Jugendliche keine generelle Impfempfehlung aussprach. Sie hatte das mit noch fehlenden Daten begründet. Stiko-Chef Thomas Mertens hatte der Politik eine Einmischung vorgeworfen.

16.25 Uhr: Corona fordert immer mehr Tote im Iran

Die Delta-Variante des Coronavirus sorgt im Iran für immer mehr Todesfälle und fast täglich neue Höchstwerte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag gab es in den vergangenen 24 Stunden 655 Tote, 35 mehr als am Vortag. Im selben Zeitraum wurden über 41 000 Neuinfektionen registriert. Somit stieg die Gesamtzahl der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus in dem Land auf mehr als 98 000, die der Infektionen auf fast 4,5 Millionen.

Als Reaktion auf die vielen Toten in Verbindung mit Corona hat die iranische Regierung ab Montag erneut einen landesweiten Lockdown verhängt. Das Land ist von der Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher nur schleppend voran. Bislang wurden nur fünf Prozent der Iraner doppelt geimpft.

15.54 Uhr: Interpol warnt vor Betrug mit vorgetäuschten Impfstoffangeboten

Die internationale Polizeiorganisation Interpol warnt vor weltweiten Betrugsversuchen mit vorgetäuschten Verkaufsangeboten von Corona-Impfstoffen. In über 60 Fällen in 40 Ländern hätten Vertreter von Gesundheitsministerien und Krankenhäusern Angebote zum Kauf von in dem jeweiligen Land zugelassenen Impfstoffen erhalten, teilte Interpol am Montag in Lyon mit.

Demnach geben die Täter üblicherweise vor, einen Impfstoffhersteller oder eine für die Verteilung von Impfstoffen zuständige Regierungsorganisation zu vertreten. Dabei versuchten sie sowohl über die dienstlichen als auch die privaten Mailadressen der Betroffenen sowie per Telefon Kontakt aufzubauen. Dabei kämen auch gefälschte Internetseiten und Profile in den Sozialen Medien zum Einsatz.

15.09 Uhr: Vier von fünf Polizisten gegen Covid-19 geimpft

Die Quote der Corona-geimpften Polizisten in Baden-Württemberg nähert sich 80 Prozent. Damit seien Polizeibeamte in den allermeisten Fällen vor einer schweren Erkrankung geschützt, teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag in Stuttgart mit. Das Zusammenspiel der Corona-Maßnahmen mit einer noch steigenden Impfbereitschaft sei in der aktuellen Situation der Schlüssel zum Erfolg, sagte der Minister. Insgesamt sind nach Angaben der Landesregierung derzeit rund 57 Prozent der Baden-Württemberger vollständig gegen Covid-19 geimpft. 

14.27 Uhr: SPD fordert Schulimpfungen für Kinder ab zwölf Jahren

Nach dem neuen Votum zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren fordert die SPD Schulimpfungen. Mobile Impfteams müssten großflächig und auch an den Schulen eingesetzt werden und Termine anbieten, schlug SPD-Fraktionschef Andreas Stoch am Montag in Stuttgart vor. „Der Impfstoff muss dorthin, wo sich Kinder und Jugendliche tummeln: an die Schulen“, sagte er. Die Landesregierung müsse dafür sorgen, dass allen Schülerinnen und Schüler im Land umgehend eine Covid-19-Impfung angeboten werde.

Die unabhängige Ständige Impfkommission (Stiko) hatte am Montag mitgeteilt, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Ländern und Fachkreisen noch möglich. Die Stiko empfahl Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren bisher nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe. Impfungen sind laut Stiko aber schon jetzt mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich.

13.51 Uhr: Malaysias Regierungschef tritt nach Kritik an Corona-Politik zurück

Nach Kritik am Umgang seiner Regierung mit der Corona-Pandemie sind der malaysische Ministerpräsident Muhyiddin Yassin und sein Kabinett zurückgetreten. In einer Fernsehansprache warf der Regierungschef am Montag politischen Rivalen vor, die Pandemie für politische Zwecke missbraucht zu haben. Er habe nicht weiterregieren können, da andere Parteien versucht hätten, die Macht zu übernehmen, statt dem Leben der Menschen Vorrang zu geben, sagte er.

Nach Angaben des Königs Abdullah wird Muhyiddin Yassin übergangsweise das Amt weiter ausüben, bis eine neue Regierung gefunden ist. Der seit anderthalb Jahren regierende Ministerpräsident hatte die breite Unterstützung des Parlaments verloren und sah sich wegen seines Vorgehens in der Pandemie Rücktrittsforderungen ausgesetzt.

13.05 Uhr: Spahn begrüßt Votum der Impfkommission zu Kinder-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat es als „gute Nachricht“ bezeichnet, dass sich die Ständige Impfkommission (Stiko) nun für Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren ausspricht. „Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden“, sagte der CDU-Politiker am Montag. „Die Fakten sprechen für die Impfung, ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen ist da.“ Wenn gewünscht, könnte eine Impfung noch in dieser Woche stattfinden.

11.52 Uhr: Corona-Impfungen gehen weiter vor allem mit Zweitimpfungen voran

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter vor allem mit Zweitimpfungen voran. Am Sonntag wurden knapp 90 600 Dosen gespritzt, davon führten 67 700 zu einer vollständigen Impfung, wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag mitteilte. Insgesamt sind nun 47,6 Millionen Menschen oder 57,2 Prozent der Bevölkerung voll geimpft. Mindestens eine erste Impfung erhalten haben 52,6 Millionen Menschen oder 63,2 Prozent aller Einwohner. Minister Jens Spahn dankte allen, die vor Ort kreative und niedrigschwellige Impfangebote machen. „Jede Impfung zählt!“, schrieb er bei Twitter.

Unter den 16 Bundesländern hat nur Sachsen immer noch nicht die Marke von 50 Prozent bei den vollständig geimpften Einwohnern erreicht - die dafür nötige Spritze haben dort nun 49,8 Prozent bekommen. Beim Spitzenreiter Bremen sind es inzwischen 67,7 Prozent der Einwohner.

11.17 Uhr: Ständige Impfkommission empfiehlt Corona-Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat Corona-Impfungen für Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen. Das teilte das unabhängige medizinische Beratergremium am Montag in Berlin mit. Es aktualisierte damit seine vorherige Empfehlung von Anfang Juni, derzufolge in Deutschland zunächst nur Jugendliche mit Vorerkrankungen gegen das Coronavirus geimpft werden sollten.

Nach Angaben der Stiko erfolgte die Anpassung der Empfehlung nach der Auswertung weiterer Daten über mögliche Nebenwirkungen, die insbesondere aus dem großangelegten Impfprogramm für Jugendliche in den USA stammten. Dort wurden dem Gremium zufolge inzwischen bereits beinahe zehn Millionen junge Menschen immunisiert.

Außerdem hätten „mathematische Modellierungen“ ergeben, dass für Kinder und Jugendliche angesichts der inzwischen dominierenden Delta-Variante bei einer möglichen vierten Infektionswelle im Herbst ein „deutlich höheres Risiko“ für eine Erkrankung bestehe, teilte die Stiko weiter mit. Bei „sorgfältiger Bewertung“ der neuen Informationen überwögen daher nach gegenwärtigem Stand die Vorteile einer Impfung das Risiko sehr seltener Nebenwirkungen.

10.55 Uhr: Bildungsministerin Karliczek schließt 2G-Regel an Schulen aus

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek schließt Einschränkungen für ungeimpfte Kinder und Jugendliche in den Schulen aus. „Für mich und auch die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder ist klar, dass es an Schulen keine sogenannte 2G-Regelung geben kann“, sagte Karliczek der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag).

Auch wer sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen könne oder wolle, habe ein Anrecht auf Zugang zum Unterricht, betonte sie. Hygieneschutzmaßnahmen blieben aber wichtig, auch für geimpfte Schülerinnen und Schüler und für die Lehrkräfte. Nach der 2G-Regel dürfen nur Geimpfte und Genesene an Aktivitäten in Innenräumen teilnehmen. Die CDU-Politikerin sagte weiter, sie hoffe auf ein „klares Signal“ der Ständigen Impfkommission (Stiko), die für diese Woche eine Neubewertung der Empfehlung für die 12- bis 17-Jährigen angekündigt hat.

10.13 Uhr: Pflichtquarantäne nach Kontakt zu Corona-Infizierten endet in England

Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen in England und Nordirland künftig nicht mehr verpflichtend in Quarantäne gehen, wenn sie vollständig geimpft sind. Stattdessen sollen Betroffene einen PCR-Test machen, wie aus den neuen Richtlinien der britischen Regierung hervorgeht, die seit Montag gelten. Der Test ist jedoch nicht verpflichtend.

Ähnliche Regeln gelten bereits in Schottland und Wales. Auch für Minderjährige werden die Quarantäneregeln gelockert, was deutlichen Einfluss auf den Schulbetrieb nach den Sommerferien haben dürfte.

8.12 Uhr: Bayern startet mit Auffrischungsimpfungen

In Bayern können von sofort an etwa Alte und Pflegebedürftige Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus erhalten. „Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag in München. Dies gilt vor allem für Hochbetagte über 80 Jahre, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit Immunschwächeerkrankungen oder Immunsuppression und Pflegebedürftige, die zu Hause leben.

Voraussetzung für die Auffrischung ist, dass die Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Vorgesehen sind laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz für eine Auffrischung auch alle, die vollständig mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft sind. In der Praxis wird dieser Personenkreis allerdings wegen des auch hier geltenden Sechs-Monate-Abstandes erst ab Anfang September an die Reihe kommen.

7.13 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 36,2

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 36,2 - am Vortag hatte der Wert 35,0 betragen, vor einer Woche 23,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2126 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.30 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1183 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden vier Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zwei Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.823.139 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.682.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.871.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 15. August:

20.11 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten erreicht 30

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen in Baden-Württemberg wächst weiter stetig. Sie lag am Sonntag bei 30,0 Ansteckungen je 100.000 Einwohnern, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte (Stand: 16 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch 29,3 betragen.

Über der 35er-Schwelle liegen demnach die Stadtkreise Mannheim (59,2), Pforzheim (40,5) Baden-Baden (38,1), Heilbronn (37,1) und Esslingen (35,5), der Main-Tauber-Kreis (40,0) und der Schwarzwald-Baar-Kreis (35,8), die Landkreise Lörrach (38,9) und Breisgau-Hochschwarzwald (37,6) sowie der Rhein-Neckar-Kreis (38,8). Im Südwesten gibt es 44 Stadt- und Landkreise.

17.27 Uhr: Erstmals geimpfter Covid-Patient ohne Vorerkrankungen in Griechenland gestorben

Zum ersten Mal ist in Griechenland ein Patient an Covid-19 gestorben, obwohl er vollständig geimpft war und keinerlei Vorerkrankungen hatte. Der Mann habe vor seiner Erkrankung keine gesundheitliche Probleme gehabt und alle Corona-Vorsichtsmaßnahmen befolgt, auch seine Frau und seine Kinder seien geimpft, sagte der Leiter der Intensivstation im Papanikolaou-Krankenhaus von Thessaloniki, Nikos Kapravelos, am Sonntag dem Sender Open TV.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem Toten um einen 70-jährigen Zahnarzt. Nach Angaben von Kapravelos ist es der erste derartige Fall unter den bislang mehr als 13.200 Corona-Toten in Griechenland.

In dem Land steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit wieder rapide an. Die Sorge ist groß, dass die Rückkehr hunderttausender Sommerurlauber in die Städte im Herbst eine vierte Welle auslösen wird.

15.04 Uhr: Erneute Demonstrationen gegen Corona-Regeln in Frankreich

Der Unmut über verschärfte Corona-Regeln hat in Frankreich am fünften Wochenende in Folge wieder viele Menschen auf die Straßen getrieben. Am Samstag demonstrierten knapp 215.000 Menschen im ganzen Land, wie das französische Innenministerium mitteilte. Das sind etwas weniger als in der Vorwoche, als noch etwa 237.000 Teilnehmer gezählt wurden. Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die Impfpflicht für Gesundheitspersonal und die jüngst auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweiteten Nachweispflichten. Die Proteste verliefen weitgehend friedlich. Das Innenministerium meldete elf Festnahmen.

Menschen in Frankreich müssen etwa für Restaurant- oder Kinobesuche, Fernzugreisen und mancherorts bald auch fürs Shoppen in großen Einkaufszentren einen sogenannten Gesundheitspass vorlegen. Dieser liefert den Beleg entweder über eine Corona-Impfung, eine überstandene Erkrankung oder einen aktuellen negativen Test. Da Corona-Tests ähnlich wie in Deutschland ab Mitte Oktober kostenpflichtig werden, prangern Kritiker eine Impfpflicht durch die Hintertür an.

12.55 Uhr: Weniger Arztpraxen impfen gegen Corona – Elf Bundesländer wollen Impfzentren bald schließen

Die Zahl der Arztpraxen, die in Deutschland gegen Corona impfen, sinkt einem Bericht zufolge. In der Woche vom 2. bis zum 8. August hätten nur noch 29.300 Praxen Corona-Schutzimpfungen verabreicht, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf ihr vorliegende Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Insgesamt hätten sich seit Beginn der Impfungen mehr als 52.600 Praxen an der Impfkampagne beteiligt.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte der Zeitung, es stimme zwar, dass die Impfzahlen rückläufig seien. „Wir müssen aber bedenken, dass inzwischen glücklicherweise immer mehr Menschen schon vollständig geimpft sind.“ Gassen wollte demnach nicht bestätigen, dass derzeit eine große Zahl an Praxen aus dem Impfgeschehen aussteige.

Die „Welt am Sonntag“ berichtete außerdem, dass elf Bundesländer ihre Impfzentren bis Ende September komplett oder weitgehend schließen wollten. Dies habe eine Anfrage an die zuständigen Landesministerien ergeben.

Insgesamt sind laut Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums bis zum 8. August knapp 112 Millionen Dosen Impfstoff geliefert worden, davon etwa 41 Millionen Dosen an Praxen und mehr als 65 Millionen an Impfzentren, der Rest an Betriebsärztinnen und -ärzte.

11.17 Uhr: Corona-Krise: Zahl der Selbstständigen in Hartz IV versechsfacht

Die Zahl der Selbstständigen, die für ihren Lebensunterhalt finanzielle Unterstützung aus der staatlichen Grundsicherung beziehen, hat sich laut Bundesagentur für Arbeit (BA) im Verlauf der Corona-Pandemie versechsfacht. „Wir sehen einen deutlichen Corona-Effekt zwischen April 2020 und Juli 2021“, sagte BA-Chef Detlef Scheele den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Rund 134 000 Selbstständige hätten in der Zeit Bedarf auf Grundsicherung angemeldet. „Üblicherweise wären es in diesem Zeitraum etwa 22 000 gewesen“, so Scheele. Dies entspricht in etwa einer Versechsfachung.

Bei den abhängig Beschäftigten sind seinen Angaben zufolge 328 000 neu in die Grundsicherung gekommen. „Diese Zahl liegt in normalen Zeiten bei 190 000“, sagte Scheele. „Der Corona-Effekt zeigt sich hier deutlich.“ Aufs Ganze gerechnet seien dies aber keine allzu hohen Werte.

Abhängig Beschäftigte, die ergänzendes Hartz IV beantragen, sind laut BA unter anderem Menschen, deren Kurzarbeitergeld sehr niedrig ausfällt, oder sogenannte Aufstocker, die einen geringen Lohn beziehen und daher auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen sind.

9.55 Uhr: USA und Israel werden nun als Corona-Hochrisikogebiete geführt

Die USA und Israel gelten in Deutschland seit Sonntag als Corona-Hochrisikogebiete. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte die Einstufung wegen stark steigender Infektionszahlen in den beiden Ländern am Freitag angekündigt. Auch Montenegro, Kenia und Vietnam sowie Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien werden nun als Corona-Hochrisikogebiete geführt, was besondere Quarantäne-Vorschriften nach sich zieht. Die Türkei gilt ab Dienstag als Hochrisikogebiet.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

Als Hochrisikogebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen wegen hoher Infektionsraten ein besonders hohes Infektionsrisiko angenommen wird. Daneben gibt es auch noch die Kategorie des Virusvariantengebiets für Gegenden, in denen bestimmte Coronavirus-Mutanten besonders weit verbreitet sind.

8.31 Uhr: Neue Corona-Verordnung - Weitreichende Lockerungen für Geimpfte

Für vollständig geimpfte Menschen und Genesene werden die Corona-Beschränkungen im Südwesten weitgehend aufgehoben. So gibt es ab kommendem Montag etwa keine Kontaktbeschränkungen und Personenobergrenzen für private Feiern mehr. Es entfallen zudem die bislang geltenden Inzidenzstufen. Das geht aus der neuen Corona-Verordnung hervor, die das Staatsministerium in der Nacht zum Sonntag in Stuttgart veröffentlichte. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

7 Uhr: RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 35,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf 35,0 gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 4728 Neuinfektionen sowie drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt in Deutschland seit Wochen wieder kontinuierlich an. Am Samstag hatte die Inzidenz 32,7 betragen, am Sonntag vergangener Woche lag sie noch bei 22,6.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach den RKI-Angaben vom Sonntag auf 3.821.013. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg auf 91.867. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gab das RKI mit rund 3.679.500 an.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 14. August: 

21.18 Uhr: Corona-Test negativ, aber kein Nachweis - IT-Panne in Frankreich

Eine IT-Panne hat in Frankreich an zwei Tagen in Folge verhindert, dass negativ auf Corona Getestete einen offiziellen Nachweis darüber erhalten haben. Diesen Nachweis, den sogenannten Gesundheitspass, muss in dem Land jeder vorzeigen, der etwa ins Restaurant gehen oder in einen Fernzug steigen will. Der Ausfall der IT-Systeme habe von Freitagnachmittag bis in die Nacht und am Samstagmorgen nochmals zwei Stunden lang gedauert, teilte das Pariser Gesundheitsministerium mit. Als Folge konnten demnach Apotheken negative Corona-Tests nicht elektronisch erfassen - und so auch nicht den QR-Code für den Gesundheitspass ausstellen, der für die Teilnahme am öffentlichen Leben erforderlich ist.

Manche Apotheken stellten Negativ-Getesteten kurzerhand improvisierte Zertifikate aus, wie der Sender BFMTV berichtete. Wie viele Menschen ihren Gesundheitspass aufgrund der Panne nicht erhalten haben, war zunächst unklar. Probleme gab es auch bei der Erfassung der Impfungen, wie das Ministerium mitteilte. Die Panne werde derzeit genau aufgearbeitet. Der Gesundheitspass ist in Frankreich umstritten. Der Protest dagegen treibt seit Mitte Juli regelmäßig Zehntausende Menschen auf die Straßen.

20.29 Uhr: Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte und Besucher in Heimen

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat erneut auf die Testpflicht für ungeimpfte Besucher und Beschäftigte von Alten- und Pflegeheimen ab Montag hingewiesen. „Wenn Besuchende und Mitarbeitende aus dem Urlaub zurückkommen, hat so mancher das Coronavirus im Gepäck. Wir reagieren daher schon heute vorausschauend: Wer sich nicht impfen lassen kann oder will, muss sich ab dem 16. August testen lassen“, sagte Holetschek am Samstag in München. „Angesichts wieder steigender Inzidenzen müssen wir die besonders gefährdeten Gruppen mit allen Mitteln schützen.“ Die Testpflicht gilt unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz des jeweiligen Ortes.

Nicht geimpfte oder nicht genesene Beschäftigte in Alten- sowie von Pflege- und Behinderteneinrichtungen müssen sich demnach ab Montag an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche, in der sie zum Dienst eingeteilt sind, auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Das Schutz- und Hygienekonzept von Krankenhäusern sowie von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen muss ein Testkonzept enthalten, das Testangebote für die Beschäftigten an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche vorsieht. 

19.23 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten erreicht fast 30

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen in Baden-Württemberg nimmt weiter zu. Sie lag am Samstag bei 29,3 Ansteckungen je 100 000 Einwohnern, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch 25,5 betragen.

Über der 35er-Schwelle liegen demnach die Stadtkreise Mannheim (56,7), Pforzheim (40,5) und Baden-Baden (38,1), der Main-Tauber-Kreis (40,0), die Landkreise Lörrach (38,9) und Breisgau-Hochschwarzwald (36,4) sowie der Rhein-Neckar-Kreis (36,8). Im Südwesten gibt es 44 Stadt- und Landkreise.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg um 737 auf 511 263, die der Toten um einen auf 10 436. In intensivmedizinischer Behandlung waren zuletzt 54 Covid-19-Patienten, von denen 25 invasiv beatmet wurden.

18.04 Uhr: USA werden als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die USA ab Sonntag als Hochrisikogebiet ein. Einreisende aus den Vereinigten Staaten, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen damit für fünf bis zehn Tage in Quarantäne. Dieselbe Regelung greift dann auch für Israel, Kenia, Montenegro, Vietnam sowie für zwei französische Überseegebiete. Portugal wird dagegen mit Ausnahme der bei Touristen besonders beliebten Küstenregion Algarve und der Hauptstadt Lissabon von der Risikoliste gestrichen.

Vollständig geimpfte und genesene Einreisende aus Hochrisikogebieten sind von der Quarantänepflicht befreit. Alle anderen müssen sich nach der Einreise selbst isolieren und können sich davon erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test befreien.

17.16 Uhr: Eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland nährt nach die Zweifel an den offiziellen Zahlen des RKI

Auch eine neue Umfrage zu den Corona-Impfungen in Deutschland zeigt nach Informationen des "Spiegel" deutliche Differenzen zu den offiziellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). In einer repräsentativen Befragung von Infratest dimap in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagten bis 13. Juli demnach 75 Prozent der 18- bis 59-Jährigen, sie hätten ihre erste Spritze erhalten. Dieser Wert lag 16 Prozentpunkte höher als in der offiziellen RKI-Statistik.

Das RKI hatte am Mittwoch selbst von einer Differenz zwischen offiziellen Meldezahlen und Umfrageangaben bei der Impfquote der unter 60-Jährigen berichtet. Das Institut veröffentlichte eine Umfrage, in der sogar 79 Prozent der 18- bis 59-Jährigen angaben, erstgeimpft zu sein. Dies wären 20 Prozentpunkte mehr, als das Impfquotenmonitoring zum selben Zeitpunkt auswies.

16.13 Uhr: Impfgegner in Israel argumentieren häufig religiös

Religiöse Bindung und Gruppenzwang sind einer Umfrage zufolge in Israel die meistgenannten Gründe von Impfgegnern. Während die Infektionszahlen in dieser Woche mitunter auf 6.200 angestiegen waren, seien mehr als eine Million der berechtigten Personen bislang nicht gegen Corona geimpft, meldet die „Jerusalem Post“ (Samstag). 11 Prozent der Befragten sagten, sie seien nicht geimpft, 75 Prozent von ihnen wollten sich auch künftig nicht impfen lassen. Die meisten Ungeimpften sind der Erhebung zufolge ultra-orthodoxe Juden (24 Prozent) sowie Araber (21 Prozent) - gegenüber 6 Prozent säkularen und 11 Prozent traditionellen Juden.

Als Hauptgrund dafür, sich nicht impfen zu lassen, nannten 46 Prozent der befragten Israelis, dass sie weiterhin das Gefühl haben, nicht genug über die langfristigen Auswirkungen des Serums zu wissen, so die Zeitung. Andere gaben demnach an, dass sie nicht glauben, dass der Impfstoff wirksam ist (40 Prozent) oder dass er auch kurzfristig nicht sicher ist (38 Prozent).

15.20 Uhr: Erneute Demonstrationen gegen Corona-Regeln in Frankreich

Der Unmut über verschärfte Corona-Regeln hat in Frankreich am fünften Wochenende in Folge wieder viele Menschen auf die Straßen getrieben. Die Behörden rechneten am Samstag mit einer Gesamtzahl von rund 250 000 Demonstranten im ganzen Land und damit mehr als doppelt so vielen wie zu Beginn der Proteste Mitte Juli. Die Wut der Teilnehmer richtet sich gegen die Impfpflicht für Gesundheitspersonal und jüngst auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitete Nachweispflichten.

14.00 Uhr: Urlaub in Corona-Zeiten: Jeder Fünfte laut Studie nicht gut erholt

Urlaub in Zeiten der Corona-Pandemie: Jeder fünfte Deutsche hat sich in diesem Sommer nicht gut oder überhaupt nicht erholt. Das ist das Ergebnis des Urlaubsreports 2021 der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Damit bleibe der Anteil der Urlauberinnen und Urlauber, die sich in den Ferien nicht entspannen konnten, im Vergleich zum Vorjahr konstant hoch. Vor allem Frauen hätten sich schlecht entspannen können, teilte die DAK-Gesundheit in Hamburg mit. Acht Prozent der weiblichen Befragten klagten darüber, im Urlaub gar keine Erholung gefunden zu haben. Bei den Männern waren es drei Prozent.

Laut DAK konnten sich 19 Prozent der Deutschen in diesem Jahr in den Ferien nicht gut erholen - 2020 war der Anteil ähnlich hoch gewesen. 2019 waren es lediglich 13 Prozent gewesen. Besonders gestresst seien die 30- bis 44-Jährigen (28 Prozent). 60 Prozent der Befragten, die sich nicht gut erholen konnten, gelang es nicht, Abstand zum Alltag zu gewinnen. Auch gescheiterte Reisepläne spielten eine große Rolle, schlechtes Wetter wurde ebenfalls als Grund genannt.

Der DAK-Urlaubsreport ist den Angaben zufolge eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durch Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit. Vom 26. Juli bis 4. August 2021 wurden 1000 Frauen und Männer, die in diesem Sommer schon Urlaub hatten, befragt.

13.15 Uhr: Weiterer Negativrekord: 819 Corona-Tote in Russland

Den dritten Tag infolge hat es in Russland einen Höchststand bei den Corona-Todesfällen gegeben. Am Samstag meldeten die Behörden 819 Tote innerhalb von 24 Stunden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Über Wochen hinweg lag dieser Wert knapp unter 800, obwohl die Zahl der Corona-Neuinfektionen gesunken war. Am Samstag wurden in der Statistik 22 144 neue Fälle erfasst. Auch in Russland mit seinen rund 146 Millionen Einwohnern breitet sich die Delta-Variante rasch aus, die als besonders ansteckend gilt.

Die Millionenmetropole Moskau hatte erst am Freitag weitere Corona-Beschränkungen aufgehoben. In fünf Wochen wird ein neues Parlament in Russland gewählt. Die Impfungen kommen nur schleppend voran. Knapp 27 Prozent der Menschen in dem Riesenreich haben sich mindestens eine Impfspritze verabreichen lassen. Die Skepsis gegen russische Impfstoffe ist in der Bevölkerung groß. Moskau lässt keine ausländischen Impfmittel im eigenen Land zu.

12.20 Uhr: Chinas Corona-Zahlen sinken den vierten Tag in Folge

China hat am Freitag nur noch 30 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert, wie die Gesundheitskommission am Samstag bekanntgab. Damit sind die täglichen Corona-Zahlen den vierten Tag in Folge gesunken, was auf eine Eindämmung des bisher größten Infektionsstrangs seit über einem Jahr hindeutet.

Seit dem 20. Juli registrierten die Behörden gut 1300 Fälle in 18 Provinzen und Regionen. Der Ausbruch der hochinfektiösen Delta-Variante hatte die strikte Null-Covid-Strategie des Landes auf die Probe gestellt. Die Behörden reagierten mit strikten Ausgangssperren, der Unterbrechung von Transportverbindungen, Reisebeschränkungen, Massentests und Quarantäne. Nach der Infektion eines Arbeiters im Hafen von Ningbo in der Provinz Zhejiang wurde ein ganzes Terminal geschlossen, was die Befürchtung weiterer Verzögerungen im weltweiten Containerverkehr auslöste.

Bereits am Freitag erklärte die Nationale Gesundheitskommission, dass der Ausbruch des Coronavirus unter Kontrolle gebracht worden könne. Das Risiko einer erneuten landesweiten Ausbreitung sei „vergleichsweise gering“, sagte He Qinghua von der Gesundheitskommission nach Angaben von Staatsmedien.

11.05 Uhr: Umfrage: Große Mehrheit unterstützt Ende der kostenlosen Corona-Tests

Das von Bund und Ländern beschlossene Ende der kostenlosen Corona-Tests ab Oktober trifft auf große Zustimmung in der Bevölkerung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 66 Prozent, sie hielten die Entscheidung für richtig. 28 finden sie falsch, 6 Prozent machten keine Angaben.

Anders sieht es mit den Überlegungen aus, Ungeimpften gar keinen Zugang mehr zu bestimmten Lebensbereichen zu gewähren und ihnen zum Beispiel die Teilnahme an Veranstaltungen zu verwehren. Eine Mehrheit von 52 Prozent ist dagegen, 41 Prozent sind dafür, 7 Prozent machten keine Angaben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Dienstag beschlossen, ab 11. Oktober keine kostenlosen Corona-Tests mehr anzubieten. Das trifft diejenigen, die noch nicht geimpft und auch nicht von einer Corona-Infektion genesen sind, weil ihnen nur mit einem negativen Test bestimmte Zugänge gewährt werden.

9.45 Uhr: Lehrerverband für längerfristige Maskenpflicht an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband fordert, dass in Schulen noch für längere Zeit Masken zum Schutz vor Corona getragen werden sollen. In den ersten Monaten des neuen Schuljahres müsse es eine umfassende Maskenpflicht und weiterhin regelmäßige Tests von Schülerinnen und Schülern geben, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Er begründete das damit, dass jüngere Kinder bisher nicht geimpft sind und von den größeren nur ein Teil.

Eine Begrenzung von Maskenpflicht und Testungen auf die ersten beiden Schulwochen, wie in einigen Bundesländern vorgesehen, greift unserer Ansicht nach zu kurz“, kritisierte Meidinger. Es gehe nicht nur um die Kontrolle der Infektionseinschleppung durch Reiserückkehrer, sondern auch generell um die Eindämmung der vierten Welle, die erst im Herbst ihren Höhepunkt erreichen dürfte.

In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg hat die Schule bereits wieder begonnen. Am kommenden Dienstag enden auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 2,5 Millionen Schülern die Sommerferien. Mehrere Länder hatten vor den Ferien angekündigt, an den Schulen zumindest in den ersten beiden Wochen noch einmal das Tragen von Masken vorzuschreiben, als Sicherheitsmaßnahme wegen der Reiserückkehrer.

Meidinger forderte außerdem einen flächendeckenden Einbau von Raumluftfilteranlagen in allen Klassenzimmern“. Diese seien auch in belüftbaren Unterrichtsräumen ein wichtiger zusätzlicher Baustein für mehr Gesundheitsschutz. Es gebe immer noch eine Reihe von Bundesländern ohne eigene Förderprogramme dafür, kritisierte er. Viele Schulträger und Kommunen hielten sich bei der Beschaffung solcher Systeme zurück.

Samstag, 14. August, 8.10 Uhr: RKI registriert 5644 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 32,7

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag sie bei 32,7 - am Vortag hatte der Wert 30,1 betragen, vor einer Woche 21,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 5644 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.27 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3206 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 11 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 24 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 816 285 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 677 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 864.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 13. August: 

22.51 Uhr: Corona-Fall in Ravensburger Club: Kantine-Besucher müssen in Quarantäne

Eine Person, die sich am Samstag, 7. August, ab 22.30 Uhr im Club Kantine aufgehalten hat, ist positiv auf Corona getestet worden. Knapp 400 Menschen müssen sich nun in häusliche Quarantäne begeben, sofern sie weder vollständig geimpft noch genesen sind.

22.09 Uhr: Israels Regierungschef: Impfen rund um die Uhr - auch am Schabbat

Der israelische Regierungschef Naftali Bennett setzt im Kampf gegen steigende Zahlen der Corona-Infektionen auf Impftermine rund um die Uhr. Auch am Schabbat solle die Impfkampagne fortgesetzt werden, betonte er am Freitag bei einem Treffen mit den Chefs von Gesundheitsdiensten und Krankenkassen. Da es um das Retten von Menschenleben gehe, müssten die Impfungen Tag und Nacht, an allen sieben Tagen der Woche angeboten werden, sagte Bennett einer Mitteilung zufolge.

Für religiöse Juden ist die Einhaltung der Schabbatruhe ein wichtiges Gebot. Auch im säkular geprägten Tel Aviv fahren von Freitagnachmittag bis Samstagabend keine Busse oder Züge. Bennett rief auch dazu auf, in der kommenden Woche das Impftempo zu verdoppeln, indem Militärärzte zu den Impfungen hinzugezogen werden. Mit Verteidigungsminister Benny Gantz sei die Unterstützung durch die Militärärzte bereits vereinbart worden.

20.31 Uhr: Türkei, USA und Israel werden Corona-Hochrisikogebiete

Die Türkei, die USA und Israel werden wegen stark gestiegener Corona-Fallzahlen zu Hochrisikogebieten erklärt. Für die USA und Israel gilt dies ab Sonntag, für die Türkei ab Dienstag, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Ebenfalls ab Sonntag werden demnach Kenia, Montenegro und Vietnam sowie Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien als Corona-Hochrisikogebiete geführt, was besondere Quarantäne-Vorschriften nach sich zieht.

Dagegen wird die entsprechende Einstufung für Portugal teilweise zurückgenommen: Ab Sonntag  gilt das Land nicht mehr als Hochrisikogebiet - mit Ausnahme der Regionen Lissabon und Algarve, die allerdings bei Touristen besonders beliebt sind.

19.29 Uhr: Weniger Rettungsdiensteinsätze wegen Corona

Die Zahl der Rettungsdiensteinsätze in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr erstmals nach langer Zeit zurückgegangen. Rettungswagen verzeichneten nach Informationen der „Stuttgarter Nachrichten“ 926.000 Fahrten. Das waren 98.000 weniger als 2019, wie das Blatt unter Berufung auf das Innenministerium berichtete. Notärzte mussten demnach zu 282.000 Einsätzen ausrücken – ein Minus von 13.000. Grund für den Rückgang sei die Corona-Pandemie: Während der Lockdowns waren weniger Menschen unterwegs gewesen. Allerdings hat die Pandemie auch deutlich mehr Aufwand beim Infektionsschutz erfordert.

Trotz der geringeren Einsatzzahlen hätten aber fast alle der 35 Rettungsdienstbereiche im Land die gesetzlichen Vorgaben verfehlt, wonach Notarzt und Rettungswagen in 95 Prozent der Fälle binnen höchstens 15 Minuten am Einsatzort sein müssen. Diese Frist hätten Notärzte nur in Mannheim eingehalten, Rettungswagen nur in Stuttgart, Mannheim, Böblingen, Göppingen, Ludwigsburg sowie im Alb-Donau-Kreis inklusive Ulm.

17.58 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt weiter - auf 25,5

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen ist in Baden-Württemberg erneut gestiegen. Sie liegt nun bei 25,5 Ansteckungen je 100.000 Einwohnern. Das teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Freitag mit (16 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch 23,7 betragen. Über der 35er-Schwelle liegen der Stadtkreis Mannheim (53,4), der Main-Tauber-Kreis (39,3) und der Landkreis Lörrach (35,4). Im Südwesten gibt es 44 Stadt- und Landkreise.

17.12 Uhr: Türkei, USA und Israel werden Corona-Hochrisikogebiete

Die Türkei, die USA und Israel werden wegen stark gestiegener Corona-Fallzahlen zu Hochrisikogebieten erklärt. Für die USA und Israel gilt dies ab Sonntag, für die Türkei ab Dienstag, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Ebenfalls ab Sonntag werden demnach Kenia, Montenegro und Vietnam sowie Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien als Corona-Hochrisikogebiete geführt, was besondere Quarantäne-Vorschriften nach sich zieht.

16.30 Uhr: PCR-Testpflicht kommt nur für Clubs und Diskotheken, nicht für Kulturveranstaltungen

Anders als bislang angekündigt sieht die für Montag geplante Neuauflage der Corona-Verordnung keine PCR-Testpflicht für Ungeimpfte beim Besuch von kulturellen Veranstaltungen vor. Ursprünglich hatte das Sozialministerium angekündigt, dass für Veranstaltungen in Innenräumen der aufwendigere Labortest mit negativem Ergebnis Voraussetzung für den Einlass von nicht Geimpften sein sollte. Nun hat Sozialminister Manfred Lucha offenbar eingelenkt: „Vor dem Hintergrund der Verhältnismäßigkeit haben wir uns nun für diesen Weg entschieden“, so der Minister.

Demnach soll lediglich für den Einlass bei Clubs und Diskotheken ein negativer PCR-Test nötig sein, für alle anderen Veranstaltungen in Innenräumen reiche ein negativer Schnelltest – etwa der Besuch von Restaurants, dem Frisör und nun auch Kulturveranstaltungen. Für Genese und Geimpfte ist kein Test nötig.

Klarheit gibt es nun auch mit Blick auf Großveranstaltungen wie Festivals und den Besuch von Stadien. Für solche Veranstaltungen im Freien gilt demnach ab Montag eine Begrenzung von 5000 Besuchern unter Vollauslastung. Nehmen mehr Besucher an der Veranstaltung teil, dürfen aber nur die Hälfte der Plätze vergeben werden. Die Höchstgrenze liegt bei 25.000 Teilnehmern. Die Verordnung wird für das Wochenende erwartet, diese befinde sich noch in der Abstimmung, hieß es aus dem Sozialministerium.

14.58 Uhr: Spahn baut auf mehr Impftempo nach Urlaubsende

Die Bundesregierung setzt auf wieder anziehende Corona-Impfungen nach der Ferienzeit. „Mit dem Ende des Sommerurlaubs bauen wir auf noch mehr Impftempo in allen Altersgruppen“, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag bei Twitter. Mit der meist nötigen zweiten Spritze vollständig geimpft sind nach Angaben des Ministeriums inzwischen 47 Millionen Menschen oder 56,6 Prozent der Bevölkerung. Mindestens eine erste Dosis erhalten haben demnach 52,3 Millionen Menschen oder 63 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Spahn wies darauf hin, dass sich inzwischen auch fast jeder Vierte zwischen 12 und 17 Jahren habe impfen lassen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind aktuell 23,5 Prozent in dieser Altersgruppe mindestens einmal geimpft. Vollständig geimpft sind 14,2 Prozent.

13.18 Uhr: Sterblichkeit in der EU bleibt über dem Durchschnitt

Die Sterblichkeit in der Europäischen Union liegt weiter über dem Durchschnittsniveau der Jahre 2016 bis 2019. Im Juni 2021 starben rund sechs Prozent mehr Menschen als im Vergleichszeitraum der Jahre vor der Corona-Pandemie, wie aus am Freitag veröffentlichten Daten des Statistikamts Eurostat hervorgeht.

Damit sinkt die sogenannte Übersterblichkeit weiter, nachdem sie im April bei rund 20 Prozent gelegen hatte. Der höchste Wert seit Pandemiebeginn wurde im November 2020 mit 40 Prozent verzeichnet, dieser sank dann bis Februar auf knapp sechs Prozent, bevor es im Frühjahr wieder zu einem Anstieg kam.

Aus der Statistik geht nicht hervor, wie viele Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind. Es wird aber betont, dass die teils erheblichen Anstiege der Übersterblichkeit weitgehend mit Covid-19-Ausbrüchen in den jeweiligen Ländern zusammenfallen. Die Daten unterscheiden keine Todesursachen und differenzieren nicht nach Geschlecht oder Alter.

11.10 Uhr: Umfrage: Mehrheit findet Corona-Maßnahmen richtig

Ein Großteil der Menschen in Deutschland befürwortet laut ZDF-„Politbarometer“ die aktuellen Corona-Maßnahmen. 75 Prozent der Befragten finden es richtig, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, die Corona-Schnelltests künftig selber zahlen müssen - darunter jeweils mehr als 80 Prozent bei den Anhängern von Union, SPD und Grünen. Das ergab das ZDF-„Politbarometer“. 22 Prozent lehnen das ab, darunter knapp zwei Drittel der AfD-Anhänger. Dass es für vollständig Geimpfte und Genesene in Zukunft weniger Einschränkungen geben soll als für Nicht-Geimpfte, halten 67 Prozent der Befragten für den richtigen Schritt. Das ist ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen. 29 Prozent finden das demnach falsch.

Die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen fallen für 56 Prozent gerade richtig aus (plus vier Prozentpunkte). 23 Prozent (minus sechs) fordern, dass sie verschärft werden sollen. 18 Prozent (plus zwei) finden die Vorgaben der Umfrage zufolge übertrieben.

9.55 Uhr: Israel beginnt mit dritter Impfung für über 50-jährige

Angesichts steigender Zahlen von Corona-Infektionen will Israel auch über 50-jährigen eine dritte Impfung anbieten. Das Expertenteam sei zu dem Schluss gelangt, dass eine solche Impfung für Menschen über 50 sowie für Menschen in medizinischen Berufen das richtige Mittel sei, hieß es in einer Mitteilung von Ministerpräsident Naftali Bennett.

Israel hatte zuletzt fast 6000 Neuinfektionen täglich verzeichnet. Auch die Zahl der Patienten in kritischem Zustand ist mit mehr als 400 auf dem höchsten Stand seit einem halben Jahr. Bisher sind etwas mehr als 58 Prozent der rund 6,4 Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Zusätzlich zur Impfung setzt Israel auf eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen: Vom kommenden Mittwoch an wird die Anwendung des sogenannten Grünen Passes auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens ausgeweitet.

8.30 Uhr: Was Betreiber in der Region zu den geplanten Neuregelungen sagen

Mit dem PCR-Test in den Club, mit dem Schnelltest ins Restaurant? Bei allen Veranstaltungen im Innenraum sollen ab Montag in Baden-Württemberg unbegrenzt viele Besucher erlaubt sein. Dafür müssen Nichtgeimpfte und Nichtgenesene nun permanent Test-Nachweise liefern. In der Region sorgt das für wenig Begeisterung – und doch stehen Cluböffnungen bevor. 

Freitag, 13. August, 7.15 Uhr:  Bundesweite Inzidenz bei 30,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 30,1 - am Vortag betrug der Wert 27,6, vor einer Woche lag er bei 20,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 5578 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.59 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3448 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 12. August: 

21.40 Uhr: 100 Dollar zur Corona-Impfung in New York: 50 000 Menschen nehmen an

Nachdem die Millionenmetropole New York Ende Juli einen Impfanreiz von 100 Dollar (etwa 85 Euro) eingeführt hat, haben schon rund 50 000 Menschen dieses Angebot angenommen. Das gab Bürgermeister Bill de Blasio am Donnerstag bekannt und feierte das Angebot städtischer Impfstellen als großen Erfolg. US-Präsident Joe Biden hatte Bundesstaaten, Bezirke und Kommunen landesweit aufgefordert, eine solche Belohnung auszuloben.

Insgesamt sind in der Metropole New York mit rund 8,5 Millionen Einwohnern, die im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie geworden war, bereits rund 73 Prozent aller Erwachsenen voll geimpft.

20.38 Uhr: USA bereiten dritte Corona-Impfung für immungeschwächte Menschen vor

Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollen in den USA schon bald eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen können. Es gehe dabei um einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung, erklärte die Chefin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Donnerstag. Studien zeigten, dass die zweite Impfdosis bei immungeschwächten Menschen oft noch keine ausreichende Immunreaktion auslöse. Eine dritte Dosis könnte den Schutz für diese besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe erhöhen, betonte Walensky.

Die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA werde die Zulassung für die Impfstoffe von Moderna und Pfizer/Biontech wohl in Kürze erweitern, um die dritte Impfung zu erlauben, sagte Walensky. Dabei gehe es etwa um bestimmte Krebspatienten, Menschen mit transplantierten Organen, HIV-positive Personen oder Menschen mit anderen Immunschwächekrankheiten. Es gehe insgesamt schätzungsweise um weniger als drei Prozent der Bevölkerung, erklärte Walensky.

19.07 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt - keine weiteren Toten

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen in Baden-Württemberg ist erneut gestiegen. Sie liegt nun bei 23,7 Ansteckungen je 100.000 Einwohnern. Das teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Donnerstag mit (16.00 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch 21,4 betragen. Weiterhin bleibt nur der Landkreis Emmendingen im einstelligen Bereich (9,0). Über der 35er-Schwelle liegen der Stadtkreis Mannheim (46,4) und der Landkreis Lörrach (39,8). Im Südwesten gibt es 44 Stadt- und Landkreise.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg um 599 auf 509.979. Die Zahl der Corona-Toten bleibt bei 10.434. Als genesen gelten geschätzt 494.823 Infizierte (plus 236).

17.58 Uhr: Trotz Corona-Öffnung bleibt es bei Absage des Cannstatter Volksfests

Trotz der Abkehr Baden-Württembergs von den starren Inzidenzregeln bleibt es bei der Absage des Cannstatter Volksfests in Stuttgart. Auch ein kleineres „Herbstfest“ als Alternative sei nicht möglich, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Das habe die Rathausspitze nach Gesprächen mit Schaustellern und Marktkaufleuten entschieden. Eine kurzfristige Umsetzung in angemessener Qualität sei auch dann nicht mehr gewährleistet, wenn die neue Corona-Verordnung ein solches Herbstfest ermöglichen sollte, hieß es.

Es werde eine Vorlaufzeit von mindestens sechs bis acht Wochen benötigt, teilte die Stadt mit. Außerdem müsse der Wasen als Veranstaltungsgelände umzäunt, kontrolliert und überwacht werden, da nur Geimpfte, Genesene oder Getestete eingelassen werden dürften. Dadurch würden die Kosten steigen. Unklar sei auch noch, ob Festzelte aufgestellt werden könnten.

16.49 Uhr: Land fährt Impfzentren zurück und setzt weiter auf Impfteams

Das Land streicht Schritt für Schritt seine Impfstellen zusammen und konzentriert die Termine auf die Kreisimpfzentren und den Einsatz von insgesamt 18 mobilen Teams. Während die acht noch geöffneten Zentralen Impfzentren (ZIZ) am Sonntag (15. August) die letzten Spritzen setzen, sollen die Zentren auf Kreisebene bis Ende September betrieben werden. Die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten sich Ende Mai darauf verständigt, im Herbst den Betrieb der Impfzentren zurückzufahren. Zudem können sich Menschen in Baden-Württemberg bei niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten impfen lassen.

16.08 Uhr: Russland meldet Tagesrekord an Corona-Toten

In Russland hat es mit täglich mehr als 800 Corona-Todesfällen einen Höchststand seit Beginn der Pandemie gegeben. 808 Menschen seien innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Seit Wochen melden sie an vielen Tagen hohe Todeszahlen - trotz gesunkener Zahl an Neuinfektionen. Am Donnerstag wurden landesweit fast 22.000 neue Fälle gemeldet. Im Juli waren es zeitweise fast 7000 Neuinfektionen mehr.

In Russland mit seinen rund 146 Millionen Einwohnern breitet sich vor allem die Delta-Variante rasch aus, die als besonders ansteckend gilt. Jüngsten offiziellen Angaben zufolge haben sich bislang knapp 27 Prozent der Russen mindestens eine Impfspritze verabreichen lassen.

15.07 Uhr: Zunächst Augenmaß statt Bußgeld für neue Corona-Regeln

Bei der Umsetzung der neuen Corona-Verordnung, die am kommenden Montag in Kraft tritt, soll es eine Übergangsfrist von einer Woche geben. In dieser Zeit sollen die Behörden zunächst bei Kontrollen und Beschwerden „mit Augenmaß vorgehen und nicht gleich den Bußgeldbescheid zücken“, teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums dem SÜDKURIER mit. Dies werde empfohlen. Die neuen Regeln – Freiheiten für Geimpfte, Getestete und Genesene, Abkehr von der Inzidenz als Basis für Corona-Maßnahmen – sollen aber vom ersten Tage der neuen Verordnung an auch tatsächlich gelten. Details der neuen Verordnung werden derzeit noch erarbeitet, am Wochenende soll sie fertig sein und veröffentlicht werden.

12.55 Uhr: Clubs freuen sich über Wegfall der Inzidenzgrenzen

Die gebeutelte Clubszene im Land freut sich auf den Wegfall der Corona-Beschränkungen ab Montag. Nun habe man endlich eine langfristige Perspektive, die wirtschaftlich tragbar sei, sagte Simon Waldenspuhl von der Interessengemeinschaft Clubkultur Baden-Württemberg. Auch die geplante Verschärfung der sogenannten 3G-Regel hinterlasse ein gutes Gefühl, weil man seine Gäste nicht gesundheitlich gefährden wolle.

Ab Montag müssen Ungeimpfte für den Besuch von Clubs und Diskotheken einen PCR-Test vorweisen, den sie auch selbst bezahlen müssen. Das schaffe vielleicht einen Anreiz, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen, sagte Waldenspuhl. Der damit verbundene Kontrollaufwand sei zudem überschaubar. „Die Türsteher sind ja eh da“, sagte der Veranstaltungskaufmann. „Ob wir nur den Ausweis kontrollieren oder auch noch ein Impf- oder Testzertifikat, macht keinen Unterschied.“

10.10 Uhr: Karliczek: Schülerausweis soll als Corona-Testnachweis genutzt werden

 Bundesbildungsministerin Anja Karliczek unterstützt den Vorschlag, Schülerausweise als Nachweis für einen negativen Corona-Test zu verwenden. „Ich halte die Idee grundsätzlich für gut, den Schülerausweis für den Testnachweis nach der Schule zu erweitern“, sagte sie der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. „Damit könnte Kindern und Jugendlichen, für die es noch keine uneingeschränkte Impfempfehlung oder keine Impfstoffe gibt, eine Erleichterung im Alltag geboten werden, wenn sie in ihrer Freizeit den negativen Test aus der Schule nachweisen müssen.“

Die Idee hatte nach den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aufgebracht. „Der Schülerausweis wird im Grunde genommen übrigens auch ein Testzertifikat werden, weil man mit dem Schülerausweis nämlich de facto nachweist, dass man mehrfach getestet ist“, sagte er nach dem Gespräch. „Das führt auch dazu, dass man damit automatisch die Möglichkeit für alle anderen Zugänge hat.“

Donnerstag, 12. August, 7.15 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt auf 27,6

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter an. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, erhöhte sie sich von 25,1 auf 27,6. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 19,4 gelegen. 

Wie das RKI unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 5638 Neuinfektionen sowie 17 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt seit Wochen in Deutschland wieder kontinuierlich an. 

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 11. August:

21 Uhr: US-Gesundheitsbehörde CDC rät Schwangeren zur Corona-Impfung

Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt allen schwangeren und stillenden Frauen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das gelte auch für Frauen, die demnächst schwanger werden wollen, teilte die Behörde mit. Neue Daten einer Studie mit knapp 2500 Schwangeren zeigten, dass Impfungen mit den Präparaten der Hersteller Moderna oder Pfizer/Biontech vor der Schwangerschaft oder in den ersten 20 Wochen nicht zu einem höheren Risiko einer Fehlgeburt führten, hieß es weiter.

Die Impfungen seien „sicher und wirksam“ und angesichts der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus dringlich angeraten, erklärte CDC-Chefin Rochelle Walensky am Mittwoch. Die Zahl schwangerer Covid-Patientinnen sei zuletzt angestiegen, darunter auch die Zahl schwerer Krankheitsverläufe.

In Deutschland will die Ständige Impfkommission (Stiko) voraussichtlich bis Ende August entscheiden, ob sie eine Corona-Impfung für Schwangere doch empfiehlt. Der Berufsverband der Frauenärzte hatte sich für die Impfung von Schwangeren ausgesprochen.

17.55 Uhr: Deutschland verzichtet auf Moderna-Lieferungen

Angesichts der sinkenden Impfbereitschaft verzichtet Deutschland auf die Lieferung von rund 2,65 Millionen Impfstoff-Dosen des Herstellers Moderna. Das geht aus einer Auflistung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Zwei Chargen mit jeweils gut 1,3 Millionen Dosen, die für die ersten beiden August-Wochen zugesagt waren, werden demnach anderen EU-Staaten überlassen.

17.26 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg über 21

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen sieben Tagen in Baden-Württemberg liegt nun bei 21,4 je 100 000 Einwohnern. Das teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Dienstag mit (16 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch 19,2 betragen. Nur der Landkreis Emmendingen liegt im einstelligen Bereich (9,0).

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg um 644 auf 509.380. Inzwischen sind 10.434 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, das war einer mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 494.587 Infizierte (plus 285). Insgesamt sind derzeit 2006 Intensivbetten von betreibbaren 2363 Betten (76,1 Prozent) belegt.

16.53 Uhr: Auch Schweiz will Corona-Gratistests weitgehend beenden

Wie Deutschland will auch die Schweiz Coronatests für Impfunwillige ab Oktober nicht mehr gratis anbieten. Das schlug die Regierung am Mittwoch vor. Der Schritt muss noch mit Vertretern der Kantone abgesprochen werden. „Wir haben uns gefragt, wieso die ganze Gesellschaft für Personen Tests zahlen muss, welche sich pro Monat mehrmals testen lassen“, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen sei nicht mehr vertretbar. Bei Menschen mit Krankheitssymptomen würden die Tests weiter von den Krankenkassen bezahlt.

15.18 Uhr: Industrie kritisiert Bund-Länder-Beschlüsse zu Corona

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hält die Beschlüsse von Bund und Ländern für nicht ausreichend, um die Corona-Pandemie einzudämmen. „Angesichts der nahenden vierten Corona-Welle ist das Treffen einen konkreten, einheitlichen und praxistauglichen Maßnahmenfahrplan schuldig geblieben“, kritisierte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Mittwoch in Berlin. Impfen sei die einzige Antwort auf die wieder steigende Virus-Ausbreitung. „Echte Impulse zum Zünden des Impfturbos fehlen. Oberste Prämisse der Politik muss es sein, einen weiteren Lockdown mit hohen ökonomischen und sozialen Kosten unbedingt zu verhindern.“

12.44 Uhr: Inzidenz spielt im Alltag ab Montag keine Rolle mehr

Ab kommenden Montag dürfen alle Menschen in Baden-Württemberg unabhängig von der Inzidenz wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen - vorausgesetzt, sie sind geimpft, genesen oder getestet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz werde in der neuen Corona-Verordnung, die bereits am 16. August in Kraft treten soll, nicht mehr als ordnungspolitisches Instrument auftauchen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Regierung sieht etwa vor, dass es bei kulturellen Veranstaltungen im Innenbereich sowie in Clubs und Diskotheken keine Personenobergrenze mehr geben soll, die Einrichtungen könnten unter Vollauslastung öffnen - sofern Besucher geimpft oder genesen seien oder in diesem Fall einen PCR-Test vorweisen könnten. Bei der Innen-Gastro, bei Friseuren und körpernahen Dienstleistern soll ein Antigenschnelltest ausreichen.

11.45 Uhr: Ethikrat-Vorsitzende hält kostenpflichtige Corona-Tests für richtig

Alena Buyx, die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, hat sich für kostenpflichtige Corona-Schnelltests ausgesprochen. Dies sei folgerichtig und nachvollziehbar, denn wer sich trotz aller niedrigschwelligen Impfangebote jetzt gegen die Impfung entscheide, der sorge letztlich dafür, dass die Pandemie weitergehe, sagte Buyx dem Fernsehsender Phoenix. „Und dann ist es sehr schwer zu begründen und zu sagen: "Bitte zahlt mir als Solidargemeinschaft, die ihr euch alle impft, weiter die Tests, damit ich ins Kino oder ins Konzert kann".“

Bund und Länder hatten auf einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag beschlossen, dass Corona-Schnelltests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos sein werden.

10.30 Uhr: Intensivmediziner Marx ruft eindringlich zu Corona-Impfungen auf

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat an die Deutschen appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Wir sind noch nicht über den Berg. Wir haben es selber in der Hand, ob eine vierte Welle steil wird oder ob sie flach bleibt“, sagte Marx dem Bayerischen Rundfunk. „Ich verstehe gar nicht, warum man sich nicht impfen lässt - außer man hat vielleicht medizinische Konstellationen, die das verhindern. Wenn man das viele Leid der Verstorbenen und der Angehörigen und derer, die die Infektion überlebt haben, sieht, kann ich es persönlich nicht nachvollziehen, warum man dieses tolle Errungenschaft der Impfung nicht nutzt.“

8.10 Uhr: „Gewisse Unsicherheit“ bei Impfquoten: Sind schon mehr Menschen in Deutschland geimpft?

Bei der Interpretation von Impfquoten-Daten gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) eine „gewisse Unsicherheit“. Mehrere Überlegungen legten nahe, dass die Meldungen im sogenannten Digitalen Impfquotenmonitoring (DIM) die Impfquoten vermutlich unterschätzen, geht aus einem RKI-Report hervor. Vor allem unter jungen Erwachsenen und Erwachsenen im mittleren Alter könnten demnach schon mehr Menschen eine erste Impfung erhalten haben als offiziell verzeichnet.

Das DIM speist sich aus Meldungen von Impfzentren, Krankenhäusern, mobilen Impfteams und mittlerweile auch Betriebsmedizinern, laut RKI fließen zudem Daten der niedergelassenen Ärzte und Privatärzte ein. Zusammen sind sie Grundlage für das sogenannte Impfdashboard. Daneben gibt es noch eine weitere RKI-Erhebung namens Covimo, für die Impfquoten anhand von Befragungen hochgerechnet werden.

In der jüngsten Covimo-Erhebung von Ende Juni bis Mitte Juli unter rund 1000 Erwachsenen hat sich laut Report eine Diskrepanz zum DIM ergeben. Die Quote der mindestens einmal Geimpften fiel dabei „um einiges höher“ aus, besonders in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen: Während in der Befragung 79 Prozent angaben, geimpft zu sein, waren es laut Meldesystem 59 Prozent. Die Autoren des Reports schreiben, die tatsächliche Impfquote liege voraussichtlich zwischen den Werten beider Quellen.

Mittwoch, 11. August, 7.20 Uhr:  Inzidenz bei 25,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 25,1 - am Vortag hatte der Wert 23,5 betragen, vor einer Woche lag er bei 18,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4996 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.09 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3571 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 10. August:

22.01 Uhr: Spahn: Für Geimpfte wird es keinen erneuten Lockdown geben

Nach den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn allen Geimpften Hoffnung auf einen entspannteren Herbst und Winter gemacht. „Für diese drei von vier Erwachsenen, die sich haben impfen lassen, wird es keinen erneuten Lockdown geben“, sagte der CDU-Politiker in einem ARD-„Extra“ am Dienstagabend. Das sei aktuelle Rechtslage und bundesgesetzlich geregelt. Die Geimpften könnten sich sicher sein, dass es für sie keine neuen Beschränkungen gebe.

Spahn appellierte erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Noch seien nicht genügend Menschen geimpft, um eine sehr starke Belastung oder Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden.

21.08 Uhr: USA versprechen Mexiko bis zu 8,5 Millionen weitere Impfdosen

Mexiko soll nach Angaben von Außenminister Marcelo Ebrard bis zu 8,5 Millionen weitere Dosen Corona-Impfstoff aus den USA bekommen. 3,5 Millionen Dosen des Präparats von Moderna und bis zu 5 Millionen Dosen des Mittels von Astrazeneca würden in den kommenden Wochen erwartet, erklärte Ebrard am Dienstag.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris hatte Mexikos Präsidenten Andrés Manuel López Obrador den Angaben zufolge in einem Telefonat am Montag darüber informiert. Es war zunächst unklar, ob es sich um eine Spende handelte. Die USA hatten dem Nachbarland bereits mehr als vier Millionen Impfdosen gespendet.  Um die gemeinsame Grenze wieder öffnen zu können, treibt Mexiko seine Impfkampagne in der Grenzregion voran.

20.12 Uhr: Laschet: „3G-Regel“ gilt nicht für Gottesdienste

Die von Bund und Ländern vereinbarte Corona-Testpflicht für den Besuch bestimmter Einrichtungen soll laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet nicht für Gottesdienste gelten. Ein Gottesdienst sei etwas anderes als ein Diskobesuch, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf nach den Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie. Es gehe um das Grundrecht der Religionsausübung.

Er gehe allerdings davon aus, „wenn ich die Erfahrung insbesondere aus den christlichen Kirchen höre, dass jeder, der da ist, in der Regel auch doppelt geimpft ist“, sagte Laschet. Wo das nicht der Fall sei, gelte sein Appell, sich dieser Regelung anzuschließen.

18.37 Uhr: Merkel: Für Geimpfte werden Einschränkungen deutlich anders aussehen

Wer gegen Corona geimpft ist, muss künftig wahrscheinlich keine Lockdown-ähnlichen Beschränkungen mehr befürchten. „Solange der Impfstoff wirkt, können wir nicht einfach sagen, ein Geimpfter darf nicht [...] seine Rechte als Bürger ausüben“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder auf die Frage, ob sie einen weiteren Lockdown wie im vergangenen Winter ausschließe. Damit sei jede beschränkende Maßnahme deutlich anders strukturiert als das bisher gewesen sei.

Merkel fügte hinzu, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems weiterhin ausgeschlossen werden müsse. Man müsse auch an die denken, die in den Krankenhäusern die Arbeit tun.

18.08 Uhr: Kretschmann: „Haben uns zielgerichtet auf den Winter vorbereitet“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Vereinbarungen von Bund und Ländern zum künftigen Umgang mit Geimpften und Ungeimpften in der Corona-Pandemie begrüßt. „Wir haben uns zielgerichtet auf den Herbst und Winter vorbereitet, die jetzigen Verordnungen werden sehr bald durch ein 3-G-Regelwerk abgelöst“, sagte Kretschmann. Geimpfte und Genesene erhielten einen Großteil ihrer Freiheiten zurück, Nichtgeimpfte müssten einen negativen Corona-Test vorweisen.

„Ich begrüße, dass die Tests ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenfrei sind, denn wir haben für alle Menschen ein kostenloses Impfangebot, das jeder wahrnehmen kann“, sagte der Grünen-Politiker. „Für die, die es nicht wahrnehmen möchten, kann die Allgemeinheit nicht auf ewig aufkommen.“ Die Grundregeln wie Abstandhalten, Hygiene, Lüften und Maskenpflicht würden weiterhin gelten.

17.05 Uhr: Bund und Länder beschließen neue Testpflicht für Ungeimpfte

Die Ministerpräsidentenkonferenz hat zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine neue Testpflicht für Ungeimpfte beschlossen. Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, muss ab dem 23. August für Veranstaltungen in Innenräumen einen negativen Coronatest vorlegen.

Ausgenommen von der Regelung sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr und Schüler. Merkel sagte, es werde nun angesichts steigender Infektionszahlen bei allen Ungeimpften voll auf das Testen gesetzt. Wer nicht vollständig geimpft ist oder nicht als genesen gilt, muss für Veranstaltungen in Innenräumen entweder einen höchstens 24 Stunden alten Antigen-Schnelltest oder einen höchstens 48 Stunden alten PCR-Test vorlegen.

Tests werden damit Voraussetzung etwa für den Zugang zu Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, zur Innengastronomie, zu Veranstaltungen und Festen. Aber auch zum Besuch beim Friseur oder im Kosmetikstudio müssen Ungeimpfte dann einen Test vorlegen, ebenso zum Sport im Innenbereich oder zur Beherbergung etwa in Hotels und Pensionen. Bei solchen Aufenthalten muss nach der Anreise zweimal pro Woche während des Aufenthalts ein Test gemacht werden.

16.44 Uhr: Kreise: Regierung einigt sich auf längere Corona-Wirtschaftshilfen

Die Bundesregierung hat sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf die Verlängerung von Corona-Wirtschaftshilfen geeinigt. Die bisher bis Ende September laufende Überbrückungshilfe III Plus sowie die Erleichterungen zum Zugang für das Kurzarbeitergeld sollen bis Jahresende verlängert werden, wie es am Dienstag in Regierungskreisen am Rande der Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hieß.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatten eine Verlängerung der Überbrückungshilfe bereits in Aussicht gestellt, Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich für eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds ausgesprochen. Beides sind zentrale und milliardenschwere Instrumente der Regierung, um die Folgen der Pandemie auf Jobs und Firmen abzufedern.

15.41 Uhr: Kreise: Kostenlose Schnelltests für alle nur noch bis 10. Oktober

Das vom Bund finanzierte Angebot kostenloser Corona-Schnelltests für alle Bürger soll am 10. Oktober enden - ab 11. Oktober muss man sie in der Regel selbst bezahlen. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei Beratungen am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Quellen aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Eine abschließende Einigung über das gesamte Beschlusspapier zum Corona-Kurs für Herbst und Winter stand vorerst noch aus. Zunächst berichtete der „Spiegel“ über diese Verständigung.

Der Bund übernimmt seit Anfang März die Kosten für mindestens einen Schnelltest pro Woche für alle Bürger. Da mittlerweile allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Steuerzahler nicht angezeigt, hieß es in einem Beschlussentwurf. Weiterhin kostenlose Schnelltests soll es demnach aber für Menschen geben, die nicht geimpft werden können und für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt - also insbesondere Schwangere und Unter-18-Jährige.

15.13 Uhr: Ärztepräsident fordert neue langfristige Corona-Strategie

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert angesichts steigender Impfquoten eine Neuausrichtung der Corona-Politik. „Notwendig ist eine Langfrist-Strategie, wie wir auf Dauer mit dem Virus koexistieren können“, sagte der Chef der Bundesärztekammer am Dienstag anlässlich der Bund-Länder-Beratungen zum Kurs im Herbst. „Wir können unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben nicht immer wieder aufs Neue stilllegen.“ Statt „simpler Lockdown-Politik mit dem Holzhammer im Sinne bloßer Kontaktreduzierung“ brauche es zielgenauere und wissenschaftlich basierte Anti-Corona-Maßnahmen.

Reinhardt sprach sich für ein bundesweit einheitliches Ampelsystem mit verschiedenen Indikatoren aus. Entscheidend für die Beurteilung der Gefahrenlage seien neben der Zahl der Neuinfektionen schwere Klinikfälle, die Zahl der tatsächlich an Covid-19 Erkrankten, die Rate positiver Tests, die Impfquote und die Altersstruktur der Infizierten. Die meisten Daten lägen vor, man müsse sie nur nutzen.

Dauerhafte Einschränkungen nur für Ungeimpfte müssten eine „Ultima Ratio“ bleiben, wenn sich eine Überlastung der Kliniken nicht anders verhindern lasse. Entscheidender sei jetzt, dass Bund und Länder die Impfkampagne neu justierten.

14.29 Uhr: NRW-Landesregierung schließt weiteren Lockdown aus

Die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat ausgeschlossen, dass es noch einmal zu weitreichenden coronabedingten Einschränkungen des wirtschaftlichen, öffentlichen und privaten Lebens im Land kommen wird. „Wir wollen, müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern“, versicherte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags zur Pandemie.

Bei diesem Kurs zeigte die Regierungskoalition große Einigkeit. Da die Corona-Pandemie das Gesundheitssystem nicht überlastet habe, dürfe es ein so weitreichendes Herunterfahren des gesamten öffentlichen Lebens auch gar nicht mehr geben, unterstrich auch FDP-Fraktionschef Christof Rasche. „Überzogene Regeln werden nicht mehr akzeptiert. Sie sind ein enormes Risiko für Arbeitsplätze, für die Wirtschaft, Kultur, Sport und auch für das Ehrenamt.“

12.10 Uhr: US-Regierung rät wegen steigender Corona-Zahlen von Reisen nach Frankreich ab

Die US-Regierung rät wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen von Reisen nach Frankreich ab. Das US-Außenministerium gab am Montag (Ortszeit) basierend auf einer Warnung der Gesundheitsbehörde CDC eine Reisewarnung der Stufe 4 heraus. "Wenn Sie nach Frankreich reisen müssen, stellen Sie sicher, dass Sie vor der Reise vollständig geimpft sind", erklärte das CDC.

Frankreich kämpft derzeit mit einer vierten Corona-Welle. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg zuletzt wieder auf rund 20.000. Die Zahl der Todesfälle und Krankenhauseinweisungen ist jedoch im Vergleich zu früheren Höchstständen niedrig.

9.20 Uhr: Söder warnt vor „Pandemie der Ungeimpften“

In der Corona-Krise will der bayerische Ministerpräsident Markus Söder  mit finanziellem Negativanreiz den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich gegen das Virus impfen zu lassen. „Wer sich nicht impfen lässt, trägt auch die Verantwortung“, sagte Söder im Bayerischen Rundfunk. „Und die heißt dann auch, dass die Steuerzahler dafür nicht alle
Kosten übernehmen können. Und das muss man dann selbst
zahlen“, sagte er mit Blick auf bislang kostenlose Corona-Tests.

Söder sprach sich dafür aus, Geimpfte von Corona-Beschränkungen auszunehmen: „Wer geimpft ist, stellt keine Gefahr dar, deshalb muss man ihm verfassungsrechtlich zwingend die Grundrechte zurückgeben.“ Söder warnte vor einer „Pandemie der Ungeimpften“. „Wer sich nicht impfen lässt, gefährdet sich und andere“, sagte der CSU-Chef. Oberstes Ziel sei die Verhinderung eines weiteren Lockdowns.

8 Uhr: Worüber Angela Merkel und die Ministerpräsidenten heute beraten

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten heute in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Wie geht Deutschland in den Herbst? Im Fokus stehen unter anderem die schleppende Impfkampagne, die Frage nach kostenpflichtigen Tests und die Diskussion,  welche Kennzahlen künftig zusätzlich zur Sieben-Tage-Inzidenz eine Rolle bei der Einschätzung der Pandemie-Lage spielen sollen. Welche Punkte genau auf der Agenda stehen.

Dienstag, 10. August, 7.15 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt auf 23,5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gestiegen und liegt nun bei 23,5. Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2480 Neuinfektionen sowie 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei 17,9 gelegen. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Der Wert steigt seit Wochen in Deutschland wieder kontinuierlich an.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 9. August: 

23.01 Uhr: Großer Andrang bei der ersten „Langen Nacht des Impfens“ in Berlin

Bei der ersten „Langen Nacht des Impfens“ in einem Berliner Impfzentrum hat es bereits kurz vor Einlass eine lange Schlange gegeben. Zu entspannter Techno-Musik wollten sich am Montagabend viele junge Menschen in der Arena Berlin im Ortsteil Treptow gegen das Coronavirus impfen lassen. Bis Mitternacht sollte dort ohne Anmeldung eine Impfung mit den Impfstoffen von Biontech sowie von Johnson&Johnson möglich sein. Ins Leben gerufen wurde die Aktion vom Senat, der Clubcommission und dem Deutschen Roten Kreuz.

Die Arena in Treptow ist ein ehemaliges Bus-Depot. Vor der Pandemie wurde die Multifunktionshalle nahe der Spree unter anderem für Konzerte genutzt. Im Moment ist sie eines der fünf Berliner Impfzentren.

21.34 Uhr: Neun Tote auf russischer Corona-Station nach Panne in Sauerstoffsystem

Nach einer Panne bei der Sauerstoffversorgung sind neun Patienten einer russischen Covid-19-Station gestorben. Grund des Unglücks sei ein Riss in einem Sauerstoff-Versorgungsschlauch in der Klinik in Wladikawkas, zitierten russische Nachrichtenagenturen am Montag den Regierungschef der Republik Nord-Ossetien, Sergej Minjailo. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren alle Todesopfer künstlich beatmet worden.

Den Angaben zufolge befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks 71 Menschen auf der Corona-Station in intensivmedizinischer Behandlung. 13 von ihnen wurden demnach künstlich beatmet.

Minjailo erklärte, die Lungen der neun gestorbenen Patienten seien bereits vor dem Unglück zu „90 Prozent beschädigt“ gewesen. Es sei deshalb verfrüht, ihren Tod allein auf den Riss in dem Sauerstoff-Versorgungsschlauch zurückzuführen. Die Panne sei „sofort entdeckt und binnen 30 bis 40 Minuten behoben“ worden. Grundsätzlich gebe es in Nord-Ossetien kein Problem bei der Versorgung von Krankenhäusern mit Sauerstoff.

20.06 Uhr: US-Militär führt Corona-Impfpflicht für Soldaten ein

Für die Soldatinnen und Soldaten der US-Streitkräfte soll spätestens ab 15. September eine Impfpflicht gegen das Coronavirus gelten. Das ging am Montag aus einem Schreiben von Verteidigungsminister Lloyd Austin hervor. Falls die Impfungen schon vorher eine reguläre Zulassung der zuständigen US-Behörde FDA bekämen, könnte die Impfpflicht schon früher eingeführt werden, erklärte Austin. In den US-Streitkräften dienen mehr als 1,3 Millionen Soldatinnen und Soldaten, von denen rund 1,05 Millionen bereits vollständig geimpft sind, wie Daten des Pentagons zeigen.

Präsident Joe Biden muss der Anordnung noch zustimmen - das gilt aber als reine Formsache. Biden erklärte in einer Stellungnahme umgehend, dass er Austins Vorgehen voll unterstütze. „Diese Impfungen werden Leben retten. Punkt. Sie sind sicher. Sie sind wirksam“, so Biden. Alle Menschen in den USA sollten so schnell wie möglich geimpft werden, vor allem angesichts der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus, fügte er hinzu.

Derzeit gilt für die Corona-Impfstoffe noch eine Notfallzulassung der FDA. US-Medienberichten zufolge könnte es aber schon in wenigen Wochen eine reguläre Zulassung für den Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech geben. Für Soldatinnen und Soldaten des US-Militärs gibt es schon jetzt mehrere verpflichtende Impfungen - diese beruhen aber auf regulären FDA-Zulassungen.

18.37 Uhr: Länder-Gesundheitsminister für längere „epidemische Lage“

Die Gesundheitsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, dass der Bundestag die vorerst bis 11. September bestehende „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ verlängert. Hintergrund sei, dass eine Fortführung von Infektionsschutzmaßnahmen auch danach absehbar sei, heißt es in einem einstimmigen Beschluss der Ressortchefs von Montag. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Der Bundestag hatte zuletzt am 11. Juni festgestellt, dass die Sonderlage wegen der Corona-Pandemie fortbesteht - ohne eine erneute Bestätigung des Parlaments würde sie nach drei Monaten auslaufen.

Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Zudem beziehen sich konkrete Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen, die die Länder festlegen können, laut Infektionsschutzgesetz auf die Feststellung dieser „epidemischen Lage“.

17.47 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten zum Wochenstart konstant

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist zum Wochenstart zunächst nicht weiter gestiegen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Montag (Stand: 16.00 Uhr) wie schon tags zuvor 17,3, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Samstag hatte der Wert noch bei 17,0 und am vergangenen Montag bei 14,5 gelegen.

Betrachtet man die Werte in den 44 Stadt- und Landkreisen, liegt vorerst weiter keine der Kommunen über der politisch relevanten Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Dicht vor dieser Marke sind allerdings Mannheim (34,4) und der Main-Tauber-Kreis (34,0).

16.06 Uhr: Gesundheitsministerium erwartet wieder Corona-Todesfälle

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium geht von erneut dreistelligen Inzidenzwerten im Herbst aus. Das Coronavirus werde sich hauptsächlich unter der nicht geimpften Bevölkerung ausbreiten, heißt es in einem Konzeptpapier für die kommenden Monate, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt: „Im Verlauf von Herbst und Winter 2021/22 werden sich die allermeisten Personen aus dieser Gruppe mit dem Corona-Virus infizieren und es werden auch Todesfälle zu beklagen sein.“

Ungeimpfte im Alter über 80, die sich infizierten, würden wohl mit einer 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit infolge der Infektion sterben. „Die sich nicht impfen lassen, gehen diesen risikoträchtigen Weg willentlich und freiwillig“, heißt es in dem Papier.

15.05 Uhr: 50 soll die neue 35 sein - Lucha will Corona-Regeln lockern

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium will die Corona-Regeln trotz steigender Infektionszahlen im September vorübergehend lockern. Die aktuelle Corona-Verordnung laufe am 23. August aus, teilte das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. Es sei beabsichtigt, in der Folgeverordnung die Inzidenzschwellenwerte für Einschränkungen um eine Stufe nach oben zu heben - also von 35 auf 50. „So können Sie einfach einen Rutsch machen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) bei einer Sondersitzung des Sozialausschusses.

Das Kabinett muss dem aber noch zustimmen. Diese Folgeverordnung soll dann bis 20. September gültig sein. Danach rechne das Land mit einem Paradigmenwechsel, da dann jedem Impfberechtigten in Baden-Württemberg ein Impfangebot gemacht worden sei, sagte Lucha.

14.52 Uhr: Kitas und Eltern fordern trotz Corona Rückkehr zum Normalbetrieb

Vor dem Bund-Länder-Treffen am Dienstag fordern Eltern und Kita-Betreiber eine Rückkehr zum Normalbetrieb. Frühkindliche Bildungseinrichtungen müssten unabhängig von der Inzidenz geöffnet werden, heißt es in einem Schreiben der Landeselternvertretung baden-württembergische Kindertageseinrichtungen (LEBK) und des Deutsche Kitaverbands Baden-Württemberg (DKV) an die Landesregierung. Vorgeschlagen wird darin auch ein dreistufiges Vorgehen. Es sieht neben einem Testkonzept für Kinder den Einsatz von Luftfiltern in schlecht zu lüftenden Räumen vor. Außerdem müsse es eine Impfkampagne für Mitarbeitende und Eltern geben.

Bei niedrigen Inzidenzen müsse es ein freiwilliges Testangebot geben, bei hohen Inzidenzen dagegen eine Testpflicht. Bei einem positiven Testergebnis solle zudem nur der oder die positiv Getestete in Quarantäne. Weitere Mitarbeitende und Kinder sollten zunächst nur getestet werden. Dem frühkindlichen Bereich soll künftig die Aufmerksamkeit zukommen, die ihm gebühre, heiß es in dem am Montag veröffentlichten Schreiben weiter.

14.20 Uhr: In Frankreich gilt Nachweispflicht für Restaurants und Cafés

In Frankreich sind seit Montag Restaurantbesuche und Zugreisen nur noch mit einem Nachweis über Corona-Impfung, Genesung oder einen negativen Test erlaubt. Die verschärften Gesundheitsregeln sollen zunächst für Erwachsene und bis Mitte November gelten. Gegen die umstrittenen Verschärfungen, mit denen Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron gegen die steigenden Corona-Neuinfektionen kämpfen will, haben erst am Wochenende wieder mehr als 230.000 Menschen landesweit demonstriert.

Ähnlich wie in Deutschland muss in Frankreich nun in Restaurants, Cafés, auf Messen und im Fernverkehr ein Nachweis über eine vollständige Impfung, eine Genesung oder einen negativen Test gezeigt werden. Der negative Test darf maximal 72 Stunden zurückliegen. Für Gesundheitspersonal gilt eine Impfpflicht. Bereits seit Mitte Juli wird der digitale Gesundheitspass in Kinos, Museen oder bei Großveranstaltungen verlangt. Zuvor hatte es in dem Land vergleichsweise lockere Regelungen gegeben.

12.58 Uhr: Corona-Impfungen kommen voran - vor allem mit Zweitimpfungen

Die Corona-Impfungen in Deutschland kommen weiter leicht voran - vor allem mit Zweitimpfungen. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Montag nun knapp 45,6 Millionen Menschen oder 54,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Dosis bekommen haben 51,9 Millionen Menschen oder 62,4 Prozent aller Einwohner. Minister Jens Spahn dankte allen, „die sich jeden Tag für niedrigschwellige und kreative Aktionen einsetzen“ und auch an diesem Wochenende wieder geimpft hätten. „Jede Impfung zählt!“, schrieb der CDU-Politiker bei Twitter.

11 Uhr: Diese Corona-Regeln gelten aktuell in Ihrem Landkreis

Der Schwarzwald-Baar-Kreis liegt an fünf Tagen in Folge über der Inzidenz von 10. Daher gelten seit heute dort leicht veränderte Regeln. Was man wissen muss und welche Regeln in den anderen Landkreisen in unserer Region gelten, lesen Sie hier.

9 Uhr: Kretschmann und Weil für kostenpflichtige Corona-Tests

Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Baden-Württemberg, Stephan Weil und Winfried Kretschmann, haben sich dafür ausgesprochen, Corona-Tests künftig in der Regel nicht mehr gratis anzubieten. „Ich halte es ausdrücklich für richtig, dass Ungeimpfte ab dem Herbst ihre Tests selbst bezahlen müssen. Bis dahin hatte jeder die Möglichkeit, sich kostenfrei impfen zu lassen“, sagte Weil dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montag). Kretschmann sagte der „Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten“ (Montag): „Auf Dauer wird die öffentliche Hand die Tests nicht finanzieren können. Das ist auch eine Frage von fairer Lastenverteilung, denn es gibt ja ein kostenfreies Impfangebot für alle.“ Dabei geht es nur um jene, für die es eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt - also nach derzeitigem Stand keine Kinder - und bei denen keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.

Montag, 9. August, 7.15 Uhr: RKI registriert 1183 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 23,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Montagmorgen lag sie bei 23,1 - am Vortag hatte der Wert 22,6 betragen, vor einer Woche lag er bei 17,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1183 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 847 Ansteckungen gelegen. Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 8. August:

22 Uhr: Massen-Coronatest aller elf Millionen Einwohner Wuhans abgeschlossen

Die chinesische Stadt Wuhan, die als Ausgangspunkt der Corona-Pandemie gilt, hat nach Behördenangaben einen Massentest ihrer mehr als elf Millionen Einwohner abgeschlossen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Sonntag unter Berufung auf den Behördenvertreter Li Tao, dass seit Dienstag fast alle Einwohner getestet worden seien - mit Ausnahme von Kindern unter sechs Jahren und Studenten, die in den Semesterferien verreist seien.

In Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Die Millionenstadt in der Provinz Hubei wurde daraufhin komplett abgeriegelt, die letzten Infektionsfälle in Wuhan wurden vor gut einem Jahr gemeldet.

Vergangene Woche hatten die Behörden dann sieben neue Corona-Fälle bei Wanderarbeitern in Wuhan bekanntgegeben. Bei dem daraufhin angeordneten Massentest wurden laut Xinhua bis Samstag 37 symptomatische und 41 asymptomatische Infektionsfälle entdeckt.

20.49 Uhr: Mehr als 500 antisemitische Vorfälle mit Corona-Bezug registriert

Binnen eines Jahres haben Forscher rund 560 Fälle von Antisemitismus mit Bezug zur Corona-Pandemie gezählt. Zwischen Mitte März 2020 und Mitte März 2021 wurden demnach in Deutschland exakt 561 Vorkommnisse beobachtet, wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine Untersuchung des Bundesverbands Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) berichtete.

Diese war im Auftrag des in Berlin ansässigen American Jewish Committee erstellt worden. Etwa 60 Prozent der antisemitischen Vorfälle ereigneten sich laut „WamS“-Bericht bei Demonstrationen und Versammlungen. Menschen jüdischen Glaubens berichteten dem Rias-Bundesverband demnach aber auch von Alltagssituationen, in denen sie als vermeintliche Urheber der Pandemie beschimpft wurden. Der Bundesverband betreibt ein Meldenetz für antisemitische Vorfälle.

Der Rias-Experte Daniel Poensgen sprach in der „WamS“ von einer Kontinuität „antisemitischer Äußerungen bei Protesten gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie". Jüngstes Beispiel seien Demonstrationen sogenannter Querdenker vor einer Woche in Berlin gewesen. Die Teilnehmer seien rechtsextrem oder glaubten an Verschwörungsideologien. Das Spektrum werde Corona überdauern.

19.18 Uhr: Fünf Tagen in Folge Inzidenz von über 10: Ab Montag gelten im Schwarzwald-Baar-Kreis neue Regeln

Der Schwarzwald-Baar-Kreis hat am Mittwoch, 4. August, erstmals die Sieben-Tages-Inzidenz von 10 Neuinfektionen pro 100¦000 Einwohnern überschritten und lag daraufhin an fünf aufeinander folgenden Tagen weiterhin über diesem Wert. Damit liegen die Voraussetzungen für das Inkrafttreten der Inzidenzstufe 2 gemäß der aktuellen Corona-Verordnung vor, teilt das Landratsamt mit. Die neuen Regelungen treten am Montag, 9. August, null Uhr in Kraft. Welche Regeln im Schwarzwald-Baar-Kreis nun gelten, können Sie hier nachlesen. 

18.24 Uhr: Corona-Strategie wird im Sozialausschuss öffentlich diskutiert

Einen Tag vor den Ministerpräsidenten will der baden-württembergische Landtag über die nächsten Schritte in der Corona-Pandemie beraten. Inhalt einer von den Fraktionen der SPD und der FDP beantragten und zum Teil öffentlichen Sondersitzung des Sozialausschusses am Montag (12 Uhr) sei eine Debatte über die Ziele des Landes, teilten Sprecher der Parteien vorab mit. Die Vorentscheidungen dürften nicht allein in der Hand von Regierungen liegen. „Wir gewählten Abgeordneten müssen einbezogen werden“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Dorothea Kliche-Behnke. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am 10. August zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie abstimmen. Ursprünglich war die nächste MPK für Ende August geplant.

16.39 Uhr: Positive Bilanz nach Auftakt des Konstanzer Impfsommers

"Die Zahlen entsprechen unseren Erwartungen und stellen ein gutes Ergebnis dar", bilanziert Thomas Traber, Leiter des Personal- und Organisationsamts der Stadt, am letzten Tag der Konstanzer Impfwoche auf SÜDKURIER-Nachfrage. Das niederschwellige Angebot, sich ohne Anmeldung im Bodenseeforum impfen zu lassen, sei bei vielen offenbar gut angekommen.

Wie die Konstanzer Stadtverwaltung auf SÜDKURIER-Anfrage mitteilt, wurden zwischen Sonntag, 1. August, und Freitag, 6. August, insgesamt 1.448 Personen im Bodenseeforum geimpft. Rechne man die Impfungen des Kreisimpfzentrums an Universität und HTWG am 28. und 29. Juli hinzu, seien es 1.798. Weitere Impfangebote sind noch für den Sommer geplant.

15.21 Uhr: Viel Unterstützung für Abkehr von Inzidenz als zentralem Maßstab in Corona-Krise

Vor der Bund-Länder-Konferenz über den weiteren Kurs in der Corona-Krise am Dienstag mehren sich die Stimmen für einen grundlegenden Wechsel bei den Maßstäben zur Beurteilung der Lage. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sprach sich am Wochenende für eine Abkehr von der Corona-Inzidenz als zentralem Richtwert für Maßnahmen aus. „Ausschlaggebend muss auch die Belegung von Krankenhausbetten und Intensivstationen sein“, forderte Laschet in der „Bild am Sonntag“.

„Bei einer hohen Impfquote und nur wenigen Patienten erleben wir derzeit keine Überlastung des Gesundheitssystems“, betonte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Gleichlautende Forderungen erhoben unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Dieser forderte auch einheitliche Maßnahmen.

14 Uhr: Iran meldet Rekordwert von mehr als 500 Corona-Toten binnen 24 Stunden

Der Iran hat am Sonntag einen Rekordwert von mehr als 500 Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 542 Todesfälle registriert, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie vor anderthalb Jahren. Die Zahl der Neuinfektionen lag mehr als 39.600.

Der Iran ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Land der Region, nach offiziellen Angaben starben bereits mehr als 94.000 Iraner nach einer Corona-Infektion. Allerdings räumen selbst die iranischen Gesundheitsbehörden ein, dass die Dunkelziffer vermutlich viel höher liegt. Derzeit kämpft das Land gegen eine neue Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird.

12.24 Uhr: Aschaffenburg überspringt 50er-Marke bei Corona-Inzidenz

Mit der Stadt Aschaffenburg hat in der Corona-Pandemie erneut eine bayerische Region die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten. Das Robert Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt Aschaffenburg am Sonntag mit 59,2 an.

Der Landkreis Berchtesgadener Land lag mit 47,2 nur noch knapp unter der 50er Grenze. Mit der Stadt Coburg wies am Sonntag nur noch eine Region in Bayern eine Null-Inzidenz auf.

11.31 Uhr: Städtetag fordert von Bund und Ländern Impfstrategie für Herbst

Der Deutsche Städtetag hat Bund und Länder zu einer Impfstrategie für den Herbst und Winter aufgefordert, um für die vierte Corona-Welle besser gewappnet zu sein. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Wir haben eine ganze Reihe neuer Impfaufgaben vor der Brust: Auffrischungsimpfungen für Ältere und Pflegebedürftige, mehr Impfungen für Kinder ab 12 Jahren und noch viel mehr direkte Impfangebote.“

Die Städte bräuchten dringend Klarheit: „Welche Rolle sollen sie in der Impfkampagne spielen über den September hinaus, wenn die meisten großen Impfzentren dichtmachen sollen? Denn jetzt ist zu entscheiden, ob die Städte das zusätzliche Personal gehen lassen oder weiterbeschäftigen können.“

10.27 Uhr: Israel verschärft wegen vieler neuer Fälle Corona-Maßnahmen

Angesichts steigender Zahlen an neuen schweren Corona-Fällen gelten in Israel seit Sonntag wieder strengere Beschränkungen. Bei Veranstaltungen im Freien mit mehr als 100 Teilnehmern muss nun wieder Maske getragen werden. Kleinere Veranstaltungen dürfen nur noch Geimpfte, Genesene oder Menschen mit negativem Corona-Testergebnis besuchen. Auch Kinder müssen ein negatives Ergebnis vorzeigen.

Das israelische Kabinett hatte die Maßnahmen vergangene Woche beschlossen. Zuvor waren in dem 9,3-Millionen-Einwohner-Land an mehreren Tagen hintereinander deutlich mehr als 3000 neue Infektionen täglich verzeichnet worden. Einen neuen Höchststand gab es bei schwerkranken Covid-Patienten. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag berichtete, wurden am Samstag 348 Schwerkranke in den Krankenhäusern behandelt. Davon waren 71 in kritischem Zustand.

In Israel sind etwa 58 Prozent der Bevölkerung geimpft. Mehr als 422 000 Menschen haben sogar schon eine dritte Spritze erhalten.

9.30 Uhr: Laschet: Ungeimpfte nicht vom gesellschaftlichen Leben ausschließen

 Armin Laschet hat sich dagegen ausgesprochen, negativ auf das Coronavirus getestete Menschen gegenüber Geimpften zu benachteiligen. „Wer geimpft, genesen oder getestet ist, den darf der Staat nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausnehmen“, sagte der Kanzlerkandidat der Union der „Bild am Sonntag“: Die „3-G-Regel“ (geimpft, getestet, genesen) habe sich „als sinnvoll, maßvoll und umsetzbar erwiesen.“

Zugleich sprach Laschet sich jedoch für ein Ende der kostenlosen Corona-Tests aus. „Für den Herbst muss jeder ohne Impfschutz damit rechnen, dass die Alltagstests nicht mehr vom Steuerzahler gezahlt werden“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident: „Keine kostenlosen Tests, wenn jeder die Chance auf einen vollständigen Impfschutz erhalten hat.“

8.17 Uhr: RKI registriert 3127 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 22,6

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen lag sie bei 22,6 - am Vortag hatte der Wert 21,2 betragen, beim jüngsten Tiefststand vor gut einem Monat lag er bei 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3127 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2097 Ansteckungen gelegen.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 7. August:

22 Uhr: Mediziner: Wieder etwas mehr Covid-Patienten auf Intensivstation

Nach einer deutlichen Zunahme an gemeldeten Corona-Neuinfektionen steigt nun auch die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung etwas. „Wir sehen zum ersten Mal seit Wochen wieder eine echte Zunahme der Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen bei ausreichenden Kapazitäten“, schrieb der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, am Samstagabend auf Twitter. Es sei wichtig, die Impfquote zu erhöhen.

Karagiannidis verwies auf Angaben der Deutsche Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) von Samstag, derzufolge zuletzt 417 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt wurden. Vor einer Woche waren es noch 359.

Eine große Frage mit Blick auf die kommenden Monate ist, inwieweit die bisherigen Impferfolge eine hohe Belastung des Gesundheitssystems trotz steigender Infektionszahlen verhindern können. Alle zugelassenen Impfstoffe schützen laut Robert Koch-Institut (RKI) vollständig Geimpfte wirksam vor einer Erkrankung bei der mittlerweile dominierenden Delta-Variante.

Bislang sind mehr als 54 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche - war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Debattiert wird, künftig weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker zu berücksichtigen.

Das RKI hatte in seinem Wochenbericht am Donnerstag in Bezug auf intensivmedizinisch behandelte Covid-Fälle geschrieben: „Die Zahlen stagnieren auf niedrigem Niveau oder steigen regional wieder leicht an.“

20.47 Uhr: Wieder Zehntausende in Frankreich gegen Corona-Impfpass bei Protesten

In Frankreich haben das vierte Wochenende in Folge Zehntausende gegen Impfpass und verschärfte Corona-Regeln demonstriert. Kundgebungen gab es am Samstag wieder in der Hauptstadt Paris, aber auch in zahlreichen anderen Städten. In Nizza am Mittelmeer gingen nach einem Bericht des Nachrichtensenders BFMTV zwischen 10 000 und 20 000 Menschen auf die Straße. Am vergangenen Wochenende waren es nach offiziellen Angaben landesweit insgesamt mehr als 200 000 Teilnehmer.

Am Donnerstag hatte der französische Verfassungsrat die umstrittene Impfpflicht für das Personal im Gesundheitswesen sowie den so genannten Gesundheitspass gebilligt, der Aufschluss über einen Negativ-Test oder eine Impfung gibt. Beides soll dabei helfen, die Corona-Pandemie in Grenzen zu halten. Die neuen Regelungen, die Präsident Emmanuel Macron bereits Mitte Juli angekündigt hatte, treten kommende Woche in Kraft.

Frankreich steckt derzeit in einer vierten Corona-Welle. Innerhalb einer Woche gab es zuletzt landesweit etwa 225 neue Fälle auf 100 000 Einwohner. Die Bundesregierung stuft größere Teile Südfrankreichs nun als Corona-Hochrisikogebiet ein. Dies gilt von Sonntag an unter anderem für die Provence, die Côte d'Azur, und die Insel Insel Korsika. Betroffen sind auch französische Überseegebiete wie Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy.

19.15 Uhr: Stiko-Chef: Aktionismus in Impfdebatte nicht hilfreich

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat der Politik Aktionismus in der Impfdebatte vorgeworfen. „Der Aktionismus in der Politik trägt sicher nicht zur Beruhigung der Menschen bei“, sagte Mertens der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). „Ich weiß gar nicht genau, warum das so gemacht wird. Für die Wahrnehmung in der Bevölkerung wäre es besser, wenn die Dinge etwas ruhiger und überlegter angegangen würden“, sagte Mertens zu der Diskussion um die Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Er fühle sich durch die politische Debatt aber nicht unter Druck.

Um den Schulunterricht nach den Sommerferien mache er sich nicht die allergrößten Sorgen, sagte der Ulmer Virologe. „Viele Berechnungen zeigen ja, dass der Unterricht an den Schulen gut zu händeln wäre, wenn man die bekannten Maßnahmen – dazu gehören unter anderem das Maskentragen, das Lüften und der Einbau von Luftfiltern – umsetzen würde“, betonte der Stiko-Chef. „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass 9,1 Millionen Kinder vor dem zwölften Lebensjahr gar nicht impfbar sind – das betrifft alle Kita- und Kindergartenkinder, alle Kinder in den Grundschulen, alle Kinder der ersten Klassen der weiterführenden Schulen.“ Es brauche vielfältige Maßnahmen, um den Schulalltag sicherzustellen. „Die Aussage, dass das nur durch Impfungen möglich ist, ist so nicht korrekt.“

Viel wichtiger sei es, die Impfbereitschaft in der Gruppe der 18- bis 59-Jährigen zu erhöhen. Die Impfqhote in dieser Gruppe werde entscheiden, wie die nächste Pandemiewelle ablaufen werde. „Es wäre wirklich sehr wichtig, den 18- bis 59-Jährigen deutlich zu machen, dass es hier nicht nur um ihren Individualschutz geht, sondern um unsere Gemeinschaft bis hin zur wirtschaftlichen Entwicklung“, sagte Mertens.

17.47 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt auf 17

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten steigt weiter an. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) 17,0, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte der Wert bei 15,8 gelegen. Damit verzeichnete die Behörde 390 neue Infektionen und einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus.

In Baden-Württemberg haben sich bislang 507 925 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt mittlerweile 10 430.

Keiner der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegt über der politisch relevanten Schwelle von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Am höchsten ist der Inzidenzwert derzeit im Kreis Lörrach mit 31.

16.25 Uhr: Pilotprojekt in Berliner Clubs: sieben positive PCR-Tests

Sieben positive Tests hat es beim Start des Corona-Pilotprojekts in sechs Berliner Clubs gegeben. „Die betroffenen Personen sind kontaktiert und in Quarantäne geschickt worden“, sagte Lutz Leichsenring von der Clubcommission am Samstagmittag. Leichsenring zeigte sich zufrieden mit dem Start: „Alle Sicherheitsmechanismen haben gegriffen.“ Insgesamt seien am Freitag rund 2200 PCR-Tests durchgeführt worden. Neben den 2000 Gästen wurden auch Künstler und Personal getestet, sagte Leichsenring.

In sechs Berliner Clubs, darunter auch das „Kitkat“, die „Renate“ und das „SO36“, darf an diesem Wochenende an zwei Nächten wieder getanzt werden - ohne Maske und Abstand, dafür aber mit negativem PCR-Testergebnis. Dabei soll nicht unterschieden werden, ob Menschen schon geimpft sind. Das Pilotprojekt „Reboot Clubculture“ soll der international gefeierten Berliner Clubszene nach 18 Monaten im Corona-Aus neue Perspektiven aufzeigen.

Die 2000 Tickets für das Projekt wurden innerhalb kürzester Zeit verkauft. Nach Angaben von Lutz Leichsenring waren die Partys am Freitagabend gut besucht. Voll wurde es allerdings erst später, auch weil die Besucher zum Teil noch auf ihr Ergebnis warten mussten, sagte Leichsenring. Am „Metropol“ trafen um 22.00 Uhr die ersten Gäste ein. Drinnen zogen sich die Gäste erleichtert die Maske ab. Auch Klaus Lederer zeigte sich „total happy“ über den Start des Projekts: „Clubkultur gehört zur DNA der Stadt“, sagte der Politiker. 

Die Clubs hatten vor anderthalb Jahren schließen müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Mit #UnitedWeStream übertrugen Berliner Veranstaltungsstätten Musik von leeren Tanzflächen in viele Wohnzimmer. Mittlerweile darf in der Hauptstadt auf Außenflächen wieder getanzt werden - unter Einhaltung von Hygienevorschriften. Drinnen sind Tanzveranstaltungen bisher nicht erlaubt.

14.53 Uhr: RKI registriert 3206 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 21,2

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter leicht an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag sie bei 21,2 – am Vortag hatte der Wert 20,4 betragen, beim jüngsten Tiefststand vor gut einem Monat 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3206 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.48 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2400 Ansteckungen gelegen.

14.34 Uhr: Trotz der seit Wochen wieder steigenden Corona-Infektionsraten in Deutschland fordert der Einzelhandel den Verzicht auf neue Lockdowns

Zu den für Dienstag geplanten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs sagte der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands HDE, Stefan Genth, der Zeitung "Die Welt" (Samstagsausgabe): "Es muss klar sein, dass es keinen Lockdown mit Geschäftsschließungen mehr gibt." Dies würden "viele Geschäfte nicht mehr verkraften".

"Die Zeiten dieses tumben Holzhammers müssen vorbei sein", sagte Genth zu den Lockdowns. Die Bund-Länder-Sitzung müsse stattdessen "ein Signal der Hoffnung und ein Impuls für die Impfkampagne" setzen. "Ein einfaches 'Weiter so' oder gar die Rückkehr zu alten Lockdown-Ideen und die Fixierung auf Inzidenzen werden der Lage nicht mehr gerecht" sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer.

14.04 Uhr: Forderungen nach einem Abschied von der Corona-Inzidenz als zentralem Richtwert nehmen zu

Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte argumentierte, dank der Impfungen sei es mittlerweile "deutlich unwahrscheinlicher" geworden, dass sich Menschen mit dem Coronavirus anstecken oder daran erkranken: "Noch unwahrscheinlicher ist es, schwer zu erkranken". Dies müsse "in möglichen neuen Corona-Regeln zum Ausdruck kommen".

Weil forderte Bund und Länder auf, sich "zwingend gemeinsam auf neue Parameter für die Bewertung der Gefährdungslage" zu verständigen. Zudem seien gemeinsame Kriterien für den Umgang mit Geimpften, Genesenen und Getesteten nötig. Dazu solle gehören, dass Ungeimpfte "ab einem noch festzulegenden Zeitpunkt im Herbst ihre Tests auch selbst bezahlen müssen – natürlich mit Ausnahme derer, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können", sagte Weil der "Welt".

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth forderte, bei den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs müsse es "die klare Entscheidung weg von der reinen Inzidenzbetrachtung geben". Stattdessen werde ein Indikatoren-Modell gebraucht, "in das die Auslastung der Krankenhaus- und ganz besonders Intensivbetten ebenso hineingehört wie die Impfquote", sagte Genth der "Passauer Neuen Presse".

13.26 Uhr: Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte rät Schwangeren zur Corona-Impfung

Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, rät Schwangeren zu einer Impfung gegen das Coronavirus. Da die inzwischen verbreitete Delta-Variante mit einer hohen Infektiosität und mit einer erhöhten Erkrankungsrate auch unter Schwangeren einhergehe, "ist nach Ansicht der Gynäkologenverbände eine Impfung vor und in der Schwangerschaft sowie im Wochenbett und in der Stillzeit sinnvoll", sagte Albring dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vom Samstag.

"Rechtlich sind Ärztinnen und Ärzte und die Schwangere bei diesen Impfungen inzwischen durch das Infektionsschutzgesetz geschützt", sagte Albring weiter. Er bedauerte, dass bislang keine Empfehlung der Ständige Impfkommission (Stiko) für die Impfung von Schwangeren vorliege. "Viele Ärztinnen und Ärzte sehen das Fehlen einer generellen Impf-Empfehlung durch die Stiko als ein Signal an, dass vielleicht doch ein Risiko in der Impfung verborgen sein könnte", sagte er. 

12.45 Uhr: Weltärztebund-Chef fordert Corona-Testpflicht für alle Auslandsrückkehrer

Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery fordert eine Corona-Testpflicht für sämtliche aus dem Ausland kommende Reise-Rückkehrer, also auch für vollständig Geimpfte und von Covid-19 Genesene. Eine solche Maßnahme sei zumutbar, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). „Wer sich eine Auslandsreise leisten kann, kann sich auch einen Schnelltest leisten“, betonte er.

Bei der Rückkehr aus den meisten Ländern sind vollständig Geimpfte bislang von der Testpflicht befreit. Montgomery verwies jedoch auf die steigende Zahl von Fällen, bei denen sich vollständig Geimpfte mit dem Coronavirus infizieren.

11.33 Uhr: 54,5 Prozent aller Deutschen vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als 45 Millionen Menschen in Deutschland sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Quote von 54,5 Prozent, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter schrieb. Insgesamt 51,8 Millionen Menschen oder 62,3 Prozent haben mindestens eine erste Impfung bekommen. Bei den meisten verwendeten Impfstoffen mit Ausnahme von Johnson & Johnson sind derzeit zwei Dosen für den vollen Schutz gegen Covid-19 nötig.

Das Impftempo stagniert weiterhin. Seit dem Samstag der Vorwoche wuchs die gemeldete Zahl der Erstgeimpften nur um rund 600 000 weitere Menschen. „Impfen ist eine persönliche Entscheidung - aber auch eine, die uns alle als Gemeinschaft betrifft“, twitterte Spahn. Jeder und jede Einzelne entscheide darüber, wie gut wir alle durch Herbst und Winter kämen.

10.59 Uhr: Lauterbach: PCR-Testpflicht von Ungeimpften für Restaurantbesuch

In der Diskussion um eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Ungeimpften hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine PCR-Testpflicht bei hohen Inzidenzen ins Gespräch gebracht, um Ungeimpfte nicht von Veranstaltungen oder Restaurantbesuchen auszuschließen.

Lauterbach verwies in der „Rheinischen Post“ (Samstag) darauf, dass Antigen-Schnelltests in vielen positiven Fällen ein falsch-negatives Ergebnis lieferten. „Es ist also leider ein beträchtlicher Teil der Menschen infektiös, obwohl der Test das Gegenteil anzeigt“, sagte der SPD-Politiker. Dann sollte es für Ungeimpfte bei hohen Inzidenzwerten eine Pflicht für zuverlässigere PCR-Tests geben, damit sie an Veranstaltungen teilnehmen oder ins Restaurant gehen können. Eine Impfung sei der leichtere Weg wegen der höheren Kosten und des größeren Zeitaufwands von PCR-Tests, fügte Lauterbach hinzu.

10.08 Uhr: 22 weitere Corona-Fälle bei Olympia-Beteiligten

Die Olympia-Macher von Tokio haben im Umfeld der Sommerspiele 22 weitere Corona-Fälle vermeldet. Einer Mitteilung der Organisatoren vom Samstag zufolge ist kein weiterer Athlet betroffen. Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen erhöhte sich auf 404. Davon waren bislang 32 Bewohner des olympischen Dorfs. Seit dem 1. Juli wurden fast 600 000 Corona-Tests bei den Olympia-Beteiligten vorgenommen.

9.37 Uhr: Kindermediziner: Corona-Schutz in Schulen noch länger nötig

 Die Schulen werden aus Sicht des Kindermedizin-Experten Dominik Schneider noch lange besondere Corona-Schutzkonzepte brauchen. „Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass damit, wenn wir die Ab-Zwölfjährigen impfen, noch kein Problem gelöst ist“, sagte der Dortmunder Klinikdirektor, der auch Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ist, am Samstag im Deutschlandfunk. „Denn die, die am meisten eigentlich unter dieser Coronakrise gelitten haben, das sind eigentlich die jüngeren Kinder unter zwölf Jahren. Und da haben wir auch in den nächsten Wochen absehbar noch kein Impfangebot. Das wird frühestens im Herbst oder im Dezember, Ende des Jahres kommen.“

Schneider verteidigte die Stiko. Ihre bisherige Erklärung sei ein „exzellentes Dokument, absolut lesenswert“, sagte er. „Es ist auch keine Außenseitermeinung.“ Denn die britische Impfkommission und die Weltgesundheitsorganisation WHO seien zur gleichen Einschätzung gekommen. Zuvor hatte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der Stiko vorgeworfen, eine Außenseitermeinung zu vertreten.

Für die Sicherheit an den Schulen brauche es ein umfassendes Konzept und auch mehr Personal, etwa für die Durchführung von Tests, verlangte Schneider. „Es ist nicht so, dass man ein Luftfiltergerät in einen Raum stellt und dann ist alles gelöst.“ Wenn das verkehrt gemacht werde, könne man sogar das Infektionsrisiko erhöhen.

8.42 Uhr: RKI-Berechnung: Impfkampagne hat über 38 000 Todesfälle verhindert

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus hat laut einer Modellrechnung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland geschätzt Tausende Todesfälle verhindert. „Unsere hier präsentierten Daten belegen den überragenden Nutzen der Covid-19-Impfung bereits in den ersten 6,5 Monaten der Impfkampagne in Deutschland 2021“, schreiben die Autoren der am Freitag veröffentlichten Analyse. Daraus ergebe sich, dass im Verlauf der dritten Corona-Welle geschätzt 38 300 Todesfälle verhindert wurden. Die Zahl der verhinderten Meldefälle wird auf über 706 000 beziffert, die der stationären Patienten auf mehr als 76 600, die der Patienten auf Intensivstation auf knapp 20 000.

„Diese hohe Effektivität der Covid-19-Impfkampagne verdeutlicht eindrucksvoll, dass Impfungen den Weg aus der Pandemie ebnen“, schreibt das RKI. Derzeit stehe Deutschland am Anfang einer vierten Welle. Um deren Ausmaß so gering wie möglich zu halten, sei es nötig, den Anteil der geimpften Bevölkerung schnellstmöglich zu erhöhen.

Für die Analyse modellierten Fachleute ein Szenario mit Impfkampagne und eines ohne. Die tatsächlichen Meldefälle wichen daher von den durch das Modell berechneten Fällen ab, hieß es. Das RKI weist zudem darauf hin, dass verschiedene Parameter und Annahmen mit gewissen Unsicherheiten eingeflossen seien. Es geht zum Beispiel um Effekte der Priorisierung. Angenommen wurde auch, dass alle verfügbaren Impfstoffe ohne Zeitverzug eingesetzt werden. „Zudem wurde angenommen, dass ohne die Impfkampagne außer den bestehenden nicht-pharmakologischen Maßnahmen keine weiteren Maßnahmen getroffen worden wären“, schränkt das RKI ein.

8.07 Uhr: Umfrage: Deutsche wollen am liebsten Supermarkt-Einkaufsgutscheine als Impf-Prämie

Ob Gratis-Joint in New York oder Freigetränke in Tel Aviv - bei den Impfanreizen zeigen sich manche Staaten äußerst kreativ. In Deutschland wünschen sich die Menschen am liebsten Einkaufsgutscheine für den Supermarkt als Impf-Prämie. Das berichtete die "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) unter Berufung auf eine Insa-Befragung. Aus dem Kreis der Befragten, die materielle Anreize überhaupt befürworten, sprachen sich demnach 70 Prozent für Supermarkt-Einkaufsgutscheine aus. 

An Gratis-Tickets für Sport- und Kulturveranstaltungen zeigten 33 Prozent dieser Befragten Interesse. Bratwürste wie in Thüringen und Sachsen befürworteten 17 Prozent. Allerdings ist eine Mehrheit von 52 Prozent der Befragten gegen materielle Anreize bei der Corona-Impfung. Etwa ein Drittel (33 Prozent) ist für ein solches Vorgehen. Diese Menschen wurden von Insa nach ihren Präferenzen befragt. Insa befragte insgesamt 1001 Erwachsene.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 6. August:

22.42 Uhr: Koalition offenbar weitgehend einig über Verlängerung der Kurzarbeiter-Regeln

Die Bundesregierung strebt offenbar die Verlängerung der aktuellen Kurzarbeiterregeln und der Wirtschaftshilfen für krisengeschüttelte Unternehmen bis zum Jahresende an. Die grundsätzliche politische Entscheidung für die Verlängerung der vereinfachten Zugangsregelungen beim Kurzarbeitergeld und bei den Corona-Hilfen sei zwischen Union und SPD bereits gefallen, berichtete die "Rheinische Post" am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise. 

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßte Überlegungen zu einer Verlängerung der Kurzarbeiterregelung "ausdrücklich". Die Krise sei noch nicht vorbei, erklärte Vorstandsmitglied Anja Piel.

Ökonomen kritisierten dagegen die Pläne. "Zurzeit steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Bereichen an, die Nutzung von Kurzarbeit nimmt deutlich ab", sagte Holger Schäfer vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft der "Rheinischen Post". 

21.54 Uhr: Kultusminister setzen auf Präsenzbetrieb an Schulen und Unis

Die Kultusministerkonferenz hat sich deutlich für einen Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien und ein Präsenzstudium an den Hochschulen im Wintersemester ausgesprochen. Den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen müsse höchste Priorität eingeräumt werden, gerade weil sie in der Vergangenheit auf viele Freiheiten und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung hätten verzichten müssen, heißt es in einem Beschluss vom Freitag. Angesichts fortgeschrittener Impfquote und bei gesicherter medizinischer Versorgung müsse auch der Präsenzbetrieb an den Universitäten unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedingungen und Gegebenheiten vor Ort wieder zum Regelfall werden.

19.31 Uhr: Grünes Licht für Luftfilter für Schulen, Anträge ab Montag möglich

Die Kommunen im Südwesten können ab kommenden Montag die Förderung mobiler Luftfilter für ihre Schulen beantragen. Zuvor hatte es ein Hin- und Her über die Frage gegeben, ob Land und Bund jeweils eigene Richtlinien oder eine gemeinsame Orientierung erstellen. Zuletzt rangen Land und Bund um eine abgestimmte Regelung, die Ende dieser Woche stehen sollte

18 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten erhöht sich leicht auf 15,8

Das Corona-Infektionsgeschehen im Südwesten steigt weiter leicht an. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche betrug am Freitag 15,8, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte der Wert noch bei 15,6 gelegen. Damit verzeichnete die Behörde 304 neue Infektionen und 4 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

17.19 Uhr: SPD-Landeschef Stoch besorgt über Lage an Schulen im Südwesten

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch ist angesichts der Pandemie besorgt über die Lage an den Schulen im Südwesten. „Ich habe große Angst um die Zukunft unserer Kinder, wenn ich in unsere Schulen blicke“, sagte Stoch im Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR). Da tue die Landesregierung viel zu wenig. Auch im Nachtragshaushalt finde sich ganz wenig Geld für Bildung, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag. „Da geben andere Länder das Hundertfache dafür aus, die Corona-Folgen zu bekämpfen.“

16.11 Uhr: Teile Frankreichs werden ab Sonntag Corona-Hochrisikogebiet

Für Urlauber im Süden Frankreichs gelten ab Sonntag schärfere Corona-Regeln. Das Robert-Koch-Institut teilte mit, dass die südfranzösischen Regionen Okzitanien und Provence-Alpes-Côte d'Azur sowie Korsika als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Bei der Rückkehr müssen Ungeimpfte eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens ab dem fünften Tag durch Übermittlung eines Testnachweises beendet werden kann.

Eine Übersicht, was Sie bei einem Ausflug in unsere Nachbarländer beachten müssen, finden Sie hier.

15 Uhr: Nur geimpft oder genesen ins Hotel? Dehoga skeptisch

Ein Hotelier aus Garmisch-Partenkirche will ab Oktober nur noch geimpfte oder genesene Hotelgäste aufnehmen. Die Möglichkeit, einen negativen Test vorzulegen, soll in seinem Haus dann entfallen. Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga betrachtet dieses Vorgehen mit Skepsis, betont aber auch, dass ein Hotelier in dieser Hinsicht natürlich von seinem Hausrecht Gebrauch machen dürfe. Das 3G-Hygienekonzept, nach dem Geimpfte, Genesene und Getestete bei niedriger Inzidenz in Hotels Urlaub machen dürfen, habe sich jedoch bewährt, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert.

12.41 Uhr: Spahn wirbt für mehr Erstimpfungen als Schutz für den Herbst

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut dazu aufgerufen, Corona-Impfangebote anzunehmen. Am Donnerstag habe es knapp 100.000 Erstimpfungen gegeben, schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. „Das ist noch zu wenig, um gut geschützt durch Herbst und Winter zu kommen.“ Inzwischen sind laut Ministerium 51,8 Millionen Menschen oder 62,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft. Den vollständigen Impfschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben mittlerweile knapp 45 Millionen Menschen oder 54,1 Prozent aller Einwohner.

11.16 Uhr: Menschen sollten laut Lucha nur geimpft oder getestet ins Fußballstadion

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) plädiert perspektivisch für härtere Einschränkungen für Menschen, die sich trotz der Corona-Pandemie nicht gegen das Virus impfen lassen wollen. „Ich bin der Meinung, dass alles, was nicht Daseinsvorsorge und Pflichtversorgung ist, an die Impfung gekoppelt werden muss. Dass man also zum Beispiel nur geimpft ins Fußballstadion darf“, sagte er der „Schwäbischen Zeitung“.

Das Gesundheitsministerium teilte am Freitag ergänzend mit, abseits von Geimpften sollten Luchas Meinung zufolge auch aktuell getestete Menschen zu Veranstaltungen wie Fußballspielen gehen dürfen. Der Minister sagte aber, die Kosten dafür sollten nicht mehr vom Steuerzahler getragen werden: „Ich halte es auch für richtig, dass die Allgemeinheit die Tests nicht mehr zahlt, sondern dass die selbst bezahlt werden müssen. Und das werden irgendwann PCR-Tests sein.“

Eine solche neue Regelung könne ab dem Zeitpunkt gelten, wenn allen Impfberechtigten auch ein Impfangebot gemacht worden sei. Lucha sagte in diesem Zusammenhang: „Bis zum 15. September werden wir jedem, der berechtigt ist, ein Impfangebot gemacht haben.“

Lucha begründete seine Position damit, dass „Menschen, die sich aus Prinzip nicht impfen lassen möchten, damit leben müssen, dass sie am gesellschaftlichen Leben und an Freizeitaktivitäten, dazu gehört auch der Besuch in Fußballstadien, sehr eingeschränkt oder eben nur mit einem negativen Testergebnis teilhaben können“, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Andernfalls gefährdeten diese Menschen nicht nur sich, sondern auch andere.

10.50 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen steigt deutlich früher wieder an als im Vorjahr

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in diesem Jahr deutlich früher wieder an als im Vorjahr. Das geht aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Betroffen seien vor allem jüngere Menschen, zunehmend aber auch die mittlere Altersgruppe.

Das RKI schätzt in dem Bericht die Gefährdung für die Gesundheit der noch nicht oder nur einmal gegen das Coronavirus geimpften Bevölkerung insgesamt weiter als "sehr hoch" ein. Mittlerweile sei es wieder so, dass die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen könnten. Zwar sei die Zahl der Infizierten, die stationär in Krankenhäusern behandelt werden müssten, bislang noch gering. Inzwischen gebe es aber auch hier eine Stagnation, wobei der Anteil der jüngeren Patientinnen und Patienten zunehme.

Das RKI wies darauf hin, dass es auch im Sommer 2020 nach einem zeitweisen Rückgang wieder einen Anstieg der Infektionszahlen gegeben habe. Allerdings sei dies im vergangenen Jahr erst etwa fünf Wochen später aufgetreten als jetzt, heißt es in dem Bericht. Während die Inzidenzen 2021 zunächst ab Ende April in allen Altersgruppen gesunken seien, stiegen sie bereits seit Anfang Juli vor allem in der Altersgruppe der zehn- bis 34-Jährigen wieder an. Inzwischen sei zunehmend auch die Altersgruppe der bis 49-Jährigen betroffen.

7.55 Uhr: Charité startet Corona-Auffrischimpfungen von Mitarbeitern

Die Berliner Charité hat diese Woche begonnen, Mitarbeiter ein drittes Mal gegen das Coronavirus zu impfen. Die Auffrischimpfung werde seit Mittwoch angeboten, sagte ein Sprecher. Angesprochen seien Beschäftigte, die vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfung erhalten hätten und mindestens 60 Jahre alt seien. Dabei handle es sich um Mitarbeiter von Covid-19-Risikobereichen, die zudem altersbedingt einem erhöhten Risiko unterlägen. Ziel sei es, sie optimal zu schützen. Eine Zahl der bisher erneut geimpften Beschäftigten wurde nicht genannt. Über die Auffrischimpfungen an dem Krankenhaus hatte zuvor die „Berliner Morgenpost“ berichtet. Nach Informationen der Zeitung plant der Charité-Vorstand, schrittweise auch die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein drittes Mal zu impfen.

Freitag, 6. August, 7.20 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 20,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 20,4. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 3448 Neuinfektionen sowie 24 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 16,5. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 5. August: 

22.51 Uhr: Italien verschärft Corona-Regeln für Lehrer und in Zügen

Lehrer, Dozenten und Studenten an Universitäten müssen in Italien künftig entweder geimpft, getestet oder von einer Corona-Erkrankung genesen sein. Ab dem neuen Schuljahr im September müssen sie für den Präsenzunterricht entsprechende Nachweise vorlegen, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Donnerstagabend sagte. Außerdem gilt der „Grüne Pass“, unter dem Begriff die verschiedenen Nachweise zusammengefasst sind, ab September auch in Fernzügen und -bussen, Fähren oder auf Flügen. Wenn Lehrkräfte keinen Nachweis vorlegen, werden sie nach fünf Tagen vom Dienst suspendiert, beschloss das Kabinett.

In Italien stiegen die Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder an, allerdings nur leicht. Ab Freitag sind bereits mehr Nachweise notwendig. Wer dann in einem Restaurant drinnen essen möchte, ins Museum oder in ein Schwimmbad oder eine Therme gehen will, muss getestet, geimpft oder genesen sein. Das gilt auch für Kultur- oder Sportveranstaltungen im Freien oder für Fitnessstudios. Die Regel gilt für Menschen ab zwölf Jahren. Restaurantbetreiber oder Betreiber anderer Unternehmen müssen sich die Nachweise vorzeigen lassen. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

21.40 Uhr: RKI: Inzidenzanstieg zunehmend auch in Altersgruppen bis 49 Jahre

Nach raschen Zunahmen vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen scheinen sich Corona-Ansteckungen auch wieder vermehrt bei Erwachsenen mittleren Alters in Deutschland auszubreiten. „Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 34-Jährigen zu beobachten, obwohl sich diese Tendenz inzwischen auch in den Altersgruppen bis 49 abzeichnet“, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht zu Covid-19 vom Donnerstagabend. Die Angaben beziehen sich auf die Zeit bis 1. August. „Die Gesundheitsämter können nicht alle Infektionsketten nachvollziehen“, hält das RKI fest.

20.49 Uhr: Hoher Schutz durch Moderna-Impfung hält nach Herstellerangaben mindestens sechs Monate

Der hohe Schutz durch den Corona-Impfstoff von Moderna bleibt nach Herstellerangaben mindestens sechs Monate lang erhalten. Nach klinischen Studien mit tausenden Menschen sei das Vakzin sechs Monate nach der zweiten Dosis zu 93 Prozent wirksam, erklärte Moderna anlässlich der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen am Donnerstag. Verschiedene Studien zur Wirksamkeit von Auffrischungsdosen zeigten zudem "robuste" Immunantworten gegen Varianten des Coronavirus. 

19.13 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt auf 15,6

Im Südwesten ist die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, weiter angestiegen. Sie betrug am Donnerstag 15,6, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Mittwoch hatte sie noch bei 14,8 gelegen, am Dienstag bei 14,1. In Baden-Württemberg haben sich bislang 507.231 (plus 357) Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie das Amt weiter berichtete. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nunmehr 10.425, das waren drei mehr als am Vortag.

17.31 Uhr: Corona-Fälle in Großbritannien steigen wieder an

Nach einem überraschenden Rückgang der Corona-Zahlen in Großbritannien ist die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen. Am Donnerstag wurden erstmals wieder mehr als 30.000 Neuinfektionen gemeldet, wie aus den offiziellen Zahlen der britischen Regierung hervorgeht. In den vergangenen Tagen hatten die täglichen Fallzahlen darunter gelegen. Am 19. Juli waren in England fast alle noch geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben worden - auch Nachtclubs öffneten wieder und die Maskenpflicht wurde vielerorts abgeschafft.

15 Uhr: Melbourne geht wegen mysteriöser Neuinfektionen in den sechsten Lockdown

Angesichts eines mysteriösen Corona-Ausbruchs hat die australische Metropole Melbourne erneut einen Lockdown ausgerufen. Er habe "keine Wahl", er müsse nur knapp eine Woche nach dem Ende der letzten Ausgangssperre wieder einen Lockdown anordnen, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Dan Andrews. Es gebe inzwischen acht Corona-Fälle, deren Ursprung noch unklar sei. Mit Beginn der Ausgangssperre am Donnerstagabend waren rund 60 Prozent von Australiens 25 Millionen Einwohnern von Ausgangseinschränkungen betroffen.

13 Uhr: Corona-Strategie wird im Sozialausschuss öffentlich diskutiert

Inzidenzdebatte, Auffrischungsimpfungen, mehr Rechte für Geimpfte - die Themenliste bei der Sitzung der Ministerpräsidenten (MPK) am kommenden Dienstag ist lang. Deshalb sollte der baden-württembergische Landtag nach Überzeugung von SPD und FDP nicht außen vor gelassen werden, sondern über die weitere Haltung in der Corona-Pandemie diskutieren. Auf einer von beiden Fraktionen beantragten und zum Teil öffentlichen Sondersitzung des Sozialausschusses am Tag vor der MPK (Montag, 12 Uhr) wollen sich die Parteien über die Strategie des Landes austauschen.

11.56 Uhr: Corona im Abwasser früh nachweisbar - Studie bestätigt Vorteile

Mit Abwasseruntersuchungen können Wissenschaftler frühzeitig den Verlauf der Corona-Pandemie und die Ausbreitung neuer Virusvarianten erkennen. Eine einjährige Studie in München habe gezeigt, dass die im Abwasser nachgewiesene Verbreitung von Sars-CoV-2 gut mit den offiziellen Daten der Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Stadtgebieten übereinstimme, berichten Forschende vom LMU Klinikum München. Mit dem Vorteil, dass die Entwicklungen schon drei Wochen vor den Meldezahlen der Behörden, die auf der Analyse von Atemwegsabstrichen basieren, sichtbar gewesen seien.

„Zudem konnten wir die zunehmende Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 (Alpha) in der Münchner Bevölkerung bereits Anfang Januar 2021 nachweisen, Wochen bevor diese durch die Sequenzierung von Abstrich-Proben von Patienten in München in relevanter Zahl festgestellt werden konnte“, erläuterte Studienleiter Andreas Wieser vom Tropeninstitut des LMU Klinikums. Das Abwasser-Monitoring könne daher tatsächlich gut als Frühwarnsystem dienen. Es wird inzwischen gerade für Großräume auch von der Europäischen Kommission empfohlen.

11.17 Uhr: Auch Landkreise fordern ein Ende der Inzidenz als Corona-Richtwert

Der Inzidenzwert könnte bereits ab Mitte September keine wesentliche Rolle mehr in den Corona-Verordnungen spielen. Nach Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) setzen sich auch die Landkreise für ein Ende des Werts als wesentlicher Maßstab in der Corona-Politik ein. Stattdessen müsse stärker beachtet werden, wie sehr die Krankenhäuser durch Corona-Patienten belastet seien, sagte der Präsident des baden-württembergischen Landkreistags, der Tübinger Landrat Joachim Walter, am Donnerstag. Durch die hohe Zahl der zweifach geimpften Menschen habe der Inzidenzwert als Hauptindikator für Corona-Maßnahmen ausgedient.

Es gehe nun vor allem darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. „Die Corona-Maßnahmen sind daher von der Krankenhausauslastung abhängig zu machen“, sagte Walter. Zuvor hatte Lucha bereits angekündigt, bei der Neubewertung der Inzidenz bundesweit voranzugehen und die Bedeutung der Zahl der Neuinfektionen herabzustufen. Als Richtwert für die Auslösung von Beschränkungen werde der Wert ab Mitte September wohl nicht mehr in den Corona-Verordnungen auftauchen, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“ und der „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstag).

10.50 Uhr: Keine Quarantäne mehr für ungeimpfte Deutsche in Großbritannien

Ungeimpfte Reisende aus Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern müssen nach Ankunft in Großbritannien nicht mehr in Quarantäne. Die britische Regierung stufte unter anderem Deutschland und Österreich in die niedrigste Risikokategorie herab, wie sie in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Die Änderung tritt am Sonntag um 5.00 Uhr (MESZ) in Kraft.

Einreisende aus Ländern auf der so genannten grünen Liste können ohne Quarantäne nach Großbritannien einreisen, müssen jedoch einen negativen Test mitbringen und spätestens am zweiten Tag nach der Einreise einen PCR-Test machen. Zuletzt konnten nur vollständig Geimpfte aus Deutschland und den meisten EU-Staaten sowie den USA einreisen, ohne anschließend in Selbstisolation zu müssen.

Bei der Rückkehr nach Deutschland können jedoch nach aktuellem Stand nur Geimpfte die Quarantäne umgehen, da das Vereinigte Königreich weiterhin als Hochrisikogebiet gilt. Die Inzidenz lag zuletzt bei 275 (Stand: 30. Juli).

9.25 Uhr: CSU-Landesgruppenchef wirft Aiwanger „Niveau der Querdenker“ vor

Im Impfstreit der bayerischen Koalition hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt den stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger erneut scharf attackiert. „Er hat in Stil und Sprache inzwischen das Niveau der Querdenker erreicht“, sagte Dobrindt der Mediengruppe „Straubinger Tagblatt“ und „Abendzeitung“ (Donnerstag). „Ich rate ihm dringend, das zu überdenken.“

Freie-Wähler-Chef Aiwanger hat sich bisher nicht impfen lassen - trotz der Impfappelle der Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er betont, dass der Verzicht auf eine Impfung ein grundlegendes Freiheitsrecht sei.

Dobrindt warf Aiwanger vor, wider besseres Wissen versuche er offenbar, den Eindruck von hoher Gefährlichkeit bei Impfstoffen zu erwecken. „Auch das ist Stil der Querdenker-Bewegung.“

7.27 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 19,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 19,4. Wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 3539 Neuinfektionen sowie 26 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 16,0.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 04. August: 

23.02 Uhr: Lage im Hochinzidenzgebiet Spanien wird besser

Die Lage im Corona-Hochinzidenzgebiet Spanien, dem beliebtesten Urlaubsland der Deutschen, bessert sich zusehends. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen sei innerhalb einer Woche von ca. 323 auf 265 gefallen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend in Madrid mit.

Die Balearen mit Mallorca haben unterdessen mit einer 7-Tage-Inzidenz von 331 einen der höchsten Werte ganz Spaniens, auch wenn diese Mittelmeer-Inseln ebenfalls eine rückläufige Tendenz verzeichnen. Höhere Zahlen als die Balearen hatten am Mittwoch in Spanien nur die für ihren Weinanbau bekannte Region La Rioja (348) sowie Navarra (344), beide im Norden des Landes.

„Wir befinden uns in einer Stabilisierungsphase der rückläufigen Tendenz“, das sei sehr erfreulich, betonte Gesundheitsministerin Carolina Darias. Man müsse aber weiterhin Vorsicht walten lassen. Die Zahlen seien immer noch zu hoch. 

21.53 Uhr: WHO fordert vorübergehenden Stopp beim Verabreichen dritter Corona-Impfdosen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich für einen vorübergehenden Stopp bei der Verabreichung dritter Impfdosen ausgesprochen. „Wir können nicht hinnehmen, dass Länder, die bereits den Großteil des weltweit verfügbaren Impfstoffs verwendet haben, jetzt noch mehr verwenden“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch. Der Fokus der globalen Impfkampagne müsse stattdessen darauf liegen, dass ärmere Länder mehr Impfstoff für Erst- und Zweitimpfungen erhalten.

Die UN-Organisation prangert seit Monaten die ungleiche Verteilung von Impfstoffen an. „Wir brauchen eine dringende Umkehr davon, dass der Großteil der Impfstoffe an reiche Länder geht“, unterstrich Tedros erneut. Deshalb sollten sogenannte Auffrischungsimpfungen bis mindestens Ende September nirgendwo gängige Praxis sein.

Die Regierungen in Deutschland und in den USA reagierten reserviert auf den WHO-Vorstoß. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, mit den Drittimpfungen solle sichergestellt werden, „dass diejenigen ausreichend geschützt sind, die besonders gefährdet sind: immungeschwächte Patientinnen und Patienten, Höchstbetagte und Pflegeheimbewohner“.

20.51 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten bei 14,8

Nach einem leichten Rückgang ist die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche angibt, im Südwesten wieder leicht gestiegen. Sie lag am Mittwoch bei 14,8, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Dienstag lag sie noch bei 14,1, am Montag bei 14,5.

Insgesamt haben sich in Baden-Württemberg bislang 506 874 (plus 425) Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt 10 422 (plus 11).

Keiner der 44 Stadt- und Landkreise liegt über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Mannheim kam aber auf 33,8, Heilbronn auf 32,4.

18.31 Uhr: Lucha: Inzidenz soll bald keine Rolle mehr spielen

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium plant eine Abkehr von der Zahl der Neuinfektionen als Grenzwert im Kampf gegen die Pandemie. „Als Richtwert für die Auslösung von Beschränkungen wird die Inzidenz nach unserer Ansicht ab Mitte September in den Corona-Verordnungen nicht mehr auftauchen“, sagte Minister Manne Lucha (Grüne) der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Es brauche einen Paradigmenwechsel, wenn vom 15. September an alle im Land ein Impfangebot erhalten hätten. Dann könne es keine Beschränkung der Freiheitsrechte von Doppeltgeimpften mehr geben.

17.45 Uhr: Großbritannien will 16- und 17-Jährige gegen Corona impfen

Nach einer neuen Empfehlung der britischen Impfkommission sollen in Großbritannien 16- und 17-jährige Jugendliche gegen Corona geimpft werden. „Ich habe die Expertenempfehlung angenommen und den Gesundheitsdienst gebeten, sich so schnell wie möglich auf die Impfungen vorzubereiten“, sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid laut einer Mitteilung. Seine Entscheidung gilt für England. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbst über ihre Impfprogramme, richten sich aber auch nach den Empfehlungen der Impfkommission.

16.31 Uhr: WHO: Lambda-Variante bereitet sich nicht stark aus

Die Lambda-Variante des Coronavirus bereitet sich nach Angaben Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht besonders stark aus. Die WHO betrachte unter anderem immer, wie stark sich eine Variante nach der Entdeckung verbreite, sagte Covid-Expertin Maria van Kerkhove. „Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde“, sagte van Kerkhove.

Nach Angaben aus Peru werde die Lambda-Variante derzeit dort von der Gamma-Variante verdrängt. Van Kerkhove räumte ein, dass Mutationen in einem Spike-Protein der Lambda-Variante besorgniserregend seien. Alle Virusveränderungen könnten die Effektivität von Impfstoffen beeinträchtigen.

16 Uhr: Tübinger Intendant fordert Impfpflicht für Theater

Mit einer Impfpflicht könnten die Theater und Veranstalter nach Ansicht des Tübinger Intendanten Thorsten Weckherlin auf die sinkende Zahl von Impfungen reagieren. „Eine Impfpflicht für Theaterbesuche ist ein Anreiz, sich impfen zu lassen“, sagte der Theaterregisseur und Intendant am Landestheater Tübingen.

„Würden bundesweit alle Bühnen und Veranstalter eine Impfpflicht für Theater und Festival-Besuche einführen, wäre das ein klares Zeichen.“ Damit würden sich die Bühnen hinter die Wissenschaft stellen und einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität gehen. „Auf der Bühne, im Probenraum und im Parkett muss es die Impfpflicht geben!“, forderte der 58-Jährige.

15 Uhr: Clubbetreiber fordern Ende der Corona-Beschränkungen

Angesichts des Impffortschritts fordern die deutschen Musikclub-Betreiber ein Ende der Corona-Einschränkungen für den Indoorbereich ab Oktober. Da sich mittlerweile jeder impfen lassen könne, entfalle die rechtliche Grundlage, „weiterhin Grundrechte und die freie Berufsausübung einzuschränken“, teilte der Verband der Musikspielstätten in Deutschland (LiveKomm) in Hamburg mit.

Der steigende Impffortschritt und das geringere gesamtgesellschaftliche Risiko müssten sich in Öffnungsschritten und angepassten Maßnahmen abbilden. LiveKomm forderte die sofortige Aufhebung der Masken- und Abstandspflicht für Live- und Clubveranstaltungen.

14 Uhr: Studie: Ungeimpfte stecken sich dreimal häufiger an als Geimpfte

Ungeimpfte Menschen haben einer aktuellen britischen Studie zufolge ein dreimal so hohes Risiko sich mit Corona zu infizieren als vollständig Geimpfte. In der Untersuchung von Forschern des Imperial College London wurden 1,2 Prozent von 100.000 Probanden in England positiv auf das Virus getestet, während es unter den vollständig Geimpften nur 0,4 Prozent waren.

Die noch nicht von Fachleuten begutachteten Ergebnisse wurden in einem Pre-Print-Papier online veröffentlicht. „Diese Ergebnisse bestätigen unsere vorherigen Daten und zeigen, dass eine vollständige Impfung guten Schutz davor bietet, sich zu infizieren“, sagte der Studienleiter Paul Elliot einer Mitteilung zufolge. Da jedoch kein Impfstoff eine hundertprozentige Wirksamkeit habe, gebe es auch für Geimpfte noch ein gewisses Risiko, sich zu infizieren.

12.31 Uhr: Ärztekammer: Beschränkungen für Ungeimpfte zu deren Schutz

Die Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer, Ellen Lundershausen, hält einen Ausschluss von nicht gegen Covid-19 geimpften Erwachsenen etwa von Kino- oder Restaurantbesuchen für gerechtfertigt - in deren eigenem Interesse. Ein solcher Schritt sei „nur konsequent, da sie davor geschützt werden, sich mit einer für sie lebensbedrohlichen Krankheit anzustecken oder selbst andere anzustecken“, erklärte Lundershausen, die auch Präsidentin der Landesärztekammer in Thüringen ist, gemeinsam mit dem Leiter des Ethikzentrums an der Universität Jena, Nikolaus Knoepffler.

Beide sehen angesichts der Folgeschäden der Pandemie in Gestalt etwa von Restaurant-, Laden- und Schulschließungen zudem eine „moralische Pflicht für Erwachsene, sich impfen zu lassen“. Ausnahmen hiervon bildeten Menschen, bei denen medizinische Gründe gegen eine Impfung sprächen.

11.35 Uhr: Impfquote steigt leicht - Spahn: „Es reicht noch nicht“

Es geht weiter voran mit den Corona-Impfungen, doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich damit noch nicht zufriedengeben. Die Impfquote für einen vollständigen Schutz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand 9.58 Uhr) zuletzt bei 53,0 Prozent der Bevölkerung - nach 52,6 Prozent am Vortag. Dies entspricht rund 44,1 Millionen Bürgern.

Der CDU-Politiker betonte, damit hätten inzwischen 73 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfung erhalten. „Das ist gut, aber es reicht noch nicht für einen sicheren Herbst und Winter“, schrieb Spahn auf Twitter.

10.37 Uhr: Immer mehr Unternehmen rechnen auch nach Corona mit deutlich mehr Homeoffice

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt schon nachhaltig verändert: Einer aktuellen ZEW-Umfrage zufolge rechnen sehr viele Unternehmen in der Informationswirtschaft und im Verarbeitenden Gewerbe mit deutlich mehr Homeoffice nach Corona. „Dabei ist nicht nur der Anteil an Unternehmen mit langfristigen Homeoffice-Plänen gewachsen, sondern auch der Anteil an Beschäftigten, die solche Angebote in der Zeit nach Corona voraussichtlich in Anspruch nehmen werden“, erklärte am Mittwoch Daniel Erdsiek vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Der Umfrage zufolge planten im Juni vergangenen Jahres 64 Prozent der Betriebe in der Informationswirtschaft, ihren Mitarbeitern auch nach der Pandemie die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen - im Juni 2021 waren es bereits 74 Prozent. Aktuell rechnen demnach rund die Hälfte der Unternehmen in der Branche damit, dass nach der Pandemie 20 Prozent ihrer Beschäftigten mindestens einmal wöchentlich von zu Hause aus arbeiten werden. Im Juni 2020 war davon lediglich jedes dritte Unternehmen ausgegangen.

Im Verarbeitenden Gewerbe - weniger gut geeignet fürs Homeoffice als die Informationswirtschaft - rechnen laut Umfrage aktuell 46 Prozent der Unternehmen damit, dass ein Teil ihrer Mitarbeiter künftig mindestens einmal die Woche im Homeoffice arbeiten wird. Im Juni 2020 lag dieser Wert noch bei 37 Prozent. Und vor der Pandemie konnten sich lediglich 24 Prozent der Unternehmen regelmäßiges Homeoffice vorstellen.

9.26 Uhr: Schulleiter erwarten zum Thema Impfen heftige Konflikte mit Eltern und Schülern

Eine Zunahme der Corona-Impfungen in der Gruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen wird nach Einschätzung der deutschen Schulleiter zu zahlreichen Konflikten zwischen Lehrern, Eltern und Schülern führen. "Natürlich wird es im Alltag heftige Diskussionen geben. Darauf müssen sich die Lehrkräfte einstellen", sagte die Vorsitzende des Allgemeinen Schulleitungsverbands Deutschland, Gudrun Wolters-Vogeler, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch.

Zu erwarten seien Konflikte um die Frage, "ob Impfungen notwendig sind und ob Elternrechte übergangen werden". Zudem werde es "Debatten mit Kindern geben, die Impfungen vielleicht ablehnen oder unbedingt haben wollen", sagte Wolters-Vogeler weiter.

Auch im Zusammenhang mit angeordneten Quarantänen könnten sich Konflikte aufbauen. "Wenn es künftig einen positiven Corona-Fall in der Klasse gibt, müssen diejenigen in Quarantäne, die nicht doppelt geimpft sind. Die anderen dürfen hingegen im Präsenzunterricht bleiben und können sich weiterhin an schulischen Aktivitäten beteiligen", sagte die Verbandsvorsitzende. "Das wird zu Spannungen führen."

8.30 Uhr: Corona-Zahlen in Bayern leicht gesunken

Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen in Bayern gestaltet sich weiterhin günstiger als im Bundesdurchschnitt. In Bayern fiel die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch leicht auf 13,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, nach 14 am Dienstag, wie aus den vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 18,5.

Der Landkreis Berchtesgadener Land, in den zurückliegenden Tagen mit einer Inzidenz von über 50 im kritischen Bereich, lag am Mittwoch mit 47,2 wieder unter der Schwelle von 50. Wird diese Zahl drei Tage in Folge überschritten, werden Eindämmungsmaßnahmen in der Region eingeleitet, etwa eine Testpflicht bei Gaststätten-Besuchen. Auch in der Stadt Aschaffenburg, die am Dienstag noch auf die 50er-Grenze zusteuerte, ging es wieder leicht nach unten, auf 40,5.

Mit der kreisfreien Stadt Schwabach und dem benachbarten mittelfränkischen Kreis Weißenburg-Gunzenhausen weisen zwei Regionen in Bayern weiterhin eine Null-Inzidenz auf. Insgesamt zählte das Robert Koch-Institut am Mittwoch in Bayern 368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden und 4 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

7.12 Uhr: RKI registriert 3571 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 18,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit nunmehr rund vier Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Mittwochmorgen lag sie bei 18,5 - am Vortag hatte der Wert 17,9 betragen, am Mittwoch der Vorwoche 15,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3571 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.20 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2768 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gelegen.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 3. August:

20.31 Uhr: Ärztevertreter beklagen "Demontage" der Stiko bei Impfung von Jugendlichen

Die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz, Jugendlichen ab zwölf Jahren verstärkt Corona-Impfungen anzubieten, sorgt weiter für Wirbel. In einer gemeinsamen Stellungnahme kritisierten der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und der Virchowbund, in dem niedergelassene Ärzte und Ärztinnen organisiert sind, am Dienstag eine "Demontage" der Ständigen Impfkommission (Stiko) durch die Politik.

"Bei aller berechtigten Kritik an der Transparenz der Entscheidungen, der Kommunikation und Geschwindigkeit der Stiko lehnen wir den gestrigen faktischen Eingriff in die wissenschaftliche Unabhängigkeit ab und weisen ihn zurück", erklärten die beiden Verbände. Die Stiko sei eine "bewährte Institution" und werde durch dieses Vorgehen geschwächt. "In dieser Phase der Pandemie müssen wir in Deutschland alles tun, um die Impfbereitschaft gerade der Erwachsenen zu erhöhen", erklärten die Ärzteverbände weiter. Es sei kontraproduktiv, die unabhängigen und wissenschaftlich begründeten Empfehlungen der Stiko in Frage zu stellen. 

Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern hatten am Montagabend entschieden, Jugendlichen ab zwölf Jahren ein breites Angebot für Corona-Impfungen in Arztpraxen, Impfzentren und Schulen zu geben. Die Stiko empfiehlt die Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige allerdings bisher nur bei Vorliegen besonderer Risiken. Eine überarbeitete Empfehlung wird im Laufe des Monats erwartet. Die beiden Ärzteverbände mahnten das Gremium zur Eile. Sie begrüßten, dass die Stiko nunmehr "in den nächsten Tagen" eine neue Empfehlung abgeben werde. "Beide Verbände halten dies allerdings auch für überfällig", hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme.

18.31 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, sinkt im Südwesten weiter. Sie lag am Dienstag bei 14,1 (Montag: 14,5 und Sonntag: 15,0), wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Insgesamt haben sich in Baden-Württemberg bislang 506.449 (plus 320) Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert.

Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt 10.411 (plus 10). Keiner der 44 Stadt- und Landkreise liegt über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35: Mannheim kam auf 32,5. Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz haben die Landkreise Tuttlingen (2,1), Schwäbisch Hall (3,0) und Sigmaringen (3,1).

16.55 Uhr: Ministerium schlägt Corona-Schutz für Herbst und Winter vor

Aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums sind zur Eindämmung einer neuen großen Infektionswelle in den nächsten Monaten weitere Corona-Vorgaben erforderlich. Mit Blick auf Herbst und Winter brauche es weiterhin Schutzmaßnahmen, „um das Gesundheitswesen vor einer übermäßigen Belastung und die Personengruppen, die noch nicht geimpft werden können, vor einer möglichen folgenreichen Erkrankung zu schützen“, heißt es in einem Bericht des Ministeriums zum weiteren Vorgehen, der den Ländern und dem Bundestag zugesandt wurde. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Schutzmaßnahmen könnten aufgrund der fortgeschrittenen Impfkampagne gleichwohl moderater ausfallen als im letzten Herbst und Winter. „Ein so einschneidender Lockdown wie in der zweiten und dritten Welle wird aller Voraussicht nach nicht notwendig sein“, heißt es im Bericht. Konkret sei demnach neben einer hohen Impfquote „durchgängig und inzidenzunabhängig“ das weitere Einhalten von Basis-Maßnahmen wie Abstand, Hygiene und Maskentragen nötig - und zwar überall dort, wo in geschlossenen Räumen viele Menschen zusammentreffen, bei denen der Impfstatus nicht bekannt ist, oder unter denen besonders verletzliche Personen sein könnten. Die Notwendigkeit zum verpflichtenden Tragen einer medizinischen Schutzmaske ergebe sich somit „bis ins Frühjahr 2022“ insbesondere im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Einzelhandel - „für alle, auch für Geimpfte und Genesene“.

Mit Blick auf Schutzmaßnahmen erläutert das Ministerium, Impfen und Testen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hoher und damit infektiöser Viruslast einen Raum betreten. „Daher sollte unabhängig von der Inzidenz ab Anfang/Mitte September 2021 die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen in ganz Deutschland generell nur unter Einhaltung der 3G-Regel (3G: geimpft, genesen oder getestet) möglich sein.“ Genannt werden Innengastronomie, Hotelübernachtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sport und Veranstaltungen drinnen, Großveranstaltungen drinnen und draußen.

15.13 Uhr: Bundespolizei stellt bei Einreisekontrollen nur 616 Verstöße fest

Die Bundespolizei hat bei den Einreisekontrollen am vergangenen Wochenende nur in sehr geringem Umfang Verstöße festgestellt. Unter insgesamt rund 155.000 kontrollierten Einreisenden seien am Samstag und Sonntag nur bei 616 Menschen fehlende oder fehlerhafte Impf-, Test- oder Genesenennachweise festgestellt worden, teilte die Bundespolizei am Dienstag in Potsdam mit. In diesen Fällen seien die Gesundheitsämter der Bundesländer informiert worden, die nun Bußgelder prüften.

Die Zahl der Beanstandungen entspreche lediglich etwa 0,4 Prozent der Kontrollierten, erklärte die Bundespolizei. Die Beamten hätten auch in mehr als 68.000 Fällen geprüft, ob die digitale Einreiseanmeldung vorlag und korrekt ausgefüllt wurde. In lediglich rund hundert Fällen sei diese fehlerhaft gewesen.

13 Uhr: Positiver Corona-Test bei BVB-Profi Meunier

Der Dortmunder Profi Thomas Meunier ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, befindet sich der belgische Nationalspieler deshalb in häuslicher Isolation. Der 29 Jahre alte EM-Teilnehmer war nach seinem Sonderurlaub in der Vorwoche in die Vorbereitung gestartet. Vor dem Trainingslager in Bad Ragaz hatte der Außenverteidiger zwei Tests und vor dem Rückflug aus der Schweiz Richtung Dortmund einen weiteren Test absolviert, die allesamt negativ ausgefallen waren. „Nach den freien Tagen fiel der Test vor dem Einstieg in die Trainingswoche nun positiv aus“, hieß es in der BVB-Mitteilung.

11 Uhr: Spahn verteidigt erweitertes Corona-Impfangebot für Kinder

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die geplanten zusätzlichen Corona-Impfmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren gegen Kritik verteidigt. Es gehe um ein leichter verfügbares Angebot als bisher, weil genügend Impfstoff da sei, sich zu schützen, sagte der CDU-Politiker im rbb-Inforadio. „Wer will, kann sich impfen lassen - keiner muss.“ Wenn Eltern und Kinder sagten, dass sie noch auf mehr Daten warten wollten, sei das auch okay und kein Problem. „Es geht ausdrücklich nicht darum, Druck zu machen, den machen wir auch nicht.“ Spahn wandte sich dagegen, in der Debatte einen Gegensatz zur Ständigen Impfkommission (Stiko) zu konstruieren.

Der Beschluss von Bund und Ländern sei „durchaus im Einklang mit der Stiko“. Das Gremium empfiehlt Impfungen von Kindern bisher nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Impfungen sind laut Stiko aber mit ärztlicher Beratung möglich.

9.07 Uhr: Forscher werten weltweite Sterbedaten in der Corona-Pandemie aus

Ein deutsch-israelisches Forscherteam hat die Sterbedaten während der Corona-Pandemie von rund 100 Ländern in vergleichbarer Form aufbereitet. Ein Ergebnis: Die Übersterblichkeit - die Zahl der Toten über die gewöhnlich zu erwartende Sterblichkeit hinaus – lag in Deutschland unter der europäischer Nachbarländer.

Mit rund 50 zusätzlichen Toten pro 100.000 Einwohnern habe Deutschland in der Pandemie eine viel geringere Übersterblichkeit erfahren als umliegende europäische Länder (Niederlande: 110; Belgien: 140; Frankreich: 110; Schweiz: 100; Österreich: 110, Tschechien: 320; Polen: 310) – ausgenommen Dänemark, das keine Übersterblichkeit verzeichnet habe. Die Ergebnisse des Forscherteams von der Universität Tübingen und der Hebräischen Universität Jerusalem wurden online im Fachjournal „eLife“ veröffentlicht.

Während die Todeszahlen in einigen lateinamerikanischen Ländern in der Pandemie um mehr als die Hälfte stiegen, starben der Studie zufolge in Australien und Neuseeland sogar weniger Menschen als in vergleichbaren Zeiträumen vor der Pandemie. Die Forscher gehen davon aus, dass dies durch die Abstands- und Hygieneregeln zustande kam, was die Todesfälle durch andere Infektionskrankheiten wie etwa Grippe reduzierte. Auch für Deutschland nehmen sie an, dass in den Wintermonaten vergleichsweise wenig Menschen an herkömmlichen Atemwegserkrankungen gestorben sind.

8.49 Uhr: Hausärzte kritisieren Beschluss der Gesundheitsminister zu Impf-Angebot für Kinder

Die Hausärzte in Deutschland haben mit Unverständnis auf den Beschluss der Gesundheitsminister reagiert, allen Kindern ab zwölf Jahren ein Corona-Impfangebot zu machen. Warum eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu dieser Frage auf der Basis fundierter Studien nicht abgewartet werden könne, sei ihm „schleierhaft“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das Ganze klingt ein wenig nach Wahlkampfgetöse.“

Weigeldt warf den Gesundheitsministern eine „Missachtung der Kompetenz“ der Stiko vor und warnte, dass der Beschluss zum Impfangebot zu Verunsicherung führen könne. Zudem liege das Pandemie-Risiko derzeit „mehr bei den nicht impfwilligen Erwachsenen als bei den Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren“.

8.15 Uhr: Aiwangers Impfkritik stößt bei Deutschen mehrheitlich auf Ablehnung

Die Impfkritik des stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger trifft in der Bevölkerung mehrheitlich auf Ablehnung. Knapp zwei Drittel der Deutschen (63,3 Prozent) finden seine impfkritischen Äußerungen falsch, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ vom Dienstag ergab. 28,4 Prozent können Aiwangers Aussagen hingegen nachvollziehen. Der Rest ist unentschlossen, was er von den Aussagen hält.

Mehr als die Hälfte (53,3 Prozent) der Befragten findet die Äußerungen „eindeutig falsch“. Rund jeder Fünfte gibt an, die Zweifel als „eindeutig richtig“ zu erachten. In Bayern spaltet der 50-Jährige mit seinen Äußerungen die Wählerschaft: 63 Prozent sehen die Aussagen des Niederbayern kritisch, knapp jede und jeder Dritte (31,6 Prozent) sieht das anders.

7.14 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 17,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gestiegen und liegt nun bei 17,9. Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 1766 Neuinfektionen sowie 19 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 14,5.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 02. August: 

22.08 Uhr: Stiko-Chef: Mehr 18- bis 59-Jährige sollten sich impfen lassen

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat die 18- bis 59-Jährigen aufgerufen, sich verstärkt impfen zu lassen. Sie seien bei den Geimpften bisher unterrepräsentiert, sagte er bei einer Online-Veranstaltung am Montagabend in Ulm. „Über 75 Prozent in dieser Altersgruppe wäre toll.“ Dann lasse sich auch eine vierte Welle abflachen.

Der Gemeinschaftssinn sei dabei gefragt, denn Ungeimpfte könnten andere anstecken, die dann wiederum schwer an dem Virus erkranken könnten. Insbesondere die ungeimpften 20 Prozent der Lehrer sollten das nachholen. Das Coronavirus werde bleiben, nach einer Durchseuchung der Bevölkerung würden die schweren Verläufe aber verschwinden. „Es wird wie ein normales Virus werden, was uns nicht mehr so schreckt.“

21.37 Uhr: Später als geplant - 70 Prozent der Erwachsenen in USA geimpft

Mit rund einem Monat Verspätung haben die USA ein von US-Präsident Joe Biden ausgerufenes Impfziel erreicht. Mit Stand Montag haben 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht. Eigentlich sollte diese Marke bereits am Unabhängigkeitstag am 4. Juli erreicht werden. Das Ziel wurde damals jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt.

Cyrus Shahpar, der im Weißen Haus für die Corona-Daten zuständig ist, schrieb auf Twitter von einem „Meilenstein“. In den USA sind bislang fast 50 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft, rund 58 Prozent haben mindestens die erste Spritze bekommen. Angesichts der rasch steigenden Zahl neuer Corona-Infektionen haben sich in den USA zuletzt wieder deutlich mehr Menschen impfen lassen. Die Impfkampagne war seit Juni ins Stocken geraten, mit zuletzt nur rund einer halben Million verabreichten Spritzen pro Tag. Der Trend kehrte sich nun jedoch angesichts der neuen Corona-Welle, die auf die besonders ansteckende Delta-Variante zurückgeführt wird, wieder um.

20.12 Uhr: Weniger als 50 Corona-Intensivpatienten im Südwesten

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Südwest-Kliniken liegt derzeit bei 47. Davon werden 29 beatmet, teilte das Landesgesundheitsamt am Montag in Stuttgart mit. Am Vortag waren es noch 50 Patienten, davon 30 beatmete. Die Behörde registrierte am Montag 95 Neuinfektionen. Damit haben sich im Südwesten bislang 506 129 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt 10 406. Als genesen gelten 492 793 Menschen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche angibt, lag am Montag bei 14,5 nach 15,0 am Vortag. Einer der 44 Stadt- und Landkreise liegt über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35: Heilbronn kam auf 38,7. Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz haben die Landkreise Tuttlingen (1,4), Schwäbisch Hall (3,0) und Sigmaringen (2,3).

18.15 Uhr: Gesundheitsminister beschließen Corona-Drittimpfungen und Impfangebote für Minderjährige

Als Corona-Schutz zum Schulstart nach den Sommerferien sollen zusätzliche Impfgelegenheiten für Kinder und Jugendliche kommen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen am Montag, dass nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten wollen. Dabei sei entsprechende ärztliche Aufklärung erforderlich. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigten in Firmen geimpft werden können. Für Jugendliche und junge Erwachsene in Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impf-Angebote geplant. Bundesminister Jens Spahn sagte: „Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen.“ Mit der Möglichkeit einer Auffrischimpfung im September sollten zudem besonders gefährdete Gruppen im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden.

15.50 Uhr: China verhängt erneut Corona-Lockdown über Millionen Menschen

In China sind Millionen Menschen wegen mehrerer Corona-Ausbrüche im Land wieder im Lockdown, darunter in Metropolen wie Peking und Nanjing. Insgesamt sind inzwischen mehr als 20 Städte in rund einem Dutzend Provinzen von den Infektionsherden betroffen - auch die zentralchinesische Stadt Wuhan, wo das Coronavirus Ende 2019 zuerst festgestellt worden war. Die Gesundheitsbehörden führen den Anstieg der Infektionsfälle auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus zurück. In Großstädten wie Peking wurden inzwischen Millionen von Einwohnern getestet, ganze Wohngebiete abgeriegelt und Menschen durch eine engmaschige Kontaktnachverfolgung unter Quarantäne gestellt, um die Weiterverbreitung des Virus zu stoppen. Peking verhängt mitten in der Hauptreisezeit im Sommer zudem ein Einreiseverbot für Touristen. Nur wer einen wichtigen Grund zur Einreise hat und einen Negativ-Test vorlegen kann, darf einreisen. Die chinesische Regierung verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

13 Uhr: Einzelhandel profitiert vom Ende vieler Corona-Beschränkungen

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte der Einzelhändler in Deutschland im Juni kräftig angekurbelt. Der Umsatz stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 4,2 Prozent und nominal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Gegenüber Juni 2020 gab es ebenfalls deutliche Zuwächse (real plus 6,2 Prozent). Vor allem der von Geschäftsschließungen hart getroffene Textilhandel profitierte von den Lockerungen. Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren stieg im Juni gegenüber dem Vormonat real um 70,5 Prozent. Er lag damit erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. In der Halbjahresbilanz klaffte allerdings noch ein Umsatzminus 26,2 Prozent. Auch Waren- und Kaufhäuser machten im Juni deutlich bessere Geschäfte als im Mai, ebenso Einrichtungshäuser und Baumärkte. Der Internet- und Versandhandel, der während der Geschäftsschließungen boomte, verzeichnete im Juni hingegen ein Umsatzminus von 7,5 Prozent.

11.43 Uhr: Altmaier für Verlängerung von Corona-Hilfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bekräftigt, die Corona-Hilfen für Firmen über den September hinaus verlängern zu wollen. Eine Sprecherin sagte am Montag: „Minister Altmaier setzt sich seit langem dafür ein, die Überbrückungshilfen über den September hinaus zu verlängern, um betroffene Betriebe und ihre Beschäftigten zu unterstützen, die vielfach noch länger mit den Corona-Folgen zu kämpfen haben. Er hat sich dazu auch mehrfach öffentlich geäußert und sehr deutlich gemacht, dass die Bundesregierung auch in Zukunft fest an der Seite der Unternehmen stehen wird. Wir begrüßen insoweit, dass jetzt auch Minister Scholz diesem Vorschlag positiv gegenübersteht.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: „Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten.“ Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis zum 30. September befristet. „Ich will beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müssen wir auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen.“

10.57 Uhr: 61,7 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft - Impftempo sehr gering

Das Tempo bei den Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Deutschland ist so gering wie seit Monaten nicht. Mittlerweile haben 61,7 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfdosis bekommen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag (Stand 9.55 Uhr) hervorgeht. Das sind gut 51,3 Millionen Menschen. „Allerdings ist Zahl der Erstimpfungen so niedrig wie zuletzt im Februar“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. „Damals hatten wir nicht genug Impfstoff, das ist heute anders: bitte impfen lassen!“ Vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind mittlerweile 52,3 Prozent der Bevölkerung - also knapp 43,5 Millionen Menschen.

Bei den Bundesländern liegt Bremen mit 61,5 Prozent Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften weiter an der Spitze, Sachsen ist mit 47,4 Prozent Schlusslicht.

9.11 Uhr: Weitere Demonstrationen in Berlin untersagt

Drei für Montag geplante Demonstrationen gegen die Corona-Politik in Berlin sind nach Angaben der Polizei untersagt worden. Betroffen sind zwei geplante Aufzüge auf der Straße des 17. Juni unter dem Titel „Das Jahr der Freiheit und des Friedens“, für die bis zu 10.000 Teilnehmer angemeldet waren. Verboten wurde auch eine Versammlung am Potsdamer Platz unter der Überschrift „Freies Leben, freie Liebe“ mit 1000 Teilnehmern, wie eine Polizeisprecherin am Montag sagte.

Am Wochenende waren trotz des Verbots mehrerer Demonstrationen Tausende in Berlin auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Sonntag mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Es gab knapp 600 Festnahmen. Darüber wollte die Polizei am Montag Bilanz ziehen.

8.38 Uhr: Stiko wartet weiter ab für Entscheidung zu Impfung von Kindern

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt trotz politischen Drucks bei ihrer abwartenden Haltung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte am Montag dem Sender NDR Info, es gebe noch zu wenige Daten über mögliche gesundheitliche Folgeschäden für 12- bis 17-Jährige. „Wir sagen, wir können nicht eine generelle Empfehlung aussprechen, solange wir diesbezüglich nicht die notwendige Datensicherheit haben.“

Politischer Druck für eine schnelle Entscheidung habe keinen Einfluss auf die Stiko, machte Mertens deutlich. „Es kann durchaus sein, dass wir unsere Empfehlung ändern werden, aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben“, sagte der Stiko-Vorsitzende.

8.16 Uhr: Lauterbach für Impfung von Kindern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Corona-Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren für angemessen. Dass die Politik hier jetzt Fakten schaffe, sei richtig, sagte Lauterbach am Montag im Deutschlandfunk vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz zu dem Thema. Die wesentlichen Studien zur Impfung von Kindern zeigten, dass eine Durchseuchung mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung. Wissenschaftlich komme er klar zu dem Ergebnis, dass Impfungen Kindern helfen.

Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC, die weltweit wohl die besten Experten habe, empfehle die Impfung von Kindern. In den USA seien mehr als sechs Millionen Kinder geimpft, die Immunisierung sei hier gut untersucht.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Lauterbach sagte, die Stiko vertrete hier eine „Außenseiterposition“.

7.16 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 17,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 17,8. Wie das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 847 Neuinfektionen sowie ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 14,3. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 01. August: 

22.00 Uhr:  Heidelberger Chef-Pathologe pocht auf mehr Obduktionen von Geimpften

Um die Wirkung von Impfstoffen besser zu verstehen, müssten viel mehr Leichen obduziert werden, fordert der Heidelberger Chef-Pathologe Peter Schirmacher der Uni Heidelberg. Brisant: Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus - erntet dafür aber deutlichen Widerspruch.  Neben Corona-Toten müssten auch die Leichname von Menschen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung sterben, häufiger untersucht werden, sagte Schirmacher der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Allerdings widersprechen ihm in dem Punkt andere Wissenschaftler ebenso wie die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Paul-Ehrlich-Institut. Die Aussagen, man wisse derzeit zu wenig über Nebenwirkungen und die Gefahren des Impfens würden unterschätzt, seien nicht nachvollziehbar, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Insbesondere für schwerwiegende Reaktionen, zu denen auch gehört, wenn ein Mensch nach einer Impfung stirbt, bestehe eine Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz. „Ich kenne keine Daten, die hier eine begründbare Aussage zulassen und gehe nicht von einer Dunkelziffer auf“, sagte der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens.

Auch der Bundesverband Deutscher Pathologen dringt auf mehr Obduktionen von Geimpften. Nur so könnten Zusammenhänge zwischen Todesfällen und Impfungen ausgeschlossen oder nachgewiesen werden, sagt Johannes Friemann, der Leiter der Arbeitsgruppe Obduktion in dem Verband. Allerdings wird aus seiner Sicht noch zu wenig obduziert, um von einer Dunkelziffer zu sprechen. „Man weiß noch gar nichts.“ Hausärzte und Gesundheitsämter müssten sensibilisiert werden. Die Länder müssten die Gesundheitsämter anweisen, vor Ort Obduktionen anzuordnen. Das hatte der Pathologen-Bundesverband bereits im März in einem Schreiben an Gesundheitsminister Jens Spahn  gefordert. Er blieb unbeantwortet, sagt Friemann.

18.54 Uhr: Auseinandersetzungen bei „Querdenker“-Demonstrationen in Berlin 

Trotz des Verbots mehrerer Demonstrationen auch aus der „Querdenker“-Szene sind in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es am Sonntag mehrfach zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. An der Siegessäule fuhren zwischenzeitlich Wasserwerfer auf. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden rund 500 Menschen festgenommen oder vorübergehend festgesetzt, um Personalien aufzunehmen. In verschiedenen Stadtteilen kreisten Hubschrauber, weil sich „Querdenker“-Gruppen in der Hauptstadt verstreut hatten.

Nach Polizeiangaben gab es immer wieder Versuche, Absperrungen zu durchbrechen. Am Morgen hatten sich zunächst mehrere Hundert Menschen in der Nähe des Olympischen Platzes im Westen der Hauptstadt versammelt. Auch an der Siegessäule gab es größere Proteste. Auf der Straße des 17. Juni war ursprünglich eine Kundgebung der Initiative „Querdenken 711“ geplant gewesen, zu der rund 22.500 Teilnehmende angemeldet worden waren. Die Berliner Polizei hatte die Kundgebung und eine Reihe anderer Proteste allerdings verboten, weil sie Verstöße gegen die Corona-Hygieneauflagen befürchtete.

Die Polizei erteilte Platzverweise. Nach Angaben eines Sprechers stoppte sie auch einen Reisebus und stellte Technik sicher. Die Gruppen hätten sich stadtweit immer wieder zusammengefunden - das „Aggressionspotenzial“ habe variiert, sagte der Polizeisprecher. 

Die Menschen protestierten in verschiedenen Gruppen und forderten etwa „Schluss mit der Corona-Diktatur“ und hielten Transparente wie „Kein Test: keine Pandemie“ hoch. Auf die Frage nach der Taktik der Polizei und warum es Menschen gelungen sei, sich zu versammeln, sagte der Sprecher: Die Polizei sei angehalten, mit Augenmaß vorzugehen. „Wir können jetzt nicht jede Person willkürlich kontrollieren, etwa am Pariser Platz.“ Menschen hätten sich etwa auch aus touristischen Hotspots heraus bewegt und seien zu mehreren Hundert zusammengekommen. Die Polizei habe sie wieder zerstreut.

16.50 Uhr: Gesundheitsminister wollen Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen einleiten
- Außerdem mehr Impfangebote für Kinder und Jugendliche geplant

Die Regierungen von Bund und Ländern wollen schon bald mit Corona-Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen beginnen und zudem stärker den Weg für Impfungen von Jugendlichen und Kindern ab zwölf Jahren ebnen. Das geht aus Beschlussvorlagen für die Gesundheitsministerkonferenz am Montag hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag in Berlin vorlagen.

Konkret genannt werden alle Hochbetagten sowie Menschen mit Immunschwäche und Pflegebedürftige. Verimpft werden sollen grundsätzlich die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna, unabhängig davon, ob vorher etwa die Impfstoffe von Astrazeneca oder Johnson & Johnson verwendet wurden. Auch Betriebsärztinnen und -ärzte sollen Auffrischungsimpfungen verabreichen können. Begründet werden diese mit Studien, die auf ein allmähliches Nachlassen des Infektionssschutzes auch bei vollständig Geimpften hinweisen, gerade in den Risikogruppen.

Alle Zwölf- bis 17-Jährigen sollen ab sofort Corona-Impfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna in Impfzentren erhalten können, aber auch durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie im Rahmen der Impfung von Angehörigen in Betrieben. „Für die Gruppe der jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen die Länder strukturierte, niedrigschwellige Angebote an den jeweiligen Lernorten“, heißt es weiter. Wird dies so beschlossen, würden die Regierenden damit die Ständige Impfkommission (Stiko) umgehen, die Impfungen für die Zwölf- bis 17-Jährigen bisher nicht generell empfiehlt. Begründet wird das Vorgehen in der Beschlussvorlage damit, dass die Impfung der Kinder und Jugendlichen „maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“ könne.

15.34 Uhr: Kretschmann wirbt fürs Impfen - Auffrischungsimpfungen in Planung

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann  hat noch einmal eindringlich aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - und Ungeimpfte vor den Folgen gewarnt. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: „Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!“, sagte er am Samstag in einer Fernsehansprache im SWR. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern sprechen an diesem Montag über Impfangebote für Jugendliche und Auffrischimpfungen.

Von seit Sonntag geltenden verschärften Testpflichten für Reiserückkehrer aber dürften viele an den Grenzen im Südwesten wenig mitbekommen haben. Bei einem Aufenthalt in Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten ist ein Testnachweis Pflicht. Nachweise als Genesener oder Geimpfter reichen in diesem Fall nicht. Die Behörden hatten „stichprobenhafte“ Überprüfungen angekündigt. Zahlen zu den Kontrollen konnte das Bundesinnenministerium am Sonntag nicht nennen. Für bestimmte Gruppen schlägt das Bundesgesundheitsministerium in einer Vorlage für die Gesundheitsministerkonferenz Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus ab September vor. Erste Studienergebnisse wiesen darauf hin, dass es bei ihnen zu einem verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung kommen könne, heißt es in dem Entwurf. „Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige.“ Der baden-württembergische Ressortchef Manne Lucha hatte dergleichen jüngst gefordert.

Der Regierungschef sagte in seiner Ansprache, für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei. „Bedenken Sie auch: So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen.“ Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein. Außerdem müssten sie damit rechnen, dass sie Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen.

14.47 Uhr: Umfrage im Mittelstand: Knappe Mehrheit für Impfpflicht

Eine knappe Mehrheit von Mittelständlern in Deutschland ist einer Umfrage zufolge für eine allgemeine Impfpflicht - wenn dadurch ein erneuter Lockdown verhindert werden könnte. Das geht aus einer Blitzumfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) hervor.

Gestellt wurde folgende Frage: „Würden Sie einer allgemeinen Impfpflicht zustimmen, wenn dadurch ein erneuter Lockdown und Schulschließungen verhindert und die Einschränkungen der Freiheitsrechte wieder aufgehoben werden könnten?“ Mit Ja antworteten knapp 54 Prozent der Firmen, mit nein 45 Prozent, keine Meinung hatte knapp ein Prozent. An der Umfrage beteiligten sich rund 2950 Firmen.

14.15 Uhr: London ruft schwangere Frauen wegen Delta-Variante eindringlich zum Impfen auf

Die britischen Gesundheitsbehörden haben angesichts des Vormarsches der Deltavariante alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einen entsprechenden offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer veröffentlichte die leitende Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent. Sie wies auf eine neue Studie hin, wonach sich bei ungeimpften Schwangeren das Risiko einer schweren Erkrankung erhöht hat, seit die Delta-Variante im Land grassiert.

Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Er könne das Leben von Mutter und Kind retten. Laut der neuen Studie der Universität von Oxford ist der Anteil der schwangeren Frauen, die mit einer mittelschweren bis schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden, seit dem Auftreten der Delta-Variante im Mai "erheblich" gestiegen. 99 Prozent von ihnen waren demnach nicht geimpft, jede zehnte musste intensivmedizinisch behandelt werden.

13.41 Uhr: Erneut über 3000 Corona-Infektionen in Olympia-Stadt Tokio

In der Olympia-Stadt Tokio liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen am fünften Tag in Serie über der Marke von 3000 Fällen. Die Stadt registrierte am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 3058 Neuinfektionen, nachdem am Vortag ein Höchststand von 4058 Fällen registriert erreicht worden war. Am Sonntag sind die Zahlen gewöhnlich niedriger, da weniger getestet wird. Die Gouverneure von Tokio sowie anderen betroffenen Präfekturen wollen die Regierung auffordern, härtere Maßnahmen wie Ausgangssperren zu prüfen. Einen Lockdown wie in anderen Ländern hat Japan bisher nicht verhängt. Stattdessen gilt in Tokio und anderen Präfekturen bis 31. August ein Notstand, der nur lockere Maßnahmen vorsieht. So sollen Restaurants und Bars keinen Alkohol ausschenken und früher schließen.

Kritiker verweisen darauf, dass die bisherigen meist unverbindlichen Aufforderungen des Staates nicht mehr greifen. Die Gesellschaft müsse wieder ein „gemeinsames Krisenbewusstsein entwickeln“, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern, forderte der Mediziner Omi Shigeru, der wichtigste Corona-Berater der Regierung. Die Delta-Variante des Virus sei ein „extrem starker Feind“, sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. Sie rief die Bürger auf, trotz der Sommerferien zu Hause zu bleiben. Zugleich bekräftigte Koike ihre Absicht, die streng vom Volk abgeschirmten Olympischen Spiele fortzusetzen.

13.15 Uhr: Bundesgesundheitsministerium will mehr Impfangebote für Jugendliche

Jugendliche sollen nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Das geht aus einem Entwurf für einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet. „Eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie eine ggf. notwendige Zustimmung der Sorgeberechtigten werden dabei sichergestellt“, heißt es in dem Entwurf.

„Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten“, schreibt das Ministerium in dem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag. Auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte, die Angehörige impften, könnten eingebunden werden. In einigen Ländern sind bereits Impfaktionen etwa an Schulen geplant. Das Impftempo bei Erwachsenen hatte sich zuletzt verlangsamt.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs. Eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst dann geben, wenn aussagekräftige Daten für diese Altersgruppe zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch die Corona-Variante Delta vorlägen, betonte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens kürzlich.

12.48 Uhr: Trotz Demo-Verbots protestieren in Berlin Hunderte gegen Corona-Maßnahmen

In Berlin sind am Sonntag mehrere hundert Menschen zu einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen aufgebrochen. Sie hätten ursprünglich zu Fuß oder im Reisebus an einem angemeldeten Autokorso teilnehmen wollen, teilte die Berliner Polizei auf Twitter mit. Für die Teilnahme sei allerdings ein Auto Voraussetzung. Die Betreffenden hätten sich nun in der Reichsstraße in Charlottenburg zu einer verbotenen Ersatzversammlung gesammelt.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte zuvor mehrere geplante Demonstrationen aus dem Kreis der "Querdenken"-Bewegung verboten. Das Gericht erklärte am Samstag, die Beschwerden gegen entsprechende Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin seien zurückgewiesen worden. Die Auffassung der Antragsteller, dass Demonstrieren ohne Mund-Nase-Schutz und Mindestabstand von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei, teilte das Gericht nicht.

Die Polizei hatte zuvor angekündigt, dass sie in der Stadt mit bis zu 2250 Kräften im Einsatz sein werde. Am Sonntag twitterte sie, die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 1000 Euro Bußgeld bestraft werden könne. Es würden Platzverweise erteilt und Anzeigen gefertigt. 

12.03 Uhr: Einreise-Testpflicht: Stichprobenartige Kontrollen begonnen

Die Bundespolizei hat am Sonntag mit Kontrollen der verschärften Testpflicht für Reiserückkehrer begonnen. „Es erfolgen stichprobenartige Kontrollen. Wir versuchen mit unseren Kräften aber so viele Einreisende wie möglich zu überprüfen“, sagte der Sprecher der Bundespolizei in Pirna, Holger Uhlitzsch, mit Blick auf die sächsischen Grenzen zu Polen und Tschechien.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte: „Die Bayerische Grenzpolizei wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Reiserückkehrer aus dem Ausland im Rahmen der stichprobenartigen Schleierfahndung kontrollieren, um die Einhaltung der verschärften Regeln zu überprüfen“. Dabei werde auch die bayerische Bereitschaftspolizei die Beamten an der Grenze unterstützen.

Seit Sonntag müssen alle Menschen ab zwölf Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

11.17 Uhr: Scholz für Verlängerung von Corona-Hilfen mindestens bis Jahresende

Bundesfinanzminister Olaf Scholz plädiert für eine Verlängerung der Corona-Hilfen mindestens bis zum Jahresende. „Niemand soll kurz vor der Rettung ins Straucheln geraten“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. Hilfen wie die Kurzarbeiter-Regelung und auch die Wirtschaftshilfen seien bis zum 30. September befristet. „Ich will beides bis zum Jahresende verlängern. Möglicherweise müssen wir auch im nächsten Jahr dem einen oder anderen Unternehmen helfen.“

Aktuell können Betriebe, die bis 30. September Kurzarbeit einführen, die erleichterten Zugangsbedingungen zum Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Wenn man erst vorher Kurzarbeit im Betrieb hatte, muss dazwischen eine dreimonatige Unterbrechung liegen. Ein Betrieb kann demnach Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind; normalerweise sind es 30 Prozent. Minusstunden müssen vor der Gewährung von Kurzarbeitergeld keine aufgebaut werden. Auch Leiharbeitskräfte können Kurzarbeitergeld bekommen.

10.51 Uhr: Nur etwa jeder vierte Ungeimpfte will sich einer Umfrage zufolge noch gegen das Coronavirus impfen lassen.

Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa.

Als Hauptgrund nannten 67 Prozent der Impfverweigerer bei der Umfrage mangelndes Vertrauen in die Impfstoffe. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der Zeitung, er gehe fest davon aus, dass diese Menschen künftig mit Einschränkungen rechnen müssten. "Im Herbst, wenn die Fallzahlen sehr hoch sind, wird es eine Reihe von Einschränkungen für Ungeimpfte geben müssen: Sie werden etwa nicht mehr in die Innenräume von bestimmten Restaurants, in Bars oder Clubs gehen können, also an Orte mit einem hohen Ansteckungsrisiko", sagte Lauterbach.

10.05 Uhr: Lindner: Wir brauchen eine Art Corona-Index

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert, in der Corona-Pandemie den Inzidenzwert als einziges Kriterium für staatliche Schutzmaßnahmen aufzugeben. „Wir brauchen eine Art Corona-Index: Er sollte sich aus Inzidenz, aber insbesondere aus der Quote der Hospitalisierung ergeben“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Wenn es so ist, dass nun überwiegend Jüngere mit einem geringeren Krankheitsrisiko Überträger sind, dann reduziert sich die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems. Folglich können und müssen Maßnahmen zurückgenommen werden.“

Die Inzidenz beziffert die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Auch Politiker anderer Parteien hatten sich angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen für angepasste Bewertungskriterien ausgesprochen.

9.38 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 17,5. Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,9 betragen.

Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,9 betragen. Vor einer Woche lag sie bei 13,8. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.771.262. Insgesamt wurden bislang 91.659 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.654.500 an. In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

9.05 Uhr: Oberverwaltungsgericht bestätigt Verbot weiterer "Querdenker"-Demonstrationen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Verbote für weitere am Sonntag in Berlin geplante Demonstrationen aus dem Kreis der "Querdenken"-Bewegung bestätigt. Das Gericht erklärte am Samstag, die Beschwerden der Anmelder gegen entsprechende Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin seien zurückgewiesen worden. Demnach handelt es sich um die Versammlung unter dem Motto "Für Frieden, Freiheit und Grundrechte", die Versammlung "Unser Weg zum friedlichen Wohlstand für alle" und die Versammlung "Das Jahr der Freiheit und des Friedens – Das Leben nach der Pandemie".

Die Auffassung der Antragsteller, dass Demonstrieren ohne Mund-Nase-Schutz und Mindestabstand von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei, teile das Gericht nicht, hieß es in Pressemitteilungen zu den Eilverfahren. 

8.30 Uhr: Einreise-Testpflicht startet - Bußgeld bei Verstößen

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien zu verhindern, gilt ab Sonntag eine verschärfte Testpflicht für Reiserückkehrer auch an den Grenzen zum Südwesten. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei ihrer Einreise auch auf baden-württembergisches Gebiet nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gibt es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

Bei einem Aufenthalt in Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten ist ein Testnachweis Pflicht. Nachweise als Genesener oder Geimpfter reichen in diesem Fall nicht.

Die baden-württembergische Landespolizei warnt bereits vor Bußgeldern, sollten Einreisende die Vorgaben verletzen. „Ich empfehle jedem, nicht zu versuchen die Testpflicht zu umgehen“, sagte Ralf Kusterer, der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Baden-Württemberg, den „Stuttgarter Nachrichten“. Wer an der Grenze erwischt werde, riskiere nicht nur ein Bußgeld, sondern auch, dass er nicht einreisen dürfe.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 31. Juli: 

22 Uhr: Israel beginnt mit dritter Corona-Impfung für ältere Menschen

In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab Sonntag erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen aber geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen.

20.35 Uhr: Reges Interesse bei Sonder-Impfaktion vor Barcelona-Spiel in Stuttgart

Auf reges Interesse ist am Samstag eine Impfaktion der Stadt Stuttgart und des örtlichen Robert-Bosch-Krankenhauses vor dem Testspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Barcelona gestoßen. Auf einem Parkplatz nahe des VfB-Fancenters sowie an weiteren Standorten rings um das Stadion gab es die Möglichkeit, sich spontan gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Bei Erstimpfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer erhielten die Betroffenen auch automatisch einen Termin für die Zweitimpfung in rund drei Wochen. Mehr Impfungen seien gerade angesichts der wieder steigenden Inzidenzzahlen wichtig, betonte der medizinische Geschäftsführer der Klinik, Dominik Alscher.

"Ich bin dem VfB sehr dankbar, dass er uns mit dieser großartigen Aktion bei unserer Kampagne unterstützt", betonte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha. "Das Impfen ist der Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie", betonte auch er. "Das Tor zur Impfung steht offen", erklärte Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper.

19.05 Uhr: Zahl der Corona-Ansteckungen pro Tag nimmt im Land weiter zu

Die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter zu. Das Landesgesundheitsamt registrierte am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) 296 Corona-Neuinfektionen, am Samstag vor einer Woche waren es noch 219 Fälle und eine Woche davor 201. Damit haben sich im Südwesten bislang 505 955 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nun 10 395, zwei mehr als am Vortag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche angibt, lag am Samstag bei 14,9 nach 14,2 am Vortag und 13,6 am Donnerstag. Damit hält der leichte Anstieg der Fallzahlen und der Inzidenz seit Anfang Juli an.

Nach dem starken Rückgang der Belastungen im Hohenlohekreis (Inzidenz 33,7) liegt von den 44 Stadt- und Landkreisen keine Region mehr über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Der Wert ist für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig. Den geringsten Wert erreichen die Landkreise Schwäbisch Hall (1,5) und Freudenstadt (1,7).

17.40 Uhr: 5000 Menschen demonstrieren in der Schweiz gegen Corona-Maßnahmen

In der Schweiz haben am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die Einschränkungen in der Corona-Pandemie und gegen die Impfkampagne demonstriert. Laut Polizei versammelten sich in Luzern rund 5000 Demonstranten. Ein Beamter sei im Laufe der Kundgebung angegriffen und verletzt worden, hieß es. Zwei Personen seien vorübergehend festgenommen worden. Die Demonstranten kritisierten, dass die Corona-Politik die Freiheit unnötig und viel zu stark einschränke. „Freiheit ist systemrelevant“, lautete eines der Transparente.

16.25 Uhr: Impfen im Freizeitpark - lange Schlange für die Spritze 

Es wurde dort geimpft, wo normalerweise Achterbahnen fahren, geschunkelt wird und es nach Zuckerwatte duftet: In Nürnberg gab es am Samstag eine Impfaktion auf dem Volksfestplatz. Schon vor Beginn habe sich eine Schlange von rund 80 impfwilligen Menschen gebildet, sagte Barbara Lauterbach vom Süddeutschen Schaustellerverband der Deutschen Presse-Agentur: „Wir sind zuversichtlich, dass das eine erfolgreiche Aktion wird.“

Noch bis in die Nacht hineinein sollten die Vakzine Biontech/Pfizer und Johnsen&Johnson geimpft werden. Das Angebot richtete sich an Schausteller, deren Personal und auch Besucher des Freizeitparks „NürnBärLand“. Diese Attraktion haben die Schausteller als Ersatz für die traditionellen Volksfeste in Nürnberg auf dem Gelände aufgebaut.

Die traditionellen Volksfeste dürfen wegen der Corona-Einschränkungen nicht stattfinden. Der Freizeitpark als Ersatzformat sei für viele Schausteller die erste Chance seit Herbst 2019, wieder Geld zu verdienen, betonte Lauterbach.

14.50 Uhr: Weitere VfB-Profis positiv getestet - Spiel gegen Barça findet statt

Beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart sind zwei weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trotzdem kann das für Samstagabend (18.00 Uhr) geplante Testspiel gegen den FC Barcelona wie geplant stattfinden, wie die Schwaben am Samstagnachmittag mitteilten. Die beiden am Freitag positiv getesteten Profis befinden sich nach VfB-Angaben in häuslicher Isolation, alle weiteren Akteure sowie die Mitglieder des Trainer- und Betreuerteams wurden negativ getestet. Nach Rücksprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden sowie den Verantwortlichen des FC Barcelona könne die Partie somit stattfinden, hieß es weiter.

Zu Beginn der Trainingswoche war bereits Stuttgarts Torjäger Sasa Kalajdzic positiv auf Corona getestet worden. Auch der österreichische Nationalspieler befindet sich seitdem in häuslicher Quarantäne. Da den Schwaben gegen Barça somit mehrere Spieler corona- oder verletzungsbedingt fehlen, wird der Kader von Trainer Pellegrino Matarazzo mit Spielern aus der U21 aufgestock

14.26 Uhr: Kinderärzte fordern Klarheit zur Corona-Impfung für Teenager

Die Kinderärzte fordern vor dem beginnenden Schuljahr eine klare Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission für ab 12-Jährige. „Wir erwarten, dass sich die Stiko erneut und möglichst zeitnah äußert“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, am Samstag der „Ärzte Zeitung“.

„Die Eltern brauchen eine klare Perspektive, wie es weitergeht und ob sie ihr Kind impfen lassen sollen“, fügte er hinzu. Es gebe inzwischen zahlreiche Studien, die die Impfung positiv bewerten. Fischbach verwies auf den Corona-Berater der israelischen Regierung und Leiter der größten Kinderklinik des Landes Itai Pessach. Der habe „betont, die zugelassenen Vakzine für ab 12-Jährige seien sicher und gut verträglich“.

Für Kinder und Jugendliche dürfe es nicht zu einem neuerlichen Lockdown kommen, forderte Fischbach. „Die Schulen und Kitas müssen nach den Ferien im Regelbetrieb öffnen. Es darf nicht wieder zu einem Jo-Jo-Effekt kommen: Aufmachen, dichtmachen und wieder von vorne. Die körperlichen und seelischen Kollateralschäden weiterer Lockdown-Politik wären immens.“

Für die Öffnung der Schulen verlangt der Verbandschef einen bundesweiten Einsatz von sogenannten Lolli-Pooltests. „Der Vorteil der Lolli-Tests ist, dass sie wesentlich verlässlicher als Schnelltests sind“, sagte Fischbach. „Die Kinder empfinden die Lolli-Tests auch als weniger belastend, das läuft fast spielerisch ab. Daher sollte die Methode breiter angewendet werden.“

13.12 Uhr: Kretschmanns Appell zum Ferienstart: Impfen, impfen, impfen!

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat zum Ferienstart noch einmal eindringlich aufgerufen, sich impfen zu lassen und Ungeimpfte vor den Folgen gewarnt. Um eine neue Infektionswelle im Herbst zu verhindern, gebe es nur eine Lösung: „Lassen Sie sich jetzt impfen - und nicht irgendwann!“, sagte der Regierungschef in einer vorab verbreiteten Fernsehansprache im SWR vom Samstagabend.

Für ungeimpfte Menschen könne die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werden, wo es notwendig sei, warnte der Regierungschef. „Bedenken Sie auch: So manches wird unbequem für Sie werden, wenn Sie sich nicht impfen lassen.“ Sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder deutlich steigen, würden Aktivitäten wie der Besuch im Gasthaus oder im Kino Nicht-Geimpften allenfalls noch mit Test erlaubt sein. „Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass Sie die Tests aus eigener Tasche bezahlen müssen, wenn Sie unser Impfangebot nicht wahrnehmen.“

12.20 Uhr: Krankenhausgesellschaft für neuen Index in der Pandemie

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) plädiert für einen neuen Mix aus verschiedenen Indikatoren, um angesichts des Impffortschritts das Corona-Pandemiegeschehen in Deutschland besser einschätzen zu können. Sie schlägt eine Matrix vor, die - nach Altersstufen differenziert - wichtige Kennzahlen zur Infektionslage, zu den Testungen, zur Impfsituation und zur Auslastung der Krankenhäuser aufführt, wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag) berichtet. Das Konzept liegt den Angaben zufolge dem RedaktionsNetzwerk (RND) vor.

Die bisher maßgebliche Sieben-Tages-Inzidenz ist dabei nur noch einer von insgesamt zwölf Indikatoren. Dazu gehören unter anderem die Quote der positiven Tests, die Impfrate und die Klinikbelegung durch Covid-19-Erkrankte. Zudem sollen auch Faktoren aufgenommen werden, die die Dynamik des Geschehens erfassen.

„Mit dieser Matrix lässt sich auf einen Blick leicht erkennen, wie die aktuelle Pandemielage tatsächlich ist und welche Trends beziehungsweise Zusammenhänge es gibt“, sagte DKG-Chef Gerald Gaß dem RND. So könnte man aus der Tabelle zum Beispiel schnell herauslesen, ob wieder gehäuft ältere, geimpfte Menschen in die Kliniken kämen, weil der Impfschutz nachlasse.

11.24 Uhr: Spahn: Jeder fünfte Jugendliche mit erster Corona-Impfung

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland zwischen 12 und 17 Jahren hat mittlerweile eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag. In absoluten Zahlen sind es 900 000.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

10.38 Uhr: Bundesregierung plant Ende von kostenlosen Coronatests

Die Bundesregierung plant ein Ende der kostenlosen Coronatests. „Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen“, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag auf Anfrage mit. Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, die Bundesregierung habe sich grundsätzlich darauf geeinigt, dass die Tests kostenpflichtig werden, sobald sich alle Deutschen zweimal impfen lassen konnten - also Ende September oder Anfang Oktober.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können - also in wenigen Wochen.“ Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte den Bund auf, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. „Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“. Dieses Datum könnte der 20. September sein. „Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen.“

9.05 Uhr: Scholz gegen reine Fokussierung auf Inzidenz

Olaf Scholz hat sich gegen eine reine Fixierung auf die Inzidenz bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Viele Fachleute verweisen richtigerweise darauf, dass wir neben den Inzidenzen auch die Situation in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen im Blick behalten müssen“, sagte der Finanzminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). „Die Infektionszahlen steigen wieder, damit müssen wir umgehen. Aber es ist schon ein großer Unterschied zum Winter und zum Frühjahr, weil so viele jetzt geimpft und damit geschützt sind.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt schon seit längerem auf die Berücksichtigung auch anderer Kennzahlen als der Inzidenz zur Einschätzung der Lage. Aus Sicht des Robert Koch-Instituts bleibt diese Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche aber der wichtigste Frühwarnwert.

Daneben wandte sich Scholz gegen den Vorstoß von Kanzleramtsminister Helge Braun, nur noch Geimpfte ins Restaurant oder ins Kino zu lassen. „Ich finde, wir sollten weiterhin auch ermöglichen, dass man mit einem aktuellen Test ins Kino oder in die Kneipe kommt“, sagte er. Allerdings sollten Corona-Tests kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können. „Ausnahmen müssen natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.“

8 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 16,9
- RKI meldet 2400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen und liegt nun bei 16,9. Wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2400 Neuinfektionen sowie 21 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Am Vortag hatte die Inzidenz noch 16,5 betragen. Vor einer Woche lag sie bei 13,6. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 30. Juli: 

20.15 Uhr: Corona-Zahlen im Südwesten steigen stetig - Inzidenz bei 14,2

Die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg steigt stetig an. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die registrierten Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche angibt, lag am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) bei 14,2 (13,6 am Vortag). Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte, ist damit seit Anfang Juli ein leichter Anstieg der Fallzahlen und der Inzidenz zu beobachten.

Die Behörde registrierte 264 Corona-Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag und zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich im Südwesten bislang 505 659 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nun 10 393.

Von den 44 Stadt- und Landkreisen liegt mit 40,8 nur der Hohenlohekreis über der politisch relevanten Inzidenz-Marke von 35. Der Stadtkreis Mannheim nähert sich mit 34,1 an. Der Wert ist für Lockerungen etwa bei Freibadbesuchen, in der Außengastronomie und bei Kulturveranstaltungen wichtig.

18.15 Uhr: Ministerin schreibt Brief an Studenten: „Kommen Sie wieder zurück“

In einem Brief hat Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Studenten aufgerufen, zum Wintersemester an die Studienorte zurückzukehren. „Kommen Sie wieder zurück an Ihre Hochschulen“, heißt es nach Angaben des Wissenschaftsministeriums  in einem Schreiben an die 360.000 Studierenden. „Tragen Sie dazu bei, dass Hochschule wieder erfahrbar und erlebbar wird.“ Der Brief soll über die Hochschulen und als E-Mail an alle Studierenden und Mitarbeiter der Einrichtungen versandt werden.

In den vergangenen Wochen und Monaten habe die unmittelbare Begegnung am Studienort ebenso gefehlt wie der akademische Streit, das Miteinander von Lerngruppen, der Hochschulsport und der Mensabesuch sowie die Gelegenheiten zum Feiern, schreibt Bauer. Schlüssel für einen erfolgreichen Hochschulalltag seien nun die Abstandsregel und eine möglichst hohe Impfquote. „Lassen Sie sich impfen, tragen Sie so dazu bei, dass auch im Falle wieder steigender Infektionszahlen ein Studienbetrieb in Präsenz erhalten bleiben kann“, betont die Ministerin. Es gebe genug Impfstoff.

17 Uhr: Bratwurst als Belohnung sorgt für Ansturm auf Impfstelle

Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg am Freitag einen regelrechten Ansturm auf Covid-19-Impftermine beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung 250 Menschen, um sich neben der Spritze in den Oberarm auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen.

Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz, auf Anfrage. Die Thüringer Bratwurst genießt neben Klößen einen geradezu legendären Ruf - auch über die Landesgrenzen hinaus. Für Einheimische ist sie so etwas wie ein Nationalgericht.

Das erstmals angebotene „Bratwurst-Impfen“ ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Impfangebote bei Fußballspielen des Viertligisten FC Carl Zeiss Jena oder solche des Nachts.

16 Uhr: RKI beobachtet vermehrt Corona-Ansteckungen auf Auslandsreisen

Ansteckungen auf Auslandsreisen spielen für das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine zunehmende Rolle. Zwischen der 26. und 29. Kalenderwoche, also vom 28. Juni bis 25. Juli, wurden 3662 Fälle gemeldet, bei denen sich Menschen wahrscheinlich im Ausland angesteckt haben, wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht von Donnerstagabend berichtet. Das waren zwölf Prozent aller übermittelten Corona-Fälle.

Am häufigsten wurden demnach wahrscheinliche Infektionen von Reiserückkehrern aus Spanien, der Türkei und den Niederlanden gemeldet, gefolgt von Kroatien und Griechenland. Unter den zehn am häufigsten genannten Infektionsländern stehen auch Frankreich, Italien und Dänemark. Für die Türkei haben sich die gemeldeten Ansteckungen in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche sogar verdoppelt.

All dies zeigt laut RKI "eine zunehmende Rolle reiseassoziierter Fälle am derzeitigen Infektionsgeschehen". Die meisten Corona-Infektionen geschehen allerdings nach wie vor in Deutschland.

14.45 Uhr: Land will Beginn der Auffrischimpfungen ab September

Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha mahnt einen raschen Start der Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus an. „Ich werde am Montag auf der Gesundheitsministerkonferenz fordern, dass wir mit den Auffrischimpfungen ab dem 1. September beginnen“, sagte Lucha am Freitag in Stuttgart. Die vierte Welle rolle an und gleichzeitig gebe es freie Kapazitäten in den Impfzentren, die man nutzen müsse.

Zugleich forderte der Grünen-Politiker die Ständige Impfkommission (Stiko) dringend zu einer Empfehlung auf, mit welchen Gruppen man starten könne. „Wir denken hier vor allem an die über 70-Jährigen und die Vorerkrankten, die gleich zu Beginn der Impfkampagne ihre erste Impfung erhalten haben.“

13.22 Uhr: Spahn: Einreise-Testpflicht reduziert zusätzliche Infektionen

Die ab diesem Sonntag (1.8.) geplante Ausweitung der Einreise-Testpflichten soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine stärkere Corona-Ausbreitung verhindern. „Alle nicht geimpften Einreisenden nach Deutschland müssen sich künftig testen lassen – egal ob sie mit dem Flugzeug, Auto oder der Bahn kommen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag. „Damit reduzieren wir das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden.“ Generell gelte, dass Reisen mit Impfung leichter sei: „Geimpfte sparen sich das Testen und müssen grundsätzlich auch nicht in Quarantäne“, sagte Spahn. „Das Impfangebot an alle im Sommer steht. Wir haben genügend Impfstoff.“

Die in der Regierung abgestimmte neue Einreiseverordnung soll am Freitag im Umlaufverfahren vom Kabinett beschlossen werden und an diesem Sonntag in Kraft treten. Ab dann müssen dann alle Einreisenden ab 12 Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass sie nicht infiziert sind: mit einem Nachweis einer vollständigen Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine generelle Testpflicht gibt es bisher schon für Flugpassagiere.

Außerdem soll es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken geben: Hochrisikogebiete und Gebiete, in denen neue, besorgniserregende Virusvarianten kursieren.

11.53 Uhr: Schäuble drängt Stiko zu Corona-Impfempfehlung für Kinder ab zwölf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) drängt die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer Empfehlung von Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. „Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren, allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern“, sagte Schäuble der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Kinder erkrankten nicht so oft an Corona, aber auch sie könnten bei einer Infektion unter Spätfolgen leiden oder das Virus weitergeben: „Die Corona-Risiken sind auch für sie um ein Vielfaches höher als die einer Impfung.“

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte in der vergangenen Woche nach dem Biontech-Impfstoff auch das Vakzin von Moderna für Jüngere zugelassen. „Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Corona-Impfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab zwölf Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen“, sagte Schäuble: „Ich wünsche mir persönlich als Großvater, dass meine Enkel möglichst bald geimpft werden können.“

Die Stiko empfiehlt derzeit, nur Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Risiko gegen Corona zu impfen. Als Grund führt sie an, es gebe bislang noch zu wenige Daten und Erfahrungen dazu.

11 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 17,0 – RKI meldet 2454 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist innerhalb eines Tages deutlich gestiegen und liegt nun bei 17,0. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2454 Neuinfektionen sowie 30 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Am Vortag betrug die Inzidenz noch 16,0. Vor einer Woche lag sie bei 13,2. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.766.765. Insgesamt wurden bislang 91.637 Corona-Tote gemeldet. Die aktuelle Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen lag am Freitagvormittag zunächst nicht vor.

10.32 Uhr: Baden-Württemberg plant Rückgabe ungenutzter Impfdosen

Die baden-württembergische Landesregierung plant Restbestände des Astrazeneca-Impfstoffes an den Bund abzugeben. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte, geht es dabei um 4000 Dosen des Impfstoffs. Bei ihnen sei das Verfallsdatum zum Ende des Monats Juli angegeben. Wie es aus dem Gesundheitsministerium dazu weiterhin hieß, steht das Land grundsätzlich in engem Austausch mit den Impfzentren des Landes, um zu vermeiden, dass der vorhandene Stoff verfällt.

Bislang habe das Land noch keinen Impfstoff abgegeben, teilte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Dass nun bei etwa 4000 Dosen Astrazeneca das Verfallsdatum fast erreicht sei, hänge mit der deutlich gesunkenen Nachfrage zusammen. Diese Entwicklung sei zunächst beim Impfstoff von Astrazeneca festgestellt worden. Neben diesem Impfstoff könnten dem Ministeriumssprecher zufolge in den kommenden Monaten weitere Dosen an den Bund zurückgegeben werden, die womöglich von anderen Herstellern stammen. Konkrete Angaben konnte der Sprecher zunächst noch nicht machen. Entsprechende Prüfungen seien noch nicht abgeschlossen. Auch war den Angaben zufolge zunächst unklar, wie mit den Impfstoffen umgegangen werde, die ihr Verfallsdatum überschritten hätten.

8.56 Uhr: Null-Inzidenz laut Rülke kein realistisches Ziel

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke fordert den Kampf gegen die Corona-Pandemie neben den Inzidenzwerten mehr an der Zahl der schweren Verläufe auszurichten. „Die Lage in den Krankenhäusern ist entspannt“, sagte er dem „Reutlinger General-Anzeiger“ (Freitag). „Eine Null-Inzidenz ist kein realistisches Ziel, wir verbieten schließlich auch nicht das Autofahren, nur damit es keine Verkehrstoten mehr gibt. Oder schließen alle Seen, damit niemand mehr ertrinkt.“

Rülke sprach sich gegen eine Impfpflicht aus. „Wenn jemand sich aber gegen das Impfen entscheidet, muss er auf der anderen Seite auch akzeptieren, dass er mehr Einschränkungen als ein Geimpfter hat.“ Wenn man sich aus freien Stücken gegen das Impfen entscheide, könne es zudem perspektivisch nicht sein, dass die Solidargemeinschaft für die Tests aufkomme. „Die muss dann jeder und jede selbst bezahlen.“

7.21 Uhr: Bundesregierung einigt sich auf Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonntag

Die Bundesregierung hat sich auf die Einführung einer allgemeinen Testpflicht für Reiserückkehrer ab Sonntag geeinigt. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) bestätigte am Donnerstagabend in den ARD-Tagesthemen entsprechende Medienbericht. Das Düsseldorfer „Handelsblatt“ hatte zuvor berichtet, die Staatssekretäre der beteiligten Ministerien hätten den Beschluss am Nachmittag gefasst.

Wie die „Bild“ unter Berufung auf die Kabinettsvorlage berichtete, müssen ab Sonntag „alle Einreisenden, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben“, über einen Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis verfügen. Ausgenommen sind demnach unter anderem Grenzpendler und Durchreisende. An den Grenzen soll stichprobenartig kontrolliert werden, sagte ein Vertreter der Bundespolizei.

Die Verordnung soll am Freitag vom Bundeskabinett beschlossen werden und ab Sonntag gelten. Demnach sollen künftig nicht nur Flugreisende, sondern auch Menschen, die mit Auto, Bahn oder Schiff nach Deutschland kommen, bei der Einreise einen Test vorlegen. Für Flugreisende gibt es diese Testpflicht bereits.

Am Entwurf des Bundesgesundheitsministerium, der bereits zwischen den Ressorts vorabgestimmt war, habe es nur noch kleine Änderungen gegeben, hieß es dem „Handelsblatt“ zufolge weiter. Bedenken seien aus dem Weg geräumt. Es gebe nun einen Konsens. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll immer ein Testnachweis nötig sein - auch bei Geimpften.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 29. Juli:

22.43 Uhr: Israel ruft alle Menschen über 60 zu dritter Corona-Impfung auf - Zweite Impfung sollte mehr als fünf Monate zurückliegen

Israel fordert alle Einwohner über 60 Jahren zu einer dritten Impfung gegen das Coronavirus auf. „Ich rufe alle älteren schon geimpften Personen auf, sich diese weitere Dosis geben zu lassen. Schützt Euch“, sagte Regierungschef Naftali Bennett am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache. Die Aufforderung richte sich an alle Menschen in der betroffenen Altersgruppe, bei denen die zweite Impfung mehr als fünf Monate her sei.

Die neuen Impfungen sollen Bennett zufolge bereits ab Sonntag möglich sein. Als erster werde Präsident Isaac Herzog, 60 Jahre alt, bereits am Freitagmorgen seine dritte Spritze gegen das Coronavirus erhalten. „Wenige Tage nach der dritten Dosis werden sie eine bessere Immunabwehr haben“, sagte Bennett an die betroffene Bevölkerungsgruppe gerichtet. „Diese dritte Dosis kann Leben retten“, bekräftigte Gesundheitsminister Nitzan Horowitz.

Laut den Herstellern Biontech/Pfizer zeigen neue Studien, „dass eine dritte Impfdosis eine neutralisierende Wirkung bei der Delta-Variante hat, die bei jungen Menschen mehr als fünfmal höher ist und bei älteren Menschen mehr als elfmal höher.“

21.30 Uhr: Portugal kündigt Lockerung der Corona-Beschränkungen an - Ausgangssperre und Homeoffice-Pflicht werden aufgehoben

Portugal will ab Sonntag seine Corona-Beschränkungen lockern. „Es ist an der Zeit, die Pandemie nach dem entscheidenden Kriterium der Impfungen zu handhaben“, sagte Regierungschef António Costa am Donnerstag in Lissabon. Geplant ist eine Lockerung in drei Stufen, die sich am Fortschritt der Impfkampagne orientiert. Bis Sonntag soll eine Impfqote von 57 Prozent erreicht werden.

Dann dürfen Geschäfte, Restaurants und Theater wieder bis 2.00 Uhr morgens öffnen. Die Homeoffice-Pflicht entfällt, und die nächtliche Ausgangssperre in den am meisten betroffenen Gebieten wird aufgehoben. Bis September will die Regierung 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Dann soll auch die Maskenpflicht im Freien entfallen. Wird bis Oktober eine Impfquote von 85 Prozent erreicht, sollen auch Bars und Nachtclubs wieder für Geimpfte und negativ Getestete geöffnet werden.

20 Uhr: RKI: Zunehmend Corona-Fälle nach Reisen gemeldet

Corona-Ansteckungen, die wahrscheinlich auf Reisen passiert sind, spielen laut dem Robert Koch-Institut (RKI) eine zunehmende Rolle beim Infektionsgeschehen in Deutschland. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Als wahrscheinliche Infektionsländer in den vier betrachteten Wochen wurden Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt, vor Kroatien und Griechenland.

19 Uhr: Corona-Zahlen steigen weiter, Inzidenz bei 13,6

Der erneute Anstieg des Corona-Infektionsgeschehens im Südwesten hält weiter an. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Donnerstag bei 13,6 nach 13,5 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Die Behörde registrierte 276 Corona-Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag und zwei weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich im Südwesten bislang 505.395 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus beträgt nun 10.391.

18 Uhr: Apotheken: Impfzertifikate schrittweise wieder erhältlich

Erste Apotheken in Deutschland stellen nach einer Unterbrechung wieder digitale Corona-Impfzertifikate aus. Schrittweise werde begonnen, den Service für Geimpfte wieder anzubieten, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) in Berlin mitteilte.

Wer das Zertifikat haben möchte, solle sich jedoch vorab auf der Internetseite www.mein-apothekenmanager.de informieren, welche Apotheke man zu dem Zweck aufsuchen kann. Wie viele Apotheken bereits wieder Zertifikate ausstellen, war zunächst nicht bekannt. Man rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Allermeisten wieder an das notwendige System angeschlossen seien, sagte ein Abda-Sprecher. Dies hänge von den jeweiligen IT-Dienstleistern ab.

17 Uhr: Krankenhausbetten und Quarantäne-Einrichtungen in Bangkok werden knapp

Wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen werden in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Krankenhausbetten und die Quarantäne-Einrichtungen knapp. „Ich bin ganz offen, wir haben nicht genug Betten in den Krankenhäusern“, sagte Somsak Akkasilp, Generaldirektor der staatlichen Gesundheitsdienste.

In den großen Krankenhäusern seien die Intensivstationen überbelegt. Die Krankenhäuser in Bangkok hätten Kapazitäten für 1000 neue Patienten pro Tag, sagte Somsak. Derzeit seien die Zahlen aber deutlich höher. Allein am Donnerstag wurden 4000 Neuaufnahmen von Corona-Patienten in Bangkoks Krankenhäusern gezählt.

15.31 Uhr: Leopoldina-Forscher: Sich nicht impfen lassen, ist Eigennutz

Der Verhaltensforscher Armin Falk von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat das Ablehnen von Corona-Schutzimpfungen scharf kritisiert. "Sich nicht impfen zu lassen, hat nichts mit Rationalität zu tun, sondern einfach nur mit Eigennutz", sagte Falk der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Die Allgemeinheit muss hier zahlen für die Trägheit und die Dummheit der Impfgegner." Weil die Nebenwirkungen des Impfens überschaubar und der Nutzen für die Gesellschaft riesig sei, forderte Falk eine "Impfverpflichtung", mindestens aber, den Zugang zu Restaurants, Reisen und Veranstaltungen für Nicht-Geimpfte zu erschweren. Sonst laufe es darauf hinaus, dass "die Kooperativen die Dummen sind".

13 Uhr: VfB-Torjäger Kalajdzic positiv auf Corona getestet

Torjäger Sasa Kalajdzic vom VfB Stuttgart ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit verpasst der österreichische Nationalspieler auch das Testspiel der Schwaben am Samstag (18 Uhr) gegen den FC Barcelona, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte. Der 24-Jährige sei zu Beginn der Trainingswoche bei einer routinemäßigen Untersuchung positiv getestet worden und befinde sich seitdem in häuslicher Isolation, hieß es weiter. Alle weiteren Profis sowie das Trainer- und Betreuerteam wurden dagegen wiederholt negativ getestet, weshalb der Trainingsbetrieb planmäßig fortgesetzt werden kann.

11.58 Uhr: RKI registriert 3142 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,0

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in gut drei Wochen auf mehr als das Dreifache gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 16,0 – am Vortag betrug der Wert 15,0 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3142 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus den Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 11.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1890 Ansteckungen gelegen, wahrscheinlich fehlten damals jedoch 19 Neuinfektionen aus Brandenburg.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

10.51 Uhr: Einreise-Testpflicht soll neue Infektionswelle verzögern

Die vorgesehene generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland soll nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums eine neue raschere Corona-Ausbreitung bremsen. Es sei notwendig, „die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können“, heißt es in einem Verordnungsentwurf aus dem Ministerium. „Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen soll möglichst weit nach hinten verzögert werden.“

Der Referentenentwurf mit Stand von Mittwochabend wurde nach dpa-Informationen mit anderen Ressorts vorabgestimmt, darüber soll nun noch weiter beraten werden. Der Entwurf sieht ein Inkrafttreten der Verordnung an diesem Sonntag (1. August) vor. Die Bundesregierung hatte den Starttermin der Neuregelung aber zuletzt offen gelassen und auf noch nötige interne Abstimmungen verwiesen.

Grundsätzlich sollen laut dem Entwurf künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, Genesenennachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen - egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll immer ein Testnachweis nötig sein - Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen.

9 Uhr: Kretschmann macht Druck bei Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann fordert mehr Tempo bei der geplanten Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. Kretschmann sagte am Donnerstag im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse schauen, dass sie das möglichst schnell auf die Reihe bringe. Das im September zu machen, sei zu spät. Die Bundesregierung hätte sich darauf besser vorbereiten können.

Die Einhaltung müsse der Bund sicherstellen. Kretschmann sagte, die Kontrolle der Testpflicht bei Einreisen mit dem Zug oder mit dem Auto sei schwierig. Überprüfungen könnten nur stichprobenartig erfolgen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstagabend mit Blick auf eine erweiterte Testpflicht den 1. August als Datum genannt und sich auf eine Zusicherung des Bundes berufen. Die Bundesregierung hatten den Starttermin am Mittwoch aber noch offen gelassen.

8.13 Uhr: Mehr Freiheiten für Geimpfte im Südwesten im Gespräch

In der Debatte um die Bedeutung der Inzidenz angesichts einer steigenden Impfquote spricht sich der Amtschef des baden-württembergischen Sozialministeriums, Uwe Lahl, für weitreichende Lockerungen für vollständig Immunisierte aus. Die Inzidenz und die Zahl der Krankenhauseinweisungen würden sich zunehmend voneinander entkoppeln, sagte Lahl der „Südwest Presse“ (Donnerstag). „Wir wollen deswegen in der nächsten Corona-Verordnung einen Paradigmenwechsel vornehmen.“

Die neuen Regelungen sollen zum 15. September in Kraft treten. Die Inzidenz werde dann in den Hintergrund treten und nicht mehr als Basis für Beschränkungen dienen.

„Wir sollten alle Beschränkungen für Geimpfte fallen lassen“, forderte Lahl. Es werde für diese Gruppe keine Kontaktbeschränkungen mehr geben und mit Impfausweis Zugang zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Bis dahin habe man auch jedem Baden-Württemberger und jeder Baden-Württembergerin ein Impfangebot gemacht. „Wer dann nicht geimpft ist, der will sich nicht impfen lassen. Das ist das gute Recht dieser Menschen aber auch verbunden mit der Übernahme eines gewissen Risikos.“ Für Nicht-Geimpfte werde der Zugang zu Restaurants, zu Kultur oder zu Sport dann nur mit einem negativen Testergebnis möglich sein.

7.15 Uhr: Luftfilterfirma befürchtet Engpässe bei Geräten für Schulen

Die Ausstattung der Schulen in Deutschland mit mobilen Luftfiltergeräten gegen die Coronainfektion könnte von Engpässen in der Industrie ausgebremst werden. „Es wird nicht funktionieren, dass alle Klassenräume schnell versorgt werden“, sagte Jan-Eric Raschke, Direktor für Luftfilter-Systeme bei Mann+Hummel. „Ein Vorlauf ist nötig.“

Aktuell könne das Familienunternehmen mit den Schwerpunkten saubere Mobilität, saubere Luft und sauberes Wasser die Nachfrage bedienen, sagte Raschke. „Sollten jedoch auf einen Schlag ein Großteil der Schulen in Deutschland mit mobilen Geräten ausgestattet werden, dann wird es bei hochwertigen Geräten zu Lieferengpässen kommen.“ Bereits jetzt meldeten einige namhafte Zulieferer Probleme. Sie rechneten mit mehreren Monaten Lieferzeiten für ihre Komponenten wie Steuereinheiten oder Lüfter. Raschke sagte: „Hier wird ein Flaschenhals entstehen.“ In Baden-Württemberg stehen bald hohe Millionenbeträge zur Ausrüstung von Klassenzimmern mit mobilen Luftfiltergeräten bereit.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 28. Juli: 

23.01 Uhr: Google verhängt Impfpflicht für Arbeit im Büro - Homeoffice-Regelung bis 18. Oktober verlängert

Der US-Internetkonzern Google hat für Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, eine Impfpflicht verhängt. „Jeder, der zum Arbeiten auf unsere Campus kommt, muss geimpft sein“, erklärte Firmenchef Sundar Pichai in einem Blog-Eintrag am Mittwoch. Die Homeoffice-Regelung werde wegen der erneut steigenden Corona-Zahlen bis 18. Oktober verlängert.

„Wir werden diese Regelung in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten einführen und in den kommenden Monaten auf andere Regionen ausweiten“, erklärte Pichai. Die Bestimmungen sollen demnach aber an die jeweiligen Corona-Regelungen der einzelnen Länder und die Verfügbarkeit von Impfstoff angepasst werden.

Google hatte seinen Mitarbeitern vergangenes Jahr schon früh die Möglichkeit eingeräumt, von zuhause aus zu arbeiten. Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus steigen die Fallzahlen vielerorts wieder.

22.24 Uhr: Impfpflicht für Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt im US-Bundesstaat New York

Im US-Bundesstaat New York müssen ab September alle Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitswesens mit Publikumskontakt gegen das Coronavirus geimpft sein. "Der Bundesstaat New York wird von den Beschäftigten in staatlichen Krankenhäusern, die mit Patienten zu tun haben, verlangen, sich impfen zu lassen, um die Sicherheit von Patienten und Beschäftigten zu gewährleisten", kündigte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch an. 

Alle anderen Mitarbeiter des Bundesstaats müssen ab 6. September einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Anfang der Woche hatten bereits der Bundesstaat Kalifornien und die Stadt New York angekündigt, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes müssten sich entweder impfen lassen oder jede Woche einem Corona-Test unterziehen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kündigte am Mittwoch zudem einen neuen Anreiz für Impfskeptiker an: 100 Dollar für die erste Impfdosis.

21.16 Uhr: Verschärfte Corona-Regeln in Frankreich ab 9. August gültig

Das Gesetz zur Verschärfung der Corona-Regeln in Frankreich tritt am 9. August in Kraft. Zu Beginn werde es eine „Zeit der Anpassung, der Toleranz“ geben, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Sitzung des Ministerrats. Zu den neuen Regelungen zählt insbesondere die umstrittene Ausweitung des Gesundheitspasses für nicht Geimpfte.

Das am Sonntag vom Parlament beschlossene Gesetz sieht für das Betreten von Gaststätten und Fernzügen eine Testpflicht vor. In Kinos, Theatern oder Museen muss bereits seit 21. Juli eine Impfung, eine überstandene Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden.

In den vergangenen Wochen hatten landesweit zahlreiche Menschen gegen die verschärften Regeln protestiert. Die Opposition hat sich an den Verfassungsrat gewandt, um das Gesetz zu verhindern. Auch die Regierung legte dem Rat das Gesetz zur Prüfung vor. Der Verfassungsrat wird seine Entscheidung laut Attal voraussichtlich am 5. August bekanntgeben.

20 Uhr: Frankreich lässt Corona-Impfstoff von Moderna für 12- bis 17-Jährige zu

Die französischen Behörden haben grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Moderna bei Kindern und Jugendlichen gegeben. Die Gesundheitsbehörde (HAS) genehmigte die Anwendung bei 12- bis 17-Jährigen "vor dem Hintergrund der starken Ausbreitung der Delta-Variante". Israel entschied derweil, ab August Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zuzulassen. Das Vakzin von Moderna ist der zweite Impfstoff, der in Frankreich für Jugendliche zugelassen ist.

Mitte Juni hatte die Behörde bereits dem Impfstoff von Biontech/Pfizer eine Genehmigung erteilt. Ziel sei es, "eine hohe Durchimpfungsrate in allen Altersgruppen zu erreichen", teilte die HAS mit. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte den Moderna-Impfstoff vergangene Woche für Kinder und Jugendliche freigegeben. Bisher hatte nur der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe.

18 Uhr: Hohenlohekreis erreicht als erste Region Inzidenzwert von 35

Der Hohenlohekreis hat als erste Region des Landes den Schwellenwert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz erreicht. Die Region droht damit in die Inzidenzstufe 3 zu rutschen. Wird der Schwellenwert an fünf Tagen infolge überschritten, müssen in der Region härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie ergriffen werden.

Das hätte Konsequenzen für private und öffentliche Veranstaltungen sowie für die Besucherzahl und die Nachweise zum Beispiel in Freizeitparks, Schwimmbädern, Galerien und Museen sowie für Restaurants, den Einzelhandel und Hotels.

Die politisch relevante Inzidenz-Marke von 35 ist somit das erste Mal seit Mitte Juni wieder erreicht worden. Die 35-er Stufe war Anfang Juni neu eingeführt worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen binnen einer Woche an.

16.35 Uhr: Baden-Württemberg bietet Impfaktionen für Kinder und Jugendliche an

Baden-Württemberg will Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren in den Sommerferien die Möglichkeit zum Impfen ohne Termin geben. Zu Beginn, in der Mitte und am Ende der Sommerferien werde es in vielen Impfzentren entsprechende Angebot für 12- bis 17-Jährige geben, kündigte das Sozialministerium an. Vorgesehen sind demnach Termine am kommenden Wochenende vom 31. Juli/1. August, am Wochenende vom 21./22. August und am Wochenende vom 11./12. September. Auch die Eltern der Kinder sollen sich dann ohne Termin impfen lassen können.  Auf www.dranbleiben-bw.de können sich  interessierte Eltern und Jugendliche über die teilnehmenden Impfzentren in der Umgebung und deren Öffnungszeiten informieren.

Derzeit empfiehlt die Stiko die Impfung für Kinder ab 12 Jahren nur in Einzelfällen – etwa bei Vorerkrankungen und in exponierten Ausbildungsberufen. Zudem ist ein Aufklärungsgespräch beim Arzt nötig. Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Impfstoff von Biontech für alle Kinder ab 12 Jahren zugelassen, inzwischen hat auch Moderne die Zulassung erhalten. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung bislang aber nicht angepasst.

15.31 Uhr: Bundesregierung noch ohne abschließende Entscheidung über eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer

Wann die generelle Testpflicht für Reiserückkehrer startet, ist weiter offen. "Stand der Dinge ist, es gibt einen laufenden Abstimmungsprozess", sagte Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Sie bestätigte damit Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu einem Start der Testpflicht am 1. August nicht. Dennoch dürfte die Regelung bald kommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Testpflicht für Reiserückkehrer möglichst schnell ausweiten, wie eine Sprecherin bestätigte.

13 Uhr: „Spontan-Impfaktion“ bei VfB-Testspiel gegen FC Barcelona

Rund um das Testspiel des VfB Stuttgart am Samstag (18 Uhr) gegen den FC Barcelona können sich Interessierte an der Mercedes-Benz Arena gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus und das Gesundheitsministerium bieten im Rahmen der Partie eine „Spontan-Impfaktion“ an, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte.

Von 14.30 Uhr bis 20.30 Uhr stehen mobile Impfteams auf einem Parkplatz an der Arena bereit. Eine Eintrittskarte für das bereits ausverkaufte Spiel ist nicht nötig, um sich impfen zu lassen. Interessierte benötigen lediglich einen gültigen Lichtbildausweis und - falls vorhanden - ihren Impfpass.

10.31 Uhr: Jeder Zweite vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland hat den vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus. 50,2 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hätten den vollen Schutz, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Dies sind 41,8 Millionen Menschen. Zudem sind demnach 50,85 Millionen mindestens einmal geimpft, das entspricht einem Anteil von 61,1 Prozent.

Spahn appellierte zugleich erneut an die Menschen, sich impfen zu lassen. „Je mehr sich jetzt impfen lassen, desto sicherer werden Herbst und Winter“, schrieb der Gesundheitsminister mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und die Sorge vor einer vierten Corona-Welle im Herbst.

9.43 Uhr: Bald keine Quarantäne mehr für geimpfte EU-Bürger in England

Vollständig geimpfte EU-Bürger sollen Berichten zufolge bald in England nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne gehen müssen. Minister der britischen Regierung wollten am Mittwoch Details der Regelung diskutieren, wie unter anderem der „Guardian“ berichtete. Premierminister Boris Johnson sei besorgt, sein Land könne seinen „Impfbonus“ einbüßen und hinter Europa zurückfallen, heißt es in der „Times“. In vielen EU-Ländern gelten bereits seit Monaten gelockerte Bestimmungen für geimpfte Reisende.

In England hingegen gilt bislang für ausländische Reisende aus Ländern von der sogenannten „orangenen Liste“ - auf der auch Deutschland trotz niedriger Corona-Zahlen weiterhin steht - in Großbritannien eine strikte Quarantänepflicht. Ankommende müssen sich für mindestens fünf Tage isolieren, auch wenn sie vollständig geimpft sind.

8.51 Uhr: SPD grundsätzlich für Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer

Die SPD unterstützt grundsätzlich eine Ausweitung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer, fordert aber von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Nachbesserung bei den konkreten Vorschlägen. "Das muss rechtlich sauber sein, das muss verhältnismäßig sein", sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei an Gesundheitsminister Spahn, eine "rechtssichere Grundlage" zu schaffen. Die SPD sei dann schnell "handlungs- und umsetzungsfähig".

SPD-Chefin Saskia Esken sprach sich ebenfalls grundsätzlich dafür aus, ein besonderes Augenmerk auf Reiserückkehrer zu richten. "Ich bin unbedingt dafür, dass wir Reisende uns genau anschauen", sagte Esken in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". Es sei ganz deutlich zu sehen, "dass Reisen ins Ausland Risiken mit sich bringen".

8.08 Uhr: RKI-Papier: Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik

Die Inzidenz sollte nach Ansicht des Robert Koch-Instituts weiterhin der Leitindikator für die Infektionsdynamik bleiben. Das geht aus einem Papier hervor, das RKI-Chef Lothar Wieler am Montag bei einer Schaltkonferenz mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder präsentierte.

„Inzidenz ist Leitindikator für Infektionsdynamik (hohe Inzidenzen haben zahlreiche Auswirkungen)“, heißt es in dem Papier, über das zuerst die „Bild“ und „The Pioneer“ berichtet hatten. Die 7-Tage-Inzidenz bleibe wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren. Nach Informationen der „Bild“ soll es deshalb in der Schalte zu größeren Diskussionen gekommen sein, weil viele Länder von der Inzidenz als wichtigstem Kriterium abkommen wollen.

Zur aktuellen Lage heißt es in dem Papier, dass die Inzidenzen seit rund drei Wochen wieder stiegen, der Anteil der Hospitalisierungen seit rund zwei Wochen. „Die vierte Welle hat begonnen.“

7.22 Uhr: Erweiterte Testpflicht für Urlauber kommt wohl früher

Urlauber müssen sich bereits ab kommendem Monat auf erweiterte Testpflichten bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Der Bund habe zugesichert, er werde bis zum 1. August alles probieren, um eine einheitliche Testpflicht einzuführen, „nicht nur für Flugreisen sondern auch beispielsweise für alles, was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Am Nachmittag sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen werde, damit die Umsetzung zum 1. August klappe.

Söder sagte: „Die Regel ist ja relativ einfach, jeder braucht einen Test, der sozusagen wieder anreist, ob er mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug kommt.“ Er glaube, dass das jetzt verständlicher, klarer und sicherer sei. Derzeit gilt die Testpflicht nur für Menschen, die per Flugzeug nach Deutschland einreisen.

Söder äußerte sich nicht explizit dazu, wie Geimpfte und Genesene künftig behandelt werden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte der „Bild“ (Mittwoch) gesagt: „Wer nachweislich geimpft oder genesen ist, braucht natürlich keinen Test.“

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 27. Juli:

22.34 Uhr: Söder: Bund plant Testpflicht für alle Einreisenden ab 1. August

Der Bund plant nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon ab dem 1. August eine Testpflicht für alle, die nach Deutschland einreisen. „Der Bund hat uns heute zugesichert, er wird das jetzt bis zum 1.8. alles probieren mit einer einheitlichen Testpflicht nicht nur für Flugreisen sondern auch beispielsweise für alles was an normalem Autoweg oder Bahnweg kommt“, sagte Söder am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Er glaube, dass das jetzt verständlicher, klarer und sicherer sei. Das ursprüngliche angedachte Datum für eine Einreiseverordnung ab 11. September wäre „ein Witz gewesen“, sagte Söder, „da ist der Urlaub vorbei selbst in den Ländern mit späten Ferien.“

Die Länder hätten Druck gemacht, weil sie ein verlässliche Basis für die Einreise bräuchten, sagte Söder am Abend. Am Nachmittag sei ihm mitgeteilt worden, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen werde, damit die Umsetzung zum 1. August klappe. „Die Regel ist ja relativ einfach, jeder braucht einen Test der sozusagen wieder anreist, ob er mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug kommt.“

22.12 Uhr: WTO weiter uneins über Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe
- Beratungen der Mitgliedstaaten in Genf ohne Ergebnis

Die Mitgliedstaaten der Welthandelsorganisation (WTO) sind weiter uneins über eine Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe. Ein Ende der Diskussionen sei nicht absehbar, sagte WTO-Sprecher Keith Rockwell am Dienstag nach mehrstündigen Beratungen des Allgemeinen Rats der WTO in Genf. Das Thema sei „sehr emotional“ und „zu wichtig“.

Indien und Südafrika hatten im vergangenen Oktober eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes bei den Vakzinen vorgeschlagen, um die Produktion von Corona-Impfstoffen in Entwicklungsländern zu beschleunigen und der ungleichen Verteilung von Impfstoffen entgegenzuwirken.

Pharmakonzerne und die Länder, in denen sie angesiedelt sind, argumentieren, Patente seien nicht das Haupthindernis bei der Erhöhung der Produktion. Zugleich warnen sie, dadurch würden Innovationen ausgebremst.

21.20 Uhr: Kassenärzte-Chef hält Beschränkungen für Ungeimpfte in bestimmten Bereichen für sinnvoll

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält Beschränkungen für Ungeimpfte in bestimmten Bereichen für sinnvoll. "Sind nur Geimpfte in einem Raum, ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit fast gleich null", sagte Gassen am Dienstag dem "Handelsblatt". "Deswegen kann ich jeden Kino-, Gaststätten- und Hotelbetreiber verstehen, der nur noch Geimpfte reinlässt." Es gebe für niemanden ein Recht auf Restaurant- oder Stadionbesuche. 

Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder für die es keinen Impfstoff gibt, wie beispielsweise Kinder, sollten laut Gassen von solch einer Regelung ausgenommen werden. 

20.11 Uhr: São Paulo geht per Gesetz gegen „Impf-Feinschmecker“ vor

Die brasilianische Metropole São Paulo will mit einem Gesetz verhindern, dass sich Menschen den Corona-Impfstoff für die eigene Immunisierung selbst aussuchen. Demnach rutschen die in Brasilien als „Impf-Feinschmecker“ bezeichneten Menschen an das Ende des Impfkalenders, wenn sie erwischt werden. „Derjenige, der wegen Verweigerung der verfügbaren Impfung aus dem Impfplan gestrichen wurde, wird wieder in den Plan aufgenommen, nachdem die Impfung der anderen zuvor festgelegten Gruppen abgeschlossen ist“, hieß es in einer Mitteilung im Amtsblatt der Stadt.

18.11 Uhr: Mehr als die Hälfte der Kreise im Südwesten über 10er Inzidenz

28 von 44 Stadt- und Landkreisen im Südwesten liegen bei der Corona-Inzidenz über dem Schwellenwert von 10. Der Hohenlohekreis kratzt mit 33,7 sogar an der 35er-Marke. Werden diese Grenzen an fünf Tagen infolge überschritten, müssen in der Region härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie ergriffen werden. Zuletzt in Baden-Württemberg hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Heilbronn vor mehr als einem Monat - am 18. Juni - über dem Wert 35 gelegen.

Bei 37,1 Menschen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen war damals eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Am niedrigsten war die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag mit 0,8 im Landkreis Freudenstadt, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart weiter mitteilte.

17 Uhr: Nächste Ministerpräsidentenrunde mit Merkel am 10. August

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten am 10. August zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Für diesen Tag sei eine Videokonferenz angesetzt worden, erklärte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

"Der Korridor, um der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegen zu wirken, wird enger", erklärte Müller und bezog sich damit auf die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen. Deshalb müsse nun zügig gehandelt werden. Bereits für diesen Dienstag war eine Schaltkonferenz der Unions-geführten Länder einberufen worden, in der es ebenfalls um die künftige Strategie in der Corona-Pandemie gehen sollte.

16 Uhr: Schweizer Forscher empfiehlt Abkehr von Corona-Sieben-Tage-Inzidenz

Der Berner Epidemiologe Christian Althaus empfiehlt, die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen als Maßgabe für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zu machen. Orientieren könne man sich dafür an der Schweiz, wo 120 tägliche Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten als Schwellenwert für weitere Maßnahmen dienten. „Auf Deutschland bezogen würde das dann um den Faktor 10 höher sein, also etwa zwölfhundert Hospitalisierungen pro Tag als Schwellenwert“, sagte der Experte bei einer Veranstaltung des Science Media Center.

15.19 Uhr: RKI hält Lolli-Tests für gute Testmöglichkeit in Schulen und Kitas

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht sogenannte Lolli-Tests als gute Möglichkeit für eine breite Corona-Testung von Kindern. Die Lolli-Methode könne "eine Grundlage für ein breit anwendbares und systematisches Testkonzept in Kitas und Schulen" sein, berichtete das RKI in Berlin. Vor allem eine mittlere und hohe Viruslast werde mit dieser Methode "sehr sicher" erkannt.

Zudem sei die Testung im Vergleich zu Antigen-Schnelltesten sensitiver. Die Sensitivität gibt an, wie viele Kranke tatsächlich als krank erkannt werden. Nicht zuletzt werde die nicht-invasive Probenentnahme von den Kindern, den Eltern und dem Personal gut akzeptiert.

14.50 Uhr: Kretschmann sagt Einschränkungen für Ungeimpfte voraus

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat kurz vor einer Schalte mit den unionsgeführten Ländern zum Kampf gegen die Corona-Pandemie Einschränkungen für Nicht-Geimpfte in Aussicht gestellt. „Die, die sich nicht impfen lassen, müssen damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen, erschwert ist“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart.

Ungeimpfte müssten außerdem damit rechnen, dass sie sich an den Kosten für Tests beteiligen müssen, sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht wurde. Vollständig Geimpften werde man hingegen maximale Freiheiten geben, soweit das möglich sei. Allerdings werde man von der Einhaltung der AHA-Regeln nicht abrücken können.

14.10 Uhr: Söder fordert "klare Linie" der Ministerpräsidenten in Corona-Pandemie

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine "klare Linie" der Regierungschefs für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie gefordert. Zentral sei für ihn, dass das Impfen eine absolute Frage der Freiheit sei, sagte Söder. "Jeder, der voll geimpft ist, muss seine vollen Rechte wieder erhalten." Dieses Prinzip sei auch schon in den Regelungen des Bundes für die Notbremse angelegt worden. Laut Söder wird die Ministerpräsidentenkonferenz auf "Mitte August" vorgezogen, ein genaues Datum nannte er nicht.

Der CSU-Chef sagte, der entscheidende Ansatz sei seiner Meinung nach, dass Geimpfte mehr Möglichkeiten und Freiheiten wiedererlangen. Er wollte sich am Dienstagnachmittag in einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der CDU-geführten Länder austauschen. "Ich hoffe zumindest sehr, dass wir in der Union zu einer Linie finden können", sagte Söder zu seinen Erwartungen an das Gespräch.

13 Uhr: Spahn plant Ausweitung von Testpflicht für Reiserückkehrer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt weiterhin eine deutliche Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer an. "Das Bundesgesundheitsministerium ist für eine schnellstmögliche Ausweitung der Testpflichten bei Einreise", sagte eine Sprecherin Spahns auf Anfrage. "Die Abstimmungen innerhalb der Regierung dazu laufen."

Bereits vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Spahn alle Einreisenden verpflichten will, einen Genesenen- oder Impfnachweis vorzulegen oder sich testen zu lassen. Dagegen gibt es aber offenbar Widerstand aus dem Bundesjustizministerium.

12 Uhr: EU erreicht Etappenziel bei Impfkampagne

Die Europäische Union hat im Kampf gegen das Coronavirus ein weiteres Etappenziel erreicht. Nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Dienstag sind mittlerweile 70 Prozent der Erwachsenen mindestens ein Mal geimpft. 57 Prozent der Volljährigen haben demnach bereits den vollen Impfschutz. „Mit diesen Werten gehört Europa zur weltweiten Spitzengruppe“, sagte von der Leyen. Der Aufholprozess sei sehr erfolgreich gewesen.

Die CDU-Politikerin spielte damit darauf an, dass Anfang des Jahres etwa die USA oder Israel deutlich schneller darin gewesen waren, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Dies lag vor allem daran, dass in der EU anfangs nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung stand.

Die EU-Kommission ermunterte am Dienstag auch noch einmal alle Impfskeptiker, sich immunisieren zu lassen. „Die Gefahr von leichter übertragbaren Varianten ist real“, kommentierte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Es gelte nun, „die Immunitätslücke und die Tür für neue Varianten zu schließen“.

10.46 Uhr: Inzidenzstufe 2 im Landkreis Tuttlingen

Da im Landkreis Tuttlingen die 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen in Folge über 10 lag, gilt seit heute Inzidenzstufe 2. Damit gelten vor allem verschärfte Kontaktbeschränkungen. Den Überblick über die aktuellen Regelungen finden Sie hier.

9.39 Uhr: Mehr als 2000 Neuinfektionen in Israel

In Israel steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter deutlich an: Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 2112 Fälle - so viele wie seit Mitte März nicht mehr. Dem Fernsehen zufolge handelt es sich bei etwa jedem zehnten neuen Fall um Rückkehrer aus dem Ausland. Die Zahl der Corona-Patienten mit schwerem Verlauf stieg auf 138 - am Montag vor einer Woche waren es noch 61. Die meisten neuen Fälle stehen nach offiziellen Angaben in Verbindung mit der Delta-Variante des Virus.

Unter den Neuinfizierten sind viele jüngere Menschen und auch zweifach Geimpfte. Mehr als 57 Prozent der 9,3 Millionen Bewohner Israels sind bereits vollständig geimpft. Die dortige Impfkampagne war besonders zu Beginn sehr erfolgreich. Allerdings gibt es nach Angaben von Ministerpräsident Naftali Bennett immer noch mehr als eine Million Israelis, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun.

8.17 Uhr: Veranstaltungsbranche fordert Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte

Die Veranstaltungsbranche hat sich für eine Impfpflicht für Besucher und Beschäftigte ausgesprochen und fürchtet andernfalls die Abwicklung zahlreicher Unternehmen des Sektors. "Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg", sagt Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) der "Welt" vom Dienstag.

"Wenn das Infektionsrisiko bei Getesteten zu groß ist, müssen jedenfalls Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene erlaubt werden", sagte Michow weiter. Wenn Veranstaltungen unter diesen Bedingungen ohne Abstandsregeln stattfinden dürften, "erlaubt es unser Hausrecht, nur diesen Personen Zugang zu gewähren". Auch das Personal und die Künstlerinnen und Künstler müssten für solche Veranstaltungen dann natürlich geimpft sein, fuhr Michow fort.

7.06 Uhr: Impfzentren nur noch zu etwa einem Drittel ausgelastet

Die lahmende Impfbereitschaft zeigt sich auch in den Impfzentren im Südwesten. Die landesweite Auslastung beträgt zurzeit nur etwa 30 Prozent, wie ein Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage mitteilte. Etwa 20.000 bis 25.000 Impfungen würden täglich verabreicht. Unabhängig von der Nachfrage sollen die Impfzentren aber zunächst offen bleiben. Geplant ist demnach, die zentralen Impfzentren, die für mehrere Landkreise zuständig sind, Mitte August zu schließen. Die Kreisimpfzentren werden bis Ende September betrieben.

Allerdings kostet der Betrieb der Impfzentren Millionenbeträge. Monatlich bis zu 2,7 Millionen Euro erstattet das Land für jedes zentrales Impfzentrum. Für jedes kommunale Impfzentrum stehen bis zu 1,3 Millionen Euro bereit.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 26. Juli:

22.13 Uhr: New York und Kalifornien: Impfung oder Tests für Beschäftigte

Nach dem medizinischen Personal müssen in der Millionenmetropole New York ab Mitte September auch alle städtischen Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Das teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag mit. Unter die zum Schulanfang in Kraft tretende Regelung fallen rund 340 000 städtische Angestellte, darunter auch Polizisten und Lehrpersonal.

„Der September ist der Schlüsselpunkt der Erholung“, sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz. „Und deswegen wird am ersten Schultag am 13. September von jedem städtischen Mitarbeiter erwartet, dass er entweder geimpft ist oder sich wöchentlich testen lässt.“Zuvor hatte de Blasio bereits eine ähnliche Regelung für medizinisches Personal eingeführt. Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kündigte am Montag an, dass ab August alle Beschäftigten des Westküsten-Bundesstaates sowie medizinisches Personal dort entweder einen Impf-Nachweis vorzeigen oder sich regelmäßig testen lassen müsse.

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf die sich rasch ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus, die in den USA mittlerweile dominant ist und für steigende Infektionszahlen vor allem bei Ungeimpften sorgt.

20.33 Uhr: Dobrindt will Geimpfte von Quarantänepflichten befreien

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte von Quarantänepflichten zu befreien. „Die Delta-Variante erhöht das Risiko für Nicht-Geimpfte, eine Infektion zu bekommen und sie weiter zu verbreiten“, sagte er der „Welt“. Deswegen müssten sich Quarantäne-Regeln von Nicht-Geimpften und Geimpften unterscheiden.

Mittelfristig sollten Corona-Tests auch wieder selbst bezahlt werden, fügte der CSU-Landesgruppenchef hinzu. Auch Staatsrechtler stützen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) in seiner Forderung nach unterschiedlichen Rechten von Geimpften und Nicht-Geimpften.

19.31 Uhr: USA wollen Corona-Reisebeschränkungen vorerst nicht lockern

Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. „Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

18 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg stagniert

Die Corona-Infektionszahlen im Südwesten haben zum Wochenbeginn zunächst stagniert. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts sank die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit leicht auf 12,3. Am Sonntag hatte der Wert bei 12,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gelegen.

Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nahm nach amtlichen Angaben seit dem Vortag um 100 auf 504.406 zu. Im Vergleich zum Vortag wurden 6 weitere Tote im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet, insgesamt stieg die Zahl damit auf 10 383. Als genesen gelten geschätzt 491.532 Infizierte (plus 98).

Inzwischen liegen 23 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Im Hohenlohekreis ist der Wert mit 33,7 den Angaben nach am höchsten, im Landkreis Schwäbisch Hall mit 1,5 am niedrigsten.

16.50 Uhr: Neue Corona-Verordnung: Was in den Sommerferien möglich ist

Das Land hat seine Corona-Verordnung leicht angepasst und bis Ende August verlängert – damit steht fest, was in den beginnenden Sommerferien in Baden-Württemberg erlaubt sein wird und was nicht. Welche Aktivitäten kann man spontan angehen? Ein Überblick der drängendsten Freizeitfragen.

16.20 Uhr: Bund: Ausreichend Impfstoff für „unmittelbare“ Impfangebote

Für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums inzwischen ausreichend Impfstoff, um allen Interessierten „unmittelbar“ ein Impfangebot machen zu können. „Das zu Beginn der Impfkampagne ausgegebene Ziel, jeder impfwilligen Person bis Ende des Sommers ein Angebot einer Erstimpfung zu machen, wurde also bereits zu Anfang des Sommers und damit deutlich früher erreicht – und somit übererfüllt“, heißt es in einem Bericht, mit dem Ressortchef Jens Spahn den Gesundheitsausschuss des Bundestags und seine Länder-Kollegen über den Stand informierte.

„Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben“, heißt es in dem Bericht weiter. Dafür seien konkrete niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig. „Es besteht weniger ein Mangel an Information als mehr ein Mangel an Gelegenheit.“ Für das noch bis Ende September laufende dritte Quartal werden demnach insgesamt mehr als 100 Millionen Impfdosen erwartet.

14.31 Uhr: Griechenland startet Corona-Impfung für Kinder von 12 bis 15 Jahren

In Griechenland öffnet in den kommenden Tagen eine Online-Plattform, auf der für 12- bis 15-Jährige ein Termin zur Corona-Impfung gebucht werden kann. Das sagte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias dem Fernsehsender Skai. Erst vor kurzem hat das Land mit der Impfung von 16- und 17-Jährigen begonnen.

In dieser Altersgruppe sind bereits rund 30.000 Termine vergeben worden. Kikilias geht davon aus, dass die Zahl vor allem zum Beginn des neuen Schuljahres im September noch weiter steigen wird. Ein Termin für Minderjährige kann nur vereinbart werden, wenn die Eltern zustimmen. Der Gesundheitsminister appellierte nochmals an die Menschen, sich vor der bevorstehenden Feriensaison impfen zu lassen.

12.32 Uhr: Bundesregierung will über zusätzliche Corona-Maßnahmen beraten

Die Bundesregierung will angesichts rasch steigender Corona-Infektionszahlen über ein stärkeres Gegensteuern beraten. Die aktuelle Lage biete trotz der niedrigen Inzidenzen durchaus Anlass zur Sorge, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Stand heute seien die Fallzahlen binnen einer Woche um 75 Prozent gestiegen. „Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, müssen wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen.“ Es gelte alles zu tun, um eine Situation wie im Frühjahr zu vermeiden, sagte sie mit Blick auf die zurückliegende dritte große Corona-Welle.

11.35 Uhr: Delta-Variante dämpft Stimmung in der deutschen Wirtschaft

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli überraschend eingetrübt. Der Ifo-Index für das Geschäftsklima sank um 0,9 Punkte auf 100,8 Zähler, wie das Münchner Institut am Montag bekanntgab. Das führende deutsche Konjunkturbarometer, das auf einer Umfrage unter etwa 9000 Unternehmen basiert, fiel damit erstmals seit Beginn des Jahres. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 102,5 Punkte gerechnet.

Ausschlaggebend für den Rückgang ist die Einschätzung der künftigen Geschäfte. Hier ging der entsprechende Indexwert zurück, während die Bewertung der aktuellen Lage erneut besser war. „Lieferengpässe bei Vorprodukten und Sorgen um wieder steigende Infektionszahlen belasten die deutsche Wirtschaft“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

10.03 Uhr: Lambrecht bekräftigt Absage an Corona-Impfpflicht

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat ihre Ablehnung einer Corona-Impfpflicht bekräftigt. „Es wird keine allgemeine Impfpflicht geben, sondern wir müssen dafür werben, dass ich mich mit dieser Impfung selbst und vor allen Dingen auch andere schütze“, sagte Lambrecht am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Ihre Absage gelte auch für eine Impfpflicht bei einzelnen Berufsgruppen.

„Ich glaube, wir sollten bei dem Verfahren bleiben, dass Geimpfte, Genesene und auch negativ Getestete Zugänge haben“, sagte Lambrecht. „Wenn alle, die sich Impfen lassen können, dass dann trotzdem nicht machen, dann muss man auch vielleicht darüber nachdenken, ob die Testmöglichkeiten dann eben auf deren Kosten gehen und nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit.“

Dass beispielsweise ein Gastronom Nicht-Geimpfte nicht bewirtet, lasse das Grundgesetz zu, sagte Lambrecht. „Wir haben heute schon die Vertragsfreiheit. Und die Vertragsfreiheit lässt beispielsweise einem Gastronom selbstverständlich offen, ob er die Bewirtung in seinem Restaurant auf Geimpfte beispielsweise beschränkt.“

9.07 Uhr: Hotel- und Gaststättenverband fordert Anreize für vollständig Geimpfte

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert positive Anreize für vollständig Geimpfte. Der Restaurantbesuch wie der Hotelaufenthalt müssten für diese Menschen "auf jeden Fall auch im Herbst und Winter weiterhin erlaubt sein", sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. Es müsse alles getan werden, um einen weiteren Lockdown zu verhindern.

"Die beste Lösung, die Pandemie in den Griff zu bekommen, ist eine möglichst hohe Impfquote zu erreichen", sagte Hartges. Die Aufklärungs- und Werbekampagnen sollten intensiviert werden. "Ebenso sind unkomplizierte Angebote vor Ort zu schaffen, wo Menschen sich auch ohne vorherige Termine impfen lassen können."

Die Dehoga-Chefin forderte Bund und Länder zudem auf, schnellstmöglich neue Entscheidungskriterien für die Beurteilung der Infektionslage zu entwickeln. "Massive Einschränkungen für die Gesellschaft wie auch für die Wirtschaft sind allein mit hohen Inzidenzen nicht mehr zu rechtfertigen", sagte sie den Funke-Zeitungen. Es müssten weitere Faktoren, wie zum Beispiel die Impfquote, die Entwicklung der Krankheitsverläufe, der Hospitalisierungsgrad sowie die Sterberate Berücksichtigung finden.

7.47 Uhr: FDP-Chef spricht sich gegen Impfpflicht in Deutschland aus

Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner hat sich im Kampf gegen das Coronavirus gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. "Ich halte diesen Weg in Deutschland nicht für richtig, aber klar ist, dass wir handeln müssen", sagte Lindner am Montag im ZDF-Morgenmagazin und verwies auf die "steigenden, aber noch nicht bedrohlichen" Corona-Fallzahlen. Lindner forderte stattdessen unter anderem eine Fortsetzung der Test-Strategie.

"Testbasierte Öffnungskonzepte haben sich in der Vergangenheit während der letzten Wellen schon bewährt", betonte der FDP-Chef. Diese seien zugleich "eine Möglichkeit dafür, dass wir im Herbst bei steigenden Zahlen gesellschaftliches Leben offenhalten können". Es müsse eine "politische Garantie" geben, dass ein neuer Lockdown ausgeschlossen werde, forderte Lindner.

Er schlug zudem vor, den Einsatz von mobilen Impfteams auszubauen und eine neue Bewertung des Pandemiegeschehens vorzunehmen. "Die Orientierung auf die Inzidenz, wie wir sie jetzt gerade auch wieder in der öffentlichen Debatte erleben, überzeugt schon lange nicht mehr", sagte er.

7.16 Uhr: Bundesweite Inzidenz steigt auf 14,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit knapp drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagmorgen lag sie bei 14,3 - am Vortag betrug der Wert 13,8 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 958 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.50 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 546 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 25. Juli:

20 Uhr: Seehofer für mehr Freiheiten für Geimpfte und gegen Impfpflicht

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich gegen eine Corona-Impflicht, aber für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen. „Das ist keine Diskriminierung der Nicht-Geimpften“, sagte Seehofer im Interview mit RTL/ntv. Er achte es, wenn jemand sich aus persönlichen Gründen gegen eine Impfung entscheide.

„Aber die nicht geimpfte Person muss auch einsehen, dass wir die Gesamtgesellschaft schützen müssen und deshalb nur die Geimpften zu größeren Gemeinschaftsveranstaltungen zulassen können.“ Gleichzeitig stellt sich Seehofer gegen eine Impfpflicht. „Wir müssen die Leute überzeugen, dass sie sich impfen lassen.“ Man dürfe eine Impfung vor allem nicht zur Voraussetzung für ein Arbeitsverhältnis oder den Abschluss eines Versicherungsvertrages machen.

18 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg geht weiter nach oben

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten ist auch am Sonntag weiter gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit auf 12,4. Am Samstag hatte der Wert demnach bei 12,2 gelegen. Einen Anstieg der Fallzahlen verzeichnen die Gesundheitsämter schon seit Anfang Juli. Inzwischen liegen 26 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10.

Im Hohenlohekreis ist der Wert mit 32,0 den Angaben nach am höchsten, im Landkreis Schwäbisch Hall mit 1,5 am niedrigsten. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nahm nach amtlichen Angaben um 63 auf 504.306 zu. 10.377 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben.

17.12 Uhr: Lauterbach gibt Braun Rückendeckung für Vorstoß zu Nicht-Geimpften

Für seinen Vorstoß für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte erhält Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) Rückendeckung von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD): "Wir müssen leider mit deutlich steigenden Fallzahlen rechnen, wenn die Menschen aus den Ferien zurückkommen und sich im Herbst wieder verstärkt in Innenräumen begegnen", sagte Lauterbach der "Süddeutschen Zeitung". Dann werde man "nicht mehr damit über die Runden kommen, die Getesteten den Geimpften und Genesenen gleichzustellen".

16 Uhr: Ravensburg zieht positive Bilanz von Modellprojekt Cluböffnung

Das Kulturamt Ravensburg hat eine positive Bilanz des Modellversuchs mit Öffnungen von Clubs in Corona-Zeiten gezogen. Es seien keinerlei Infektionen im Zusammenhang mit der Öffnung zweier Clubs festgestellt worden, sagte Kulturamtsleiterin Verena Müller. „Aus unserer Sicht könnte das Angebot fortgesetzt werden.“

Auch von den Clubbetreibern gab es ein positives Echo kurz vor dem vierten Clubabend unter Corona-Bedingungen, nach dem über eine Verlängerung entschieden wird. An drei vorangegangenen Wochenenden hatten jeweils freitags und samstags insgesamt um die 650 Menschen in den zwei Clubs gefeiert - ohne Abstand und Maske.

15.10 Uhr: Südwest-Ärzte fordern Vakzin in Einzeldosen

Im Kampf gegen die Impfmüdigkeit in der Corona-Pandemie will die Südwest-Ärzteschaft Patienten auch spontan impfen können und fordert Vakzine auch in Einzeldosen und als Fertigspritzen an. „Corona-Impfstoffe sind bislang (...) nur in größeren Gebinden mit sechs oder zehn Impfdosen verfügbar“, erklärte Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Weil sich derzeit immer weniger Menschen impfen ließen, müssten gehäuft Impfdosen weggeworfen werden. Dem könne mit Einzel-Impfdosen entgegengewirkt werden. Gleichzeitig müssten nicht benötigte Impfdosen über das internationale Impfprogramm Covax an „Länder des globalen Südens“ weitergegeben werden.

Die Landesärztekammer vertritt nach eigenen Angaben die rund 70.000 Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Fort- und Weiterbildung, die Berufsaufsicht und die Qualitätssicherung.

14.47 Uhr: Laschet lehnt Einschränkungen für Nicht-Geimpfte ab

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat ablehnend auf den Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun für Einschränkungen für Nicht-Geimpfte reagiert. Es gelte bisher in Deutschland das Prinzip "getestet, genesen oder geimpft" für Erleichterungen, sagte Laschet werden sollte. "Dieses Prinzip ist gut." 

Braun hatte hingegen gefordert, auch für getestete Ungeimpfe Angebote wie Restaurant-, Kino- oder Stadionbesuche einzuschränken. Der Vorschlag Brauns müsse zwar erörtert werden, sagte Laschet, gleichzeitig schränkte er aber ein: "Ich finde am Ende, Freiheitsrechte müssen für alle gelten, wenn man keine Impfpflicht will."

Laschet forderte, nun alles daran zu setzen, die Menschen von einer Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen. "Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen." Es sei jetzt auch nicht der Zeitpunkt, über weitergehende Schritte nachzudenke. Sollte allerdings im Herbst die Impfquote immer noch viel zu niedrig sein, müsse weiter nachgedacht werden.

13 Uhr: Experte warnt: Viele Japaner ignorieren wegen Olympia Corona-Regeln

Die Olympischen Spiele drohen nach Ansicht eines Experten indirekt zu einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen zu führen. Nicht die Olympia-Teilnehmer seien das Hauptproblem, sagte der Politikprofessor Koichi Nakano von der Sophia University in Tokio . Vielmehr sei es der Umstand, dass die Spiele überhaupt stattfinden zu einem Zeitpunkt, da die Bevölkerung über den immer wieder verlängerten Corona-Notstand zunehmend „frustriert“ sei. „Die Leute werden ungeduldig und hören nicht mehr auf die Regierung“, sagte Nakano und führte als Beispiel die Radrennen am Vortag an. Zahlreiche Zuschauer waren am Straßenrand zu sehen, mitunter standen sie in mehreren Reihen an der Strecke.

Im Vorfeld der Spiele hatte sich eine Mehrheit der Bevölkerung noch gegen die Spiele ausgesprochen. Doch jetzt, da die Spiele begonnen haben, würden manche denken, „es mache keinen Sinn, zu protestieren. Jetzt könne man die Spiele auch unterstützen“, sagte Nakano. „Das ist ein sehr typisch japanisches Denken“, so der Politikwissenschaftler. Hinzu komme, dass praktisch sämtliche Fernsehstationen in Folge des massiven Einflusses der japanischen Werbeagentur Dentsu, die als exklusiver Marketingpartner der Spiele auch die Werbe-Slots vergebe, von den Olympischen Spiele vereinnahmt worden seien. Es sei in ihrem Interesse, die Bürger durch Dauerberieselung für Olympia zu gewinnen.

11.44 Uhr: Algerien kündigt Produktion von chinesischem Sinovac-Impfstoff an

Algerien will künftig den chinesischen Corona-Impfstoff Sinovac im eigenen Land herstellen. Experten aus China seien dazu bereits am Freitag in dem nordafrikanischen Land eingetroffen, um die Produktionsanlagen der staatlichen Pharmafirma Saidal zu inspizieren, teilte die Regierung in Algier am Samstag mit. Ein Datum für den Produktionsbeginn wurde zunächst nicht genannt.

Ab September ist in dem Land zudem die Produktion des russischen Impfstoffs Sputnik-V geplant. Bisher haben die Behörden mehr als 160.000 Corona-Fälle und 4000 Tote seit dem Beginn der Pandemie registriert. Am Freitag wurde mit 1350 Ansteckungen binnen eines Tages ein neuer Höchstwert gemeldet. Rund sechs Monate nach dem Beginn der Impfkampagne sind nur knapp zehn Prozent der 44 Millionen Einwohner des Landes immunisiert. 

10.38 Uhr: Kretschmann schließt Impfpflicht nicht aus

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält eine Impfpflicht im weiteren Kampf gegen die Corona-Krise für denkbar. „Wir planen keine Impfpflicht. Für alle Zeiten kann ich eine Impfpflicht nicht ausschließen“, sagte der Grünen-Politiker. „Es ist möglich, dass Varianten auftreten, die das erforderlich machen.“ Es könne gut sein, „dass wir irgendwann gewisse Bereiche und Tätigkeiten nur noch für Geimpfte zulassen“. Er nannte die Masern als Beispiel: „Da gibt's auch eine Impfpflicht für die Kitas, weil Masern höchst ansteckend sind.“ Ohne Impfungen werde man die Pandemie nicht in die Knie zwingen können.

Kretschmann warnt seit längerem vor einer vierten Welle und blickt eher pessimistisch auf Herbst und Winter. Das Virus könnte aus seiner Sicht noch einmal genauso gefährlich zurückkommen wie im vergangenen Herbst, als die Infektionszahlen plötzlich drastisch anstiegen. „Wir fahren weiter auf Sicht. Die Virusmutationen haben uns schon zweimal einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagte er. „Treten Varianten auf, gegen die der Impfstoff nicht mehr so wirksam ist - sind wir sofort in einer anderen Situation.“ Es gebe keine Entwarnung.

Kretschmann appellierte deshalb an die Menschen, sich impfen zu lassen. „Im Kern kann man sagen: Impfen ist Bürgerpflicht. Es geht um sehr viel. Das sollte jeder verantwortlich denkende Mensch einfach tun.“ Die Nebenwirkungen von Covid seien viel schlimmer als die der Impfstoffe überhaupt sein könnten. Auch wisse man wenig über die Langzeitfolgen einer Virusinfektion. Die Menschen müssten ihre Bedenken gegen die Impfung radikal zurückstellen.

10.06 Uhr: Zehn Corona-Neuinfektionen in Bayern - drei Regionen mit Inzidenz 0

In Bayern haben sich nur in drei Regionen in den vergangenen sieben Tagen keine Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das Robert Koch-Institut meldete am Sonntag für die Städte Straubing und Schwabach und den Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz keine Neuinfizierten für diesen Zeitraum.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag im Landkreis Berchtesgadener Land mit 35,9 bayernweit am höchsten. Dahinter folgen die Stadt Bamberg mit einem Wert von 27,1 und die Stadt Amberg mit 26,1 je 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

8.27 Uhr: Kanzleramtsminister: Geimpfte werden mehr Freiheiten haben

Kanzleramtsminister Helge Braun hat die Menschen zur Corona-Impfung aufgerufen und mögliche Einschränkungen im Herbst für Ungeimpfte angekündigt. Es gebe zwei Argumente für die Impfung, sagte Braun: Die Impfung schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung. „Und: Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte.“

Solange die Impfstoffe gegen die Delta-Variante so gut helfen, sei ein klassischer Lockdown nicht mehr nötig, sagte Braun. Aber wenn Deutschland eine hohe vierte Welle bekäme, würde das nicht ohne Auswirkungen bleiben. „Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten würden Ungeimpfte ihre Kontakte reduzieren müssen“, erklärte er. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist.“

Auf die Frage, ob das rechtlich zulässig wäre, antwortete Braun mit einem „Ja“. „Der Staat hat die Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, erklärte er. „Dazu gehört ein Gesundheitswesen, das im Winter nicht erneut Krebs- und Gelenkoperationen zurückstellen muss, um Corona-Patienten zu behandeln. Und dazu gehört auch der Schutz derjenigen, die ungeimpft sind.“

6 Uhr: RKI registriert 1387 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 13,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Sonntagmorgen lag sie bei 13,8 - am Vortag betrug der Wert 13,6 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1387 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1292 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 4 Todesfälle verzeichnet.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 24. Juli:

22.57 Uhr: Vier Wochen ohne - nun kehrt Island zu Corona-Beschränkungen zurück

Wegen steigender Corona-Zahlen führt Island wieder neue Beschränkungen im öffentlichen Leben ein. Ab Sonntag müssen Bars und Clubs ab Mitternacht schließen, bei Veranstaltungen sind dann maximal 200 Teilnehmer erlaubt, wie die Regierung am Freitagabend laut Berichten des isländischen Senders RUV mitteilte. Außerdem sollen die Isländer wieder mindestens einen Meter Abstand halten und in Innenräumen Masken tragen.

Island hatte sich erst vor vier Wochen von seinen Corona-Maßnahmen verabschiedet. Nach 15 Monaten Abstand halten, Maske tragen und weiteren Maßnahmen wurden alle Beschränkungen aufgehoben. Zuvor war eine Woche lang kein neuer Corona-Fall mehr auf der Nordatlantik-Insel gemeldet worden. Rund 90 Prozent aller Isländer über 16 Jahren sind mindestens einmal gegen Corona geimpft.

20.33 Uhr: Virologe: „Datenerhebungskatastrophe“ hemmt Pandemie-Abwehr

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon überzeugt, dass die Pandemie mit einer besseren Erhebung von Daten in Deutschland leichter bewältigt werden könnte. „Wir haben eine Datenerhebungskatastrophe“, sagte er im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Redaktions Netzwerk Deutschland (RND)“. Deshalb fehle in der Corona-Krise eine Datengrundlage für wirksame Maßnahmen.

„Das hat uns die letzten anderthalb Jahre begleitet und ist meines Erachtens nur in homöopathischen Dosen besser geworden“, so der Forscher vom Bernhard-Nocht-Institut. Dies betreffe etwa die Frage, wer nachgeimpft werden müsse. Die Frage nach der Impf-Auffrischung müsse ohnehin in den kommenden Wochen und Monaten dringend beantwortet werden, betonte er erneut. Denn: „Das Virus wird uns unser ganzes Leben weiter beschäftigen.“

19:45 Uhr: Karliczek: Erwachsene sollen sich aus Solidarität zu Kindern impfen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek fordert Erwachsene auf, sich gegen Corona impfen zu lassen - auch aus Solidarität gegenüber Kindern und Jugendlichen. „Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder ansteigen, sollten sich möglichst alle Erwachsenen mit den Kindern und Jugendlichen solidarisch zeigen, indem nicht geimpfte Personen die Impfangebote wahrnehmen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Solidarität der Erwachsenen wäre ein ganz wichtiger Beitrag, um nach den Sommerferien einen regulären Schulbetrieb zu ermöglichen.“

Karliczek argumentierte: „Für die jüngeren Kinder ist kein Impfstoff zugelassen, für die Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren wird keine Impfung empfohlen. Darum: Je weniger das Virus unter den Erwachsenen zirkuliert, desto weniger kann es auch für die Jüngeren zu einer Gefahr werden. Auch Kinder und Jugendliche können schwer erkranken, und wir wissen auch noch zu wenig über Long Covid bei Kindern und Jugendlichen.“

18.39 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg klettert weiter nach oben

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten ist auch am Samstag weiter gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts betrug die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit 12,2. Schon seit Anfang Juli steigen die Fallzahlen leicht. Inzwischen liegen 28 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Im Main-Tauber-Kreis ist der Wert mit 31,0 den Angaben nach am höchsten, in Freudenstadt mit 1,7 am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Ansteckungen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nahm nach amtlichen Angaben um 219 auf 504 243 zu. 10 377 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, einer mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 491 316 Infizierte (plus 149).

17.40 Uhr: Wieder Proteste gegen strengere Corona-Regeln in Frankreich

In Paris und anderen französischen Städten haben wieder Tausende Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert. Das berichteten der französische Nachrichtensender Franceinfo und andere Medien am Samstag. Der TV-Nachrichtensender BFM zeigte Bilder, wonach es in Paris am Rande des Protests zu Ausschreitungen kam - die Polizei habe Tränengas eingesetzt, so der Sender. Vor einer Woche waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit rund 114 000 Menschen auf die Straßen gegangen.

16.32 Uhr: Neue Hochinzidenzgebiete: Tourismusbeauftragter verteidigt Einstufung

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), hat die Einstufung Spaniens und der Niederlande als Hochinzidenzgebiete verteidigt. „Das macht Reisen sicher und - soweit es in einer Pandemie geht - auch planbar“, sagte Bareiß der „Bild“-Zeitung (Samstag). Zwar sei es „bedauerlich“, dass die Inzidenzen in Spanien und den Niederlanden so stark gestiegen seien. Aber die Einstufung in die verschiedenen Risikogebiete erfolge nach „transparenten Regelungen“. Die Einreisebestimmungen müssten zudem mit den Entwicklungen in der Pandemie immer wieder neu bewertet werden.

Die Einstufungen Spaniens und der Niederlande wegen hoher Infektionszahlen gelten ab Dienstag. Die Entscheidung der Bundesregierung vom Freitag bedeutet zwar kein Reiseverbot. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss aber nach der Rückkehr nach Deutschland mindestens fünf Tage in Quarantäne. Einige Reiseveranstalter berichteten bereits von einer wachsenden Verunsicherung der Kunden und Stornoanfragen.

Bareiß hob hervor, dass Geimpfte keine nennenswerten Einschränkungen beim Reisen hätten. „Das ist auch richtig“, sagte der CDU-Politiker. Impfungen müssten bei Urlaubsreisen, Messen oder Konzertveranstaltungen „den Unterschied ausmachen“. Die neue Einstufung Spaniens sei vor allem ein „Signal für die zukünftige Urlaubsplanung“.

15.36 Uhr: Tui: Die meisten Urlauber wollen auf Mallorca bleiben

Nach der angekündigten Hochstufung Spaniens zum Corona-Hochinzidenzgebiet gibt es zunächst keine Hinweise, dass eine größere Zahl von Menschen ihre Mallorca-Urlaub vorzeitig abbrechen oder gebuchte Aufenthalte stornieren wollen. „Erste Informationen von der Playa de Palma deuten darauf hin, dass die Gäste weiter ihren Urlaub auf Mallorca verbringen möchten. Sie fühlen sich vor Ort gut aufgehoben, meiden größere Menschenansammlungen und sind zum großen Teil schon geimpft“, sagte der Sprecher des Reiseveranstalters Tui, Aage Dünhaupt, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

14.22 Uhr: Impfquote von 50 Prozent rückt näher

In den nächsten Tagen dürfte Deutschland bei der Corona-Impfquote die Marke von 50 Prozent überschreiten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 49,1 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft (Stand 12.40 Uhr). Das entspricht 40,82 Millionen Menschen. Mindestens eine Impfdosis haben dem RKI zufolge 60,8 Prozent der Bevölkerung beziehungsweise 50,54 Millionen Menschen verabreicht bekommen. Allein am Freitag wurden 517 470 Dosen gespritzt.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,7 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 56,3 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,5 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,3 Prozent).

12.50 Uhr: Dreyer fordert neuen Warnwert in der Corona-Politik

Angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer für angepasste Bewertungskriterien in der Corona-Politik ausgesprochen. „Wir schauen natürlich auch mit Sorge auf die steigenden Infektionszahlen“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Dennoch sagt die Inzidenz heute viel weniger über die Gefahr einer Erkrankung und die mögliche Belastung des Gesundheitssystems aus als noch vor einem halben Jahr, weil immer mehr Menschen geimpft werden.“

Die Inzidenz bleibe wichtig, aber sie sollte mit der Lage in den Krankenhäusern verknüpft werden, meinte Dreyer. Dazu zähle, wer dort eingeliefert werde und wer auf eine Intensivstation müsse. „Die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.“ Dreyer lobte ein von der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig , vorgeschlagenes System als „sehr kluges Ampelsystem“. „Genau so eine Orientierung brauchen wir bundesweit.“

In Mecklenburg-Vorpommern gilt ein Ampelmodell, das die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivstationen berücksichtigt. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass künftig Werte wie die Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden sollen.

11.24 Uhr: 17 neue Corona-Fälle bei Olympia

Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben die Organisatoren 17 weitere Corona-Fälle vermeldet. Damit stieg die Zahl der positiven Tests seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf insgesamt 123. Wie das Organisationskomitee in dem am Samstag veröffentlichten Tagesbericht bekanntgab, gehört zu den Betroffenen eine Athletin oder ein Athlet, die oder der nicht aus Japan kommt. Tags zuvor hatte die deutsche Olympia-Mannschaft ihren ersten Corona-Fall bekanntgegeben. Der Radsportler Simon Geschke war positiv auf das Virus getestet worden.

10 Uhr: Ravensburg zieht positive Bilanz von Modellprojekt Cluböffnung

Das Kulturamt Ravensburg hat eine positive Bilanz des Modellversuchs mit Öffnungen von Clubs in Corona-Zeiten gezogen. Es seien keinerlei Infektionen im Zusammenhang mit der Öffnung zweier Clubs festgestellt worden, sagte Kultursamtleiterin Verena Müller. „Aus unserer Sicht könnte das Angebot fortgesetzt werden.“ Auch von den Clubbetreibern gab es ein positives Echo kurz vor dem vierten Clubabend unter Corona-Bedingungen, nach dem über eine Verlängerung entschieden wird.

An drei vorangegangenen Wochenenden hatten jeweils freitags und samstags insgesamt um die 650 Menschen in den zwei Clubs gefeiert - ohne Abstand und Maske. Voraussetzung war, dass Tickets online gekauft und auch bei vollständiger Impfung frische Schnelltests vorgelegt werden. Wichtig war auch ein Nachtest, den laut Müller zwischen 93 und 95 Prozent der Gäste erbracht haben. Damit ist die für die Fortsetzung des Experiments vorgegebene Nachtestpflicht von mindestens 80 Prozent übererfüllt. „Von dem hohen Rücklauf waren wir überrascht.“ Anreiz dafür war ein Pfand von 30 Euro an der Abendkasse, das bei Vorlage eines nach dem Feiern erstellten Schnelltests zurückerstattet wurde.

8.30 Uhr: Patientenschützer bemängeln geringe Impfbereitschaft Jüngerer

Patientenschützer werfen den jüngeren Generationen in Deutschland eine mangelnde Impfbereitschaft vor. „Obwohl mittlerweile Impfstoff für täglich zwei Millionen Menschen bereitsteht, werden nur 500.000 Dosen abgerufen, denn der Impffortschritt dümpelt in der jungen und mittleren Generation nur so vor sich hin“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Es ist also allerhöchste Zeit, dass jetzt auch die Jüngeren ihre Impfsolidarität in der Pandemie unter Beweis stellen“, fügte er hinzu.

Immer wieder sei beklagt worden, die Jungen müssten zugunsten Älterer auf ihre Freiheit verzichten. Dass die Impfbereitschaft bei ihnen nun so gering sei, zeige, „dass an dem Vorwurf nichts dran war“, sagte Brysch der Zeitung. Die über 60-Jährigen hingegen würden „mit erwartbarer fast 90-prozentiger vollständiger Impfquote ihren Teil zur Pandemiebekämpfung beitragen“. Schon jetzt hätten 85 Prozent dieser Altersgruppe das Impfangebot angenommen.

7 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 13,6

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 13,6, wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 9,4 gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. 

In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 1919 Corona-Neuinfektionen sowie 28 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.754.511, insgesamt wurden bisher 91.520 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.644.100 an.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 23. Juli:

22.27 Uhr: Impfpflicht-Gegner gehen in Frankreich erneut auf die Straße

In Frankreich haben Gegner der geplanten Impfpflicht für das Gesundheitspersonal für Samstag erneut zu Demonstrationen aufgerufen. Kundgebungen sind unter anderem in Paris, Lyon, Rennes und anderen Städten geplant. Dabei soll auch gegen den Gesundheitspass protestiert werden, der Aufschluss über eine Impfung oder einen Negativ-Test gibt. Seit dieser Woche ist der Pass in Kinos oder Museen Pflicht, ab August auch in Cafés und Restaurants. Die Regierung will die gesetzliche Grundlage bis Sonntag im Schnellverfahren vom Parlament besiegeln lassen.

Am vergangenen Samstag hatten in Frankreich mehr als 110.000 Menschen vor einer "Gesundheits-Diktatur" gewarnt. Auch Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung und Rechtsaußen-Politiker mischten sich unter die Demonstranten. Die Regierung will mit den neuen Auflagen die massiv gestiegenen Infektionszahlen eindämmen.

21.55 Uhr: Bayern setzt auf Korrektur von Stiko-Impfempfehlung für Jugendliche

Bayern setzt nach der EU-Zulassung des Corona-Impfstoffs von Moderna auch für Minderjährige auf eine Korrektur der geltenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Jugendliche und ältere Kinder. Er hoffe, "dass es die Datenlage der Ständigen Impfkommission bald erlauben wird, ihre Empfehlung zum Impfen der Zwölf- bis 17-Jährigen zu aktualisieren", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte am Freitag bekanntgegeben, dass sie nun auch den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren freigegeben hat. Mit den Vakzinen von Moderna und Biontech/Pfizer gebe es nun zwei hochwirksame Präparate auf dem Markt, "mit denen wir unsere Impfkampagne auf weitere, bisher von der Impfung weitgehend ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen ausweiten können", sagte Holetschek. 

21.15 Uhr: USA kaufen weitere 200 Millionen Impfdosen von Biontech und Pfizer

Die USA kaufen weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer. Damit treffe die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington. „Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten vor.“

Gut die Hälfte der Dosen soll bis zum Jahresende geliefert werden, der Rest bis April 2022, wie das US-Pharmaunternehmen Pfizer erklärte. Damit seien von der US-Regierung bislang 500 Millionen Dosen bestellt worden. Washington hatte sich vergangenes Jahr Optionen für die Bestellung von bis zu 600 Millionen Dosen gesichert. Zusätzlich hat die US-Regierung 500 Millionen Dosen bestellt, die an andere Länder abgegeben werden sollen.

20.30 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg steigt weiter

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten nimmt weiter zu. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Freitag betrug die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit 11,8. Schon seit Anfang Juli steigen die Fallzahlen leicht. Inzwischen liegen 25 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. In Baden-Baden ist der Wert mit 29,0 den Angaben nach am höchsten, im Neckar-Odenwald-Kreis mit 0,7 am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg nach amtlichen Angaben um 231 auf 504 024. 10 376 Menschen sind an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, 6 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 491 167 Infizierte (plus 127).

19.33 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Türkei auf höchstem Stand seit Mitte Mai

In der Türkei ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 11.094 Neuinfektionen - so viele wie seit Mitte Mai nicht mehr. Innerhalb eines Tages starben 60 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das 82 Millionen-Einwohner-Land hatte Anfang Juli alle Ausgangsbeschränkungen wegen der Pandemie aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte erst kürzlich eindringlich an seine Landsleute appelliert, sich impfen zu lassen. Die Türkei setzt die Impfstoffe des chinesischen Herstellers Sinovac sowie von Biontech/Pfizer ein. Etwa 46 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) sind vollständig geimpft. Der Anteil der ansteckenderen Delta-Variante steigt auch in der Türkei. Wie viel Prozent diese zurzeit ausmacht, wurde aber bislang nicht bekanntgegeben.

18.40 Uhr: Baden-Württemberg kündigt Lockerungen für Geimpfte für September an

Die baden-württembergische Landesregierung hat weitere Lockerungen für vollständig geimpfte Menschen im Laufe des Septembers angekündigt. Das Sozialministerium erklärte am Freitag in Stuttgart bei der Verkündung einer neuen Corona-Verordnung mit kleineren Anpassungen: „Nach aktuellem Fortschritt der Impfkampagne wird voraussichtlich zum 15. September 2021 jede Bürgerin und jeder Bürger in die Lage versetzt worden sein, die Zweitimpfung und damit einen vollständigen Impfschutz erhalten zu haben.“ Die Regierung gehe daher derzeit davon aus, „dass in künftigen Regelungen die Eingriffsintensität für vollständig geimpfte Personen weiter reduziert werden kann“.

Die nochmal geänderte Corona-Verordnung des Landes soll an diesem Montag in Kraft treten. Künftig darf bei Großveranstaltungen unter bestimmten Bedingungen maximal die Hälfte der am Veranstaltungsort möglichen Zuschauer zugelassen sein, aber nicht mehr als 25.000 Menschen. Hier arbeitet die Regierung eine Absprache unter den Ländern von Anfang Juli ein. Ab einer Inzidenz von 50 sind solche Veranstaltungen aber weiter verboten. Die Maske kann im Freien abgenommen werden, wenn es fest zugewiesene Sitzplätze mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern gibt. Bei Sportveranstaltungen mit über 5000 Zuschauern gilt ein Alkoholverbot.

17.10 Uhr: Corona-Infektionen in Italien deutlich gestiegen - Delta herrscht vor

 In Italien sind die Corona-Infektionszahlen deutlich gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 41 Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es noch 19. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hieß es im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen blieb Experten zufolge auf ähnlichem niedrigem Niveau wie in der Vorwoche.

Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und sei inzwischen vorherrschend. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte am Donnerstagabend bereits mit strengeren Coronaregeln reagiert. Ab dem 6. August ist in dem Land für zahlreiche Aktivitäten im Innenbereich ein Impfnachweis, ein negativer Corona-Test oder ein Genesungsnachweis notwendig.

15.55 Uhr: Spanien und Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft

Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande wegen hoher Infektionszahlen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Wo in Europa ein Sommerurlaub unkompliziert möglich ist und wo es schwieriger wird, lesen Sie hier: Ein Überblick  über die Regeln in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Kroatien und in der Türkei- und was Sie bei der Ein- und Rückreise beachten müssen.

15.20 Uhr: EMA gibt Corona-Impfstoff von Moderna für Zwölf- bis 17-Jährige frei

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Zwölf- bis 17-Jährige freigegeben. Dies gab die Behörde in einer heute veröffentlichten Erklärung bekannt. Bisher hatte nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer eine EU-weite Zulassung für diese Altersgruppe. In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren seit dem 7. Juni gegen das Coronavirus geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt dies allerdings nur bei bestimmen Vorerkrankungen oder anderen Risikofaktoren. Sie hat mit Verweis auf die bislang dünne Datenlage bislang noch keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen.

13.34 Uhr: Schweden lässt Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff auslaufen

Schweden verabschiedet sich allmählich vom Einsatz des Corona-Impfstoffes des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca. Wie die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten mitteilte, sind 89 Prozent der Menschen über 65 Jahre - die Bevölkerungsgruppe, die in Schweden hauptsächlich Astrazeneca erhalten hat - mittlerweile vollständig geimpft.

Aus diesem Grund hat sich die Behörde nun dazu entschlossen, die Verteilung des Präparats an die einzelnen Regionen des skandinavischen EU-Landes zu beenden und die Verwendung des Mittels somit nach und nach einzustellen. Die Regionen, die noch Astrazeneca-Impfstoff vorrätig haben, können demnach entweder diesen oder die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna verwenden. Ein Teil der verbliebenen Astrazeneca-Dosen soll gespendet werden.

13 Uhr: Junge Erwachsene in England am stärksten betroffen

Junge Erwachsene sind in der jüngsten Infektionswelle in England am stärksten betroffen. Das geht aus Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health England hervor, die in dieser Woche veröffentlicht wurden. Demnach lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in dieser Altersgruppe bei zuletzt knapp 1155 - der höchste je festgestellte Wert seit Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr. Insgesamt wurde die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Großbritannien zuletzt mit 488 angegeben.

Gründe für die hohe Ansteckungsrate dürfte nach Ansicht von Experten unter anderem sein, dass die Impfrate bei jüngeren Menschen niedriger ist als bei den Älteren. In Großbritannien wurde streng nach Altersgruppen geimpft, angefangenen bei den Ältesten. Knapp 60 Prozent der 20- bis 29-Jährigen haben erst eine Impfung bekommen. Hinzu komme, dass Menschen dieser Altersgruppe mehr soziale Kontakte pflegen als ältere Menschen.

12 Uhr: Deutsche auf Mallorca reagieren gelassen auf mögliche Quarantäne

Deutsche Urlauber auf Mallorca haben relativ gelassen auf die mögliche Einstufung ganz Spaniens als Corona-Hochinzidenzgebiet reagiert. Sabrina aus Remagen ist mit Mann und zwei Kindern im Alter von sieben Jahren und zehn Monaten in einer Ferienwohnung auf Mallorca. „Mein Mann und ich sind geimpft. Wir sind relativ entspannt, aber ein unwohles Gefühl ist auch schon dabei“, sagte sie. Größere Gruppen würden sie meiden. „Unserer großen Tochter droht eine Quarantäne. Trotzdem ziehen wir unsere Reise durch und bleiben bis Mitte August.“

Zuhause hätten sie einen Garten und würden die Quarantäne der Kinder in Kauf nehmen. Einem Medienbericht zufolge will die Bundesregierung Spanien und die Niederlande an diesem Freitag zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklären. Wer nicht vollständig geimpft oder von Corona genesen ist, muss bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, die erst nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzt werden kann. Dies trifft besonders jüngere Urlauber oder Kinder, von denen viele nicht geimpft sind.

11 Uhr: Frankreichs Unterhaus billigt Impfpflicht und Gesundheitspass

Die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal in Frankreich hat eine wichtige Hürde genommen: Die Pariser Nationalversammlung stimmte dem Regierungsvorhaben in der Nacht zum Freitag nach zweitägiger Marathondebatte zu. Auch ein Gesundheitspass für Cafés, Restaurants und Fernzüge wurde trotz massiver Kritik der Opposition verabschiedet.

Bis Sonntag soll die Novelle im Schnellverfahren vom Senat besiegelt werden. Präsident Emmanuel Macron hatte die verschärften Maßnahmen Mitte Juli angekündigt. Die Regierung will damit den massiven Anstieg der Corona-Infektionen durch die hoch ansteckende Delta-Variante eindämmen. Gesundheitsminister Olivier Véran nannte die Lage "beunruhigend". Zuletzt wurden binnen eines Tages in Frankreich fast 22.000 Neuansteckungen registriert, zehnmal so viele wie vor rund einem Monat.

9.21 Uhr: RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI vorlegt.

8.31 Uhr: Experte: Impfung von unter 16-Jährigen sinnvoll

Eine erneute coronabedingte Schließung von Schulen im kommenden Schuljahr könnte aus Sicht eines Experten durch eine Impfung von 12- bis 16-Jährigen vermieden werden. „Die Ständige Impfkommission sieht zwar keinen Vorteil für den einzelnen Schüler durch eine Impfung, aber der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm“, sagte Guido Adler, Koordinator für mobile Impfteams in Ulm.

Schüler sollten auch ungeachtet der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante ab Mitte September wieder unbesorgt in die Schulen gehen können. Außerdem litten auch jüngere Erkrankte trotz leichten Verlaufs der Infektion unter deren Spätfolgen; damit gebe es auch in dieser Altersgruppe mit derzeit steigenden Inzidenzen gute medizinische Argumente für eine Impfung.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 13,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 13,2, wie das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 8,6 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 2089 Corona-Neuinfektionen sowie 34 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.752.592, insgesamt wurden bisher 91.492 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.643.300 an.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 22. Juli:

22.19 Uhr: Coronavirus: China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab

China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO vergangene Woche in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zudem, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen.

China hatte die Reise des ersten WHO-Forscherteams monatelang verzögert. Obwohl die WHO die Untersuchungen fortsetzen will, macht Peking keine Anstalten, das in China zuzulassen. „Wir sind zutiefst enttäuscht“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Donnerstag. Die Position Chinas sei „unverantwortlich und offen gesagt, gefährlich“.

21.51 Uhr: Weitere Corona-Fälle bei Olympia: Auch deutsche Gegnerin betroffen

Die Zahl der Corona-Fälle unter den Olympia-Teilnehmern in Tokio nähert sich der 100er Marke. Dabei sind die Sommerspiele noch nicht einmal eröffnet.

Vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio hat die Zahl der Corona-Fälle weiter zugenommen - und erstmals sind indirekt auch deutsche Sportlerinnen betroffen. In der tschechischen Beachvolleyballerin Marketa Slukova wurde am Donnerstag eine Gegnerin des deutschen Duos Laura Ludwig und Margareta Kozuch positiv auf das Virus getestet.

Slukova und ihre Beach-Partnerin Barbora Hermannova sollten am 28. Juli die letzten Gruppengegnerinnen für Ludwig/Kozuch sein. Der positive Test sei eine „riesige Enttäuschung“, teilte die 33-Jährige mit. Sie habe „geweint, geschimpft und wieder geweint“. Zuvor war bereits ihr Ehemann und Trainer Simon Nausch positiv getestet worden.

Nach Angaben eines Sprechers des tschechischen Nationalen Olympischen Komitees muss Slukova nun für zehn Tage in Quarantäne, ihre Teilnahme an den Spielen in Tokio sei damit praktisch ausgeschlossen. Die Auswirkungen auf den Spielplan von Ludwig/Kozuch in der Gruppe F waren zunächst nicht klar.

20.40 Uhr: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

19.57 Uhr: Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien verlangsamt sich

Der rasante Anstieg der Corona-Zahlen in Spanien während der vergangenen Wochen hat sich etwas abgeflacht. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Donnerstagabend auf 333. Das war nur ein Zähler mehr als am Vortag.

Für die Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen wurde der Wert mit 365 angegeben - eine Steigerung von 18 Zählern im Vergleich zu Mittwoch. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann.

Bei der Entscheidung über die Frage, ob Spanien oder einzelne Regionen vom Risikogebiet zum Hochinzidenzgebiet hochgestuft werden müssen, sollen aber auch andere Faktoren als nur die Inzidenzen berücksichtigt werden. Dies könnten etwa die Lage im Gesundheitssystem, die Todesrate und der Stand der Impfkampagne sein.

18.48 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten über 11

Zum ersten Mal seit einem Monat hat die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten am Donnerstag wieder die 11er-Marke gerissen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der landesweite Wert bei 11,4. Zuletzt hatte die Behörde am 21. Juni eine höhere Inzidenz angegeben: Damals war binnen einer Woche bei 12,0 Menschen je 100.000 Einwohner eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Dann war die Inzidenz erst gesunken, seit einiger Zeit steigt sie wieder. Der R-Wert liegt derzeit bei 1,1. Ein Infizierter steckt also statistisch mehr als eine weitere Person an.

Mittlerweile liegen 20 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Am höchsten ist sie den Daten zufolge mit 26,0 in Ulm, am niedrigsten mit 0,7 im Neckar-Odenwald-Kreis.

18.28 Uhr: Untersuchungsausschuss zu Maskenaffäre zeichnet sich ab

In der Affäre um Corona-Schutzmasken läuft alles auf einen Untersuchungsausschuss im bayerischen Landtag hinaus. Die von der Opposition geforderte Untersuchung durch einen Sonderermittler wird es nach dem Willen der Staatsregierung nicht geben. Dafür gebe es „aus guten Gründen weder eine juristische noch politische Legitimation“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Grüne, SPD und FDP kündigten daraufhin an, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen.

Herrmann sagte, das Parlament verfüge über wirkungsvolle Instrumente wie Anfragen und Untersuchungsausschuss, um seine Kontrollfunktion wahrzunehmen. Außerdem gebe es im Freistaat eine unabhängige Justiz, die ohne Rücksicht auf Ämter und Personen ermittle. SPD, Grüne und FDP hatten zuvor einen Sonderermittler gefordert und angekündigt, ansonsten einen Untersuchungsausschuss zu beantragen. Dies soll nach der Sommerpause des Landtags geschehen. Damit der Ausschuss zustande kommt, muss ein Fünftel der Abgeordneten zustimmen.

17.25 Uhr: Ausstellung von Impfzertifikaten in Apotheken gestoppt

 Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband teilte  mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Dem „Handelsblatt“ war es demnach gelungen „mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten“ auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Das „Handelsblatt“ teilte auf Anfrage mit, es sei richtig, dass das Blatt eine gravierende Sicherheitslücke bei der Erstellung digitaler Impfnachweise aufgedeckt habe. „Jedoch hat nicht das "Handelsblatt" selbst sich einen Zugang zum System verschafft; zwei IT-Sicherheitsspezialisten haben die Schwachstelle offengelegt und damit demonstriert, dass es bei dem Portal deutliche Mängel gibt“, erklärte eine Verlagssprecherin.

Wann die Apotheken wieder Impfzertifikate ausstellen können, steht nach Angaben des DAV noch nicht fest. Es sei aber davon auszugehen, dass die über 25 Millionen Impfzertifikate, die bisher ausgestellt worden seien, alle von rechtmäßig registrierten Apotheken stammen.

17.10 Uhr: Wegen Corona: Drittliga-Start Osnabrück gegen Duisburg abgesagt

Das Eröffnungsspiel der 3. Liga zwischen dem VfL Osnabrück und dem MSV Duisburg fällt aus. Der Deutsche Fußball-Bund sagte die für diesen Freitag (19.00 Uhr) geplante Begegnung ab. Die spielleitende Stelle des Verbandes stimmte damit einem entsprechenden Antrag der Duisburger zu, nachdem das zuständige Gesundheitsamt eine Quarantäne für die Mannschaft und das Trainerteam des MSV verhängt hatte. Ausgenommen davon sind genesene und vollständig geimpfte Spieler, wie der DFB am Donnerstag mitteilte.

Bei den vorgeschriebenen Covid-19-Testungen waren in der vergangenen Woche bei drei Duisburger Spielern positive Befunde aufgetreten. Alle drei Profis befinden sich seitdem in Quarantäne. Die PCR-Testungen im Spieler- und Betreuerstab am Mittwoch ergaben ein weiteres positives Ergebnis, woraufhin das Gesundheitsamt Duisburg eine Quarantäne für das Team aussprach.

15.51 Uhr: Zehntausende Corona-Impfdosen für Katastrophengebiete

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden. Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen Biontech. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

15.05 Uhr: RKI ruft zu Vorbereitungen für Corona-Welle in Herbst und Winter auf

Das Robert Koch-Institut (RKI) dringt wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. So sollen schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten „und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können“, schreibt das RKI in einem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier, das auf verschiedene Szenarien eingeht. Als Handlungsempfehlungen werden eine „erfolgreiche Impfkampagne“, „klassische Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter“ und der gezielte Einsatz von Maßnahmen genannt.

Die Bevölkerung sollte laut dem Papier „frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens“ und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-Kapazität (spezielle Maschinen für Patienten mit schwerem Lungenversagen). Das RKI betont: „Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus“ - also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten - sei nicht realistisch.

14.19 Uhr: WHO warnt vor langfristigen Folgen von Corona-Pandemie für psychische Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit gewarnt. „Von der Angst rund um die Ausbreitung des Virus und Auswirkungen von Lockdowns und Isolation über die Folgen von Arbeitslosigkeit, finanziellen Sorgen und sozialer Ausgrenzung bis hin zur direkten Versorgung - jeder ist auf irgendeine Weise betroffen“, erklärte die Organisation am Donnerstag anlässlich eines Treffens von WHO-Vertretern und Gesundheitsministern in Athen.

„Es ist nicht nur die Infektion oder die Angst sich anzustecken, die sich auf die psychische Gesundheit von Menschen auswirkt“, betonte die WHO. „Enorme Auswirkungen“ hätten auch der Stress durch soziale Ungleichheiten und die Folgen von Quarantäne, Lockdowns sowie Schul- und Betriebsschließungen.

13.09 Uhr: Lauterbach: Delta-Variante ansteckender und auch tödlicher

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die Delta-Variante für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten des Coronavirus. „Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Dies hätten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hätten die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt. Der Epidemiologe zeigte sich daher „sehr sorgenvoll für den Herbst“.

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. „Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann“, sagte Lauterbach. Patienten mit Long Covid haben auch nach einer Infektion anhaltende Symptome.

11.45 Uhr: Kultusministerin will Zusatzangebote in Schulen wieder zulassen

Kultusministerin Theresa Schopper will trotz der andauernden Corona-Pandemie im kommenden Schuljahr Zusatzangebote wie Chöre und Theater-AG grundsätzlich wieder zulassen. In einem Schreiben an die Schulen heißt es, Angebote über Klassen, Jahrgänge und Schulen hinweg seien dann wieder möglich - sowohl im regulären Unterricht als auch außerhalb. Bei Klassenfahrten gelten unterschiedliche Regeln für In- und Ausland. „Mehrtägige außerunterrichtliche Veranstaltungen wie Schullandheimaufenthalte oder Studienreisen im Inland sind wieder zulässig.“ Reisen ins Ausland und Schüleraustausch mit anderen Ländern bleiben untersagt.

In dem Brief vom Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt, schreibt die Ministerin zur allgemeinen Lage: „Erfreulicherweise hat sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen so entwickelt, dass wir zum heutigen Zeitpunkt für das Schuljahr 2021/2022 von einem Unterrichtsbetrieb in Präsenz ausgehen.“

11.21 Uhr: Merkel wirbt nachdrücklich für mehr Corona-Impfungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Sommer-Pressekonferenz in Berlin für einen eindringlichen Appell für mehr Impfungen gegen das Coronavirus genutzt. „Je mehr Menschen geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein“, sagte die Kanzlerin. Sie warnte vor einer erneuten Verschlechterung der Lage angesichts der wieder exponentiell wachsenden Infektionszahlen.

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11 Uhr: Grönland lockert strenge Corona-Regel für Bus und Bahnen nach kurzer Zeit

Bereits nach wenigen Tagen verabschiedet sich Grönland von der Regel, dass nur noch Menschen mit Corona-Impfung die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen dürfen. Diese erst am Dienstag in Kraft getretene Anforderung gilt nur noch bis einschließlich Freitag und nicht wie geplant bis Ende des Monats, wie die grönländische Regierung nach Angaben des Rundfunksenders KNR und der Zeitung „Sermitsiaq“ auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nuuk bekanntgab.

Grund dafür sind positive Entwicklungen bei der Infektionslage. Regierungschef Múte B. Egede sagte nach Angaben der beiden führenden grönländischen Medien, er sei stolz, dass die Bürger Verantwortung übernommen hätten und die Regeln befolgten.

9.12 Uhr: Länder setzen zunehmend auf mobiles Impfen wegen sinkender Impfzahlen

Angesichts sinkender Nachfrage nach Corona-Impfungen setzen die Bundesländer zunehmend auf flexible Lösungen, um mehr Menschen zu erreichen. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor. Das Interesse an einer Impfung lässt vielerorts nach, teilweise werden Impfzentren geschlossen. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams, und Menschen können sich vielerorts auch ohne Termin eine Spritze holen.

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8.31 Uhr: Niedersachsen schließt tägliche Corona-Tests in Schulen nicht aus

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will nach den Sommerferien die Corona-Testfrequenz in den Schulen erhöhen. Möglicherweise solle statt zweimal wöchentlich täglich getestet werden, sagte der Minister der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Niemand wird nach den Sommerferien ohne einen negativen Corona-Test in die Schule gehen“, sagte Tonne.

Zu der Frage, ob nach den Sommerferien alle Schulen mit Luftfiltern ausgestattet seien, sagte Tonne, dass das Land mittlerweile zusätzlich Fördermöglichkeiten in Höhe von 20 Millionen Euro geschaffen habe. Nötigenfalls solle finanziell nachgebessert werden. Die Umsetzung liege bei den Schulträgern.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 12,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Sie liegt jetzt bei 12,2, wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstagmorgen meldete. Eine Woche zuvor hatte sie noch bei 8,0 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 1890 Corona-Neuinfektionen sowie 42 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 21. Juli: 

22.03 Uhr: WHO: Zwei Studien untermauern Gefährlichkeit von Delta-Variante

Die Delta-Variante des Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in 124 Ländern nachgewiesen worden, 13 mehr als eine Woche zuvor. Die WHO zitierte am Mittwoch zwei Studien, die die hohe Gefährlichkeit der Variante untermauern, eine davon aus China und eine aus Kanada. Beide Studien wurden bislang nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

In China wurden Menschen untersucht, die nach Kontakt mit einem Delta-Variante-Infizierten in Quarantäne waren. Der PCR-Test sei bei ihnen schon nach durchschnittlich vier statt wie bei frühen Varianten nach sechs Tagen positiv gewesen. Außerdem sei die Viruslast beim ersten Positiv-Test 1200 mal höher gewesen als bei ursprünglichen Virusvarianten. „Das legt nahe, dass diese besorgniserregende Variante sich möglicherweise schneller vermehrt und in den frühen Stadien der Infektion ansteckender ist“, so die WHO.

Der kanadischen Studie zufolge waren bei einer Covid-19-Erkrankung mit Delta-Variante auch die gesundheitlichen Risiken deutlich höher als bei frühen Corona-Typen: Das Risiko, ins Krankenhaus zu müssen, war um etwa 120 Prozent erhöht, und die Gefahr, Intensivpflege zu benötigen, um etwa 287 Prozent. Das Sterberisiko war demnach um etwa 137 Prozent höher.

20.56 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten wieder zweistellig

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt weiter an. Sie lag am Mittwoch bei 10,4 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt am Abend mitteilte. Damit liegt sie wieder im zweistelligen Bereich. Am Dienstag lag der Wert bei 9,6. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 25,2 in Ulm am höchsten.

19.41 Uhr: Weil will kommende Ministerpräsidentenkonferenz zu Corona vorziehen

Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil will die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie nach Informationen der „Braunschweiger Zeitung“ vorziehen. Angesichts steigender Infektionszahlen sprach sich der SPD-Politiker dafür aus, das für Ende August geplante Treffen der Bundesländer früher abzuhalten. Dies sei unter anderem notwendig, um die Frage nach einem geeigneten Maßstab zur Bewertung der pandemischen Lage jenseits der Sieben-Tages-Inzidenz zu beraten, sagte Weil der „Braunschweiger Zeitung“ am Mittwoch in Hannover.

17.12 Uhr: Spahn warnt vor explosionsartigem Steigen der Corona-Zahlen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einem abermaligen explosionsartigen Anwachsen der Corona-Ansteckungszahlen gewarnt. Sollte sich der derzeitige Anstieg der Inzidenzwerte unverändert fortsetzen, würde die Sieben-Tage-Inzidenz bis September auf 400 und bis Oktober auf 800 steigen, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Momentan seien die Zahlen in Deutschland zwar noch "vergleichsweise niedrig", sagte der Minister. Der Inzidenzwert verdopple sich derzeit allerdings alle zehn bis zwölf Tage. Diese Entwicklung müsse zum Stillstand gebracht werden, andernfalls gäbe es erneut ein exponentielles Wachstum. 

Das Robert-Koch-Institut gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch mit 11,4 an. Spahn rief dazu auf, den Wert bis zum Herbst auf diesem Niveau zu halten. "Das passiert aber nicht von allein", sagte er. Nötig sei weiterhin die Beachtung von Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten, Maskentragen und Impfen. Die Bemühungen gegen die Pandemie seien auch nötig, um Kindern und Jugendlichen nach den Sommerferien einen möglichst reibungslosen Start in den Kita- und Schulbetrieb zu ermöglichen, sagte Spahn. Hierzu wäre es nötig, dass das Infektionsgeschehen "weiter möglichst niedrig ist".

15.18 Uhr: Bundesregierung verlängert Quarantäneregeln für Rückkehrer bis September

Die Bundesregierung hat die Corona-Regeln für Einreisende aus dem Ausland über die Sommerferien hinaus verlängert. Die Verordnung, welche die Quarantänepflichten für Einreisende regelt, gilt nun bis zum 10. September, wie Vizeregierungssprecherin Martina Fietz am Mittwoch mitteilte. Ohne die Verlängerung wäre sie am 28. Juli ausgelaufen.

Zur Begründung wies Fietz darauf hin, dass die Corona-Infektionszahlen in Deutschland derzeit auf relativ niedrigem Niveau seien. Damit dies auch so bleibe, müssten Schutzvorschriften fortgeführt werden.

Unverändert bleibt die Vorgabe für Einreisende aus Ländern oder Regionen, die vom Robert-Koch-Institut als Corona-Risikogebiet eingestuft werden: Rückkehrer müssen nach der Einreise auf eigene Kosten für zehn Tage in Quarantäne - diese Vorgabe entfällt aber, wenn ein negatives Testergebnis oder ein Genesen- oder Impfnachweis vorgelegt wird.

Strengere Regeln gelten weiterhin für die Rückkehrer aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten: Bei der Rückkehr aus einem Hochinzidenzgebiet greift die Vorschrift, dass dieses „Freitesten“ frühestens fünf Tage nach der Einreise erfolgen darf.

Für Menschen, die aus einem Virusvariantengebiet zurückkehren, dauert die Quarantäne 14 Tage. Sie gilt auch für Genesene und Geimpfte - und kann auch nicht durch einen Test verkürzt werden.

13.55 Uhr: FDP fordert Ende des Corona-Ausnahmezustands

Die FDP im Landtag fordert ein Ende des Ausnahmezustands aufgrund der Corona-Pandemie. „Angesichts sehr guter Test- und Hygienekonzepte und einer beständig steigenden Impfquote kann derzeit keine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in ihrer Gesamtheit festgestellt werden“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher Jochen Haußmann am Mittwoch im Landtag. Insofern müsse der Ausnahmezustand beendet werden ebenso wie die epidemische Lage von nationaler Tragweite. Es brauche eine Strategie, wie mit dem Coronavirus gelebt werden könne.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sei nicht mehr der geeignete Maßstab im Kampf gegen die Pandemie, da seien sich alle Experten einig, sagte Haußmann. Sonst habe man einen weiteren Lockdown im Herbst zu erwarten, unabhängig von der Entwicklung in den Krankenhäusern. Der Hospitalisierungsindex müsse hingegen als zentraler Maßstab angesetzt werden, zudem brauche es eine Betrachtung der Impfquote. In Großbritannien sei gut zu beobachten, das man auch bei steigender Inzidenz keine nennenswerten Anstiege von Krankenhaus-Belegungen zu verzeichnen habe. Aktuell befänden sich 49 Personen im Land in intensivmedizinischer Behandlung, davon würden 29 beatmet. Es gebe aktuell noch eine sehr große Reserve an Intensivbetten im Land.

11.50 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Tokio steigt auf Sechs-Monats-Hoch

Zwei Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele ist die Zahl der Neuinfektionen in Tokio auf den höchsten Stand seit Mitte Januar gestiegen. Am Mittwoch meldete die Hauptstadt 1832 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 680 mehr Fälle als vor einer Woche. Der deutliche Anstieg angesichts der Delta-Variante des Virus schürt die Sorgen in der Bevölkerung vor einer weiteren Ausbreitung.

Experten hatten schon vor der am Freitag anstehenden Eröffnungszeremonie für die Olympischen Spiele gewarnt, dass die Neuinfektionen binnen eines Tages Anfang August während der Spiele auf über 3000 steigen könnten. Die Lage könnte „kritisch“ werden.

10 Uhr: Stiko-Mitglied: Bei Impfung von Kindern noch abwarten

Bei der Frage der Corona-Impfung von Kindern hält das Mitglied der Ständigen Impfkommission, Eva Hummers, weiteres Abwarten für geboten. Es sollten sich primär Erwachsene impfen lassen, sagte Hummers dem "Mannheimer Morgen". "Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen."

Hummers verwies darauf, dass immer noch nicht klar sei, "ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist". Erwachsene hingegen würden die Impfstoffe im Allgemeinen sehr gut vertragen und seien außerdem diejenigen, die selbst durch Covid-19 gefährdet seien.

9.31 Uhr: Ungeeignete Masken wurden an Städte und Landkreise verteilt

Die rund 10 Millionen OP-Masken mit mutmaßlich gefälschtem Zertifikat, die im April 2020 an Bayern verkauft wurden, sind an Städte und Landkreise verteilt worden. „Zum Zeitpunkt der Auslieferung galten die MNS auf der Basis der mitgelieferten Unterlagen als verkehrsfähig“, erklärte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). MNS steht für Mund-Nasen-Schutz. Dazu, ob die ungeeigneten OP-Masken vor Ort auch verwendet wurden, machte das LGL keine Angaben. Angesichts des Maskenmangels zu Beginn der Pandemie ist dies aber nicht auszuschließen.

8.23 Uhr: Frankreich verschärft ab heute Corona-Maßnahmen auch für Touristen

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Frankreich ab heute die Auflagen für Einheimische und auch für Touristen. In Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Eiffelturm sowie in Freizeitparks, Konzertsälen, Museen oder Kinos mit mindestens 50 Besuchern wird ein sogenannter Gesundheitspass Pflicht. Er gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Corona-Test.

In Diskotheken und bei Festivals gilt er bereits. Touristen oder andere Frankreich-Reisende aus dem Ausland können eine vollständige Impfung etwa mit dem EU-weit gültigen Corona-Zertifikat auf dem Handy nachweisen. Ein negativer Corona-Test darf in der Regel höchstens 48 Stunden alt sein und kann auch in Papierform vorliegen.

8 Uhr: 1,5 Millionen Kinder haben Elternteil oder Betreuer verloren

Rund 1,1 Millionen Kinder weltweit haben laut einer Studie als Folge der Corona-Pandemie mindestens ein Elternteil oder ein für sie sorgendes Großelternteil verloren. Diese Hochrechnung gelte für den Zeitraum März 2020 bis April 2021, berichten Forscher um Seth Flaxman vom Imperial College in London im Fachjournal „The Lancet“. Rechne man weitere im Haushalt wohnende ältere Angehörige noch hinzu, hätten sogar mehr als 1,5 Millionen Kinder eine Betreuungsperson verloren.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 11,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Sie liegt jetzt bei 11,4, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 7,1. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Laut RKI wurden binnen 24 Stunden 2203 Corona-Neuinfektionen sowie 19 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen noch bei 1548. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.748.613, insgesamt wurden bisher 91.416 Corona-Tote gemeldet.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 20. Juli: 

22.55 Uhr: Stiko-Mitglied: Statt der Kinder mehr Erwachsene impfen

Die Medizinerin Eva Hummers, die der Ständigen Impfkommission des RKI angehört, hat an die noch nicht gegen Corona geimpften Erwachsenen appelliert, sich die Spritze geben zu lassen - auch zu Gunsten der Kinder. „Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen, während wir noch nicht wissen, ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist“, sagte Hummers dem „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch-Ausgabe).

21.28 Uhr: EMA prüft Zulassung von Corona-Impfstoff von Sanofi

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat mit der Prüfung einer Zulassung des Corona-Impfstoffs des französischen Herstellers Sanofi begonnen. "EMA wird die Übereinstimmung von Vidprevtyn mit den üblichen EU-Standards für Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität bewerten", erklärte die in Amsterdam ansässige Behörde am Dienstag. Sanofi hat Vidprevtyn gemeinsam mit der britischen Firma GSK entwickelt.

Anders als die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna benötigt das Mittel bei der Lagerung keine extrem niedrigen Temperaturen, was die Auslieferung logistisch erleichtern würde. Wie die meisten Corona-Impfstoffe sind zwei Dosen für einen umfassenden Schutz nötig.

20.44 Uhr: Frankreich verschärft Corona-Maßnahmen auch für Touristen

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen verschärft Frankreich ab Mittwoch die Auflagen für Einheimische und auch für Touristen. In Sehenswürdigkeiten wie dem Pariser Eiffelturm sowie in Freizeitparks, Konzertsälen, Museen oder Kinos mit mindestens 50 Besuchern wird ein sogenannter Gesundheitspass Pflicht. Er gibt Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Infektion oder einen negativen Corona-Test. In Diskotheken und bei Festivals gilt er bereits.

Touristen oder andere Frankreich-Reisende aus dem Ausland können eine vollständige Impfung etwa mit dem EU-weit gültigen Corona-Zertifikat auf dem Handy nachweisen. Ein negativer Corona-Test darf in der Regel höchstens 48 Stunden alt sein und kann auch in Papierform vorliegen. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 1500 Euro. 

20.13 Uhr: Corona-Zahlen auf Mallorca steigen weiter

Die Corona-Zahlen auf Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen sind weiter angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde nach aktuellen Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Dienstagabend mit 335 angegeben. Am Vortag hatte der Wert bei 310, vergangenen Freitag jedoch noch bei 270 gelegen.

18.30 Uhr: Corona-Inzidenz schwankt knapp unter der Zehner-Marke

Nach einem kurzzeitigen Rückgang am Wochenende ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten wieder leicht gestiegen. Sie lag am Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) bei 9,6 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt am Abend mitteilte. Am Sonntag lag der Wert noch bei 9,9, am Montag bei 9,5. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 22,9 in Ulm am höchsten, im Kreis Sigmaringen mit 0,8 am niedrigsten.

15.53 Uhr: CDU-Fraktion: Schulchöre und Theater nach Ferien wieder erlauben

Chöre und Schultheater sollten trotz andauernder Corona-Pandemie aus Sicht der CDU-Fraktion im kommenden Schuljahr wieder ermöglicht werden. „Die Schule ist ein sozialer Ort“, sagte der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Alexander Becker, der Deutschen Presse-Agentur. „Darum ist es wichtig, dass etwa Arbeitsgemeinschaften, Chöre, Schultheater oder Sport im Regelbetrieb stattfinden können.“

Trotz der Gefahr einer vierten Corona-Welle im Herbst geht Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) davon aus, dass es nach den Sommerferien wieder Präsenzpflicht an den Schulen gibt. Die Kultusministerin hatte vergangene Woche zudem angekündigt, dass im kommenden Schuljahr auch wieder mehr Zusatzangebote möglich sein sollen. Derzeit prüfe man, ob zum Beispiel Chöre, Theater-AG oder Jugend trainiert für Olympia wieder zugelassen werden.

15 Uhr: Gericht erklärt Impfpflicht an US-Universität für rechtmäßig

Ein US-Bundesrichter hat am Montag die Corona-Impfpflicht einer Universität für rechtmäßig erklärt. Acht Studenten hatten gegen die verpflichtende Impfung für die 90.000 Studenten und 40.000 Angestellten der Indiana University vor dem Gericht in South Bend geklagt. Die Entscheidung von Richter Damon Leichty kann noch vor dem Obersten Gerichtshof angefochten werden. Die Universität hatte die Impfpflicht erlassen, Ausnahmen aus religiösen oder medizinischen Gründen aber zugelassen.

Die US-Verfassung erlaube es, "unerwünschte medizinische Behandlungen auf der Grundlage der körperlichen Autonomie zu verweigern", erklärte Leichty in seinem Urteil. Sie erlaube der Universität aber auch "einen angemessenen und gebührenden Impfprozess im legitimen Interesse der öffentlichen Gesundheit". 

13.30 Uhr: Forscher: Corona-Todeszahl in Indien vermutlich zehnmal höher als gemeldet

Indien ist bereits nach offiziellen Zahlen eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie getroffenen Länder - doch die Zahl der Todesfälle liegt einer Studie zufolge wohl noch zehnmal höher als gemeldet. Es seien vermutlich 3,4 bis 4,7 Millionen Menschen an den Folgen einer Erkrankung mit dem Virus gestorben, heißt es in einer Studie des in den USA ansässigen Center for Global Development.

"Die wahre Zahl der Toten liegt bei mehreren Millionen, nicht bei hunderttausenden", erklärten die Forscher. Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie Daten zur Übersterblichkeit aus, sie verglichen dabei Zahlen aus Vor-Corona-Zeiten mit denen der Pandemie.

Indien hat offiziell 414.000 Corona-Todesfälle vermeldet, das sind weltweit die drittmeisten nach den USA und Brasilien. Experten haben die Zahlen aus Neu Delhi aber seit Beginn der Pandemie angezweifelt. Dabei gingen sie großteils aber nicht von bewusster Falschinformation aus, sondern machten das völlig überforderte Gesundheitssystem des Landes verantwortlich. Dieses war erst im April und Mai in vielen Regionen erneut zusammengebrochen, als die hochansteckende Delta-Variante grassierte. Diese Variante war erstmals in Indien aufgetreten und hat sich inzwischen weltweit verbreitet.

12.50 Uhr: Vor allem Mütter verschieben ihre Arbeitzeiten in der Pandemie

Mehr als die Hälfte aller berufstätigen Mütter von Kindern unter 14 Jahren haben ihre Arbeitszeit zu Beginn der Corona-Pandemie zumindest teilweise auf den Abend oder das Wochenende verlegt. Das geht aus einer Studie hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung am Dienstag in Nürnberg veröffentlichte. Bei Vätern habe die Quote nur 31 Prozent betragen.

Die Quote sei bei den Müttern von April 2020 bis Oktober 2020 auf 26 Prozent gesunken, bei den Vätern auf 18 Prozent. „Vor allem Mütter arbeiteten häufiger am Wochenende oder abends, unter anderem, um ihre Kinder bei Schul- und Kitaschließungen oder während des Distanzunterrichts betreuen zu können“, sagte IAB-Forscherin Corinna Frodermann.

Insgesamt haben 33 Prozent der Beschäftigten, die im April 2020 Kinder unter 14 Jahre zu betreuen hatten, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise verlagert. Bei denjenigen ohne Kinder waren es noch 16 Prozent. Neben der Kinderbetreuung habe wohl auch die Verlagerung ins Homeoffice dazu geführt, dass sich die Arbeitszeiten geändert hätten. Mehr als ein Drittel derjenigen, die zumindest teilweise von zu Hause arbeiteten, gaben im April 2020 an, zu anderen Zeiten zu arbeiten als noch vor der Pandemie. Bei den Beschäftigten, die kein Homeoffice nutzten, waren es nur knapp 15 Prozent.

11.45 Uhr: 60 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind inzwischen 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Dies sei ein "wichtiger Meilenstein", schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag auf Twitter. Mindestens einmal geimpft sind demnach 49,9 Millionen Menschen. Den vollen Impfschutz haben inzwischen 38,8 Millionen Menschen, das sind laut Spahn 46,7 Prozent.

Der Gesundheitsminister rief dazu auf, die Impfungen gegen das Coronavirus weiter wahrzunehmen. "Für einen sicheren Herbst und Winter brauchen wir allerdings noch mehr, die mitmachen und so sich und andere schützen", sagte Spahn.

11.04 Uhr: Bewältigung der Flut-Katastrophe soll kein Superspreader-Event werden

Nach der Flutkatastrophe sehen die betroffenen Länder die Gefahr erhöhter Corona-Risiken, etwa durch Hilfsaktionen oder die Unterbringung in Notunterkünften. „Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird“, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz. Das Landesgesundheitsministerium bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits vollen Impfschutz.

„Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von SARS-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln“, heißt es von dem Düsseldorfer Gesundheitsministerium. Die Gesundheitsämter vor Ort seien sich aber der zusätzlichen Gefahr bewusst. Sie könne durch Testungen, Masken und Lüften reduziert werden.

10 Uhr: Ulmer Forschungsprojekt: Corona-Spätfolgen sind vielfach Organschäden

Ein Forschungsprojekt der Universitätsklinik Ulm zu Corona-Spätfolgen hat bislang bei etwa jedem fünften seiner Patienten Organschäden festgestellt. „Wir hatten bislang rund 250 Patienten. 20 Prozent von ihnen haben Organschäden“, sagte Dominik Buckert, betreuender Oberarzt der Spezialambulanz für Covid-Spätfolgen an Lunge, Herz und Gefäßen am Uniklinikum Ulm. Der größte Teil der übrigen Patienten fühle sich schlechter belastbar als vor der Erkrankung, sagte Buckert. Bei ihnen konnten die Mediziner aber keine Organschäden feststellen.

Die meisten Menschen, die in die Sprechstunde kommen, sind demnach zwischen 40 und 50 Jahre alt. „Und eigentlich verhältnismäßig gesund, also ohne chronische Vorerkrankungen“, so der Oberarzt. Die jüngsten der etwas mehr männlichen Patienten sind um die 20 Jahre alt. 

Die Ulmer Spezialisten für innere Medizin beobachten bei den Organschäden vor allem Herzmuskelentzündungen und die Folgen davon. Dazu gehörten etwa Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, so Buckert. „Bei der Lunge beobachten wir, dass sich das Lungengerüst verändert und so ein schlechterer Gasaustausch möglich ist.“ Atemnot sei die Folge. Die bisherigen Erkenntnisse deckten sich mit den Rückmeldungen anderer Kliniken zu Corona-Spätfolgen, sagte Buckert.

8.31 Uhr: Niedersachsen fordert Corona-Tests für Autofahrer an Grenzen

Mit Blick auf das neue Corona-Risikogebiet Niederlande hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil den Bund aufgefordert, endlich Voraussetzungen für Kontrollen des Autoreiseverkehrs zu schaffen. „Wir sind der Auffassung, dass Tests, so wie wir sie aus unserem normalen Alltag kennen, bei jeder Einreise verlangt werden sollten. Und dass an der Grenze zumindest Stichproben vorgesehen werden“, sagte der SPD-Politiker dem Bremer „Weser-Kurier“. Die Bundesregierung müsse dafür schnell die angekündigte Änderung der Einreiseverordnung umsetzen.

7.41 Uhr: Weltärztebund-Präsident warnt vor zu schnellen Corona-Lockerungen

Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery hat angesichts erneut steigender Corona-Infektionszahlen vor zu schnellen Lockerungen gewarnt. "Schon die kleineren Öffnungsschritte der vergangenen Wochen haben die Inzidenzwerte anwachsen lassen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Jetzt die Einschränkungen unserer Kontakte einfach fallen zu lassen und 'alles zu öffnen' wäre brandgefährlich", erklärte der Mediziner.

"Wer das tut, riskiert den Einstieg in die vierte Welle." Montgomery sprach sich stattdessen für ein schrittweises und kontrolliertes Vorgehen aus - anders als in England. "In Innenräumen und überall, wo Mindestabstände nicht eingehalten werden können, sollten Abstandsregeln und Maskenpflicht erhalten bleiben", forderte der Chef des Weltärztebunds.

7.07 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 10,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Inzidenz bei 10,9. Am vergangenen Dienstag betrug der Wert noch 6,5. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden insgesamt 1183 Corona-Neuinfektionen sowie 34 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Vor einer Woche waren es 646 Neuinfektionen sowie 26 Todesfälle- Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.746.410, insgesamt wurden 91.397 Corona-Tote gemeldet.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 19. Juli: 

22.23 Uhr: Mallorca tritt wegen hoher Corona-Zahlen auf die Party-Bremse

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen werden auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca voraussichtlich wieder schärfere Einschränkungen ergriffen. Um Partys und Trinkgelage vor allem junger Leute unter freiem Himmel zu bekämpfen, sollen Strände und Parks künftig von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr geschlossen werden. Die Justiz muss den Plänen noch zustimmen, wie die „Mallorca Zeitung“ am Montagabend berichtete. Teilnehmern solcher Partys drohen demnach künftig saftige Bußgelder in Höhe von 1000 Euro. Wenn ein Partygast mit seiner Teilnahme gegen eine Quarantäne verstößt, soll sich das Bußgeld auf 2000 Euro erhöhen. Wenn der Teilnehmer positiv auf Corona getestet wurde, werden sogar 5000 Euro fällig. Den Organisatoren illegaler Parties drohen Strafen von bis zu 100 000 Euro.

Auch Gaststätten müssen künftig wohl wieder etwas früher schließen, und zwar um 1.00 Uhr statt um 2.00 Uhr. Maximal dürfen im Innenbereich von Gaststätten dann noch Gruppen von vier Personen an einem Tisch sitzen, im Außenbereich acht. Von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr dürfen sich der Zeitung zufolge nur noch Personen treffen, die im selben Haushalt leben. Gemeinsam eingecheckte Hotel- oder Fincagäste sollen dabei als ein Haushalt gelten.

Auf die eigentlich geplante Wiedereinführung der erst vor knapp einem Monat abgeschafften Maskenpflicht auch im Freien verzichtete die Regionalregierung nach Gesprächen mit Unternehmern und Gewerkschaften, wie die Zeitung berichtete. Allerdings werde dringend geraten, freiwillig einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Kann ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu Fremden nicht eingehalten werden, ist die Maske auch im Freien wieder Pflicht, in allen öffentlichen Innenräumen und in Bussen und Bahnen sowieso.

21.30 Uhr: US-Behörde warnt wegen Corona-Welle vor Reisen nach Großbritannien

Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt angesichts der starken Zunahme der Coronavirus-Infektionen in Großbritannien vor Reisen in das Land. Der Reisehinweis wurde am Montag auf die Stufe vier von vier angehoben („Vermeiden Sie Reisen“). Angesichts der Infektionslage bestehe selbst für vollständig geimpfte Reisende das Risiko, sich zu infizieren und Varianten des Coronavirus weiterzuverbreiten, hieß es.

Die CDC-Mitteilung kam just an dem Tag, an dem die Regierung in Großbritannien fast alle verpflichtenden Corona-Maßnahmen für den Landesteil England aufhob. Wegen der hochansteckenden Delta-Variante ist die Zahl der Infektionen dort zuletzt stark angestiegen. Fast täglich werden in Großbritannien mehr als 50.000 neue Fälle registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 399 angegeben (Stand: 14. Juli) - sie ist damit fast so hoch wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel.

Die höchste Stufe der Reisehinweise der Gesundheitsbehörde CDC gilt für viele Länder. Für Deutschland gilt derzeit die Stufe zwei von vier („mäßiges“ Risiko). Für Frankreich oder Italien gilt derzeit die Stufe drei, die auf ein „hohes“ Risiko hindeutet.

20.39 Uhr: Viele junge Menschen infizieren sich mit dem Coronavirus

Vergleichsweise viele junge Menschen im Südwesten haben sich nach Behördenangaben jüngst mit dem Coronavirus infiziert. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen an allen in den vergangenen sieben Tagen Infizierten ist im Vergleich zu dem älterer Menschen hoch. In dem Zeitraum stellten die über 60-Jährigen sieben Prozent der Infizierten, Kinder und Jugendliche kamen auf 21 Prozent.

Seit Jahresbeginn verzeichneten die Behörden nach dem Lagebericht des Landesgesundheitsamtes vom Montag 205 Covid-19-Ausbrüche an Schulen mit insgesamt 902 Infektionen sowie 505 Ausbrüche an Kitas mit insgesamt 3661 Infektionen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt allerdings eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech derzeit nicht für 12- bis 17-Jährige ohne Vorerkrankungen. Ihr Krankheitsverlauf sei meist mild oder ohne Symptome. Klinikaufenthalte seien selten, und Todesfälle träten nur vereinzelt auf.

19.19 Uhr: Großbritannien will im Herbst Impfnachweise für Nachtclubs verlangen

Die britische Regierung will in England ab dem Herbst verpflichtende Corona-Impfnachweise für Nachtclubs und andere Großveranstaltungen verlangen. „Manche der größten Vergnügen und Möglichkeiten des Lebens werden zunehmend von Impfungen abhängig sein“, sagte Premierminister Boris Johnson am Montag in London. Bis Ende September hätten alle Erwachsenen in Großbritannien die Möglichkeit, sich vollständig gegen Corona impfen zu lassen.

Bis dahin sind jedoch für Clubs und andere Großveranstaltungen, die seit Montag wieder öffnen beziehungsweise stattfinden dürfen, keine solchen Nachweise erforderlich. Nachtclubs werden lediglich dazu ermutigt, den sogenannten NHS Covid Pass beim Eintritt zu verlangen.

18.10 Uhr: Deutschland steuert auf Überangebot an Corona-Impfstoff zu

Mehr als ein halbes Jahr nach Start der Corona-Impfungen steuert Deutschland auf ein Überangebot an Impfstoff zu. Die Verfügbarkeit an Impfstoffen werde die Nachfrage schon bald „deutlich“ übersteigen, stellten die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Montag in einem Beschluss nach einer Videoschalte fest. Der Beschluss lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. „Ein Rückgang der Nachfrage ist sowohl in den Impfzentren als auch in den Arztpraxen und bei den Betriebsärzten zu verzeichnen.“

16.50 Uhr: Fast alle Maßnahmen aufgehoben: So läuft der „Freedom Day“ in England

Trotz drastisch steigender Corona-Fallzahlen haben die Menschen in England wieder deutlich mehr Freiheiten. Tausende Feierwütige begrüßten den sogenannten „Freedom Day“ laut Berichten britischer Medien bereits in der Nacht in den Clubs des Landes, die seit mehr als einem Jahr wieder öffnen durften. Die Regierung hat fast alle verpflichtenden Corona-Maßnahmen aufgehoben und appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen. Abstand halten und Maske tragen sind in vielen Bereichen fortan Privatsache.

An den Bahnhöfen des Landes zeigte sich BBC-Reportern zufolge am Montagmorgen ein gemischtes Bild: Während viele von ihrer neuen Freiheit Gebrauch machten und maskenlos unterwegs waren, entschieden sich durchaus auch weiter etliche Reisende freiwillig für die Schutzmaßnahme.  Premierminister Boris Johnson, der die Regeln für den größten britischen Landesteil macht, setzt voll auf die Erfolge der weit fortgeschrittenen Impfkampagne und die Eigenverantwortung der Menschen. Doch Experten warnen, dass die Situation trotz der hohen Impfquote außer Kontrolle geraten könnte. Bereits jetzt werden täglich zum Teil mehr als 50.000 Fälle registriert - beinahe so viele wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel. Johnson selbst verbringt den „Freedom Day“ - wie auch Finanzminister Rishi Sunak - in Quarantäne, nachdem beide als enge Kontakte des positiv auf Corona getesteten Gesundheitsminister Sajid Javid identifiziert wurden. 

15.52 Uhr: SPD-Politiker will Impfverweigerer künftig für Tests zahlen lassen

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, will, dass Impfverweigerer ihre Corona-Tests perspektivisch selbst zahlen müssen. „Auf Dauer werden wir uns kostenlose Tests nicht leisten können“, sagte Schneider dem Nachrichtenportal t-online. Wer sich nicht impfen lasse, könne nicht erwarten, dass die Allgemeinheit dauerhaft alles für ihn finanziere. Ausgenommen seien Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten.

Derzeit sei es jedoch noch zu früh für kostenpflichtige Tests, deutete Schneider an. Im Moment müsse man die Menschen vor allem besser von der Impfung überzeugen. „Wir müssen an die Vernunft appellieren“, sagte Schneider. „Gleichzeitig sollten wir den Leuten auch die Konsequenzen aufzeigen, wenn sie sich nicht impfen lassen.“ Werde die Herdenimmunität nicht erreicht, „gibt es das alte, normale Leben nicht zurück“. Dann drohten etwa im Herbst und Winter auch wieder stärkere Einschränkungen im öffentlichen Leben.

14.50 Uhr: Große Nachfrage nach Corona-Hilfsprogramm "Neustarthilfe Plus"

Die Nachfrage nach dem neu aufgelegten Corona-Hilfsprogramm für Soloselbstständige, "Neustarthilfe Plus", ist nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums groß: Bis Montagvormittag gingen knapp 7300 Anträge mit einer beantragten Gesamtfördersumme von 26,6 Millionen Euro ein, wie das Ministerium am Montag mitteilte. Mit dem Hilfsprogramm hat die Bundesregierung die Unterstützung für Soloselbständige, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind, erhöht und bis Ende September verlängert.

Im Zeitraum Januar bis Juni hatte die maximale Förderhöhe bei 1250 Euro pro Monat gelegen, für das dritte Quartal Juni bis September gilt nun eine Förderhöhe von 1500 Euro. Aktuell können natürliche Personen die "Neustarthilfe Plus" beantragen. Für Soloselbstständige, die als juristische Person organisiert sind, startet die Antragsstellung laut Wirtschaftsministerium "in wenigen Wochen".

12.51 Uhr: England hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf

Trotz dramatisch steigender Infektionszahlen werden im größten britischen Landesteil England heute fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Sowohl die Pflicht zum Tragen von Masken als auch Abstandsregeln und zahlenmäßige Beschränkungen für Veranstaltungen in Innenräumen werden abgeschafft. Experten warnen, dass die Situation trotz hoher Impfquote außer Kontrolle geraten könnte.

11.23 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 10,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiterhin leicht an. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Inzidenz bei 10,3. Am Vortag hatte die Inzidenz noch 10,0 betragen, vor einer Woche 6,4. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bislang ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden insgesamt 546 Corona-Neuinfektionen sowie ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

10 Uhr: Gastgewerbe trotz Zuwächsen im Mai bei Umsatz noch unter Vorjahr

Die Umsätze im deutschen Gastgewerbe erholen sich nur langsam von den erneuten Corona-Einschränkungen im Frühjahr. Zwar verbuchten Gastwirte und Hoteliers im Mai sowohl preisbereinigt (plus 13,7 Prozent) als auch nominal (plus 14,2 Prozent) mehr Erlöse als im April des laufenden Jahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Mai 2020 jedoch lagen die Umsätze nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde preisbereinigt (real) um 1,7 Prozent niedriger.

8 Uhr: Über die Hälfte der Deutschen für weniger Zuschauer in Fußball-Stadien

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, dass die Regelung mit bis zu 25.000 Zuschauern in der Fußball-Bundesliga zu weit geht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur meinten 36 Prozent, dass angesichts der Coronavirus-Pandemie weniger Zuschauer zugelassen werden sollten.

19 Prozent sind gar der Ansicht, dass die Stadien auch in der neuen Saison völlig leer bleiben sollten. In vielen Teilen Deutschlands sind bis zu 50 Prozent Auslastung mit maximal 25.000 Zuschauern in den Arenen erlaubt. 24 Prozent finden diese Regelung laut der YouGov-Umfrage genau richtig.

7.07 Uhr: Chefarzt: Corona-Lage auf Intensivstationen entspannt sich

Die Corona-Situation auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg entspannt sich nach Einschätzung des Ludwigsburger Chefarztes Götz Geldner. „Die Neuaufnahmen von Covid-Patienten sind extrem niedrig“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Anästhesisten der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten".

Vergangene Woche seien drei Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt gewesen. „Rund 14 bis 15 Prozent der Intensivbetten sind frei, wie in normalen Zeiten vor der Pandemie“, sagte Geldner. Und die Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ihm zufolge derzeit Post-Covid-Patienten, „meist jüngere Patienten mit langen Liegezeiten“.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 18. Juli:

21.24 Uhr: 1292 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz mit 10,0 wieder zweistellig

Erstmals seit einem Monat liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen wieder im zweistelligen Bereich: Das Robert Koch-Istitut (RKI) gab den Wert am Sonntagmorgen mit 10 an (Vortag: 9,4). Die Sieben-Tage-Inzidenz war seit Ende April kontinuierlich gesunken und seit dem 19. Juni einstellig. Seit dem 7. Juli war sie dann wieder gestiegen.

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 1292 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.14 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 745 Ansteckungen gelegen.

Experten hatten mit der Ausbreitung der Delta-Variante einen Anstieg der Inzidenz erwartet. Diese ansteckendere Virus-Version dominiert das Infektionsgeschehen mittlerweile und wurde zuletzt in etwa drei Vierteln der untersuchten Proben nachgewiesen.

20.39 Uhr: Britische Studie: Kleine Geschäfte leiden unter Pandemie-Schulden

Die Corona-Pandemie hat die Schulden unabhängiger britischer Geschäfte und Läden einer Studie zufolge vervielfacht. „Die meisten waren gezwungen, nicht mehr tragbare Schulden aufzunehmen, und viele stehen infolgedessen am Abgrund“, heißt es in dem viel beachteten Bericht des früheren Unternehmenschefs Bill Grimsey. Er mahnte: „Dringende Unterstützung ist erforderlich, um einen Tsunami von Schließungen zu verhindern.

Die Schuldenaufnahme sei enorm gewesen, betont der Autor. „Allein in der Friseur- und Schönheitsbranche schätzen wir, dass die Schulden von etwa 20 000 unabhängigen Unternehmen von 0,05 Milliarden auf 0,3 Milliarden Pfund gestiegen sind.“ Insgesamt hätten die Schulden der inhabergeführten Unternehmen von 500 Millionen auf 2,2 Milliarden Pfund zugelegt.
Inhabergeführte Unternehmen seien während der Pandemie ungerecht behandelt worden. „Während größere Unternehmen in der Lage waren, Handel zu treiben und von großzügiger staatlicher Unterstützung zu profitieren, konnten kleinere Unternehmen nicht handeln und fühlten sich nicht unterstützt und nicht geschätzt.“ Viele Eigentümer hätten auch psychisch unter den Auswirkungen gelitten und stünden nun an einem kritischen Punkt.

Der Bericht kritisierte, die britische Politik verkenne die Rolle der Geschäfte bei der Stärkung des sozialen Gefüges. Hier seien Frankreich und Deutschland, die über viel mehr eigenständige Unternehmen verfügten, Vorbilder.

20.00 Uhr: „Freedom Day“: England hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf

 Trotz dramatisch steigender Infektionszahlen werden im größten britischen Landesteil England am Montag fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Sowohl die Pflicht zum Tragen von Masken als auch Abstandsregeln und zahlenmäßige Beschränkungen für Veranstaltungen in Innenräumen werden abgeschafft.

Premierminister Boris Johnson setzt auf die Eigenverantwortung der Menschen. Doch Experten warnen, dass die Situation trotz hoher Impfquote außer Kontrolle geraten könnte. Bereits jetzt werden täglich mehr als 50 000 Fälle registriert - beinahe so viele wie zum Höhepunkt der zweiten Welle zum Jahreswechsel.

Dem Epidemiologen Neil Ferguson vom Imperial College in London zufolge ist es „beinahe unausweichlich“, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen die Marke von 100 000 bald überschreitet. „Die echte Frage ist, ob es sogar doppelt so viel wird, oder sogar noch mehr“, sagte Ferguson der BBC am Sonntag. Im schlimmsten Fall, wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen 2000 oder 3000 täglich erreiche, müssten Maßnahmen ergriffen werden, um die Pandemie wieder in den Griff zu kriegen.

19.17 Uhr: Brand in Impfzentrum in Südwestfrankreich

In einem Impfzentrum im Südwesten Frankreichs hat es gebrannt. Das Feuer in Urrugne wurde vermutlich absichtlich gelegt, berichtete der französische Sender France Bleu unter Verweis auf den zuständigen Staatsanwalt am Sonntag. Demnach stand ein Teil des Zeltes des Impfzentrums in der Nacht auf Sonntag in Flammen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin verurteilte den Vorfall auf Twitter. Die Verantwortlichen müssten hart bestraft werden.

Erst am Vortag war Frankreichs Premierminister Jean Castex in den Südwesten gereist und hatte ein Impfzentrum etwa 20 Kilometer vom späteren Brandort entfernt besucht. Dem Sender France Info zufolge hatte es bereits in der Nacht auf Samstag einen Anschlag auf ein Impfzentrum gegeben. Die Einrichtung im südöstlichen Lans-en-Vercors sei verwüstet worden.

18.37 Uhr: Corona kostet VfB rund 56 Millionen - Dennoch solide Geschäftszahlen

Besonders fehlende Zuschauereinnahmen durch die Corona-Pandemie haben den VfB Stuttgart finanziell schwer belastet, dennoch ist der Fußball-Bundesligist bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Wie der Interims-Finanzvorstand der VfB AG, Tobias Keller, am Sonntag auf der Mitgliederversammlung mitteilte, lag das coronabedingte Gesamtminus der in eine Aktiengesellschaft ausgegliederten Fußballabteilung zwischen März 2020 und Juni 2021 bei etwa 56 Millionen Euro.

Dem liege ein Umsatzeinbruch in dieser Zeit von rund 74 Millionen Euro zugrunde, der vor allem durch Heimspiele ohne Zuschauer zustande kam. Andererseits habe der Club aber 18 Millionen Euro beispielsweise durch einen Gehaltsverzicht der Spieler und geringere Kosten im Stadion eingespart. Dank hoher Transfereinnahmen in diesem Sommer rechnet die VfB Stuttgart 1893 AG für die Saison 2020/2021 bei einem Umsatz von 140,4 Millionen Euro aber nur noch mit einem Verlust von 12,2 Millionen. Allerdings stehen diese Zahlen noch nicht abschließend fest.

17.59 Uhr: Corona-Inzidenzwert im Südwesten knapp unter Zehner-Marke

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist am Sonntag bis knapp unter die Zehner-Marke gestiegen. Sie legte nach Angaben des Landesgesundheitsamts innerhalb eines Tages von 9,7 auf 9,9 Infektionen je 100 000 Einwohner zu. Der Wert war in den vergangenen Tagen stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 26,4 im Landkreis Heidenheim am höchsten, im Kreis Sigmaringen ist sie mit 0,8 am niedrigsten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg um 48 auf 502 911, wie die Behörde mitteilte.
10 339 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, damit wurde am Sonntag gegenüber dem Vortag kein neuer Todesfall gemeldet. Als genesen gelten geschätzt 490 568 Infizierte (plus 90).

17,5 Prozent der betreibbaren 2314 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Die Lage in den Krankenhäusern soll zusätzlich zur Inzidenz auch verstärkt eine Rolle bei der Beurteilung von notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie spielen. Solche Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

17.15 Uhr: Nach Corona-Ausbruch: Malta erwägt Flüge in Heimat für Sprachschüler

Die Regierung Maltas erwägt einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge, Rückflüge für ausländische Sprachschüler zu organisieren, die sich derzeit in Quarantäne befinden. Betroffen seien Menschen aus Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich, hieß es in dem Bericht. Die Schüler sind demnach entweder mit dem Coronavirus infiziert oder hatten Kontakt zu einer infizierten Person. Sie waren auf Malta, um Englisch zu lernen.

„Die deutsche Botschaft in Valletta steht in Kontakt zu betroffenen Sprachschülerinnen und Sprachschülern, zum Veranstalter und zu den zuständigen Behörden im Land“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt am Sonntag. Der Veranstalter stehe in Verbindung zu den zuständigen maltesischen Behörden mit Blick auf die Organisation etwaiger Rückholflüge. Das Auswärtige Amt verfolge die weitere Entwicklung eng.

16.34 Uhr: NRW-Minister Stamp für "Tag der Freiheit" von Corona-Beschränkungen

Der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat vorgeschlagen, nach dem Beispiel Englands einen "Tag der Freiheit" auszurufen, an dem die meisten Corona-Beschränkungen fallen. "In den nächsten acht Wochen haben alle Erwachsenen ein Impfangebot erhalten", sagte Stamp der "Bild am Sonntag". Bei Kindern gebe es nahezu nur harmlose Verläufe.

"Daher könnte der Tag der Deutschen Einheit, der 3. Oktober, dieses Jahr auch 'Tag der Freiheit und Eigenverantwortung' werden: Alle Beschränkungen werden aufgehoben, alle sind für sich selbst verantwortlich."
Bis dahin sollten alle Veranstaltungen mit vielen Menschen nur noch Geimpften und Genesenen offenstehen, forderte der stellvertretende Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Beispiele nannte er: "Bundesliga-Auftakt, Zutritt nur mit Nachweis, dass man geimpft oder genesen ist. Das könnte genauso gelten für Festivals, Konzerte, die Dorf-Kirmes oder Schützenfeste." 

15.58 Uhr: Die Masken fallen - Johnson öffnet England und erntet Kritik

Der britische Premier setzt für die Zeit nach dem Ende der Corona-Maßnahmen in England auf Selbstverantwortung der Menschen. Doch die Briten sind frustriert von den widersprüchlichen Ansagen und dem Verhalten der Regierung. Schlittert das Land ins Covid-Chaos?

Für den britischen Premierminister Boris Johnson hätte das Wochenende vor dem als „Freedom Day“ bezeichneten Ende fast aller Corona-Maßnahmen in England kaum schlechter laufen können. Ausgerechnet Gesundheitsminister Sajid Javid steckte sich mit dem Coronavirus an - und das obwohl er zweifach geimpft ist. In Selbstisolation werde sich Johnson trotz Kontakts mit Javid aber nicht begeben, teilte der Regierungssitz Downing Street am Sonntag mit. Stattdessen werde der Premier wie auch sein Finanzminister Rishi Sunak nun täglich getestet.

15.19 Uhr: EU übertrifft USA bei Erstimpfungen gegen Corona

In der Europäischen Union sind jetzt prozentual mehr Menschen mindestens einfach gegen das Coronavirus geimpft, als in den USA. EU-Industriekommissar Thierry Breton und Frankreichs Europastaatssekretär Clément Beaune teilten am Samstag entsprechende Statistiken des Daten-Portals "Our World in Data" im Online-Dienst Twitter. Demnach haben 55,5 Prozent der EU-Bürger mittlerweile mindestens eine erste Dosis Corona-Impfstoff erhalten, in den USA sind es 55,4 Prozent.

"Wir machen weiter, wir werden noch schneller", schrieb Beaune dazu. "Die EU hat die USA nicht nur bei Erstimpfungen überholt", betonte Breton. "Wir sind zur gleichen Zeit offen geblieben und haben die Hälfte unserer Produktion an mehr als 100 Länder exportiert."

14 Uhr: „Unvermeidlich“: Corona im olympischen Dorf angekommen

Die ersten Corona-Fälle bei Athleten im olympischen Dorf bringen die Tokio-Macher schon vor der Eröffnungsfeier noch mehr in Bedrängnis. Zwei südafrikanische Fußballer und ein Betreuer des Teams wurden am letzten Wochenende vor dem Start der Sommerspiele positiv auf das Virus getestet. Eilig verkündete IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi: „Wir halten das Risiko minimal, aber es ist unvermeidlich, dass wir einige Fälle haben.“ Zudem musste das Internationale Olympische Komitee auch einen positiven Test beim südkoreanischen IOC-Mitglied Seung-Min Ryu, Olympiasieger im Tischtennis in Peking 2004, bei der Einreise in Japan bestätigen.

Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen im Umfeld von Olympia in Tokio stieg am Sonntag um zehn auf nun offiziell 55 Fälle seit dem 1. Juli. „Wir glauben, dass wir die Lage im Griff haben“, sagte Hidemasa Nakamura, der Leiter der zuständigen Abteilung des Organisationskomitees der Tokio-Spiele. Für den Großraum Tokio gilt während des gesamten Olympia-Zeitraums zum vierten Mal der Corona-Notstand, die Infektionszahlen in der Metropole stiegen zuletzt auf den höchsten Tagesstand seit einem halben Jahr

12.11 Uhr: Altmaier: „Werden neuen Lockdown verhindern“

Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommt eine erneute Schließung von Geschäften und Restaurants in der Corona-Krise nicht infrage. „Wir müssen und werden einen neuen Lockdown verhindern. Er wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend“, sagte Altmaier der „Bild am Sonntag“. Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es keinen Grund für neue Maßnahmen. Geimpfte oder Jüngere hätten bei einer Infektion meist gar keine Symptome, die Intensivbetten-Kapazität in Deutschland sei weit von ihrer Auslastungsgrenze entfernt.

Aus Sicht des Mittelstands sind Altmaiers Äußerungen indirekt Anlass zur Sorge. „Denn offenbar reagiert er damit auf entsprechende Überlegungen in der Bundesregierung“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, der Deutschen Presse-Agentur. Schon die Spekulation darüber verunsichere die Unternehmen und verhindere Investitionen. „Anstatt über neue Zwangsmaßnahmen zu spekulieren, sollte die Bundesregierung ein positives Signal an die Wirtschaft senden.“ Die Union müsse sich „endlich einmal“ gegen ihren Koalitionspartner durchsetzen und für eine Entlastung bei Steuern, Abgaben und Energiekosten sorgen.

11.21 Uhr: Schwesig für neuen bundeseinheitlichen Corona-Warnwert

Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), fordert, die Corona-Inzidenz durch einen neuen bundeseinheitlichen Maßstab zu ersetzen. „Ich unterstütze den Vorschlag, dass sich Bund und Länder auf einen neuen bundeseinheitlichen Warnwert zur Coronalage verständigen, ausdrücklich“, sagte Schwesig den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Wir müssen zukünftig stärker Impfungen und Krankenhausbelastungen berücksichtigen“, sagte die Ministerpräsidentin. Zuvor hatte bereits die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) einen neuen Maßstab zur Beurteilung der pandemischen Lage gefordert.

Schwesig verwies auf das in Mecklenburg-Vorpommern geltende Ampelmodell, das sowohl den Inzidenzwert als auch die Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus und der Patienten auf der Intensivstation berücksichtige. „Damit reagieren wir auf den steigenden Impffortschritt, weshalb inzwischen deutlich weniger Infektionen zu schweren Verläufen führen“, sagte die Regierungechefin. „Es wäre in dieser Situation wichtig, dieses System rasch bundesweit umzusetzen.“

10.16 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Israel überschreiten wieder 1000er-Marke

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel hat erstmals seit vier Monaten wieder die 1000er-Marke überschritten. Das Gesundheitsministerium teilte am Samstag mit, binnen 24 Stunden seien 1118 neue Fälle gemeldet worden. Dies ist die höchste Zahl seit Mitte März. Während des Höhepunkts der Pandemie im Januar war die Zahl der täglichen Fälle in Israel allerdings auf über 10.000 gestiegen.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hatte bei einer Beratung am Freitag gesagt, die Delta-Variante sorge zu einem weltweiten Anstieg der Corona-Fälle, „auch in geimpften Ländern wie Großbritannien, den USA und Israel“. Gegenwärtig setze sich die Einschätzung durch, „dass die Wirksamkeit der vorhandenden Impfstoffe gegen die Delta-Variante schwächer ist, als wir gehofft hatten“. Es zeige sich, dass das Problem nicht allein durch Impfungen gelöst werden könne. Die Delta-Variante war zuerst in Indien entdeckt worden und gilt als besonders ansteckend.

Angesichts des neuen Anstiegs der Infektionen will Israel von Mittwoch an wieder Beschränkungen für Versammlungen von mehr als 100 Menschen in geschlossenen Räumen einführen. An solchen Veranstaltungen dürfen dann erneut wieder nur Geimpfte, Genesene oder Menschen mit negativem Testergebnis teilnehmen. Außerdem gilt in geschlossenen Räumen wieder Maskenpflicht.

8.13 Uhr: Filmfest wegen Corona wieder digital - Indisches Kino im Wohnzimmer

Fester Termin für Fans des indischen Films: In Stuttgart werden ab Mittwoch 40 neue Produktionen gezeigt. Wichtig sei das, sagt Staatssekretärin Petra Olschowski, vor allem in Zeiten der Pandemie.

Die Corona-Pandemie hinterlässt zwar erneut ihre Spuren beim indischen Filmfestival in Stuttgart. Sie ermöglicht den Veranstaltern aber auch ein weiteres Mal die gestreute Präsentation des indischen Kinos in den Wohnzimmern der Welt statt nur in der City der Landeshauptstadt. Bei der 18. Auflage des Festivals vom 21. bis 25. Juli 2021 zeigt das Filmbüro Baden-Württemberg knapp 40 Streifen im Netz. Darunter sind Dokumentationen sowie Spiel- und Kurzfilme. Die Organisatoren bezeichnen sich als größtes indisches Filmfestival in Europa.

6 Uhr: Corona-Inzidenz in Deutschland steigt auf 10,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, nahm der Wert auf genau 10,0 zu. Am Vortag hatte die Inzidenz noch 9,4 betragen, vor einer Woche 6,2.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums an. Grund für den seit Anfang Juli kontinuierlich steigenden Inzidenzwert ist die hochansteckende Delta-Variante des Virus, die laut RKI inzwischen für mehr als 50 Prozent der Neuansteckungen verantwortlich ist.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 17. Juli:

21.03 Uhr: Ermittlungen in Frankreich wegen falscher Impfzertifikate 

In Frankreich ist ein Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfzertifikate eingeleitet worden. Es liefen Untersuchungen gegen sechs Menschen, berichtete der französische Sender France Info unter Verweis auf Justizkreise am Samstag. Zwei Personen seien derzeit in Haft. Der Zeitung „Le Monde“ zufolge sollen vier der Verdächtigen die falschen Zertifikate beschafft haben. Die anderen beiden stehen in dem Verdacht, einen gefälschten Impfnachweis gekauft zu haben.

Zu Beginn der Woche hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angesichts des Aufflammens der Coronavirus-Pandemie in dem Land schärfere Hygieneregeln angekündigt. Unter anderem soll die Pflicht für einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis deutlich ausgeweitet werden. Berichten zufolge gingen am Samstag Tausende Menschen in verschiedenen französischen Städten gegen die neuen Regeln auf die Straße.

19.45 Uhr: Spaniens Tourismussektor wegen hoher Corona-Zahlen pessimistisch

Angesichts hoher Corona-Zahlen in Spanien hat sich die Tourismusbranche pessimistisch über die laufende Sommersaison geäußert. Es gebe einen „plötzlichen Rückgang“ bei den Buchungen ausländischer Urlauber, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE am Samstag unter Berufung auf den Vizepräsidenten des spanischen Tourismusverbandes Exceltur, José Luis Zoreda. „Wenn sich die Corona-Zahlen weiter verschlechtern, schätzen wir, dass der Tourismus in diesem Sommerquartal einen Umsatz von 37,97 Milliarden Euro generieren wird, mehr als die 24,30 Milliarden im selben Zeitraum des Vorjahres, aber viel weniger als die 58,37 Milliarden des Jahres 2019“, zitierte der Sender den Tourismusmanager.

Die Branche hatte wegen der fortschreitenden Impfkampagne auf eine weit stärkere Erholung des Geschäfts in diesem Sommer gehofft. Der Tourismus trägt in normalen Zeiten mehr als zwölf Prozent zum spanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, auf den auch bei Deutschen beliebten Urlaubsinseln der Balearen und auf den Kanaren sind es sogar rund 35 Prozent. Die Branche sichert Hunderttausende Arbeitsplätze.

17.34 Uhr: Experten erwarten Start der vierten Welle

Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Experten befürchten spätestens im Oktober einen neuen exponentiellen Anstieg. Die vierte Welle dürfte sich dabei trotz der Impfungen auch in Krankenhäusern bemerkbar machen, warnen sie - und schlagen einige konkrete Schritte vor. Wissenschaftler an der TU Berlin werten den Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen als „beunruhigend“. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Nur wenn die Impfstoffe gegen die Deltavariante deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“ Das Team um Professor Nagel nutzt Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse sind ihm zufolge mindestens auf andere Großstädte übertragbar.

Die Simulationen zu Schulen zeigen laut Bericht, dass Lüftungssysteme und flächendeckender Einsatz von Schnell- und/oder PCR-Tests die Infektionsdynamik verringern könnten. Würden solche Maßnahmen konsequent umgesetzt, seien Schulschließungen oder Wechselunterricht nicht notwendig, hieß es. Die zwei Schnelltests pro Woche, die derzeit typisch seien, halten die Wissenschaftler ohne zusätzliche Maßnahmen allerdings bei weitem nicht für ausreichend.

15.33 Uhr: Trotz Impfung: Britischer Gesundheitsminister an Covid-19 erkrankt

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid ist trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Javid am Samstag in einer Videobotschaft auf Twitter mit. Er habe sich etwas angeschlagen gefühlt und dann einen Antigen-Test gemacht - der habe sich als positiv herausgestellt. Nun warte er auf das Ergebnis eines PCR-Tests. „Ich bin dankbar, dass ich zwei Impfdosen bekommen habe und bisher sind meine Symptome sehr mild“, so Javid weiter. Er rief die Menschen auf, sich ebenfalls impfen zu lassen.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen wieder massiv an. Die 7-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit rund 345 angegeben (Stand: 11. Juli). Allein am Freitag wurden mehr als 50 000 Neuinfektionen registriert. Zurückgeführt wird das unter anderem auf die starke Ausbreitung der Delta-Variante. Trotzdem sollen am Montag alle Corona-Maßnahmen in England aufgehoben werden. Die Regierung argumentiert, durch das erfolgreiche Impfprogramm sei die Verbindung zwischen Infektionen und Krankenhauseinweisungen sowie Todesfällen geschwächt. Experten sehen vor allem den Verzicht auf die Maskenpflicht kritisch. In den kommenden Wochen wird mit bis zu 100 000 täglichen Neuinfektionen im Vereinigten Königreich gerechnet.

14.45 Uhr: Kabinett will neue Strategie für Bevölkerungsschutz beschließen

Als Lehre aus der Corona-Pandemie und zur Vorsorge gegen künftige Krisen will das Kabinett am Mittwoch den ersten Teil einer neuen Strategie für den Bevölkerungsschutz beschließen. Ein Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht als ersten Schritt den Aufbau einer „Nationalen Reserve Gesundheitsschutz“ vor.

Mittelfristig soll aber auch die bundesweite Vorsorge für andere Krisen - wie etwa gravierende Hochwasserlagen und größere Brände - verbessert werden. Dafür tragen bisher die Länder die Verantwortung. Sie können in kritischen Situationen Unterstützung von Bund anfordern.

Die „Nationale Reserve Gesundheitsschutz“ soll dem Papier zufolge den Bedarf des Gesundheitssektors und des Bundes für bis zu sechs Monate decken sowie „humanitäre Hilfe durch die Lieferung von Schutzausstattung an die Weltgesundheitsorganisation und Drittstaaten ermöglichen“. Erreicht werden soll dies „im Wege von Warenbevorratung sowie des Vorhaltens von Produktionskapazitäten und Neuproduktion“.

Damit zieht die Bundesregierung Konsequenzen aus Mangelsituationen, die in der Corona-Pandemie offenbar wurden. Erst hatten Schutzanzüge und Masken gefehlt. Eine Zeit lang waren Covid-19-Tests Mangelware.

13.40 Uhr: Olympia-Macher in Bedrängnis: Erster Corona-Fall im Athletendorf

Der erste Corona-Fall im olympischen Dorf hat die Macher der Tokio-Spiele erneut in Erklärungsnot gebracht. Schon sechs Tage vor der Eröffnung der Sommerspiele in Japans Hauptstadt mussten die Organisatoren am Samstag die Infektion eines Offiziellen im Athletendorf vermelden. „Wir tun alles, um sicherzustellen, dass es keinen größeren Corona-Ausbruch gibt“, sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto. Der betroffene Funktionär muss sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Nachdem er bei der Einreise noch ein negatives Ergebnis erhalten hatte, stellte ein weiterer Test im olympischen Dorf das Coronavirus fest. Eigentlich hatten die Gastgeber der Spiele mit einem strikten Regelwerk verhindern wollen, dass Infektionen im Athletendorf auftreten. „Wir lassen nichts unversucht“, beteuerte Hashimoto. „Wenn wir doch einen Ausbruch haben, werden wir einen Plan haben, um zu reagieren“, fügte Japans Rekord-Olympionikin hinzu.

12.10 Uhr: Dreyer dringt auf „neuen Warnwert“ für Corona-Pandemie

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer dringt darauf, dass sich Bund und Länder auf einen „neuen Warnwert“ zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland verständigen. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Wichtig sei die Steigerung der Impfquoten. „Und die Bundesländer müssen mit der Bundesregierung zu einem neuen Warnwert kommen. Wir sollten uns rasch auf eine bundeseinheitliche Regelung verständigen.“

Deyer betonte, die Inzidenz dürfe auch in Zukunft nicht ignoriert werden. „Wir sollten die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner aber verknüpfen mit der Lage in den Krankenhäusern: Wer wird eingeliefert, wer muss auf die Intensivstation?“

11.14 Uhr: Erste Bundesländer knacken Marke von 50 Prozent vollständig Geimpfter

In Bremen und dem Saarland ist jeweils mehr die Hälfte der Einwohner nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die beiden Bundesländer überschritten als erste die Marke von 50 Prozent, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.05 Uhr) hervorgeht.

Laut RKI wurden am Freitag in Deutschland 601 220 Impfdosen verabreicht. Bundesweit sind damit nun rund 38,2 Millionen Menschen oder 45,9 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft, wofür bei den meisten eingesetzten Impfstoffen zwei Dosen nötig sind. Insgesamt haben 59,7 Prozent oder rund 49,6 Millionen Einwohner mindestens die erste Spritze erhalten.

Während Bremen mit 50,6 Prozent und das Saarland mit 50,1 Prozent vollständig Geimpfter beim Impftempo an der Spitze liegen, bilden Sachsen und Brandenburg mit je 42,6 Prozent das Schlusslicht. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit 48,8 Prozent derzeit auf Platz drei.

Bei der Zahl der Erstgeimpften ist zunehmend ein Gefälle zu sehen: Schlusslicht ist Sachsen mit 50,7 Prozent, gefolgt von Thüringen (54,2), Brandenburg (54,7), Sachsen-Anhalt (55,6) und Bayern (57,6 Prozent). In Bremen sind dagegen mittlerweile mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) aller Einwohner mindestens einmal immunisiert, auch das Saarland (65,0 Prozent) steht an dieser Marke.

9.40 Uhr: Freiburger Polizei löst Rave-Party mit etwa 200 Gästen auf

In einem Wald bei Freiburg hat die Polizei eine Party mit etwa 200 Gästen aufgelöst. Es wird geprüft, inwiefern gegen die Corona-Verordnung verstoßen wurde, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Eine Streife hatte die Rave-Party am Samstagmorgen in der Nähe eines Pendler-Parkplatzes entdeckt. Bei einer Personenkontrollen sei auch ein Gast wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt worden.

8.38 Uhr: Berliner Modellierer: Vierte Corona-Welle zu erwarten

In der Corona-Pandemie erwartet eine Wissenschaftlergruppe der Technischen Universität Berlin (TU) anhand von Modellierungen eine vierte Welle, die auch an Krankenhäusern nicht vorbeigeht. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Den zuletzt bereits verzeichneten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen wertet das Team wegen hohen relativen Zunahmen als „beunruhigend“. Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“

Samstag, 17. Juli, 8.14 Uhr: Inzidenz steigt auf 9,4 - 1608 Neuinfektionen

Zum zehnten Tag infolge ist die Sieben-Tage-Inzidenz angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 9,4 - am Vortag betrug der Wert 8,6, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1608 Corona- Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 952 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Tote gewesen. 

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 16. Juli:

23 Uhr: Corona-Infektionszahlen in Italien gestiegen

In Italien sind die Corona-Infektionszahlen weiter gestiegen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert erhöhte sich auf landesweit durchschnittlich 19 Fälle je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche, in der Vorwoche waren es 11. Vor allem bei jungen Menschen seien mehr Infektionen verzeichnet worden, hieß es am Freitag im wöchentlichen Corona-Lagebericht des Gesundheitsministeriums in Rom.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ging den Experten zufolge zurück, auch auf den Intensivstationen wurden weniger Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Die ansteckendere Delta-Variante breite sich in Italien weiter aus und dürfte bald vorherrschend sein. Zur Eindämmung sei es notwendig, mehr Menschen vollständig zu impfen.

21.27 Uhr: Mehr Corona-Fälle in USA - Warnung vor „Pandemie der Ungeimpften“

Ein deutlicher Anstieg von Corona-Neuinfektionen in den USA macht den Behörden im Land Sorge. „Dies wird zu einer Pandemie der Ungeimpften“, warnte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, am Freitag. Im Durchschnitt der vergangenen Tage verzeichneten die USA demnach nun gut 26 000 Neuinfektionen pro Tag, was gegenüber der Vorwoche einem Anstieg von fast 70 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen werde, und die durchschnittliche Zahl der pro Woche gemeldeten Toten würden steigen.

„Wir sehen Ausbrüche von Fällen in Teilen des Landes, die eine niedrige Impfquote aufweisen“, sagte Walensky. In Regionen, in denen viele Menschen vollständig geimpft seien, sei die Lage viel besser. „Unsere größte Sorge ist, dass wir weiterhin vermeidbare Fälle, Krankenhausaufenthalte und leider auch Todesfälle unter den Ungeimpften sehen werden.“ Walensky forderte alle Menschen erneut mit Nachdruck auf, sich impfen zu lassen. Die Impfung würde auch gegen die besonders ansteckende Delta-Variante helfen, die in den USA mittlerweile dominant ist.

20.10 Uhr: Niederlande: Reproduktionszahl des Coronavirus so hoch wie nie zuvor

In den Niederlanden breitet sich das Coronavirus durch die Deltavariante immer rasanter aus. Die Reproduktionszahl liegt inzwischen bei 2,91, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im März 2020, wie das zuständige Amt für Gesundheit und Umwelt RIVM am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Zahl bedeutet, dass rechnerisch 100 Infizierte 291 weitere Personen anstecken und sich die Verbreitung des Virus zunehmend beschleunigt. Nach den jüngsten Daten des RIVM sind inzwischen 66,9 Prozent aller Infektionen auf die Deltavariante zurückzuführen. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in 24 Stunden kletterte auf 11 363.

Angesichts einer Verschlechterung der Corona-Lage hat die niederländische Regierung bereits einen Teil der umfangreichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgenommen. Weiterhin läuft das öffentliche Leben aber größtenteils unbeeinträchtigt weiter.

Gesundheitsminister Hugo de Jonge rief die Bevölkerung am Freitag auf, sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub testen zu lassen. Nur so lasse sich ein Verbreiten des Virus in Familien, Schulen und auf der Arbeit verhindern. Reisende auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol erhalten im Moment bei der Ankunft einen kostenlosen Selbsttest, der Minister stand bei der Verteilaktion am Freitag selber mit am Gate.

18.52 Uhr: Corona-Inzidenzwert steigt deutlicher als zuletzt

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten hat am Freitag einen vergleichsweise deutlichen Sprung gemacht. Sie legte nach Angaben des Landesgesundheitsamts innerhalb eines Tages von 8,2 auf 8,9 Infektionen je 100.000 Einwohner zu. Der Wert war bereits in den vergangenen Tagen stetig gestiegen. Unter den 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg ist die Inzidenz mit 25,2 in Ulm am höchsten und mit 1,4 im Neckar-Odenwald-Kreis am niedrigsten.

17.38 Uhr: Wegen sinkender Zahlen: Impfungen sollen im Südwesten gezielter angeboten werden

Die lahmende Impfbereitschaft und die Ausbreitung der Delta-Variante machen Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) Sorgen. „Gerade in der Gruppe der jungen Erwachsenen registrieren wir derzeit vermehrt Ansteckungen und zugleich eine Zurückhaltung gegenüber den Impfungen“, sagte der Minister am Freitag anlässlich eines digitalen Impfgipfels in Stuttgart. In den vergangenen drei Wochen sei die Zahl der Erstimpfungen in den Impfzentren nach Ministeriumsangaben um 70 Prozent eingebrochen. „Noch Mitte April haben wir auf dem ersten Impfgipfel über den großen Mangel und eine gerechte Verteilung des Impfstoffes diskutiert“, sagte Lucha. „Nun haben wir eine komplett andere Situation.“

Wenn die Menschen nicht in die Impfzentren kommen, sollen die Spritzen nun zu den Menschen gebracht werden - so lässt sich das Ergebnis des Spitzentreffens von unter anderem Vertretern von Kommunen, Ärzte-, Industrie- und Handwerksverbänden zusammenfassen. „Wir machen den Weg zur Impfung überall im Land so einfach wie möglich“, kündigte Lucha an. „Ob eine Impfung im Fußballstadion, mobile Impfteams auf Markt- und Supermarktplätzen oder Impfungen ohne Termin in den Zentren – alle Initiativen sind willkommen“, erklärte der Minister. Infoteams mit Sprachmittlern in Fußgängerzonen und eine landesweite Aktionswoche im Juli sollen die Impfquote im Südwesten weiter erhöhen. Lucha drohte in diesem Zusammenhang auch erneut mehr Druck an: Eine Impfung sei zwar freiwillig, sagte er. Aber ungeimpfte Erwachsene müssten bei steigenden Fallzahlen künftig mit einer erneuten Ausweitung der Testpflicht rechnen.

16.13 Uhr: Spahn knüpft Corona-Maßnahmen im Herbst an Fortschritte bei Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) macht mögliche neue Corona-Einschränkungen im Herbst und Winter vom Fortschritt bei den Impfungen abhängig. "Wir entscheiden jetzt darüber, wie der Herbst wird, wie der Winter wird durch die Impfkampagne", sagte Spahn am Freitag den Sendern RTL und ntv. "Jeder Einzelne entscheidet das." Bei einer Impfquote von mehr als 70 Prozent würden wahrscheinlich nur "Basismaßnahmen" wie Abstand und Masken gebraucht.
 
Spahn hob zudem hervor, es werde "auf jeden Fall" einen Unterschied machen, ob jemand geimpft sei oder nicht. "Jemand, der geimpft ist, den können wir nicht und müssen wir auch nicht mit den gleichen Beschränkungen belegen, wie jemand, der nicht geimpft ist", sagte der Minister. Insofern sei auch "sehr klar, dass die Impfung ganz sicher auch für Herbst und Winter für jeden einen Unterschied macht".

14.45 Uhr: EU-Behörde rechnet mit starkem Anstieg der Corona-Infektionsfälle bis August

Die Zahl der Neuinfektionen könnte sich laut den am Freitag veröffentlichten Prognosen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bis Anfang August fast verfünffachen. Ursache seien die hochansteckende Delta-Variante sowie die Lockerungen von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern. 

Die Prognosen der EU-Behörde beziehen sich auf das Gebiet der EU, Norwegens und Islands. Das ECDC rechnet demnach damit, dass die Zahl der neuen Fälle in der am 1. August endenden Woche auf 420 pro 100.000 Einwohner ansteigen wird. In der Woche darauf könnte der Wert demnach bereits bei mehr als 620 liegen. Vergangene Woche waren in dem Gebiet hingegen 90 neue Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Die Zahl der Behandlungen im Krankenhaus und der Corona-Todesfälle wird laut ECDC aufgrund der laufenden Impfkampagnen langsamer ansteigen. Derzeit verzeichnen zwei Drittel der 30 von der EU-Behörde beobachteten Länder eine steigende Tendenz bei den Neuinfektionen. 

14.35 Uhr: Indonesien bleibt globaler Corona-Hotspot - Rekordzahl an Todesopfern

Indonesien bekommt seine bisher schwerste Corona-Welle trotz eines Lockdowns und strikter Regeln nicht in den Griff. Die Behörden meldeten am Freitag mehr als 1200 Tote innerhalb von 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Gleichzeitig wurden im viertbevölkerungsreichsten Land der Erde erneut rund 54 000 Neuinfektionen verzeichnet.

Seit Tagen liegt die Zahl der neuen Fälle bei mehr als 50 000. Indonesien hat damit Indien - wo die Zahlen rückläufig sind - als weltweiten Spitzenreiter überholt. Grund ist vor allem die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante. Gesundheitsminister Budi Gunadi Sadikin forderte die Menschen dringend auf, die Maßnahmen einzuhalten und Masken zu tragen.

13.48 Uhr: Niederlande und Griechenland werden Corona-Risikogebiete

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks als Risikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen abrät. Für die Niederlande und die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen ergeben sich daraus auch praktische Folgen: Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen.

Mit Griechenland und der Niederlande werden zwei weitere beliebte Urlaubsländer der Deutschen auf die Risikoliste gesetzt. Portugal und Zypern sind wegen besonders hoher Infektionszahlen sogar als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden, was eine Quarantänepflicht von 5 bis 10 Tagen für Einreisende bedeutet, die nicht geimpft oder genesen sind. Dieses Schicksal bleibt Spanien noch erspart, obwohl die 7-Tage-Inzidenz dort inzwischen auf 282 gestiegen ist. Für Hochinzidenzgebiete gilt eigentlich ein Grenzwert von 200, es spielen allerdings auch andere Faktoren noch eine Rolle.

13 Uhr: Gestörte Lieferketten - Ökonom Felbermayr warnt vor höheren Preisen

Auf Verbraucher in Deutschland kommen nach Einschätzung von Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, kräftige Preiserhöhungen bei Produkten aus Asien zu. Grund seien die Containerkrise im südchinesischen Meer und Chaos in den globalen Lieferketten. „Wenn es in Asien Lieferprobleme gibt, spüren wir das auch im Preis“, sagt Felbermayr. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Produkte aus Fernost in den kommenden Monaten deutlich teurer werden“.

Wie sehr die Preise im Durchschnitt steigen, sei schwer zu sagen, so der Ökonom. „Aber bei Gütern und Geschenken, die stark nachgefragt werden, Elektronikgeräte wie Fernseher oder Spielkonsolen, werden wir sicherlich einen Preisanstieg von bis zu 20 Prozent sehen.“ Der Bremerhavener Tiefkühlkosthersteller Frosta kündigte am Freitag bereits entsprechende Konsequenzen an.  Doch nicht nur steigende Preise, sondern auch weniger Produkte könnten die Folge sein. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, plant der schwedische Möbelriese Ikea im kommenden Geschäftsjahr 2022 bereits mit einem abgespeckten Angebot: „Eine Reduzierung des gesamten Sortimentvolumens in Europa um rund fünf Prozent und in Nordamerika um rund vier Prozent“ sei vorgesehen, sagte eine Sprecherin. Als Grund nannte Ikea „Einschränkungen des Warenflusses aus Asien“ bei steigender Nachfrage. 

11.30 Uhr: Olympische Spielen in Tokio als Fest der Corona-Mutanten? - Experten nicht einig

Geht das Pandemie-Konzept mit strengen Regeln auf oder gehen die XXXII. Sommerspiele als böses „Fest der Virus-Mutanten“ in die Geschichte ein? Zu den Olympischen Spielen in Tokio werden nicht wenige der 438 Sportler des Team D mit einem mulmigen Gefühl reisen. Die DOSB-Virologin Barbara Gärtner ist absolut überzeugt: Alles geht gut. „Der Trick beim Olympischen Dorf ist: Man versucht das Corona-Virus rauszuhalten“, sagte Gärtner. „Für mich ist es einer der am besten überwachten Bereiche, die wir weltweit haben.“ Der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel fürchtet das Einschleppen von Corona-Mutanten: „Meine Hauptsorge sind die Athleten, die aus Ländern kommen, die kein gutes medizinisches System und keine Tests für Mutanten haben“, sagte er. „Man kann sicher von 100 Ländern sprechen.“ Dies wären knapp die Hälfte von denen, die ihre Sportler nach Tokio entsenden. 

Bis Sonntag sollen rund 2200 Athleten im Olympischen Dorf ihre Zimmer beziehen, mehr als 11 000 sind insgesamt avisiert. Hinzu kommen rund 7000 Trainer, Betreuer und Offizielle, die dort Quartier beziehen.Tokio befindet sich auch für die gesamte Dauer der Spiele erneut in einem Notstand, da die Corona-Infektionen wieder deutlich steigen. Am Donnerstag meldete die Hauptstadt des Landes 1308 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, der höchste Stand seit einem halben Jahr.

10.34 Uhr: Forscher arbeiten an Inaktivierung von Pandemie-Aerosolen

Eines ist soweit klar: Das Coronavirus verbreitet sich vor allem über die Luft. Durch Aerosole, die beim Niesen, Husten, Sprechen und auch nur beim Atmen ausgestoßen werden. Um mehr über Aerosole herauszufinden, vor allem aber um zu erforschen, wie Viren dort gefunden und inaktiviert werden können, hat die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ein transdisziplinäres Konsortium gegründet. Hier arbeiten Virologen, Aerobiologen, Internisten sowie Ingenieure und Physiker zusammen. Neben Experten und Expertinnen aus mehreren Helmholtz Zentren und anderen Institutionen wie dem Universitätsklinikum Augsburg seien rund 30 Unternehmen involviert, damit die entwickelte Technik schnell umgesetzt werden kann. Auch große Supermarktketten seien beteiligt, um die Geräte in den Filialen einsetzen zu können.

In der Entwicklung seien gerade Geräte, die Coronaviren und andere Krankheitserreger aus der Raumluft inaktivieren könnten. Andere sollen ähnlich wie Alkoholtester schon in ausgeatmeter Luft Viren nachweisen. Je nachdem, wie lange die Corona-Pandemie noch dauert, werden die Geräte hier nicht mehr wirklich helfen. Das Konsortium ist auf fünf Jahre angelegt. „Es geht um Vorbereitung für die nächste Pandemie“, sagt Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann vom Helmholtz Zentrum München. „Die nächste Pandemie wird wieder eine sein, bei der Viren durch die Luft übertragen werden.“

7.20 Uhr: Inzidenz steigt sprunghaft auf 8,6 

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Freitagmorgen lag sie bei 8,6 - am Vortag betrug der Wert 8,0 und davor 7,1. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

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