Das waren die Entwicklungen am Freitag, 15. Oktober: 

20.33 Uhr: Corona-Werte in Baden-Württemberg legen zu

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist am Freitag stärker als zuletzt gestiegen. Lag sie am Tag zuvor noch bei 88,7 neuen Infektionen Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner in einer Woche, legte dieser Wert einen Tag später auf 93,3 zu. Eine wichtige Rolle bei der Einschätzung der Corona-Lage spielt auch die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz. Am Freitag (Stand 16.00 Uhr) lag sie nach Angaben des Landesgesundheitsamts stabil bei 2,2.

19.10 Uhr: Biontech beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren in EU

Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech hat zusammen mit dem US-Partnerunternehmen Pfizer nun auch in der EU die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auf Fünf- bis Elfjährige beantragt. Am Freitag teilten die beiden Unternehmen mit, dass sie dafür Daten aus einer klinischen Studie bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht haben. Es handelte sich demnach um dieselben Daten, die bei einem ähnlichen Antrag in den USA vor einer Woche eingereicht worden waren.

18 Uhr: Land verkündet Pläne für Fasnacht – Irritation in der Region

In der kommenden Saison sollen Narren in Baden-Württemberg wieder die fünfte Jahreszeit feiern können. Sowohl in Innenräumen als auch auf der Straße sollen Veranstaltungen mit Hygienekonzept möglich sein, teilte das Sozialministerium am Freitag mit.

Für Veranstaltungen im Freien soll eine Arbeitsgruppe noch Konzepte entwickeln. Narren könnten beispielsweise auf Straßenumzügen Masken tragen und auf Abstand achten.

Wer geimpft oder genesen ist, dürfe im Saal feiern, heißt es in der Mitteilung, in der auch VSAN-Präsident Roland Wehrle zu Wort kommt: "Mit 2G können wir sehr gut leben.“

Wie groß ist die Einigkeit über 2G bei der Saalfasnacht tatsächlich? In der Region regt sich bereits Widerspruch:

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17.10 Uhr: Maskenpflicht für geimpfte Kellner und andere wird weiter gelockert

Die Maskenpflicht für geimpfte oder genesene Beschäftigte zum Beispiel in der Gastronomie soll sehr bald wieder gelockert werden. Darauf haben sich Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und der Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink am Freitag in einem Gespräch geeinigt. Demnach können geimpfte oder genesene Mitarbeiter beispielsweise von Restaurants und Cafés auf eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus verzichten, sofern der Arbeitgeber einverstanden ist und dies der Arbeitsschutzverordnung entspricht.

Die aktuelle Corona-Verordnung, die noch eine Maskenpflicht vorschreibt, werde entsprechend angepasst, sagte Lucha der Deutschen Presse-Agentur. Er versprach eine „möglichst einfache und praktikable Anwendung für die Beschäftigten“.

15.31 Uhr: Besser gegen Corona: Bei Johnson & Johnson zweite Spritze empfohlen

Wer mit Johnson & Johnson gegen Corona geimpft ist, kann sich nun auch in Baden-Württemberg eine Auffrischungsimpfung holen. Vier Wochen nach der Impfung können Betroffene eine Spritze mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Stuttgart mit. Das Land folgt damit einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz und einer Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (Stiko). Die doppelte Impfung soll Betroffene besser vor der Delta-Variante schützen.

13.18 Uhr: USA lassen ab 8. November geimpfte Reisende wieder ins Land

Die USA lassen gegen das Coronavirus geimpfte Reisende ab dem 8. November wieder ins Land. "Die neue Reiseregelung der USA, die für ausländische Reisende eine Impfung verlangt, wird am 8. November beginnen", erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses am Freitag im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Die USA hatten im März vergangenen Jahres wegen der Corona-Pandemie Einreiseverbote unter anderem für Europäer verhängt.

10.41 Uhr: Corona-Pass für ganze Arbeitswelt tritt in Italien in Kraft Proteste

In Italien tritt am Freitag eine umstrittene neue Corona-Regel für Arbeitnehmer in Kraft. Jeder Beschäftigte, sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Bereich, muss dann nachweisen, geimpft, genesen oder negativ getestet zu sein. Nur dann bekommt man einen sogenannten „Grünen Pass“. Ohne diesen Pass darf niemand mehr seinen Arbeitsplatz etwa in Büros, Fabriken, Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen betreten. Von der Maßnahme sind 23 Millionen Beschäftigte in Italien betroffen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte das Dekret vor Wochen beschlossen, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen. Rund 85 Prozent der Italiener ab zwölf Jahren sind mindestens einmal geimpft.

Gegen den Beschluss gibt es heftigen Widerstand. Gewerkschaftler und Politiker kritisieren die Maßnahme. In Triest drohen die Arbeiter mit einer Blockade des wichtigen Hafens; im Güterverkehr wird Chaos befürchtet, weil viele Fernfahrer vor allem aus dem Ausland kein notwendiges Corona-Zertifikat haben. In vielen Städten sind am Freitag Proteste geplant, unter anderem in Rom. Dort gab es erst am vorigen Samstag bei einer Demonstration schwere Krawalle.

9.53 Uhr: RKI: Teils sehr hohe Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt. Auch zu möglichen Hintergründen für die regional hohen Zahlen machte das RKI keine Angaben.

Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche in den Altersgruppen unter 20 Jahren allerdings im Vergleich zur Woche zuvor leicht gesunken, hieß es zusammenfassend. Die Werte bei Menschen über 20 hingegen stiegen leicht an. Das RKI sprach zudem bundesweit von 636 übermittelten Schulausbrüchen für die vergangenen vier Wochen wegen möglicher Nachmeldungen seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen aber noch nicht zu bewerten.

8 Uhr: RKI registriert 11.518 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 68,7

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 68,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 67,0 gelegen, vor einer Woche bei 63,8 (Vormonat: 77,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.518 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.21 Uhr wiedergeben.

7 Uhr: Testpflicht für Stuttgarter Kita-Kinder aufgehoben

Kinder ab drei Jahren können in Stuttgart ab heute wieder ungetestet in die Kita gehen. Die Testpflicht läuft aus und wird nicht verlängert, wie die Stadt Stuttgart mitteilte. „Wir haben diesen Schritt gut abgewogen, er ist jetzt einfach vernünftig“, sagte die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 14. Oktober: 

22.55 Uhr: USA spenden weitere 17 Millionen Impfdosen an Afrika

Die USA wollen weitere 17 Millionen Impfdosen des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson an die Länder der Afrikanischen Union (AU) spenden. Das kündigte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag bei einem Treffen mit Kenias Präsident Uhuru Kenyatta in Washington an.

Die USA haben eigenen Angaben nach bereits 50 Millionen Impfdosen an die AU gespendet. Der Johnson-Impfstoff entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss - anders als etwa die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna - nicht zweimal gespritzt werden. „Alle 17 Millionen Dosen sind sofort verfügbar und werden in den kommenden Wochen ausgeliefert“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki.

20.18 Uhr: RKI: Teils sehr hohe Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt.

Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche in den Altersgruppen unter 20 Jahren allerdings im Vergleich zur Woche zuvor leicht gesunken, hieß es zusammenfassend. Die Werte bei Menschen über 20 hingegen stiegen leicht an. Das RKI sprach zudem von 636 übermittelten Schulausbrüchen für die vergangenen vier Wochen - wegen möglicher Nachmeldungen seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen aber noch nicht zu bewerten.

19.08 Uhr: Hospitalisierungsinzidenz im Südwesten steigt leicht

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, die bei der Einschätzung der Corona-Lage eine wichtige Rolle spielt, ist in Baden-Württemberg leicht gestiegen. Am Donnerstag (Stand 16 Uhr) betrug sie nach Angaben des Landesgesundheitsamts 2,2 nach 2,05 am Vortag. Der Wert gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in einer Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Er ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die Zahl der Covid-Fälle auf Intensivstationen sank seit Mittwoch um 15 auf 173.

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg sank ebenfalls: von 85,8 auf nunmehr 80,4. Dabei handelt sich um die Zahl der neuen Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 2023 auf 593.853. Im Zusammenhang mit dem Virus sind 10.806 Menschen im Südwesten gestorben - dies sind zehn mehr als am Vortag.

17.11 Uhr: Fast 86 Prozent von Corona-Infektionen in Afrika laut WHO unbemerkt

Fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika bleiben unbemerkt. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag. Damit werde die Zahl aller Infektionen auf dem Kontinent auf 59 Millionen geschätzt das ist siebenmal mehr als die über acht Millionen gemeldeten Fälle.
 
Die hohe Dunkelziffer sei dadurch zu erklären, dass sich Gesundheitseinrichtungen bislang auf das Testen von Personen mit Krankheitssymptomen konzentriert hätten, was zu einer umfassenden Unterberichterstattung geführt habe, so die WHO. „Mit begrenzten Tests fliegen wir in viel zu vielen Gemeinden in Afrika immer noch blind ... Was wir sehen, könnte nur die Spitze des Eisbergs sein“, sagte WHO-Regionaldirektorin für Afrika Matshidiso Moeti. Bislang seien auf dem Kontinent mit 1,3 Milliarden Einwohnern lediglich 70 Millionen Covid-19-Tests gemeldet worden, so die WHO.

15  Uhr: WHO: Corona wirft Kampf gegen Tuberkulose um Jahre zurück

Die Coronavirus-Pandemie hat den Kampf gegen Tuberkulose nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Jahre zurückgeworfen. Von knapp zehn Millionen Menschen, die nach Schätzungen im vergangenen Jahr an Tuberkulose (TB) erkrankten, wurden nur 5,8 Millionen diagnostiziert, berichtete die WHO am Donnerstag in Genf. Im Jahr davor waren es noch 7,1 Millionen. Der Rückgang ist unter anderem auf Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen zurückzuführen sowie auf die Überlastung von Gesundheitsdiensten. TB war 2020 nach Covid-19 die zweithäufigste Todesursache durch einen einzelnen Infektionserreger. 

13.39 Uhr:  Land stellt 50 zusätzliche Impfteams in Aussicht, um Engpässe zu verhindern

Um mögliche Engpässe bei den Impfkapazitäten im Südwesten zu verhindern, möchte das Land bei Bedarf bis zu 50 weitere mobile Impfteams einsetzen. Darauf hat sich die Landesregierung am Mittwoch geeinigt, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Die mobilen Impfteams sollen die niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte unterstützen und zusätzlich zu den 30 Teams eingesetzt werden, die seit der Schließung der Impfzentren Ende September bereits im Einsatz sind.
 
Es habe sich herausgestellt, „dass es möglicherweise zu Engpässen bei einem flächendeckenden Impfangebot durch Arztpraxen (...) kommen kann“, heißt es in der bereits beschlossenen Kabinettsvorlage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Sollte die Kassenärztliche Vereinigung mitteilen, dass das Impfangebot durch niedergelassene Ärzte alleine nicht ausreicht, soll es sofort Unterstützung durch die zusätzlichen Impfteams geben.

12.46 Uhr: Kommt bald noch mehr Corona-Impfstoff aus Stein? Novartis führt Gespräche mit weiteren Herstellern

Der Pharmakonzern Novartis Novartis plant, seine Aktivitäten im Kampf gegen die Corona-Pandemie auszuweiten – möglicherweise sogar am Standort Stein, direkt gegenüber Bad Säckingen auf deutscher Rheinseite. Denn der Konzern befindet sich momentan in konkreten Gesprächen mit mehreren Impfstoffherstellern, um deren Fertigungsaktivitäten zu übernehmen. Fünf Antworten zur derzeitigen Situation und der aktuellen Entwicklung.

11.27 Uhr: Hochschule Karlsruhe droht Studenten ohne 3G-Nachweis mit Ausschluss

Studierende, die sich nicht an die sogenannte 3G-Regel halten, müssen an der Hochschule Karlsruhe künftig mit einem Ausschluss von der Hochschule rechnen. Zum neuen Semester gebe es ein dreistufiges Verfahren, sagte ein Sprecher der Hochschule am Donnerstag. Wer ohne den Nachweis einer Corona-Impfung, Genesung oder eines Tests (3G) an der Lehre in der Hochschule teilnehme, werde zunächst für zwei Wochen von der Präsenzlehre ausgeschlossen.
 
Bei einem zweiten Mal erfolge ein Ausschluss bis zum Ende des Semesters. Wer ein drittes Mal ohne 3G-Nachweis erwischt wird, dem soll eine Exmatrikulation angedroht werden, also der Ausschluss vom Studium. 

9.47 Uhr: SC Freiburg macht trotz Corona Gewinn

Trotz fehlender Zuschauereinnahmen durch die Coronavirus-Pandemie und eines weitgehend selbst finanzierten Stadionneubaus konnte der SC Freiburg am Mittwoch eine erfolgreiche Bilanz vorlegen. Der Fußball-Bundesligist hat im Geschäftsjahr 2020/2021 sogar einen Gewinn von 9,8 Millionen Euro (Vorjahr 0,1 Millionen Euro) gemacht. „Die Transfereinnahmen sind der Grund, warum wir so gut durch die Krise gekommen sind“, sagte SC-Finanzvorstand Oliver Leki bei der ersten Mitgliederversammlung des Vereins seit zwei Jahren erstmals in der Sick-Arena der Neuen Messe in Freiburg.

7.31 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 67,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf 67,0 gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen eines Tages 12.382 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 65,4 gelegen, vor einer Woche hatte sie 62,6 betragen.

Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 72 Fälle auf 94.461.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 13. Oktober: 

21.55 Uhr: Option auf 2G – dafür keine Maskenpflicht: Was sich durch die neue Corona-Verordnung im Südwesten alles ändert

In Baden-Württemberg gilt ab Freitag, 15. Oktober, eine neue Corona-Verordnung. Sie hat vor allem im Freizeitbereich Auswirkungen, auch Beschäftigte können jedoch von Änderungen betroffen sein. Fragen und Antworten dazu, welche Regeln neu sind. 

20 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg legt weiter zu, wenngleich langsam. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart (Stand: 16 Uhr) mitteilte, lag der Wert am Mittwoch bei 85,8 - nach 84,9 am Dienstag. Dabei handelt sich um die Zahl der neuen Corona-Fälle pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ging zurück auf 2,05 nach zuletzt 2,13. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in einer Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Die Zahl der Covid-Fälle auf Intensivstationen stieg um sieben auf 188.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 2022 auf 591 830. Im Zusammenhang mit dem Virus sind 10 796 Menschen im Südwesten gestorben - das heißt, seit dem Vortag gab es acht weitere Todesfälle.

18.25 Uhr: Südwesten verschärft Testpflicht für Beschäftigte mit Kundenkontakt

Baden-Württemberg verschärft mit der neuen Corona-Verordnung die Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte in Unternehmen mit Publikumsverkehr. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa in der Gastronomie oder in Friseursalons müssen sich künftig zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Geimpfte und genesene Beschäftigte müssen sich nicht testen lassen. Bisher galt eine solche Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Außenkontakt nur dann, wenn sich die Corona-Lage im Südwesten deutlich verschärft, also in der sogenannten Warn- und der Alarmstufe. Die neue Verordnung tritt an diesem Freitag in Kraft.

17.22 Uhr: WHO schlägt Virologen Drosten für internationalen Beirat vor

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Berliner Virologen Christian Drosten als Mitglied eines wichtigen neuen Beirats vorgeschlagen. Der Beirat soll Richtlinien für künftige Studien über den Ursprung von Pandemien und Epidemien erarbeiten und Untersuchungen beaufsichtigen, wie die WHO am Mittwoch in Genf berichtete.

Sie schlug 26 Mitglieder aus zahlreichen Ländern vor, darunter China, Russland, die USA, Sudan, Saudi-Arabien und Kambodscha. Politische Überlegungen hätten bei der Auswahl keine Rolle gespielt, betonte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan. Die Mitgliedsländer können sich bis Ende Oktober zu der Liste äußern.

15.39 Uhr: Schweiz rückt nun doch von Impfgutscheinen ab

Der Schweizer Bundesrat hat ursprüngliche Pläne verworfen, die Impfquote per Gutschein an Impfwerber nach oben zu treiben. 50 Franken (46 Euro) sollten jene erhalten, die Ungeimpfte motivieren, so die Idee von Gesundheitsminister Alain Berset.

Die Schweiz hat eine der niedrigsten Impfquoten in Europa. Die Kantone lehnten die Gutscheine deutlich ab, der Bundesrat rückte entsprechend von dieser Maßnahme im Rahmen einer nationalen Impfoffensive ab. Diese wird es, etwa einer nationalen Impfwoche, trotzdem geben. Maximal 100 Millionen Franken will die Schweiz dafür zur Verfügung stellen.

13.55 Uhr: RKI wehrt sich gegen Vorwürfe wegen zu niedriger Impfquoten

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Verantwortung für offenbar zu niedrige, offiziell gemeldete Corona-Impfquoten in Deutschland zurückgewiesen. „Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind“, sagte Präsident Lothar Wieler laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Eine zu niedrige Erfassung stelle „keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar“, sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hieß es. Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege „ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)“.

12.35 Uhr: Gericht: AfD-Abgeordneter muss Corona-Testpflicht hinnehmen

Der ungeimpfte AfD-Landtagsabgeordnete Ruben Rupp muss nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes weiterhin Testpflichten für Nicht-Immunisierte hinnehmen. Die Mannheimer Richter hatten nach Angaben von Mittwoch den Eilantrag des Fraktionsvize abgelehnt. Er hatte argumentiert, die Test- Vorschriften und insbesondere die ab der Alarmstufe vorgesehenen Zutrittsverbote seien rechtswidrig und schränkten seine Teilnahme am öffentlichen Leben ein.
 
Aus Sicht des Gerichts ist das Testerfordernis rechtmäßig und weiterhin verhältnismäßig auch nach dem Wegfall der kostenlosen Bürgertests. Dem Politiker fehle auch das Rechtsschutzinteresse hinsichtlich Warnstufe und Alarmstufe, weil diese nicht erreicht seien. Der Beschluss ist unanfechtbar (Az.:1 S 3038/21).

11.31 Uhr: Ab nächster Woche wird die Maskenpflicht in den Schulen gelockert: Welche Regeln dann gelten und was Betroffene vom Hochrhein davon halten

Endlich wieder kein Mundschutz am Sitzplatz in der Schule. Die Schüler wird es freuen, dass ab Montag, 18. Oktober, die Maskenpflicht gelockert wird. Doch die Infektionslage könnte dies auch schnell wieder ändern. Was halten die Betroffenen vom Hochrhein davon und was gilt künftig? Ein Überblick.

10.29 Uhr: Urteile nach Angriff bei Stuttgarter Corona-Demo erwartet

Nach einem brutalen Angriff am Rande einer Corona-Demonstration in Stuttgart will das Landgericht am Mittwoch (09.00 Uhr) ein Urteil sprechen. Angeklagt sind zwei Männer, die der linken Szene zugerechnet werden. Sie sollen mit einer größeren Gruppe Vermummter im Mai vergangenen Jahres drei Männer zusammengeschlagen haben, die bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Stuttgart dabei waren. Die Opfer arbeiten beim Autokonzern Daimler und sind Betriebsratsmitglieder der rechten Gewerkschaft „Zentrum Automobil“. Sie sollen Berichten zufolge enge Kontakte zur rechtsextremen Szene haben.

9.11 Uhr: Intensivmediziner: Kaum geimpfte Corona-Patienten ohne Vorerkrankung

Auf den Corona-Intensivstationen in Deutschland gibt es nach Angaben von Medizinern fast keine gegen Covid-19 geimpften Patienten ohne Vorerkrankung. Die allermeisten seien gar nicht oder nicht vollständig geimpft“, sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die geimpfte Minderheit bestehe zu großen Teilen aus älteren Patienten, deren zweite Impfung schon weit zurückliege. „Diese Menschen leiden in aller Regel zudem unter schweren chronischen Krankheiten.“

7.41 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz auf 65,4 gefallen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf 65,4 gefallen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen eines Tages 11.903 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. 

Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 65,8 gelegen, vor einer Woche hatte sie 62,3 betragen. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 92 Fälle auf 94.389. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Pandemiebeginn liegt laut RKI bei 4.330.258.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 12. Oktober: 

22.17 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bei 84,9

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist am Dienstag gestiegen: Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte, lag der Wert bei 84,9 - nach 82,5 am Montag und 86,3 am Sonntag. Dabei handelt sich um die Zahl der neuen Corona-Krankheitsfälle pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Pforzheim und Heidelberg markierten die beiden extremen Pole: In Pforzheim lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 192,0, in Heidelberg mit 38,4.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz stieg auf 2,13 nach zuletzt 2,05. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in einer Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ist der Wert ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die Zahl der Covid-Fälle auf Intensivstationen stieg um vier auf 181.

20.40 Uhr: Diskrepanz bei Impfquote Drosten verteidigt Robert Koch-Institut

In der Debatte um die Unsicherheit bei der Impfquote in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten das Robert Koch-Institut (RKI) in Schutz genommen. Die einseitige Schuldzuweisung ans RKI und Lothar Wieler halte er so nicht für gerechtfertigt, sagte der Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Das Thema sei auch nicht neu, das RKI weise schon länger auf die Problematik hin.

Letztlich sei die öffentliche Aufregung um die Diskrepanz „komplett umsonst“, sagte Drosten. Die Situation habe sich nicht geändert. Rechnen müsse man mit der Impfquote der Gesamtbevölkerung (und nicht der Erwachsenen): Dabei sei der Unterschied zwischen dem Meldesystem und einer RKI-Begleituntersuchung gering und für die Bewertung der Gesamtsituation „irrelevant“. Die Begleitstudie, eine Umfrage, weise auch einige Einschränkungen auf.

17.53 Uhr: Curevac zieht ersten Covid-Impfstoff aus Zulassungsverfahren

Wenige Monate nach der Veröffentlichung der vergleichsweise schwachen Wirksamkeit seines ersten Covid-Impfstoffs will sich das Tübinger Biotechunternehmen Curevac neu ausrichten. Vorstandschef Franz-Werner Haas kündigte am Dienstag an, den Impfstoff CVnCoV aus dem Zulassungsverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zurückzuziehen.
 
Das Unternehmen will sich laut Haas mit seinem britischen Partner GlaxoSmithKline (GSK) auf die Entwicklung weiterer, besserer Covid-19-Impfstoffe konzentrieren. Diese sollen unter anderem einen langanhaltenderen Schutz gegen neue Varianten in einer einzigen Impfung bieten. „Wir sehen, dass wir mit CVnCoV nicht mehr Teil der ersten Welle von Pandemie-Impfstoffen sein können. Aber wir haben die feste Absicht, gemeinsam mit unserem Partner eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung eines neuen, verbesserten Impfstoffs der zweiten Generation einzunehmen“, erklärte Haas.

16.08 Uhr: Rund jeder zehnte Corona-Intensivpatient geimpft

Ungefähr jeder zehnte der im August und September wegen Corona auf Intensivstationen behandelten Patienten war vollständig geimpft. Das geht aus einer Ende September übermittelten Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervor. Die Angaben entsprechen in etwa auch früheren Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der hatte Anfang September im Werben für die Corona-Schutzimpfung gesagt, 90 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstationen seien ungeimpft. Später hatte er von 90 bis 95 Prozent gesprochen.
 
In der Antwort des Ministeriums wird auf die Wochenberichte des Robert Koch-Instituts (RKI) verwiesen, in denen die Zahl der Impfdurchbrüche veröffentlicht wird. Insgesamt wurden demnach von Februar bis Mitte September 11 419 Corona-Patienten intensivmedizinisch versorgt. Bei 210 davon wurde von einem Impfdurchbruch ausgegangen (1,84 Prozent). Das RKI betonte: „Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen.“

14.50 Uhr: Sollten Corona-Impfungen an Schulen angeboten werden? Das sagen Schulleiter und Elternvertreter aus der Region dazu

Die Inzidenz im Schwarzwald-Baar-Kreis liegt bei 158,8, in der Altersgruppe der fünf bis 14-Jährigen sogar bei 517 (Stand Montag, 11. Oktober), so die Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Impfungen können dabei helfen, die Zahlen zu senken. Durch Angebote an Schulen könnten junge Menschen gezielt erreicht werden. Der SÜDKURIER hat nachgefragt, wie Schulen und Elternvertreter zu diesem Gedanken stehen.

13 Uhr: Lufthansa zahlt Teil der Coronahilfen früher als geplant zurück

Früher als geplant hat die Lufthansa einen Teil der staatlichen Coronahilfen zurückgezahlt. Sie überwies 1,5 Milliarden Euro an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik, wie sie am Montagabend mitteilte. Eine weitere Milliarde Euro zurückzahlen will der Konzern bis Ende des Jahres. Der WSF hält aktuell noch 14,09 Prozent des Grundkapitals der Lufthansa in der Corona-Krise waren es 20 Prozent. 

11.50 Uhr: Lebenserwartung in Deutschland durch Covid-19 nach Jahren erstmals gesunken

Die Lebenserwartung in Deutschland ist durch Covid-19 erstmals seit Jahren leicht gesunken. Zwischen 2019 und 2020 sank der Wert bei Frauen um 0,1 Jahre, bei Männern um 0,3 Jahre, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Dienstag in Wiesbaden mit. Vor der Pandemie nahm die Lebenserwartung durchschnittlich jedes Jahr um 0,1 Jahr zu. 
 
"Die Lebenserwartung wird selbstverständlich nicht nur durch Covid-19 beeinflusst," erklärte Pavel Grigoriev vom BiB. Allerdings habe die Krankheit in vielen Ländern laut detaillierten Sterbestatistiken einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung gehabt. Im internationalen Vergleich ging der Wert in Deutschland nur gering zurück. Deutlich stärker sank die Lebenserwartung beispielsweise in den USA. In Polen, Spanien und Italien sank sie 2020 bei Männern und Frauen um jeweils mehr als ein Jahr. Unterschiede gibt es laut BiB auch zwischen den Bundesländern.

10.34 Uhr: 75,9 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft

In Deutschland sind 65,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote unter den Erwachsenen liegt bei 75,9 Prozent, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,6 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen, sowie 79,4 Prozent der Erwachsenen.
 
Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 43,3 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 37,2 Prozent sind vollständig geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen bereits über eine Million Menschen in Deutschland bekommen. Den Wert gab das RKI am Dienstag mit 1 044 188 an.

9.39 Uhr: Thailand öffnet für Geimpfte aus zehn Ländern auch für Deutschland

Ein Freudentag für alle Fernreisenden: Deutsche dürfen ab dem 1. November wieder quarantänefrei nach Thailand reisen, sofern sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha kündigte in einer Fernsehansprache an, insgesamt stünden mindestens zehn Länder mit geringer Corona-Inzidenz auf der Liste, darunter auch die USA, Singapur und China. Urlauber müssten lediglich einen PCR-Test vor der Abreise und einen weiteren bei der Ankunft in Thailand machen, sagte Prayut. Danach könnten sie alle Landesteile frei bereisen.

7.31 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz auf 65,8 gesunken

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf 65,8 gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen eines Tages 4971 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,5 gelegen, vor einer Woche hatte sie 63,6 betragen. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 11. Oktober: 

22.01 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bei 82,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist auf den Stand von vergangener Woche gefallen. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte, lag der Wert bei 82,5 - nach 86,3 am Sonntag und 86,0 am Samstag. Dabei handelt sich um die Zahl der neuen Corona-Krankheitsfälle pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Pforzheim und Heidelberg markierten die beiden extremen Pole mit 177,8 und Heidelberg mit 39,1.

20.43 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat  eine Corona-Auffrischungsimpfung für immungeschwächte Patienten empfohlen

Menschen mit geschwächtem Immunsystem könnten nur bedingt auf die Standard-Impfung reagieren. Daher unterlägen sie einem "hohen Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung", erklärte die WHO-Expertengruppe für Immunisierungen (Sage). Für eine sogenannte Booster-Impfung für alle Bevölkerungsgruppen sprach sich die WHO dagegen nicht aus. Eine Auffrischungsimpfung sei lediglich sinnvoll für über 60-Jährige, denen die Vakzine der chinesischen Hersteller Sinovac und Sinopharm verabreicht wurden.

19.18 Uhr: Lauterbach befürwortet das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt das Ende der kostenlosen Corona-Schnelltests. „Das Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests ist richtig“, sagte Lauterbach am Montag. „Es wäre falsch, denjenigen, die sich selbst der Solidarität des Impfens verweigern, unbegrenzt solidarisch die Tests zu bezahlen.“ Auch die Kommunen begrüßen den Schritt. „Wir gehen nicht davon aus, dass die wegfallenden kostenlosen Tests zu ernsthaften sozialen Konflikten führen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. „Angesichts einer Impfquote von 80 Prozent bei Erwachsenen ist das der richtige Schritt“, sagte auch der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager.

18.04 Uhr: Korrigierte Impfzahlen: Holetschek fordert RKI-Bericht

Angesichts korrigierter Impfzahlen fordert Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) in der nächsten Schalte der Gesundheitsminister einen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). „Wir brauchen da Klarheit und Wahrheit in der Frage der Daten“, sagte Holetschek am Montag nach Beratungen mit seinen Ressortkollegen. Holetschek will nun vom RKI wissen, wie die Daten ins System gekommen seien, wo es gegebenenfalls welche Defizite gegeben habe, ob es an einer mangelnden Datenlage etwa von Betriebsärzten liege oder woran sonst.

18 Uhr: Corona-Schnelltests jetzt meist selbst zu bezahlen

Die seit Anfang März für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos möglichen Corona-Schnelltests müssen von heute an meist selbst bezahlt werden. Gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren. Das legt eine neue Bundesverordnung fest. Bund und Länder hatten vereinbart, dass das Angebot für kostenlose «Bürgertests» für alle ohne Symptome enden soll, da kostenlose Impfungen für alle möglich sind. Was Betroffene jetzt wissen müssen, lesen Sie hier.

16.47 Uhr: 65,3 Prozent vollständig geimpft – rund 1 Million Booster-Impfungen

In Deutschland sind 65,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote unter den Erwachsenen lag am Sonntag bei 75,8 Prozent, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag hervorgeht. Mindestens einmal gegen das Virus geimpft sind demnach 68,5 Prozent aller Bürger und Bürgerinnen, sowie 79,3 Prozent der Erwachsenen.

Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 43,2 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 37,0 Prozent sind vollständig geimpft. Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind als die Daten nahelegen. So hieß es in einem Bericht Anfang Oktober, dass die Quote bei einmal und vollständig Geimpften ab 18 Jahren bis zu 5 Prozentpunkte höher sein dürfte. Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen bereits über eine Million Menschen in Deutschland bekommen. Den Wert gab das RKI am Montag mit 1 021 344 an.

15.15 Uhr: Astrazeneca: Gute Test-Resultate bei Covid-19-Antikörperbehandlung

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat nach eigenen Angaben mit einem Antikörper-Präparat gute Resultate bei der Behandlung von Corona-Erkrankten erzielt. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, reduzierte das Mittel AZD7442 die Fälle von schwerer Erkrankung und Tod bei Covid-19-Erkrankten um die Hälfte, wenn es innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Symptome verabreicht wurde. Wurde das Mittel innerhalb von fünf Tagen gespritzt, war die Zahl der schwer Erkrankten oder Gestorbenen sogar um 67 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo-Mittel erhielt.

Durchgeführt wurde die Phase-III-Studie an rund 900 erwachsenen Patienten mit leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen, die nicht im Krankenhaus waren. Ein großer Teil der Teilnehmer (90 Prozent) gehörte aber zu Risikogruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf, beispielsweise durch Vorerkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.

13.48 Uhr: Jedes fünfte Unternehmen will Homeoffice ausbauen

Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland will einer Erhebung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten längerfristig ausbauen. Aber zwei Drittel der Betriebe wollen es wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückfahren, jeder zehnte Betrieb sogar unter das Vorkrisen-Level. Das teilte das IAB am Montag mit. Das Institut hatte zwischen dem 5. und dem 20. Juli Betriebe in ganz Deutschland befragt.

„Der Anteil der Betriebe, die die Homeoffice-Option ausbauen wollen, ist bei den Großbetrieben mit über 250 Mitarbeitenden sehr viel höher als bei kleinen und mittleren Betrieben“, sagte IAB-Forscher Christian Kagerl. So habe ihr Anteil bei Betrieben mit mehr als 250 Mitarbeitenden bei etwa 65 Prozent, bei Betrieben mit 50 bis 249 Mitarbeitenden bei gut 30 Prozent gelegen. Bei Betrieben mit weniger als 50 Angestellten waren es nur knapp 20 Prozent.

12.25 Uhr: Studie: Corona-Impfungen senken Risiko schwerer Krankheitsverläufe um 90 Prozent

Corona-Impfungen schützen laut einer neuen französischen Studie sehr effektiv vor schweren Covid-19-Verläufen - auch im Fall der hochansteckenden Delta-Variante. Die Studie zeigte, dass Geimpfte zwei Wochen nach ihrer zweiten Dosis ein 90 Prozent niedrigeres Risiko einer Krankenhauseinlieferung oder eines tödlichen Krankheitsverlaufs hatten als Ungeimpfte. Untersucht wurde die Wirkung der Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca.

Für die Delta-Variante wies die Wissenschaftsgruppe Epi-Phare, die am Montag die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichte, eine ähnlich hohe Schutzwirkung nach: Sie lag für Menschen ab 75 Jahren bei 84 Prozent, für Menschen zwischen 50 und 75 Jahren bei 92 Prozent. Im Fall der Delta-Variante sprachen sich die Wissenschaftler jedoch für Folgestudien aus, da die Datenlage sich nur auf einen Monat bezog. Die hochansteckende Virusvariante war erst im Juni in Frankreich aufgetreten.

11.50 Uhr: Bund und Länder beraten über Testpflicht an bestimmten Arbeitsplätzen

Bund und Länder beraten derzeit über einheitliche Vorschriften für eine Testpflicht für Mitarbeiter in Unternehmen mit Publikumsverkehr. Dieses Vorgehen solle eine Diskrepanz der Testvorschriften für die Beschäftigten bei beruflichen Tätigkeiten mit direktem Kundenkontakt möglichst vermeiden, heißt es weiter im Entwurf. Dazu sollten alle Länder, die diesbezüglich noch keine Regelungen erlassen haben, diese zeitnah in ihren Corona-Verordnungen umsetzen.

Demnach müssten dann alle Menschen, die nicht geimpft sind oder keinen Nachweis für eine Genesung haben, sich einem Test unterziehen, wenn sie zur Arbeit gehen. Die Testpflicht könne zudem an weitere Parameter wie Inzidenzen geknüpft werden, heißt es in dem Papier. Und: Über die Häufigkeit von Testnachweisen sowie die Möglichkeit von gleichwertigen alternativen Maßnahmen kann für jeden Bereich einzeln entschieden werden.“

10.22 Uhr: Corona-Tests auch in der Schweiz jetzt kostenpflichtig

Seit Montag gibt es Corona-Tests auch in der Schweiz für viele Menschen nicht mehr gratis. Die Kosten für einen Test sind je nach Anbieter sehr unterschiedlich. Antigen-Tests können 30 bis über 50 Franken (mehr als 46 Euro) kosten, PCR-Tests rund 150 Franken. Umsonst gibt es die Tests weiter unter anderem für unter 16-Jährige, für Erstgeimpfte und Menschen mit Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion oder solche, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Programme mit regelmäßigen Tests in Schulen und bei Unternehmen bleiben gratis.

Seit Mitte September muss in Innenräumen von Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie bei Veranstaltungen im Inneren ein Corona-Zertifikat gezeigt werden. Es belegt, dass die Person geimpft, genesen oder getestet ist (3G-Regel). Deutsche Zertifikate sind in der Schweiz anerkannt.

8 Uhr: RKI registriert 3111 Corona-Neuinfektionen 

Das Infektionsgeschehen in Deutschland scheint wieder etwas Fahrt aufzunehmen. Die 7-Tage-Inzidenz ist so hoch wie seit mehr als zwei Wochen nicht mehr. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 66,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 66,1 gelegen, vor einer Woche bei 64,7 (Vormonat: 82,8). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3111 Corona-Neuinfektionen. 

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 10. Oktober: 

21.34 Uhr: Tausende protestieren in Rom gegen Corona-Passpflicht am Arbeitsplatz

Im Zentrum von Rom haben tausende Menschen gegen die beschlossene 3G-Pflicht am Arbeitsplatz demonstriert. Bei den Protesten in der italienischen Hauptstadt am Samstag kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, Demonstranten griffen zudem den Sitz des Gewerkschaftsverbands CGIL an. Am Sonntag nahm die Polizei in diesem Zusammenhang mehrere Mitglieder der rechtsextremen Partei Forza Nuova fest, darunter führende Parteivertreter.

In Italien müssen a Freitag alle Arbeitnehmer mit dem "grünen Pass" eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Test nachweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. 

21.10 Uhr: Narrenvereinigung gibt in Engen grünes Licht für die Fasnacht

Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) will 2022 wieder mit vielen Veranstaltungen durchstarten. Konzepte sollen mit dem Sozialministerium ausgelotet werden. Zwei Narrentage sind geplant. „Die Narren sollen wieder ausgiebig ihre Fasnacht ausleben. Sie verspüren einen großen Drang danach“, betonte VSAN-Präsident Roland Wehrle. 

19.52 Uhr: Zahl der Infektionen im Kreis Sigmaringen steigt weiter – mehrere Schulen in Pfullendorf betroffen

Die Corona-Fallzahlen im Kreis Sigmaringen steigen weiter an, am Wochenende meldete das Gesundheitsamt zahlreiche Neuinfektionen. Die Stadt Pfullendorf sticht dabei besonders heraus: Hier stieg die Zahl der Infizierten auf 85 und nach SÜDKURIER-Informationen sind Schüler mehrerer Schulen mit dem Coronavirus infiziert. Was das nun für die Schulen bedeutet und wie die Lage in anderen Gemeinden im Kreis Sigmaringen ist, erfahren Sie hier.

18.06 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bei 86,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiterhin leicht gestiegen. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte, lag der Wert bei 86,3 - nach 86,0 am Samstag und 82,8 am Freitag.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz sank auf 2,06 nach 2,12. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ist der Wert ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte.

16.46 Uhr: Die Homeoffice-Sonderregel für Grenzgänger endet bald, ihnen droht dann eine Benachteiligung gegenüber einheimischen Kollegen

Tausende Grenzgänger aus Deutschland warten auf eine Lösung, um dauerhaft aus dem Homeoffice arbeiten zu können. Wenn die Corona-Sonderregelung ausläuft, dürfen sie höchstens 25 Prozent der Arbeitszeit zu Hause arbeiten. Schweizer Unternehmen fordern jetzt mehr Flexibilität von den Behörden, um eine Ungleichbehandlung zu vermeiden. Noch gilt eine Sonderregel für Grenzgänger im Homeoffice. Ohne dauerhafte Lösung müssen sie aber ab Januar 2022 wieder fast ausschließlich in ihre Büros zurückkehren.

15.31 Uhr: Ärzte warnen wegen Ende kostenloser Coronatests vor Anstieg bei Infektionen

Vor dem Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests am Montag hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund vor einem Anstieg der Infektionen gewarnt. „Kostenpflichtige Coronatests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Sonntag. „Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus.“

Ab Montag sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos. So will die Politik den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich impfen zu lassen. Wer als Ungeimpfter ein Restaurant oder eine Veranstaltung besuchen will, der muss den dafür benötigten Corona-Test selber bezahlen.

14.18 Uhr: Schwere Ausschreitungen bei Corona-Demos in Rom

Bei Protesten gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung ist es in Rom zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere Tausend Demonstranten zogen am Samstag durch die Straßen der Hauptstadt und gerieten immer wieder mit der Polizei aneinander. Es kam es zu heftigen Zusammenstößen, die Ordnungskräfte setzten Schlagstöcke, Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten versuchten, Absperrungen zu durchbrechen und warfen ihrerseits mit Stühlen und Knallbomben, wie auf Videos zu sehen war.

Am frühen Abend stürmten die Protestierenden den Sitz der größten italienischen Gewerkschaft CGIL. Amateuraufnahmen zeigten, wie sie die Wachleute und Polizisten mit Stöcken und Fahnenstangen attackierten und dann durch die Tür in das Gebäude vordrangen. Die Politik war geschockt. Ministerpräsident Mario Draghi verurteilte die Gewalt auf den Straßen und unterstrich, dass Gewerkschaften Garanten der Demokratie und Rechte der Arbeiter seien und dass jeder Versuch der Einschüchterung hart zu ahnden sei.

12.24 Uhr: Corona-Todeszahlen in Russland erreichen neue Höchststände

Die Zahlen der Corona-Toten und Neuinfektionen in Russland haben am Wochenende neue Höchststände erreicht. Nach Angaben des offiziellen Corona-Stabs in Moskau vom Sonntag, starben im flächenmäßig größten Land der Erde 962 Menschen an Covid-19 binnen 24 Stunden. Am Samstag waren es 968 gewesen. Das waren die Höchststände seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen liegt bei etwas unter 30.000 Fällen täglich. Die Bundesregierung hat Russland als Hochrisikogebiet eingestuft.

10.36 Uhr: Spahn: Fairness gebietet Abschaffung von Gratis-Corona-Tests

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat verteidigt, dass Corona-Schnelltests ab Montag in der Regel nicht mehr für alle gratis sind. „Kostenlose Bürgertests abzuschaffen, gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Jeder, für den es empfohlen ist und der will, konnte sich mittlerweile impfen lassen“, argumentierte Spahn. „Deshalb werden Bürgertests ab Montag nur noch für diejenigen kostenlos sein, für die es keine empfohlene Impfung gibt. Das sind insbesondere Kinder und Jugendliche.“

Spahn verwies auch darauf, dass es Tests in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen oder auf der Arbeit weiterhin kostenlos gebe. „Das ist wichtig, um gut durch Herbst und Winter zu kommen.“ Er hob zudem hervor, dass jeder sich weiterhin kostenlos gegen Corona impfen lassen könne.

8 Uhr: RKI registriert 7612 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 66,1

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag erneut leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 66,1 an.  Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7612 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.16 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6164 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 24 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,67 an. 

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 9. Oktober: 

22 Uhr: „Die Politik hat die Unis lange Zeit übersehen“: Katharina Holzinger, Rektorin der Universität Konstanz, im SÜDKURIER-Interview

An der Uni Konstanz findet das Wintersemester nach anderthalb Jahren Pause wieder in Präsenz statt. Rektorin Katharina Holzinger spricht über die Herausforderungen der Pandemie, über die Umstellung vom Online- auf den Präsenzbetrieb und wie die Uni Konstanz die erforderlichen Regeln in Zukunft umsetzt.

21.22 Uhr: Schwere Ausschreitungen bei Corona-Demos in Rom

Bei Protesten gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung ist es in Rom zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere Tausend Demonstranten zogen am Samstag durch die Straßen der Hauptstadt und gerieten immer wieder mit der Polizei aneinander.

Es kam es zu heftigen Zusammenstößen, die Ordnungskräfte setzten Schlagstöcke, Pfefferspray und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten versuchten, Absperrungen zu durchbrechen und warfen ihrerseits mit Stühlen und Knallbomben, wie auf Videos zu sehen war.

17.50 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten geht weiter nach oben

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg geht weiter nach oben. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte, lag der Wert bei 86,0. Am Freitag hatte er noch 82,8 betragen, am Donnerstag 80,4.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz verminderte sich auf 2,12 nach 2,22 zuvor. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ist der Wert ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte.´

Eine erste Warnstufe gilt nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik gebracht wurden. Dann brauchen Ungeimpfte negative PCR-Tests für viele öffentliche Veranstaltungen.

16.05 Uhr: Fluggastzahl in Deutschland bei Hälfte des Vorkrisen-Niveaus

Auf den deutschen Flughäfen werden zurzeit etwa halb so viele Passagiere abgefertigt wie vor der Corona-Pandemie. In der 39. Kalenderwoche (27. September bis 3. Oktober) wurden rund 2,7 Millionen Fluggäste gezählt, wie der Flughafenverband ADV am Samstag in Berlin mitteilte. Das waren 51,6 Prozent weniger als in der entsprechenden Woche 2019, aber 158,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

13.30 Uhr: Leiter der Menschenrechtskommission stirbt an Corona

Trauer auf den Philippinen: Der Vorsitzende der Menschenrechtskommission Jose Luis Martin „Chito“ Gascon ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das teilte der Bruder des 57-jährigen langjährigen Menschenrechtsaktivisten am Samstag auf Facebook mit. Die Vizepräsidentin der Philippinen Leni Robredo nannte Gascon „ein festes Licht in diesen dunklen Zeiten“. Der EU-Botschafter auf den Philippinen, Luc Veron, bezeichnete Gascon auf Twitter als „unseren Freund und Partner bei der Wahrung der Menschenrechte und der Würde für alle“.

12.15 Uhr: FDP und Grüne unzufrieden mit RKI-Chef Wieler

Politiker von FDP und Grünen haben politische Einflussnahme auf das Robert-Koch-Institut beklagt und Kritik an Instituts-Chef Lothar Wieler geübt. Anlass für die Kritik ist das Eingeständnis des Instituts vom Donnerstag, dass die Zahl der geimpften Menschen in Deutschland lange zu niedrig angegeben worden sei. 

Als Grund für die Verzerrung der Zahlen nannte das RKI, dass manche Impfstellen nicht alle Impfungen an das Institut melden würden; um die gemeldeten Zahlen zu überprüfen, ließ das Institut eine Telefonumfrage unter mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürgern erstellen - deren Ergebnis wies auf eine deutlich höhere Impfquote hin.

11.10 Uhr: Studie: Depressionen und Panikattacken während Pandemie weltweit stark gestiegen ­ Frauen besonders stark betroffen

Die Fälle von Depressionen und Panikattacken sind im ersten Jahr der Corona-Pandemie einer Studie zufolge weltweit um mehr als ein Viertel angestiegen. Die am Samstag in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie schätzte, dass vergangenes Jahr weltweit 52 Millionen Menschen mehr an einer schweren depressiven Störung, als ohne Pandemie der Fall gewesen wäre. Die Zahl der unter Angstzuständenen leidenden Menschen lag demnach um 76 Millionen höher.

Die Studie zeigte, dass die am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder mit der größten psychischen Belastung konfrontiert waren. Dabei bestand ein enger Zusammenhang zwischen hohen Covid-Fallzahlen, Bewegungseinschränkungen und erhöhten Raten von Depressionen und Angstzuständen. Die Analyse ergab zudem, dass Frauen unverhältnismäßig stark betroffen sind.

9.45 Uhr: „Im Sozialen haben die Schüler viel verlernt“: Schulleiterin Beate Clot aus Stockach im SÜDKURIER-Interview

Präsenz-, Hybrid-und Distanzunterricht: In den letzten eineinhalb Jahren haben Schüler und Lehrer einiges mitgemacht. In Sachen Digitalisierung hat sich aber auch viel bewegt, sagt Schulleiterin Beate Clot. Doch was muss noch getan werden? Und wie geht es den Jugendlichen heute?

8.15 Uhr: RKI registriert 8854 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 64,4

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es momentan wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 64,4 an. Am Vortag hatte der Wert bei 63,8 gelegen, vor einer Woche ebenfalls bei 64,4 (Vormonat: 83,5). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8854 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.56 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8517 Ansteckungen gelegen.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 8. Oktober: 

20.27 Uhr: Konstanzer Weihnachtsmarkt zieht dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie in den Stadtgarten um und startet früher 

Der Konstanzer Weihnachtsmarkt beginnt dieses Jahr mit dem 18. November bereits eine Woche früher. Aufgrund der Corona-Pandemie mit besonderen Auflagen: Mit Scannern soll dort der 2G- oder 3G-Status der Besucher kontrolliert werden. Ob Marktbesucher einen 2G- oder einen 3G-Nachweis benötigen, hänge noch von der Entscheidung der nächsten Corona-Verordnung des Landes ab, so die Veranstalter. Sollte dieses Modell eingeführt werden, würden sie sich aber für die 2G-Kontrolle entscheiden: „Dann würden die Abstandsregelungen und die Maskenpflicht wegfallen“. Das sei für die Marktbesucher angenehmer und enorm von Vorteil, auch deshalb, weil dann mehr Besucher gleichzeitig auf den Markt dürften. Hier erfahren Sie als Besucher alles, was sie wissen müssen.

18 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten geht weiter nach oben

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg weiter gestiegen. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte, lag der Wert bei 82,8. Am Donnerstag hatte er 80,4 betragen, am Mittwoch 78,4. Auch die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz kletterte von 2,13 auf nun 2,22. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ist der Wert ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte.

16.28 Uhr: Corona-Infektionen in Meßkirch steigen zum Wochenende hin, Pfullendorf bleibt Hotspot

Im gesamten Landkreis Sigmaringen steigen zum Wochenende hin die Corona-Fallzahlen. In Meßkirch blieb die Zahl der Neuinfektionen mit Corona bis zum Beginn dieser Woche niedrig. In Pfullendorf sind über 70 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

15.46 Uhr: Herbsturlaub in Europa – Was geht und was nicht?

Die Herbstferien rücken näher oder haben schon begonnen. Ob Wandertour oder Städtetrip: Wer verreist, muss in der Corona-Pandemie weiterhin mit Einschränkungen rechnen. Was gilt wo in Europa?

15 Uhr: RKI registriert 10.429 Corona-Neuinfektionen  Inzidenz bei 63,8

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es derzeit wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 63,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 62,6 gelegen, vor einer Woche bei 64,3 (Vormonat: 82,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.429 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.01 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet.

13.30 Uhr: Umfrage: Jeder zweite Ungeimpfte will keine Immunisierung

Nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben bisher 81 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mindestens eine Corona-Schutzimpfung erhalten, rund ein Fünftel (19 Prozent) ist noch nicht geimpft. Von den Ungeimpften will sich die Hälfte (52 Prozent) auch in Zukunft auf keinen Fall oder eher nicht impfen lassen, wie die Behörde am Freitag in Köln mitteilte. Jeder vierte Befragte (27 Prozent) bekundete die Absicht, sich auf jeden Fall oder eher impfen zu lassen, 21 Prozent zeigten sich noch unentschlossen.

Als Hauptgründe gegen eine Impfung nannten die Impfunwilligen den Angaben zufolge, dass die Impfstoffe zu wenig erforscht und getestet seien sowie mögliche Nebenwirkungen. Für eine Impfung spricht nach Einschätzung der Impfwilligen und bisher Unentschlossenen der persönliche Schutz vor einer Ansteckung und der Wunsch, zu einem normalen Leben zurückzukehren.

11.24 Uhr: Gericht: Ablehnung der Maskenpflicht kann Kündigung rechtfertigen

Die außerordentliche Kündigung eines Maske-verweigernden Lehrers aus Brandenburg war nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts rechtens. Das Gericht erachtete die Kündigung laut Mitteilung vom Freitag für wirksam und wies die Kündigungsschutzklage des Mannes dagegen ab. Zur Begründung hieß es, die Kündigung sei aufgrund der Äußerungen in E-Mails an die Schulelternsprecherin gerechtfertigt.

Der Mann hatte den Angaben zufolge zunächst eine Abmahnung erhalten. Das Land Brandenburg erklärte demnach, dass er mit einer Kündigung rechnen müsse, wenn er nicht von seinem Verhalten Abstand nehme. Auch danach habe er aber an seinen Äußerungen festgehalten, so mit einer erneuten Erklärung per E-Mail gegenüber der Elternvertreterin und weiteren Stellen.

10.41 Uhr: Mehrheit für Abschaffung der Masken-Pflicht im Unterricht

Die Sorge der Bundesbürger, dass die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt, nimmt ab. In einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend äußerten 42 Prozent der Befragten diese Sorge, wie der WDR am Donnerstagabend mitteilte. Im Juli hatte noch eine Mehrheit von 62 Prozent angegeben, sehr große oder große Sorgen zu haben, dass die Infektionen wieder steigen könnten. Das Meinungsforschungsinstitut hatte in der ersten Oktoberwoche 1.318 Menschen befragt.

10.07 Uhr: Grünen-Experte: Gratistests verlängern und mit Impfberatung verbinden

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat das nahende Aus der kostenlosen Corona-Schnelltests für alle kritisiert und schlägt stattdessen eine Verknüpfung mit der Impfkampagne vor. „Wer eine Impfberatung annimmt, sollte im Gegenzug einen Gratistest bekommen“, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. Das Ende der kostenlosen „Bürgertests“ komme zu früh. „Ohne Gratistests werden wir weniger Testergebnisse bekommen, mehr Infektionen werden unerkannt bleiben“, warnte Dahmen. „Wir laufen in eine Schattenpandemie.“

9.35 Uhr: RKI registriert 10 429 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 63,8

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es derzeit wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 63,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 62,6 gelegen, vor einer Woche bei 64,3 (Vormonat: 82,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10 429 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 118 Ansteckungen gelegen.

8.30 Uhr: Ab Montag müssen Ungeimpfte für ihre Tests selbst zahlen: Was Betroffene jetzt wissen müssen

Die Zeit der kostenlosen Bürgertests für alle endet am kommenden Montag, 11. Oktober. Der Staat will die Kosten nicht mehr tragen, weil inzwischen alle Bürger die Chance dazu hatten, sich impfen zu lassen, so die Argumentation. Wer das nicht möchte, muss künftig selbst für den Test aufkommen, um weiterhin ins Kino, ins Restaurant oder in die Sauna gehen zu können. Doch es gibt auch Ausnahmen. Was Ungeimpfte jetzt wissen sollten.

7.20 Uhr: Kassenärzte-Chef: „Freedom Day“ rückt angesichts höherer Corona-Impfquote näher

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, erwartet nach der Korrektur der offiziellen Impfquote durch das Robert Koch-Institut baldige Lockerungen von Corona-Restriktionen. „Mit einer zu niedrigen Impfquote kann man nun nicht mehr für Corona-Maßnahmen argumentieren“, sagte Gassen der „Bild“-Zeitung. „Der Freedom-Day rückt näher.“

Die Impfquote unter den Erwachsenen in Deutschland ist einer neuen Erhebung des Robert-Koch-Instituts zufolge höher als bislang angenommen. Es sei „in der Erwachsenenbevölkerung von einem Anteil mindestens einmal Geimpfter von bis zu 84 Prozent und einem Anteil vollständig Geimpfter von bis zu 80 Prozent auszugehen“, hieß es am Donnerstag in der Auswertung des neuen Impfquoten-Monitorings.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 7. Oktober: 

22.06 Uhr: RKI: Corona-Ausbrüche an Schulen häufen sich früher als 2020

Seit August hat es nach Beobachtung des Robert Koch-Instituts (RKI) vermehrt Corona-Ausbrüche an Kitas und vor allem an Schulen gegeben. Die übermittelte Häufigkeit steige in diesem Jahr etwa zwei Monate früher an als im Vorjahr, geht aus dem Wochenbericht des RKI vom Donnerstagabend hervor. Demnach wurden der Behörde für die vergangenen vier Wochen 201 Kita- und 481 Schulausbrüche gemeldet. Die jüngste Entwicklung insbesondere der vergangenen zwei Wochen lasse sich aber noch nicht gut bewerten, hieß es vor dem Hintergrund möglicher Nachmeldungen.

„Beim ansteigenden Trend der Ausbruchshäufigkeit in Kitas und Schulen spielen vermutlich die ausgeweiteten Testaktivitäten und die leichtere Übertragbarkeit der Delta-Variante eine Rolle“, erläutern die Autoren des Berichts. Fälle, darunter auch solche ohne Krankheitssymptome, würden frühzeitig erkannt.

20.16 Uhr: Wie Sozialminister Lucha Impfskeptiker überzeugen will

In Baden-Württemberg könnten laut einer Befragung mehr als die Hälfte der Menschen, die nicht gegen Corona geimpft sind, doch noch zu einer Impfung umgestimmt werden. Dies geht aus einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Kantar im Auftrag des Sozialministeriums in Stuttgart hervor. Kantar befragte von 2. bis 14. September landesweit 2929 Personen, darunter 387 Ungeimpfte.

„Es kam heraus, dass wir mehr als die Hälfte der derzeit Ungeimpften von einer Impfung überzeugen können. 33 Prozent der Ungeimpften zögern, 14 Prozent sind unsicher und zwölf Prozent sind impfbereit. Unter allen Befragten haben wir rund zehn Prozent eindeutige Impfgegner“, sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). Was er jetzt tun will, um die Ungeimpften zu überzeugen, erklärt Manfred Lucha im Interview.

19 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg zum ersten Mal im Oktober wieder leicht gestiegen. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Donnerstag (Stand: 16 Uhr) mitteilte, lag der Wert bei 80,4 (Mittwoch: 78,4). Auch die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz stieg von 1,98 auf 2,13. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung betrug nach den Angaben vom Donnerstag 191, drei weniger als am Tag zuvor. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 1725 auf 583.324. Im Zusammenhang mit dem Virus sind 10.732 Menschen im Südwesten gestorben. Das waren 17 mehr als am Vortag.

16.32 Uhr: Impfkommission: Impfschutz bei Johnson & Johnson „ungenügend“

Wer mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis für einen besseren Schutz erhalten. Dies könne ab vier Wochen nach der Johnson & Johnson-Impfung erfolgen. Zur Begründung verwies die Stiko auf sogenannte Impfdurchbrüche: Im Verhältnis zur Zahl der verabreichten Dosen würden in Deutschland die meisten dieser Ansteckungen bei Geimpften mit Johnson & Johnson verzeichnet. Die Wirksamkeit gegen die hierzulande vorherrschende Delta-Variante sei im Unterschied zu den anderen Corona-Impfstoffen vergleichsweise gering, hieß es. Die Stiko spricht letztlich von ungenügendem Impfschutz.

16 Uhr: Kostenlose Corona-Tests entfallen für viele im Südwesten

Ab Montag bekommen nur noch bestimmte Personengruppen wie Kinder, Schwangere und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, kostenlose Corona-Tests. Die Bundesregelung gelte auch in Baden-Württemberg, teilte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart mit. „Die meisten von uns sind geimpft - jeder Bürgerin und jedem Bürger über 12 Jahren können wir ein Impfangebot machen. Es ist deshalb richtig, dass der Bund nur noch zielgenau jenen Menschen den Test finanziert, die sie wirklich brauchen.“ Arbeitgeber blieben verpflichtet, ihren Beschäftigten kostenlose Tests zu stellen.

15.13 Uhr: Neue RKI-Auswertung: Schon mehr Corona-Geimpfte als gemeldet

Die Corona-Impfungen in Deutschland sind nach einer neuen Auswertung des Robert Koch-Instituts wohl schon weiter als in der Meldestatistik erfasst. Es sei anzunehmen, dass unter den Erwachsenen bereits bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sind. Das entspräche jeweils um fünf Prozentpunkte höheren Impfquoten als nach offiziellen Meldungen der Impfstellen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach von „richtig guten Nachrichten“ und hält Masken-Vorgaben im Freien nicht mehr für nötig - drinnen blieben Schutzregeln aber weiterhin wichtig.

14:50 Uhr: Ständige Impfkommission empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfung für über 70-Jährige

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat grundsätzlich eine Corona-Auffrischungsimpfung für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Zudem soll Bewohnern und Bewohnerinnen von Altenheimen sowie Pflegepersonal und anderen Mitarbeitern mit direktem Kontakt zu Betreuten in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen eine dritte Impfdosis angeboten werden, wie die Stiko am Donnerstag in Berlin mitteilte. Gleiches gelte für das Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt.

13.54 Uhr: Mitarbeiter eines Wertstoffhofs wird beschimpft, wenn er Kunden auf die Maskenpflicht hinweist

Stefan Anders arbeitet beim Wertstoffhof in Uhldingen-Mühlhofen. In der Corona-Pandemie wird er regelmäßig verbal angegriffen, wenn er Menschen auf die Maskenpflicht hinweist. Mit dem SÜDKURIER spricht der Rentner darüber, wie er mit Anfeindungen umgeht und wie sich die Situation seit dem Mord in einer Tankstelle in Idar-Oberstein für ihn geändert hat.

12.39 Uhr: Moderna will mRNA-Impfstoffe in Afrika herstellen

Der Impfstoffhersteller Moderna will mRNA-Impfstoffe in Afrika herstellen. Man wolle eine Anlage zur Produktion von Arzneimitteln bauen, in der jährlich bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen hergestellt, abgefüllt und verpackt werden können, teilte Moderna am Donnerstag mit. Im August hatte der deutsche Impfstoffhersteller Biontech angekündigt, man werde Malaria- und Tuberkulose-Impfstoffe in Afrika herstellen und prüfe dazu den Aufbau nachhaltiger Produktionsmöglichkeiten in Ruanda und Senegal.

11.48 Uhr: Corona: Fast jeder Fünfte neigt zu Verschwörungsmythen und Zweifeln

Fast jeder fünfte Erwachsene in Deutschland stimmt in hohem Maß Verschwörungsmythen rund um die Corona-Pandemie, Zweifeln an der Gefährlichkeit des Virus und sehr grundlegender Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen zu. Das ergab die neue Auswertung einer Befragung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unter mehr als 5.000 Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden vom Sommer, wie die Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.

Überdurchschnittlich verbreitet ist nach den Angaben eine starke Zustimmung zu Corona-Zweifeln und Verschwörungsmythen unter Befragten mit niedrigem Einkommen und niedrigem Schulabschluss. Das gilt auch für jüngere Befragte und solche, die bislang keine Corona-Infektionen in ihrem näheren Umfeld hatten, außerdem in Ostdeutschland sowie bei Menschen, die unter der Corona-Krise finanziell gelitten haben.

11.02 Uhr: Herbsturlaub in Europa – Was geht und was nicht?

In den ersten Bundesländern haben die Herbstferien begonnen – bei uns stehen sie kurz bevor. Entspannung, kleine Abenteuer oder einfach einen Tapetenwechsel wünschen sich viele – aber was ist mit Corona? Einen Überblick über aktuelle Regeln in beliebten Urlaubsländern finden Sie hier.

10.34 Uhr: Ärzte für Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen

In der Debatte um Corona-Schutzmaßnahmen in Schulen hat sich Kassenärztechef Andreas Gassen für eine Aufhebung der Maskenpflicht ausgesprochen. „Aus meiner Sicht ist es vertretbar, in Schulen auf Masken zu verzichten“, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND/Donnerstag). Gassen verwies zur Begründung auf die regelmäßigen Corona-Tests in den Schulen und auf unerwünschte gesundheitliche Folgen der Schutzmaßnahmen.

9.44 Uhr: Vermutlich mehr Corona-Geimpfte als gedacht

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von mehr Corona-Geimpften als in der offiziellen Statistik aus. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen in Deutschland bis zu 84 Prozent mindestens einmal geimpft sind und bis zu 80 Prozent bereits die zweite Dosis erhalten haben (Stichtag 5.10.), heißt es in einem aktuellen RKI-Bericht. Die Schätzung beruht auf Bürgerbefragungen und Meldedaten. Laut offizieller Impfquoten-Statistik haben bislang knapp 80 Prozent der Über-18-Jährigen eine erste Dosis bekommen, gut 75 Prozent bereits die Zweite. Zunächst hatte die Funke-Mediengruppe berichtet.

8.30 Uhr: RKI registriert 11.644 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz steigt leicht

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es derzeit wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 62,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 62,3 gelegen, vor einer Woche bei 63,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.644 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.150 Ansteckungen gelegen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - hatte das RKI am Mittwoch mit 1,65 (Dienstag 1,68) angegeben. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

7.20 Uhr: Hausärzte warnen vor Anstieg von Infektionskrankheiten

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einem starken Anstieg von Infektionskrankheiten infolge der Corona-Pandemie. „Das liegt auch daran, dass die Menschen wegen der Corona-Beschränkungen eineinhalb Jahre kaum Kontakt zu verschiedenen Viren hatten“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der „Passauer Neuen Presse“. „Insofern ist ihr Immunsystem nicht gut trainiert gegen viele Viren, mit denen wir normalerweise gut fertig werden. Das Resultat: Erkältungskrankheiten fallen stärker ins Gewicht. Die Lockdowns haben also nicht nur Vorteile gebracht.“

Gerade bei Kindern sehe man mehr und mehr Infektionskrankheiten, die viele vorher nicht auf dem Radar gehabt hätten, sagte Weigeldt. Immer wieder seien Lehrende beziehungsweise Erwachsene Infektionsquellen für Kinder. Weigeldt befürwortet daher die „Impfpflicht für solche Berufsgruppen“. Er sprach sich für eine Aufhebung der Maskenpflicht aus - zumindest für die jüngeren Jahrgänge an Schulen, und verpflichtende Impfungen für das Lehrpersonal, wie auch Beschäftigte in anderen sensiblen Berufsgruppen, wie in der Pflege.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 6. Oktober: 

20.16 Uhr: Corona-Impf-Reihenfolge - Verfahren gegen Landrat eingestellt

 Das Disziplinarverfahren gegen den Landrat Hartmut Handschak wegen Verdachts des Verstoßes gegen die vorgegebene Impfreihenfolge ist eingestellt worden. Der parteilose Landrat des Saalekreises hatte nach bisherigen Angaben des Kreises am 31. Dezember 2020 eine Spritze erhalten - kurz nach Beginn der bundesweiten Impfkampagne. Zum damaligen Zeitpunkt war der Impfstoff knapp, es galt eine vom Bund festgelegte Priorisierung, vor allem für Ältere. Das Disziplinarverfahren war im Februar dieses Jahres eingeleitet worden.

Der Landrat, Jahrgang 1961, hatte seine Impfung in einem Zeitungsinterview damit begründet, er sei zu einem Beratungstermin in einer Klinik gewesen, die bereits damit begonnen hatte, ihre Beschäftigten zu impfen. Dabei sei eine Dosis übrig geblieben, für die es weder impfwillige Beschäftigte noch geeignete Patienten gegeben habe. Deshalb habe er das „Impfangebot“ angenommen. Handschak räumte später ein, er würde so nicht mehr handeln.

18.35 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg weiter leicht gesunken. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Mittwoch (Stand: 16 Uhr) mitteilte, lag der Wert bei 78,4 (Dienstag: 78,7). Gleiches gilt für die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, die von 2,11 auf 1,98 zurückging. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung betrug nach den Angaben vom Mittwoch 194. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 1926 auf 581.599. Im Zusammenhang mit dem Virus sind 10.715 Menschen im Südwesten gestorben. Das waren acht mehr als am Vortag.

16.51 Uhr: Weihnachtsmärkte in Allensbach und auf der Reichenau fallen aus

Die vom Land vorgegebenen Corona-Regeln für Weihnachtsmärkte machen es den Veranstaltern zu schwer. Deswegen haben sich der Angelsportverein Allensbach und die Reichenauer Jugendfeuerwehr dazu entschieden, die Weihnachtsmärkte nicht stattfinden zu lassen. Die Vorsitzenden beider Vereine sagen: Der Aufwand, der dazu nötig wäre, ist für sie als Veranstalter nicht machbar.

16.22 Uhr: Söder kassiert für Corona-Einschränkungen juristische Niederlage

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat einen richterlichen Rüffel für sein Vorgehen zu Beginn der Corona-Pandemie bekommen. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte Maßnahmen Landesregierung vom März vergangenen Jahres für im Nachhinein unwirksam. Die erheblichen Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit seien unverhältnismäßig gewesen und außerdem auch formell nicht korrekt veröffentlicht worden.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte Ende März vergangenen Jahres eine Verordnung veröffentlicht, nach der das Verlassen der eigenen Wohnung in Bayern nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt war.  Die nun einkassierte Verordnung galt knapp drei Wochen lang.

14.43 Uhr: RKI-Chef warnt vor Doppelbelastung durch Grippe und Corona

Mit Blick auf Herbst und Winter hat der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) vor einer Doppelbelastung des Gesundheitssystems durch Grippe und Covid-19 gewarnt. Es gelte zu verhindern, dass zu viele Fälle der beiden Erkrankungen parallel versorgt werden müssen, sagte Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. „Wenn viele Covid-19- und viele Grippe-Erkrankte gleichzeitig auftreten, dann werden die Krankenhäuser massiv belastet.“ Dies wäre auch gefährlich für andere Patienten, die die Krankenhausbetten benötigten. Ein solches Szenario lasse sich am besten mit Impfungen und dem Tragen von Masken, Abstand halten, Hygiene, Lüften und Nutzen der Corona-Warn-App vermeiden, betonte Wieler. Es sei zwar grundsätzlich nicht vorhersehbar, wie schwer eine Grippewelle verlaufen werde, erklärte der RKI-Chef. Mit einer Zunahme der Covid-19-Fallzahlen sei allerdings zu rechnen.

13.30 Uhr: Russland meldet erstmals mehr als 900 Corona-Tote binnen 24 Stunden

Russland hat am Mittwoch zum ersten Mal einen Höchststand von mehr als 900 Corona-Toten an einem Tag gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben der russischen Regierung 929 Todesfälle registriert - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Insgesamt wurden in Russland damit offiziell bereits mehr als 212.000 Corona-Tote gezählt - das ist die höchste Zahl in Europa. Russland ist mit mehr als 7,5 Millionen Infektionsfällen das am fünftstärksten betroffene Land der Welt.

12.58 Uhr: RKI-Chef gegen Aufheben der Maskenpflicht an Schulen

Die Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen in manchen Bundesländern stößt beim Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Ablehnung. Man sehe keinen Anlass, zumindest bis zum Frühjahr 2022 an der Empfehlung zu Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen, Kitas und in Alten- und Pflegeheimen zu rütteln, sagte Institutschef Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. In der Hauptstadt etwa ist seit Montag die Maskenpflicht bis einschließlich der sechsten Klasse aufgehoben.

11.24 Uhr: Lockerungen der Corona-Beschränkungen stressen junge Menschen

Etwa ein Drittel der jungen Menschen in Deutschland fühlt sich von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen auch mal gestresst. Der Aussage „Ich fühle mich unter Druck gesetzt, viele Dinge zu unternehmen, wenn es wieder möglich ist“ stimmten im September 34 Prozent der nach 1995 Geborenen (Generation Z) zu, wie aus einer Sonderauswertung des Instituts für Generationenforschung in Augsburg hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa exklusiv vorliegt. Einige Menschen vermissen der Befragung zufolge sogar den Lockdown. Der Aussage „Am liebsten würde ich den Pandemie-Alltag beibehalten“ stimmten im August bei der jüngeren Generation Z  13 Prozent zu.

10.47 Uhr: Corona und Grippe Spahn und Wieler bereiten auf Herbst vor

Der befürchtete Anstieg an Corona- und Grippe-Infektionen im Herbst und Winter rückt an diesem Mittwoch in Berlin in den Blick. Dazu treten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Vormittag gemeinsam vor die Öffentlichkeit. Als Gründe für steigende Zahlen nannte das RKI, dass es noch immer eine große Zahl ungeimpfter Menschen gebe und Kontakte in Innenräumen im Herbst zunähmen. Zudem fürchten Ärzte eine Grippewelle. Derzeit gibt es bereits eine Häufung an Atemwegsinfekten bei Minderjährigen. Ärzte berichten davon, dass nun Infekte nachgeholt würden, die es wegen des teilweisen Lockdowns im vergangenen Winter und Frühjahr nicht gegeben habe.

10.17 Uhr: Schwerpunktkontrollen der Corona-Regeln in Clubs und Discos: So ist die Bilanz in der Region ausgefallen

Am Wochenende wurde in Clubs und Diskotheken im Land die Einhaltung der Corona-Vorschriften kontrolliert. Möglichst viele Kommunen sollten sich daran beteiligen. Die Bilanz fällt anders aus, als man vielleicht erwarten würde.

9 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz bei 62,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht auf 62,3 gesunken. Wie das Robert Koch-Institut  meldete, wurden binnen eines Tages 11.547 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 76 weitere Todesfälle registriert. 

Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 63,6 gelegen, vor einer Woche bei 61. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an.

7.10 Uhr: Land will Corona-Tests an Schulen bis Jahresende

Baden-Württemberg will die regelmäßigen Corona-Tests in Schulen über die Herbstferien hinaus bis zum Jahresende fortsetzen. Ungeimpfte Kinder und Jugendliche müssen demnach bis Weihnachten dreimal die Woche einen Corona-Schnelltest machen. Bei PCR-Tests reichen zwei pro Woche. Die Regel gilt nicht für Geimpfte und Genesene. Das Land will auch, dass ungeimpfte Beschäftigte in Schulen und Kitas bis Jahresende weiterhin täglich getestet werden.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 5. Oktober: 

22.14 Uhr: Johnson & Johnson beantragt Zulassung für Booster-Impfungen in den USA FDA will Anträge von J&J und Moderna Mitte Oktober prüfen

Der Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson (J&J) hat bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung von Auffrischungsimpfungen mit seinem Corona-Impfstoff für Menschen über 18 Jahren beantragt. Konzerneigene Untersuchungen hätten ergeben, dass eine Booster-Impfung die Schutzwirkung des Impfstoffs auf 94 Prozent erhöhe, sagte Mathai Mammen, Leiter der Forschung und Entwicklung bei J&J-Tochter Janssen, am Dienstag. Im Gegensatz zu anderen Vakzinen genügt beim Impfstoff von J&J offiziell eine Dosis.

Die klinische Studie in den USA zeigte den Konzernangaben zufolge, dass eine zweite Dosis, die etwa zwei Monate (56 Tage) nach der ersten Dosis injiziert wurde, zu 94 Prozent wirksam gegen mittelschwere bis schwere Fälle und 14 Tage nach der zweiten Injektion zu 100 Prozent wirksam gegen schwere Fälle war.

19 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt weiter

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg weiter leicht gesunken. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte, lag der Wert bei 78,7 nach 80,4 am Vortag. Gleiches gilt für die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, die von 2,2 etwas auf 2,11 zurückging. Sie gibt die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner an, die innerhalb einer Woche in eine Klinik im Südwesten aufgenommen wurden. Neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ist der Wert ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte.

16.14 Uhr: Die Schweiz verschenkt an Impf-Werber Gutscheine, gibt es die auch für Menschen in Deutschland?

Im Rahmen einer Impfoffensive der Schweiz wird die Überzeugung bald mit 50 Franken vergütet. Eingelöst werden können sie zum Beispiel in Restaurants oder im Kino. Selbst geimpft müssen Impf-Werber nicht sein. Hier erfahren Sie die Details zu den Plänen der Schweizer Regierung.

15.31 Uhr: 79 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft

In Deutschland sind nun 79 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 75,3 Prozent der Erwachsenen. Unter den Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren haben inzwischen 42,2 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, 35,2 Prozent sind vollständig geimpft. 817.313 Menschen in Deutschland haben mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten.

15 Uhr: Impfzentrum in Meßstetten schließt nach 252 Tagen

184.572 Impfdosen sind in 36 Wochen im Impfzentrum in Meßstetten verabreicht worden, jetzt schließt die Einrichtung. Gelobt wurde vom Landrat des Zollernalbkreises Günther-Martin Pauli die außergewöhnlich erfolgreiche Arbeit des Teams, das es schaffte, durch ständige organisatorische Verbesserungen in besten Zeiten über 1000 Impfungen pro Tag durchzuführen. Die weiteren Impfungen übernehmen jetzt die niedergelassene Ärzte.

13.46 Uhr: Umfrage: Menschen machen sich weniger Sorgen wegen Corona

Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen machen sich die Menschen in Deutschland weniger Sorgen über die Auswirkungen des Coronavirus. In einer Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gaben lediglich 12 Prozent der Befragten an, über körperliche Auswirkungen beunruhigt oder sehr beunruhigt zu sein. 17 Prozent erklärten, beunruhigt über ihre psychische Gesundheit zu sein. 11 Prozent machen sich demzufolge Gedanken über ihre wirtschaftliche Situation.
 
Die Menschen gehen zum Herbstbeginn auch weniger auf Distanz zu ihren Mitmenschen, um sich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Ende Juni, als die Infektionszahlen vergleichsweise niedrig waren, gaben noch 50 Prozent der Befragten an, weniger das Zuhause zu verlassen, um sich zu schützen. Nun sind es nur noch 30 Prozent. 64 Prozent äußerten Ende Juni, seltener Freunde und Familie zu treffen. Das sagten nun nur noch 44 Prozent.

12 Uhr: Baden-Württemberg will 2G-Optionsmodell einführen

Baden-Württemberg will ein 2G-Optionsmodell einführen. Mit diesem können Veranstalter, die freiwillig nur Geimpfte und Genese zulassen, auf Corona-Vorgaben wie die Maskenpflicht oder die Abstandsregeln verzichten. Dies erklärte ein Sprecher des Stuttgarter Sozialministeriums gegenüber unserer Zeitung. In Kraft treten soll die neue Regelung mit der Änderung der Corona-Verordnung voraussichtlich ab dem 15. Oktober. „Das Optionsmodell soll Erleichterungen in Bezug auf Maskenpflicht und beim Umgang mit der Abstandsempfehlung enthalten. Der Entwurf zur Änderungen der Corona-Verordnung befindet sich derzeit aber noch in der regierungsinternen Abstimmung“, sagte der Sprecher. Weitere Details, also zum Beispiel die damit verbundenen Betreiberpflichten, stünden noch nicht fest.

Bayern lockert in Zeiten stagnierender Corona-Zahlen bereits massiv die Pandemie-Beschränkungen für all jene Veranstaltungen, zu denen freiwillig nur Geimpfte und von Corona Genesene Zutritt haben (2G-Regel). Das beschloss die bayerische Staatsregierung in der Sitzung des Ministerrates am Montag in München. Alternativ können in Bayern auch Menschen zugelassen werden, die einen negativen PCR-Test vorweisen (3G plus). Dafür entfallen dann Maskenpflicht, Obergrenzen bei der Personenzahl, Alkoholverbot und Mindestabstandsgebot.

11.18 Uhr: Zahl der Menschen in Kurzarbeit geht langsamer zurück

Die Zahl der Menschen in Kurzarbeit ist nach einer Schätzung des Ifo-Instituts im September weiter gesunken. Allerdings verlangsamte sich das Tempo des Rückgangs, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Dienstag in München mitteilte. Demnach waren im vergangenen Monat noch 610.000 Menschen in Kurzarbeit, nach 694.000 im August. Im Juli hatte es mit 1,07 Millionen noch deutlich mehr Menschen in Kurzarbeit gegeben.

10.42 Uhr: Lehrerverband fordert einheitliche Corona-Regelungen

Der Deutsche Lehrerverband hat ein Ende der unterschiedlichen Corona-Regelungen an Schulen gefordert. Vor der Tagung der Kultusministerkonferenz Ende der Woche forderte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger in der „Rheinischen Post“ (Dienstag) einheitliche Kriterien für Testungen, Maskenpflicht und den erforderlichen Mindestabstand in Schulen bei stark steigenden Inzidenzen. Ebenso müssten die Infektions- und Quarantänezahlen wöchentlich bundesweit erfasst werden.

10.05 Uhr: RKI registriert 4799 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 63,6

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstag mit 63,6 an. Am Vortag hatte der Wert bei 64,7 gelegen, vor einer Woche bei 60,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4799 Corona-Neuinfektionen, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen (Stand 08.15 Uhr) hervorgeht. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4171 Ansteckungen gelegen.

9.26 Uhr: RKI-Befragung: Bei Krankenhauspersonal noch fünf Prozent Ungeimpfte

Fünf Prozent des Krankenhauspersonals in einer Online-Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind im Sommer noch nicht gegen Covid-19 geimpft gewesen. Mit 91 Prozent gab der überwiegende Großteil der Teilnehmenden an, bereits vollständig geimpft zu sein. Weitere vier Prozent waren im Studienzeitraum von Ende Juni bis Ende Juli noch unvollständig geimpft. Das geht aus dem aktuellen RKI-Ergebnisbericht hervor.

8.25 Uhr: Vorlesungen mit 3G-Status: Wie setzen Hochschulen die Vorgabe um?

Universitäten dürfen Präsenzunterricht nur abhalten, wenn die Teilnehmer geimpft, genesen oder getestet sind. Doch ab Mitte Oktober werden die kostenlosen Tests abgeschafft. Das könnte ungeimpfte Studenten mit eingeschränkten finanziellen Mitteln vor eine unangenehme Wahl stellen. Wie Unis und Studentenvereinigungen in der Region damit umgehen.

7.35 Uhr: Behörde will Details zu mutmaßlich falschen Impfungen bekanntgeben

In Schwaben steht ein Hausarzt unter Verdacht, reihenweise Corona-Schutzimpfungen von Patienten nur vorgetäuscht zu haben. Die Kripo ermittelt und das Gesundheitsamt will herausfinden, ob die Patienten des Arztes einen Impfschutz haben oder nicht.  Seit Montag werden die Patienten getestet, ob sie ausreichend Antikörper gebildet haben. Heute will das Landratsamt Donau-Ries weitere Details bekanntgeben. 

Das waren die Entwicklungen am Montag, 4. Oktober: 

22.09 Uhr: Kinderärzte bekräftigen Ablehnung von Maskenpflicht an Schulen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat seine Forderung nach einem Ende der Maskenpflicht an Schulen bekräftigt. Dafür sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sagte der Verbandssprecher, der Berliner Kinderarzt Jakob Maske, am Montag im Deutschlandfunk. Kinder und Jugendliche hätten genug gelitten, zurückgesteckt und Rücksicht auf ältere Altersgruppen genommen. „Jetzt ist endlich wieder Zeit, normalen Unterricht zu machen, normal durch Mund und Nase atmen zu können, ohne dass hier eine Beschränkung durch die Maske da ist.“

20.49 Uhr: Südwest-Ärzte fordern Vakzin in Einzeldosen

Im Kampf gegen die Impfmüdigkeit in der Corona-Pandemie will die Südwest-Ärzteschaft Patienten auch spontan impfen können und fordert Vakzine auch in Einzeldosen und als Fertigspritzen an. „Corona-Impfstoffe sind bislang (...) nur in größeren Gebinden mit sechs oder zehn Impfdosen verfügbar“, erklärte Wolfgang Miller, Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Weil sich derzeit immer weniger Menschen impfen ließen, müssten gehäuft Impfdosen weggeworfen werden. Dem könne mit Einzel-Impfdosen entgegengewirkt werden. Gleichzeitig müssten nicht benötigte Impfdosen über das internationale Impfprogramm Covax an „Länder des globalen Südens“ weitergegeben werden.
 
Die Landesärztekammer vertritt nach eigenen Angaben die rund 70 000 Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Fort- und Weiterbildung, die Berufsaufsicht und die Qualitätssicherung.

19.14 Uhr: EMA gibt grünes Licht für eine Auffrischungsimpfung mit Biontech-Vakzin

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus mit dem Biontech-Impfstoff genehmigt. Eine Booster-Impfung mit dem Corona-Vakzin des Mainzer Unternehmens und seines US-Partner Pfizer komme für Menschen ab 18 Jahren in Betracht, erklärte die EMA. Die dritte Impfung soll demnach frühestens sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis erfolgen.

17.31 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist leicht gesunken. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag mitteilte, lag der Wert bei 80,4 (Freitag: 82,5). Die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, betrug 2,2 (Freitag: 2,16). Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen liegt in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen.

16.20 Uhr: Rund 150 „Querdenker“ protestieren trotz Demo-Verbot in Stuttgart

Trotz eines Verbots haben am Wochenende rund 150 Anhängerinnen und Anhänger der umstrittenen „Querdenken“-Bewegung in Stuttgart demonstriert. Die Polizei sprach rund 70 Platzverweise aus und beschlagnahmte Fackeln und Plakate, wie das Innenministerium am Montag mitteilte.

Die Landeshauptstadt hatte zwei Demos am Samstag verboten. Bei anderen Demos hätten die Protestierenden gegen das Versammlungsrecht und die Corona-Regeln verstoßen, hieß es als Begründung.

15.47 Uhr: Umfrage: 2G-Regel trifft auf deutlich weniger Zustimmung als 3G

In der deutschen Bevölkerung trifft die 2G-Regel auf deutlich weniger Zustimmung als 3G. Insgesamt 83 Prozent halten die 3G-Regel, wonach nur vollständig geimpfte, genesene oder negativ getestete Menschen Zutritt zu bestimmten Einrichtungen oder Veranstaltungen bekommen, für eine angemessene Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus, wie aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervorgeht. Die 2G-Regel, die nur Geimpfte und Genesene einschließt, wird von 56 Prozent befürwortet.

Insgesamt werden die Menschen, was Corona betrifft, offensichtlich sorgenfreier. Sie sind auch deutlich weniger beunruhigt über die Auswirkung einer Corona-Infektion. Insbesondere die Sorge um die eigene Gesundheit wird so gering wie noch nie seit Aufnahme dieses Punkts in den Fragenkatalog im Juni 2020 eingestuft.

14.36 Uhr: Hochschulen und Unis kontrollieren 3G-Regeln verschieden

Mit Beginn des neuen Semesters müssen die Hochschulen und Universitäten im Südwesten kontrollieren, ob Studierende auf Corona getestet, gegen das Virus geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind (3G). Wie sie das machen, bleibt ihnen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums von Montag überlassen.

Die „Corona-Verordnung Studienbetrieb“ sieht unter anderem Maskenpflicht vor, wenn keine Mindestabstände eingehalten werden können. Ausnahmen gibt es zum Beispiel auch, wenn man einen Vortrag hält, Sport macht, musiziert, isst oder trinkt. Die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen in geschlossenen Räumen ist vom 3G-Nachweis abhängig. Gerade im Lehrbetrieb sei eine händische Vollkontrolle der 3G-Nachweise schwer umzusetzen, räumte die Ministeriumssprecherin ein. Daher regle die Verordnung auch Rahmenbedingungen für Stichproben und mögliche digitale Lösungen für Nachweise.

13.28 Uhr: Maskenpflicht für Grundschüler endet in weiten Teilen Frankreichs

Grundschüler brauchen in weiten Teilen Frankreichs seit Montag keinen Mund-Nasen-Schutz mehr zu tragen. In 47 von 101 Départements, in denen der Inzidenzwert unter 50 liegt, entfällt die Maskenpflicht für Grundschüler.  Lehrer an Grundschulen müssen im Unterricht weiter Masken tragen. Auch für die Mittel- und Oberstufe ändert sich vorerst nichts an der Maskenpflicht in Innenräumen. In der vergangenen Woche waren in Frankreich knapp 1700 Klassen wegen Corona-Fällen geschlossen. Das entspricht etwa 0,3 Prozent.

12.42 Uhr: 64,7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

In Deutschland sind nun 64,7 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Die dafür nötigen Impfdosen bekamen nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums vom Montag bislang knapp 53,8 Millionen Menschen. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben mittlerweile 68,2 Prozent aller Einwohner. Bei den meisten eingesetzten Impfstoffen sind zwei Dosen für einen vollständigen Schutz nötig.

12.04 Uhr: Krankenhäuser fordern klare Aussage zur Impfpflicht

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine Positionierung des Deutschen Ethikrates zum Thema Corona-Impfpflicht. Sie appellierte am Montag in Berlin an die Bundesregierung, den Ethikrat zu beauftragen, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu bewerten. Die seit Wochen schwelende Debatte über eine Impfpflicht sei kontraproduktiv und werde die Impfbereitschaft sowohl in den betroffenen Berufsgruppen als auch in der allgemeinen Bevölkerung eher absenken als fördern, befürchtet der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß. Arbeitgeber und Beschäftige würden mit dieser Frage allein gelassen.

11.25 Uhr: Kommunen warnen vor genereller Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen

Der Städte- und Gemeindebund in Berlin hat vor einer vorschnellen Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen gewarnt. Schülerinnen und Schüler seien eine besonders gefährdete Gruppe, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Montag. Sie könnten zum großen Teil noch nicht geimpft werden und müssten über viele Stunden auf vergleichsweise engem Raum täglich am Unterricht teilnehmen. „Deswegen ist es weiterhin wichtig, dass Schülerinnen und Schüler regelmäßig getestet werden und insbesondere in Gebieten, wo die Inzidenzzahlen vergleichsweise hoch sind, auch an der Maskenpflicht festgehalten wird.“

10.47 Uhr: Hochschulen wieder im Präsenz-Modus - Schwangere teils ausgeschlossen

Mit dem Vorlesungsstart ist die coronabedingte Online-Phase an den Hochschulen offiziell vorbei - doch schwangere Studentinnen werden mancherorts weiterhin an den heimischen Schreibtisch verbannt. So heißt es etwa im Corona-Update der Hochschule München (HM): „Als schwangere Studentin dürfen Sie die HM nicht betreten, selbst wenn Sie geimpft oder genesen sind.“ Auch andernorts wird Schwangeren zumindest nachdrücklich empfohlen, zu Hause zu bleiben. Ein einheitliches Vorgehen aller Hochschulen gibt es jedoch nicht.

9.54 Uhr: Weitere Bundesländer lockern Maskenpflicht an Schulen

In zwei Bundesländern greifen an diesem Montag Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen. In Berlin ist die Pflicht zum Maske tragen im Unterricht bis zur sechsten Klasse fortan aufgehoben, in Bayern müssen im Unterricht nun generell keine Masken mehr getragen werden. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek äußerte Verständnis für das Ende der Maskenpflicht an Schulen, das im Saarland seit Freitag bereits gilt und in Baden-Württemberg und Sachsen erwogen wird.

9.08 Uhr: Corona führt zu mehr illegaler Prostitution

Die Corona-Zeit hat viele Prostituierte in Deutschland in die Illegalität abwandern lassen. Hedwig Christ von der Beratungsstelle Kassandra in Nürnberg betrachtet das mit Sorge: „Wir hören von Frauen, die illegal arbeiten, dass die Kunden mehr verlangen.“ Andere Prostituierte wollten sich nach den Erfahrungen in den vergangenen beiden Jahren jetzt beruflich verändern und einen krisenfesten Job suchen. Trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen in allen Bundesländern sind viele Prostitutionsstätten nach Angaben des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen nach wie vor geschlossen, weil die Geschäfte zu schlecht liefen oder Prostituierte fehlten.

7.16 Uhr: RKI registriert 3088 Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag etwas gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 64,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 64,2 gelegen, vor einer Woche bei 61,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3088 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden sieben Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,65 an.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 3. Oktober: 

17.35 Uhr: Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen in Bayern

Von Montag an greifen in Bayern Lockerungen bei der Maskenpflicht in Schulen. Im Unterricht müssen Schülerinnen und Schüler keinen Mund-Nase-Schutz mehr tragen. Das gilt auch bei sonstigen Schulveranstaltungen und in der Mittagsbetreuung - und zwar auch dann, wenn am Platz der Mindestabstand zum Nachbarn nicht eingehalten wird. Bayern geht mit den Lockerungen einen Schritt weiter als Berlin. Dort wird die Maskenpflicht im Unterricht ab Montag lediglich bis zur sechsten Klasse aufgehoben.

Über die Aufhebung wird seit Tagen gestritten. Ärztevertreter hatten eine generelle Fortsetzung der Maßnahme an Schulen als unangemessen bezeichnet. Befürworter der Pflicht halten hingegen eine Aufhebung angesichts der hohen Zahl an Ungeimpften und der Infektionslage - gerade unter jungen Menschen - für verfrüht. Das Coronavirus geht nach RKI-Daten besonders stark bei Kindern ab dem Vorschulalter und Jugendlichen bis 19 Jahren um.

16.06 Uhr: Kontrollen in Clubs: Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen

Bei Kontrollen in Clubs und Discos haben sich die Menschen vielerorts im Südwesten an die Corona-Auflagen gehalten. Die Nächte am Wochenende seien ohne Regelverstöße verlaufen, teilten Polizeisprecher mit. In Stuttgart wurde am Samstagabend kontrolliert - die Menschen hielten sich an die Regeln. 

Wegen der drohenden vierten Corona-Welle hatte die Landesregierung Schwerpunktkontrollen angekündigt. Da das Infektionsrisiko in Clubs als besonders hoch eingeschätzt werde, sei eine Öffnung nur unter strengen Auflagen möglich. Eine wichtige Rolle bei den Auflagen spielen die Belüftung des jeweiligen Clubs und die Beachtung der 3G-Regel (Zutritt für Geimpfte, Genesene und Getestete).

15.20 Uhr: Streit um Impf-Auskunft von Arbeitnehmern bei Corona-Quarantäne

Das Land Baden-Württemberg will den Druck auf Ungeimpfte erhöhen und dringt darauf, dass Beschäftigte bei einer Corona-Quarantäne dem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenbaren. Für die meisten Ungeimpften würde das bedeuten, dass sie im Fall einer Isolierung von November an ihren Verdienstausfall nicht mehr ausgeglichen bekämen. Doch diese vom Sozialministerium geplante Praxis trifft auf den Widerstand des Landesdatenschutzbeauftragten Stefan Brink. Der oberste Datenschützer erklärte, die Arbeitgeber dürften in so einem Fall zwar fragen, ob die betroffenen Beschäftigten geimpft seien. Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stehe es aber frei, nicht zu antworten. Das sieht das Sozialministerium anders. Weitere Hintergründe lesen Sie hier.

14.25 Uhr: Schwangere Lehrerinnen dürfen nicht in Präsenz unterrichten: Für die Schulen ist das eine enorme Herausforderung

100 Unterrichtsstunden musste Zoran Josipovic vier Tage vor Schulbeginn plötzlich umorganisieren. So viele Stunden hätten eigentlich von schwangeren Kolleginnen abgehalten werden sollen. Doch die dürfen – auch doppelt geimpft – in diesem Schuljahr erst einmal nicht in Präsenz arbeiten. Ein Problem für die Schulen und die Schüler. 

13.45 Uhr: Wieder Lockdown in Teilen Neuseelands nach drei neuen Corona-Fällen

Nach drei neuen Corona-Infektionsfällen gelten ab diesem Montag in Teilen Neuseelands wieder strengere Beschränkungen im Alltagsleben. Premierministerin Jacinda Ardern erklärte am Sonntag, es seien drei Fälle außerhalb der Millionenstadt Auckland auf der Nordinsel festgestellt worden. Die verschärften Regeln in den betroffenen Gebieten gelten mindestens fünf Tage. So müssen die Unternehmen auf kontaktlosen Handel umstellen. Bildungseinrichtungen müssen zumachen, sofern sie wegen der Schulferien nicht ohnehin geschlossen sind.

Neuseeland gilt weltweit als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus und verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Bislang wurden rund 4000 Infektionsfälle bestätigt, 27 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

12.40 Uhr: Rumänien und Litauen ab Sonntag Corona-Hochrisikogebiete

Die EU-Länder Rumänien und Litauen gelten von Sonntag an als Corona-Hochrisikogebiete. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und von dort einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher ist Slowenien der einzige Mitgliedstaat der Europäischen Union, der vollständig als Hochrisikogebiet eingestuft ist.

Weltweit stehen rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste. Neben Rumänien und Litauen kommen am Sonntag auch Belarus und El Salvador in Lateinamerika hinzu, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitgeteilt hatte. Gestrichen wird lediglich Mosambik in Südostafrika.

11.10 Uhr: Petition gegen Ende der Maskenpflicht an Berliner Schulen

Vor dem Ende der Maskenpflicht im Unterricht an Berliner Grundschulen haben mehr als 1000 Menschen eine Petition gegen die Neuregelung unterschrieben. „Die Maske ist im Vergleich zu möglichen Schäden durch eine Infektion nur ein kleines Übel. In der Schule sind unsere Kinder unter 12 durch nichts anderes geschützt“, sagte Initiatorin Julia A. Noack der Deutschen Presse-Agentur. Abstände seien quasi nicht einzuhalten, Dutzende Kinder säßen stundenlang gemeinsam in den Räumen. „Ohne Maske wird das eine Durchseuchung mit Ansage“, kritisierte sie.

In Berliner Schulen wird von diesem Montag an die Maskenpflicht für Kinder bis zur sechsten Klasse aufgehoben. Auch andere Bundesländer wie beispielsweise Bayern oder das Saarland gehen ähnliche Schritte - andere erwägen diese. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte die Lockerungen bei der Maskenpflicht an den Schulen begrüßt.

9.45 Uhr: Nachholeffekte: Viel mehr Kinder als üblich mit Atemwegsinfekten

Erkältet waren im vergangenen Winter vergleichsweise wenige Kleinkinder. Schließungen und andere Schutzmaßnahmen griffen nicht nur gegen Corona, sondern auch andere Erreger. Nun holen Kinder und Jugendliche Infekte nach - schon gibt es Engpässe in Kinderkliniken.

Laufende Nase, Husten und Fieber: Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch, die eigentlich erst in den Wintermonaten zu erwarten wären. Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige, sagte Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund von Kita-Schließungen und anderen Corona-Maßnahmen im vergangenen Winter und Frühjahr seien sie bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen. Die Infekte werden jetzt nachgeholt.

8.15 Uhr: RKI registriert 6164 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 64,2

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 64,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 64,4 gelegen, vor einer Woche bei 61,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6164 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.09 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7774 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden neun Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,65 an.  Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 2. Oktober: 

20.10 Uhr: Zwischen Hoffen und Bangen: Wie Narrenvereine aus der Schwarzwald-Region auf die Fasnet 2022 blicken

Die Dauchinger Narrenzunft will ihren 44. Geburtstag feiern und bereitet das Jubiläum unter Pandemiebedingungen vor. Andere Vereine aus der Region sind bislang nur vorsichtig optimistisch. Ein Stimmungsbild aus den Zünften der Region verrät, was die Narren für die Fasnet 2022 planen.

16.42 Uhr: Streit um Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen mehrerer Länder

Über die Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen wird angesichts wieder steigender Infektionszahlen hart gestritten. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sprach sich für die Aufhebung aus. „Ich halte eine generelle Fortsetzung einer Maskenpflicht in Schulen für unangemessen“, sagte Fischbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). Ärztepräsident Klaus Reinhardt äußerte sich ähnlich beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag): „Es ist völlig unangemessen, dass Kinder und Jugendliche stundenlang im Unterricht eine Maske tragen müssen, während die Erwachsenen abends maskenlos ins Lokal gehen können.“ 

Experten wie die Virologin Melanie Brinkmann warnten hingegen davor: „Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist“, sagte sie der „Rheinischen Post“ (Samstag).

15.50 Uhr: Streit um Impf-Auskunft von Arbeitnehmern bei Corona-Quarantäne

Das Land Baden-Württemberg will den Druck auf Ungeimpfte erhöhen und dringt darauf, dass Beschäftigte bei einer Corona-Quarantäne dem Arbeitgeber ihren Impfstatus offenbaren. Für die meisten Ungeimpften würde das bedeuten, dass sie im Fall einer Isolierung von November an ihren Verdienstausfall nicht mehr ausgeglichen bekämen. Doch diese vom Sozialministerium geplante Praxis trifft auf den Widerstand des Landesdatenschutzbeauftragten Stefan Brink. Der oberste Datenschützer erklärte am Samstag in Stuttgart, die Arbeitgeber dürften in so einem Fall zwar fragen, ob die betroffenen Beschäftigten geimpft seien. Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stehe es aber frei, nicht zu antworten.

Brink monierte: „Die Pandemie greift nach wie vor massiv in die Bürgerrechte der Menschen ein.“ Es sei misslich, dass die gesetzlichen Vorgaben viele praktische Fragen offen lasse - das gelte auch für die Lohnfortzahlung im Quarantäne-Fall. Wenn die Beschäftigten ihre sensiblen Gesundheitsdaten nicht offenbaren wollten, könnten sie sich auch an das für die Lohnfortzahlung zuständige Regierungspräsidium wenden.

Das sieht das Sozialministerium anders. Zwar stehe es einem Beschäftigten frei, ob er Auskunft über seinen Impfstatus gebe. „Tut er dies nicht, dann muss sich der Arbeitnehmer aber bewusst sein, dass er Gefahr läuft, keinen Lohn für den Zeitraum der Absonderung zu erhalten“, erklärte Uwe Lahl, Amtschef im Sozialministerium. Es sei auch keine Alternative, dass Beschäftigte selbst den Antrag beim Regierungspräsidium stellten. „Diese Möglichkeit gibt es regelmäßig nicht und ein entsprechender Antrag des Arbeitnehmers würde wegen fehlender Antragsbefugnis abgelehnt.“ Ein solches Verfahren würde zu tausenden Einzelanträgen führen und die Verwaltung überfordern.

14.30 Uhr: Bericht: Einige England-Stars gegen Corona-Impfung

Vize-Europameister England muss einem Bericht zufolge wegen der Impf-Unwilligkeit einiger Stars um seine Chancen bei der Fußball-WM bangen. Mindestens fünf Nationalspieler im Kader von Trainer Gareth Southgate haben dem Boulevardblatt „The Sun“ zufolge bislang eine Impfung gegen das Coronavirus verweigert. Den Profis, von denen drei zum Stammpersonal gehören sollen, droht demnach der Ausschluss von der Weltmeisterschaft in Katar, wenn die Gastgeber eine Impfpflicht auch für Spieler verfügen. Über entsprechende Pläne des WM-Ausrichters war zuletzt mehrfach berichtet worden.

Bereits klar ist, dass Zuschauer nur geimpft in die Stadien dürfen. Wie die „Sun“ berichtet, haben die Impfverweigerer im englischen Team „Nonsens“-Gründe für ihre Entscheidung genannt. Demnach fühle sich einer der Profis „jung und fit“ genug, dem Virus zu widerstehen. Ein anderer soll Verschwörungsmythen rund um Corona Glauben schenken. Die weiteren Spieler hätten sich jeweils von ihren Partnerinnen überzeugen lassen, die Impfung abzulehnen.

13.10 Uhr: Ärztekammer-Präsident gegen fixes Enddatum der Corona-Beschränkungen

Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt lehnt die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zu einem jetzt schon festgesetzten Datum ab. Er finde es aber „richtig, dass wir jetzt eine Debatte darüber führen, wann wir zur Normalität zurückkehren können“, sagte Reinhardt den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (Samstag).

Das Maskentragen in Bussen und Bahnen, wo häufig keine Abstände eingehalten werden können, halte er weiter für sinnvoll, fügte Reinhardt hinzu. Es sei aber völlig unangemessen, dass Kinder und Jugendliche stundenlang im Unterricht eine Maske tragen müssten, während die Erwachsenen abends maskenlos ins Lokal gehen könnten. Das stehe in keinem Verhältnis.

Die 2-G-Regel, also den Zugang zu Lokalen oder Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene, hält Reinhardt für sinnvoll. Das solle aber nicht für Angebote des öffentlichen Lebens gelten, auf die die Menschen zwingend angewiesen seien, wie zum Beispiel der öffentliche Nah- und Fernverkehr. Hier käme eine 2-G-Regelung einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich.

12.20 Uhr: Verdruss über Corona-Tests für Studierende

Zum Vorlesungsbeginn gibt es in Bayern Verdruss über die Regelung zu kostenlosen Corona-Tests für Studierende. An den Hochschulen gilt nämlich ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regelung: Zutritt haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete. Wer sich daher testen lassen muss, kann das im Gegensatz zur Normalbevölkerung zwar unter Vorlage des Studierendenausweises nicht nur bis zum 11. Oktober, sondern noch bis zum 30. November kostenlos tun. Danach ist allerdings auch für Studis Schluss mit den Gratistests.

Geld für Testungen von Studierenden zu verlangen, die es sich nicht leisten können, ist de facto eine Impfpflicht“, kritisiert Johanna Weidlich, eine der Sprecherinnen der Landesstudierendenvertretung. Auch Alexander Fehr, Geschäftsführer der bayerischen Universitätenkonferenz, wünscht sich eine Verlängerung der Kostenübernahme mindestens bis zur Winterpause. 

11.15 Uhr:  Mehr als 17 Millionen Corona-Impfdosen an andere Länder abgegeben

Deutschland hat inzwischen mehr als 17 Millionen Corona-Impfdosen für andere Staaten abgegeben. Davon wurden zehn Millionen Dosen des Präparats von Astrazeneca über die internationale Initiative Covax verteilt, wie aus einer neuen Aufstellung des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Gut sieben Millionen Dosen gingen direkt an Länder mit akutem Bedarf - nämlich an die Ukraine, Namibia, Vietnam, Ägypten und Ghana. Außerdem steht demnach noch eine direkte Auslieferung nach Thailand an.

Deutschland hat zugesagt, bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen für andere Länder bereitzustellen - ungefähr so viele (108 Millionen) wurden bisher auch im Inland eingesetzt.

9.50 Uhr: Mehr als 700 000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als 700 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in der US-Stadt Baltimore hervor. Mitte Juni hatte die Zahl der Toten in den USA die Marke von 600 000 überschritten. Das Land war zuletzt sehr heftig von der Delta-Variante getroffen worden - besonders in den südlichen US-Bundesstaaten. Aktuell gehen die Fallzahlen aber langsam wieder zurück.

Die Impfkampagne war in den USA gut gestartet - kommt mittlerweile aber nur noch recht schleppend voran. Bislang sind in den USA 55,7 Prozent der rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. US-Präsident Joe Biden hatte zuletzt auf eine weitgehende Impfpflicht für Arbeitnehmer gesetzt. Pro Tag sterben aktuell deutlich mehr als Tausend Menschen in den USA infolge einer Corona-Infektion. Auch diese Zahl ist aber mittlerweile wieder rückläufig.

9.10 Uhr: Nach Öffnung von Clubs in Bayern: Erste Partys gut besucht

Das Nachtleben in Bayern hat wieder begonnen: Mit lauten Beats haben DJs im ganzen Freistaat für prall gefüllte Tanzflächen gesorgt. Seit Freitag darf in den Clubs und Diskotheken wieder gefeiert werden, und zwar ohne Abstand und Maske. Fast eineinhalb Jahre mussten Partygänger in der Corona-Pandemie auf diesen Moment warten. Der Betreiber des Münchner Elektroclubs, Harry Klein, kann es kaum glauben: „Seit dem ersten Lockdown haben wir den Club so bereitgehalten, dass wir innerhalb kürzester Zeit öffnen können. Endlich ist es soweit!“.

Für Besucher sowie Beschäftigte mit Kundenkontakt gilt eine verschärfte 3G-Regel: Einlass bekommen nur Geimpfte und Genesene, oder man muss einen negativen PCR-Test vorweisen. Ein Antigen-Schnelltest oder ein Selbsttest reichen nicht aus. Beschäftigte mit Kundenkontakt müssen außerdem mindestens zweimal wöchentlich einen PCR-Test machen.

8.00 Uhr: RKI registriert 8517 Corona-Neuinfektionen Inzidenz steigt auf 64,4

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am vierten Tag in Folge etwas gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 64,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 64,3 gelegen, vor einer Woche bei 60,6 (Vormonat: 76,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8517 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.14 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7211 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 66 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 62 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 246 136 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,65 an. Der Vergleichswert der Vorwoche ist geringfügig niedriger. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 1. Oktober:

22.05 Uhr: Kalifornien schreibt als erster US-Bundesstaat Corona-Impfung für Schüler vor

Der US-Bundesstaat Kalifornien will für alle Schulkinder Corona-Impfungen vorschreiben, sobald der Impfstoff für diese Altersgruppen vollständig zugelassen ist. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom kündigte dies am Freitag an. Der Westküstenstaat ist damit der erste US-Staat, der eine Corona-Impfpflicht an allen Schulen einführt.

„Wir wollen diese Pandemie beenden. Wir sind alle davon erschöpft“, sagte Newsom in seiner Ansprache in einer Schule. Er verwies darauf, dass für den Schulbesuch bereits Impfungen für Krankheiten wie Masern und Mumps vorgeschrieben sind.

21.03 Uhr: Das Top10 ist wieder am Start: Singener Disko öffnet am Samstag nach mehreren Monaten im Lockdown

Am Samstagabend endet eine Durststrecke, von der niemand geglaubt hätte, dass sie so lange andauern wird: Das Top10 in Singen öffnet nach Monaten im Lockdown wieder seine Theken und Tanzflächen. Ein Segen für das überwiegend junge Partyvolk, das endlich wieder zu krachenden Beats tanzen kann. Auch für Dominik Dilger, Betriebsleiter der Disko im Singener Süden, ist dies eine gute Nachricht. Die wichtigste Frage für viele Nachtschwärmer: Darf wieder getanzt werden? Darauf gibt es vom Betriebsleiter ein klares „Ja“. Aber ganz ohne Regeln werde ein Diskobesuch nicht klappen – auch wenn die Inzidenzzahlen im Landkreis weite sinken.

20.12 Uhr: Verdacht in Schwaben: Arzt soll Impfnachweise gefälscht haben

Ein Hausarzt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries steht im Verdacht, seinen Patienten fälschlicherweise Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben. Nachdem die Kriminalpolizei am Donnerstag mitgeteilt hatte, die Praxis des Mediziners sei durchsucht worden, warnte am Freitag das Landratsamt Donau-Ries die Patienten davor, die Impfnachweise zu verwenden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg war am Freitagabend nicht zu erreichen.

18.44 Uhr: Wer in der Schweiz andere von der Impfung überzeugt, soll künftig einen 50-Franken-Gutschein erhalten

50 Franken für Impfwerber: Mit der ungewöhnlichen Idee will die Schweizer Regierung die niedrige Impfquote erhöhen. Jeder, der Bekannte, Freunde oder Familienmitglieder zum Impfen motiviert, soll einen Gutschein erhalten. Selbst geimpft muss man dafür nicht sein. Die Details zur Aktion und den weiteren Maßnahmen der Schweizer Impf-Offensive lesen Sie hier.

18.21 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten auf gleichem Niveau

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg bewegt sich auf gleichem Niveau. Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte, hatte sie mit 82,5 denselben Wert wie am Donnerstag. Am Mittwoch lag sie bei 82,9. Die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, betrug 2,16 nach 2,29 zuvor. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug 575.285, das waren 1378 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um acht auf nun 10.691.

17.12 Uhr: Virologen: Genesene mindestens ein Jahr vor Corona geschützt

Deutsche Virologen gehen von einem längeren Immunschutz nach durchgemachter Corona-Infektion aus als bisher angenommen. „Die nachgewiesene Dauer des Schutzes nach durchgemachter Sars-CoV-2-Infektion beträgt mindestens ein Jahr“, heißt es in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Virologie. Aus immunologischer Sicht sei sogar von einer deutlich längeren Schutzdauer bei Genesenen auszugehen. Das sei aber noch nicht durch Studien belegt, weil es Sars-CoV-2 noch nicht lange genug gebe. Die Experten plädieren dafür, dass der Zeitraum, in dem Genesene bei Corona-Beschränkungen Geimpften gleichgestellt sind, auf zwölf Monate nach der Infektion verlängert wird. Derzeit profitieren Genesene nur sechs Monate lang, indem sie etwa von Tests befreit sind.

16.23 Uhr: Südwesten lockert Maskenpflicht an Schulen

Im Südwesten müssen die Schüler im Unterricht an ihren Plätzen ab dem 18. Oktober keine Mund- und Nasenschutzmasken mehr tragen. Die Corona-Verordnung des Landes soll dementsprechend geändert werden. Dies bestätigte Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Freitag gegenüber dem SÜDKURIER.

„Die Maskenpflicht an den Schulen am Platz wird wegfallen. Überall sonst im Schulgebäude muss aber weiterhin eine Maske getragen werden“, sagte Schopper. In den Pausen im Freien müsse weiter keine Maske getragen werden, wenn die Abstände eingehalten werden könnten.

Die Maske sei zwar ein effektiver Schutz, aus pädagogischer Sicht bringe sie jedoch auch Probleme mit sich. „Der Unterricht mit Maske ist schwierig, weil man das Gesicht nur halb sieht und die Mimik von Kindern und Lehrern nicht erkennen kann“, erklärte Schopper.

Laut der Grünen-Politikerin werde das Land Sicherheitsmechanismen einbauen, falls sich die Corona-Lage zuspitze. „Die Masken am Platz müssen wieder getragen werden, wenn die Corona-Alarmstufe des Landes greift“, sagte sie. Die in der Corona-Verordnung des Landes verankerte Alarmstufe tritt in Kraft, sobald 390 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt.

16 Uhr: Merck: Corona-Mittel halbiert Risiko für sehr schwere Verläufe

Ein neues Corona-Medikament des US-Pharmakonzerns Merck reduziert bei Risiko-Patienten einer klinischen Studie zufolge deutlich die Wahrscheinlichkeit sehr schwerer Verläufe. Man wolle sich so schnell wie möglich um den Einsatz in den USA bemühen und auch entsprechende Anträge bei Behörden weltweit stellen, teilte der auch unter dem Namen MSD bekannte Konzern am Freitag mit. Die Arznei wird als Pille verabreicht.

14.40 Uhr: Rumänien und Litauen ab Sonntag Corona-Hochrisikogebiete

Mit Rumänien und Litauen stuft die Bundesregierung ab Sonntag zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und von dort einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher ist Slowenien der einzige Mitgliedstaat der Europäischen Union, der vollständig als Hochrisikogebiet eingestuft ist.

13.21 Uhr: 3G-Regel in Fernzügen kommt vorerst nicht

In Fernzügen in Deutschland wird es voraussichtlich keine 3G-Regel geben. Eine solche Vorschrift, die nur noch Geimpften, Genesenen und Getesteten die Fahrt mit Fernzügen erlauben würde, sei „weder rechtlich möglich noch praktikabel“, teilte das Bundesverkehrsministerium am Freitag mit. Zu dieser Feststellung seien die beteiligten Ressorts innerhalb der Bundesregierung „übereinstimmend“ gekommen.

„Für 3G in Zügen fehlt die Rechtsgrundlage“, erklärte das Ministerium weiter. „Zudem stünde die Kontrolle einer solchen Maßnahme einem den Nutzen nicht zu rechtfertigenden Aufwand entgegen.“

12.15 Uhr: Neues Institut für Pandemie-Impfstoffe geplant

Deutschland will auf zukünftige Pandemien besser vorbereitet sein. Beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) soll dazu ein Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika entstehen. Das Bundesgesundheitsministerium habe das PEI damit beauftragt, ein solches Zentrum einzurichten, berichtete das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut am Freitag im hessischen Langen. Ziel des neuen Zentrums sei es, „für zukünftige Pandemien besser gerüstet zu sein“. Dafür müssten „Impfstoffe im Pandemiefall sehr schnell in ausreichender Menge für die Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden“.

11.11 Uhr: 64,6 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind jetzt 64,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die dafür meist nötige Spritze bekamen nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag fast 53,7 Millionen Menschen. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben mittlerweile 56,6 Millionen Menschen oder 68,1 Prozent aller Einwohner.

Unter den Kindern von 12 bis 17 Jahren sind laut Robert Koch-Institut (RKI) inzwischen 41,9 Prozent mindestens einmal und 34,6 Prozent vollständig geimpft. Bei Erwachsenen haben 78,9 Prozent mindestens eine erste Spritze bekommen, vollständig geimpft sind 75,1 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung haben inzwischen gut 769 000 Menschen bekommen.

9.13 Uhr: RKI: Impfstoffe schützen zuverlässig vor schwerem Covid-Verlauf

Die in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen vor Covid-19 insbesondere vor einem schweren Krankheitsverlauf mit Hospitalisierung. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht schätzt, beträgt dieser Schutz für alle zugelassenen Impfstoffe für die Kalenderwochen 35 bis 38 etwa 93 Prozent bei den 18- bis 59-Jährigen und 89 Prozent in der Altersgruppe ab 60 Jahren. Eine Behandlung auf einer Intensivstation wird demnach in der jüngeren Altersgruppe mit einer Zuverlässigkeit von 96 Prozent verhindert, bei den älteren liegt der Wert bei 94 Prozent. Der Schutz vor einem tödlichen Verlauf beträgt demnach bei den jüngeren 97 Prozent und bei den älteren 88 Prozent.

8.21 Uhr: Lehrerverband gegen Lockerungen bei Maskenpflicht in Schulen

Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnen Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen in mehreren Bundesländern ab. „Der Verzicht auf Testungen und die zu frühe Abschaffung der Maskenpflicht sowie die zu starke Reduzierung von Quarantänemaßnahmen erhöht die Gefahr, dass die Schule zur Black Box wird, was eine Kontrolle von Infektionen nicht mehr zulässt“, sagte der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

7 Uhr: RKI registriert 10.118 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 64,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist im Vergleich zum Vortag erneut etwas gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert mit 64,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 63,0 gelegen, vor einer Woche bei 62,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.118 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 9727 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 73 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65 Todesfälle.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 30. September:

22 Uhr: „Querdenker“-Demonstrationen in Stuttgart verboten

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat zwei Demonstrationen der umstrittenen „Querdenken“-Bewegung verboten. Diese sollten an diesem Samstag stattfinden, wie das Rathaus am Donnerstag mitteilte. Bei früheren Demonstrationen habe es vorsätzliche Verstöße gegen das Versammlungsrecht gegeben, hieß es zur Begründung. Zudem sei die coronabedingte Masken- und Abstandspflicht nicht eingehalten worden.

20.39 Uhr: RKI erwartet Anstieg der Corona-Infektionen im Herbst und Winter

In der Corona-Pandemie erwartet das Robert Koch-Institut (RKI) für Herbst und Winter wieder einen Anstieg der Infektionszahlen. Das schreibt das Institut in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend. Als Gründe werden insbesondere eine „noch immer große Zahl“ ungeimpfter Menschen und die Zunahme von Kontakten in Innenräumen angeführt. Vergangene Woche hätten die Fallzahlen zwar im Vergleich zur Woche zuvor in fast allen Bundesländern abgenommen, in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern seien jedoch leichte Zunahmen von vier beziehungsweise acht Prozent verzeichnet worden, in Bremen stagnierte der Wert. Zuvor hatte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC angesichts von teils nicht ausreichenden Impfquoten vor einer verschlechterten Corona-Lage in Europa in diesem Herbst gewarnt.

19.20 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten leicht rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist leicht rückläufig. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart gab sie am Donnerstag mit 82,5 an (Stand: 16 Uhr), am Tag zuvor hatte sie 82,9 betragen. Die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, betrug 2,29 nach 2,3 zuvor. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung lag den Angaben zufolge bei 185. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug 573 907, das waren 1 669 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 4 auf nun 10 683.

17.55 Uhr: Dänemark verfehlt ambitioniertes Impfziel

Beim Impfen gegen Covid-19 ist Dänemark weiter gekommen als die meisten anderen Länder ein hochgestecktes Impfziel wird Deutschlands nördlichster Nachbar voraussichtlich dennoch verpassen. Bis zum 1. Oktober strebten die dänischen Gesundheitsbehörden an, 90 Prozent von allen zur Impfung eingeladenen Personen eine erste Impfdosis zu verabreichen, also allen Bürgern über zwölf Jahre. Bis zum Donnerstag hatten rund 4,45 Millionen Menschen im Land eine erste Impfung erhalten, was 86,6 Prozent aller Bürger über zwölf Jahren entspricht.

16 Uhr: Breiter Widerstand gegen Maskenpflicht in Friedrichshafen: Sind die Corona-Regeln in Schulen noch angemessen?

Nachdem das Kultusministerium die Maskenpflicht in Schulen auf unbestimmte Zeit verlängert hat, gibt es scharfe Kritik von Häfler Eltern und Lehrern. Viele haben sich einer Petition gegen die Maskenpflicht angeschlossen, die binnen weniger Tage fast 100.000 Mal unterzeichnet wurde. Jetzt scheint es ein Einlenken der Landesregierung zu geben.

14.30 Uhr: Stiko-Chef Mertens: Druck wegen Kinderimpfung ist „absurd“

Eine mögliche Impfempfehlung für Kinder unter 12 Jahren wird aus Sicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) noch schwieriger als die für 12- bis 17-Jährige. Kein Kind unter 17 sei in Deutschland ausschließlich an Covid-19 gestorben, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag). Weil die Krankheitslast bei den 12- bis 17-Jährigen so gering gewesen sei, sei die Entscheidung zur Impfung in der Nutzen-Schaden-Abwägung so schwierig gewesen. „Bei den Jüngeren wird das noch schwieriger sein.“

Wenn sich die Zulassungsstudie von Biontech auf 3000 Kinder beziehe, dann tauchten auf dieser Datenbasis seltene Nebenwirkungen wie zum Beispiel Herzmuskelentzündungen wahrscheinlich gar nicht auf, sagte Mertens. Er erwartet zugleich erneut eine „Welle des politischen Drucks“ mit Blick auf die Impfung jüngerer Kinder. „Druck ist in dem Zusammenhang aber schlecht. Ganz besonders auch, weil die Kinder herhalten sollen, um die Impfmüdigkeit der 18- bis 59-Jährigen auszugleichen“, sagte er den Blättern. „Das ist absurd.“

13.45 Uhr: Ganze Schulklasse in Bad Dürrheim nach mehreren positiven Corona-Tests in Quarantäne

Knapp drei Wochen nach Ferienende hat es die erste Schulklasse im Kreis Schwarzwald-Baar erwischt: Seit Montag ist eine Bad Dürrheimer Werkrealschul-Klasse in Quarantäne, bestätigt Alexander Stengelin, Pressesprecher der Stadt Bad Dürrheim. Er appelliert in Sachen Schnelltests an die Verantwortung der Eltern.

12.40 Uhr: BKA: Gewalt gegen Polizisten nimmt während Corona-Pandemie zu

Die Gewalt gegen Polizisten hat während der Corona-Pandemie zugenommen. 2020 verzeichneten die Behörden 38.960 Gewalttaten gegen Polizeibeamte, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag in einem sogenannten Bundeslagebild mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 325 weniger gewesen. 84.831 Beamte waren 2020 betroffen, ein Anstieg um fast sechs Prozent. Fall- und Opferzahlen erreichten damit laut BKA neue Höchstwerte. Der negative Trend habe sich 2020 fortgesetzt. Seit 2012 sei ein Anstieg der Gewalttaten um 20 Prozent zu verzeichnen.

In dem Zeitraum stieg die Zahl der Opfer um 42 Prozent. Diese Entwicklungen verdeutlichten eine zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei in der Bevölkerung und eine sinkende Wertschätzung der Einsatzkräfte, teilte das BKA mit. Obwohl es wegen der Corona-Pandemie weniger Einsätze bei Großveranstaltungen gegeben habe, habe die körperliche Gewalt gegen die Polizei zugenommen.

11.06 Uhr: Drei Viertel der Erwachsenen vollständig gegen Corona geimpft

Drei Viertel der Erwachsenen und ein gutes Drittel der Kinder zwischen 12 und 17 Jahren in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstag inzwischen 75,0 Prozent aller Menschen ab 18 Jahren bekommen und 34,1 Prozent derer zwischen 12 und 17 Jahren. Mindestens eine erste Impfung haben demnach 78,8 Prozent der Erwachsenen und 41,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erhalten.

Den RKI-Daten zufolge sind insgesamt inzwischen 53,6 Millionen Menschen oder 64,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Mindestens einmal geimpft sind 56,5 Millionen Menschen oder 68 Prozent aller Einwohner. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb auf Twitter: „Je näher wir an 60 Mio. kommen, desto sicherer wird der Winter.“

9.44 Uhr: RKI registriert 12 150 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 63,0

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist im Vergleich zum Vortag etwas gestiegen. Das Robert Koch-Institutgab den Wert am Donnerstagmorgen mit 63,0 an. Am Vortag hatte der Wert bei 61,0 gelegen, vor einer Woche bei 63,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12 150 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 696 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 67 Todesfälle verzeichnet. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,60 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93 638.

8.30 Uhr: 3G-Regeln gelten in Frankreich ab sofort auch für Kinder ab 12 Jahren

In Frankreich gelten die 3G-Regeln und die Gesundheitspass-Pflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie von Donnerstag an bereits für Kinder ab 12 Jahren und zwei Monaten. Beim Besuch von Freizeit- und Sportstätten, in Kinos, Restaurants und Cafés oder im Fernzug müssen so künftig nicht mehr nur Erwachsene einen Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test (3G) vorlegen. Da Kinder erst ab einem Alter von 12 Jahren geimpft werden können, wurde eine Frist von zwei Monaten für das Erlangen eines vollständigen Impfschutzes eingeräumt.

Während Erwachsene einen digitalen Gesundheitspass mit den entsprechenden Nachweisen in einer Handy-App vorzeigen müssen, dürfen Kinder und Jugendliche auch ein Papierdokument vorlegen. Außerdem können Erwachsene die entsprechenden QR-Codes für die gesamte Familie und die Kinder auch auf einem Handy speichern. Mit einem Nachweis, dass Kinder und Jugendliche aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sind sie von den 3G-Regeln befreit.

7.15 Uhr: Diskotheken müssen mit strengen Hygienekontrollen rechnen

Wegen der drohenden vierten Corona-Welle müssen sich Clubs und Discos am kommenden Wochenende auf strenge Hygienekontrollen einstellen. Bei Schwerpunktkontrollen werden nach Auskunft von Gesundheitsminister Manne Lucha Beamte verstärkt unterwegs sein. „Wir starten jetzt in den Herbst, in dem sich die Menschen vor allem innen aufhalten. Wir ermöglichen in den aktuellen Corona-Verordnungen viele Freiheiten – gerade deswegen ist es wichtig, dass sich alle an die Regeln halten, um unseren bisherigen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie nicht zu gefährden“, erklärte Lucha. Jeder habe die Verantwortung dafür, dass man die vierte Welle möglichst klein halte.

Wer sich an Regeln halte, habe nichts zu befürchten, so Lucha. „Wir wollen aber nicht verschweigen, dass ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung bußgeldbewehrt ist und gegebenenfalls sogar eine Strafanzeige nach sich ziehen kann.“ 

Das waren die Entwicklungen am Montag, 29. September: 

21.31 Uhr: Impfzentren machen zu – Arztpraxen übernehmen

Nach mehr als 8,2 Millionen gesetzten Spritzen ist in den Impfzentren im Südwesten nun Schluss. Von diesem Freitag an müssen Impfwillige sich den Piks anderswo besorgen. Für eine Übergangszeit von drei Monaten setzt das Land zur Ergänzung der Impfkapazitäten in der Regelversorgung durch die Arztpraxen auf 30 mobile Impfteams, erklärte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart. Falls regional Engpässe auftreten sollten, will das Land das Impfangebot durch mobile Impfteams aufstocken. Vor-Ort-Impfaktionen soll es aber weiter geben, da nicht jeder Mensch einen Hausarzt oder eine Hausärztin habe.

18.01 Uhr: 304 Intensivbetten sind in Baden-Württemberg frei

Im Südwesten werden derzeit 182 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch betreut. Von diesen werden 101 Frauen und Männer invasiv beamet - das entspricht 55,49 Prozent, wie das DIVI-Intensivregister am Mittwoch mitteilte. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten Prozentwert von 58,17. Aktuell sind 304 Intensivbetten frei – davon 173 speziell für Covid-Patienten. Diese Werte sind wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems durch das Coronavirus beurteilen zu können.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist eine steigende Tendenz zu erkennen. Laut Landesgesundheitsamt war der Wert an mehreren Tagen in Folge gesunken, lag dann am Montag bei 79,1. Am Dienstag erhöhte sich der Wert wieder leicht auf 80,4 und am Mittwoch war der Wert auf 82,9 gestiegen (Stand, 29. September, 16.00 Uhr).

17 Uhr: Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg sind erlaubt

Trotz der Gefahr durch eine vierte Corona-Welle sollen in diesem Jahr Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg möglich sein. Darauf haben sich das Sozialministerium, die kommunalen Landesverbände und Vertreter der Schausteller geeinigt. Der Amtschef im Gesundheitsministerium, Uwe Lahl, sagte am Mittwoch in Stuttgart: „Die steigende Impfquote ermöglicht es uns, ein Stück zur Normalität zurückzukehren und die für viele Menschen bedeutsame Tradition der Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden zu lassen.“ Er mahnte aber auch: „Angesichts der aktuellen vierten Welle der Corona-Pandemie müssen wir jedoch vorsichtig bleiben. Deshalb haben wir uns auf klare und umsetzbare Regeln verständigt.“

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So gilt auf den Weihnachtsmärkten Maskenpflicht, weil der Abstand nicht zuverlässig eingehalten werden könne. Zudem soll es Zugangskontrollen geben, um zu überprüfen, dass die Besucher entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Ist der Markt auf einem umzäunten Gelände, soll es an bestimmten Punkten Kontrollen geben. Ansonsten sollen bereits überprüfte Besucher ein Bändchen für das Handgelenk bekommen.

Wer Glühwein oder gebrannte Mandeln kaufen oder ins Riesenrad einsteigen will, muss am Stand nochmal vorweisen, dass er geimpft, genesen oder getestet ist. Ruft die Landesregierung allerdings den Corona-Alarmzustand aus, dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene dieses Angebot nutzen. An Ständen, die etwa Socken oder Brot zum Mitnehmen anbieten, ist die Kontrolle nicht nötig.

14.43 Uhr: Baden-Württemberg erwägt Ende der Maskenpflicht in Schulen

Die baden-württembergische Regierung aus Grünen und CDU erwägt ein Ende der Maskenpflicht im Unterricht an Schulen. „Es gibt Überlegungen, die Maskenpflicht in Schulen am Platz zu überarbeiten“, sagte Regierungssprecher Arne Braun am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Die nächste Aktualisierung der Corona-Verordnung stehe für übernächste Woche an. „Es kann sein, dass wir das da schon überarbeiten.“ Eine solche Lockerung wäre aber Teil eines Gesamtpakets.

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte der dpa: „Die Corona-Maßnahmen stehen kontinuierlich auf dem Prüfstand - natürlich schließt das die Überprüfung der Maskenpflicht im Klassenzimmer ein. Insofern denken wir auch darüber nach, ob die Maskenpflicht am Platz aufgehoben werden kann.“ In Bayern sollen Schülerinnen und Schüler schon von nächster Woche an im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen.

13 Uhr: Keine Maskenpflicht am Platz in Bayerns Schulen mehr

Schülerinnen und Schüler in Bayern sollen von nächster Woche an im Unterricht keine Masken mehr tragen müssen. Dies kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München an. Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zufolge endet die Maskenpflicht am 4. Oktober auch im Sportunterricht.
 
Förmlich beschlossen werden soll dies vom Kabinett an diesem Donnerstag. Die Freien Wähler als kleinerer Koalitionspartner hatten vehement darauf gedrängt. „Wie von mir vorgesehen wird die Maskenpflicht im Unterricht am Platz ab dem 4. Oktober aufgehoben“, sagte Piazolo.

12.34 Uhr: RKI registriert 11 780 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 61

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es im Vergleich zum Vortag kaum Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 61,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 60,3 gelegen, vor einer Woche bei 65,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11 780 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.46 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 454 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 67 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 71 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 215 351 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 989 700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93 571.

11.11 Uhr: Lauterbach lehnt Impfpflicht für Lehr- und Pflegekräfte ab

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnt eine Impfpflicht für Lehrkräfte, Erzieherinnen und und Pflegepersonal ab. Er sprach sich damit in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) gegen eine Forderung von Kinder- und Jugendärztepräsident Thomas Fischbach aus.

Der SPD-Politiker sagte, die Impfquote bei Lehrkräften und Kita-Personal sei sehr hoch. „Sie liegt nach meiner Beobachtung und Einschätzung bei weit über 90 Prozent.“ Das Problem in den Schulen und Kitas seien nicht die nicht geimpften Erzieher und Lehrer, sondern dass sich Kinder und Jugendliche gegenseitig ansteckten.

Zu einer Impfpflicht in Krankenhäusern sagte Lauterbach: „Und da wir in den Gesundheitsberufen ebenfalls eine hohe Impfquote haben, sehe ich auch keinen Grund dafür, eine Impfpflicht für Ärzte und Pfleger einzuführen.“

Fischbach hatte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) gesagt: „Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken.“ Und: „Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet.“

10.06 Uhr: Studie: Raucher haben höheres Risiko für schwere Covid-Verläufe

Raucher haben Studien zufolge ein höheres Risiko für schwere Verläufe von Covid-19. Das bestätigen nun weitere Analysen, die britische Forschende in der Fachzeitschrift „Thorax“ vorstellen. Demnach liegt der Anteil der Infizierten, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden oder sogar sterben, bei Rauchern merklich höher als bei Nichtrauchern. Die Wahrscheinlichkeit, wegen Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, könnte den Ergebnissen zufolge bei Menschen, die aktuell Raucher sind, fast doppelt so groß sein wie bei lebenslangen Nichtrauchern.

So sei der Rachen von Rauchern gereizter und es gebe dort deswegen auch mehr Immunaktivität, die es dem Virus schwerer mache, eine Infektion zu etablieren. „Eine andere Theorie ist ganz einfach: Raucher gehen zum Rauchen schlicht und ergreifend öfter vor die Tür ins Freie und verringern dadurch die Expositionshäufigkeit“, sagte Streeck. Wenn sich ein Raucher erst einmal infiziert habe, habe er ein viel größeres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, betonte der Virologe.

Für die neue Analyse werteten die britischen Forscherinnen und Forscher mit zwei verschiedenen Methoden Daten und Befragungen aus der Medizindatenbank UK Biobank sowie Daten von Public Health England und andere Gesundheitswerte beziehungsweise Totenscheine aus. Die Wissenschaftler geben einschränkend zu bedenken, dass es bei beobachtenden Studien zu Verzerrungen kommen kann.

7.30 Uhr: Städte fordern Ausdehnung von 2G-Zugangsregeln 

Die Städte fordern mehr Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene bei Freizeiteinrichtungen im Herbst und Winter. „Wir müssen alles tun, um noch mehr Menschen fürs Impfen zu motivieren und die Impfquote zu steigern“, sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, der Deutschen Presse-Agentur. Er appelliere an alle Länder, 2G-Regelungen für den Freizeitbereich zu treffen. 

Mehrere Bundesländer haben für Veranstalter eine 2G-Regel als Option eingeführt – ergänzend zum generellen 3G-Modell, also Zugang zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Jung sagte, 2G-Regelungen würden zum Beispiel fürs Kino, für Clubs, Konzerte oder Fitnessstudios gebraucht. „Wir müssen damit rechnen, dass im Herbst und Winter die Zahl der Corona-Infektionen steigt, vor allem bei Ungeimpften. Wir wollen aber auf keinen Fall, dass dann wieder Schulen und Kitas geschlossen werden müssen.“

Der Städtetag forderte außerdem 2G-Regeln für bestimmte Beschäftigte.  „Wir erwarten, dass sich die Beschäftigten im pädagogischen Bereich, zum Beispiel in Kitas, Schulen und Wohngruppen, aber auch in Krankenhäusern und in der Pflege impfen lassen.“

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 28. September:

22.39 Uhr: 353 Intensivbetten im Südwesten frei

Im Südwesten werden derzeit 184 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch betreut. Von diesen werden 98 invasiv beamet - das entspricht 53,26, wie das DIVI-Intensivregister am Dienstag mitteilte. Dieser Wert liegt unter dem bundesweiten von 57,02. Aktuell sind 353 Intensivbetten frei - davon 169 speziell für Covid-Patienten. Diese Werte sind wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems durch das Coronavirus beurteilen zu können.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist ein klarer Trend nicht absehbar. Laut Landesgesundheitsamt war der Wert an mehreren Tagen in Folge gesunken und lag am Montag bei 79,1. Am Dienstag erhöhte sich der Wert wieder leicht auf 80,4. Den höchsten Wert verzeichnete Pforzheim mit 168,2 – Heidelbeg mit 28,3 den niedrigsten.

21.10 Uhr: Dänemark verlängert Verbot von Nerzzucht wegen Corona um ein weiteres Jahr

Vor knapp einem Jahr waren in Dänemark Millionen Nerze wegen des Coronavirus gekeult worden – nun wird die Zucht der Tiere ein weiteres Jahr ausgesetzt. Das Zuchtverbot gelte auch 2022, sagte Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn am Dienstag vor Reportern. Nur so könnten die Bürger von einer Tier-zu-Mensch-Übertragung des Coronavirus geschützt werden. 

Dänemark war der weltgrößte Exporteur von Nerzen. Im vergangenen November hatte die Regierung allerdings eine Notschlachtung aller 15 Millionen Tiere im Land angeordnet. Damit sollte die Verbreitung einer mutierten und auf den Menschen übertragbaren Form des Coronavirus verhindert werden. Ende Dezember 2020 verbot Dänemark schließlich die Zucht der Tiere bis zum Januar 2022. Dieses Verbot soll nun verlängert werden. 

19.51 Uhr: Virologe Drosten: Corona-Herbstwelle deutet sich mancherorts an

Der Virologe Christian Drosten hält die derzeitige Beruhigung der bundesweiten Corona-Infektionszahlen für ein vorübergehendes Phänomen. Es sei bereits zu sehen, dass in ostdeutschen Bundesländern die Inzidenz offenbar unabhängig vom Ferienende wieder Fahrt aufnehme. „Ich denke, da deutet sich jetzt die Herbst- und Winterwelle an, die wir im Oktober wohl wieder sehen werden“, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité in einem Auszug aus dem Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info.

17.40 Uhr: Deutsche Flughäfen auch 2021 mit hohen Verlusten

Die wirtschaftliche Lage an den deutschen Flughäfen bleibt trotz gestiegener Passagierzahlen im Sommer angespannt. Für das laufende Jahr rechnet der Flughafenverband ADV (Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen) mit einem operativen Gesamtverlust aller Standorte von rund 1,5 Milliarden Euro, wie Verbandspräsident Stefan Schulte am Dienstag in Schönefeld sagte. Am dortigen Hauptstadtflughafen BER war die Branche zwei Tage lang zu einer Tagung zusammengekommen. 2020 hatte der Verlust aufgrund der eingebrochenen Fluggastzahlen in der Corona-Krise bei 2,1 Milliarden Euro gelegen.

15.42 Uhr: 60 Lehrerinnen und Lehrer positiv getestet Zahlen steigen

Gut zwei Wochen nach Schulbeginn in Baden-Württemberg sind 60 Lehrkräfte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der infizierten Lehrerinnen und Lehrer steige zwar, man müsse sich aber aktuell „keine grauen Haare wachsen lassen“, sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Der Anteil entspricht nach Angaben des Kultusministeriums 0,04 Prozent der Lehrkräfte im Land (Stand Montag).

Durch die tägliche Testpflicht für ungeimpfte Lehrerinnen und Lehrer habe das Ministerium einen relativ guten Überblick über den Impfstatus der Lehrkräfte. Die Ministerin betonte, dass der Schutz ungeimpfter Kinder unter zwölf Jahren von den Geimpften und Genesenen abhänge. „Ich würde mich nicht gegen eine Impfpflicht wehren hier an den Schulen“, erklärte Schopper. Das sei aber „nicht mehr die kriegsentscheidende Nummer“ wegen einer hohen Impfquote unter den Lehrkräften. Schopper schätzte, dass 80 bis 90 Prozent der Lehrkräfte in Baden-Württemberg geimpft sind.

14.57 Uhr: Saarland lockert Corona-Regeln umfangreich

Die saarländische Landesregierung hat weitgehende Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen. So werden etwa ab diesem Freitag die privaten Kontaktbeschränkungen aufgehoben und der Mindestabstand wird nur noch empfohlen, kündigte die Landesregierung am Dienstag in Saarbrücken an. „Mit dem „Saarland-Modell plus“ berücksichtigen wir jetzt die großen Impf-Fortschritte und schlagen das nächste Kapitel im Umgang mit Corona auf“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Die neue Verordnung gilt wie bisher auch zunächst für zwei Wochen.

Die Maskenpflicht wird im Saarland demnach deutlich gelockert. So kann sie in geschlossenen Räumen von Betrieben und anderen Arbeitsstätten künftig komplett entfallen, wenn für alle Anwesenden ein 3G-Nachweis vorliegt - diese also genesen, getestet oder geimpft sind. In Schulgebäuden gilt sie künftig nicht mehr. Im öffentlichen Nahverkehr muss weiterhin eine Maske getragen werden, außerdem in geschlossenen Räumen mit Kunden oder Besuchern.

Unter der 3G-Auflage können außerdem praktisch alle Beschränkungen für Gastronomie, Kultur- und Freizeitstätten entfallen.

13 Uhr: Fast drei Viertel der Erwachsenen vollständig geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun fast drei Viertel der Erwachsenen und ein Drittel der Kinder zwischen 12 und 17 Jahren vollständig geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze haben nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen 74,7 Prozent aller Menschen ab 18 Jahren bekommen - und 33,2 Prozent derjenigen von 12 bis 17 Jahren.
 
Mindestens eine erste Impfung haben 78,6 Prozent der Erwachsenen und 41 Prozent der 12- bis 17-Jährigen erhalten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer „guten Quote“. Jede weitere Impfung gebe allen mehr Sicherheit für Herbst und Winter, schrieb er auf Twitter.

11.01 Uhr: Neue Einreiseregeln: Schweizer Zoll erteilt 200 Bußen

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) zieht eine erste Bilanz seit Beginn der schärferer Regeln bei der Einreise in die Schweiz. Auf Anfrage der Redaktion teilt eine Sprecherin mit, dass je 100 Bußgelder für fehlende negative Testergebnisse und fehlende Einreiseformulare ausgesprochen worden sind.

Vor Betreten des Landes müssen ungeimpfte und nicht-genesene Personen seit 20. September einen negativen Corona-Test vorlegen, ein zweiter Test hat vier bis sieben Tage später zu erfolgen. Außerdem müssen auch geimpfte und genesene Menschen ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Ein Verstoß gegen die Testpflicht kann mit 200 Franken (180 Euro) gebüßt werden, ein fehlendes Formular mit 100 Franken.

Es gibt zahlreiche Ausnahmen, unter anderem für Bürger aus Baden-Württemberg. Laut EZV wissen die meisten Reisenden von den neuen Regeln und akzeptieren diese. Hier erfahren Sie, was Sie zur Einreise in die Schweiz seit 20. September beachten müssen. 

9.17 Uhr: Konsumstimmung hellt sich auf Verbraucher bleiben aber vorsichtig

Rechtzeitig vor dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft hat sich die Konsumstimmung in Deutschland deutlich aufgehellt. Das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK ermittelte in seiner monatlichen Studie für September eine Verbraucher-Stimmung bei den Deutschen, die fast das Niveau vor der Corona-Krise erreichte. Zuvor war das Stimmungsbarometer zwei Monate lang in Folge gesunken.

Allerdings: Der Trend werde von Optimismus bei den Einkommensaussichten und von einer positiven Einschätzung der konjunkturellen Lage getragen, teilte die GfK am Dienstag mit. Die eigentliche Kauflaune verharrt noch auf niedrigem Niveau – die Deutschen bleiben vorsichtig, wie GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl sagte. Die Konsumneigung bleibe auch hinter dem Niveau von September 2020 zurück, als die Krise schon in vollem Gange war.

Der Fortgang der Corona-Pandemie regiere noch immer über die Stimmung der Verbraucher. „Der Anstieg der Inzidenz hat sich zum Zeitpunkt der Befragung deutlich verlangsamt und aktuell sind die Zahlen sogar leicht rückläufig. Dies lässt den Optimismus bei den Konsumenten steigen, dass die vierte Welle weniger ausgeprägt sein wird als von vielen befürchtet“, erklärte Bürkl.

7.35 Uhr: RKI registriert 4171 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 60,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche heute Morgen mit 60,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 61,7 gelegen, vor einer Woche bei 68,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4171 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.23 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4664 Ansteckungen gelegen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 1,44 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 27. September: 

22.05 Uhr: Leipzig darf Stadion wegen geringer Inzidenz zu mehr als 50 Prozent füllen

Aufgrund der geringen Corona-Inzidenz in der Stadt darf RB Leipzig schon beim kommenden Heimspiel der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Bochum am Samstag wieder mehr Zuschauer ins Stadion lassen. Das ergab sich nach dpa-Informationen am Montag aus Gesprächen zwischen Club und Gesundheitsamt und ist zudem durch die aktuelle Corona-Verordnung Sachsens gedeckt. In Leipzig liegt die Inzidenz seit mehreren Tagen unter 35, so dass der Club nicht mehr an die Kapazitätsgrenze von 50 Prozent Auslastung bzw. maximal 25 000 Zuschauern gebunden ist.

Am vergangenen Samstag durfte RB nur 23 500 Fans ins Stadion lassen, dessen Fassungsvermögen nach dem Umbau 47 000 Zuschauer beträgt. Wie viele es gegen Bochum sein dürfen, ist aktuell noch unklar. Leipzig könnte die Grenze von 23 5000 Zuschauern bereits beim Champions-League-Spiel am Dienstag gegen den FC Brügge überschreiten, sieht aufgrund der Kurzfristigkeit davon jedoch ab.

21.04 Uhr: Kultusministerin berichtet über Schulstart unter Corona-Bedingungen

Gut zwei Wochen nach der Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in die Schulen will Kultusministerin Theresa Schopper am Dienstag (12.00) über den Verlauf des Unterrichts unter Corona-Bedingungen berichten. Die Befürchtungen, dass Rückkehrer aus dem Urlaub das Coronavirus massenweise in die Schulen tragen könnten, haben sich zunächst nicht erhärtet. Allerdings müssen Schülerinnen und Schüler auch im Unterricht Maske tragen und sich mehrfach pro Woche testen lassen. Hintergrund ist, dass es für unter Zwölfjährige keine Impfempfehlung gibt, die für ältere Kinder und Jugendliche gilt erst seit kurzem.

Seit dieser Woche müssen sich Kinder und Jugendliche, die nicht geimpft oder genesen sind, dreimal die Woche einem Corona-Schnelltest unterziehen. Mit PCR-Tests reichen zwei. Das Ministerium berichtete, dass derzeit (Stand: Montag, 12.00) an sechs Schulen insgesamt sechs Klassen oder Lerngruppen in Quarantäne sind. Darüber hinaus gebe es in etwa 770 Schulen Einzelfälle von Infektionen. Im Südwesten gibt es ungefähr 4500 Schulen.

20 Uhr: Biden hat Auffrischungsimpfung gegen Coronavirus bekommen

Präsident Joe Biden hat wenige Tage nach der Zulassung von Corona-Auffrischungsimpfungen in den USA seine dritte Dosis erhalten. Der 78-Jährige ließ sich im Weißen Haus vor laufenden Kameras eine Booster-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer verabreichen. Er warb dabei für Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen die Pandemie und rief Ungeimpfte erneut auf, sich impfen zu lassen. „Booster sind wichtig, aber das Wichtigste ist, dass mehr Menschen sich impfen lassen“, sagte Biden.
 
23 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den USA hätten noch keine einzige Impfdosis erhalten und würden damit „furchtbar viel Schaden“ anrichten. „Wir wissen, dass die Menschen sich impfen lassen müssen, um diese Pandemie besiegen und Leben zu retten“, sagte der Präsident.

18.31 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt wieder

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg sinkt wieder. Nach mehreren Tagen mit steigenden Werten gab das Landesgesundheitsamt in Stuttgart einen Wert von 79,1 an (Sonntag: 81, Samstag: 80,4, Freitag: 79,3). Die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, betrug 2,25 (Vortag: 2,1).
 
Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen liegt in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung lag im Tagesvergleich bei 200.
Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug dem Gesundheitsamt zufolge 567.899, das waren 551 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 15 auf nun 10.661.

17.22 Uhr: „Maskenball“ in Mallorcas Discos: Tanzflächen dürfen wieder öffnen

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vor eineinhalb Jahren dürfen Clubs, Discos und Nachtlokale auf Mallorca und den anderen Baleareninseln ab dem 8. Oktober wieder ihre Tanzflächen öffnen. Das kündigte der regionale Tourismusminister Iago Negueruela am Montag angesichts niedriger Corona-Zahlen an. „Die Balearen kehren praktisch zur Normalität zurück“, sagte er. So ganz normal wird es aber dann doch noch nicht zugehen, denn wer tanzen will, muss dabei eine Maske tragen. Wer nicht tanzt, sondern am Getränk nippt, muss sitzen. Um 05.00 Uhr morgens ist Schluss.

Bars und Kneipen durften zwar auch während der Pandemie unter wechselnden Auflagen Kunden bedienen, die Tanzflächen waren jedoch tabu. Die Justiz muss den Plänen der Politiker noch zustimmen. Diese sehen vor, dass beim Einlass per Covid-Pass nachgewiesen werden muss, dass man geimpft, genesen oder getestet ist. Voraussichtlich werden die Lokale auch nur 75 Prozent ihrer eigentlich zulässigen Gästezahl einlassen dürfen.

15.30 Uhr: AfD-Abgeordnete scheitern im Rechtsstreit um Maskenpflicht im Landtag

In einem Rechtsstreit um die Maskenpflicht im niedersächsischen Landtag haben zwei AfD-Abgeordnete eine Niederlage erlitten. Der Staatsgerichtshof in Bückeburg verwarf mit Beschluss vom Montag Anträge der Abgeordneten Stephan Bothe und Christopher Emden, wie das Gericht mitteilte. Die Anträge hatten sich gegen insgesamt drei Anordnungen von Parlamentspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) gerichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Die ersten beiden Anordnungen sind zwischenzeitlich außer Kraft getreten, die Anordnung vom 30. April 2021 ist bis zum 30. September 2021 befristet.

Die Antragsteller in dem sogenannten Organstreitverfahren sahen sich durch die Anordnungen nach eigenen Angaben in ihrer parlamentarischen Arbeit beeinträchtigt und rügten eine Verletzung ihrer Grundrechtrechte. Dem Staatsgerichtshof zufolge werden die Antragsteller durch die Maskenpflicht aber nicht in ihren verfassungsmäßigen Rechten verletzt. Anders als von den AfD-Abgeordneten geltend gemacht, werde auch ihr Rederecht nicht beeinträchtigt, weil die Anordnungen für Parlamentsreden Ausnahmeregelungen vorsehen.

Die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sei auch „offensichtlich erforderlich und angemessen“, erklärte das Gericht. Mildere Mittel seien nicht ersichtlich. Bei der Anordnung einer Maskenpflicht in Innenräumen handele es sich um eine Maßnahme mit hoher Wirksamkeit bei geringer Belastungswirkung. Insbesondere seien nach derzeitiger Erkenntnislage ernsthafte Gesundheitsgefahren durch das kurzfristige Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf den Verkehrsflächen des Landtages unwahrscheinlich und von den Antragstellern nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar dargelegt.

14.40 Uhr: Papst: Jugend soll Chance auf Neuanfang nach Pandemie ergreifen

Papst Franziskus fordert Jugendliche weltweit auf, „ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte“ aufzuschlagen. Die Corona-Krise habe gravierende Einschränkungen für junge Menschen mit sich gebracht, schreibt er in einer am Montag veröffentlichten Botschaft zum diözesanen Weltjugendtag (21. November). Doch nun gebe es die Chance für einen Neuanfang.

Der 84-Jährige warnt davor, sich in „sinnlosen Kämpfen zu verlieren“ und dabei Mitmenschen zu verletzen. Es bestehe die Gefahr, „dass man für Dinge kämpft, die ursprünglich gerechte Werte verteidigen, die aber, wenn man sie auf die Spitze treibt, zu zerstörerischen Ideologien werden“. Einige „Digital Natives“ sähen in der virtuellen Welt gar „ein neues Schlachtfeld“ und nutzten „Fake News“, um Gift zu verbreiten.

Stattdessen sollten sich die Jugendlichen für soziale Gerechtigkeit, Wahrheit, Rechtschaffenheit, Menschenrechte, Verfolgte, Arme und Schwache einsetzen. Als weitere Anregungen nennt der Papst die Verteidigung einer „integralen Ökologie“ sowie die Hilfe für Migranten. Der bevorstehende Weltjugendtag sei in diesem Kontext eine wichtige Etappe.

13.28 Uhr: Vietnam erhält Millionen Impfdosen gegen Corona aus Deutschland

Deutschland unterstützt Vietnam mit weiteren 2,6 Millionen Corona-Impfdosen. Die Vakzine des Herstellers Astrazeneca seien am Sonntag in Ho-Chi-Minh-Stadt (früher: Saigon) angekommen, teilte die deutsche Botschaft in der Hauptstadt Hanoi mit. „Dies ist ein weiterer Beitrag Deutschlands zur vietnamesischen Impfkampagne“, hieß es. Es handele sich bereits um die zweite Lieferung von Impfstoffen aus Deutschland innerhalb von zwei Wochen.

„Zusammen mit der Covax-Sendung vom 16. September umfasst Deutschlands Unterstützung für Vietnam nun insgesamt 3,45 Millionen Impfstoffdosen“, sagte der deutsche Botschafter in Vietnam, Guido Hildner, bei einer Feierstunde im Außenministerium. Die Hilfen seien Ausdruck der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk.

11.50 Uhr: Alterzbischof von Brasilia mit 95 Jahren an Covid-19 gestorben

Kardinal Jose Freire Falcao, Alterzbischof von Brasilia, ist tot. Er erlag am Sonntag (Ortszeit) im Alter von 95 Jahren in einem Krankenhaus der Hauptstadt den Folgen einer Corona-Infektion, wie das Erzbistum mitteilte. Falcao war der fünftälteste der 218 Kardinäle. Von ihnen sind derzeit 121 qua Alter von unter 80 Jahren zur Papstwahl berechtigt. Erst am Donnerstag war mit dem Venezolaner Jorge Urosa Savino (79) ein weiterer Kardinal an Covid-19 gestorben.

Der am 23. Oktober 1925 in Erere geborene Falcao leitete die Hauptstadt-Erzdiözese Brasilia von 1984 bis 2004. In den Auseinandersetzungen um die sogenannte Theologie der Befreiung warnte er in den 1980er und 90er Jahren vor einer politisch ausgerichteten Theologie, die eine Gefahr für die brasilianische Kirche darstelle.

Freire wurde 1967 zum Bischof geweiht und 1988 von Papst Johannes Paul II. in den Kardinalsrang erhoben. Im Vatikan war er Mitglied mehrerer wichtiger Gremien, etwa der Römischen Glaubenskongregation oder im Sekretariat für die Einheit der Christen. 1987 wählte ihn der Lateinamerikanische Bischofsrat CELAM zum Vizepräsidenten.

9.40 Uhr: Studie: Corona drückt Lebenserwartung ähnlich wie Zweiter Weltkrieg

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in vielen Ländern einer Studie zufolge so stark gesunken wie seit dem Zweiten Weltkrieg in Westeuropa nicht mehr. In einigen Ländern sei der Fortschritt der vergangenen Jahre in kurzer Zeit zunichtegemacht worden, berichten Forscher des Leverhulme Centre for Demographic Science an der Universität Oxford im International Journal of Epidemiology. Bei Männern war der Rückgang demnach größer als bei Frauen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler Daten aus 29 Staaten, die meisten aus Europa, darunter Deutschland, sowie Chile und die USA. In 27 dieser Staaten sank demnach 2020 die Lebenserwartung, in 22 Ländern um mindestens ein halbes Jahr. In westeuropäischen Ländern wie Spanien, England und Wales, Italien, Belgien wurde ein solcher Rückgang der Lebenserwartung in einem einzigen Jahr zum Zeitpunkt der Geburt zuletzt während des Zweiten Weltkriegs beobachtet“, sagte Co-Autor José Manuel Aburto.

Lebenserwartung nennt das Alter, das ein Neugeborenes vermutlich erreicht, wenn die Todeszahlen sich weiter so entwickeln wie zum Zeitpunkt seiner Geburt. In Deutschland lag die Lebenserwartung im August 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamts für Jungen bei 78,6 Jahren und für Mädchen bei 83,4 Jahren. Bekannt war zudem, dass 2020 die Sterblichkeit im Vergleich zu 2019 insbesondere bei über 75-jährigen Männern und Frauen anstieg.

8.30 Uhr: Lauterbach: Direktwahl „Votum für unsere Corona-Politik“

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach sieht sein erneut errungenes Direktmandat bei der Bundestagswahl als „ein Votum für unsere Corona-Politik“. Der durch die Pandemie bundesweit bekanntgewordene Gesundheitsexperte hatte seinen Wahlkreis Leverkusen - Köln IV mit 45,6 Prozent der Erststimmen zum fünften Mal gewonnen und bleibt im Bundestag. Lauterbach hatte vor der Wahl Interesse am Posten des Bundesgesundheitsministers geäußert.

Die CDU-Kandidatin Serap Güler kam auf 20,4 Prozent. Die Integrationsstaatssekretärin gilt als eine Vertraute von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Sie war auf Platz acht der Landesliste der nordrhein-westfälischen CDU gewählt worden. Damit ist sie nach Angaben des NRW-Landeswahlleiters vom Montag in den Bundestag gewählt.

7.30 Uhr: RKI: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt leicht auf 61,7 – Gesundheitsämter melden rund 3000 Neuinfektionen und zehn Todesfälle

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 61,7. Am Sonntag hatte die Inzidenz bei 61,4 gelegen. In den Tagen zuvor war der Wert kontinuierlich gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an.

Laut den aktuellen Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 3022 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.199.400. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um zehn auf nunmehr 93.403. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.966.700.

An Wochenenden ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt, weil weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 26. September: 

20.29 Uhr: Frankreich spendet 60 Millionen weitere Corona-Impfdosen an ärmere Länder

Frankreich will doppelt so viele Corona-Impfdosen an ärmere Länder spenden wie bisher geplant. Insgesamt werde sein Land 120 Millionen Dosen zur Verfügung stellen, kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron am Samstag bei dem weltweiten Musikfestival Global Citizen Live an. Er bezeichnete es als „Ungerechtigkeit“, dass die Impfkampagne auf anderen Kontinenten deutlich langsamer laufe als in Europa. „Wir müssen schneller und entschlossener vorgehen“, betonte Macron in seiner Videobotschaft.

Am Mittwoch hatten bereits die USA angekündigt, weitere 500 Millionen Impfdosen für ärmere Länder bereitzustellen. Damit erhöhte die US-Regierung ihre Zusagen für Impfstoff-Spenden auf insgesamt 1,1 Milliarden Dosen.

18.35 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten weiter gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist weiter gestiegen. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart gab sie am Sonntag mit 81 an (Stand: 16 Uhr), am Tag zuvor hatte sie 80,4 betragen. Am Freitag lag der Wert bei 79,3. Die Zahl der Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, betrug 2,1 nach 2,2 zuvor. Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte.

Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung blieb im Tagesvergleich bei 189 stabil. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug dem Gesundheitsamt zufolge 567.348, das waren 426 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 1 auf nun 10.646.

16.55 Uhr: Corona-Impfskeptiker überraschen bei Wahl in Oberösterreich

Überraschung bei den Landtagswahlen am Sonntag in Oberösterreich: Die Corona-Impfskeptiker der Liste Menschen-Freiheit-Grundrechte (MFG) schaffen es bei ihrem ersten Antreten problemlos in den Landtag. Nach ersten Hochrechnungen kommen sie auf rund sieben Prozent der Stimmen. Die Hürde liegt bei vier Prozent.

14.50 Uhr: BVB-Studie: Corona-Pandemie schadet Popularität des Fußballs

Die Corona-Pandemie hat dem Stellenwert des Fußballs geschadet. Das ist das Ergebnis einer vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Studie in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Universität. Einer Umfrage unter 28 000 BVB-Fans zufolge hatten knapp über 80 Prozent der Befragten den Stellenwert des Fußballs in ihrem Leben vor der Pandemie mit „hoch“ bewertet. Bezogen auf den Stellenwert des BVB in ihrem Leben waren es sogar 90 Prozent. Unter dem Eindruck der Pandemie lagen diese beiden Werte im Frühjahr allerdings nur noch bei 50 und 60 Prozent.

Vor allem die zunehmende Kommerzialisierung des Profifußballs wurde von 80 Prozent der Befragten als „kritisch“ bewertet. Selbst ein solch populärer Verein wie der BVB mit normalerweise großer Fanbindung bekommt diese wachsende Skepsis zu spüren, kann aber auch positive Erkenntnisse aus der Krise ziehen. „Im Verlauf der Umfrage fällt immer wieder auf, dass Borussia Dortmund in der Einschätzung der Fans im Vergleich zum Fußball im Allgemeinen ein Stück weit besser durch die Pandemie gekommen ist“, wird Professor Uwe Wilkesmann in einer Mitteilung des Vereins von Sonntag zitiert.

So gaben lediglich 0,5 Prozent der Studienteilnehmer an, nach dem Ende der Pandemie keine Spiele mehr im Stadion besuchen zu wollen. Rund 90 Prozent kündigten ihre Rückkehr in Deutschlands größtes Stadion an, knapp zehn Prozent zeigten sich unentschlossen.

13.24 Uhr: Hackerangriffe behindern Start von Corona-Pass in den Niederlanden

Der Start des Corona-Passes in den Niederlanden zum Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines negativen Tests ist durch Hackerangriffe behindert worden. Dadurch war es am Samstagabend zeitweise nur schwer oder mit Verzögerungen möglich, den erforderlichen QR-Code herunterzuladen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Den Haag am Sonntag mit. Die Angriffe, die Serverkapazitäten blockieren, seien aber abgewehrt worden.

Der Corona-Pass muss in den Niederlanden seit Samstag von Menschen ab 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur oder Sport vorgezeigt werden. Er ist umstritten; am Samstag gab es mehrere Demonstrationen gegen die Einführung des Passes.

11.57 Uhr: Seehofer warnt vor Radikalisierung der Querdenker-Bewegung

Nach dem tödlichen Schuss bei einem Streit um die Maskenpflicht in Idar-Oberstein warnt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vor einer Radikalisierung der Querdenker-Bewegung in Deutschland. „Die Gruppe der Querdenker wird zwar immer kleiner, aber leider auch immer radikaler und brutaler“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“. Die politisch motivierte Gewalt in Deutschland durch Querdenker sei gefährlich für das Land. „Sie können unser Land zersetzen, wenn der Rechtsstaat sie nicht mit allen Mitteln bekämpft“, so Seehofer. Er forderte, „die Täter und diejenigen, die Verbrechen wie in Idar-Oberstein unterstützen“, hart zu bestrafen.

Einem 49-jährigen Deutschen wird vorgeworfen, in Idar-Oberstein einem 20 Jahre alten Kassierer in der Tankstelle in den Kopf geschossen zu haben. Der junge Mann hatte ihn zuvor auf die Maskenpflicht hingewiesen. Nach seiner Festnahme sagte der Täter den Ermittlern zufolge, dass er die Corona-Maßnahmen ablehne.

10.15 Uhr: Müller: Reiche Länder dürfen für Drittimpfungen nicht den Weltmarkt leerkaufen

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat vor einer zunehmenden Benachteiligung armer Länder bei der Beschaffung von Corona-Impfstoffen gewarnt. "Reiche Länder haben zusätzliche Impfstoffe vom Weltmarkt weggekauft, um Drittimpfungen zu ermöglichen, während über 90 Prozent der Afrikaner noch nicht einmal die erste Impfung hatten", sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Eine weitere Benachteiligung der ärmeren Länder müsse unbedingt verhindert werden.

Müller bekräftigte: "Wir dürfen nicht in eine Situation geraten, in der die reichen Staaten den Markt leerkaufen und Impfstoffe horten, während für die armen Länder nichts übrig bleibt."

Das Ziel der internationalen Impfstoff-Initiative Covax, bis Ende des Jahres zwei Milliarden Impfstoffdosen für Menschen in armen Ländern zur Verfügung zu stellen, sei nicht mehr zu erreichen, beklagte Müller. Bisher seien nur über 300 Millionen Impfdosen durch Covax verteilt worden. Die Impfstoff-Lieferungen für Afrika würden bis Ende des Jahres voraussichtlich um 25 Prozent geringer ausfallen als erwartet. Das liege vor allem an mangelndem Nachschub. 

8.30 Uhr: RKI: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt leicht auf 61,4

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist wieder leicht angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 61,4. Am Samstag hatte die Inzidenz bei 60,6 gelegen. Vor einer Woche lag sie noch bei 70,5. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an.

Laut den aktuellen Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 7774 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.196.378. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um 28 auf nunmehr 93.393. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.958.000.

7 Uhr: Teilnehmerzahlen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Frankreich sinken weiter

Die Teilnehmerzahlen bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen in Frankreich sind erneut zurückgegangen. Landesweit gingen am Samstag nach Angaben des Innenministeriums rund 63.700 Menschen auf die Straße. Zwei Wochen waren fast doppelt so viele Franzosen dem Protestaufruf gefolgt. Am vergangenen Wochenende waren es noch rund 80.000 Demonstranten.

Die allwöchentlichen Proteste richten sich gegen die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte des Gesundheitssektors sowie gegen die als Gesundheitspass bezeichnete Regelung, wonach für den Zugang zu zahlreichen öffentlichen Orten ähnlich wie in Deutschland der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung, einer Genesung von Covid-19 oder eines negativen Corona-Tests vorgelegt werden muss.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 25. September: 

18.45 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten leicht gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist am Samstag leicht gestiegen. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart gab sie mit 80,4 an (Stand: 16.00 Uhr). Am Freitag war sie unter 80 gefallen, am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfizierten in einer Woche pro 100 000 Menschen bei 81,0 gelegen.

Die Zahl der Corona-Patienten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, lag am Samstag bei 2,2 (Freitag: 2,29). Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte.

Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen liegt in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung sank im Tagesvergleich um 3 auf nun 189. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug dem Gesundheitsamt zufolge 566 922 - 1321 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 2 auf nun 10 645.

Eine erste Warnstufe gilt nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik gebracht wurden. Dann brauchen Ungeimpfte einen negativen PCR-Test für die meisten öffentlichen Veranstaltungen. 

16.10 Uhr: Stuttgarter Zoo lädt zur Corona-Impfung unter Palmen ein

„Impfen unter Palmen“ - unter diesem Motto konnten sich Besucherinnen und Besucher der Stuttgarter Wilhelma gegen das Coronavirus impfen lassen. Bis zum Samstag Mittag habe sich ein gutes Dutzend Besucher von dem Angebot überzeugen lassen, hieß es von den Organisatoren. Unter den Impfwilligen seien junge Menschen und ein 86-Jähriger gewesen, der seine dritte Impfung erhalten habe.

Der Zoologisch-Botanische Garten in der Landeshauptstadt beteiligte sich damit an der Aktionskampagne Baden-Württembergs. Die Spritzen setzte ein mobiles Impfteam des Robert-Bosch-Krankenhauses.

Es waren sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungen mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Johnson&Johnson möglich.

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin sagte laut Mitteilung: „Wir wollen hier niemanden dazu überreden, sondern Menschen, denen bisher die passende Gelegenheit oder der letzte Impuls gefehlt hat, eine einfache und angenehme Option bieten, sich den Piks auch spontan abzuholen.“ Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab es auch ein Gewinnspiel. Es winkte eine der seltenen Tierbegegnungen mit Kamelen.

14.45 Uhr: Zahl der Passagiere im zweiten Corona-Feriensommer verdoppelt

Deutschlands Flughäfen haben ein positives Fazit des zweiten Feriensommers mit der Corona-Pandemie gezogen. In der Sommerferienzeit vom 19. Juni bis zum 12. September hätten 28,6 Millionen Reisende einen deutschen Airport als Start- oder Zielpunkt genutzt, 14,9 Millionen mehr als im vergangenen Sommer, wie der Flughafenverband ADV am Samstag mitteilte. Im Vergleich zum Sommer 2019 waren es allerdings nur halb so viele (52 Prozent).

Der Verband rechnet mit weiter stabilen Passagierzahlen: „Positiv ist, dass die Reisenachfrage nach dem Ferienende nicht signifikant zurückgeht. Anhand der Buchungszahlen ist davon auszugehen, dass sich das aktuell gute Niveau im Oktober fortsetzt“, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Mit dem Ende der Urlaubszeit komme auch die Geschäftsreisenachfrage wieder zurück.

Beisel betonte, trotz der zeitaufwendigen Corona-Hygienemaßnahmen seien drei von vier Starts pünktlich gewesen. Auch kurzfristige Flugstreichungen etwa aufgrund von Nachfrageeinbrüchen durch veränderte Reisebeschränkungen gebe es kaum noch. „Die Flugpläne sind wieder stabil.“

Der Verband klagte, die deutschen Flughäfen stünden wirtschaftlich auch weiterhin „mit dem Rücken zur Wand“. Mit nur der Hälfte des Passagierniveaus von 2019 seien sie noch weit von einem wirtschaftlichen Betrieb entfernt.

13.30 Uhr: 2G-Hamburg lässt die Masken fallen

Nach langen Einschränkungen in der Corona-Pandemie hat Hamburg die Masken fallen lassen: In Clubs, Bars, Restaurants, Kultur- und Sporteinrichtungen, die am sogenannten 2G-Modell teilnehmen, gibt es seit 0.00 Uhr am Samstagmorgen auch keine Beschränkungen mehr bei der Zahl der Besucher oder Teilnehmer einer Veranstaltung. Wo also nur Geimpfte und Genesene hinein dürfen, kann abstandslos und ohne Maske bis auf den letzten Platz gefeiert, getanzt, können Filme und Theater geschaut oder bei sportlichen Wettkämpfen mitgefiebert werden. Allerdings müssen weiter Kontaktdaten erhoben und Hygienekonzepte eingehalten werden. Eine entsprechende Eindämmungsverordnung des Senats war am Freitag erlassen worden.

Auf Wochenmärkten entfällt zudem die Maskenpflicht für Verkäufer. Für Kunden gilt sie aber wie in Supermärkten weiter. Außerdem können negative Corona-Test-Bescheinigungen vom Arbeitgeber von Ungeimpften nur noch für berufliche Zwecke verwendet werden, also beispielsweise nicht mehr für einen Besuch im Kino. Bei Sportveranstaltungen müssen die Besucherströme an den Ein- und Ausgängen entzerrt werden. Finden die Veranstaltungen in Innenräumen statt, müssen Luftfilteranlagen vorhanden sein.

Hamburg hatte das 2G-Optionsmodell als erstes Bundesland Ende August eingeführt. Die neue Verordnung gilt bis zum 23. Oktober. Für Betriebe oder Veranstaltungen, die nach dem 3G-Modell neben Geimpften und Genesenen weiterhin auch von ungeimpften negativ Getesteten besucht werden dürfen, bleibt bis auf Weiteres alles beim Alten

11.45 Uhr: Rund 230.000 Verstöße gegen Maskenpflicht an Bahnhöfen und Zügen seit Jahresbeginn

Die Bundespolizei hat einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge seit Beginn des Jahres knapp 230.000 Reisende an Bahnhöfen und in Zügen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht ermahnt. In den allermeisten Fällen konnten es die Beamten bei einer Belehrung belassen, fast alle Ermahnten setzten die Maske auf, wie die Bundespolizei der Zeitung mitteilte. In rund 11.300 Fällen informierten Polizisten die zuständigen Behörden vor Ort, sodass ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden konnte. 

745 Mal wurden demnach sogenannte Beförderungsausschlüsse verhängt, die Verweigerer mussten also den Zug verlassen. Auch 844 Platzverweise wurden ausgesprochen. Im Januar waren laut Bericht noch mehr als 42.300 Ermahnungen ausgesprochen wurden. Seitdem ging die Zahl zurück, im August lag sie bei knapp 23.000.

Die Einführung der Maskenpflicht in Zügen und anderer Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie führten laut Betriebsrat der Deutschen Bahn (DB) zu einer Zunahme der Attacken auf Mitarbeiter des Konzerns. "Nicht erst mit Beginn der Corona-Pandemie sind unsere Kolleginnen und Kollegen Beleidigungen und anderen verbalen Angriffen und leider häufig auch körperlichen Attacken ausgesetzt", sagte der Chef des Konzernbetriebsrats, Jens Schwarz, der "Welt am Sonntag". Jeder Angriff sei einer zu viel, "und mit Entsetzen mussten wir feststellen, dass die Aggressionen seit dem Beginn der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie weiter zugenommen haben". 

10.16 Uhr: Britischer Corona-Experte: Mehrheit der Kinder wird sich anstecken

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen in britischen Schulen geht ein Experte davon aus, dass sich die meisten Kinder im Winter mit dem Virus anstecken werden oder schon angesteckt waren. „Ich denke, dass sich in sechs Monaten die Mehrheit infiziert haben wird“, sagte der Public-Health-Experte Azeem Majeed vom Imperial College London der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Ende der Schulferien in England sind die Fallzahlen unter den 5- bis 14-Jährigen enorm gestiegen. Die Inzidenz liegt mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen, wie etwa in einer Auswertung der „Financial Times“ zu erkennen ist.

Großbritannien impft erst seit kurzem auch 12- bis 15-Jährige. „Es wäre besser gewesen, damit früher zu beginnen“, sagte Majeed. „Da waren wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern spät dran.“

Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keine zugelassenen Corona-Impfstoffe, allerdings erkranken sie auch seltener schwer. Das Risiko sei eher, dass Kinder das Virus an Erwachsene weitergäben, die nicht oder weniger wirksam durch Impfstoffe geschützt seien, sagte der Mediziner.

Majeed hat keine großen Hoffnungen, dass die noch immer sehr hohen Corona-Fallzahlen in Großbritannien vor dem nächsten Frühjahr deutlich sinken werden. Die Inzidenz hat sich seit längerem um die 300 eingependelt. Pro Woche sterben im Schnitt etwa 1000 Menschen an oder mit Covid-19. „Die Regierung scheint das akzeptiert zu haben“, sagte der Experte. Dabei handele es sich um einen der höchsten Werte in Europa.

8.23 Uhr:  Mitnahme von Masken im Auto wird Pflicht

Die Mitnahme von Masken im Auto wird einem Zeitungsbericht zufolge künftig zur Pflicht. Wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" (Samstagsausgabe) unter Berufung auf eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums berichtete, sollen Fahrzeugführer auch nach der Corona-Pandemie zwei Mund-Nase-Bedeckungen dabei haben müssen. Demnach sollen die Masken dem vorgeschriebenen Inhalt des Verbandkastens in Pkw, Lkw und Bussen hinzugefügt werden.

Es sei beabsichtigt, die Vorgabe mit der nächsten Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung umzusetzen, sagte die Ministeriumssprecherin der Zeitung. Greifen soll die Regelung demnach voraussichtlich im kommenden Jahr. Der genaue Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

Wer den Verbandkasten dann nicht um zwei Masken ergänzt, muss den Angaben zufolge mit einem Bußgeld rechnen. Bisher sind fünf Euro fällig, wenn die Erste-Hilfe-Ausrüstung unvollständig ist.

7 Uhr: RKI registriert 7211 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 60,6

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 60,6 an. Tendenziell geht die Zahl somit seit rund zwei Wochen zurück. Am Vortag hatte der Wert bei 62,5 gelegen, vor einer Woche bei 72,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7211 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.08 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8901 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 62 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 63 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 188 604 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,58 an. Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen der hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 952 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 93 365.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 24. September: 

20.40 Uhr: Corona-Impfung in Stuttgarter Tiergarten

Wilhelma-Besucherinnen und -besucher können sich am Samstag vor Ort gegen das Coronavirus impfen lassen. Damit beteiligt sich der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart an der Aktionskampagne des Landes. Die Spritzen setzt ein mobiles Impfteam des Robert-Bosch-Krankenhauses. Es sind sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungen mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Johnson&Johnson möglich. Eine Terminvereinbarung ist nicht nötig. Das Team steht von 10.00 bis 13.00 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr bereit.

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin sagte laut Mitteilung: „Wir wollen hier niemanden dazu überreden, sondern Menschen, denen bisher die passende Gelegenheit oder der letzte Impuls gefehlt hat, eine einfache und angenehme Option bieten, sich den Piks auch spontan abzuholen.“ Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Impfaktion gibt es Bewirtung und ein Gewinnspiel - wer sich bei der Aktion impfen lässt, dem winkt eine der seltenen Tierbegegnungen mit Kamelen.

19.22 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist nach zuletzt steigender Tendenz wieder rückläufig. Das Landesgesundheitsamt in Stuttgart gab sie am Freitag mit 79,9 (Donnerstag: 81,0) an. Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, stieg von 2,11 auf 2,29. Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte.

Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung sank im Tagesvergleich um 3 auf nun 192. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug dem Gesundheitsamt zufolge 565.601 - 1428 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 4 auf nun 10.643.

17.58 Uhr: Stiko empfiehlt parallele Corona-und Grippeimpfung

Impfungen gegen Corona und Grippe können nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkomission (Stiko) nun an einem Termin erfolgen. Geraten wird dabei zu einem Zeitpunkt ab Oktober. Voraussetzung sei, dass es sich beim Influenza-Vakzin um einen Totimpfstoff handele, teilte die Stiko am Freitag mit.

Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Viren oder Bestandteile der Viren. Bei den in Deutschland zugelassenen Influenza-Impfstoffen für Kinder und Erwachsene handelt es sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts meist um Totimpfstoffe. Zuvor hatten sich bereits der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens und der Hausärzteverband für gleichzeitiges Impfen ausgesprochen.

Zwischen Covid-19-Impfungen und auch allen anderen Totimpfstoffen muss damit nicht mehr zwingend ein Impfabstand eingehalten werden. Voraussetzung sei, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen Covid-19 als auch andere Erkrankungen bestehe, hieß es. Parallel-Impfungen sollten aber nicht in denselben Oberarm erfolgen, sondern verteilt auf unterschiedliche Gliedmaßen.

Impfreaktionen könnten bei gleichzeitigen Impfungen häufiger auftreten als bei der getrennten Gabe, hieß es. Umfangreiche Erfahrungen mit Nicht-Covid-19-Impfstoffen zeigten bisher aber, dass die Immunantwort und Nebenwirkungen generell denen einer Solo-Gabe ähnelten.

Für Deutschland gibt es laut Stiko noch keine veröffentlichten Ergebnisse zur simultanen Anwendung von zugelassenen Corona-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen. Unveröffentlichte Daten aus Großbritannien zeigten jedoch nur eine leicht erhöhte Körperreaktion bei gleichzeitiger Anwendung von Covid-19- und Influenza-Impfstoffen.

17.06 Uhr: Urteil: Fitnessstudio darf Vertrag nicht wegen Corona-Schließung verlängern

Ein Fitnessstudio darf einen Vertrag nicht um die Zeit der coronabedingten Schließung verlängern. Dies untersagte das Landgericht Würzburg einem Betreiber von Fitnessstudios und gab damit einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) statt, wie dieser am Freitag mitteilte. Er hatte E-Mail-Anschreiben des Betreibers als irreführend kritisiert. 

Ein Kunde hatte seinen Vertrag mit dem Fitnessstudio noch vor Beginn der Corona-Pandemie zum 31. Oktober 2020 gekündigt. Später teilte ihm der Betreiber per E-Mail mit, dass sich sein Vertrag aufgrund der behördlichen Schließungszeit um drei Monate verlängere. Nach Widerspruch des Kunden erklärte der Betreiber, bereits mehrere Gerichte hätten so entschieden. 

Das Landgericht Würzburg schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass die Aussagen in den entscheidenden Passagen irreführend waren: Die zeitweise Schließung der Studios könne nicht zu einer Vertragsanpassung in Form einer Vertragsverlängerung führen. Beide Parteien seien vielmehr während dieses Zeitraums von ihrer Leistungspflicht befreit. 

16.03 Uhr: Stiko spricht keine generelle Booster-Empfehlung für Senioren aus

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich in ihrer aktuellen Empfehlung bislang nicht für generelle Auffrischungsimpfungen bei Senioren aus - obwohl ältere Menschen diese in Deutschland bereits bekommen können. Empfohlen wird eine Booster-Dosis mit einem mRNA-Impfstoff aber für Menschen mit Immunschwäche, heißt es in dem am Freitag vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Papier. Die Stiko arbeite derzeit die Studienlage für eine Auffrischimpfung anderer Bevölkerungsgruppen auf. Eine Entscheidung soll es in den kommenden Wochen geben.

Die Stiko ist mit ihrer Empfehlung damit zurückhaltender als die Gesundheitsministerkonferenz. Diese hatte Anfang August beschlossen, dass ein Booster ab 60 Jahren wahrgenommen werden könne - frühestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung und nach „individueller Abwägung, ärztlicher Beratung und Entscheidung“.

15.12 Uhr: Höherer Schaden durch Schwarzarbeit in Corona-Jahr 2020

Trotz der Corona-Krise ist im vergangenen Jahr mehr Schwarzarbeit aufgedeckt worden. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls stellte für 2020 einen finanziellen Schaden von 816,5 Millionen Euro fest. Das geht aus der Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, über die zuvor der „Spiegel“ berichtet hatte. Die Summe setzt sich aus nicht gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen, nicht gezahlten Steuern und weiteren Schäden wie etwa nicht gezahlten Mindestlöhnen zusammen.

Die Schadensumme ist deutlich höher als im Vorjahr, als 755,4 Millionen Euro ausgewiesen wurden. Dabei hatten zahlreiche Branchen die Arbeit im vergangenen Jahr wegen der Pandemie zeitweise heruntergefahren. Auch die Kontrolleure konnten laut Ministerium teils nur unter Einschränkungen arbeiten. Zugleich weist das Ministerium in seiner Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, darauf hin, dass jährliche Schwankungen bei der Schadensumme wegen der komplexen, oft jahresübergreifenden Fälle normal seien. Ein Vergleich mit den Vorjahren sei daher wenig aussagekräftig.

14 Uhr: Ministerium: Rückgang der Corona-Zahlen in vielen Bereichen

Der derzeitige Rückgang der Corona-Infektionszahlen ist nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Ein Grund sei der Rückgang des Sommerreiseverkehrs, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin. Auch eine Abnahme der zum Schulanfang festgestellten Infektionen sei zu verzeichnen.
 
Zudem trügen die erreichte Impfquote sowie die vielerorts eingeführten 2G- beziehungsweise 3G-Regelungen wahrscheinlich zu einer Abnahme der Infektionen bei. "Grundsätzlich ist es aber noch zu früh, von einer Entwarnung oder von einem anhaltenden Trend zu sprechen", betonte der Ministeriumssprecher zugleich.

12.44 Uhr: „Corona-Auszeit für Familien“ gestartet

Familien mit geringen Einkommen oder Angehörigen mit Behinderung können sich künftig in einem einwöchigen Urlaub in gemeinnützigen Ferienstätten von der Corona-Pandemie erholen. Nach den Anstrengungen durch die Pandemie sehnten sich viele Familien danach, endlich wieder rauszukommen, abzuschalten und Kraft zu tanken, sagte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) am Donnerstag zum Start der „Corona-Auszeiten für Familien“ in Bünsdorf in Schleswig-Holstein.

Die mit 50 Millionen Euro ausgestattet Maßnahme ist Teil des zwei Milliarden Euro umfassenden Corona-Aufholprogramms der Bundesregierung. Berechtigte Familien müssen für ihren Urlaubsaufenthalt nur etwa zehn Prozent der Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlen. Den Rest erhält die jeweilige Einrichtung aus den Mitteln des Corona-Aufholpakets.

„Nicht jede Familie kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können“, sagte Lambrecht. „Für Familien mit kleinen Einkommen und kleinen Wohnungen waren die Monate mit geschlossenen Kitas und Schulen besonders hart.“ Genau für diese Menschen starte die „Corona-Auszeit für Familien“. „So können Familien zusammen durchatmen.“„Corona-Auszeit für Familien“ gestartet.

11.27 Uhr: Rund 53 Millionen Bürger vollständig geimpft

In Deutschland sind nun rund 53 Millionen Bürger vollständig gegen Corona geimpft. Das entspricht nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Freitag 63,7 Prozent aller Einwohner. Zumindest eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 56,2 Millionen Menschen oder 67,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. Nach 1,5 Millionen Erstimpfungen in den vergangenen drei Wochen würden nun noch mindestens gut drei Millionen Impfungen für einen sicheren Winter gebraucht, schrieb er bei Twitter.

Sechs der 16 Bundesländer haben inzwischen die Schwelle von 70 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern erreicht: Bremen mit 78,4 Prozent, das Saarland mit 73,8 Prozent, Schleswig-Holstein mit 72,4 Prozent, Nordrhein-Westfalen mit 72,1 Prozent, Hamburg mit 71,1 Prozent und Niedersachsen mit 70,3 Prozent. Als einziges Land unter der Schwelle von 60 Prozent liegt weiterhin Sachsen mit nun 57,4 Prozent mindestens einmal geimpften Einwohnern.

9.53 Uhr: Klare Mehrheit gegen Ende aller Corona-Auflagen

Die meisten Deutschen sind gegen ein rasches Ende aller Corona-Auflagen. Bei einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wandten sich 61 Prozent der Befragten gegen eine sofortige Aufhebung aller Beschränkungen. 33 Prozent wären hingegen dafür.

Dänemark hatte vor kurzem bei einer Impfquote von 83 Prozent alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. „In Deutschland waren zuletzt rund 62 Prozent der Menschen vollständig geimpft“, lautete die Frage. „Sollten in Deutschland jetzt alle Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie aufgehoben werden?“ 33 Prozent lehnten dies kategorisch ab, 28 Prozent antworteten mit „eher nein“. 19 Prozent sind entschieden für eine Aufhebung, 14 Prozent wählten „eher ja“. Die stärkste Ablehnung eines sofortigen Endes aller Beschränkungen gab es bei alten Menschen.

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, hat ein Ende aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. Die Bundesregierung erteilte dem eine Absage.

„Die Debatte um das Fallenlassen aller Maßnahmen ignoriert völlig die Belange der Bevölkerungsgruppen, die sich nicht impfen lassen können, und das sind insbesondere alle Kinder unter 12 Jahren“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Die Anliegen von Kindern fanden in der Pandemie ohnehin zu wenig Gehör.“ Die aktuelle Debatte reihe sich in diese Erfahrung ein. Einen „Freedom Day“ schätzte er als zu risikoreich ein. „Die Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung – gerade auch bei Kindern – sind noch nicht bekannt. Deshalb ist es zynisch, die Kinder jetzt diesem Risiko unkontrolliert aussetzen zu wollen.“

8.10 Uhr: Ministerin: Rückkehr zur Präsenz an Uni mit Nachdruck betreiben

Aus Sicht von Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer muss nun mit Nachdruck die Rückkehr zur Präsenz an den Hochschulen betrieben werden. „Wir lassen zum Wintersemester den Präsenzbetrieb grundsätzlich wieder zu. Wir gehen davon aus, dass er der Normalfall ist und die digitale Komponente die Bereicherung da, wo es sinnvoll und notwendig ist“, sagte sie Medien.
 
Drei Semester in Folge ohne persönlichen Kontakt auf dem Campus zu anderen, das sei für Studenten ohne Zweifel eine erhebliche Beeinträchtigung gewesen, so die Ministerin. „Man ist in einer Lebensphase, in der man sich von seinen Eltern löst, selbstständig wird, sich einen eigenen Bekannten- und Freundeskreis aufbaut. Man braucht also nicht nur zum Studieren, sondern auch im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung Kontakt zu anderen.“

7 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz sinkt leicht auf 62,5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 62,5. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 63,1 gelegen. Vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 74,7.
 
Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an. Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 9727 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.181.393. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um 65 auf nunmehr 93.303. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.943.200.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 23. September:

22 Uhr: Idar-Oberstein: Polizei betont „keine Toleranz bei Nachahmungstaten“

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Kassierer in einer Tankstelle in Idar-Oberstein hat die Polizei in Rheinland-Pfalz betont, „keine Toleranz bei Nachahmungstaten“ walten zu lassen. Wie die Polizei in Trier am Donnerstag mitteilte, hatte ein Mann in Schweich - rund 50 Kilometer westlich von Idar-Oberstein - am Mittwoch eine Angestellte eines Supermarktes bedroht. Nachdem die Kassiererin den Mann auf das korrekte Tragen der Mund-Nasen-Maske hingewiesen habe, habe dieser gesagt, er könne sie auch erschießen und habe den Markt verlassen.

Die Polizei ermittelte als Verdächtigen einen 56-Jährigen aus Trier. Das Amtsgericht der Stadt erließ einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnräume des Beschuldigten. „Zum einen wird wegen Bedrohung ermittelt, und auch Ankündigung von Straftaten steht im Raum“, sagte ein Polizeisprecher.

„Wir gehen mit aller Entschiedenheit gegen solche Bedrohungen und Ankündigungen von Nachahmungstaten des schrecklichen Tötungsdeliktes in Idar-Oberstein vor“, betonte der Trierer Polizeipräsident Friedel Durben. „Solche Straftaten verunsichern die Bevölkerung und sind nicht zu tolerieren.“ Die Polizeipräsenz in Idar-Oberstein bleibe erhöht.

20.12 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten nach zuletzt rückläufiger Tendenz wieder leicht gestiegen. Sie beträgt 81,0 nach 80,7 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag (Stand 16.00 Uhr) in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, stieg von 1,99 auf 2,11.

Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen von Covid-Patienten liegt in der Regel höher als sie von der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen wird. Durch einen Meldeverzug liegen die vollständigen Werte oft erst ein bis zwei Wochen später vor. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung sank im Tagesvergleich um 7 auf nun 195.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug laut Behörde 564 173 - das waren 1744 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 3 auf nun 10 639.

Eine erste Warnstufe soll laut der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg gelten, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik gebracht worden sind. Dann brauchen Ungeimpfte einen negativen PCR-Test für eine Teilnahme an den meisten öffentlichen Veranstaltungen.

18.54 Uhr: Stiko empfiehlt Risikopatienten Auffrischung der Corona-Impfung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sich nach Angaben ihres Vorsitzenden Thomas Mertens dafür entschieden, eine Empfehlung für die bereits angelaufenen Corona-Auffrischungsimpfungen zu geben. "Die Stiko empfiehlt abgestuft Auffrischungsempfehlungen für Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös reguliert wird, etwa bei Rheuma oder nach einer Transplantation", sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Eine offizielle Veröffentlichung der Stiko gab es dazu am Donnerstagabend zunächst nicht.

"Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen", sagte der Stiko-Vorsitzende. Eine generelle Empfehlung für bestimmte Altersgruppen werde derzeit nicht gegeben. Die Kommission prüfe "inwieweit die Studienlage eine generelle Impfempfehlung in bestimmten Altersgruppen begründet".

17.14 Uhr: Spahn mahnt mehr Kontrollen von 3G-Nachweisen an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat stärkere Kontrollen von Nachweisen angemahnt, wenn Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gelten. „Ich glaube, dass mehr verbindliches Überprüfen auch bei uns noch den einen oder anderen überzeugen kann, sich impfen zu lassen“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal Watson (Donnerstag). „Ich bin bei meinem Kurzbesuch in Rom zum Treffen der Gesundheitsminister der G20-Staaten an einem Tag öfter kontrolliert worden als hier in zwei Wochen.“

Bund und Länder haben mit Blick auf Herbst und Winter vereinbart, dass in bestimmten Innenräumen wie Restaurants oder bei Veranstaltungen die 3G-Regel gelten soll: Zugang nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder aktuell negativ Getestete. Dies ist jeweils auch durch Nachweise zu belegen.

Spahn warb erneut für mehr Impfungen - auch aus Rücksicht auf die Belastung von Pflegekräften. „Auf den Intensivstationen sind fast nur Covid-19-Patienten ohne Impfung“, sagte er. „Darüber sind natürlich Pflegekräfte, die jetzt drei Wellen mit vollen Intensivstationen und viel Stress hinter sich haben, enorm frustriert. Ich verstehe das gut.“

16.30 Uhr: Impfstoffentwicklerin: Gefährlichere Corona-Variante unwahrscheinlich

Eine der Entwicklerinnen des Astrazeneca-Impfstoffs gegen Corona hält die Entstehung einer noch gefährlicheren Variante des Virus als Delta aktuell für eher unwahrscheinlich. „Normalerweise werden Viren harmloser, während sie zirkulieren, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es noch eine bösartigere Version von Sars-CoV-2 geben wird“, sagte die Immunologin Sarah Gilbert von der Universität Oxford am Donnerstag bei einer Online-Veranstaltung der Royal Society of Medicine. Sie gehe auch nicht davon aus, dass das Virus so mutiere, dass es sich etwa der Wirkung der Impfstoffe entziehe. Vielmehr vermutet Gilbert, dass das Virus sich angesichts der wachsenden Immunität in der Bevölkerung ähnlich wie andere saisonale Coronaviren entwickeln werde.

Seit Beginn der Pandemie hat sich Sars-CoV-2 durch Mutationen so verändert, dass es deutlich ansteckender wurde. Zunächst breitete sich im vergangenen Winter die sogenannte Alpha-Variante um die Welt aus, die zunächst in England registriert wurde. Im Frühjahr folgte die als erstes in Indien nachgewiesene Delta-Variante.

14.50 Uhr: Impfgegner demonstrieren gegen Corona-Impfaktion an Freiburger Schule

Rund 100 Impfgegner haben in Freiburg vor einer Schule gegen eine Corona-Impfaktion demonstriert. Zwischen den Demonstrierenden und mehreren Dritten sei es zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen, sagte eine Sprecherin der Polizei am Donnerstag. Da es bereits zuvor im Internet Hinweise auf den Protest gegen die geplante Impfaktion an der Freiburger Schule gegeben habe, sei die Polizei mit Einsatzkräften vor Ort gewesen. Abgesehen von verbalen Auseinandersetzungen sei die Demonstration am Donnerstag ruhig verlaufen, sagte die Sprecherin. Zuvor hatte der Südwestrundfunk berichtet.

13.03 Uhr: Maske schützt VGH lehnt Eilantrag einer Schülerin dagegen ab

Masken und Tests in Schulen müssen weiterhin sein: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat einen dagegen gerichteten Eilantrag einer Fünftklässlerin aus dem Neckar-Odenwald-Kreis als unbegründet abgelehnt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, sind die Regelungen zur Masken- und Testpflicht auch im neuen Schuljahr voraussichtlich rechtmäßig. Der Beschuss (AZ:1 S 2944/21 - 22. September 2021) sei unanfechtbar. Schon im vergangenen Schuljahr hatte der VGH über zwei Dutzend Anträge gegen die Maskenpflicht abschlägig beschieden.

Die Maskenpflicht diene dem legitimen Zweck, das Leben und die körperliche Unversehrtheit der Schülerinnen und Schüler sowie einer potenziell sehr großen Zahl von Menschen zu schützen. Darüber hinaus solle damit trotz des anhaltenden Infektionsgeschehens Präsenzunterricht ermöglicht werden. Der sei vor dem Hintergrund der sozialen Teilhabe und der Bildungsgerechtigkeit nicht zu beanstanden.

Aus Sicht des Gerichts sind Einschränkungen durch Maske und Tests für die Schülerin zumutbar. Gerade in Schulen habe es vor den Sommerferien zahlreiche Ausbrüche gegeben. Nun sei aus den Erfahrungen des letzten Herbstes zu erwarten, dass aufgrund eingetragener Infektionen aus dem Ausland die Zahl der Infizierten auch im Schulbereich steige. Dies gelte umso mehr, als die Grundinzidenz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höher sei. Das Gericht verwies zudem auf zahlreiche Erleichterungen bei der Maskenpflicht im Schulalltag; so seien immer wieder Masken-Pausen möglich.

11.59 Uhr: 63,6 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

63,6 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 9.21 Uhr). Demnach wurden am Mittwoch 260 500 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56,1 Millionen Menschen (67,5 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,9 Millionen sind vollständig geimpft.

Bei den Erwachsenen seien 78,3 Prozent mindestens einmal geimpft, bei den 12- bis 17-Jährigen knapp 40 Prozent, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter. Er hob hervor: „Die Impfung schützt und bringt Freiheit und Normalität zurück!“

In 15 der 16 Bundesländer haben laut RKI inzwischen mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt demnach nur noch Sachsen mit 57,3 Prozent. Bremen verzeichnet den Daten zufolge mit 78,3 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter.

10.44 Uhr: Nobelpreise werden wegen Corona-Pandemie in Heimatländern der Geehrten überreicht

Wegen der Corona-Pandemie werden die Nobelpreise in den Wissenschaftskategorien sowie der Literatur-Nobelpreis das zweite Jahr in Folge nicht in Stockholm, sondern in den Heimatländern der Preisträger überreicht. Das teilte die Nobel-Stiftung am Donnerstag in Stockholm mit. Beim Friedensnobelpreis bestehe weiterhin die Möglichkeit, ihn traditionsgemäß in der norwegischen Hauptstadt Oslo zu überreichen. Darüber werde Mitte Oktober entschieden.

Der oder die Träger des Medizin-Nobelpreises werden am 4. Oktober bekannt gegeben, danach folgen die Kategorien Physik und Chemie. Der Literaturpreis wird am 7. Oktober verliehen. Ihre Medaillen und Urkunden erhalten die Preisträger üblicherweise in einer Zeremonie, die am 10. Dezember, dem Geburtstag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm stattfindet. Wegen der Corona-Pandemie waren aber bereits vergangenes Jahr kleinere Zeremonien in den jeweiligen Heimatländern der Ausgezeichneten organisiert worden.

9.13 Uhr: Experten: Corona-Maßnahmen an Schulen noch über Monate

Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte müssen nach Einschätzung des Deutschen Lehrerverbands wohl noch Monate mit Einschränkungen wie Masken, Tests und Abstandsregeln zurechtkommen. Den „Freedom Day“ für Schulen sehe man frühestens ab etwa Februar 2022 als wahrscheinlich und möglich an, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die Bildungsgewerkschaften GEW und VBE, die hunderttausende Lehrkräfte in Deutschland vertreten, sehen die Schulen im neuen Schuljahr, das nun überall in Deutschland läuft, noch weit von einer Normalität wie vor Corona entfernt. An einen Schulalltag wie vor der Pandemie sei weiter nicht zu denken, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann der dpa. „Dafür nimmt das Testen, Abstand halten und die Unterbrechung durch das ständige Lüften weiter zu viel Platz ein.“

7 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz sinkt leicht auf 63,1

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 63,1. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 65,0 gelegen.
 
Vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 76,3. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an. Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 10.696 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.171.666.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 22. September:

21.47 Uhr: USA verdoppeln Impf-Spende: Biden sagt weitere 500 Millionen Dosen zu

Die USA wollen im Kampf gegen Corona weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. Es handle sich dabei um eine „historische Verpflichtung“, sagte US-Präsident Joe Biden am Mittwoch zum Auftakt eines virtuellen Corona-Gipfel in Washington. Die Dosen von Pfizer/Biontech sollten in den USA produziert werden und an ärmere Länder gehen. Diese Spende sei an keine Bedingungen geknüpft, hieß es aus dem Weißen Haus.

Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen angekündigt. Man werde diese Krise nicht mit halbherzigen Maßnahmen lösen, es brauche große Taten, sagte Biden nun. Er rief andere Industrienationen zu großzügigen Impfspenden an ärmere Länder auf. „Um die Pandemie hier zu besiegen, müssen wir sie überall besiegen“, betonte Biden. Die USA seien bei Impfspenden weltweit führend.

Die USA wollen dem Weißen Haus zufolge die Impfdosen von den Herstellern zu einem „nicht gewinnorientierten Preis“ kaufen. Insgesamt belaufen sich die Zusagen der USA damit auf 1,1 Milliarden Impfdosen-Spenden. Man habe bisher rund 160 Millionen dieser Dosen in etwa hundert Länder geliefert darunter Peru, Pakistan, Sri Lanka oder Äthiopien, hieß es. Täglich würden weitere Dosen verschickt. Man arbeite außerdem daran, die Produktionskapazitäten in den USA weiter auszubauen.

19.17 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt auf 80,7

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten weiter rückläufig. Sie beträgt 80,7 nach 83,8 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch (Stand 16 Uhr) in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug laut Behörde 562.429 - das waren 1987 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 59 auf nun 10.636.

Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, fiel von 2,06 auf 1,99. Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung sank im Tagesvergleich um 1 auf nun 202.

18 Uhr: Stadt Köln bietet als bundesweit erste Kommune Genesenenzertifikate online an

Die Stadt Köln bietet als bundesweit erste Kommune Corona-Genesenenzertifikate über ein Onlineportal an. Ab sofort können Kölnerinnen und Kölner den Nachweis selbst auf einer neuen Internetseite abrufen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Bisher hatten sie ihren Status bei Hausärzten oder in Apotheken mit Bescheinigungen positiver Testergebnisse nachweisen müssen.

16.40 Uhr: Deutlich weniger Krankenhausbehandlungen im Corona-Jahr 2020

Im Corona-Jahr 2020 sind deutlich weniger Patienten in Krankenhäusern behandelt worden. Die Zahl der stationären Behandlungsfälle und Operationen sank im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 16,4 Millionen Patienten in den allgemeinen Krankenhäusern stationär behandelt 2,5 Millionen Fälle weniger als 2019. „Besonders stark war der Rückgang in der ersten Corona-Welle im April 2020 mit über einem Drittel weniger stationärer Behandlungsfälle als im Vorjahresmonat“, berichteten die Statistiker.

Der Rückgang betraf nahezu alle Bereiche. Besonders deutlich sanken die Zahlen in jenen Fachgebieten, in denen aufschiebbare Behandlungen ausgesetzt wurden, um Kapazitäten für Covid-19-Patienten frei zu halten: in der Rheumatologie, Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde und Pädiatrie etwa jeweils um mehr als 20 Prozent. Minimal steigende Fallzahlen gab es lediglich in der Kardiologie und der Gastroenterologie.

Mit oder wegen einer Corona-Infektion wurden im gesamten vergangenen Jahr 176 100 Menschen behandelt. Ein Drittel waren über 80-Jährige, ein weiteres gutes Drittel war 60 bis 80 Jahre alt.

15.12 Uhr: Deutschland hat bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen abgegeben

Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung bisher mehr als 5,1 Millionen Impfdosen an andere Ländern abgegeben. Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. „Insgesamt hat Deutschland 5 106 960 Dosen ans Ausland geliefert“, sagte sie. Davon seien rund 3,5 Millionen über Covax und 1,5 Millionen bilateral abgegeben worden. Empfänger sein Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien und Sudan. „Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit“, sagte die Sprecherin.

Aus den Zahlen lässt sich nicht ablesen, wo Deutschland damit im internationalen Vergleich steht. So ist Deutschland Gründungsmitglied der im April 2020 ins Leben gerufenen Anti-Pandemie-Kooperation ACT-A und stellt auch erhebliche Geldbeträge bereit. Das meiste Geld fließt an die Impfstoffplattform Covax, kleinere Beträge an die Plattformen für Diagnostik und Medikamente gegen Covid-19. Covax fördert die Erforschung von Corona-Impfstoffen und beschafft Impfdosen direkt. Die Finanzierung für 92 der ärmsten Länder übernehmen reichere Staaten.

14 Uhr: Ab November keine Entschädigung mehr für Ungeimpfte bei Quarantäne

Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
 
Bremen und Thüringen enthielten sich demnach bei der Abstimmung. Betroffen sind davon nur Menschen, für die es eine Impfempfehlung gibt und die sich auch impfen lassen können. Zuvor hatte „Business Insider“ darüber berichtet.
 
Bei den Beratungen der Minister ging es um eine bundesweit einheitliche Linie. Erste Länder hatten bereits jeweils für sich entschieden, dass Nicht-Geimpfte bald keinen Entschädigungsanspruch mehr haben sollen. Im Südwesten gelten schon länger diese Regeln.

13 Uhr: Weltweit mittlerweile sechs Milliarden Corona-Impfdosen verabreicht  Vereinigte Emirate führen bei Impfquote

Weltweit sind mittlerweile sechs Milliarden Corona-Impfdosen verabreicht worden. Die Marke wurde laut einer auf amtlichen Daten basierenden Statistik der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch um 11.30 Uhr erreicht. Das Impftempo hat sich demnach verstetigt: Es dauerte nur 29 Tage, um die sechste Milliarde zu erreichen, die vierte und fünfte brauchten 30 und 26 Tage.

Fast 40 Prozent der weltweit verabreichten Impfdosen wurden in China gespritzt, an zweiter und dritter Stelle folgen Indien und die USA. Unter den Ländern mit mehr als einer Million Einwohnern führen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 198 Dosen je 100 Einwohner die Statistik an, mehr als 81 Prozent der Bürger sind dort bereits vollständig immunisiert.

Während inzwischen dank der internationalen Covax-Initiative auch die meisten armen Länder Impfkampagnen gestartet haben, ist die Impfstoffverteilung weiterhin höchst ungleichmäßig. Die Länder mit hohem Einkommen haben durchschnittlich 124 Dosen je 100 Einwohner verabreicht, in armen Ländern wurden bislang durchschnittlich nur vier Dosen je 100 Einwohner gespritzt. Drei Länder impfen bislang noch gar nicht gegen das Coronavirus: Burundi, Eritrea und Nordkorea.

11.40 Uhr: Neue Version der Corona-Warn-App bereit für Booster-Impfung

Die Corona-Warn-App des Bundes ist in der neuen Version in der Lage, die Nutzer schnell über eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen zu informieren. Damit passt das Projektteam aus Robert Koch-Institut, SAP und Deutscher Telekom die App weiterhin an das aktuelle Pandemie-Geschehen an.

Die aktuelle Version 2.10 wird schrittweise in den kommenden Tagen bereitgestellt. Nutzer und Nutzerinnen eines iPhones können sich die aktuelle App-Version seit Mittwochvormittag aus dem Store von Apple manuell herunterladen. Android-Anwender müssen unter Umständen etwas mehr Geduld aufbringen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen.

Mit der neuen Version erleichtert die App auch das Teilen von gespeicherten Impfzertifikaten. So kann die Anwendung nun eine Druckversion der Zertifikate erstellen. Damit können die Anwenderinnen und Anwender diese als PDF-Dokument speichern oder ausdrucken.

Künftig wird unter jedem Impfzertifikat eine Textbox angezeigt, die über den aktuellen Stand des Impfstatus informiert. Sollten Auffrischungsimpfungen notwendig werden, informiert die App die Betroffenen in dieser Box. Ein roter Punkt soll die Nutzer darauf hinweisen, wenn es Neuigkeiten bei den Zertifikaten gibt. Dazu gehören auch Hinweise auf mögliche Probleme, beispielsweise wenn ein Zertifikat abgelaufen oder eine Signatur ungültig ist.

10.42 Uhr: 63,4 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

63,4 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun vollständig gegen Corona geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor (Stand: 9.21 Uhr). Demnach wurden am Dienstag 222 988 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 56 Millionen Menschen (67,4 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 52,7 Millionen sind vollständig geimpft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hob via Twitter hervor: „Sehr wichtig: 86 Prozent der Ü-60-Jährigen haben sich bereits für den Schutz durch Impfung entschieden.“ Schließlich schütze nur eine Impfung verlässlich vor einer schweren Corona-Erkrankung im Herbst und Winter.

9.33 Uhr: Spahn verteidigt geplantes Ende von Entschädigung bei Quarantäne

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das geplante Ende des finanziellen Ausgleichs für angeordnete Quarantäne bei Ungeimpften verteidigt. „Da geht es übrigens nicht um Druck, sondern um Fairness gegenüber auch den Geimpften. Warum sollen andere dafür zahlen, dass jemand für sich entscheidet, sich nicht impfen zu lassen?“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen am Mittwoch über ein einheitliches Vorgehen beraten. Im Gespräch ist ein Ende der Entschädigungen für Verdienstausfälle wegen angeordneter Quarantäne für Ungeimpfte spätestens ab 11. Oktober. In ersten Ländern sollen Ungeimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfälle mehr haben.

8.31 Uhr: RKI: Bundesweite Corona-Inzidenz sinkt leicht auf 65,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 65,0. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 68,5 gelegen. Vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 77,9. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an.

7 Uhr: SPD-Politiker Lauterbach: Volle Stadien auch unter 2G nicht sinnvoll

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich selbst unter Anwendung der 2G-Regel gegen volle Fußball-Arenen ausgesprochen, zu denen nur geimpfte und genesene Menschen Zutritt hätten. „Leider ist es auch unter 2G-Bedingungen im Moment noch nicht sinnvoll, die Stadien ganz zu füllen“, sagte Lauterbach.
 
Vor dem Hintergrund des Nachlassens des Impfschutzes stelle etwa die Anreise ein Problem dar, ergänzte der SPD-Politiker mit Blick auf die Menschenmassen, die normalerweise in Richtung Stadion strömen. „Halb gefüllte Stadien sind kein Problem mit 2G“, stellte er klar. Fußball-Zweitligist Hamburger SV darf etwa nach der jüngsten Senatsentscheidung das Volksparkstadion unter 2G-Bedingungen wieder voll auslasten.
An den meisten anderen Standorten der zwei höchsten Fußball-Ligen ist weiterhin eine Auslastung von maximal 50 Prozent der Stadionkapazität erlaubt. Viele Vereine setzen allerdings auch auf die 3G-Strategie und gewähren negativ getesteten Personen Zutritt.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 21. September:

23.02 Uhr: Studie: Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson wirksamer durch Zweitimpfung Schutz erhöht sich durch zweite Impfdosis auf 75 Prozent

Der Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson ist neuen Untersuchungen zufolge wirksamer gegen eine Corona-Infektion, wenn er zweimal verabreicht wird. Eine zweite Impfung, die rund zwei Monate nach der ersten verabreicht wurde, bot in einer weltweiten klinischen Studie einen 75-prozentigen Schutz, wie das Unternehmen am Dienstag erklärte. Der Antikörperwert stieg demnach auf das Vier- bis Sechsfache der nach der Einzeldosis beobachteten Werte.

In den USA habe die Schutzwirkung nach der zweiten Dosis sogar bei 94 Prozent gelegen. Der Grund ging aus der Pressemitteilung des Unternehmens allerdings nicht hervor. Er könnte aber mit einer geringeren Anzahl von Varianten zum Zeitpunkt der Datenerhebung in den USA zusammenhängen.

21.58 Uhr: EU will verstärkt gegen Fehlinformationen über Corona-Impfungen vorgehen

Die Europäische Union will verstärkt gegen Zögerlichkeiten bei Corona-Impfungen und Fehlinformationen über die Impfstoffe vorgehen. Die EU müsse weiterhin an den Herausforderungen arbeiten, "besonders an Zögerlichkeiten beim Impfen, beispielsweise wegen Kampagnen mit Fehlinformationen, die Menschen verängstigen", sagte der slowenische Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten, Gasper Dovzan, am Dienstag nach einem Treffen der Europaminister in Brüssel.

Es seien mittlerweile zwar rund 70 Prozent der Erwachsenen in der EU geimpft, aber es bestünden Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Daher müssten "zusätzliche Anstrengungen" unternommen werden, um Corona-Impfungen voranzutreiben, sagte Dovzan. "Solange dies nicht überall in Europa der Fall ist, werden wir nicht sicher sein", fügte Dovzan hinzu, dessen Land gerade die turnusmäßige EU-Ratspräsidentschaft innehat.

20.17 Uhr: Gesundheitsminister beraten über Aus für Lohn-Entschädigung für Ungeimpfte

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Mittwoch (12.00 Uhr) über das geplante Aus der Lohnersatzleistung für ungeimpfte Beschäftigte, die wegen Corona in Quarantäne müssen. Betroffen von der Maßnahme sind Kontaktpersonen von Infizierten oder Reiserückkehrer. Berichten zufolge ist als Starttermin der Maßnahme der 11. Oktober vorgesehen.

Dem Infektionsschutzgesetz zufolge bekommen Menschen, die auf behördliche Anweisung in häusliche Isolation müssen und keinen Lohn mehr erhalten, eine staatliche Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls. Keine Entschädigung erhält allerdings, wer den Ausfall durch Inanspruchnahme einer empfohlenen Schutzimpfung hätte vermeiden können. Bei den Gewerkschaften stößt das geplante Aus für die Entschädigung der Ungeimpften auf Kritik.

18.50 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten rückläufig. Sie beträgt 83,8 nach 88,8 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag (Stand 16 Uhr) in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle betrug laut Behörde 560 442 - das waren 1901 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 15 auf nun 10 577.

Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, stieg an: von 1,94 auf 2,06. Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen - vor allem für Ungeimpfte. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen von Covid-Patienten liegt in der Regel höher, als sie von der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen wird. Durch einen Meldeverzug liegen die vollständigen Werte oft erst ein bis zwei Wochen später vor. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung sank im Tagesvergleich um 6 auf nun 203.

17.50 Uhr: In 15 der 16 Länder mindestens 60 Prozent der Einwohner geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland haben jetzt in 15 der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner zumindest eine erste Impfung erhalten. Unter dieser Schwelle liegt nach Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Dienstag nur noch Sachsen mit 57,1 Prozent. Bundesweit haben inzwischen 55,9 Millionen Menschen oder 67,3 Prozent aller Einwohner mindestens eine Impfung bekommen. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,6 Millionen Menschen oder 63,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Am Montag wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 147 145 Impfdosen verabreicht, darunter waren rund 48 500 Erstimpfungen bei zuvor noch nicht geimpften Menschen.

17.05 Uhr: Auffrischungsimpfung auch schon für Menschen ab 60 möglich

Ab sofort können sich in Baden-Württemberg auch Menschen ab 60 Jahren ein drittes Mal gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Die sogenannten Auffrischimpfungen werden bislang für Menschen ab 80 Jahren angeboten, für Menschen in Pflegeeinrichtungen oder mit einer Immunschwäche. Nun sei das auch „bei individuellem Wunsch, nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und ärztlicher Aufklärung“ für Über-60-Jährige möglich, teilte das Ministerium mit. Voraussetzung ist, dass die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliegt.

Bis Ende September kann die sogenannte Booster-Impfung noch in den Impfzentren übernommen werden, danach beim Haus- oder Betriebsarzt oder durch mobile Impfteams. Auffrischimpfungen werden ausschließlich mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna durchgeführt.

Die dritte Dosis soll die Antwort sein auf einen nachlassenden Immunschutz vor allem bei sogenannten vulnerablen Gruppen. Denn Studien haben laut Gesundheitsministerium gezeigt, dass sich durch einen solchen „Booster“ deutlich mehr Antikörper bilden können. Für Auffrischungsimpfungen hatte sich Anfang August die Gesundheitsministerkonferenz ausgesprochen.

15.51 Uhr: Stadt Wien führt 2G-Regel für Veranstaltungen ein

Österreichs Hauptstadt erhöht mit neuen Corona-Regeln den Druck auf Ungeimpfte. Zu Veranstaltungen mit mehr als 500 Menschen und in der Nachtgastronomie sind in Wien ab 1. Oktober nur mehr Geimpfte und von Covid-19 Genesene zugelassen, wie Bürgermeister Michael Ludwig am Dienstag bekanntgab. Laut dieser 2G-Regel reicht dann ein negatives Testergebnis nicht mehr für den Besuch aus. Die Regel diene dazu, Menschen zur Impfung zu bewegen und Engpässe in den Krankenhäusern zu verhindern, sagte Ludwig bei einer Pressekonferenz. „Wir sind jetzt schon in der Situation, dass wir Operationen verschieben müssen“, sagte er.

Der Schritt hin zur 2G-Regel wäre laut dem Stufenplan der konservativ-grünen Regierung österreichweit erst dann vorgesehen, wenn mehr als 300 Betten in Intensivstationen mit Covid-Kranken belegt sind. Derzeit sind es 220. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ludwig hatte schon in den vergangenen Monaten auf striktere Maßnahmen gesetzt als der Rest des Landes. So haben in Wien etwa Testergebnisse eine kürzere Gültigkeit.

15.05 Uhr: Ein Drittel der Selbstständigen hat wegen Corona Einkommenseinbußen

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung besonders Selbstständige hart getroffen. Mehr als ein Drittel von ihnen (37 Prozent) gab in einer Befragung an, während der Krise an Einkommen eingebüßt zu haben, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Stiftung am Dienstag in Düsseldorf mit. Solo-Selbstständige, die also keine Mitarbeiter haben, seien mit 44 Prozent finanziell besonders schwer von der Krise belastet.

Im Gegensatz zu den Selbstständigen gaben mit 21 Prozent deutlich weniger abhängig Beschäftigte an, wegen Corona an Einkommen eingebüßt zu haben. Der Anteil der Selbstständigen mit weniger als 1.500 Euro netto im Monat habe sich verdoppelt. Am stärksten betroffen seien hier solo-selbstständige Frauen, von denen aktuell 33 Prozent weniger als 1.500 Euro pro Monat verdienten, hieß es. 

14 Uhr: Söder bekräftigt: Clubs und Diskotheken dürfen im Oktober öffnen

Nach langer Corona-Zwangspause dürfen Clubs und Diskotheken in Bayern wie von der Staatsregierung angekündigt zum Oktober wieder öffnen. „Es bleibt dabei: Wir werden die Öffnung von Clubs und Diskotheken zum Oktober dann erlauben“, bekräftigte Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung in München.
 
Einlass sollen nur Geimpfte und Genesene bekommen, oder man muss einen negativen PCR-Test vorweisen. Formal soll das in der Kabinettssitzung in der kommenden Woche - wegen der Nachwehen der Bundestagswahl am Donnerstag statt am Dienstag - beschlossen werden. „Kann sich jeder drauf einstellen“, sagte Söder. Derzeit würden noch die Hygiene-Leitfäden erarbeitet.

12.40 Uhr: Paul Ehrlich-Preis für Gründer und Mitarbeiter von Biontech

Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. Die drei Preisträger erhalten die Auszeichnung „für ihre Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA zu präventiven und therapeutischen Zwecken“, wie der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt am Main bekanntgab.

Das Preisgeld in Höhe von 120 000 Euro teilen sich die Biontech-Gründer, das Ärzte-Ehepaar Özlem Türeci (54) und Ugur Sahin (56), und die Biochemikerin Katalin Karikó (66), die sich 2013 dem Unternehmen anschloss. Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten Ehrungen in der medizinischen Grundlagenforschung.

11.34 Uhr: OECD: Anziehende Weltwirtschaft vom Impffortschritt abhängig

Die Weltwirtschaft wächst nach einer Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD deutlich stärker als angesichts der Pandemie vor einem Jahr erwartet. Allerdings verläuft die vom Impffortschritt und Stützungsmaßnahmen angetriebene Erholung uneinheitlich, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris mit. Sie rechnet mit einem Weltwirtschaftswachstum von 5,7 Prozent in diesem Jahr und 4,5 Prozent im kommenden. Für Deutschland erwartet die OECD ein Wachstum von 2,9 beziehungsweise 4,6 Prozent.

„Die Weltwirtschaft zieht wieder kräftig an“, sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. „Das verdanken wir dem entschlossenen Handeln der Regierungen auf dem Höhepunkt der Krise.“ Der Fortschritt sei jedoch ungleichmäßig. „Um eine nachhaltige und möglichst umfassende Erholung zu sichern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich - von wirkungsvollen Impfkampagnen in allen Ländern bis hin zu konzertierten öffentlichen Investitionsstrategien, die den Boden für die Zukunft bereiten.“

10.13 Uhr: Mehr US-Bürger laut Studie an Corona gestorben als durch die Spanische Grippe

Infolge der Corona-Pandemie sind mittlerweile mehr US-Bürger gestorben als durch die Spanische Grippe. Laut einer am Montag veröffentlichten Zählung der Johns-Hopkins-Universität starben in den USA mehr als 675.700 in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1919 wütete, kostete laut US-Gesundheitsbehörde CDC 675.000 Menschen in den USA das Leben.

Damit hat die Spanische Grippe, zumindest in absoluten Zahlen, am Montag ihren Titel als schwerste Pandemie der jüngeren US-Geschichte verloren. Weltweit starben durch die Spanische Grippe laut Historikern mindestens 50 Millionen Menschen.

Anders als das Coronavirus endete die Spanische Grippe besonders für junge Leute häufig tödlich insbesondere Menschen unter fünf Jahren oder zwischen 20 und 40 Jahren waren häufig betroffen. 

8.31 Uhr: Gastgewerbe sucht händeringend Personal

Dem deutschen Gastgewerbe fehlen auch Monate nach den pandemiebedingten Lockdowns in der Corona-Krise zahlreiche Arbeitskräfte. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Situation führe teilweise zur Ausdünnung des Service in den Betrieben bis hin zu Schließungen, beklagt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.
 
Den Zahlen der Bundesagentur zufolge hat sich die Zahl der offenen Stellen in der Gastronomie seit April praktisch verdoppelt. Im August hätten Gastwirte deutschlandweit 20.686 offene Stellen gemeldet, Hoteliers weitere 7678 offene Stellen. Im April hatte die Zahl in der Gastronomie noch bei 10.977 in der Gastronomie und bei 4138 in den Hotels gelegen.

7 Uhr: RKI registriert 4664 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 68,5

Die 7-Tage-Inzidenz ist in Deutschland erneut leicht rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 68,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 71,0 gelegen, vor einer Woche bei 81,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4664 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.04 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6325 Ansteckungen gelegen.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 20. September: 

21.57 Uhr: Vorstoß für Enddatum der Corona-Schutzmaßnahmen stößt auf breite Ablehnung

Die Forderung nach einem Enddatum für alle Corona-Schutzmaßnahmen ist auf breite Ablehnung gestoßen. Neben der Bundesregierung sprachen sich unter anderem der Deutsche Lehrerverband und der Berufsverband für Pflegeberufe gegen eine solche Stichtagsregelung aus.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte am Wochenende einen „Freedom Day“ gefordert, zu dem alle Schutzmaßnahmen aufgehoben werden sollten. Er schlug dafür den 30. Oktober vor.

Die Bundesregierung halte es nicht für richtig, einen Stichtag für ein Ende der Schutzmaßnahmen zu nennen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er verwies dabei auf die weiter große Zahl von Ungeimpften, auch im Bereich der über 60-Jährigen. Derzeit stagnierende Inzidenzen und zurückgehende Hospitalisierungsraten ließen zudem noch nicht mit Sicherheit sagen, „dass der Herbst oder der Winter gut wird“.

Gassen sah unterdessen die Festlegung eines Datums auch als mögliches Mittel, eine höhere Impfquote zu erreichen. Er denke, dass dann „viele Menschen zusätzlich Motivation schöpfen“, sich impfen zu lassen, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. Wenn mehr als zwei Drittel der Bevölkerung geimpft oder genesen seien, müsse überlegt werden, ob dauerhaft Maßnahmen für alle Bundesbürger erforderlich seien.

20.05 Uhr: USA wollen geimpfte Ausländer ab November wieder einreisen lassen

Das lange Warten auf Reisen nach Amerika hat ein Ende: Ab November können Ausländer mit einer Corona-Impfung wieder in die Vereinigten Staaten einreisen. Das kündigte der Coronavirus-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, am Montag an. Die Lockerungen kommen nach gut eineinhalb Jahren eines weitgehenden Einreisestopps für Menschen aus zahlreichen Ländern, darunter für Einwohner der EU und Briten. Die Reisebranche und die Wirtschaft dürften damit aufatmen, aber auch viele Privatleute, die über Monate von Familienmitgliedern und Freunden getrennt waren und auf US-Urlaube verzichten mussten.

Der Ankündigung zufolge müssen Erwachsene bestätigen, dass sie vollständig geimpft sind, bevor sie ins Flugzeug nach Amerika einsteigen können. Außerdem müssen Reisende zusätzlich wie bisher einen maximal drei Tage alten negativen Corona-Test vorweisen. Die Fluggesellschaften sollen Kontaktinformationen von Passagieren 30 Tage lang aufheben, damit sie nach eventuellen Corona-Fällen benachrichtigt werden können.

18.30 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist leicht gesunken. Sie beträgt nach Angaben des Landesgesundheitsamtes nun 88,8 (Vortag: 93,2). Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung stieg von 208 auf 209.

Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, stieg von 1,83 auf 1,94 leicht an. Diese sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte.

Im Vergleich zum Vortag verzeichnete die Behörde 503 neue Ansteckungen und 5 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. 

15.33 Uhr: Skisaison am Feldberg Liftverbund plant eine „2G-Plus-Regel“

Im Skigebiet Feldberg im Schwarzwald planen die Liftbetreiber für die kommende Skisaison eine sogenannte 2G-Plus-Regel. Erwachsene, die auf die Piste wollen, müssen demnach geimpft oder genesen sein. Für schulpflichtige Kinder reicht ein negativer Test beziehungsweise auch der Schülerausweis, wie eine Sprecherin des Liftverbunds am Montag erläuterte. „Schüler werden an den Schulen ohnehin durchgetestet“, sagte sie.

Die Liftkarten sollten online gebucht und gleichzeitig mit der Buchung auch die Nachweise für die Genesung oder die Impfung gegen das Virus online erbracht werden. An einem Gesamtkonzept werde aber derzeit noch gearbeitet. In den nächsten Wochen wolle man dies offiziell vorstellen, wie die Sprecherin weiter sagte. Je nach Schneelage beginnt die Wintersaison am Feldberg etwa Mitte Dezember.

14.35 Uhr: 63,1 Prozent aller Menschen in Deutschland vollständig geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind nun 63,1 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Die dafür meist nötige zweite Spritze erhielten 52,5 Millionen Menschen, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben fast 55,9 Millionen Menschen oder 67,2 Prozent aller Einwohner.

Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass damit nun 78 Prozent der Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal geimpft sind voll geimpft sind laut Robert Koch-Institut (RKI) 73,8 Prozent der über 18-Jährigen. Unter den Kindern zwischen 12 und 17 Jahren sind demnach mittlerweile 39 Prozent mindestens einmal geimpft und 29,1 Prozent vollständig geimpft. „Jede einzelne Impfung hilft allen für einen sicheren Winter“, schrieb Spahn auf Twitter.

13.40 Uhr: Leiter des Klinikums Stuttgart: Krankenhäuser sind in vierter Welle

 Der Leiter des Stuttgarter Klinikums, Jan Steffen Jürgensen, sieht die Krankenhäuser in der Landeshauptstadt in einer vierten Corona-Welle. „Wir werden eine vierte Welle sehen, sind eigentlich schon drin“, sagte Jürgensen in einem von der Stadt Stuttgart veröffentlichten Video. Die größte Aufgabe sei nun, „den Routine-Betrieb für alle anderen ohne Einschränkungen aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den Covid-Kranken gerecht zu werden.“

Im Stuttgarter Klinikum würden derzeit 32 an Covid-19 Erkrankte stationär behandelt, 14 davon auf der Intensivstation. Nun bleibe zu hoffen, „dass die vierte Welle flach ausfällt“, sagte Jürgensen. „Da können alle ihren Beitrag dazu leisten.“

Deutschland hinke im europaweiten Vergleich bei der Immunität bislang hinterher, weil sich weniger Menschen mit dem Coronavirus angesteckt hätten und die Impfquote niedriger als in anderen Ländern sei. „Wir haben eine erfolgreiche Impfkampagne, aber noch ganz viel Luft nach oben“, sagte Jürgensen. „Ich drücke die Daumen, dass sich ganz viele noch entscheiden, die Impfung wahrzunehmen.“

13 Uhr: Spahn rechnet Anfang 2022 mit Corona-Impfstoff für Unter-12-Jährige

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet Anfang kommenden Jahres die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für die Jüngsten. „Ich gehe davon aus, dass die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren im ersten Quartal 2022 kommt“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Dann könnten wir auch die Jüngeren noch besser schützen.“ Der Minister wies zugleich darauf hin, zwischen der Zulassung und einer Impfempfehlung durch die Stiko könne dann noch einmal Zeit vergehen. „Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird auch in diesem Fall zeitlich etwas später kommen“, sagte Spahn.

Biontech zum Beispiel hatte vor wenigen Tagen angekündigt, in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zu beantragen. Studienergebnisse liegen demnach bereits vor und müssen nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte mitgeteilt, sie könne noch keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung nennen. Die Produktion wird vom Unternehmen bereits vorbereitet.

In den Zeitungen der Funke Mediengruppe mahnte Spahn zugleich Einheitlichkeit bei den Corona-Regeln für Veranstaltungen an. „Ideal wäre, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigen.“ Die Veranstalter könnten dann bundesweit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, um im Gegenzug von anderen Schutzauflagen befreit zu werden

12.05 Uhr: Biontech: Impfung wirksam und sicher bei jüngeren Kindern

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hat sich nach Angaben der beiden Unternehmen bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren als gut verträglich erwiesen und ruft eine stabile Immunantwort hervor. Die Daten der klinischen Studie sollen so bald wie möglich der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA und der US-Zulassungsbehörde FDA vorgelegt werden, wie die beiden Impfstoffhersteller am Montag mitteilten. „Wir sind froh, dass wir vor dem Beginn der Wintersaison den Zulassungsbehörden die Daten für die Gruppe von Kindern im Schulalter vorlegen können“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin laut Mitteilung.

Anders als in der Altersgruppe über zwölf wurde den Kindern von fünf bis elf Jahren für die klinische Studie der Phase 2/3 nur ein Drittel der Dosis verabreicht. Die beiden Impfungen lagen drei Wochen auseinander.

„Die Antikörper-Reaktionen bei den Teilnehmern, denen eine Dosis von zehn Mikrogramm verabreicht wurde, war vergleichbar mit denjenigen aus einer früheren Studie von Pfizer/Biontech-Studie bei Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren, die eine 30 Mikrogramm-Dosis erhalten hatten“, teilten die Unternehmen mit. Auch die Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen der älteren Gruppe gewesen. Ergebnisse von zwei weiteren Teilnehmergruppen im Alter von zwei bis fünf Jahren sowie von sechs Monaten bis zwei Jahren würden für das vierte Quartel erwartet.

An der Studie nehmen den Angaben zufolge insgesamt 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil, die vorgestellten Daten zu den 5- bis 11-Jährigen gehen auf 2268 Teilnehmer zurück. Beteiligt sind über 90 Kliniken in den USA, Finnland, Polen und Spanien.

10.38 Uhr: AfD-Mann zieht gegen „Lockdown für Ungeimpfte“ vor Gericht

Die AfD-Landtagsfraktion will die Einschränkungen für Ungeimpfte im Kampf gegen die Corona-Pandemie juristisch anfechten. Der Abgeordnete und Fraktionsvize Ruben Rupp werde als Betroffener beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim eine Normenkontrollklage einreichen, kündigte Fraktionschef Bernd Gögel am Montag in Stuttgart an. Rupp beklagte einen „Lockdown für Ungeimpfte“, den „Impfzwang durch die Hintertür“ und die Spaltung in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Er sei selbst nicht geimpft, da die Kosten und Risiken einer Impfung den Nutzen aus seiner Sicht überwögen. Er sei 31 und kerngesund, das Risiko einer schweren Erkrankung sei sehr gering. Auf einen Platz auf der Intensivstation wolle er dennoch nicht verzichten, sagte er auf Nachfrage.

9.55 Uhr: Corona-Effekt in 2020: Zahl der Verkehrsunfälle von Kindern gesunken

Im vergangenen Jahr sind rund 22 500 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden gekommen - nach Angaben des Statistischen Bundesamts ein historischer Tiefststand. Zwar wurde durchschnittlich alle 23 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet. Doch die Zahl der verunglückten Kinder lag fast 20 Prozent niedriger als im Jahr 2019 und war so gering wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Damit sei die Zahl der Unfallopfer unter 15 Jahren auch stärker gesunken als die der Unfallopfer insgesamt, die um 15 Prozent zurückgegangen war. Auch die Zahl der getöteten Kinder ging zurück: von 55 im Jahr 2019 sank sie auf 48 im vergangenen Jahr.

Diese Entwicklung wird auf die Folgen der Corona-Pandemie angesichts der zeitweiligen Schließung der Schulen sowie vieler Freizeiteinrichtungen zurückgeführt. So verunglückten während des ersten Lockdowns ab Mitte März 2020 weniger Kinder als in den Vorjahresmonaten auf den Straßen. Von Mai bis Juli stieg die Zahl zwar wieder, sie lag aber nach Angaben der Behörde noch deutlich unter dem Niveau der Vorjahresmonate.

8.11 Uhr: Vor dem Ende der Impfzentren: Ausbleibende Zweitimpfungen befürchtet

Vor der Schließung der Impfzentren Ende September gibt es Befürchtungen, die Impfkampagne im Südwesten könnte dadurch insbesondere mit Blick auf die Zweitimpfungen ins Stocken geraten. „Wir stellen derzeit fest, dass viele Menschen, die jetzt zur Erstimpfung kommen, keinen Hausarzt haben“, teilte Agnes Christner, Bürgermeisterin in Heilbronn, mit.
 
Durch die Schließung der Impfzentren könnten deshalb Zweitimpfungen ausbleiben. Darum halte man es für wichtig, dass es auch nach dem 30. September weiterhin niedrigschwellige Impfangebote gebe, so Christner. Bis zum Ende der vergangenen Woche wurden demnach allein im Kreisimpfzentrum Heilbronn und den dazugehörigen Impfbussen rund 1400 Menschen erstmals geimpft, deren Zweitimpfung in die Zeit nach der Schließung der Impfzentren fällt.

7 Uhr: RKI: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt leicht auf 71,0

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist wieder leicht gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, lag der Wert bei 71,0. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 70,5 gelegen. Vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 81,9. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an.
 
Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 3736 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.145.852. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um 13 auf nunmehr 92.971.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 19. September: 

21.45 Uhr: Kanzlerkandidaten werben für Corona-Impfung

Zum Ende des bundesweiten Aktionswoche zur Corona-Impfung haben die Kanzlerkandidaten von Union und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, und auch Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock noch einmal an ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger appelliert, sich impfen zu lassen. "Unser Rat: Lasst Euch impfen", sagte Scholz am Sonntagabend im TV-Triell in den Sender ProSieben, Sat1 und Kabel 1. Ungeimpfte Erwachsene gingen ein großes Risiko ein.

Es würden fast ausschließlich Ungimpfte sein, die in Krankenhäuser kämen oder sogar um ihr Leben ringen müssten, sagte Scholz. Auch Unions-Kanzlerkandidat Laschet warb dafür, "parteiübergreifend" für Impfungen zu werben. Eine Impfpflicht halte er aber für falsch.

Baerbock warb dafür, dass es nicht nur in einer Aktionswoche Angebote etwa in Supermärkten oder in Sportstätten geben solle. Bund und Länder hatten zuletzt mit einer nun abgelaufenen Aktionswoche versucht, die Impfkampagne wieder in Schwung zu bringen.

19.35 Uhr: Fast jeder Dritte meidet seit Beginn der Pandemie Bus und Bahn

Die Corona-Pandemie hat bei knapp einem Drittel der erwachsenen Deutschen dazu geführt, dass sie entweder seltener oder gar nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Danach nutzen elf Prozent der Erwachsenen seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. 19 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage gaben an, sie seien seither seltener mit Bus und Bahn unterwegs. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Teil der Beschäftigten während der Pandemie im Home Office arbeitet.

Für 28 Prozent der Deutschen hat sich in Sachen Mobilität durch Corona nichts geändert. Sie nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel genauso häufig wie vor der Pandemie. Lediglich zwei Prozent der Befragten sagten den Meinungsforschern, sie seien seit Beginn der Corona-Krise noch häufiger mit Bus und Bahn unterwegs als zuvor. Immerhin 36 Prozent der Erwachsenen gaben an, sie nutzten - unabhängig von Corona - grundsätzlich keine öffentlichen Verkehrsmittel. Drei Prozent der Befragten konnten zu ihrem Mobilitätsverhalten keine konkreten Aussagen treffen.

18.05 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten bleibt auf hohem Niveau

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg bleibt mit 93,2 weiter auf hohem Niveau. Am Vortag hatte der Wert noch bei 94,0 gelegen. Die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung stieg am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) um 6 auf 208, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte.

Die Zahl der Corona-Infizierten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, beträgt derzeit 1,83. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte.

Die Behörde verzeichnete im Vergleich zum Vortag 344 neue Ansteckungen und 3 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle im Südwesten auf 558 038 und die der Todesfälle auf 10 557.

Laut der derzeit geltenden Corona-Verordnung des Landes wird eine erste sogenannte Warnstufe erreicht, wenn mindestens 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann brauchen Ungeimpfte einen negativen PCR-Test, wenn sie an den meisten öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen wollen. Ein Antigentest reicht nicht mehr.

16.10 Uhr: Lauterbach sieht Après-Ski in der kommenden Wintersaison kritisch

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat kritisch auf den Vorstoß des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz reagiert, der eine sichere Wintersaison in dem Alpenland versprochen und Après-Ski nur für Geimpfte in Aussicht gestellt hatte. „Wie die nächste Wintersaison aussehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös vorhersagen - auch nicht der österreichische Bundeskanzler“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag).

Lauterbach erklärte, er würde aus heutiger Sicht „eher davon abraten, unter Ischgl-ähnlichen Bedingungen zu feiern“ und verwies auf Impfdurchbrüche. „In Innenräumen haben wir jetzt schon viele Ansteckungen auch unter Geimpften. Diese Fälle werden noch zunehmen, wenn der Impfschutz nachlässt.“ Ob Après-Ski überhaupt möglich sein werde, hänge nicht zuletzt von Booster-Impfungen oder von weiterentwickelten Impfstoffen ab, merkte der Gesundheitsexperte an.

15 Uhr: Spahn zur Impfquote: Steuerliche Anreize für Firmen in Betracht ziehen

Um das Impftempo zu erhöhen, sprach sich der Gesundheitsminister dafür aus, Unternehmen steuerlich zu fördern, die Mitarbeiter oder Kunden mit Rabattaktionen für das Impfen gewinnen wollen. „Dafür würde ich gern gemeinsam mit Olaf Scholz einen Vorschlag machen“, sagte Spahn. Staatliche Prämien lehnte er aber ab.

14.23 Uhr: Lindner appelliert an Bürger: „Bitte lassen Sie sich impfen“

Mit einem Aufruf zum Impfen gegen das Coronavirus hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner seine Rede beim Bundesparteitag der Liberalen eröffnet. Die FDP sei die Partei der Freiheit, dieses Bekenntnis sei aber untrennbar verbunden mit dem Gedanken der Verantwortung, sagte Lindner am Sonntag in Berlin. „Wer in Freiheit leben will, muss dafür auch selbst Verantwortung übernehmen. Und deshalb ist unser Appell an die Menschen im Land: Bitte lassen Sie sich impfen! Schützen Sie sich und andere durch eine Impfung.“

Lindner betonte, es dürfe in Deutschland auch im Herbst nicht wieder zu pauschalen Freiheitseinschränkungen und einem Lockdown kommen. „Die Schäden, die sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden sind bereits groß genug.“ Dazu könne jeder einen Beitrag leisten, betonte Lindner.

13.49 Uhr: Nach Italiens Ausweitung der Corona-Pass-Pflicht deutlich größere Impfbereitschaft

In Italien hat die Ausweitung der Anwendung des sogenannten grünen Passes für Corona-Impfungen und -Tests zu einer deutlichen Zunahme der Impfbereitschaft geführt. "Landesweit gab es einen Anstieg der Terminvereinbarungen für Erstimpfungen um 20 bis 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche", erklärten die Behörden am Samstagabend.

In Italien müssen ab dem 15. Oktober alle Arbeitnehmer mit dem "grünen Pass" eine Corona-Impfung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. Tests sind nur für Menschen kostenlos, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

13.17 Uhr: Weitere Corona-Lockerungen für Kulturbranche

Für die Kulturbranche in Bayern gibt es in der Corona-Pandemie weitere Lockerungen. So dürfen kulturelle Einrichtungen nun selbst entscheiden, ob sie Gäste im Abstand von 1,5 Meter platzieren - dann ohne Maskenpflicht für die Besucher - oder ob auf Mindestabstände verzichtet wird - dann jedoch mit Maskenpflicht. Das geht aus dem neuen Rahmenkonzept hervor, dass das Kunstministerium am Sonntag vorstellte.

Bei kulturellen Veranstaltungen gilt ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regel, Besucher müssen also geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Bei mehr als 1000 Besuchern gilt die Regel draußen und drinnen unabhängig davon, wie hoch die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen ist. Draußen gilt auch bei größeren Veranstaltungen nun keine Maskenpflicht mehr.

12.49 Uhr: Spahn berichtet von hunderttausenden Erst-Impfungen in Aktionswoche – Mindestens 1500 Impfaktionen bundesweit

Im Zuge der bundesweiten Aktionswoche zur Corona-Impfung haben sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hunderttausende Menschen impfen lassen. „Wir haben in der Aktionswoche insgesamt rund 500.000 der wichtigen Erst-Impfungen geschafft, etwa die Hälfte dürfte auf Aktionen zurückgehen“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und weitere Freiwillige hätten rund 1500 Impfaktionen auf die Beine gestellt. Möglicherweise habe es sogar noch deutlich mehr gegeben.

Spahn äußerte sich jedoch besorgt über die nach wie vor große Zahl Ungeimpfter in der älteren Bevölkerung. „Von den 24 Millionen Menschen im Alter über 60 Jahren sind knapp vier Millionen noch ungeimpft, das ist fast jeder sechste in dieser Risikogruppe“, warnte der Minister. Eine Infektion eines Großteils dieser Gruppe innerhalb weniger Wochen würde die Intensivstationen sehr belasten, erklärte Spahn.

12.15 Uhr: RKI registriert 7337 Corona-Neuinfektionen: Inzidenz bei 70,5

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 70,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,0 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7337 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.13 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7345 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 38 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 142 116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

11.59 Uhr: Umfrage: Gespräche und Vorbilder helfen Kindern gegen Corona-Stress

Rad fahren, ruhige Vorbilder, Gespräche in der Familie - Eltern haben in der Corona-Pandemie verschiedene Wege gewählt, um den Stress für ihre Kinder zu reduzieren. In einer Forsa-Umfrage gaben viele von ihnen an, es helfe dem eigenen Kind, wenn die Eltern als Vorbild ruhig blieben (89 Prozent) oder man etwas unternehme, zum Beispiel Rad fahre oder Gesellschaftsspiele spiele (89 Prozent). Viel miteinander zu reden (84 Prozent), die coronabedingten Einschränkungen verständlich zu erklären (75 Prozent) und mit den Großeltern eine Videokonferenz zu haben statt sie persönlich zu treffen (57 Prozent) helfe ebenfalls.

Mehr als drei Viertel der Eltern (77 Prozent) gaben bei der Umfrage an, die Schulschließungen und die anderen coronabedingten Einschränkungen hätten beim eigenen Kind Stress verursacht. Besonders oft wurden als Stressfaktoren genannt, dass sich Kinder nicht mit Freunden treffen konnten (85 Prozent) und Freizeitaktivitäten wie Vereine fehlten (81 Prozent). Auch das digitale Lernen zu Hause im Homeschooling (56 Prozent) und das Alleinsein, weil die Eltern arbeiten mussten und Schulen geschlossen waren (32 Prozent), machten Eltern oft als Grund für zusätzliche Belastung aus.

10.53 Uhr: Corona und Grippe: Hausärzte für zwei Impfungen an einem Termin

Der Deutsche Hausärzteverband steht einer gleichzeitigen Impfung gegen Corona und Grippe an einem Termin offen gegenüber. „Aus hausärztlicher Sicht sprechen zwei klare Vorteile dafür, die Corona- wie die Influenzaimpfung möglichst zeitgleich zu verabreichen“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der Deutschen Presse-Agentur. „Zum einen bestünde andernfalls die Gefahr, dass manche Patientinnen und Patienten nur eine der beiden Impfungen wahrnehmen.“ Denn sie wollten eher nicht zu mehreren Impfterminen hintereinander erscheinen. „Außerdem wäre es aus organisatorischer Sicht einfacher und würde gleichzeitig das mögliche Ansteckungsrisiko durch die Vermeidung eines zusätzlichen Impftermins reduzieren“, ergänzte Weigeldt.

Einzelne Hausärzte sehen das aber durchaus anders. Sie impfen als Vorsichtsmaßnahme weiterhin mit 14 Tagen Abstand gegen Grippe und Corona. Eine generelle Stiko-Empfehlung zum Vorgehen soll es nach Angaben des Robert Koch-Instituts noch im September geben.

10.04 Uhr: Ab Montag Testnachweispflicht für Kita-Beschäftigte in Bayern

Ab Montag müssen ungeimpfte Beschäftigte in Kindertagesstätten in Bayern nachweisen, dass sie negativ auf Corona getestet sind. Daran erinnerte Familienministerin Carolina Trautner am Samstag. So solle die Sicherheit für Kinder, Eltern und die Mitarbeiter erhöht werden, teilte das Ministerium mit. Die Beschäftigten müssen sich ab kommender Woche dreimal pro Woche testen. Ohne Nachweis dürfen sie nicht in die Einrichtung.

Die Regel hatte das Kabinett vergangene Woche beschlossen. Neben den eigenen Beschäftigten gilt die Pflicht auch für Mitarbeiter von außen, also zum Beispiel Reinigungskräfte oder Musiklehrer. Der Freistaat stellt den Kitas Selbsttests bereit. So könnten sich auch geimpfte oder genesene Beschäftigte freiwillig testen.

9.15 Uhr: 57 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut Umfrage für 2G-Regel

57 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten laut einer Umfrage die 2G-Regeln für die Gastronomie und Veranstaltungen. 33 Prozent halten das 2G-Modell laut der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die "Bild am Sonntag" hingegen für falsch. Von den Befürwortern sprachen sich 66 Prozent dafür aus, die 2G-Regeln verpflichtend einzuführen. 

31 Prozent waren der Meinung, dass es den Gastronomen und Veranstaltern selbst überlassen sein sollte, ob sie auf das 2G-Modell setzen. Für die Umfrage wurden am 17. September 1002 Menschen befragt. 

Bei 2G-Optionsmodellen können Gastronomen oder Unternehmer etwa aus der Kultur-, Veranstaltungs- und Sportbranche den Zugang freiwillig auf Geimpfte und Genesene beschränken. Alle Kunden, die lediglich einen Coronatest vorweisen können, dürfen dann nicht eingelassen werden. Im Gegenzug entfallen in der Regel Masken- und Abstandsregeln. Für Kinder und Jugendliche gelten Ausnahmen.

8.20 Uhr: Deutlich weniger Teilnehmer bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Frankreich

Deutlich weniger Teilnehmer als am Wochenende zuvor sind am Samstag in Frankreich gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Nach Angaben des Innenministeriums demonstrierten landesweit rund 80.000 Menschen, davon mehr als 6000 in Paris. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Demonstranten noch bei 121.000 gelegen. 

Die allwöchentlichen Proteste richten sich gegen die Corona-Impfpflicht für Beschäftigte des Gesundheitssektors sowie gegen die als Gesundheitspass bezeichnete Regelung, wonach für den Zugang zu zahlreichen öffentlichen Orten ähnlich wie in Deutschland der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung, einer Genesung von Covid-19 oder eines negativen Coronatests vorgelegt werden muss.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 18. September: 

21.50 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten wieder etwas höher

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist wieder leicht gestiegen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche betrug am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) 94,0, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Vortag hatte der Wert noch bei 92,4 gelegen.

Die Behörde verzeichnete im Vergleich zum Vortag 1539 neue Ansteckungen und 5 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit stieg die Zahl der nachgewiesenen Fälle im Südwesten auf 557 694 und die der Todesfälle auf 10 554.

202 Covid-Patienten werden derzeit auf Intensivstationen behandelt - das sind 2 weniger als am Tag zuvor. Die Zahl der Corona-Inifizierten pro 100 000 Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik aufgenommen wurden, beträgt 1,9. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz ist neben der Zahl der Covid-Patienten in Intensivbehandlung ausschlaggebend für mögliche strengere Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte.

Laut der derzeit geltenden Corona-Verordnung des Landes wird eine erste sogenannte Warnstufe erreicht, wenn mindestens 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert wurden. Dann brauchen Ungeimpfte einen negativen PCR-Test, wenn sie an den meisten öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen wollen. Ein Antigentest reicht nicht mehr.

20.25 Uhr: SPD und Grüne widersprechen Kassenärztechef - Kein „Freedom Day“

Der Vorstoß von Kassenärztechef Andreas Gassen, zum 30. Oktober alle Corona-Beschränkungen aufzuheben, trifft bei SPD und Grünen auf Ablehnung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält dies für „nicht ethisch vertretbar“. Die Welle der Pandemie, die dann käme, wäre zu groß, warnte der SPD-Politiker auf Twitter. Besser wäre eine Öffnung, wenn 85 Prozent geimpft seien. Bis dahin sollte die 2G-Regel gelten.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen widersprach Gassen ebenfalls. „Jetzt so zu tun, als sei die Pandemie ein Privatvergnügen und Ungeimpfte letztlich selbst dran Schuld und wir könnten uns jetzt von allen Schutzmaßnahmen verabschieden, das halte ich für zynisch“, sagte Dahmen dem Sender NDR Info. Auch widerspreche die Forderung der Haltung der Mehrheit der niedergelassenen Ärzte. Für eine Lockerung der Maßnahmen bräuchte es eine Impfquote bei den über 60-Jährigen von deutlich über 90 Prozent, in der Gesamtbevölkerung bei den impffähigen Personen von über 80 Prozent. „Es wäre gut, wenn die Kassenärztliche Vereinigung sich hier auf das Impfen konzentriert, hier mehr Tempo macht“, riet Dahmen.

Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann hält eine Diskussion über eine Aufhebung der Corona-Regeln zwar für richtig. Es sei aber zu früh dafür, ein konkretes Datum zu nennen, sagte Ullmann auf NDR Info. „Ob es jetzt der 30. Oktober ist, Allerheiligen oder vielleicht auch Mitte November ist“, dazu wage er nichts zu sagen. In den kommenden Wochen müsse man die Corona-Entwicklungen genau beobachten.

18.20 Uhr: Australien: Festnahmen und Verletzte bei Demos gegen Corona-Maßnahmen

Bei Anti-Lockdown Protesten in der australischen Millionenstadt Melbourne sind Medienberichten zufolge 235 Menschen festgenommen worden. Zehn Polizisten wurden demnach bei den Protesten am Samstag verletzt, sechs von ihnen mussten wegen Brüchen und anderer Verletzungen vorübergehend in Kliniken behandelt werden.

Rund 700 Menschen hatten den Berichten zufolge an den Protesten teilgenommen, viele von ihnen ohne Masken. Etwa 2000 Polizisten seien im Einsatz gewesen. Die Beamten setzten laut Berichten Pfefferspray ein. Busse und Bahnen seien vorübergehend nicht in die Innenstadt gefahren, wichtige Straßen seien zeitweise gesperrt worden. Auch in anderen Städten, darunter in Sydney und Brisbane, sei am Samstag gegen strikte Corona-Maßnahmen demonstriert worden.

Australien mit seinen rund 25 Millionen Einwohnern hat viele Monate lang eine Null-Covid-Strategie verfolgt und versucht, das Virus mit geschlossenen Außengrenzen und strikten Lockdowns auszumerzen. Mit der Ausbreitung der Delta-Variante mussten aber mehrere Regionalregierungen bereits einräumen, dass die Strategie nicht mehr aufgeht. Die Lockdowns häufen sich landesweit. Rund 1150 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, mehr als 84 000 Menschen infizierten sich seit Beginn der Pandemie im ganzen Land.

16.34 Uhr: Münchner Oberbürgermeister: 2022 „definitiv keine Wiesn für alle“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigt schon jetzt klare Corona-Eindämmungsmaßnahmen für das Oktoberfest 2022 an. „Es wird definitiv keine Wiesn für alle geben“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag. „Wenn sich jemand nicht testen oder impfen lassen will, dann wird er auch 2022 nicht aufs Oktoberfest gehen können.“ Nur für Kinder gebe es Ausnahmen.

Im Gegenzug solle in den Bierzelten und auf dem Festgelände Betrieb wie vor Corona herrschen, versicherte Reiter. „Eine kastrierte Wiesn kann es nicht geben.“ In den Zelten etwa könne es keine Vorschriften wie Abstandhalten oder das Tragen von Masken geben, sagte der Oberbürgermeister. „Das ist dann kein Oktoberfest. Bevor so etwas kommt, lassen wir es lieber sein.“

Das Oktoberfest war wegen der Corona-Pandemie 2020 und 2021 abgesagt worden. Ob es 2022 tatsächlich wieder klappt, soll laut Reiter spätestens im April endgültig feststehen. „Ich möchte auf jeden Fall, dass es in meiner Amtszeit bei zwei Wiesn-Absagen bleibt.“ Es müsse allerdings sichergestellt werden, „dass es eine sichere Wiesn ist“.

14.47 Uhr: Kanzler Kurz: Bei steigenden Corona-Zahlen Après-Ski nur für Geimpfte

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz verspricht eine sichere Skisaison. Falls sich die Corona-Situation weiter verschärft, würden nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten, kündigte er in einem Interview mit der Funke Mediengruppe (Samstag) an. Sowohl 70 Prozent der über 12-Jährigen in Österreich als auch die überwiegende Masse der Touristen seien geimpft. „Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege.“

Kurz sagte im Interview, dass auch die sogenannte 3G-Regel für einen sicheren Winter sorgen werde - also der Zutritt zu Gastronomie und Hotels nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete. 

14.12 Uhr: Spahn: Sollten im Südosten noch deutlich höhere Impfquoten erreichen

Jens Spahn hat am Samstag auf die Unterschiede beim Fortschritt der Corona-Impfungen zwischen den Bundesländern hingewiesen. „Im Nordwesten sind wir fast am Ziel, im Südosten sollten wir noch deutlich höhere Quoten erreichen“, schrieb der CDU-Politiker bei Twitter. Nach seinen Angaben haben 62,9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland (52,3 Millionen Menschen) vollen Impfschutz, 67,1 Prozent (55,8 Millionen) erhielten mindestens eine Impfung.

Tatsächlich sind im Nordwesten deutlich mehr Menschen gegen Corona geimpft als im Südosten, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Bremen ist Spitzenreiter: Hier wurden 77,7 Prozent der Bürger einmal geimpft und 73,3 Prozent haben einen vollständigen Schutz (Stand: Samstag, 10.31 Uhr). Auch in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen erhielten mehr als 70 Prozent der Einwohner mindestens eine Corona-Impfung.

In Ostdeutschland liegen die Impfquoten weiterhin zumeist deutlich niedriger als im Westen. In Sachsen beispielsweise haben bisher nur 56,9 Prozent einen ersten und 53,6 einen zweiten Piks erhalten. Auch in Thüringen liegt die Impfquote noch unter 60 Prozent. Doch auch Bayern (63,8 Prozent Erstimpfungen) und Baden-Württemberg (64,3 Prozent) liegen noch weit hinter den Impf-Vorreiter-Bundesländern.

12.15 Uhr: Spahn will Nachweis durchgemachter Corona-Infektion erleichtern

Für den Nachweis einer durchgemachten Corona-Infektion vor einer Impfung sollen bald auch Antikörpertests verendet werden können. „Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Bild“-Zeitung vom Samstag. „Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen.“ Künftig gelte jeder als vollständig geimpft, „der mit einem Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweisen kann und sich einmal hat impfen lassen“, kündigte Spahn an. „So bekommen noch mehr Impfwillige ihre Freiheit zurück.“

Die neue Regel werde laut dem Gesundheitsministerium in Kürze auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben und gelte dann sofort, berichtete die Zeitung. Die Kosten für den Antikörpertest müssten die Bürgerinnen und Bürger aber selbst tragen.

10.46 Uhr: Corona: Kassenärztechef fordert „Freedom Day“ in sechs Wochen

Kassenärztechef Andreas Gassen hat die Aufhebung aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober gefordert. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat“, sagte er der der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day! Am 30. Oktober werden alle Beschränkungen aufgehoben!“ Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) betonte, das Datum gebe jedem, der wolle, genug Zeit, sich noch impfen zu lassen.

9.50 Uhr: Lauterbach fordert staatliche Impfprämie

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine staatliche Impfprämie. „Aus meiner Sicht sollten wir in der Situation, in der wir sind, kein Mittel ausschließen, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen“, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Das gilt auch für die Zahlung sogenannter Impfprämien, der ich bislang immer sehr skeptisch gegenüberstand“, erklärte er. Deutschland brauche eine sehr viel höhere Impfquote, um in absehbarer Zeit in die Normalität zurückzukehren. Andernfalls drohe „ein schwieriger Herbst“.

Die derzeit leicht zurückgehenden Inzidenzwerte sind laut dem Gesundheitsexperten kein Grund zur Entwarnung. „Was wir momentan sehen, ist nach meinem Dafürhalten eine Verschnaufpause, nicht viel mehr“, sagte Lauterbach. „Ich gehe davon aus, dass die Fallzahlen in dem Moment wieder steigen werden, in dem sich das Leben der Menschen verstärkt in Innenräumen.

8.42 Uhr: Corona-Ausbruch trotz 2G: Experten betonen dennoch Impfschutz

Nach dem Corona-Ausbruch in Münster bei einer 2G-Party mit über 80 Infizierten unterstreichen Experten dennoch die Bedeutung der Schutzimpfung. Unter Extrembedingungen eines Clubs mit Hunderten Besuchern, Enge und dicht geführten Gesprächen bei lauter Musik seien Infektionen auch für Geimpfte und Genesene nicht völlig auszuschließen, sagte Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfung schütze in diesen Fällen aber offensichtlich trotzdem: Die Betroffenen in Münster hätten durchweg keine schweren Verläufe.

„Spricht das gegen 2G? Nein, klar dafür. Ohne 2G wären viel mehr Partybesucher schwer erkrankt“, kommentierte kürzlich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

8.10 Uhr: RKI registriert 8901 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 72,0

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am fünften Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 72,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 74,4 gelegen, vor einer Woche bei 82,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8901 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.40 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 214 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 63 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. 

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 17. September: 

21.58 Uhr: Studie: Moderna-Impfung schützt besser vor schwerer Corona-Erkrankung als Biontech - Schutzwirkung des Moderna-Vakzins hält länger an

Laut einer US-Studie schützt der Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna langfristig besser gegen schwere Corona-Erkrankungen als der Impfstoff von Biontech/Pfizer. Die am Freitag von der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) veröffentlichte Studie ergab, dass der Impfschutz von Biontech nach vier Monaten deutlich abnahm, während er bei Moderna nahezu stabil blieb.

Die CDC-Forscher hatten für die Studie 3689 Fälle von Krankenhaus-Patienten zwischen März und August untersucht. In den Untersuchungszeitraum fiel der massive Anstieg an Infektionen mit der deutlich ansteckenderen Delta-Variante in den USA. Von den Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen waren 12,9 Prozent mit Moderna geimpft und 20 Prozent mit Biontech.

Bei Patienten, die mit Moderna geimpft waren, machte es demnach kaum einen Unterschied, wie lange die Impfung bereits zurücklag: Der Impfschutz betrug in den ersten vier Monaten 93 Prozent und danach 92 Prozent. Bei Patienten mit Biontech-Impfung sank der Impfschutz hingegen von 91 Prozent in den ersten vier Monaten auf 77 Prozent.

Immer mehr Untersuchungen deuten darauf hin, dass Moderna eine bessere langfristige Schutzwirkung als Biontech aufweist - und das, obwohl beide auf der neuartigen mRNA-Technologie basieren. Es wird vermutet, dass es mit der höheren Dosierung des Moderna-Impfstoffs sowie der längeren Wartezeit zwischen den beiden Dosen zusammenhängt. Die Forschungsergebnisse könnten bei der Frage nach Auffrischungsimpfungen eine Rolle spielen.

20.12 Uhr: Corona-Regeln bei Reisen nach England werden für Geimpfte vereinfacht

 Die britische Regierung hat die Corona-Regeln für Geimpfte bei Reisen nach England gelockert. Wer vollständig geimpft ist, muss demnach vom 4. Oktober an bei der Einreise in den größten britischen Landesteil keinen Nachweis über einen negativen Test mehr vorlegen. Auch der bislang notwendige PCR-Test am zweiten Tag nach der Ankunft soll ab Ende Oktober durch einen Antigen-Test ersetzt werden können, teilte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag mit.

Die neue Regelung gilt allerdings nur für Reisen aus Ländern, die im bisherigen Ampelsystem der britischen Regierung nicht unter die Kategorie Rot fallen. Die Kategorien Grün und Orange, unter denen bislang alle EU-Länder geführt werden, sollen zudem zu einer einzigen zusammengefasst werden. Als geimpft gilt, wer in Großbritannien, der EU, den USA und einer Reihe von anderen Ländern eines der im Vereinigten Königreich zugelassenen Präparate gespritzt bekommen hat. Reisende auf der roten Liste müssen weiterhin auf eigene Kosten in Hotelquarantäne.

Die neuen Regeln gelten zunächst nur für England. Die Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbstständig über ihre Corona-Maßnahmen.

18.50 Uhr: 1587 gemeldete Corona-Neuinfektionen im Südwesten

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 1587 gestiegen. Das geht aus Daten des Landesgesundheitsamts von Freitag hervor. Zudem wurden 14 weitere Todesfälle gezählt. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank leicht auf 92,4 (Vortag: 94,4).

204 Covid-Patienten werden demnach auf Intensivstationen behandelt - das sind fünf mehr als am Donnerstag. 113 von ihnen werden beatmet. Die sogenannte 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz sank leicht auf 2,13 (Vortag: 2,3). Der Wert gibt die Zahl der Corona-Infizierten an, die innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht wurden. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen von Covid-Patienten liegt in der Regel höher als von der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Wegen eines Meldeverzugs liegen die vollständigen Werte oft erst ein bis zwei Wochen später vor.

Diese Zahlen sind inzwischen entscheidend für Einschränkungen im Alltag in Baden-Württemberg. Statt der Sieben-Tage-Inzidenz zählt die Auslastung der Krankenhäuser. Eine erste Warnstufe gilt, sobald landesweit 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik gebracht wurden. Dann benötigen Ungeimpfte etwa einen negativen PCR-Test, wenn sie an den meisten öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen wollen.

17.55 Uhr: Ausnahmslose Impfpflicht auf einigen Kreuzfahrtrouten von Aida

Die Rostocker Kreuzfahrt-Reederei Aida Cruises bietet einige Reisen ihres Winterfahrplans nur ausnahmslos Menschen mit Corona-Impfung an. Auf Reisen in die Karibik, den Orient oder nach Norwegen gibt es laut Aida keine Ausnahmen etwa für ungeimpfte Kinder, so dass diese nicht mitreisen können. Das Unternehmen habe die Gäste am Donnerstag informiert, sagte eine Sprecherin am Freitag. Zuerst hatte die „Ostsee-Zeitung“ berichtet. Auch für Reisen etwa zu den Kanaren, im Mittelmeer sowie Städtetouren ab Hamburg gilt laut Unternehmen eine Impfpflicht. Für Kinder bis zwölf Jahren ist hier allerdings ein negativer Corona-Test ausreichend.

Maßgeblich für die Regelungen seien im Wesentlichen die Vorgaben der Zielländer, sagte die Sprecherin. Von Corona Genesene und Geimpfte werden den Vorgaben entsprechend nicht gleichgesetzt. Auch Genesene müssen demnach vor oder nach der Genesung eine Impfdosis erhalten haben. Unabhängig von Impfungen sind weiterhin Corona-Tests vor Reiseantritt vorgesehen und je nach Route auch während der Reise. Masken sollen in Innenbereichen des Schiffes getragen werden, außer etwa beim Essen oder beim Sport.

16.30 Uhr: Hunderte abgelaufene Impfdosen von Moderna verabreicht

Wegen eines falschen Etiketts sind in Sindelfingen, Reutlingen und Esslingen 840 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna verabreicht worden. Der Impfstoff wurde vorschriftsmäßig in Kühlboxen transportiert. Auf den Paketen war eine längere Ablaufzeit notiert, wie die drei zuständigen Landkreise mitteilten. Daher sei der Impfstoff teilweise noch gespritzt worden. Das Datum habe sich später als falsch herausgestellt. Die Verantwortlichen erwarteten wegen des Fehlers zunächst keine Folgen für die Betroffenen.

„Es gibt bisher keine Rückschlüsse, dass sich aus der längeren Aufbewahrungszeit Auswirkungen auf die Wirksamkeit ergeben hätten“, sagte die ärztliche Leiterin des Sindelfinger Kreisimpfzentrums, Martina Burchert-Graeve. Einer neuen Studie des Herstellers zufolge sei der Impfstoff so stabil, dass er drei Monate lang bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. In Europa gelte aber derzeit noch die Vorgabe der Europäische Arzneimittel-Agentur, nach der die Lagerung eine Dauer von 30 Tagen nicht überschreiten soll.

Die Impfdosen in Sindelfingen wurden den Angaben nach zwischen dem 8. August und 14. September, in Reutlingen und Esslingen ab dem 9. September verabreicht. Betroffenen können bei Bedarf vier Wochen nach der Zweitimpfung einen Test machen, wie wirksam die Impfung war. Hierzu sollen sie einen Brief erhalten. An ihrem Status als Geimpfter ändere sich nichts.

15.20 Uhr: Schweiz führt Testpflicht nach der Einreise ein

Der Schweizer Bundesrat hat auf die gestiegenen Infektionszahlen reagiert. Ab 20. September gilt bei der Einreise die Pflicht eines negativen Corona-Tests für ungeimpfte oder nicht-genesene Personen. Er muss vor der Einreise erfolgt sein und wird von den Grenzbehörden risikobasiert kontrolliert. Systematische Kontrollen wird es nicht geben. Ein zweiter negativer Test muss vier bis sieben Tage später vorgelegt werden. Selbsttests sind nicht zugelassen, nur PCR- und Antigen-Schnelltests. Zudem müssen alle Einreisenden, auch geimpfte und genesene, ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Ausgenommen von beidem sind Grenzgänger. Die Regierung will mit der Entscheidung auf Erkenntnisse über Reiserückkehrer reagieren, die im Sommer stark zum Infektionsgeschehen beigetragen hätten. In der Schweiz enden dieser Tage die Herbstferien. Welche Regeln nach dem Grenzübertritt jetzt im Detail gelten und wer von der 3-G-Pflicht ausgenommen ist, lesen Sie hier.

14.30 Uhr: Baden-Württemberg lockert Quarantänevorschriften für enge Kontaktpersonen

Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen künftig nicht mehr so lange in Quarantäne wie bisher. Die Absonderungsdauer für enge Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige verkürze sich von 14 auf 10 Tage, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit Verweis auf eine neue Verordnung mit, die bereits in Kraft getreten ist. Ab Tag fünf können sich die Kontaktpersonen mit einem negativen PCR-Test vorzeitig aus der Quarantäne befreien, ab Tag sieben reicht ein Antigen-Schnelltest.

Schüler, die regelmäßig getestet werden, dürfen sich als Kontaktpersonen bereits ab Tag fünf mit einem Schnelltest freitesten. Tritt ein Corona-Fall an einer Schule auf, werden grundsätzlich alle Mitschülerinnen und Mitschüler an fünf folgenden Schultagen getestet – auch an Grundschulen.

Die Gesundheitsämter im Südwesten sollen künftig zudem auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen verzichten. „Wir fokussieren uns jetzt gezielt auf Ausbruchsgeschehen, den Schutz gefährdeter Personengruppen und Orte mit hoher Übertragungswahrscheinlichkeit“, sagte Amtschef Uwe Lahl. Zur Verfolgung von Kontaktpersonen will das Land den Gesundheitsämtern der Stadt- und Landkreise bis März 2022 weitere rund 27 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

14.05 Uhr: Spahn lehnt Geldprämien fürs Impfen ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Geldprämien abgelehnt, um mehr Menschen dazu zu bringen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Er frage sich, was dazu die 55 Millionen Menschen sagen würden, die schon geimpft seien, sagte er im Interview mit den Sendern RTL/ntv am Freitag. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hatte sich zuvor für Geldprämien ausgesprochen, um "das Impftempo zu beschleunigen".

Er verstehe den Ansatz dahinter und fände es auch gut, dass Unternehmen oder Einzelhändler Rabattaktionen anbieten, um die Impfbereitschaft zu erhöhen, sagte Spahn. "Das ist gut und richtig, das kann man meinetwegen auch gerne steuerlich fördern." Aber staatliche Prämien seien auch eine Frage von Fairness.

13.15 Uhr: Rund 1400 Aktionen bei bundesweiter Corona-Impfwoche

Bei der noch bis diesen Sonntag laufenden bundesweiten Aktionswoche für Corona-Impfungen sind laut Bundesregierung rund 1400 Impf-Gelegenheiten vor Ort organisiert worden. Damit solle auch erneut ins Bewusstsein gerückt werden, wie einfach und für jeden erreichbar das Impfangebot sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. „Jede Impfung macht nicht nur die geimpften Personen, sondern uns alle ein wenig sicherer.“

Es werde sicherlich auch nach dieser Woche weitere fantasievolle und unkonventionelle Impf-Aktionen geben, sagte Seibert. Er bekräftigte erneut: „Die Bundesregierung hat eine allgemeine Impfpflicht immer abgelehnt, und da gibt es auch keine veränderte Position.“ Für die am Montag gestartete Aktionswoche hatten Bund und Länder alle Akteure vor Ort dazu aufgerufen, unkomplizierte Impfangebote zu organisieren - etwa bei Vereinen, Feuerwehren, Kulturveranstaltern oder Unternehmen.

12.35 Uhr: Kretschmann geht auf Impfgegner zu: „Sie haben meinen Respekt“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in einem Video-Podcast bei Impfgegnern um Verständnis für die drohenden Einschränkungen geworben. „Meine Regierung will Sie weder ausgrenzen noch auf Linie bringen“, erklärte Kretschmann am Freitag. Die strengeren Corona-Regeln für Ungeimpfte, die seit Donnerstag gelten, wenn sich die Krankenhäuser mit Covid-Patienten füllen, seien keine Strafe, sondern dienten dem Schutz.

Gleichzeitig zollte der Regierungschef den Ungeimpften Respekt: „Sie haben meinen ganz persönlichen Respekt als Mensch und Bürger – auch wenn ich Ihre Entscheidung für falsch halte.“ Wer sich nicht impfen lasse bringe sich und auch andere in Gefahr, sagte der Grünen-Politiker weiter.

Am Ende seiner knapp neun Minuten langen Ansprache zeigte Kretschmann sich selbstkritisch: „Wir haben uns auch ab und an dabei verschätzt, wie unsere Maßnahmen wirken, auch deshalb mussten wir uns korrigieren.“ Ihm sei klar, dass die Corona-Zeit hier nicht gerade geholfen und das Vertrauen in die Institutionen gesteigert habe.

11.42 Uhr: Zusehends mehr Corona-Auffrischungsimpfungen für Ältere und besonders Gefährdete

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland gibt es mehr und mehr Auffrischungsimpfungen für ältere und besonders gefährdete Menschen. Am Mittwoch und Donnerstag waren es erstmals jeweils mehr als 40 000 am Tag, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag hervorgeht. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten kürzlich vereinbart, das Angebot zu Impf-Auffrischungen zu erweitern: Neben Pflegeheimbewohnern können sich unter anderem auch Menschen ab 60 Jahre mit ärztlicher Beratung dafür entscheiden, wenn die vollständige Impfung schon mindestens sechs Monate zurückliegt.

Insgesamt sind nun 52,2 Millionen Menschen oder 62,8 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben 55,7 Millionen Menschen oder 67,0 Prozent aller Einwohner.

10.15 Uhr: Corona-Quarantäne in Bayern wird verkürzt

Bayern verkürzt die Corona-Quarantänezeiten und stellt die Kontaktnachverfolgung neu auf. Enge Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen nun zehn Tage in Isolation oder können sich nach fünf Tagen mit einem PCR- oder nach sieben Tagen mit einem Antigenschnelltest freitesten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in München sagte. Für vollständig Geimpfte und Genesene ist keine Quarantäne vorgeschrieben.

Bei der Kontaktnachverfolgung wird künftig priorisiert: Situationen mit einem hohen Übertragungsrisiko, wie etwa Feiern, werden zuerst behandelt. Auch Fälle, bei denen Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf involviert sind wie in Altersheimen, sollen schneller bearbeitet werden.

„In Situationen mit geringem Übertragungsrisiko und ohne Gefährdung von Risikogruppen können die Gesundheitsämter die Kontaktpersonen-Nachverfolgung nachrangig behandeln“, heißt es in der Mitteilung. Die Änderungen, die auf Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) beruhen, sind seit Donnerstag in Kraft. 

8.45 Uhr: Arbeitgeberpräsident kann sich Impfprämie vorstellen

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kann sich eine Geldprämie als Impfanreiz vorstellen. Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ sagte Dulger zu neuen Anreizen für eine Corona-Impfung: „Das kann man ja auch regional unterschiedlich gestalten: In München zum Beispiel mit Tickets für den FC Bayern, da würde sich wahrscheinlich die halbe Stadt piksen lassen. Und ja: Ich würde auch eine Geldprämie begrüßen - alles, was hilft, ist richtig, um in die Normalität zurückzukehren.“

Die Corona-Impfkampagne stockt bereits seit einiger Zeit, Grund ist die mangelnde Nachfrage in der Bevölkerung. Niedrigschwellige Angebote wie Impfungen auf Supermarktparkplätzen sollen die Impfquote erhöhen, zum Teil wird zum Beispiel auch mit Freifahrten oder Bratwürsten geworben. Auch Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hatte sich zuletzt für eine Impfprämie von 50 Euro ausgesprochen.

7.10 Uhr: Bundesweite Inzidenz sinkt am vierten Tag in Folge

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am vierten Tag in Folge gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagtagmorgen mit 74,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 76,3 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 20 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 55 gewesen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,87 an (Mittwoch: 1,88). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 16. Septemer: 

22.03 Uhr: Pandemie: Ost-West-Schere bei Inzidenzen

In der Corona-Pandemie zeigt sich in Deutschland ein weiteres deutliches Ost-West-Gefälle: Die 7-Tages-Inzidenz, die im Labor bestätigte Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche anzeigt, ist in mehreren östlichen Bundesländern rasant gestiegen. Im Westen der Republik blieb sie dagegen entweder ähnlich hoch oder nahm ab, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend. Im Osten Deutschlands liegen auch die Impfquoten weiterhin zumeist deutlich niedriger als im Westen.

Der Vergleich der 7-Tage-Inzidenz des RKI bezieht sich auf die erste und zweite Septemberwoche. Danach stiegen die Werte für Sachsen und Thüringen von der 35. auf die 36. Meldewoche um jeweils 40 Prozent an, gefolgt von Brandenburg (plus 19 Prozent) und Sachsen-Anhalt (plus 17 Prozent). Allein in Mecklenburg-Vorpommern verlief der Anstieg mit sieben Prozent eher moderat.

Am deutlichsten fielen die Inzidenzen dagegen im Saarland (minus 26 Prozent), Schleswig-Holstein (minus 15 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (minus 14 Prozent). Bundesweit gingen die 7-Tages-Inzidenzen damit sogar leicht um fünf Prozent zurück.

21.11 Uhr: Italien schreibt allen Beschäftigten Impfung oder Corona-Tests vor

Als erstes Land in Europa schreibt Italien künftig allen Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bereich Impfungen oder negative Corona-Tests vor, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi beschloss am Donnerstag, den „Grünen Pass“ umfangreich auszuweiten. Wer kein Zertifikat vorweisen kann, darf vom 15. Oktober an nicht mehr zur Arbeit in Büros, Behörden, Geschäften oder der Gastronomie gehen. Mit der Maßnahme will Draghi Impfgegner und -zweifler umstimmen. In Italien waren bis Donnerstag 75 Prozent der Menschen über zwölf Jahren durchgeimpft.

Das neue Dekret setzte Draghi trotz der Proteste der Gewerkschaften und Teile der rechten Parteien durch. Diese hatten in den Beratungen mit dem Regierungschef erfolglos gefordert, dass Covid-Tests als Alternativen zu Impfungen kostenlos bleiben müssten. Es dürfe nicht sein, dass man bezahlen müsse, um arbeiten zu gehen, hieß es. Draghis Kabinett aber beschloss lediglich Preisdeckelungen: Erwachsene dürfen pro Test höchstens 15 Euro zahlen, Kinder 8 Euro.

Verstöße gegen die Regeln sollen scharf geahndet werden: Wer keinen Grünen Pass - dazu zählt auch der EU-Corona-Zertifikat - hat und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, darf ohne Bezahlung freigestellt werden - in öffentlichen Einrichtungen nach fünf Tagen, in der Privatwirtschaft sofort. In einigen Bereichen wie etwa an Schulen ist der Grüne Pass bereits Pflicht. Arbeitgebern, die keine Kontrollen durchführen, drohen Bußgelder bis zu 1500 Euro.

20 Uhr: 1968 Corona-Neuinfektionen im Südwesten, 37 weitere Todesfälle

Die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist binnen eines Tages um 1968 gestiegen. Das teilte das Landesgesundheitsamt mit. Es wurden 37 weitere Todesfälle gezählt. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg etwas an auf 94,4 (Vortag 92,9). Weitere Angaben wie etwa zur Anzahl der auf Intensivstationen behandelten Covid-Patienten wurden zunächst nicht gemacht. Am Mittwoch waren es 193. Auch die Zahl der Corona-Infizierten, die innerhalb von einer Woche pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht wurden, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Am Vortag hatte die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 2,25 gelegen.

18.21 Uhr: Spahn: Gratis-Tests für 12- bis 17-Jährige noch bis Jahresende

Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch „bis Ende des Jahres“ kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. „Für beide Gruppen ist die Impf-Empfehlung erst kürzlich gekommen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“. Sie hätten daher in diesen Wochen die Chance, sich impfen zu lassen. Geregelt werden soll dies in einer neuen Testverordnung, die einen Bund-Länder-Beschluss umsetzt. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll. „Ab dem 11. Oktober werden für alle, die sich impfen lassen könnten, Bürgertests kostenpflichtig“, sagte Spahn.

Eine Impfung sei eine freie persönliche Entscheidung, es gehe aber auch um gegenseitigen Schutz. „Wer sie nicht wahrnimmt und sich nicht impfen lässt, der muss dann eben die Kosten für Tests selbst tragen.“ Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können - darunter Kinder unter zwölf Jahren. Ein erster Entwurf für die neue Verordnung hatte zunächst vorgesehen, dass Tests für Kinder von 12 bis 17 Jahren noch bis 30. November gratis sein sollten.

17.30 Uhr: Kirchen wollen Gottesdienste auch für Ungeimpfte offen halten

Die großen Kirchen im Land wollen ihre Gottesdienste weiter auch für Ungeimpfte offen halten. „Besucher müssen weder Impfung noch Genesung oder Test nachweisen, um teilnehmen zu können“, teilte die Evangelische Landeskirche in Württemberg am Donnerstag mit. Auch das katholische Bistum Rottenburg-Stuttgart betonte, der Zugang zu Gottesdiensten sei auch nach der neuen Corona-Verordnung prinzipiell offen. Besucher müssten den Mindestabstand von eineinhalb Metern einhalten und einen Mund-Nase-Schutz tragen.

In Baden-Württemberg gelten seit Donnerstag strengere Corona-Regeln. Religiöse Feiern seien davon nicht betroffen, erklärte eine Sprecherin der badischen Landeskirche.

Laut der neuen Verordnung wird die Warnstufe ausgerufen, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik gebracht wurden. Dann haben Ungeimpfte nur noch mit negativem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. Ein Antigentest reicht nicht mehr. Stufe drei - die Alarmstufe - gilt, sobald 390 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei zwölf liegt. Dann haben Ungeimpfte gar keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

16.45 Uhr: 20 Prozent der Deutschen gegen Privilegien für Geimpfte und Genesene

20 Prozent der Deutschen sind nach einer neuen Umfrage gegen Privilegien für Geimpfte und von Corona Genesene. Sie finden es nicht gut, wenn immunisierte Menschen von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen zurückerhalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ).

Demnach sind besonders Jüngere und Singles gegen eine Besserstellung Geimpfter und Genesener. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen betrug die Ablehnung 25 Prozent, bei den Singles im Alter von 25 bis 49 Jahren sogar 28 Prozent. Unter Familien mit Jugendlichen und Landbewohnern ist die Ablehnung mit 15 beziehungsweise 14 Prozent dagegen deutlich niedriger.

Nach Ansicht des Zukunftsforschers Horst Opaschowski (80) kann davon ausgegangen werden, dass sich viele Ungeimpfte und Impfgegner weiterhin gegen ihre Freiheitsbeschränkungen wehren werden. „Vielleicht verbergen sich hinter der stabilen 20-Prozent-Ablehnungsquote viele politisch Unzufriedene, die sich als Verlierer der Krise fühlen und Anlass zu sozialen Konflikten und Spannungen in der Gesellschaft geben“, vermutet Opaschowski. „Das Ausgeschlossensein von der Teilnahme an Sport-, Kultur- und Eventveranstaltungen empfinden viele wie einen verordneten Hausarrest.“

15.40 Uhr: 3000 Gesundheitskräfte wegen Impfpflicht in Frankreich suspendiert

Mit Start der Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen in Frankreich sind rund 3000 Angestellte vorläufig suspendiert worden. Sie hätten am Mittwoch noch keine erste Impfung gegen das Coronavirus vorweisen können, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag. Er gehe aber davon aus, dass die Angestellten, die etwa in Bereichen wie Küche oder Wäscherei arbeiteten, die Impfung schnell nachholten.

„Alle, die mit kranken und schwachen Menschen in Kliniken oder Heimen arbeiten, sind jetzt geimpft“, betonte der Minister in einem TV-Interview. Es habe nur wenige Dutzend Kündigungen von Beschäftigten gegeben, die mit der Impfpflicht gar nicht einverstanden seien.

Betroffen von der Impfpflicht in Frankreich sind rund 2,7 Millionen Beschäftigte, überwiegend im Gesundheitssektor, auch aber Feuerwehrleute, Beschäftigte des Zivilschutzes sowie Gendarmen. Wer bislang nur die erste Impfdosis erhalten hat, muss zudem einen negativen Test auf der Arbeit vorlegen, bis er einen vollständigen Impfschutz hat. Ihre Impftermine dürfen die Beschäftigten ausdrücklich in die Arbeitszeit legen, um die Impfung zu erleichtern. Die verschärften Corona-Regeln, zu denen auch die Impfpflicht gehört, führen seit Wochen zu Demonstrationen, die Teilnehmerzahl sinkt aber beständig.

14.30 Uhr: Spürhunde sollen Corona-Infektionen bei Konzertreihe riechen

Erstmals in Deutschland sollen Corona-Spürhunde im Praxiseinsatz eine Konzertreihe für ein Forschungsprojekt in Hannover sicherer machen. Ziel sei, „Gefährdungspotenziale herunterzudampfen“ - und herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler am Donnerstag. „Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt“, betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Die vierteilige Konzertreihe startet am Sonntag mit Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde-Parkbühne in Hannover - gesichert von Corona-Spürhunden. Sie wird fortgesetzt mit Bosse, Alle Farben und Sido und ist Teil des Projekts „Back to Culture“ von Tierärztlicher Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover, das vom Ministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördert wird. Jeder Besucher gebe eine Schweißprobe aus der Armbeuge für die Hunde ab, parallel würden Antigen-Schnelltests und PCR-Tests für jeden Besucher gemacht, erklärte Volk. Beim ersten Konzert mit 500 Besuchern sollten fünf bis sechs Hunde im Einsatz sein.

13.15 Uhr: Unterricht laut OECD an zwei von drei Schultagen während Corona gestört

Der Unterricht für die rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland war nach einer OECD-Erhebung seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum Auslaufen der Schulschließungen im Frühjahr im Schnitt an mehr als 180 Tagen gestört. Das sind zwei Drittel der rund 270 Schultage im untersuchten Zeitraum zwischen Januar 2020 und 20. Mai 2021.

Demnach waren etwa Grundschulen im Schnitt 64 Tage geschlossen und 118 Tage nur teilweise geöffnet, also beispielsweise im sogenannten Wechselbetrieb. Weiterführende Schulen waren an 85 Tagen geschlossen und an 98 Tagen nur eingeschränkt in Betrieb, Gymnasien oder Berufsschulen waren 83 Tage zu und 103 Tage nur teilweise geöffnet. Kitas waren im Untersuchungszeitraum im Durchschnitt 61 Tage vollständig geschlossen. Zahlen zum Teilbetrieb bei Kitas liegen nicht vor.

12.05 Uhr: Verkehrsaufkommen im Südwesten zieht wieder an

Das Statistische Landesamt meldet eine spürbare Zunahme des Straßenverkehrs in Baden-Württemberg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Darauf lasse eine erste Auswertung der Straßenverkehrszählungen für das erste Halbjahr schließen. „Damit nähert sich Straßenverkehr in Baden-Württemberg dem Vor-Corona-Niveau an“, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Insbesondere der Verkehr auf Autobahnen habe wieder stark zugenommen. Auch seien im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 wieder mehr Autos an Sonn- und Feiertagen im Südwesten unterwegs. An Werktagen falle der Anstieg des Verkehrs vergleichsweise geringer aus, da Berufspendler aufgrund der Pandemie weiterhin vermehrt im Home-Office arbeiten.

11.40 Uhr: Gut 52 Millionen Menschen vollständig gegen Corona geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geimpft sind nun 52,1 Millionen Menschen oder 62,7 Prozent aller Einwohner, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag hervorgeht. Mindestens eine erste Impfung bekommen haben inzwischen 55,6 Millionen Menschen oder 66,9 Prozent der Bevölkerung.

Minister Jens Spahn (CDU) rief erneut dazu auf, Impfgelegenheiten wahrzunehmen. „Die Impfung verhindert schon jetzt viel Leid und Krankheit“, schrieb er bei Twitter. Aber auf den Intensivstationen lägen quasi nur Ungeimpfte. „Das wäre nicht nötig. Impfen schützt jetzt!“

11 Uhr: Handelsverband kritisiert neue Corona-Verordnung als zu streng

Der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) hat die neue Corona-Verordnung teilweise als zu streng kritisiert. In der sogenannten Alarmstufe seien die Vorgaben ein schwerer Schlag für die ohnehin schon angeschlagenen Händlerinnen und Händler im Land, teilte ein Sprecher des Verbands am Donnerstag in Stuttgart mit. Der Verband begrüße es aber, dass es in der Basis- und der Warnstufe keine Einschränkungen für den Handel gibt.

Die Kontrollpflicht für den Einzelhandel sei dagegen weder finanziell noch personell stemmbar, hieß es. Der Verband verweist auf den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), der davon gesprochen habe, dass die 3G-Regel im Einzelhandel oder auch im ÖPNV nicht praktikabel sei.

Es sei unverständlich, dass die baden-württembergische Landesregierung hier eine andere Auffassung vertrete, teilte die HBW-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann mit. Die Kontrollpflicht müsse in öffentlicher Hand bleiben.

9.55 Uhr: Baden-Württemberg will Testpflicht für Beschäftigte mit Außenkontakt

Baden-Württemberg macht sich für eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten und Selbstständigen ohne Impf- oder Genesenennachweis stark, wenn sie im Publikumsverkehr tätig sind. Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher müssten in fast allen Innenräumen etwa der Gastronomie, in Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios einen Nachweis über Impfung, Test oder Genesenenstatus vorlegen, heißt es in einem Antrag Baden-Württembergs für die Gesundheitsministerkonferenz, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Für Beschäftigte der jeweiligen Branchen gelten jedoch weiterhin keine 3G-Pflichten“, so der Antrag.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hätten Beschäftigten jenseits vom Homeoffice zwar mindestens zweimal pro Woche Tests anzubieten. Die Mitarbeitenden müssten das Angebot aber nicht annehmen. Gerade bei beruflichen Tätigkeiten, bei denen die Beschäftigten mit von der 3G-Pflicht Betroffenen Kontakt hätten, gebe es „ein Ungleichgewicht der Schutzmaßnahmen“. Der Antrag soll zunächst auf einer Amtschefkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag in Würzburg beraten werden. Eine entsprechende Regelung wurde für das Land bereits beschlossen.

8.24 Uhr: Erster Prozess wegen Corona-Ausbruch in Ischgl

Statt erholt vom Skiurlaub in Ischgl zurückzukommen, zog sich Hannes Schopf dort im vergangenen Jahr eine tödlichen Corona-Infektion zu. Seine Witwe fordert nun 100.000 Euro Schadensersatz von Österreich. Am Freitag wird der Fall vor dem Wiener Landgericht für Zivilrechtssachen verhandelt. Es ist die erste von 15 Klagen von Österreichern und Deutschen, die den verantwortlichen Behörden schwere Fehler im Umgang mit der Pandemie vorwerfen. 

Insgesamt mehr als 6000 Menschen aus 45 Ländern haben angegeben, sich im für sein Nachtleben bekannten Ischgl und anderen Tiroler Urlaubsorten angesteckt zu haben.

7.16 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz sinkt auf 76,3

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, sank der Wert auf 76,3. Am Vortag hatte die Inzidenz 77,9 betragen, vor einer Woche hatte der Wert bei 83,5 gelegen. Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 12.925 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.114.856. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um 68 auf nunmehr 92.837. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.863.000.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 15. September: 

22.34 Uhr: Papst kritisiert Impfverweigerer unter Kardinälen – Franziskus macht sich erneut für Corona-Impfungen stark

Papst Franziskus hat Impfverweigerer unter den Kardinälen angezählt und sich erneut für Corona-Impfungen stark gemacht. „Im Kardinalskollegium gibt es ein paar Verweigerer“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt an Bord eines Flugzeugs, das ihn am Mittwoch von der Slowakei zurück nach Rom brachte. „Einer von ihnen, der arme Mann, hat sich mit dem Virus angesteckt“, fügte der Papst hinzu.

Obwohl er keinen Namen nannte, war eindeutig, dass sich die Worte des Papstes auf einen seiner schärfsten Kritiker bezog, den konservativen US-Kardinal Raymond Burke. Dieser wurde kürzlich mit Covid-19 in ein Krankenhaus in den USA eingeliefert.

Im Vatikan seien „alle geimpft, mit Ausnahme einer kleinen Gruppe“, sagte der 84-Jährige weiter. „Wir versuchen, ihnen zu helfen.“

Der Papst ist ein großer Befürworter der Corona-Impfung und hat bereits früher sein Unverständnis über diejenigen geäußert, die sich nicht impfen lassen wollen. Es sei ein bisschen seltsam, weil die Menschheit eine Erfolgsgeschichte mit Impfstoffen verbinde, sagte er nun. Er verwies dabei auf die Impfungen, die seit Jahrzehnten Kinder vor Masern oder Polio schützten. Der Papst räumte aber auch ein, dass die Debatten über die verschiedenen Corona-Impfstoffe Unsicherheit verbreiten könnten.

20.50 Uhr: Biontech mit mRNA-Technik für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Das Mainzer Unternehmen Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer als eines der ersten weltweit einen Corona-Impfstoff auf den Markt gebracht hat, ist für den Deutschen Zukunftspreis 2021 nominiert. Weitere für den Preis nominierte Teams haben eine neuartige Technik für bessere Computertomographie-Bilder entwickelt und alternativen Kautschuk hergestellt.

Die drei Forscherteams stellten ihre Entwicklungen am Mittwoch im Deutschen Museum in München vor. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung am 17. Dezember in Berlin. Sie zählt zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen in Deutschland.

Die von Biontech beim Corona-Impfstoff bereits angewendete mRNA-Technik könnte, so die Hoffnung, künftig gegen viele weitere Krankheiten eingesetzt werden, etwa gegen Krebs oder Autoimmunleiden. Es öffne sich eine „Tür zu einer neuen therapeutischen Welt“, sagte Biontech-Mitgründer Ugur Sahin.

Einen Fortschritt bei der Diagnostik auch bei Corona-Infektionen verspricht eine neue CT-Technik. Ein quantenzählender Computertomograph, entwickelt von der Siemens Healthineers AG in Forchheim, biete bei 40 Prozent weniger Strahlen- und Kontrastmitteldosis doppelt so scharfe Bilder und eine feinere Gewebecharakterisierung, berichteten die Bewerber.

19 Uhr: Weniger Covid-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der Covid-19-Fälle auf den Intensivstationen im Land ist zurückgegangen. Am Mittwoch wurden 193 Covid-Patienten im Südwesten auf solchen Stationen behandelt, 13 weniger als am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der Corona-Infizierten, die innerhalb von einer Woche pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht wurden, lag unverändert bei 2,25.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut leicht an auf 92,9. Insgesamt verzeichnete die Behörde 2320 weitere Infektionsfälle und 12 weitere Todesfälle. Für Einschränkungen im Alltag in Baden-Württemberg ist künftig nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend, sondern die Auslastung der Krankenhäuser.

18 Uhr: Die neue Corona-Verordnung des Landes steht fest: Was Ungeimpften jetzt droht und in welchen Bereichen was gilt

Baden-Württemberg verschärft seine Corona-Regeln. Die neue Corona-Verordnung sieht wieder verschiedene Maßnahmen je nach Infektionslage vor. Damit bekommt das Land ein mehrstufiges Warnsystem, dass sich nach der Belegung der Intensivbetten richtet.  In einem zweiten Schritt gilt künftig landesweit die 2G-Regel (Geimpfte und Genesene), sobald 390 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann hätten Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

Die Regeln gelten bereits ab Donnerstag, 16. September, das Land hat nun seine Verordnung dazu veröffentlicht. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu den neuen Beschlüssen.

16.55 Uhr: Studie: Mittelstand trotz Corona gerüstet für Umbau der Wirtschaft

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bislang besser verkraftet als befürchtet. Zu diesem Schluss kommt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) nach einer Auswertung der Jahresabschlüsse von mehreren Hunderttausend Sparkassen-Firmenkunden mit bis zu 250 Millionen Euro Jahresumsatz.

„Deutschlands Mittelständler sind im Großen und Ganzen besser durch die Corona-Pandemie gekommen als von vielen erwartet“, bilanzierte DSGV-Präsident Helmut Schleweis bei der Vorstellung des „S-Mittelstands-Fitnessindex“ am Mittwoch. „Einzelne Unternehmen und Branchen hat die Pandemie schwer getroffen, aber insgesamt stehen die Zeichen auf Wachstum.“

Mehr als 90 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben das Jahr 2020 demnach in der Gewinnzone abgeschlossen - auch wenn im Corona-Jahr 2020 einzelne Unternehmen in fast allen Branchen herbe Rückschläge wegstecken mussten. In den allermeisten Fällen reichten den Angaben zufolge die Kapitalpuffer der Firmen aus, um Verluste zu kompensieren.

Im laufenden Jahr ist nach DSGV-Einschätzung in allen Branchen ein starkes Wachstum zu erwarten, auch wenn das Vorkrisenniveau nicht überall schon wieder erreicht werde. Das Gastgewerbe zum Beispiel werde mit rund 14 Prozent Umsatzwachstum 2021 nur einen relativ kleinen Teil seiner hohen Verluste wieder einspielen.

15.43 Uhr: Sterblichkeit in der EU weiter höher als durchschnittlich vor Corona

Noch immer liegt die Zahl der Todesfälle in der Europäischen Union über dem Durchschnittsniveau der Jahre zuvor - aber nur noch knapp. Im Juli dieses Jahres starben gut vier Prozent mehr Menschen als im Vergleichszeitraum der Jahre vor der Corona-Pandemie, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Statistikamts Eurostat mit Sitz in Luxemburg hervorgeht. Wie viele Menschen tatsächlich an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind, zeigt die Auswertung nicht. Die Daten unterscheiden keine Todesursachen und differenzieren nicht nach Geschlecht oder Alter.

In Deutschland entwickelten sich die Zahlen der Auswertung zufolge ähnlich wie in der EU, wobei die Übersterblichkeit hier tendenziell unter dem Schnitt der Europäischen Union lag. So habe diese im Juli 2021 bei gut zwei Prozent gelegen. Der Höhepunkt mit 30 Prozent über den Vergleichswerten wurde hierzulande den Informationen zufolge im Dezember 2020 erreicht.

14.30 Uhr: Versuchter Brandanschlag auf Impfzentrum in Sachsen

Das Impfzentrum im sächsischen Treuen ist Ziel eines Brandanschlags geworden. Es blieb nach Polizeianagaben bei einem Versuch. Wie die Polizeidirektion Zwickau am Mittwoch mitteilte, warfen Unbekannte am Dienstagabend gegen ein Rolltor der Einrichtung drei Bierflaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit. Die Polizei vermutet Ethanol, eine genaue Analyse steht aber noch aus. Die Brandsätze zündeten nicht, weshalb kein Feuer ausbrach. Menschen wurden nicht verletzt. Laut Polizei gibt es keinen nennenswerten Schaden. Das Impfzentrum im Vogtlandkreis war am Mittwoch regulär im Betrieb.

Ein derartiges Vorkommnis habe es beim Impfzentrum in Treuen noch nicht gegeben, sagte der Sprecher. Anfang des Jahres wurde es mit dem Wort „Gift“ beschmiert. Es ist eines von 13 Impfzentren in Sachsen. Ende September soll es wie alle anderen derartigen Einrichtungen im Freistaat schließen.

13 Uhr: Bundesregierung strebt Corona-Schulstudie an

Die Rolle von Schulen in der Pandemie soll nach dem Willen der Bundesregierung durch eine Studie näher untersucht werden. „Die Bundesregierung strebt an, eine mit der Corona-Kita-Studie vergleichbare Studie für den Schulbereich aufzulegen“, heißt es in einem gemeinsamen Bericht von Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium, mit dem sich das Bundeskabinett am Mittwoch befasst hat.

Für den Bericht hatte eine Arbeitsgruppe beider Häuser unter Mitwirkung von Experten die gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche durch Corona untersucht. In dem 21-seitigen Papier werden Empfehlungen für Maßnahmen gegeben, um künftige Belastungen für Kinder und Jugendliche möglichst zu vermeiden.

Betont wird dabei vor allem, was bereits politischer Konsens ist: „Flächendeckende Schließungen von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen gilt es mit oberster Priorität zu vermeiden, ohne die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu gefährden.“ Zudem empfiehlt der Bericht, dass auch unter Pandemiebedingungen Sport- und außerschulische Aktivitäten möglich bleiben sollen, ein umfassendes Testangebot an Kitas und Schulen, da viele Kinder noch nicht geimpft werden könnten und eine gezielte Unterstützung besonders belasteter junger Menschen.

Mit der angedachten Schulstudie sollen die Wirksamkeit von Infektionsschutzmaßnahmen an den Einrichtungen und auch die Belastung bei Schulkindern in den Blick genommen werden. An den Kitas läuft seit dem vergangenen Jahr bereits eine größer angelegte Studie, die vom Deutschen Jugendinstitut und dem Robert Koch-Institut umgesetzt wird. Sie erforscht, welche Rolle Kinder und Kitas bei der Verbreitung von Corona spielen.

12.10 Uhr: 62,4 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Mehr als 62 Prozent aller Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 51,9 Millionen Menschen (62,4 Prozent), wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch via Twitter mitteilte. 66,7 Prozent oder 55,5 Millionen Menschen sind demnach mindestens einmal geimpft.

Der CDU-Politiker warb erneut für die Impfung. „Aktuell ist es besonders einfach, sich impfen zu lassen. Überall im Land gibt es niedrigschwellige Angebote.“ Bis Sonntag läuft eine bundesweite Aktionswoche in der Impfungen zum Beispiel in speziellen Bussen auf Parkplätzen oder in einer Berliner S-Bahn angeboten werden.

11.30 Uhr: SAP setzt auf 3G-Regel und längeres Homeoffice

Beim Softwarekonzern SAP sollen Mitarbeiter nur noch ins Büro kommen, wenn sie gegen Covid-19 geimpft, getestet oder genesen sind. „Die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden und Besuchern hat für uns höchste Priorität“, begründete ein Unternehmenssprecher am Mittwoch die Vorgabe. Die Regelung gelte weltweit. Je nach lokalen Richtlinien und Bestimmungen könne es aber Ausnahmen geben. Kontrolliert werde nicht. Man setze auf gegenseitiges Vertrauen. Zuvor hatten die „Rhein-Neckar-Zeitung“ und der „Mannheimer Morgen“ darüber berichtet.

Angesichts der Entwicklung in der weltweiten Corona-Pandemie verlängert das Unternehmen zudem seine Homeoffice-Regelungen bis Mitte 2022. So können Mitarbeiter weiter von zu Haues arbeiten, wenn es die Tätigkeit zulässt. Derzeit arbeiten dem Unternehmen zufolge etwa 90 Prozent der rund 23 000 SAP-Beschäftigten von SAP Deutschland im Homeoffice.

10.44 Uhr: Lücken bei der Radfahrausbildung wegen Corona

Wegen der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Grundschüler im Südwesten ihre Radfahrausbildung abgeschlossen als in den Vorjahren. 2020 nahmen rund 37 600 Schulkinder an der eigentlich verpflichtenden Schulveranstaltung teil, wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2019, also vor der Pandemie, ist das ein Rückgang von mehr als 60 Prozent. Damals hatten 94 242 die Ausbildung absolviert.

10 Uhr: EU spendet 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder

Die Europäische Union will 200 Millionen weitere Corona-Impfdosen für ärmere Länder spenden. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer zweiten Rede zur Lage der Union in Straßburg an. Von der Leyen sprach von einer "Investition in die Solidarität und einer Investition in die weltweite Gesundheit".  

Damit verdoppelt die EU ihre Spendenzusagen nahezu auf nun insgesamt 450 Millionen Impfdosen. Von der Leyen nannte den Kampf gegen die Corona-Pandemie "eine der großen geopolitischen Fragen unserer Zeit". Sie betonte, bisher seien "weniger als ein Prozent der Dosen weltweit in Ländern mit niedrigem Einkommen verabreicht worden". Die Kommissionspräsidentin verwies auch darauf, dass die EU eine Milliarde Euro investiert, um die Produktion von Impfstoffen in Afrika zu fördern.

8.36 Uhr: WHO fordert mehr Gerechtigkeit bei Impfstoff-Verteilung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Impfstoffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt und dabei vor allem auf Versorgungslücken in Afrika hingewiesen. „Weltweit wurden mehr als 5,7 Milliarden Dosen verabreicht, aber nur 2 Prozent davon in Afrika“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag. Das schade nicht nur den Menschen in Afrika, sondern allen.

Tedros sagte weiter: „Je länger die Ungleichheit bei den Impfstoffen anhält, desto mehr wird das Virus weiter zirkulieren und sich verändern, desto länger werden die sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen andauern und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Varianten auftauchen, die die Wirksamkeit der Impfstoffe beeinträchtigen.“

7.14 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz sinkt auf 77,9

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht zurückgegangen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, sank der Wert auf 77,9. Am Vortag hatte die Inzidenz 81,1 betragen. Am Dienstag vergangener Woche hatte der Wert bei 82,7 gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb dieses Zeitraums an. Die Inzidenz ist der zentrale Indikator für das Tempo der Ausbreitung des Coronavirus.

Laut den jüngsten Zahlen des RKI wurden binnen 24 Stunden 12.455 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.101.931. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland stieg um 83 auf nunmehr 92.769. Die Zahl der Genesenen liegt laut RKI bei etwa 3.852.900.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 14. September: 

22.22 Uhr: Verband: Maskenproduktion in Deutschland steht weitgehend still

Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben nach Angaben des Maskenverbandes Deutschland ihre Produktion fast vollständig eingestellt. „Bis auf wenige Ausnahmen stehen alle Maschinen still“, sagte Sprecher Stefan Bergmann dem „General-Anzeiger“ am Dienstag. Als Grund nannte er ausbleibende Großaufträge öffentlicher Abnehmer und des Gesundheitswesens wegen des großen Angebots billiger Masken aus China.

„Wir sind angewiesen auf Großaufträge vom Gesundheitswesen, Kommunen und Behörden wie der Polizei“, sagte Bergmann. Die Landesministerien müssten Anweisungen herausgeben, dass Behörden nicht nur nach dem Preis Aufträge vergeben dürfen. Sollte die Nachfrage nach deutschen Masken durch Lieferschwierigkeiten der chinesischen Hersteller wieder steigen, könnte der Betrieb schnell wieder hochgefahren werden. „Noch haben wir die Maschinen, aber in einem halben Jahr wird das vermutlich nicht mehr so sein.“

21.41 Uhr: Niederlande kündigen Ende der Abstandspflicht und Einführung von Corona-Pass an

In den Niederlanden gelten ab Ende kommender Woche die wegen der Pandemie eingeführten Abstandsregeln nicht mehr. Stattdessen soll ein Corona-Gesundheitspass eingeführt werden, der in Bars und Restaurants sowie bei Festivals vorgezeigt werden muss, wie Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag ankündigte.

"Ich freue mich, ihnen heute mitzuteilen, dass ab dem 25. September kein Abstand von 1,5 Metern mehr eingehalten werden muss", sagte Rutte in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Dies bedeute, dass dann mehr Menschen gleichzeitig ein Cafe oder Restaurant besuchen können. Auch Festivals und Sportveranstaltungen unter freiem Himmel seien dann mit voller Auslastung möglich. 

Im Gegenzug müssten Menschen ab 13 Jahren ab dem 25. September nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet seien, führte Rutte weiter aus. Er wies darauf hin, dass Corona-Gesundheitspässe inzwischen "schon in vielen Ländern um uns herum genutzt" würden. 

20.35 Uhr: WHO-Chef prangert Mangel an Impfungen gegen Covid-19 in Afrika an

Die Weltgesundheitsorganisation hat die schleppende Versorgung Afrikas mit Impfstoffen gegen Covid-19 angeprangert. Der eklatante Mangel an Vakzindosen schade nicht nur Afrika, sondern der ganzen Welt, warnte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf.

Je länger Menschen einer Region der Größe Afrikas nur ungenügenden Zugang zu den Wirkstoffen gegen das Coronavirus hätten, desto größer sei das Risiko von Mutationen und Übertragungen. Von den weltweit 5,7 Milliarden verabreichten Impfdosen seien bislang nur zwei Prozent in Afrika verimpft worden. In Afrika leben rund 1,3 Milliarden Menschen.

Tedros rief die reichen Länder mit Überschüssen an Impfdosen dazu auf, die Vakzine dem internationalen Programm Covax zu übergeben. Bislang habe Covax mehr als 260 Millionen Dosen an 141 Staaten ausgeliefert, die meisten davon Entwicklungsländer.

18.31 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten steigt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist leicht gestiegen. Der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Dienstag bei 91,4 nach 91,0 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Die Behörde verzeichnete 2367 Infektionsfälle mehr als am Montag und 11 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich mittlerweile 550.280 Menschen im Südwesten nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg auf 10.560.

Mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz gibt es große Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften: Bei den Geimpften liegt sie bei 18,5, bei Menschen ohne Impfung, mit unvollständiger Impfserie oder ohne Angaben zum Impfstatus bei 205,5. Auf den Intensivstationen im Land werden aktuell 206 Covid-19-Fälle behandelt, davon werden 95 (46,1 Prozent) invasiv beatmet.

17.40 Uhr: Hausärzte warnen vor Vernachlässigung der Grippe-Impfung  Verbandschef: Auch diese Immunisierungen entlasten Gesundheitswesen

Hausärzte warnen angesichts des derzeitigen starken öffentlichen Fokus auf der Corona-Impfkampagne vor einer Vernachlässigung des Schutzes vor der Grippe. Die Influenza-Impfung dürfe keineswegs vergessen werden, auch sie trage entscheidend zum Schutz der Bevölkerung wie auch zur Entlastung des Gesundheitswesens bei, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe).

„Das Wichtigste für den zweiten Corona-Herbst wird sein, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, und das nicht nur gegen das Coronavirus, sondern auch gegen die Grippe“, betonte der Verbandschef. Wünschenswert sei es, dass die Corona- und Influenza-Impfung möglichst zeitgleich verabreicht werden könnten. Dazu müssten regionale Lieferengpässe bei den Grippe-Vakzinen, wie es sie in der Vergangenheit oft gegeben habe, vermieden werden.

16.30 Uhr: Curevac verkleinert Produktionsnetz für Covid-19-Impfstoff

Das Biotechunternehmen Curevac verkleinert wegen der geringeren Nachfrage nach seinem Corona-Impfstoff das Produktionsnetz. Die Verträge mit Wacker Chemie sowie Celonic würden gekündigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mit.

Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die geringere kurzfristige Spitzennachfrage nach Impfstoffen im Anschluss an die erste Welle der Pandemie-Impfanstrengungen, hieß es. Dies habe zu einer weiter „veränderten Nachfrage“ nach CureVacs COVID-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation (CVnCoV) geführt. Dieser wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft.

Finanzielle Details zu den Folgen der gekündigten Produktionspartnerschaften nannte Curevac nicht. Die Verträge mit Rentschler Biopharma und Novartis blieben bestehen. CVnCoV werde weiter von der Europäischen Arzneimittelbehörde geprüft, hieß es weiter. Im vierten Quartal soll zudem eine Studie zu CV2CoV beginnen, einem gemeinsam mit GlaxosmithKline entwickelten Covid-19-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation.

15.10 Uhr: Kretschmann: trotz Pandemie erfreulicher finanzieller Spielraum

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich erfreut darüber gezeigt, dass sich trotz der Corona-Krise im Haushalt 2022 recht große Spielräume für Investitionen auftun. Das Finanzministerium habe schon „sehr hohe Beträge“ für die Ressorts genehmigt, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Nun könne Grün-Schwarz noch rund 250 Millionen Euro verteilen. Für Klagen aus den Ministerien über zu wenig Mittel zeigte er kein Verständnis. „Darüber kann man hadern, aber der Hader ist nicht sinnvoll.“ Kretschmann sagte weiter: „Es ist im Gegenteil doch höchst erfreulich, dass wir trotz der Pandemie solch hohe Beträge zur Verfügung haben.“

Die Spitzen der Koalition würden sich voraussichtlich bei der nächsten Sitzung der Haushaltskommission am Freitag verständigen, wie die weiteren Gelder verwendet werden sollen. Vize-Ministerpräsident und CDU-Landeschef Thomas Strobl kündigte einen Kabinettsbeschluss zum Haushalt 2022 schon für kommenden Dienstag an. „In eine Krise darf man nicht hineinsparen, sondern muss investieren“, sagte der Innenminister. Gleichwohl werde Grün-Schwarz im kommenden Jahr eine schwarze Null haben. „Wir machen uns keinen schlanken Fuß, die Schuldenbremse gilt.“

14 Uhr: Strengere Corona-Regeln im Südwesten wohl ab Donnerstag

Ab Donnerstag sollen strengere Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg in Kraft treten. Das kündigte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart an. Die überarbeitete Corona-Verordnung sei bereits in den Ressorts abgestimmt. Er denke, dass sie bereits ab Donnerstag in Kraft treten könne, sagte Lucha.

Damit bekommt das Land ein mehrstufiges Warnsystem, dass sich nach der Belegung der Intensivbetten richtet.  In einem zweiten Schritt gilt künftig landesweit die 2G-Regel (Geimpfte und Genesene), sobald 390 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann hätten Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

Wie genau das Stufenmodell funktionieren soll, wo es nun zu PCR-Test-Pflicht und Zutrittsverboten für Ungeimpfte kommen kann und was für Geimpfte und Jugendliche gelten wird, erfahren Sie hier.

12.35 Uhr: Stiko-Chef: Gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe möglich

Gleichzeitige Impfungen gegen die Grippe und Corona sind laut Einschätzung des Chefs der Ständigen Impfkommission (Stiko) unbedenklich. Es gebe keine Hinweise, dass einer der beiden Impfstoffe dann nicht mehr wirke, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens „MDR Aktuell“. „Insofern ist diese Vorsichtsmaßnahme des Auseinanderziehens der beiden Impfungen nicht mehr nötig.“

Mertens warb dafür, dass sich gerade Menschen aus Risikogruppen gegen die Grippe impfen lassen. Wenn es in diesem Jahr weniger Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus wie Maskenpflicht und Abstandhalten gebe, seien die Menschen besonders gefährdet. „Insofern ist eine Grippeimpfung sinnvoll für diese erwähnten Risikogruppen.“

Der Stiko-Chef reagierte auch auf Befürchtungen, dass der Grippe-Impfstoff in diesem Jahr einen geringeren Schutz bieten könnte, weil sich in der vergangenen Saison weniger Menschen mit Grippe ansteckten und Daten fehlen könnten. Diese Angst halte er für unbegründet, sagte Mertens. Auf der ganzen Welt untersuchten Laboratorien das gesamte Jahr Influenza-Viren. Das sei die Grundlage für die Zusammensetzung der Impfstoffe.

11.15 Uhr: Dobrindt gegen Impfpflicht „Kein weiterer Lockdown im Herbst“

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich trotz stockender Impfbereitschaft klar gegen eine Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. „Ich lehne eine Impfpflicht ab. Wir werben weiter für das Impfen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Frage, ob er angesichts der in den vergangenen Wochen gestiegenen Infektionszahlen neue weitreichende Beschränkungen im Herbst erwarte, verneinte Dobrindt klar: „Es wird keinen weiteren Lockdown geben. Man sieht auch jetzt bereits, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Zahl der erreichten Impfungen verlangsamt.“

Vor dem Hintergrund der in dieser Woche laufenden bundesweiten Impfaktionswoche der Bundesregierung sagte Dobrindt: „Die Angebote müssen möglichst niedrigschwellig sein. Das heißt, überall da, wo viele Menschen zusammenkommen, zum Beispiel auch vor Clubs oder anderen großen Veranstaltungen, müssen mobile Impfteams zum Einsatz kommen.“ Der CSU-Politiker betonte: „Jedem muss klar sein: Wenn er sich nicht impfen lässt, ist das Risiko einer Virusinfektion hoch und die Folgen sind nicht vorhersehbar.“

10.45 Uhr: Australiens Hauptstadt bleibt einen weiteren Monat im Lockdown

Die Region Australian Capital Territory (ACT) mit der australischen Hauptstadt Canberra bleibt einen weiteren Monat im Lockdown. Diese Entscheidung traf die Regionalregierung am Dienstag, nachdem die Behörden in dem Territorium 22 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatten.

Canberra ist vom Bundesstaat New South Wales umschlossen, der von der derzeitigen Welle besonders schwer betroffen und seit einem guten Monat im Lockdown ist. Mitte August wurde im ACT erstmals seit einem Jahr wieder ein Corona-Fall bestätigt.

9.25 Uhr: Bund und Länder suchen Regelung bei Lohnersatzleistung für Ungeimpfte

Im Streit um Quarantäne-Entschädigungen für Ungeimpfte streben Bund und Länder nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine gemeinsame Regelung an. „Wir versuchen, mit den Ländern eine gemeinsame Linie bei der Lohnersatzleistung zu finden“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern kommen am Mittwoch kommender Woche zu Beratungen zusammen.

Mehrere Bundesländer haben angekündigt, keine Entschädigungen mehr für Verdienstausfälle von Ungeimpften zu zahlen, die in Corona-Quarantäne müssen. Sie berufen sich dabei auf einen Passus im Infektionsschutzgesetz, wonach der Anspruch auf Lohnfortzahlung entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können.

7.12 Uhr: RKI registriert 6325 Corona-Neuinfektionen und 68 Todesfälle

Beim Infektionsgeschehen in Deutschland gibt es derzeit kaum Dynamik. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Dienstagmorgen bei 81,1. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 81,9 gelegen, vor einer Woche bei 83,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6325 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 6726 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 68 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.089.476 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 1,79 an (Freitag: 1,95). Ein Wochen- oder Monatsvergleich ist wegen einer hohen Zahl an Nachmeldungen nicht möglich.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 13. September: 

23.01 Uhr: Spahn ruft eindringlich zu Corona-Impfung auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Es werde auf jeden Fall bis zum Frühjahr eine „Grundimmunität“ der Bevölkerung erreicht werden - und zwar „durch Infektionen oder durch Impfung“, sagte Spahn am Montagabend beim „Ständehaustreff“ der „Rheinischen Post“. Er empfehle den Weg der Impfungen, denn das erspare Pflegekräften viel Arbeit und viele Tote.

„Die Zahl der Ungeimpften in Deutschland ist noch zu groß“, sagte Spahn. Die Delta-Variante des Coronavirus sei so ansteckend, dass, wenn man sich nicht zu Hause allein für sechs Monate einschließen wolle, man nur noch eine Wahl habe: „Entweder Sie infizieren sich ohne Schutz oder Sie werden sich impfen lassen.“ Noch sei auch eine Überlastung der Krankenhäuser nicht ausgeschlossen.

Rund 40 000 Todesfälle seien durch die bisherigen Impfungen vermieden worden, sagte Spahn. 90 bis 95 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen seien nicht geimpft. „Das Impfen macht den entscheidenden Unterschied für den Weg aus der Pandemie.“

Eine Impfpflicht befürwortete Spahn trotzdem nicht. Es gebe schon so massive Spannungen um die Corona-Beschränkungen etwa bei der Maskenpflicht. „Mir ist es wichtig, dass aus diesen Spannungen nicht Spaltung wird.“

22.08 Uhr: Bouffier für Einschränkungen für Ungeimpfte

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat sich dafür ausgesprochen, die Rechte von Ungeimpften einzuschränken - unter anderem bei der Lohnfortzahlung für in Quarantäne befindliche ungeimpfte Arbeitnehmer. „Klar ist: Es gibt nur eine Entschädigung, wenn es für den Betroffenen unvermeidbar war. So steht es bereits im Gesetz. Ich will das nicht überstürzen, aber dem Grundgedanken stimme ich zu“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“ (Dienstag).

Im öffentlichen Bereich, wo der Zugang für alle nötig ist, soll laut Bouffier ein Schnelltest nicht mehr genügen. Er gehe davon aus, dass ein PCR-Test nötig sein wird. Auch unterstütze er, dass private Unternehmen Ungeimpften den Zugang in ein Geschäft verwehren. „Wer sich nicht impft, muss das akzeptieren. Es bleibt nur noch die Frage übrig: Wie wird das ausgestaltet? Darüber diskutieren wir.“ Dabei gehe es nicht um Stigmatisierung. „Aber die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit anderer eingeschränkt wird.“

20.11 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten sinkt leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche fiel auf 91,0 nach 91,8 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Die Behörde verzeichnete 663 Infektionsfälle mehr als am Sonntag und 14 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich mittlerweile 547.913 Menschen im Südwesten nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg auf 10.549. Die Infektionen verteilen sich sehr ungleich auf Geimpfte und Ungeimpfte.

Bei den Geimpften beträgt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz 18,9. Bei Menschen ohne Impfung, mit unvollständiger Impfserie oder ohne Angaben zum Impfstatus verzeichnete die Behörde eine Inzidenz von 203,8. Auf den Intensivstationen im Land werden aktuell 204 Covid-Patienten behandelt.

19 Uhr: 12- bis 15-Jährige in Großbritannien sollen Corona-Impfung erhalten

In Großbritannien sollen alle 12- bis 15-Jährigen ein Angebot zur Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die obersten medizinischen Regierungsberater der vier Landesteile sprachen sich dafür aus, Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer zu spritzen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung war nach Angaben der Experten vor allem die erwartete positive Auswirkung für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs. „Wir denken, dass es ein wichtiges und potenziell nützliches zusätzliches Werkzeug ist, um die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit durch Störung der Bildung zu verringern“, sagte der Chefberater der britischen Regierung Chris Whitty bei einer Pressekonferenz in London.

17.20 Uhr: Corona-Infektion im Job kann Arbeitsunfall sein

Hat sich ein Arbeitnehmer im Job mit dem Coronavirus infiziert, gilt das unter bestimmten Voraussetzungen als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit. Das berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 10/21). Erkrankte haben dann Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

Sie übernimmt zum Beispiel Behandlungen und zahlt bei Langzeitfolgen eine Verletztenrente. Im Todesfall unterstützt sie die Hinterbliebenen finanziell. Doch die Leistungen gibt es nicht automatisch. Manchmal hakt es schon am Arbeitgeber, der die Infektion beim zuständigen Unfallversicherungsträger anzeigen muss. Notfalls können Arbeitnehmer das aber auch selbst tun.

Voraussetzung sind erstmal ein positiver PCR-Test und mindestens leichte Symptome. Tipp: Eine Corona-Infektion am Arbeitsplatz auch bei nur mildem Verlauf dem Unfallversicherungsträger melden, für den Fall, dass später Langzeitfolgen auftreten. Auch wer keine Symptome hat, sollte sich alles notieren und den Arbeitgeber bitten, die Infektion im sogenannten Verbandbuch festzuhalten. So kann die Infektion noch nachträglich gemeldet werden.

16.45 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt über 1500

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen ist wieder auf mehr als 1500 gestiegen. Wie am Montag aus dem Tagesreport des Divi-Intensivregisters hervorging, stieg die Zahl im Vergleich zum Vortag um 49 auf 1501. 

Davon wurden 788 invasiv beatmet, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) weiter mitteilte. Der Anteil betrug damit 52 Prozent. Hier gab es einen Anstieg um 31 Menschen.

Mit Stand von Sonntagnachmittag waren von den Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen 25,8 Prozent zwischen 50 und 59 Jahre alt sowie 22,4 Prozent zwischen 60 und 69 Jahre alt. Es folgte die Altersgruppe der 40- bis 49-jährigen mit einem Anteil von 16,2 Prozent vor der Gruppe der 70- bis 79-Jährigen mit 15 Prozent. Der Anteil der unter 40-Jährigen betrug insgesamt 12,8 Prozent. 7,8 Prozent waren älter als 80 Jahre.

Der bisherige Höchststand der Corona-Intensiv-Belegung war im Januar mit mehr als 5700 Patientinnen und Patienten erreicht worden. Zwischenzeitlich ging die Zahl stark zurück, steigt allerdings bereits seit einigen Wochen wieder deutlich an.

15 Uhr: Teenager ab zwölf sollen in Großbritannien Corona-Impfung erhalten

In Großbritannien sollen Zwölf- bis 15-Jährige eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die obersten medizinischen Regierungsberater der vier Landesteile sprachen sich am Montag dafür aus, den Teenagern das Mittel der Konzerne Biontech und Pfizer zu spritzen. Damit könnten sich insgesamt etwa drei Millionen Jugendliche impfen lassen. Premierminister Boris Johnson hatte deutlich gemacht, dass er der Empfehlung der Mediziner folgen werde. Vermutlich werden die Impfdosen in der Schule oder mit Vermittlung der Schulen verabreicht.

Zunächst wird den Teenagern nur je eine Dosis gespritzt. Ob sie auch - wie Erwachsene - eine zweite Dosis erhalten, soll nun geprüft werden. Dafür seien mehr internationale Daten nötig. Eine Entscheidung wird nicht vor Frühling erwartet. In Deutschland können sich Zwölf- bis 15-Jährige bereits seit Juni impfen lassen und erhalten zwei Dosen im Abstand von einigen Wochen.

13.30 Uhr: Drittimpfungen gegen Corona starten in Frankreich

Frankreich hat mit den Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Seit Montag können sich besonders gefährdete Menschen mit einer dritten Impfung gegen das Virus schützen lassen. Wie Premierminister Jean Castex in Clamart bei Paris sagte, gelte das Angebot derzeit für Menschen in Altersheimen, mit Vorerkrankungen und über 65 Jahren. Betroffene seien demnach mehrere Millionen Menschen. Die 600 000 Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime sollten innerhalb der kommenden fünf Wochen ihre dritte Impfdosis erhalten.

Inzwischen sind in Frankreich knapp 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Der landesweite Inzidenzwert sinkt seit Wochen. Zuletzt steckten sich innerhalb einer Woche etwa 109 Menschen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner an. Auch die Zahl der Krankenhauseinlieferungen ging zuletzt zurück.

12 Uhr: 30 Orang-Utans in Malaysia auf Corona getestet

In Malaysia sind 30 Orang-Utans auf das Coronavirus getestet worden. Die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen wurden den Tests unterzogen, weil sich mehrere Mitarbeiter eines Auswilderungszentrums und eines Schutzgebietes auf der Insel Borneo mit dem Virus infiziert hatten, wie die Naturschutzbehörde der Provinz Sabah mitteilte. Tierärzte in Schutzanzügen übernahmen am Dienstag vergangener Woche die schwierige Aufgabe, die rothaarigen Affen per Nasenabstrich zu untersuchen. Alle Tests fielen aber negativ aus.

Corona-Tests seien für die Orang-Utan-Population auf Borneo genauso wichtig wie für uns Menschen, sagte der stellvertretende Leiter der Naturschutzbehörde, Sen Nathan. Eine Corona-Infektion könne die Affen sehr krank machen "und ihre Auswilderung verzögern". Die Tierärzte sollen die Orang-Utans daher weiter aufmerksam beobachten und sie auch regelmäßig testen.

Auch Tiere infizieren sich gelegentlich mit dem Coronavirus. Ein Zoo in der US-Metropole Atlanta hatte am Wochenende bekanntgegeben, dass mehrere seiner Gorillas positiv getestet worden seien. Auch Hauskatzen, Hunde und mindestens ein Frettchen haben sich schon nachweislich infiziert.

11.15 Uhr: Studie: Corona erhöht Risiko von Cyberangriffen auf Unternehmen

Die Corona-Krise wirkt sich häufig negativ auf die IT-Sicherheit von Unternehmen aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag veröffentlichter Forschungsbericht des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Arbeit im Homeoffice und die Nutzung privater Hard- und Software erhöhen demnach das Risiko einer Infektion mit Schadenssoftware sowie von Phishing-Attacken. Das sind E-Mails vermeintlich seriöser Absender, mit denen Betrüger zum Beispiel an Passwörter gelangen wollen. Bedroht seien vor allem Firmen mit angespannter wirtschaftlicher Situation, die seltener zusätzliche IT-Sicherheitsmaßnahmen ergreifen.

10.50 Uhr: Neuseeland verlängert Lockdown in Auckland
Ausbruch der Delta-Variante noch nicht vollständig eingedämmt

Der Corona-Lockdown in Neuseelands größter Stadt Auckland wird verlängert. Wie Premierminister Jacinda Ardern am Montag mitteilte, müssen sich die zwei Millionen Einwohner noch mindestens eine Woche lang an strenge Ausgangsbeschränkungen halten. Zur Begründung sagte Ardern, in der Stadt tauchten immer wieder neue „rätselhafte“ Ansteckungsfälle auf, die sich nicht auf bekannte Infektionsherde zurückverfolgen ließen.

Neuseeland hatte Mitte August einen landesweiten Lockdown verhängt, um einen Ausbruch der hochansteckenden Delta-Variante einzudämmen. Im Rest des Landes wurden die Beschränkungen vergangene Woche weitgehend aufgehoben. In Auckland wurden sie aber noch beibehalten, weil alle Fälle dort aufgetreten waren.

Wie Ardern ankündigte, bleibt Auckland mindestens noch bis zum 21. September im Lockdown. Danach soll in der Stadt aber wieder eine niedrigere Corona-Warnstufe gelten.

Am Montag wurden in Auckland 33 Neuinfektionen verzeichnet. Vor dem Delta-Ausbruch im August war das Leben der Neuseeländer sechs Monate lang beinahe normal gewesen. Neuseeland gilt daher als Vorbild im Kampf gegen Corona: In dem Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Pandemie nur 27 Todesfälle durch Covid-19.

10.30 Uhr: Lauterbach rechnet mit Anstieg der Geimpften im Winter

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hofft, dass die Corona-Pandemie im Frühjahr weitgehend überstanden sein wird. „Der Herbst wird noch einmal schwierig werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Köln. „Wir werden noch einmal steigende Fallzahlen haben. Im Winter könnte es dann aber besser werden, wenn die Zahl der Ungeimpften abgenommen hat.“ Er rechne damit, dass insbesondere nach der Bundestagswahl zunehmend die 2G-Regel eingeführt werde, wonach nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. „Das wird viele dazu bewegen, sich impfen zu lassen.“ Im Frühjahr könne die Pandemie dann weitgehend überstanden sein „wenn es keine neuen Mutationen gibt“.

8.50 Uhr: Biontech-Chef rechnet mit Impfstoff für über Fünfjährige noch in diesem Jahr

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass noch in diesem Jahr der Impfstoff seines Unternehmens für fünf- bis elfjährige Kinder zum Einsatz kommen kann. "Wenn alle Daten gut aussehen und die Behörden das entsprechend so bestätigen und eine Genehmigung geben", dann halte er das "für realistisch", sagte Sahin dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Montag. Er rief zugleich zu weiteren Anstrengungen in der laufenden Impfkampagne auf.

"Wir erwarten, dass wir Daten Ende September vorliegen haben, die wir auch den Behörden in Europa und in den USA vorlegen werden", sagte Sahin weiter mit Blick auf den Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige. Er plädierte auch für Auffrischungsimpfungen für bereits vollständig geimpfte Erwachsene. Es sei "sinnvoll, dass diejenigen mit einem abbauenden Immunschutz noch eine dritte Impfung bekommen."

Zur derzeit eher stockenden Impfkampagne sagte Sahin: "Wir dürfen nicht einfach resignieren und akzeptieren, dass wir noch keine ausreichende Impfquote haben." Es müsste weiter versucht werden, die Menschen zu überzeugen, Gespräche zu führen "und vielleicht auch den Zugang zum Impfstoff nochmal zu vereinfachen, so dass Impfungen weiter erleichtert werden".

7.21 Uhr: RKI registriert 5511 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 81,9

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell bei 81,9. Das geht aus Angaben des Instituts vom Montagmorgen hervor. Am Vortag hatte der Wert bei 80,2 gelegen, vor einer Woche bei 84,3. Allerdings wies das RKI-Dashboard am Sonntag für Baden-Württemberg nur einen neu hinzugekommenen Fall aus. In den Tagen zuvor waren es jeweils deutlich über 1000. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 5511 Corona-Neuinfektionen. Die Zahlen geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.17 Uhr wieder. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4749 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zwölf Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es acht Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 083 151 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,95 an.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 12. September: 

22.15 Uhr: Kanzlerkandidaten werben für mehr Corona-Impfungen

Die Kanzlerkandidaten von SPD, Union und Grünen haben für mehr Corona-Impfungen geworben. Grünen-Chefin Annalena Baerbock kritisierte am Sonntagabend in der zweiten großen TV-Wahlkampfdebatte bei ARD und ZDF, dass es erst nach eineinhalb Jahren Pandemie von diesem Montag an eine bundesweite Aktionswoche dazu gibt. Wenn man etwa bei Pflege und Kliniken in eine Situation komme, dass nicht genug Menschen geimpft seien, müsse auch die Frage einer Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen angegangen werden. Sie sprach sich dafür aus, dass es wie bei Schulkindern auch bei Arbeitnehmern Verpflichtungen zu regelmäßigen Corona-Tests geben soll.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) wandte sich gegen eine Testpflicht am Arbeitsplatz. In Betrieben würden Testangebote breitflächig genutzt. Dies sei „in dieser Phase der Pandemie der richtige Weg“. Er wies darauf hin, dass eine Testpflicht Konsequenzen haben könnte, dass man möglicherweise seinen Arbeitsplatz verlieren könnte.

CDU-Chef Armin Laschet warb unter anderem für mobile Impfangebote, etwa auch für Menschen, die keinen Hausarzt haben. Er betonte das Ziel, zu mehr Impfungen zu kommen, und das „ohne eine Pflicht“.

21.19 Uhr: Grün-Schwarz noch uneins über Verwendung des Corona-Rettungsfonds

Die Spitzen von Grünen und CDU haben sich bei ihren Haushaltsverhandlungen noch nicht über die Verwendung des Geldes aus dem kaum genutzten Corona-Rettungsfonds einigen können. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntagabend nach Ende der Sitzung erfuhr, soll der sogenannte Beteiligungsfonds mit einem Volumen von 980 Millionen Euro zwar wie geplant aufgelöst werden - aber für welchen Zweck die Mittel eingesetzt werden sollen, ist noch unklar. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz erklärte dazu: „Wenn es nach uns Grünen geht, werden wir nicht abgerufene Mittel nutzen, um Schulden zurückzuzahlen.“ Dem Vernehmen nach pocht die CDU jedoch darauf, dass zumindest ein Teil des Geldes im Wirtschaftsministerium verbleibt.

20.24 Uhr: Braun: Bürgernahe Impfangebote auch noch nach Aktionswoche

Die in der neuen Woche geplanten besonderen Corona-Impfangebote sollen auch danach fortgeführt werden. Das kündigte Kanzleramtsminister Helge Braun am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ an. „Das endet nicht mit der Impfwoche, das wird in den nächsten Wochen fortgesetzt“, sagte er.

Die direkten und bürgernahen Impfangebote im Rahmen der Aktionswoche sollten dazu beitragen, eine vierte Welle der Pandemie im Winter noch zu verhindern. „Wenn wir nichts tun, dann kommt sie ziemlich sicher“, sagte Braun. Das bedeute dann im Ergebnis, dass diejenigen, die geimpft seien, etwa mit ihren Operationen zurückstehen müssten, weil Ungeimpfte in den Krankenhäusern lägen.

19:33 Uhr: Impfaktionswoche soll Kampf gegen Corona-Pandemie voranbringen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll ab Montag eine bundesweite Impfaktionswoche mit dem Motto #HierWirdGeimpft neue Fortschritte bringen. Jeder Bürger kann sich dann an zahlreichen Stellen ohne Termin und kostenfrei gegen Corona impfen lassen. Neben den dauerhaften Impfmöglichkeiten etwa in den Impfzentren sollen zahlreiche temporäre Angebote, zum Beispiel in Bibliotheken oder Einkaufszentren, die Impfquote nach oben treiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die Bürger am Sonntag auf, die Angebote zu nutzen. „Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller“, sagte sie. Impfangebote werde es auch bei Freiwilligen Feuerwehren, in der Straßenbahn, am Rand von Fußballfeldern und in Moscheen geben. Die Impfaktionswoche dauert bis zum 19. September.

18 Uhr: Das neue Schuljahr beginnt in Baden-Württemberg mit neuem Sicherheitskonzept

Am Montag beginnt für die 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg das neue Schuljahr - in den Schulen und mit neuem Sicherheitskonzept: Ungeimpfte Kinder und Jugendliche müssen sich regelmäßig auf das Coronavirus testen. In den ersten zwei Schulwochen sind zwei Schnelltests pro Woche Pflicht. Von der dritten Schulwoche an müssen die Kinder dreimal die Woche einen Corona-Schnelltest machen - bei PCR-Tests bleibt es bei zweimal. Davon ausgenommen sind Geimpfte und Genesene.

Die Maskenpflicht gilt unabhängig von den Infektionszahlen. Ausnahmen gibt es unter anderem im Sportunterricht und bei Prüfungen.

Gibt es einen Corona-Fall, müssen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse, die nicht geimpft oder genesen sind, fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen. Eine automatische Quarantäne für die ganze Klasse gibt es nicht.

17 Uhr: 503 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages im Südwesten

Im Südwesten sind innerhalb eines Tages 503 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die Zahl stieg damit auf 547.250 seit Beginn der Pandemie, wie das Landesgesundheitsamt in seinem aktuellen Lagebericht mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 91,8 (Vortag: 92,3) und damit erneut. Am vergangenen Freitag hatte sie 93,4 betragen. Zwei neue Todesfälle und damit 10.535 Tote im Zusammenhang mit dem Virus wurden registriert.

Die Impfquote für die vollständig Geimpften beträgt derzeit 61,1 Prozent. Als mindestens einmal geimpft gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 63,6 Prozent der Menschen im Land.

15.16 Uhr: Ärztepräsident: Mehr Druck auf Ungeimpfte derzeit nicht angemessen

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält stärkere Einschränkungen für Ungeimpfte derzeit für unangebracht. „Im Moment bin ich dagegen“, sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Noch mehr Druck auf Nicht-Geimpfte auszuüben, wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen.“ Er war gefragt worden, ob er ein Befürworter einer stärkeren Verbindlichkeit von „2G“-Regeln sei, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen haben.

Der Präsident der Bundesärztekammer argumentierte, zum einen sei das Gesundheitssystem aktuell nicht so sehr beansprucht, dass das von dieser Seite her legitimiert wäre. „Zum anderen dürfte mehr Druck bei Unentschlossenen, die man mit vernünftigen Argumenten überzeugen könnte, eher Gegenreaktionen auslösen. Auf diese Weise werden wir die fehlenden 20 bis 25 Prozent bei der Impfquote kaum erreichen.“ Reinhardt plädierte dafür, vielmehr „noch stärker und gezielter“ zu versuchen, „bestehende Zweifel zu zerstreuen und Fake-News über das Impfen (...) konsequent zu korrigieren“.

Er lehnte auch Überlegungen ab, dass Ungeimpfte bald keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Quarantäne mehr haben sollen. Dies ist in mehreren Bundesländern bereits angekündigt. „Diese Debatte ist überzogen. Zudem löst sie die daraus folgende Frage aus, wie mit anderen Menschen umgegangen wird, die Raubbau an ihrem Körper betreiben.“

14 Uhr: RKI-Daten zeigen auf hohem Niveau verharrendes Infektionsgeschehen

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 80,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner - und damit etwas niedriger als am Vortag (82,8). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7345 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 453 Ansteckungen gelegen. Allerdings wies das RKI-Dashboard am Sonntag für Baden-Württemberg nur einen neu hinzugekommenen Fall aus. In den Tagen zuvor waren es jeweils deutlich über 1000.

Ob es weitere Unstimmigkeiten gab, wurde vom RKI zunächst nicht mitgeteilt. Generell ist seit einigen Tagen annähernd ein Plateau beim Infektionsgeschehen zu beobachten: Am Sonntag vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 83,1 gelegen, sie hat sich also seither kaum verändert.

Auch bei den Covid-19-Patienten auf Intensivstation scheint der zunächst steile Anstieg inzwischen etwas abzuflachen. Am Samstag wurden vom Divi-Intensivregister 1439 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung gemeldet - ein Plus von 27 zum Vortag. Am vorherigen Samstag hatte es ein Plus von 41 gegeben, am Samstag vor zwei Wochen (28.8.) ein Plus von 51 Patienten.

Wie lange die vierte Corona-Welle auf einem Plateau verharren könnte, ist unklar. Ohne noch deutlich steigende Impfquote rechnen Experten mit einem heftigen Anstieg der Fallzahlen im Herbst und Winter.

13.20 Uhr: Corona-Impfpflicht für Clubs in England kommt doch nicht

Der Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung wird in England doch keine Voraussetzung für den Zugang zu Nachtclubs und größeren Veranstaltungen. Die britische Regierung hat entsprechende Pläne verworfen, wie Gesundheitsminister Sajid Javid am Sonntag der BBC sagte. Man habe sich diese Idee ausgiebig angeschaut, werde solche Pläne aber nicht weiter verfolgen.

Die Regierung hatte zwischenzeitlich geplant, eine Nachweispflicht für den Landesteil England ab Ende des Monats einzuführen. Dann hätte nur in Clubs oder zu Großveranstaltungen gehen können, wer doppelt geimpft ist. Viele Abgeordnete auch der Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson stemmten sich aber gegen diese Pläne.

Im britischen Landesteil Schottland soll dagegen ab Oktober der Zutritt zu Nachtclubs und vielen Großveranstaltungen für Volljährige nur noch mit Corona-Impfnachweis möglich sein. Nordirland plant eine solche Regelung nicht. In Wales steht eine Entscheidung in der kommenden Woche an.

11.50 Uhr: Erneut haben in ganz Frankreich Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung protestiert

Das Innenministerium in Paris gab die Zahl der Teilnehmer am Samstag mit insgesamt 121.000 an, davon 19.000 in der Hauptstadt. Proteste fanden unter anderem auch in Straßburg, Lyon, Bordeaux und Marseille statt.

Die Demonstrationen wurden am neunten Wochenende in Folge abgehalten. Allerdings sind die Teilnehmerzahlen seit Wochen rückläufig. Am vergangenen Wochenende hatten nach den amtlichen Angaben 140.000 Menschen teilgenommen, eine Woche davor 165.000 Menschen.

Die Proteste richten sich unter anderem gegen den Gesundheitspass, der für den Zugang zu Cafés, Restaurants und anderen öffentlichen Orten erforderlich ist. Bei dem Pass handelt es sich um den Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung, einer Genesung von Covid-19 oder eines negativen Corona-Tests. Auch die Impfpflicht für Beschäftigte des Gesundheitssektors stößt bei den Demonstranten auf Kritik. Diese Impfpflicht soll in einigen Tagen in Kraft treten.

11 Uhr: Merkel zum Start der Impfaktionswoche: „Lassen Sie sich impfen“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zum Start einer bundesweiten Impfaktionswoche aufgerufen, die Angebote für Corona-Impfungen zu nutzen. „Nie war es einfacher, eine Impfung zu bekommen. Nie ging es schneller“, sagte sie vor dem Start der Aktion an diesem Montag. Impfangebote werde es etwa bei den Freiwilligen Feuerwehren, in der Straßenbahn, am Rand von Fußballfeldern und in Moscheen geben. Jeder könne sich dann ohne Termin und kostenfrei impfen lassen. „Ich bitte Sie daher: schützen Sie sich selbst und andere. Lassen Sie sich impfen“, appelliert die Bundeskanzlerin. Die Impfaktionswoche dauert bis zum 19. September.

Leider steige die Zahl der Neuinfektionen wieder, warnte Merkel in einem am Sonntag veröffentlichten Video-Podcast. Die große Mehrheit der Patienten, die im Krankenhaus oder auf der Intensivstation behandelt würden, seien ungeimpft. Um gut durch Herbst und Winter zu kommen, „müssen wir daher noch mehr Menschen überzeugen, sich impfen zu lassen“. Vier Millionen Menschen in Deutschland seien an dem Virus erkrankt und über 90 000 Menschen daran gestorben. Die Kanzlerin sprach von „Zahlen, die für enormes Leid und tiefe Trauer stehen“. Hinzu komme, dass viele Bürgerinnen und Bürger an den Spätfolgen der Erkrankung leiden würden.

Vor einem Jahr habe es noch keinen Ausweg aus der Pandemie gegeben, erinnerte Merkel. „Heute können wir genau diesen Ausweg anbieten: eine Impfung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen.“ Sie nannte es großartig, dass inzwischen mehr als 55 Millionen Menschen in Deutschland dieses Angebot angenommen hätten und über 50 Millionen davon sogar vollständig geimpft seien. „Das ist ein Riesenerfolg“, betonte sie.

9.30 Uhr: Über 2,8 Millionen Kontrollen der Corona-Testpflicht an Grenzen

Die meisten Menschen scheinen sich an die am 1. August eingeführte Corona-Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland gehalten zu haben. 2 820 972 Personen wurden stichprobenartig auf Einhaltung kontrolliert bis zum 7. September wurden dabei 3727 Verstöße festgestellt, wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf die Bundespolizei berichtete. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) räumte allerdings ein, dass von einer „großen Dunkelziffer und vielen unentdeckten Verstößen“ auszugehen sei.

Seit 1. August gilt eine Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer. An Autobahnen, auf Bundesstraßen und in Zügen kontrolliert das die Bundespolizei stichprobenartig. Damit sollte eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien verhindert werden. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei der Einreise nachweisen können, dass sie entweder negativ getestet ist, gegen Corona geimpft oder genesen sind. Die Verordnung tritt mit Ablauf des Jahres 2021 außer Kraft. Eine solche Vorgabe hatte es zuvor schon für alle Flugpassagiere gegeben.

Mit 3051 festgestellten Verstößen wurde das Gros fehlender Nachweise an den Grenzen zu Österreich und Tschechien ermittelt, wie die Zeitung weiter berichtete. Bei Einreisen aus Österreich per Auto oder Zug wurde in 1539 Fällen weder Testergebnisse noch Impf- oder Genesenen-Bescheinigungen vorgelegt. Bei Ankünften aus Tschechien war das 1512 Mal der Fall. Insgesamt sei die Anzahl der festgestellten Verstöße rückläufig, zitierte die „Welt am Sonntag“ einen Sprecher der Bundespolizei. Der GdP-Vorsitzende Andreas Roßkopf hält Kontrollen dennoch für sinnvoll, „denn sie wirken abschreckend“.

8.10 Uhr: RKI registriert 7345 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 80,2

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell bei 80,2. Das geht aus Angaben des Instituts vom Sonntagmorgen hervor. Am Vortag hatte der Wert bei 82,8 gelegen, vor einer Woche bei 83,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 7345 Corona-Neuinfektionen. Die Zahlen geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.15 Uhr wieder. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 453 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden acht Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 21 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 077 640 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 1,95 an (Vortag 1,89). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 823 500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92 606.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 11. September: 

21.39 Uhr: 1477 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages im Südwesten

Im Südwesten sind binnen eines Tages 1477 weitere Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfasst worden. Damit beträgt die Zahl registrierter Infektionsfälle in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nun 545 747, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Samstag mitteilte. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz betrug 92,4 (Vortag: 93,4.) Zwei neue Todesfälle und damit nun 10 533 Tote in Verbindung mit dem Virus verzeichnete die Behörde.

Die Impfquote mit Bezug auf die vollständig Geimpften beträgt derzeit 60,7 Prozent. Als mindestens einmal geimpft gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 63,6 Prozent der Menschen im Land. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis, bei den anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

20.06 Uhr: Impfverweigerer randalieren in Thessaloniki am Rande einer Messe

Hunderte Gegner von Corona-Schutzimpfungen haben am Samstagabend vor dem Eingang des Messegeländes der Hafenstadt Thessaloniki Steine und andere Gegenstände auf die Polizei geschleudert. Die Sicherheitskräfte setzen Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Randalierer auseinander zu treiben, wie das Staatsfernsehen zeigte. Unter den Randalierenden waren nach Berichten von Reportern zahlreiche religiöse Eiferer, die Ikonen trugen sowie nationalistisch und rechtsextremistisch orientierte Menschen.

Zum Zeitpunkt der Ausschreitungen hielt der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis eine Rede in einer Halle des Geländes dieser größten griechischen Handelsmesse über die Wirtschafts-und Finanzpolitik der nächsten Monate in Griechenland. Die Rede wurde nicht gestört.

18.21 Uhr: Kreta und Korsika keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Mittelmeer-Ferieninseln Kreta und Korsika gelten von diesem Sonntag an nicht mehr als Corona-Hochrisikogebiete. Griechenland wird nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vollständig von der Liste gestrichen. In Frankreich fällt der Status außer für Korsika auch noch für die Region Okzitanien weg. Hochrisikogebiete sind aus Sicht der Bundesregierung in Frankreich dann nur noch die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur im Süden des Landes sowie einige Überseegebiete.

Dieser Kategorie werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko zugeordnet. Rückkehrer nach Deutschland, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden nun Norwegen mit den Provinzen Oslo und Viken sowie Bosnien-Herzegowina, Nicaragua und Grenada.

17.50 Uhr: Konzert in Kopenhagen mit 50.000 Zuschauern und spontanem Impfen

Ein Konzert mit Zehntausenden Zuschauern dicht an dicht: Was wie eine vage Erinnerung an Vor-Corona-Zeiten klingt, wird in Kopenhagen für dänische Musikfreunde Realität. Nach der Aufhebung der letzten verbliebenen Corona-Beschränkungen in Dänemark hat die Rockband The Minds of 99 für den Samstagabend zu einem ausverkauften Konzert ins Stadion Parken geladen. 50.000 Fans sollten bei dem Auftritt in der dänischen Hauptstadt dabei sein. Nach Angaben des Veranstalters und der Zeitung „Jyllands-Posten“ ist die Band damit die erste, die seit Pandemiebeginn in Europa eine Stadion-Show mit voller Zuschauerauslastung spielt.

In den Stunden vor dem Konzert konnte man sich vor Ort nahe dem Stadion gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie das dänische Kulturministerium am Samstag mitteilte, sollen solche Pop-up-Impfstationen in der kommenden Zeit auch vor anderen größeren Konzerten und Veranstaltungen aufgebaut werden. Ziel ist es, bei der Impfkampagne vor allem Jüngere zu erreichen.

15.56 Uhr: Impfaktion der Düsseldorfer Karnevalisten: Erster Piks um 11.11 Uhr

Bei einer Aktion der Düsseldorfer Karnevalisten haben sich etwa 45 Menschen die Corona-Schutzimpfung verabreichen lassen. Gestartet war die Immunisierungskampagne am 11. September pünktlich um 11.11 Uhr an der Wagenbauhalle. Wo Künstler Jacques Tilly sonst die Wagen für die Rosenmontagszüge gestaltet, konnte man sich vier Stunden lang ohne Voranmeldung impfen lassen. Auch an einem zweiten Standort in Düsseldorf hatten die Karnevalisten eine Impfstation eröffnet.

„Jeder geimpfte Mensch ist ein Erfolg gegen das Coronavirus“, sagte der Sprecher des Comitee Carneval, Hans-Peter Suchand. Die Bandbreite der Impflinge habe von einem 13-jährigen Mädchen bis zu einem Senior von fast 80 Jahren gereicht. Einige hätten sich bereits die Zweitimpfung geholt, andere hätten denn ersten Piks bekommen. Sie könnten sich in sechs Wochen ebenfalls an der Wagenbauhalle zum zweiten Mal impfen lassen.

12.45 Uhr:  Chef der Kassenärzte: Interesse an Auffrischimpfungen bisher gering

Das Interesse an Corona-Auffrischimpfungen ist nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bislang gering. Es gebe derzeit weder besonders viele Ärzte, die dritte Impfungen anböten, noch sei in der Bevölkerung der Bedarf nach einer weiteren Dosis groß, sagte der Vorsitzende Andreas Gassen der „Welt am Sonntag“ (Samstag, online). Grund sei vermutlich vor allem die Tatsache, dass die Ständige Impfkommission noch keine Empfehlung ausgesprochen habe.

„Die Bevölkerung hat mittlerweile zu Recht gelernt, beim Impfen nicht auf Politiker, sondern eher auf Mediziner zu hören“, sagte Gassen. Auch die Ärzte seien von einem erneuten Vorpreschen der Politik und einer lückenhaften Datenlage verunsichert: „Die Begeisterung ist begrenzt, nach der sehr belastenden Impfkampagne jetzt noch einzelne Auffrischimpfungen durchzuführen, die schlecht vergütet und organisatorisch aufwendig sind.“

Der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, äußerte sich indes optimistisch, dass die Auffrischimpfungen an Fahrt aufnehmen werden. „Heute ist die Situation ganz anders als zu Beginn der Impfkampagne, als aus Angst vor der Infektion alle auf einmal geimpft werden wollten“, sagte er der Zeitung. Die Menschen überlegten sich diesen Schritt nun in Ruhe und ohne Druck.

In den meisten Bundesländern werden seit Anfang September Auffrischimpfungen gegen Covid-19 angeboten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erhielten bis zum Wochenende gut 162.000 Menschen eine Booster-Impfung (Stand Freitag).

10 Uhr: Landeszahnärztekammer-Präsident befürchtet mehr Karies bei Kindern

Der Präsident der Landeszahnärztekammer, Torsten Tomppert, erwartet, dass mehr Kinder in der Corona-Pandemie an Karies erkranken. Wir befürchten eine starke Verschlechterung der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen“, sagte Tomppert der Deutschen Presse-Agentur. Der Grund: Die Gruppenprophylaxe, bei der Kinder und Jugendliche unter anderem das richtige Zähneputzen lernen, musste wegen der Pandemie lange ausfallen. Karries braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Wie schlimm es ist, sehen wir also erst später“, erklärte der Zahnarzt.

Eigentlich liegt Baden-Württemberg in Sachen Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen nach Angaben der Zahnärztekammer bundesweit ganz vorn. Vor der Pandemie kam auf drei Zwölfjährige im Schnitt nur ein kariöser Zahn“, berichtete Tomppert.

Auswirkungen der Pandemie auf die Zahngesundheit bei Erwachsenen beobachtete Tomppert bisher nicht. In meiner Praxis sind nur wenige Patienten nicht zur Kontrolle gekommen. Schnell hätten die Zahnärzte zu Beginn der Pandemie vermitteln können, dass der Zahnarztbesuch nicht gefährlich sei.

Auch das Tragen von Mund-Nasen-Masken sei seiner Erfahrung nach nicht bedenklich. Mehrere Medien hatten über einen sogenannten Maskenmund berichtet. Demnach führe das dauerhafte Tragen der Maske zu mehr Mundgeruch, Karies und Zahnfleischentzündungen. Das ist mir in meiner Praxis nicht untergekommen, sagte Tomppert.

8.30 Uhr: Minister Lucha: Trotz Corona die Grippe-Impfung nicht vergessen

Im Schatten der Corona-Pandemie könnte das Risiko der Grippe nach Einschätzung von Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) unterschätzt werden. „Durch die Corona-Pandemie ist das Thema Grippe und Influenza leider aus dem öffentlichen Fokus geraten“, sagte Lucha vor Beginn der Grippe-Saison der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Eine Grippe sei aber keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung.

Schwere Krankheitsverläufe drohen insbesondere bei älteren Menschen, sagte Lucha. Sie zählen nach Angaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Risikogruppe. „Wir müssen in jedem Fall verhindern, dass die Intensivstationen zusätzlich belastet werden“, erklärte Lucha weiter. Das Sozialministerium in Baden-Württemberg empfiehlt aber nicht nur Risiko-Gruppen die Impfung, sondern allen.

Im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach Grippeschutzimpfungen im Südwesten hoch - in zahlreichen Arztpraxen kam es zu Engpässen beim Impfstoff. Die baden-württembergische Kassenärztliche Vereinigung (KV) rechnet 2021 mit einer ähnlich starken Nachfrage wie im vergangenen Jahr.

Beginn der Grippe-Saison ist Anfang Oktober. Üblicherweise hat sie ihren Höhepunkt im Februar und März. Nach der Impfung dauert es bis zu zwei Wochen bis zu einem vollständigen Impfschutz.

8.00 Uhr: RKI: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 82,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist leicht gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 82,8 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Freitag hatte der Wert bei 83,8 gelegen und am Samstag vergangener Woche bei 80,7.

Binnen 24 Stunden wurden den Angaben vom Samstag zufolge 11.214 Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.070.295. Die Zahl der Todesopfer in Deutschland stieg um 45 auf nunmehr 92.598. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI 3.817.900.

Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen in der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal betroffen. RKI-Chef Lothar Wieler warnte vor einem dramatischen Anstieg der Neuinfektionen, wenn die Zahl der Impfungen nicht deutlich gesteigert wird.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 10. September: 

22 Uhr: Fehler in Corona-Krise? Verfahren gegen französische Ex-Ministerin

Frankreichs Justiz hat wegen möglicher Verfehlungen im Umgang mit der Corona-Krise ein Ermittlungsverfahren gegen die Ex-Gesundheitsministerin Agnès Buzyn eingeleitet. Es bestehe der Verdacht einer „Gefährdung des Lebens anderer“, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft am Gerichtshof der Republik. Buzyn, von Mai 2017 bis Februar 2020 Gesundheitsministerin unter Präsident Emmanuel Macron, war am Freitag von Richtern des Gerichtshofs angehört worden.

Die Einleitung eines Verfahrens bedeutet, dass die Ermittler „schwerwiegende oder übereinstimmende Indizien“ für ein Fehlverhalten sehen.  Hintergrund sind Vorermittlungen, die schon im Juli 2020 begonnen haben. Ihnen liegen Medienberichten zufolge mehrere Klagen zugrunde, etwa von drei Ärzten. Die Vorwürfe betreffen unter anderem den Mangel an Masken und anderer Schutzausrüstung zu Beginn der Pandemie.

20.58 Uhr: Weitere Besserung der Corona-Lage in Italien

Die Corona-Infektionslage in Italien hat sich in der vergangenen Woche weiter gebessert. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert sank von landesweit durchschnittlich 74 Fällen je 100 000 Einwohner auf 64 Fälle, wie das Gesundheitsministerium im wöchentlichen Bericht über die Corona-Lage am Freitag in Rom mitteilte. Die Gesundheitsexperten gaben für Friaul-Julisch Venetien, die Lombardei und die Autonome Provinz Bozen/Südtirol ein moderates Infektionsrisiko aus. In den übrigen Regionen galt demnach eine niedrige Gefahr.

In den Krankenhäusern stieg der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensiv- und Krankenstationen. Landesweit lag er in der Intensivmedizin bei durchschnittlich rund sechs Prozent. Die Delta-Variante ist den Experten zufolge bei weitem am stärksten verbreitet. Mit Blick auf die Beschränkungen beließ die Regierung die Insel Sizilien wegen des dortigen Infektionsgeschehens weiter in der Gelben Zone. Das heißt, die Menschen müssen dort auch im öffentlichen Raum Masken tragen, und in Restaurants darf nur eine bestimmte Anzahl an Personen an einem Tisch sitzen.

19.57 Uhr: 1746 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages im Südwesten

Im Südwesten haben sich im Vergleich zum Vortag 1746 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt. Damit beträgt die Zahl der Infektionsfälle in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nun 545.270, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Freitag mitteilte. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz betrug 93,4.

Sechs neue Todesfälle und damit mittlerweile 10.531 Tote in Verbindung mit dem Virus verzeichnete die Behörde. Die Neuinfektionen verteilen sich weiter sehr unterschiedlich zwischen Geimpften und Ungeimpften. Bei Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz betrug die Inzidenz zuletzt 18,7. Für Menschen ohne jegliche oder mit unvollständiger Impfung sowie ohne Angaben zum Impfstatus gab die Behörde die Inzidenz mit 208,8 an.

18 Uhr: Deutlicher Anstieg der Infektionen bei Schülern erwartet

Infektion statt Wiedersehen mit Freunden: Zum Schulstart im Südwesten rechnet das Landesgesundheitsamt mit einem starken Anstieg der Corona-Infektionen bei Schülern. „Es ist zu erwarten, dass die Inzidenz nach dem Beginn des neuen Schuljahres etwa in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen deutlich steigen wird“, sagte der Leiter des Referats für Gesundheitsschutz und Epidemiologie, Stefan Brockmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Inzidenz bei den Jüngeren dürfte deutlich höher ausfallen als im Rest der Bevölkerung.“

Man schaue mit Zunahme der Impfungen aber bewusst nicht mehr nur auf die Inzidenz, sagte der Chef-Virologe. Zugleich habe man sich das Ziel gesetzt, dass es keine Schulschließungen mehr geben soll. Baden-Württemberg habe den Vorteil, dass die Schulferien in anderen Bundesländern bereits beendet seien und man beobachten könne, wie sich die Infektionszahlen dort entwickeln, um im Südwesten entsprechend zu handeln, sagte Brockmann.

17.10 Uhr: Strengere Corona-Regeln im Südwesten verzögern sich

Die angekündigten strengeren Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg verzögern sich. Das Land werde die überarbeitete Corona-Verordnung im Laufe der kommenden Woche verkünden, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Freitag in Stuttgart mit.

Ursprünglich waren die strengeren Maßnahmen für das Wochenende angekündigt worden und sollten am Montag in Kraft treten. Grund für die Verzögerung ist demnach die Abhängigkeit der Landes-Regeln vom neuen Infektionsschutzgesetz des Bundes. Dieses trete voraussichtlich erst ab Mitte nächster Woche in Kraft, hieß es. Die derzeit geltende Corona-Verordnung solle für einen Übergangszeitraum verlängert werden.

16.15 Uhr: Gericht billigt Schnelltest-Pflicht im Eilverfahren

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen Corona-Schnelltests für ungeimpfte Menschen ist laut einer Gerichtsentscheidung aller Voraussicht nach rechtmäßig. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim wies einen entsprechenden Eilantrag gegen die aktuelle Corona-Verordnung des Landes ab, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Die Verordnung sieht umfassende Testpflichten für nicht durch Impfung oder Genesung gegen eine Corona-Infektion immunisierte Personen vor.

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests für bestimmte Lebensbereiche sei grundsätzlich geeignet, Infektionen zu vermeiden, entschied das Gericht. Es verwies zugleich darauf, dass die Tests noch kostenlos seien und flächendeckend angeboten werden. Auch wenn die Impfung oder eine überstandene Covid-19-Infektion nicht in allen Fällen davor schütze, sich und andere mit dem Coronavirus zu infizieren, seien diese Risiken im Vergleich zu nicht-immunisierten Personen erheblich reduziert.

15.40 Uhr: Kreta und Korsika ab Sonntag keine Corona-Hochrisikogebiete mehr

Die Bundesregierung streicht die bei Urlaubern beliebten Inseln Kreta und Korsika ab Sonntag von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. In Frankreich bleiben damit nur noch die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur und einige Überseegebiete auf der Liste, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte. Griechenland verschwindet damit komplett von der Liste der Hochrisikogebiete.

14.12 Uhr: Schon 39 Corona-Infizierte nach „2G“-Party in Münster 380 Gäste

Im Fall der Corona-Infektionen bei einer Clubparty unter „2G“-Bedingungen in Münster ist die Zahl der bekannt gewordenen Infizierten auf 39 gestiegen. Weitere Ansteckungen seien wahrscheinlich, berichtete die Stadtverwaltung am Freitag. Bei den Betroffenen handele es sich hauptsächlich um immunisierte Personen zwischen Anfang und Mitte 20. Sie hätten milde oder gar keine Symptome. 22 Infizierte kämen aus Münster. Die Suche nach weiteren möglicherweise betroffenen Kontakten gestalte sich schwierig, da die aktuelle Corona-Schutzverordnung keine Rückverfolgbarkeit von Gästen vorsehe. Die Gäste hatten sich am 3. September bei der Partynacht mit rund 380 Gästen angesteckt.

Die Stadt lobte unterdessen die Clubbetreiber. Das vom Club bereits Mitte August eingebrachte Hygienekonzept werde von der Verwaltung als vorbildlich bewertet. Die Betreiber hätten die vorgeschriebene 3G-Zugangsvoraussetzung selbstständig auf 2G verschärft, womit ausschließlich Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten sollten. Trotz des Lobs forderte das Gesundheitsamt die Impfnachweise der betroffenen Gäste an.

13 Uhr: Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona-Impfung nun auch für Schwangere und Stillende. Laut einem Beschlussentwurf der Stiko sollten sich bisher ungeimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs schützen, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag in Berlin mitteilte. Bisher hatte die Stiko die generelle Impfung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

11.50 Uhr: Nur zugewiesene Tickets: Knapp 30 000 Zuschauer in Monza möglich

Maximal 28 000 Fans können am Sonntag den Großen Preis von Italien vor Ort verfolgen. Das erklärte ein Sprecher im Fahrerlager von Monza am Freitag auf Nachfrage. Für den Klassiker der Formel 1 erlauben die zuständigen Behörden zwar eine Auslastung der Kapazität von 50 Prozent im Autodromo Nazionale, was generell deutlich mehr Besucher bedeuten würde. Allerdings dürfen die sogenannten „General Admission“-Tickets, die den Zugang zu verschiedenen Bereichen erlauben, in Corona-Zeiten nicht verkauft werden, sondern nur Karten mit fest zugewiesenen Plätzen.

10.47 Uhr: Fast jeder vierte Jugendliche vollständig geimpft

Etwa ein Viertel der 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen sind bislang vollständig geimpft. Mindestens eine Impfung haben 35,9 Prozent in dieser Altersgruppe bekommen. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums vom Freitag (Stand: 10.03 Uhr) hervor. „Die empfohlene Impfung schützt in jedem Alter“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. Quer durch die Bevölkerung hatten bislang 61,9 Prozent oder rund 51,47 Millionen Menschen den vollständigen Impfschutz. Mindestens eine Impfung erhielten 66,3 Prozent oder etwa 55,14 Millionen Einwohner.

Die höchste Quote vollständig Geimpfter hat immer noch Bremen (72,2 Prozent), gefolgt vom Saarland (68,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (66,6 Prozent).

10.30 Uhr: Dänemark hebt letzte Corona-Beschränkungen auf

Dänemark hat die letzten Corona-Beschränkungen im Land in der Nacht zum Freitag aufgehoben. Auch bei Großveranstaltungen und Diskothek-Besuchen muss nun kein Impfnachweis mehr gezeigt werden. Grund dafür ist neben der geringen Fallzahl vor allem die hohe Impfquote: 73 Prozent der 5,8 Millionen Einwohner sind bereits vollständig gegen das Virus geimpft, bei den über 65-Jährigen liegt die Impfquote sogar bei 96 Prozent.

9.25 Uhr: Biontech will Impfstoff-Zulassung für Kinder bald beantragen

Biontech will in den kommenden Wochen die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren beantragen. Dazu würden die Ergebnisse einer Studie den Behörden weltweit, „auch hier in Europa“, vorgelegt, sagte die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci dem „Spiegel“. „Wir bereiten bereits die Produktion vor. Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden.“

Die Studienergebnisse liegen laut Biontech vor und müssten nur noch für die Zulassungsbehörden aufbereitet werden. „Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin dem „Spiegel“. Bis Ende des Jahres würden auch die Studiendaten zu den jüngeren Kindern ab sechs Monaten erwartet.

8 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht auf 83,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf 83,8. Am Vortag hatte der Wert noch bei 83,5 gelegen. Binnen 24 Stunden wurden den Angaben vom Donnerstag zufolge knapp 13.000 Neuinfektionen gemeldet.

Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.059.081. Die Zahl der Todesopfer in Deutschland stieg um 55 auf nunmehr 92.553. Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen in der vierten Corona-Welle. Auch jüngere Altersgruppen sind diesmal betroffen. RKI-Chef Lothar Wieler hatte diese Woche vor einem dramatischen Anstieg der Neueinfiktionen gewarnt, wenn die Zahl der Impfungen nicht deutlich gesteigert wird.

7.07 Uhr: Ungeimpften droht Ende von Lohnfortzahlung während Corona-Quarantäne

In mehreren Bundesländern gibt es Pläne, die Lohnfortzahlung für Ungeimpfte abzuschaffen, die sich auf behördliche Anweisung hin in Isolation begeben müssen. In Baden-Württemberg ist das Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte vom 15. September an schon beschlossen, Rheinland-Pfalz ziehe zum 1. Oktober nach. Auch in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gebe es Überlegungen in diese Richtung.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte der "Süddeutschen Zeitung", wer sich nicht impfen lasse, obwohl keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprächen, habe aus seiner Sicht keinen Anspruch auf eine Erstattung des Verdienstausfalls. Dann könne es "nicht sein, dass die Gemeinschaft dafür zahlen muss".

Auch in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich laut "SZ" eine Abschaffung noch in dieser Woche ab. Die aktuelle Welle sei "eine Pandemie der Ungeimpften", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) den Angaben zufolge im Düsseldorfer Landtag: "Wenn ich mir die Freiheit rausnehme, mich nicht impfen zu lassen, dann muss ich für die Konsequenzen, die daraus entstehen, auch in vollem Umfang selbst persönlich einstehen."

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 9. September: 

22.25 Uhr: Mehr Jüngere als Ältere auf Intensivstationen

Die unzureichenden Impfquoten unter jüngeren Erwachsenen in der Corona-Pandemie spiegeln sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts auch auf Deutschlands Intensivstationen wider. Unter den dort betreuten Menschen seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60, hieß es in dem am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Wochenbericht.

Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden. Die meisten Covid-Patienten, die allgemein in ein Krankenhaus kommen, sind nach RKI-Angaben zwischen 35 und 59 Jahre alt. 

Zwischen den Altersgruppen in Deutschland sind die Quoten der vollständig Geimpften weiterhin sehr unterschiedlich verteilt. Mit Daten vom 8. September lagen sie bei Menschen über 60 Jahren - rund 24 Millionen Bundesbürgern - bei rund 83 Prozent. Die rund 45 Millionen Menschen starke Gruppe zwischen 18 und 59 Jahren ist zu fast 67 Prozent immunisiert. Bei den 12- bis 17-Jährigen - rund 4,5 Millionen Kinder und Teenager - liegt sie bei rund 24 Prozent.

21.30 Uhr: Schulbehörde in Los Angeles will Impfpflicht für Schüler ab Zwölf beschließen

Schulkinder ab zwölf Jahren könnten in Los Angeles bald zu einer Corona-Impfung verpflichtet werden. Die Schulbehörde der Stadt will am Donnerstag als erste größere US-Schulbehörde eine entsprechende Regelung beschließen. Die USA kämpfen derzeit gegen einen erneuten Anstieg der Corona-Neuinfektionen - insbesondere im Zusammenhang mit der ansteckenderen Delta-Variante.

Die geplante Maßnahme sieht vor, dass alle Schulkinder ab zwölf Jahren bis zum 21. November ihre erste Dosis mit einem Corona-Vakzin erhalten müssen. Für die zweite Dosis gilt der 19. Dezember als letzter möglicher Impftag. Ab ihrem 12. Geburtstag wird Kindern eine Frist von 30 Tagen gewährt, um sich impfen zu lassen.

Der Schritt, über den die Behörde am Donnerstag entscheiden will, könnte zum Präzedenzfall für Schulbehörden im ganzen Land werden

20.24 Uhr: Deutsche haben durch Corona-Pandemie zunehmend Geldsorgen

Die Deutschen haben durch die Corona-Pandemie zunehmend Geldsorgen. Mehr als jeder Zweite befürchtet Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen durch Corona, wie die R+V-Versicherung am Donnerstag zur Vorstellung ihrer Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" mitteilte. Jeweils 50 Prozent fürchten sich laut Umfrage vor steigenden Lebenshaltungskosten und Kosten für Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise.

19.10 Uhr: PCR-Test-Pflicht oder gar Zutrittsverbot für Ungeimpfte? Welche Corona-Maßnahmen das Land plant und wie es sie begründet

Die neue Corona-Verordnung des Landes soll bald veröffentlicht werden, schon jetzt sind die wichtigsten Eckpunkte bekannt: Je nach Intensiv-Auslastung droht Ungeimpften eine PCR-Testpflicht oder gar ein Zutrittsverbot für einige Bereiche des öffentlichen Lebens. Amtschef Uwe Lahl verteidigt das mit deutlichen Worten. Einen Überblick über die geplanten Regeln für den Südwesten lesen Sie hier.

17.35 Uhr: Stiko will sich am Freitag zur Impfung von Schwangeren äußern

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will sich am Freitagvormittag erneut zur Impfung von Schwangeren äußern. Dabei könnte sich das Expertengremium generell für eine Impfung von werdenden Müttern aussprechen - sicher ist das aber nicht. Der Beschlussentwurf einer solchen Empfehlung müsste dann erst noch in ein sogenanntes Stellungnahmeverfahren.Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge hat die Stiko in den vergangenen Wochen die vorliegenden Daten zu einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft einer Nutzen-Risiko-Bewertung unterzogen. Dabei geht es sowohl um Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe für Schwangere und ungeborene Kinder, als auch um einen möglichen schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung in der Schwangerschaft.

In der aktuellsten Version der Stiko-Impfempfehlung vom 18. August heißt es bislang: „Die Stiko empfiehlt derzeit keine generelle Impfung in der Schwangerschaft.“ Schwangere mit einem hohen Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung oder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände könnten nach Nutzen-Risiko-Abwägung und Aufklärung aber einen mRNA-Impfstoff bekommen.

17 Uhr: Jeder Fünfte will laut Umfrage nicht zurück ins Büro

Das Arbeiten von zu Hause aus ist für viele Beschäftigte in der Pandemie zur Normalität geworden. Einige könnten sich laut einer Umfrage nicht mehr vorstellen, dauerhaft ins Büro zurückzukehren. Jeder Fünfte (20 Prozent) würde laut einer Umfrage sogar seinen Job kündigen, sollte er nach Auslaufen der Corona-Maßnahmen zurück ins Büro müssen.

Wie die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Arbeitgeber-Bewertungsportals Kununu weiter ergeben hat, sind 14 Prozent der Befragten dazu bereit, nach überstandener Krise auf ein bis fünf Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie zwischen Homeoffice und der Arbeit im Büro flexibel wählen können. 7 Prozent würden dafür sogar noch größere Gehaltseinbußen akzeptieren: sechs bis zehn Prozent. Für die sehr deutliche Mehrheit von 69 Prozent der Befragten ist ein Gehaltsverzicht dagegen nicht vorstellbar. Fast die Hälfte aller Befragten (46 Prozent) erwartet von der künftigen Bundesregierung außerdem eine Regelung, die garantiert, dass Arbeitnehmer zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten können - jedenfalls dann, wenn es sich bei ihren Jobs vorwiegend um Bürotätigkeiten handelt.

15 Uhr: Land legt neue Grenzwerte für Beschränkungen für Ungeimpfte fest

Von diesem Montag an drohen ungeimpften Erwachsenen neue Corona-Einschränkungen in Baden-Württemberg. Das Land hat sich in seinem Entwurf für eine Corona-Verordnung auf neue Grenzwerte festgelegt, ab denen diese Beschränkungen gelten sollen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, soll eine erste Warnstufe gelten, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Werden diese Werte überschritten, sollen Ungeimpfte nur noch mit einem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen haben.

Das Land will die Alarmstufe auslösen, wenn 390 Covid-Patientinnen oder Patienten auf Intensivstationen behandelt werden oder die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 12 liegt. Dann soll im Südwesten die 2G-Regel gelten. Das würde bedeuten, dass nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants besuchen dürften. Im Moment gilt die 3G-Regel. Danach stehen bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens neben den Geimpften und Genesenen auch den negativ Getesteten offen. Die geplante neue Corona-Verordnung wird zurzeit noch zwischen den Ministerien abgestimmt, die Warnstufen sind dem Vernehmen nach aber fix. Die Verordnung soll voraussichtlich Ende der Woche verkündet werden und am 13. September in Kraft treten.

Derzeit liegen 174 Covid-Patienten auf den Intensivstationen des Landes. Der Hospitalisierungsindex liegt bei etwas über 2. Vor allem wegen der Reiserückkehrer aus dem Ausland rechnet das Land mit steigenden Inzidenzen und deutlich mehr Intensivpatienten, wenn die Schulferien an diesem Wochenende enden. Nach einer Prognose des Landesgesundheitsamts könnte in gut einer Woche der Grenzwert von 250 belegten Intensivbetten überschritten werden. Die Marke 300 könnte am 20. September erreicht sein.

14.10 Uhr: Ungeimpfte Klägerin scheitert mit Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag einer nicht geimpften Frau gegen Corona-Maßnahmen zurückgewiesen. Wie das Gericht am Donnerstag in Mannheim mitteilte, ist eine Testpflicht für nicht immunisierte Personen "aller Voraussicht nach" rechtmäßig. Die Frau hatte sich wegen Vorerkrankungen auf Rat ihres Hausarztes nicht impfen lassen.

In ihrer Klage führte sie aus, Testnachweise für ihre Teilnahme am öffentlichen Leben seien unverhältnismäßig. Zudem vernachlässige der Staat durch Freiheiten für Geimpfte und Genesene die Pflicht zum Gesundheitsschutz für Nichtgeimpfte, weil diese Menschen auch weiterhin das Virus übertragen könnten.

Dem widersprach der Verwaltungsgerichtshof in seiner unanfechtbaren Entscheidung. Die Testpflicht sei geeignet, Infektionen zu vermeiden. Da auch Geimpfte und Genesene weiter Einschränkungen wie etwa der Maskenpflicht unterworfen seien, die dem Infektionsschutz dienten, werde auch dem Schutz von Ungeimpften Rechnung getragen.

12.45 Uhr: Pflicht zur Vorlage eines Schnelltest ist rechtmäßig

Der Zwang zur Vorlage eines Schnelltests für ungeimpfte Menschen bei bestimmten Anlässen verstößt nicht gegen das Gesetz. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim wies einen entsprechenden Eilantrag gegen die aktuelle Corona-Verordnung des Landes ab, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Die Verordnung sehe umfassende Testpflichten für nicht durch Impfung oder Genesung gegen eine Corona-Infektion immunisierte Personen vor.

Die Pflicht zur Vorlage eines negativen Tests für bestimmte Lebensbereiche sei grundsätzlich geeignet, Infektionen zu vermeiden, urteilte das Gericht. Es verwies zugleich darauf, dass die Tests noch kostenlos seien und flächendeckend angeboten werden. Auch wenn die Impfung oder eine überstandene Covid-19-Infektion nicht in allen Fällen davor schütze, sich und andere mit dem Coronavirus zu infizieren, seien diese Risiken im Vergleich zu nicht-immunisierten Personen erheblich reduziert.

Außerdem verstoße der Gesetzgeber auch nicht gegen seine grundgesetzlich bestehende Schutzpflicht gegenüber ungeimpften Menschen, wenn er Geimpfte und Genesene von der Testnachweispflicht ausnehme. Der Beschluss sei rechtskräftig.

Es klagte eine Frau, die unter Vorerkrankungen leidet und auf Anraten einer Ärztin nicht gegen Covid-19 geimpft wurde. Sie hielt die Vorgaben der Verordnung für unverhältnismäßig. Außerdem sah sie den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt, da klar sei, dass Geimpfte und Genesene sich genauso mit Covid-19 infizieren und damit wiederum andere anstecken könnten.

11.30 Uhr: Mützenich fordert Vorrang von Schulen vor Unternehmen

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag, Rolf Mützenich, fordert bei steigenden Corona-Zahlen zuerst Beschränkungen in Betrieben. „Schulen und Kitas haben nach den Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahre mit der Pandemie absolute Priorität“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Sie dürften nicht wieder eingeschränkt werden, und es müsse alles getan werden, dass sie offen blieben.

„Wenn gehandelt werden muss, dann zunächst auch in den Unternehmen mit Wechselmodellen“, betonte Mützenich. „Sollten die Warnwerte im Herbst und Winter noch einmal kräftig anziehen, setze ich auf die Flexibilität in den Betrieben, um Einschränkungen in Schulen und Kitas zu vermeiden.“

10.40 Uhr: Schopper will Schulen offenhalten – aber Gefahr bei neuen Varianten

Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper will trotz erneut steigender Corona-Zahlen die Schulen – wenn möglich – dauerhaft offenhalten. „Wir haben den festen Vorsatz, Präsenzunterricht anzubieten und zu gewährleisten“, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in Stuttgart unmittelbar vor Ende der Schulferien. Sie wollte aber nicht ausschließen, dass die Schulen unter bestimmten Umständen noch einmal geschlossen werden müssen. „Wir wissen nicht, ob es neue Varianten gibt.“ Das Land tue zwar alles, „um Sicherheit in die Klassenzimmer zu bringen. Aber wenn was Neues kommt, dann müssen wir eventuell reagieren“. Auch wenn es einen Ausbruch in einer Klasse gebe, müsse das Land handeln.

Schopper will die Sicherheitsvorkehrungen nochmal verschärfen, um den Präsenzunterricht abzusichern. So müssen sich ungeimpfte Lehrkräfte von Montag an täglich vor Arbeitsbeginn auf das Coronavirus testen. Ab der dritten Schulwoche sollen sich Schülerinnen und Schüler dann dreimal die Woche testen.

9.50 Uhr: EMA listet seltene Nervenerkrankung als Nebenwirkung von Astrazeneca-Vakzin – 833 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms unter rund 592 Millionen Impfungen

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat das Guillain-Barré-Syndrom auf die Liste „sehr seltener“ Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs Astrazeneca aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten der Nervenerkrankung gebe, sei „zumindest begründet“, heißt es in einer Erklärung der EMA vom Mittwoch.

Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Astrazeneca-Impfung am Guillain-Barré-Syndrom zu erkranken, sei sehr gering, betonte die EMA. Von 10.000 Menschen sei weniger als einer betroffen. Bis Ende Juli wurden weltweit 833 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms nachgewiesen - bei rund 592 Millionen verabreichten Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs.

Das Guillain-Barré-Syndrom kann zu Lähmungserscheinungen sowie zu Atemproblemen führen. In den USA erkranken jährlich zwischen 3000 und 6000 Menschen an der seltenen Nervenkrankheit. Die meisten Patienten erholen sich wieder.

Die EMA hatte das Guillain-Barré-Syndrom bereits im Juli als „sehr seltene“ Nebenwirkung des Impfstoffs von Johnson & Johnson aufgenommen. Auch die US-Arzneimittelbehörde warnte vor einem „erhöhten Risiko“ einer Erkrankung mit dem Syndrom nach einer Impfung mit dem Vakzin. Beide Behörden betonten aber, dass die Vorteile des Impfstoffs gegenüber den möglichen Risiken überwiegen.

9 Uhr: RKI registriert 15431 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 83,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist nach einem leichten Rückgang wieder etwas angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt sie bei 83,5 - am Vortag hatte der Wert bei 82,7 gelegen, vor einer Woche bei 76,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15 431 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert 13 715 Ansteckungen betragen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 50 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 046 112 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,79 an (Vortag 1,69). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.
Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92 498.

8.15 Uhr: Ungeimpfte Lehrer und Kita-Beschäftigte müssen sich jeden Tag testen

Ungeimpfte Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte müssen sich ab dem Schulstart am Montag täglich vor Arbeitsbeginn auf das Coronavirus testen. Damit verschärft Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) die Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen nochmal deutlich. Wie die „Heilbronner Stimmte“ und das „Badische Tagblatt“ (beide Donnerstag) berichten, gilt damit vom kommenden Montag an für alle Beschäftigten in Kitas und Schulen die 3G-Regel, wonach nur Zutritt hat, wer geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Lehrer und Kita-Erzieherinnen müssen ihre Tests zudem dokumentieren. Wie die „Schwäbische Zeitung“ berichtet, müssen sich zudem alle Schülerinnen und Schüler künftig dreimal die Woche statt zweimal die Woche mit einem Antigentest testen. Wo PCR-Tests eingesetzt werden, reichen zwei pro Woche.

7.07 Uhr: Montgomery spricht sich für weitreichende 2G-Regel aus

Im Kampf gegen die vierte Pandemie-Welle hat sich der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, für eine Verschärfung von Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. „Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag).

Zugang hätten dann jeweils nur noch Geimpfte und Genesene. Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten. „Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Tests vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen“, sagte Montgomery. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 8. September: 

22 Uhr: Corona-Überbrückungshilfen für Unternehmen bis zum Jahresende verlängert – „Restart-Prämie“ läuft hingegen aus

Unternehmen, die auch weiterhin von Corona-Einschränkungen stark betroffen sind, können künftig auch für den Förderzeitraum von Oktober bis Ende Dezember staatliche Hilfe beantragen. Die so genannte „Überbrückungshilfe III Plus“ werde bis zum Jahresende verlängert, teilten das Bundeswirtschafts- und das Bundesfinanzministerium am Mittwoch mit. Sie wäre Ende September ausgelaufen.

Damit veröffentlichten die beiden Ministerien Details der bereits geplanten Verlängerung der Hilfen. „Während es für die meisten Bereiche der Wirtschaft wieder bergauf geht, dauern die Corona-bedingten Einschränkungen in einigen Branchen weiter an“, hieß es zur Begründung.

Antragsberechtigt sind weiterhin Unternehmen, deren Umsatzeinbruch coronabedingt bei mindestens 30 Prozent liegt. Den Antrag muss ein prüfender Dritter stellen, also etwa der Steuerberater.

Ebenfalls verlängert wird demnach die „Neustarthilfe Plus“, mit der Soloselbständige unterstützt werden, die coronabedingte Umsatzeinbrüche haben. Nicht fortgeführt wird laut Bundesregierung hingegen die so genannte „Restart-Prämie“, mit der der Übergang vom Lockdown zur Wiederöffnung erleichtert werden sollte. Diese habe „ihren Zweck erfüllt“.

20.26 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel wieder rückläufig

In Israel ist rund sechs Wochen nach Beginn der Drittimpfungen gegen das Coronavirus die Zahl der Neuinfektionen wieder rückläufig. Es seien 6780 neue Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Es wurde am jüdischen Neujahrsfest allerdings auch etwas weniger getestet als an gewöhnlichen Wochentagen. Die Zahl der Schwerkranken blieb mit 678 stabil.

Seit Ende August war die Zahl der Neuinfektionen in Israel mehrmals über 11.000 geklettert - mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Schwerkranken liegt aber etwa bei der Hälfte des Wertes von Januar.

Experten betonen, der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei weiterhin wirksam bei der Verhinderung von schweren Erkrankungen und Todesfällen. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner ist die Zahl der Corona-Erkrankungen in Israel in allen Altersgruppen unter den Ungeimpften um ein Vielfaches höher als unter den Geimpften. Dies gilt besonders für Schwerkranke über 60.

19 Uhr: Wieder mehr als 2000 neue Corona-Fälle im Südwesten

Im Südwesten ist die Zahl der neuen Corona-Infektionsfälle im Vortagsvergleich um 2318 gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg betrug 92,7 nach 91,0 am Tag zuvor, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Schon am Dienstag hatte es 2142 neue Fälle gegeben.

Der Unterschied des Wertes bei Geimpften und Ungeimpften ist erheblich: Betrachtet man nur jene, deren Impfserie abgeschlossen ist, so wurden laut aktuellen Angaben innerhalb einer Woche bei 17,6 je 100 000 Einwohnern Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Bei den Menschen ohne jegliche oder mit unvollständiger Impfung sowie Fällen ohne Angaben zum Impfstatus betrug der Wert hingegen 207,5.

17.45 Uhr: Quarantäne-Entschädigung kostet mehr als eine halbe Milliarde Euro

Die Bundesländer haben seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro an Entschädigungen für Verdienstausfälle durch eine Quarantäne gezahlt. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den zuständigen Ministerien der Länder ergab, wurden mindestens knapp 600 Millionen Euro dafür ausgegeben. Die höchste Summe an Entschädigungszahlungen kam in Nordrhein-Westfalen zusammen: 120 Millionen Euro. Zumindest zwei Länder wollen den Entschädigungsanspruch für Ungeimpfte künftig streichen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) findet das grundsätzlich richtig.

Die Summen, die für Entschädigungen aufgewendet wurden, variieren von Land zu Land: Bremen entschädigte betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beispielsweise in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro, Sachsen zahlte 25,1 Millionen Euro, Thüringen 68,8 Millionen Euro, Niedersachsen 72,1 Millionen Euro, Bayern 83 Millionen Euro. Die Summe aus insgesamt 15 Bundesländern liegt bei rund 597 Millionen Euro. Das Saarland machte keine Angaben dazu. Brandenburg machte auch Angaben über die Höhe der Entschädigung: Im Schnitt wurden für einen bewilligten Antrag 812 Euro ausgezahlt.

Wenn eine Quarantäne zum Verdienstausfall führt, haben die Betroffenen nach dem Infektionsschutzgesetz ein Anrecht auf Entschädigung. Die Regelung sieht zugleich vor, dass der Anspruch entfallen kann, wenn die Quarantäne durch eine Schutzimpfung hätte vermieden werden können. Darauf beruft sich als erstes Bundesland Baden-Württemberg. Dort wurde in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass ab dem 15. September keine Entschädigung mehr für Ungeimpfte im Fall einer Quarantäne gezahlt werden soll. Bis dahin hätte jeder die Chance auf eine Corona-Schutzimpfung gehabt, hieß es zur Begründung.

Spahn stellte sich hinter die Entscheidung der Landesregierung. Es seien immerhin die Steuerzahler, die die Entschädigung finanzieren, sagte er am Mittwoch in Berlin. Er sehe nicht ein, „warum auf Dauer andere zahlen sollen, wenn sich jemand nicht für die kostenlose Impfung entscheidet, obwohl er könnte“, ergänzte er.

17.10 Uhr: Weltcup-Reitturnier in Stuttgart erneut abgesagt

Das Weltcup-Reitturnier in Stuttgart fällt wegen der Coronavirus-Pandemie auch in diesem Jahr aus. Das gaben die Veranstalter am Mittwoch bekannt. Es hätte vom 10. bis 14. November stattfinden sollen. Bereits 2020 hatte es coronabedingt erstmals nach 35 Jahren kein internationales Turnier für Spring- und Dressurreiter in der Hanns-Martin-Schleyerhalle gegeben.

„Das war und ist für uns als Veranstalter eine schwere Entscheidung – aber es geht einfach nicht. Die Auflagen und Anforderungen, die uns unter anderem die Infektionsschutz- und Arbeitsschutzgesetze vorgeben, können wir nicht ignorieren und nicht erfüllen“, sagte der Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft, Andreas Knoll, zur erneuten Absage. „Es war unser Ziel, das Turnier in seiner gewohnten Form mit allen Prüfungen durchzuführen. Eine abgespeckte Lösung mit einem kleineren Programm war nie eine Alternative für uns.“

Hinter den Kulissen des Reitturniers, mit all den Stallungen, der gesamten Turnierorganisation, dem Medienzentrum, dem Parcoursdienst, der Meldestelle und vielem mehr lasse sich eine Abstandsregelung nicht umsetzen, hieß es in der Mitteilung des Veranstalters. Das Risiko eines Corona-Falls an den Turniertagen könne und wolle man nicht eingehen. Man hoffe, die 36. Auflage des Events nun kommendes Jahr - vom 9. bis 13. November 2022 - austragen zu können.

16.25 Uhr: Auch in der Schweiz bald strengere Nachweispflicht: Für welche Aktivitäten man dort bald geimpft, genesen oder getestet sein muss

Die Schweiz hat ähnliche Probleme wie Deutschland: Die Impfquote ist niedrig, die vierte Welle rollt. Die Schweizer Intensivstationen sind dabei schon deutlich stärker von schweren Corona-Fällen betroffen als es in Deutschland der Fall ist. Jetzt steuert die Regierung dagegen und erweitert die Nachweispflicht. Auch die Einreise soll für Ungeimpfte bald schwieriger werden, Arbeitnehmer können ebenfalls mit Nachfragen konfrontiert werden.

15.15 Uhr: Handel warnt vor Belastungen durch neue Coronaverordnung

Der Handelsverband hat die grün-schwarze Landesregierung vor möglichen neuen Auflagen im Zuge der geplanten Coronaverordnung gewarnt. Die wirtschaftliche Lage sei nach wie vor düster, die Umsätze im Einzelhandel seien rückläufig, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), am Mittwoch in Stuttgart. „In dieser Situation hätten neuerliche Auflagen für den Handel fatale Konsequenzen bis hin zum finanziellen Kollaps zahlreicher Geschäfte.“

Besonders die Sorge vor Einlass- und Nachweiskontrollen treiben laut Hagmann den Handel um. Auf der einen Seite seien solche Kontrollen mit einem hohen Personal- und dadurch auch mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Auf der anderen Seite würden sich vor den Geschäften Schlangen bilden, die Kundinnen und Kunden von einem Besuch im stationären Einzelhandel abschreckten und in die Arme der Onlinehändler trieben, warnte der Verband.

14.10 Uhr: Südwesten bleibt dabei: Intensiv-Tests statt Quarantäne in Schulen

Das Land Baden-Württemberg will die etwas stärker gelockerten Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen beibehalten. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, will das Land an den geplanten Intensiv-Testungen der Kontaktpersonen in den Klassen über fünf Tage hinweg festhalten.

Sozial- und Kultusministerium hatten nach dem mehrheitlichen Beschluss der Gesundheitsminister der Länder vom Montag nochmal überprüft, ob die Regelungen angepasst werden müssen. Der Bund und die meisten Länder hatten entschieden, dass symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können.

Baden-Württemberg hat sich enthalten und will das zum Schulstart am Montag anders regeln: Statt Quarantäne sollen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein.

13.30 Uhr: RKI-Chef warnt vor heftiger vierter Welle

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat vor einer heftigen vierten Corona-Welle im Herbst gewarnt. „Wenn wir die aktuellen Impfquoten nicht drastisch steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle im Herbst einen fulminanten Verlauf nehmen“, sagte Wieler am Mittwoch in Berlin. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“ Schon jetzt steige die Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssten – insbesondere auch bei jüngeren Menschen. Die allermeisten von ihnen seien ungeimpft.

Je mehr Menschen sich impfen ließen, desto weniger schlimm verlaufe die vierte Welle und desto früher sei die Pandemie beendet, betonte der RKI-Chef. „Es liegt in unseren eigenen Händen, viele schwere Verläufe und auch Todesfälle zu verhindern.“ Das Risiko, mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus zu müssen, sei bei Geimpften derzeit zehnmal geringer als bei Ungeimpften.

Laut Schätzungen des RKI seien durch Impfungen zwischen Januar und Juli etwa 77 000 Krankenhausaufenthalte und rund 20 000 Fälle auf Intensivstationen verhindert worden. Das sei ein „wirklich großartiger Erfolg der Impfung“, sagte Wieler. Schätzungsweise hätten Impfungen in dem Zeitraum über 700 000 Infektionsfälle vermieden.

„Was uns wirklich allen klar sein muss: Wer sich nicht impfen lässt, wird sich auf absehbare Zeit mit Sars-CoV-2 infizieren“, warnte Wieler. Er betonte: „Alle, die sich impfen lassen können, sich aber noch nicht haben impfen lassen: Bitte lassen Sie sich impfen. Und das gilt für alle Menschen in unserem Land, die älter als zwölf Jahre sind.“

12.35 Uhr: Corona-Verschärfungen in Österreich für Ungeimpfte

In Österreich wird das Leben für Menschen, die nicht gegen Corona geimpft oder von einer Erkrankung genesen sind, deutlich unbequemer. Die Regierung hat am Mittwoch angesichts der steigenden Zahl der Neuinfektionen einen Stufenplan beschlossen, der bei starker Belastung der Kliniken den Zugang zu Veranstaltungen und in Gaststätten nur noch mit PCR-Tests oder Impfung ermöglicht. In einer ersten Phase ab 15. September müssen ungeimpfte Menschen unter anderem beim Einkaufen wieder eine FFP2-Maske tragen, für Geimpfte gilt eine dringende Empfehlung. Außerdem wird die Gültigkeitsdauer von Corona-Antigentests von 48 auf 24 Stunden verringert.

11.50 Uhr: Spahn erneuert Impfappell

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut an die Bevölkerung appelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Jede einzelne Impfentscheidung entscheidet auch darüber, wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Spahn verwies darauf, dass auf Intensivstationen momentan vor allem nicht geimpfte Menschen wegen Covid-19 behandelt würden. „Es geht darum, dass das Gesundheitswesen nicht überlastet wird.“ Die Zahl der Ungeimpften sei noch zu groß. Auf diesem Stand könne nicht sichergestellt werden, dass es nicht wieder zu einer sehr starken Be- oder Überlastung komme.

Zu Fragen nach einem möglichen erneuten Lockdown, die ihm oft gestellt würden, sagte Spahn: „Die Debatte muss doch andersherum gehen: Wir haben das Mittel in der Hand, uns zurück in Freiheit und Normalität zu impfen“. Man sei schon ein ganzes Stück vorangekommen, „aber wir müssen eben noch einige, viele weitere überzeugen, diesen Weg mit uns zu gehen.“

66 Prozent der Bevölkerung sind Spahns Angaben zufolge mindestens einmal geimpft, 61,6 Prozent hätten vollen Impfschutz, wie der Minister auf Twitter schrieb. Deutschland ist nach seiner Einschätzung im Vergleich zu anderen Ländern besser durch die vergangenen eineinhalb Jahre der Pandemie gekommen. „Das Vereinigte Königreich hat auf die Bevölkerung bezogen mehr als doppelt so viele Todesfälle wie Deutschland“, sagte er.

11.15 Uhr: Bericht: Verheerende Auswirkung von Covid-19 auf andere Krankheiten

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich katastrophal auf den Kampf gegen andere schwerwiegende Krankheiten aus. Das berichtete der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria am Mittwoch in Genf. Betroffen seien vor allem Tuberkulose- und Aids-Patienten bei beiden Krankheiten sei die Zahl der Behandlungen und Tests infolge der Pandemie deutlich gesunken. „Die Covid-19-Pandemie hatte verheerende Auswirkungen auf den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria im Jahr 2020.“

Dem Bericht zufolge sank im Jahr 2020 die Zahl der gegen arzneimittelresistenten Tuberkulose behandelten Menschen in den Ländern, in die der Fonds investiere, um 19 Prozent. Auch die Zahl der Menschen, die mit Aids-Präventionspogrammen erreicht worden seien, sei im Vergleich zu 2019 um 11 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der HIV-Tests sei um 22 Prozent zurückgegangen, was den Beginn einer Behandlung in den meisten Ländern verzögert habe. Der Kampf gegen Malaria sei durch Covid-19 nicht ganz so stark betroffen gewesen, hieß es weiter. Allerdings sei die Zahl der getesteten Malariaverdachtsfälle um 4,3 Prozent zurückgegangen.

9.40 Uhr: GEW will Schüler auch mit einem „Döner-Gutschein“ zum Impfen bringen

Der Weg zur Impfung kann nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch über Appetit und Magen gehen. Um die Impfquote bei den Schülerinnen und Schülern im Südwesten zu erhöhen, seien Kreativität und Ideen des Gesundheitsministeriums um Minister Manne Lucha (Grüne) gefragt. „Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?“, schlägt die GEW-Landeschefin Monika Stein vor.

Es reiche nicht, wenn die Schulleitungen vom Kultusministerium Internet-Links zum Thema Impfen zugesandt bekämen, sagte sie vor einer Pressekonferenz der Bildungsgewerkschaft an diesem Mittwoch (10.00 Uhr). Sie empfiehlt zudem leicht verständliche Flugblätter zum Impfen für Jugendliche und deren Eltern an den weiterführenden Schulen. Diese könnten am ersten Schultag verteilt werden.

Bei den Lehrkräften in Kitas und Schulen geht die GEW derzeit von einer Impfquote von 80 bis 95 Prozent aus. Dennoch sei man von Normalität in den Klassenzimmern der 4500 Schulen noch weit entfernt, sagte Stein. An den Schulen im Südwesten braucht es laut GEW zudem noch mehr Luftreinigungsgeräte. Die Bildungsgewerkschaft fordert auch PCR-Tests als Standard und mobile freiwillige Impfangebote der Schulträger.

8.10 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erneut leicht auf 82,7

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist den zweiten Tag in Folge leicht gesunken. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 82,7 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Am Vortag hatte der Wert noch bei 83,8 gelegen, am Montagmorgen bei 84,3 und vor einer Woche bei 75,7. Binnen 24 Stunden wurden 13.565 Neuinfektionen gemeldet. 35 weitere Menschen starben den Angaben zufolge im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Damit beträgt die Zahl der Todesopfer in Deutschland seit Beginn der Pandemie nun 448, insgesamt wurden laut RKI 4.030.681 Ansteckungen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI rund 3.793.000.

7.07 Uhr: GEW fordert mehr Kreativität beim Aufruf zum Impfen der Schüler

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert mehr Kreativität, um die Impfquote bei den Schülerinnen und Schülern im Südwesten zu erhöhen. Es reiche nicht, wenn die Schulleitungen vom Kultusministerium Links zum Thema Impfen zugesandt bekämen, teilte GEW-Landeschefin Monika Stein vor der Pressekonferenz der Bildungsgewerkschaft mit.

Die GEW wünsche sich mehr Engagement vom Kultus- und Sozialministerium. „Wie wäre es zum Beispiel mit einem Lucha-Schüler*innen-Döner-Gutschein für jede geimpfte Person ab zwölf Jahren?“, schlug Stein mit Verweis auf Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) vor. Bei den Lehrkräften in Kitas und Schulen geht die GEW derzeit von einer Impfquote von 80 bis 95 Prozent aus.

Dennoch sei man von Normalität in den Klassenzimmern der 4500 Schulen noch weit entfernt, so Stein. An den Schulen im Südwesten braucht es laut GEW zudem noch mehr Luftreinigungsgeräte.

Das waren die Entwicklungen vom Dienstag, 7. September: 

22.59 Uhr: NRW will künftig nur infizierte Kinder in Quarantäne schicken

In Nordrhein-Westfalen sollen bei Corona-Infektionen in Schulen und Kitas in der Regel nur noch die erkrankten Kinder selbst in Quarantäne. „Wir schaffen eine Regelung mit Augenmaß, die sowohl die Sicherheit unserer Kinder und Jugendlichen sicherstellt, als auch ihr Recht, am Präsenzunterricht und der Betreuung teilzunehmen“, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dazu am Dienstagabend in Düsseldorf.

Der Virologe Alexander Kekulé äußerte sich kritisch dazu. Er sagte im Podcast „Corona-Kompass“ von MDR-Aktuell, dies sei ein Paradigmenwechsel. Das müsse die Politik den Eltern gegenüber transparent machen. „Wir gehen hier ein ziemlich hohes Risiko ein. Wir werden die Fälle nicht mehr nachverfolgen können. Wir nehmen in Kauf, dass die Kinder infiziert werden.“

22.28 Uhr: Scholz will auch nach Corona digitalen Unterricht

Schülerinnen und Schüler in Deutschland sollen nach dem Willen von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz auch nach der Corona-Pandemie weiter teils digital unterrichtet werden können. „Corona ist ja bald vorbei, und dann sollten wir aber nicht aufhören mit der digitalen Infrastruktur an den Schulen“, sagte Scholz am Dienstagabend in der ARD-„Wahlarena“.

„Wir sollten nicht wünschen, dass jetzt eine ganze Woche Digitalunterricht stattfindet - aber wenn mal zwei, drei Stunden digital gemacht werden, wenn man lernt zusammenzuarbeiten zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrern mit digitalen Formaten, dann hilft das ja auch, dass junge Leute gut vorbereitet sind für ein Leben, in dem digitale Kommunikationsmöglichkeiten eine ganz, ganz große Rolle spielen.“

Scholz äußerte die Erwartung, dass die Milliardenförderung des Bundes für die Schuldigitalisierung im „Digitalpakt Schule“ nun auch verstärkt an den Schulen ankommt. Die meisten Mittel seien inzwischen von den Ländern bestellt, so der Finanzminister. Scholz sagte, in den Ländern werde es auch gelingen, die Mittel des Pakts gut einzusetzen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass der nicht aufhört, sondern dass der weitergeht, bis wir eine gute digitale Infrastruktur für jede Schule in Deutschland haben.“ Bund, Länder und Gemeinden müssten dabei zusammenarbeiten.

21.18 Uhr: Pharma-Industrie geht von genug Corona-Impfstoff für alle aus

Noch in diesem September werde die Schwelle von insgesamt 7,5 Milliarden produzierter Dosen überschritten werden, sagte IFPMA-Chef Thomas Cueni. Bis Ende des Jahres sei dann von zwölf Milliarden produzierter Dosen auszugehen.

Selbst wenn reichere Länder mit zusätzlichen Impfungen begännen und etwa alle Menschen ab zwölf Jahren impfen wollten, blieben dann noch mindestens 1,2 Milliarden Dosen für die Weiterverteilung an ärmere Länder übrig, rechnen die Pharma-Vertreter vor. „Das bedeutet auch, dass Regierungen, die noch Dosen für den Fall eines Engpasses zurückhalten, dies nicht mehr tun müssen“, sagte Cueni.

Bislang sind die verfügbaren Impfstoffe auf globaler Ebene höchst ungleich verteilt. In den reicheren Ländern sind teils bis zu 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. In Afrika sind es durchschnittlich hingegen nur rund sechs Prozent.

20.33 Uhr: Mit einen "Impfaktionswoche" will die Bundesregierung in der kommenden Woche zur Immunisierung gegen das Coronavirus aufrufen.

Mit einen "Impfaktionswoche" will die Bundesregierung in der kommenden Woche zur Immunisierung gegen das Coronavirus aufrufen. Bei der Aktion arbeite die Regierung mit zahlreichen Verbänden und Organisationen zusammen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in der Fernsehsendung "RTL Direkt". Das Spektrum der Teilnehmer reiche von Sportvereinen über Ärzteverbände bis hin zu Richtervereinigungen.

Ziel sei, "dass wir einen gemeinsamen Ruck für viele Impfungen in Deutschland bekommen - Sportplatz, Kirchplatz, Arbeitsplatz, Spielplatz, wo immer sich eine einfache Gelegenheit ergibt", sagte Spahn. Er wundere sich immer wieder, wie viele Menschen noch nicht geimpft seien, obwohl sie prinzipiell keine Einwände gegen eine Impfung hätten. "Denen wollen wir eine einfache Gelegenheit geben", sagte der Minister.

19.15 Uhr: Schweden hebt fast alle Corona-Einschränkungen Ende September auf

Schweden hebt Ende September so gut wie alle Corona-Einschränkungen auf. "Unser Ziel war es immer, die Beschränkungen so bald wie möglich aufzuheben", sagte Gesundheitsministerin Lena Hallengren am Dienstag vor Journalisten. Sie berief sich dabei auf die Fortschritte der schwedischen Impfkampagne und die gute epidemiologische Lage im Land. Ab dem 29. September gelten in Schweden nur noch Empfehlungen, etwa für Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln im öffentlichen Raum. Für Großereignisse erwägt die Regierung, einen Gesundheitspass einzuführen, wie er bereits in zahlreichen anderen Ländern genutzt wird.

Die schwedische Regierung hatte in der Corona-Krise keine Lockdowns verhängt. Stattdessen empfahl Stockholm, Möglichkeiten zum Homeoffice zu nutzen und begrenzte die Teilnehmerzahl bei Versammlungen. Für Restaurants und Cafés galten Beschränkungen der Öffnungszeiten, die zum Teil noch in Kraft sind. Die jüngste Aufhebung der Beschränkungen ist Teil eines im Mai veröffentlichten Plans mit fünf Etappen. Die vierte Etappe wird Ende September erreicht.

17.45 Uhr: Mehr als 2000 neue Corona-Fälle im Südwesten binnen eines Tages

Die Zahl der neuen Corona-Infektionsfälle im Südwesten ist im Vergleich zum Vortag um 2142 gestiegen. Die Fälle verteilen sich jedoch weiter sehr ungleich auf Geimpfte und Ungeimpfte. So beträgt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen mit abgeschlossener Impfserie 17,6, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Bei Menschen ohne jegliche oder mit unvollständiger Impfung sowie ohne Angaben zum Impfstatus stieg der Wert auf 202,7. Die landesweite Inzidenz beträgt derzeit 91,0.

Von den in Baden-Württemberg verfügbaren Intensivbetten sind aktuell 7,2 Prozent mit Covid-19-Patienten belegt. Die Zahl der Covid-Fälle auf den Intensivstationen fiel im Vergleich zum Vortag um 4 auf 168. Die Auslastung der Krankenhäuser ist ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Pandemielage und für einschränkende Maßnahmen, die bei steigenden Zahlen nach den Plänen der Regierung vor allem Ungeimpfte betreffen.

Die Impfquote mit Bezug auf die vollständig Geimpften beträgt derzeit 60,3 Prozent. Als mindestens einmal geimpft gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 63,2 Prozent der Menschen im Land. Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis, bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

17. 10 Uhr: Experten: Corona-Impfstoffe decken bald weltweiten Bedarf

Die Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen steigt nach Einschätzung von Experten weiter deutlich an. Bis Ende 2021 werden zwölf Milliarden Dosen produziert sein, wie die auf Unternehmens- und Wissenschaftsdaten spezialisierte Firma Airfinity am Dienstag in Genf mitteilte. Rund die Hälfte davon gehe auf das Konto chinesischer Vakzine, die andere Hälfte produzierten westliche Hersteller, hieß es. Aktuell sei fast jeder dritte Mensch auf der Erde vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Auch jüngste Daten zeigten, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Infektion und vor allem gegen schwere Verläufe sehr hoch sei. Dies gelte auch für die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus.

Die USA, Kanada, die EU und Großbritannien würden Ende September über so viele Impfdosen verfügen, dass sie ohne weiteren Schaden für eigene Impfkampagnen rund 500 Millionen Dosen an andere Staaten weitergeben könnten, so Airfinity-Chef Rasmus Bech Hansen.

Für 2022 rechnet Pfizer-Vorstandschef Albert Bourla mit einer weiteren Produktionssteigerung auf vier Milliarden Dosen des Impfstoffes von Pfizer/Biontech. Ein großer Teil davon werde bereits in ärmere Länder geliefert. 2022 werde die Versorgung mit Impfstoffen zum Beispiel für Afrika so gut sein, dass sich nicht mehr die Frage stellen werde, ob man sich impfen lassen könne, sondern - analog zu Europa und den USA - ob sich die Menschen impfen lassen wollten, meinte Bourla.

Im Schatten der Impfdiskussion hätten sich auch große Fortschritte bei der Behandlung von Covid-19 etabliert, so Bech Hansen. Habe es zu Beginn nur eine allgemein anerkannte Therapie gegeben, seien es nun acht, hieß es. Diese Entwicklung habe Millionen Leben gerettet.

16.15 Uhr: Hospitalisierung als maßgebliche Größe und Auskunftspflicht von Beschäftigten – Die wichtigsten Fragen und Antworten

Knapp drei Wochen vor der Wahl hat der Bundestag am Dienstag noch einmal neue Corona-Maßnahmen beschlossen. Damit wird die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern zur maßgeblichen Größe für Schutzmaßnahmen – bisher war es der so genannte Inzidenzwert. Zudem müssen Beschäftige in Kitas, Schulen und Heimen ihrem Arbeitgeber künftig sagen, ob sie gegen Corona geimpft sind.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Infektionsschutzgesetz

15.45 Uhr: Bundestag beschließt mehrere Corona-Neuregelungen

Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken soll künftig die wesentliche Messlatte zur Beurteilung der Pandemielage sein. Das sieht eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, die der Bundestag am Dienstag beschlossen hat. Dies soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen, die angesichts der Impfungen nicht mehr als so aussagekräftig gelten. Berücksichtigt werden sollen aber auch „weitere Indikatoren“. Genannt werden die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen, verfügbare Intensivkapazitäten und die Zahl der Geimpften. Die Länder sollen dann jeweils festlegen können, wo kritische Schwellen liegen, ab denen weitergehende Alltagsbeschränkungen greifen.

Außerdem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind. Die Änderungen im Infektionsschutzgesetz wurden an das Gesetzesverfahren angehängt, mit dem ein milliardenschwerer Hilfsfonds für den Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands eingerichtet wird. Der Bundesrat soll den Neuregelungen in einer Sondersitzung am Freitag noch zustimmen.

15 Uhr: Schleswig-Holstein schafft Maskenpflicht bei Gelten der 3G-Regel ab

Schleswig-Holstein will die Maskenpflicht bei Veranstaltungen, beim Sport und in der Gastronomie abschaffen. Dort greift das sogenannte 3G-Prinzip, wonach nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zugang erhalten. „Überall da, wo 3G in Schleswig-Holstein eingehalten werden kann, gelten in Zukunft keinerlei Beschränkungen mehr“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Kiel.

Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will damit zum 20. September einen klaren Kurswechsel vollziehen. Sie setzt künftig auf die sogenannte 3G-Regel. Den Plänen zufolge gibt es dann bei Veranstaltungen, im Kino, beim Sport oder in der Gastronomie keine Kapazitätsbeschränkungen mehr. Überall dort, wo die 3G-Regel nicht praktikabel sei wie im Einzelhandel oder im öffentlichen Nahverkehr bleibe es bei den bestehenden Regeln, sagte Günther.

Neben der Sieben-Tage-Inzidenz soll künftig die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten stärker in den Blick rücken. Derzeit seien nur 2,2 Prozent der möglichen Intensivbetten belegt, sagte Günther. Am Montag hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein binnen sieben Tagen nach Angaben der Landesregierung bei 50,8 pro 100 000 Einwohnern gelegen. In den Krankenhäusern wurden 67 Covid-19-Patienten behandelt. 19 von ihnen liegen auf der Intensivstation, 16 werden dort beatmet.

13.15 Uhr: Land berät neu über Quarantäne-Regeln in Schulen

Nach dem Beschluss der Länder über neue Quarantäne-Regeln bei Corona-Fällen in Schulen berät Baden-Württemberg erneut über die Bestimmungen zum Schulstart am 13. September. Hintergrund ist, dass das Land vor gut einer Woche deutlich lockerere Regeln beschlossen hatte, als sie der Beschluss der Gesundheitsminister vom Montag jetzt vorsieht. Deshalb hatte sich Baden-Württemberg bei der Abstimmung der Länder am Montag als einziges Land neben Rheinland-Pfalz enthalten. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart sagte am Dienstag, man berate nun mit dem Kultusministerium, ob man die Verordnung anpassen muss.

Die Gesundheitsminister der Länder entschieden am Montag mehrheitlich, dass symptomfreie Kinder, die als enge Kontaktpersonen in Quarantäne sind, diese frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test beenden können. In Baden-Württemberg soll das zum Schulstart am 13. September nach bisheriger Lage anders laufen: Statt Quarantäne sollen sich alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse in weiterführenden Schulen fünf Tage lang mindestens mit einem Schnelltest täglich testen, sollte ein Mitschüler infiziert sein.

11.40 Uhr: Hunderte NGOs fordern wegen Corona Verschiebung von UN-Klimakonferenz

Wegen der unzureichenden Versorgung von ärmeren Ländern mit Corona-Impfstoff fordert ein Netzwerk aus rund 1500 Organisationen eine Verschiebung der UN-Klimakonferenz in Glasgow. Knapp zwei Monate vor der geplanten Konferenz sei „offenkundig, dass eine sichere, inklusive und gerechte Klimakonferenz unmöglich ist“, erklärte am Dienstag das Climate Action Network (CAN), dem rund 1500 Organisationen, darunter Greenpeace, WWF und Oxfam, angehören. Dies liege am „Scheitern, tausenden Menschen in armen Ländern Zugang zu Impfstoffen zu verschaffen“.

11.10 Uhr: Corona-Studie: Schlechte Belüftung bei Kappensitzung in Gangelt

Bei der Verbreitung des Coronavirus auf der sogenannten Kappensitzung in Gangelt am 15. Februar 2020 spielte die Belüftung eine wichtige Rolle. Das geht aus einer jetzt als Vorveröffentlichung (Preprint) publizierten Studie des Bonner Virologen Hendrik Streeck und anderer Wissenschaftler hervor. „Die Studie zeigt deutlich, wie wichtig eine gute Belüftung mit Frischluft und Filteranlagen sind“, sagte Streeck der Deutschen Presse-Agentur.

Die Forscher haben über Monate hinweg 411 der insgesamt etwa 450 Teilnehmer der Karnevalssitzung befragt. Die Sitzung hatte sich als Superspreader-Event herausgestellt. Fast die Hälfte der Teilnehmer - 46 Prozent - infizierte sich mit dem Virus.

Von Gangelt aus hatte sich das Virus in den darauf folgenden Wochen im ganzen Kreis Heinsberg verbreitet. Dadurch kam es in der Region an der niederländischen Grenze zum ersten großen Corona-Ausbruch in Deutschland.

10.34 Uhr: Merkel ruft zur Impfung auf: Niemand ist Versuchskaninchen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung noch einmal eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. „Sie leisten damit für sich und unsere gesamte Gesellschaft einen ganz wichtigen Beitrag, den Weg aus dieser Pandemie zu finden“, sagte sie am Dienstag bei einer Generaldebatte im Bundestag.

Gleichzeitig hob Merkel die Sicherheit der Impfstoffe hervor: „Natürlich war und ist niemand von uns beim Impfen in irgendeiner Form ein Versuchskaninchen“, versicherte die Kanzlerin. Die Impfstoffe in Deutschland hätten alle notwendigen Phasen der klinischen Prüfung und alle Zulassungsverfahren durchlaufen.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte vergangene Woche in einem Interview der NRW-Lokalradios gesagt: „50 Millionen sind jetzt zwei Mal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen - es ist gut gegangen! Bitte macht mit.“

Diese umstrittene Aussage verteidigte Scholz in der wohl letzten Plenardebatte vor der Bundestagswahl. Man müsse die Bevölkerung von der Impfung überzeugen - locker, gelassen und auch mit Witzen, über die auf vielen Veranstaltungen gelacht werde. „Wenn einige nicht lachen wollen und darüber sich aufregen, hat es vielleicht etwas damit zu tun, dass sie beim Blick auf ihre Umfragewerte wenig zu lachen haben.“

9.45 Uhr: Corona-Experte: Belastungen der Intensivstationen bis 2022

Der Corona-Experte Clemens Wendtner rechnet damit, dass die Pandemie die Intensivstationen bis weit in das nächste Jahr hinein belasten wird. „Aus ärztlicher und wissenschaftlicher Sicht muss man ganz klar erkennen, dass wir weit davon entfernt sind, den Sieg über Corona verkünden zu können“, sagte der Infektiologe der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). „Die Pandemie mit einer deutlichen Belastung der Krankenhäuser wird sich meiner Einschätzung nach über die erste Hälfte des Jahres 2022 erstrecken.“

Hauptproblem sei die derzeit kaum steigende Impfquote, sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing. „Wenn sich hier nichts signifikant in den nächsten Wochen ändert, müssen wir davon ausgehen, dass die vierte Welle jetzt im Herbst noch massiv ansteigen wird und wir wieder viele Covid-Patientinnen und Covid-Patienten in den Kliniken und nicht zuletzt auf den Intensivstationen versorgen müssen.“

Wendtner sagte weiter: „Die vierte Welle wird leider die Ungeimpften mit voller Wucht und mit allen klinischen Konsequenzen treffen, für diese Personengruppe wird es nach derzeitiger Datenlage keinen Schutz durch eine Herdenimmunität geben.“ Studien zeigten, dass die Viruslast bei der Delta-Variante um den Faktor 300 höher liegen kann als im Vergleich zum ursprünglichen Wuhan-Wildtyp des Virus.

„Für Geimpfte in der Umgebung ist dies kein Problem, aber für Ungeimpfte ist die Gefährdung vor dem Hintergrund von Delta wirklich erheblich, sie tragen ein sehr hohes Risiko zu erkranken.“

8.24 Uhr: RKI registriert 6726 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 83,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist leicht gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie bei 83,8 - am Vortag hatte der Wert bei 84,3 gelegen, vor einer Woche bei 74,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6726 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:39 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 5750 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 59 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 60 Todesfälle gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.017.116 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Inzidenz der Neuinfektionen war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

7.09 Uhr: Bundestag beschließt neue Corona-Messlatte und Impf-Auskünfte

Für den weiteren Kampf gegen die Corona-Pandemie im Herbst und Winter soll der Bundestag heute einige Neuregelungen beschließen. Als wichtigste Messlatte für mögliche neue Beschränkungen soll die Zahl der Corona-Patienten in den regionalen Kliniken verankert werden - dies soll die bisherige Orientierung an den Infektionszahlen ablösen. Außerdem sollen Beschäftigte in Kitas, Schulen und Pflegeheimen für die Zeit der Krise vom Arbeitgeber gefragt werden können, ob sie geimpft sind.

Das waren die Entwicklungen vom Montag, 6. September: 

23.01 Uhr: Lebenserwartung in Italien durch Corona-Krise um 1,2 Jahre gesunken – Rückgang um mehr als vier Jahre in besonders betroffenen Regionen

In Italien ist die durchschnittliche Lebenserwartung infolge der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr um 1,2 Jahre gesunken. In besonders betroffenen Regionen ging sie sogar um mehr als vier Jahre zurück, wie die Statistikbehörde Istat am Montag mitteilte. 2020 lag die Lebenserwartung landesweit demnach bei 82 Jahren, ein Jahr zuvor waren es noch 83,2 Jahre.

Der seit Jahren andauernde Trend zu einer steigenden Lebenserwartung sei durch die Corona-Pandemie „und den daraus resultierenden starken Anstieg der Sterblichkeit“ unterbrochen worden, teilte die Behörde mit. Am Auffälligsten ging die Lebenserwartung demnach in den im vergangenen Jahr besonders stark von der Pandemie betroffenen norditalienischen Provinzen Bergamo und Cremona zurück: Für Männer sank sie demnach um 4,3 beziehungsweise 4,5 Jahre, für Frauen um 3,2 beziehungsweise 2,9 Jahre.

21.50 Uhr: Ab kommender Woche: UEFA lässt im Europapokal wieder Gästefans zu

Die Europäische Fußball-Union will bei den Spielen im Europapokal ab kommender Woche wieder Gästefans zulassen. Darüber habe die UEFA bei einem Workshop mit allen beteiligten Clubs für die Champions League informiert, teilte Bundesligist Borussia Dortmund am Montag mit. Demnach soll in der Königsklasse für Gästefans ein Kontingent über fünf Prozent der Stadionauslastung erlaubt sein. Auch das Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE) teilte mit, dass in den Club-Wettbewerben wieder Gäste-Fans zugelassen werden sollen.

Am Abend bestätigte die UEFA die Änderungen im „Rückkehr zum Spiel Protokoll“. Der Ausschluss von Gästefans bei UEFA-Wettbewerben sei nicht verlängert worden, teilte der Verband mit. „Daher wird das Standardverfahren wieder eingeführt, das heißt 5 Prozent der insgesamt zulässigen Stadionkapazität sind den Fans der Auswärtsmannschaft vorbehalten“, hieß es.

20.13 Uhr: Gesundheitsminister lockern Quarantäne-Regeln für Schulen und Kitas

Weniger strenge Quarantäne-Regeln für Schulen und Kitas sowie frühere Corona-Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen und Pflegepersonal haben die Gesundheitsminister der Länder am Montag beschlossen. Der bayerische Gesundheitsminister und Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Klaus Holetschek, sagte nach einer Videokonferenz einer Mitteilung zufolge: „Unser gemeinsames Ziel ist, im neuen Schuljahr so viel Präsenzunterricht wie möglich zu garantieren – bei bestmöglichem Infektionsschutz für alle.“

Konkret bedeutet dies für Schulen und Kitas, dass Quarantäne-Maßnahmen nach einem Infektionsfall in der Einrichtung nur noch „mit höchstem Augenmaß“ angeordnet werden. Demnach müssten nicht mehr ganze Schulklassen oder Kitagruppen in die Isolation. Schülerinnen und Schüler ohne Symptome, die als enge Kontaktpersonen eingestuft wurden, könnten sich künftig nach frühestens fünf Tagen „freitesten“. Geimpfte und genesene Schüler seien von den Test- und Quarantänepflichten komplett ausgenommen. Die Regelungen gelten analog auch für Kitas.

Darüber hinaus haben die Gesundheitsminister und -senatoren der Länder das Angebot für Auffrischungsimpfungen für Menschen über 60 Jahre erweitert. Nach Ärztlicher Beratung und individueller Entscheidung sollten diese eine Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wahrnehmen können. Dies sei allerdings frühestens sechs Monate nach der ersten vollständigen Impfserie möglich. Das gleiche Angebot mache man Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen und in weiteren Einrichtungen für gefährdete Gruppen - etwa Heimen für Menschen mit einer Behinderung.

19 Uhr: Über sieben Prozent der Intensivbetten im Südwesten mit Covid-Patienten belegt

Fast 7,5 Prozent der in Baden-Württemberg verfügbaren Intensivbetten sind derzeit mit Covid-19-Patienten belegt. Die Zahl der Covid-Fälle auf den Intensivstationen stieg binnen eines Tages um 12 auf 172, wie das Landesgesundheitsamt am Montag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Die Auslastung der Krankenhäuser ist ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Pandemielage und für einschränkende Maßnahmen, die bei steigenden Zahlen nach den Plänen der Regierung vor allem Ungeimpfte betreffen.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ging nach dem Wochenende leicht auf 91,1 zurück nach 93,3 am Sonntag. Deutlich ist der Unterschied dieses Wertes bei Geimpften und Ungeimpften. Betrachtet man nur jene, deren Impfserie abgeschlossen ist, so wurden innerhalb einer Woche bei 18,1 je 100 000 Einwohnern Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Bei den Menschen ohne jegliche oder mit unvollständiger Impfung sowie Fällen ohne Angaben zum Impfstatus betrug der Wert hingegen 201,8.

17.40 Uhr: Regierungsentwurf sieht Gratis-Tests für Zwölf- bis 17-Jährige bis Ende November vor

Kinder von zwölf bis 17 Jahren sollen voraussichtlich noch bis Ende November kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können. Das geht aus einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine neue Testverordnung hervor, die das geplante generelle Ende der Gratis-Tests für alle Bürger zum 11. Oktober umsetzen soll. Zunächst berichteten das Nachrichtenportal „ThePioneer“ und „Business Insider“ über den Entwurf, er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Anspruch auf kostenlose Tests sollen demnach bis zum 30. November auch Personen ohne Symptome haben, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Generell möglich bleiben sollen Gratis-Tests für alle, die sich nicht impfen lassen können - darunter Kinder unter zwölf Jahren, für die es bisher keinen zugelassenen Impfstoff gibt, sowie etwa auch Schwangere.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten beschlossen, dass das vom Bund finanzierte Angebot für kostenlose Bürgertests für alle enden soll ab 11. Oktober sollen sie in der Regel selbst zu bezahlen sein. Da inzwischen allen ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Übernahme der Kosten durch den Steuerzahler nicht angezeigt, hieß es im Beschluss.

Im Verordnungsentwurf für die Neuregelung wird darauf verwiesen, dass es seit Mitte August auch für die Gruppe der Zwölf- bis 17-jährigen eine generelle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt. Um ihnen ausreichend Zeit zu gewähren, sich über Impfangebote zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, sollen für alle bis 17 Jahre Gratis-Tests bis 30. November möglich sein.

16.24 Uhr: Mallorca lockert Corona-Regeln: Nächtliche Partys wieder erlaubt

Angesichts fallender Corona-Zahlen werden die Corona-Restriktionen auf der bei Deutschen beliebten Urlauberinsel Mallorca weiter gelockert. Ab Dienstag dürfen wieder Personen aus verschiedenen Haushalten zu nächtlichen Partys zusammenkommen, teilte die Regionalregierung der zu Spanien gehörenden Mittelmeerinsel am Montag mit. Seit Ende Juli waren solche Treffen zunächst zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr verboten, später ab 2.00 Uhr.

In Gaststätten dürfen im Innenbereich künftig zudem wieder bis zu acht Personen an einem Tisch bewirtet werden, im Außenbereich bis zu zwölf Personen, wie aus dem regionalen Amtsblatt hervorgeht. Auf Ibiza mit etwas höheren Corona-Zahlen, das wie Mallorca, Formentera und Menorca zu den Balearen gehört, bleibt das Party-Verbot vorerst in Kraft.

Die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen beträgt nach neuen Zahlen des spanischen Gesundheitsministeriums von Freitagabend bei fallender Tendenz 88 und liegt damit in etwa genauso hoch wie in Deutschland. Rund 17 Prozent der Betten auf Intensivstationen der Inseln sind mit Corona-Patienten belegt. Bei der Impfrate liegt Spanien vor Deutschland. Landesweit sind 71,5 Prozent vollständig geimpft und 77 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Für die Balearen liegen diese Werte bei 67 Prozent beziehungsweise 70 Prozent.

15.50 Uhr: Drei von vier Menschen befürworten seit August geltende 3G-Regeln

Drei von vier Menschen in Deutschland befürworten die seit August geltenden 3G-Regeln. Bei Älteren ab 60 Jahren liegt die Zustimmung für die neuen Testpflichten mit 85 Prozent besonders hoch, wie eine am Montag in Berlin veröffentliche Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt. Bei den Jüngeren halten immerhin 71 Prozent die Regelung für angemessen.

Seit dem 23. August gilt bundesweit die 3G-Regel. Wer bestimmte Einrichtungen wie Altenheime, den Innenbereich von Restaurants oder Veranstaltungen in geschlossenen Räumen besuchen möchte, muss entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sein.

Auch die anderen Maßnahmen werden von einer Mehrheit nach wie vor akzeptiert. So befürworten jeweils mehr als 80 Prozent Abstandregelung, Quarantänemaßnahmen, Maskenpflicht und Testpflicht für Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer.

Vereinzelt zeigt sich allerdings auch ein wachsendes Unverständnis für bestimmte Regelungen. So sank innerhalb der vergangenen vier Wochen der Anteil derjenigen, die das Absagen von Veranstaltungen befürworten, um zehn Punkte auf 67 Prozent. Das BfR befragt für seinen Corona-Monitor regelmäßig Menschen zu ihrer Risikowahrnehmung in der Corona-Pandemie.

15 Uhr: Höchste Zahl an Corona-Todesfälle in Österreich seit Ende Juni

Österreich hat die höchste Zahl an Corona-Todesfälle seit Ende Juni verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien acht Menschen an den Folgen der Viruserkrankung gestorben, teilte die Regierung am Montag laut Bericht der Nachrichtenagentur APA mit. Außerdem gebe es eine starke Zunahme der Corona-Patienten auf Intensivstationen. Es seien derzeit 170 Schwerkranke, die dort behandelt würden. Dies sei ein Anstieg um 120 Prozent innerhalb von zwei Wochen.

Innen- und Gesundheitsministerium in Wien meldeten den Angaben zufolge zudem mehr als 1400 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden - das ist der höchste Montagswert seit Ende April. In der Alpenrepublik sind seit Pandemiebeginn mehr als 10.800 Menschen an den Folgen der Infektion gestorben.

14.40 Uhr: Spahn schlägt Fünf-Tage-Quarantäne an Schulen vor – aber mit Schutzkonzepten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für einfachere Quarantäne-Regeln bei Coronafällen in Schulklassen ausgesprochen, pocht dafür aber auf Schutzkonzepte. In der Regel solle eine einheitliche Quarantäne von fünf Tagen möglich sein, die dann mit einem negativen Test beendet werden könne, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Gelten solle dies zudem nur für „umsitzende“ Kinder und nicht die ganze Klasse. Voraussetzung dafür sei aber, dass Grundregeln umgesetzt würden, nämlich Maske tragen für alle im Unterricht, regelmäßige Tests und Lüftungskonzepte.

„Dann ist aus unserer Sicht diese alltagstauglichere und gleichzeitig Schutz bietende Lösung möglich“, sagte Spahn vor Beratungen mit den Länder-Gesundheitsministern am Montagnachmittag. So sei es auch in einer Arbeitsgruppe zwischen Ländern, Bund und Robert Koch-Institut (RKI) schon miteinander diskutiert. Spahn sagte, er sehe die Chance, zu dieser einheitlichen Linie als Empfehlung zu kommen. Dabei könne es weiter auch Einzelfallsituationen geben, in denen Gesundheitsämter vor Ort abweichend vorgingen, etwa je nachdem, wie Kinder sitzen.

Bislang gehen die Länder bei einer Quarantänedauer von 14 Tagen unterschiedlich damit um, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden. Teilweise werden nur Sitznachbarn in Quarantäne geschickt, teils ganze Klassen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte, eine große gemeinsame Linie der Länder würde für sehr viel Akzeptanz gerade bei Eltern sorgen. Präsenzunterricht sollte, so weit es gehe, dauerhaft möglich gemacht werden.

14 Uhr: Covid-Medikamente: Bund fördert sechs Unternehmen mit 150 Millionen

Das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium fördern sechs Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 arbeiten, mit 150 Millionen Euro. Wie beide Ministerien am Montag mitteilten, sollen entsprechende Forschungsprojekte der Firmen AdrenoMed AG, Apogenix AG, Atriva Therapeutics GmbH, CORAT Therapeutics GmbH, InflaRX GmbH und der DRK Baden-Württemberg-Hesse GmbH unterstützt werden.

Es geht den Angaben zufolge um die Erforschung und Entwicklung sogenannter antiviraler Medikamente, die das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, um Arzneimittel, die einen schützenden Einfluss auf die Lungenfunktion hätten oder auch um Medikamente, die überschießende Immunreaktionen dämpften.

„Teilweise wurden die Arzneimittel bereits für die Behandlung anderer Erkrankungen wie Krebs oder Sepsis erforscht. Nun soll getestet werden, ob sie auch einen Effekt auf eine Covid-19-Erkrankung haben“, hieß es in einer Mitteilung. „Selbst bei flächendeckender Verfügbarkeit von Covid-19-Impfstoffen werden nicht alle Menschen eine Impfung erhalten können. Daher werden weitere wirksame Arzneimittel gebraucht, um Erkrankte zu behandeln“, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

13.20 Uhr: Bericht: Bundesregierung konkretisiert Ende der kostenlosen Corona-Tests – Verordnungsentwurf sieht eng gefasste Ausnahmen vor

Das Vorhaben der Bundesregierung, die kostenlosen Corona-Schnelltests weitgehend abzuschaffen, konkretisiert sich. Ein Referentenentwurf für die neue Testverordnung aus dem Bundesgesundheitsministerium sehe vor, dass sich grundsätzlich nur noch diejenigen kostenlos testen lassen dürfen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen das Coronavirus geimpft werden könnten, berichtete das Magazin „Business Insider“ am Montag. Auch für Geimpfte solle es keine kostenlosen Schnelltests mehr geben.

Für Kinder zwischen zwölf und 18 Jahren soll demnach eine Übergangsregelung geschaffen werden. Dies geschehe offenbar vor dem Hintergrund, dass im Schulbetrieb in Deutschland regelmäßig getestet wird, um den Präsenzunterricht zu ermöglichen, berichtete das Magazin weiter.

Corona-Tests in Einrichtungen, in denen enger Kontakt zu stark durch das Virus gefährdeten Personen besteht, sollen den Angaben zufolge weiter durch den Staat finanziert werden. Dazu gehörten etwa Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.

„Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich“, begründet das Gesundheitsministerium dem Bericht zufolge die Neuregelung. Bund und Länder hatten im August beschlossen, dass es Corona-Schnelltests ab Mitte Oktober für die meisten Bürgerinnen und Bürger nicht mehr kostenlos sein sollen.

12 Uhr: Über 61 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft

Mehr als 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 09.21 Uhr). Demnach wurden am Sonntag 56 078 verabreichte Impfdosen gemeldet. Etwa 54,7 Millionen Menschen (65,8 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, knapp 51 Millionen (61,3 Prozent) sind vollständig geimpft.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb am Montag auf Twitter, die Zahl der Erstimpfungen am Wochenende sei zu wenig. „Die Impfquote geht uns alle an.“ Im September brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung, bekräftigte er.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen laut RKI mit 75,9 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Der Stadtstaat zählt mit 71,3 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit 55,5 Prozent Erstgeimpfter und 52,3 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

11.18 Uhr: Intensivmediziner sagen weiteren Anstieg der Corona-Patienten voraus – Verbandspräsident fordert Dämpfung der steigenden Infektionszahlen

Deutschlands Intensivmediziner blicken mit Sorge auf den Herbst. „Wir werden mit den jetzigen Impfquoten einen erneuten Anstieg auf den Intensivstationen im Oktober und November sehen“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe). „Das gute Wetter schützt uns im Moment. Die Wochen der Wahrheit kommen aber, wenn das Wetter nass-kalt und ungemütlich wird.“

„Je höher wir jetzt mit den Zahlen steigen, desto weniger Puffer werden wir haben“, sagte Karagiannidis zu den Corona-Infektionszahlen, die seit mehreren Wochen wieder deutlich steigen. „Wir müssen den Anstieg im Herbst soweit es geht in die Länge ziehen. Der Verdoppelungszeit in den Inzidenzen und bei der Intensivbelegung wird eine entscheidende Bedeutung zukommen.“

Karagiannidis sprach sich außerdem dafür aus, die Entwicklung von Corona-Impfungen per Nasenspray stärker zu fördern. „Ich glaube, wir würden beim Impfen noch besser vorankommen, wenn man den Impfstoff nicht spritzen müsste, sondern als Nasenspray verabreichen könnte“, sagte er. „Wir sollten diese Entwicklung maximal fördern.“

Bis einschließlich Sonntag hatten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums 65,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis erhalten. 61,3 Prozent der Bevölkerung sind demnach vollständig geimpft. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen stieg am Montag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 84,3. Am Montag vergangener Woche hatte der Wert noch bei 75,8 gelegen.

10.04 Uhr: Infektionsgeschehen dämpft Verbraucherstimmung
Handelsverband verweist zudem auf stockende Impfkampagne

Die Stimmung der Verbraucher hat sich im September zum zweiten Monat in Folge eingetrübt. Das geht aus dem Konsumbarometer hervor, das der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag in Berlin veröffentlichte. Das Konsumbarometer fiel um fast zwei Punkte. Steigende Infektionszahlen und die stockende Impfkampagne machten sich laut HDE in der Anschaffungsneigung und den Konjunkturerwartungen der Verbraucher bemerkbar.

Für das Konsumbarometer befragt der HDE monatlich Bürgerinnen und Bürger zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Barometer, für das für den September 1600 Menschen befragt wurden, bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

Die Sparneigung der Verbraucherinnen und Verbraucher blieb demnach unverändert hoch, die Anschaffungsneigung war im September jedoch von deutlicher Zurückhaltung geprägt. Diese könnte den privaten Konsum in den nächsten Wochen dämpfen, erklärte der HDE weiter.

Auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher fielen pessimistischer aus. Im Vergleich zum August verringerte sich der Wert, blieb jedoch weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau.

Grund für die eingetrübte Verbraucherstimmung war laut HDE insbesondere das steigende Infektionsgeschehen. Der weitere politische Umgang mit der Pandemie und die Fortschritte bei der Impfkampagne seien deshalb entscheidend für die weitere Entwicklung der Verbraucherstimmung in Deutschland.

9.10 Uhr: Kanzleramtsminister Braun für einheitliche Corona-Regeln in Schulen

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat sich für einheitliche Quarantäne-Regeln in den Schulen ausgesprochen. Die Regelung solle sich eng an dem Beschluss der Ministerpräsidenten orientieren, der eine fünftägige Quarantäne "plus dann Freitestmöglichkeit" vorsehe, sagte Braun im ZDF-"Morgenmagazin". "Ich glaube, dass wir auch so am besten die Ausbreitung in den Schulen verhindern können."

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte umsichtige Quarantäneregeln für den Schulbetrieb. "Wenn eine gute Lüftung im Klassenzimmer gewährleistet ist, wenn vielleicht sogar eine Raumluftfilteranlage drin ist, dann muss man nicht die Kinder einer ganzen Klasse in Quarantäne schicken", sagte er im Podcast "Die Schulstunde" des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

8 Uhr: Mehrheit für strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte

Mögliche striktere Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte als für Geimpfte etwa beim Zugang zu Veranstaltungen in Innenräumen treffen laut einer Umfrage mehrheitlich auf Zustimmung. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworteten es 58 Prozent, wenn für Ungeimpfte strengere Regeln gelten würden - 28 Prozent halten dagegen gleiche Regeln wie für Geimpfte und Genesene für richtig. Weitere 9 Prozent der Befragten gaben an, alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie abzulehnen.

7.07 Uhr: RKI registriert 4749 Corona-Neuinfektionen, Inzidenz bei 84,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 84,3 - am Vortag hatte der Wert bei 83,1 gelegen, vor einer Woche bei 75,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4749 Corona-Neuinfektionen.

Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 06:05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4559 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 8 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 10 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.010.390 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Das waren die Entwicklungen vom Sonntag, 5. September:

20.26 Uhr: Auffrischungsimpfungen in USA könnten teils verzögert anlaufen

In den USA kann die Vergabe von Corona-Auffrischungsimpfungen womöglich nicht wie ursprünglich geplant anlaufen. Der Immunologe und Berater von US-Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, sagte am Sonntag dem Fernsehsender CBS, es sei möglich, dass bis zum angepeilten Starttermin am 20. September nur Auffrischungsimpfungen eines Herstellers von der Arzneimittelbehörde FDA zugelassen seien - und nicht, wie erhofft, die Präparate sowohl von Pfizer/Biontech als auch von Moderna. Ursprünglich sei das Ziel gewesen, ab dem 20. September Auffrischungsimpfungen mit beiden Präparaten anzubieten. Fauci betonte aber, vermutlich könne man zu dem Zeitpunkt zumindest mit einem Präparat starten, und mit dem anderen Präparat dann ein paar Wochen später.

Die US-Regierung hatte Mitte August Pläne vorgestellt, wonach die amerikanische Bevölkerung ab dem 20. September mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus versorgt werden soll. Erwachsene Amerikaner sollen demnach acht Monate nach Abschluss ihrer ersten beiden Impfungen mit den Präparaten von Moderna oder Pfizer/Biontech eine dritte Dosis bekommen können. Die Regierung hatte jedoch bereits bei der Vorstellung der Pläne betont, diese stünden noch unter Vorbehalt von Prüfungen der FDA zur Effektivität und Sicherheit der Auffrischungsimpfungen mit beiden Präparaten.

17.02 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten nähert sich der 100er-Marke

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg klettert weiter und nähert sich Schritt für Schritt der 100-er Marke. Nach den jüngsten Daten des Landesgesundheitsamts (LGA) lag die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) bei 93,3. Am Vortag hatte das LGA 90,9 Infektionen gemeldet, vor einer Woche waren es 78,5. Die Inzidenzwerte sind zwar nicht mehr so relevant für politische Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Der Anstieg zeigt aber ebenso wie die nicht täglich gemeldete Belegungsquote der Intensivbetten, dass sich die Belastung der Krankenhäuser verschärfen könnte.

Die höchste Inzidenz hatte auch am Sonntag der Stadtkreis Mannheim mit 153,2. Das landesweit geringste Infektionsgeschehen herrscht weiter im Neckar-Odenwald-Kreis mit einer Inzidenz von 46,6. Die Behörde verzeichnete 662 neue Infektionen und einen neuen Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit haben sich mittlerweile 536 570 Menschen in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Virus infiziert, 10 498 Todesfälle stehen im Zusammenhang damit. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich in Baden-Württemberg laut LGA weit mehr als 10 300 Menschen mit dem Virus.

15.36 Uhr: Deutlich mehr Impfungen als gemeldet

Die Zahl der Impfungen in Deutschland ist laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ deutlich höher als gedacht. Das gehe aus Erhebungen der Kassenärztlichen Vereinigungen in mehreren Bundesländern hervor. Im zweiten Quartal sind demnach mindestens 350 000 verabreichte Dosen dem Robert Koch-Institut (RKI) nicht gemeldet worden und tauchen nicht in der bundesweiten Impfquote auf. Laut RKI sind derzeit mehr als 61 Prozent aller Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Eine solche Lücke war zunächst in Hamburg bekannt geworden, wo bis Ende Juni rund 71 000 Impfungen nicht erfasst waren. In Bayern liegt die Lücke dem Bericht vom Sonntag zufolge bei rund 150 000, in Baden-Württemberg und Berlin jeweils bei rund 50 000 Impfungen. Sachsens Praxen haben rund 29 000 Impfungen nicht gemeldet. Im Saarland und in Brandenburg gab es dagegen offenbar zusammen genommen rund 18 000 weniger Impfungen als gemeldet.

Die Praxen erfassen die Impfungen doppelt: einmal über ein Portal des RKI, zum anderen über ihre Abrechnungssoftware. Bei einem Vergleich dieser Zahlen seien die Differenzen zu Tage getreten.

13.56 Uhr: Spahn wirbt für baldige Corona-Impfungen bei bisher Zögernden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat noch zögernde Bürger dazu aufgerufen, Angebote für Corona-Impfungen möglichst bald wahrzunehmen. „Jetzt im September entscheiden wir darüber, und zwar in Deutschland und Europa, wie sicher wir durch Herbst und Winter kommen“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag in Rom am Rande eines G20-Treffens der Gesundheitsminister. Um sicher durch die nächsten Monate zu kommen, brauche es „noch fünf Millionen Impfungen und mehr in Deutschland“. Nötig sei noch mehr Tempo. Vollständig geimpft sind bisher 50,9 Millionen Menschen oder 61,2 Prozent der Bevölkerung.

Spahn betonte, Impfen schütze nicht nur einen selbst, sondern auch andere und insbesondere die Schwächeren in der Gesellschaft. Zugleich gelte es zu sagen: „Wer sich nicht impfen lässt, der wird es an bestimmten Stellen eben auch schwerer haben müssen, einfach weil der Schutz nicht da ist.“ Er wandte sich erneut gegen eine Impfpflicht, die zu Spaltungen führen würde. Spahn machte deutlich, es gebe aus seiner Sicht nur eine „sehr geringe Zahl“ von Menschen, die Impfungen grundsätzlich und hart ablehnten. „Die anderen können und wollen wir erreichen.“

12.17 Uhr: Maskenlos im Takt Erste Clubs öffnen die Tanzflächen

Seit dem Wochenende kann in baden-württembergischen Clubs unter bestimmten Bedingungen wieder ohne Maske getanzt werden. Club-Besucher haben unter anderem in Freiburg und Stuttgart wieder maskenlos auf den Tanzflächen gefeiert. Möglich ist dies nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga durch ein mit dem Gesundheitsministerium ausgearbeitetes Muster-Hygienekonzept. Allerdings brauchen alle Clubs für das Tanzen ohne Maske in der Corona-Pandemie eine Genehmigung des jeweiligen Gesundheitsamtes.

Eine wichtige Rolle bei den Auflagen spielt die Belüftung des jeweiligen Clubs. Betriebe, die mit ihrer Lüftungsanlage eine Frischluftzufuhr von mindestens 40 Kubikmetern pro Stunde und Person gewährleisten können, dürfen seit dem Wochenende unter Beachtung der 3G-Regel - geimpft, genesen oder getestet - bei voller Kapazität öffnen und Tanzen ohne Masken erlauben. Als Testnachweis gelten nur höchstens 48 Stunden alte PCR-Tests. Bei weniger starken Lüftungsanlagen dürfen höchstens 70 Prozent der sonst zulässigen Gästezahl in den Club kommen - und nur, wenn die Besucher geimpft oder genesen sind. Clubs ohne Lüftungsanlagen müssen als Ersatz Luftreiniger einsetzen.

Mit diesen Lockerungen geht Baden-Württemberg weiter als andere Bundesländer.

11.20 Uhr: Italiens Staatschef lobt EU für Vorgehen in der Coronakrise

Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella hat die EU für ihr Vorgehen in der Corona-Krise gelobt. „Die Europäische Union hat im Kampf gegen die Pandemie und die wirtschaftlichen wie sozialen Folgen gezeigt, dass sie effizient und schnell reagieren kann“, schrieb der 80-Jährige am Samstag in einem Grußwort an die Teilnehmer einer dreitägigen, internationalen Konferenz am Comer See. Die EU habe sowohl bei den Impfkampagnen gegen das Virus als auch den sozialen Maßnahmen und den wirtschaftlichen Hilfen gezeigt, dass sie als kontinentale Gemeinschaft erfolgreich sei, meinte Mattarella.

Das Staatsoberhaupt zog damit ein anderes Fazit als viele Kritiker des Vorgehens der Staatengemeinschaft in den vergangenen Monaten. Selbst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte im Februar etliche Fehler eingeräumt, etwa bei der Organisation des Impfstoffs. Zudem hatte es etwa in den Phasen der Lockdowns ein teils uneinheitliches Vorgehen der Staaten, beispielsweise bei den Grenzkontrollen, gegeben, das sogar die EU selbst anprangerte.

10.09 Uhr: Proteste gegen Corona-Regeln in Frankreich Teilnehmerzahlen gehen seit Wochen zurück

Rund 140.000 Menschen sind in Frankreich gegen die Corona-Regeln auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Paris beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums am Samstag rund 18.000 Menschen an den Protesten, landesweit gab es 215 Protestaktionen.

Seit Mitte Juli gehen samstags landesweit zehntausende Menschen gegen die verschärften Corona-Regeln in Frankreich auf die Straße. Die Teilnehmerzahlen gingen in den vergangenen Wochen jedoch immer mehr zurück. Laut einer aktuellen Umfrage befürworten 67 Prozent der Franzosen die als Gesundheitspass bezeichnete Regelung, wonach für die Teilnahme am öffentlichen Leben eine Corona-Impfung, -Genesung oder ein negativer Test vorgelegt werden muss.

9.15 Uhr: Umfrage: Mehrheit gut über Impfungen informiert Jüngere weniger

Über die Corona-Impfungen fühlen sich die meisten erwachsenen Bundesbürger laut einer Umfrage gut informiert - aber je jünger, desto weniger. Nach eigenem Bekunden gut über Wirkungen, Risiken und Nebenwirkungen im Bilde sehen sich 61 Prozent, wie die repräsentative Umfrage im Auftrag des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) ergab. Bei Menschen ab 60 Jahren sagten dies 72 Prozent von sich, während es bei den 18- bis 29-Jährigen 48 Prozent waren.

Unterschiede zeigen sich laut der Umfrage auch in Zusammenhang mit der Impfbereitschaft. Gut informiert fühlten sich demnach 73 Prozent der Befragten, die nach eigenen Angaben schon geimpft sind oder dies fest vorhaben. Unter denen, die eine Impfung nicht fest vorhaben, sehen sich noch 29 Prozent gut informiert - und 54 Prozent nicht. Insgesamt haben laut der Umfrage 75 Prozent der Befragten schon eine Impfung oder dies fest vor, bei 18 Prozent ist dies nicht der Fall. Dabei steigt der Anteil der Geimpften und Impfwilligen mit dem Alter.

8.33 Uhr: Mehr als vier Millionen Corona-Infizierte Inzidenz steigt auf 83,1

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Bislang haben die Gesundheitsämter 4 005 641 Ansteckungen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagfrüh hervorging. Die tatsächliche Zahl der Ansteckungen hierzulande dürfte höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Im Laufe des Samstags übermittelten die Ämter demnach 10 453 Fälle. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8416 Ansteckungen gelegen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,83 an (Vortag 1,74). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 12 Todesfälle gewesen. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 768 400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92 346.

Das waren die Entwicklungen vom Samstag, 4. September:

21.30 Uhr: Erneut Massenproteste in Frankreich gegen Corona-Politik von Macron

In Frankreich haben am achten Wochenende in Folge wieder mehr als hunderttausend Menschen gegen die verschärften Corona-Regeln demonstriert. Laut Innenministerium gingen am Samstag landesweit mehr als 140 000 Menschen auf die Straße, über 18 000 in Paris. Die quer durch das Land organisierten Demonstrationen richteten sich gegen den von Präsident Emmanuel Macron und der Regierung verlangten Gesundheitspass zum Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test sowie die Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen, darunter Beschäftigte im Gesundheitswesen.

In zahlreichen Städten wurden erneut Tausende Teilnehmer gezählt. Im südfranzösischen Montpellier sollen laut Präfektur mindestens 6000 Menschen auf die Straße gegangen sein, in Avignon rund 4000. Das französische Innenministerium ging für diesen Samstag von bis zu 170 000 Teilnehmern landesweit aus. Im Juli und August waren an mehreren Samstagen jeweils mehr als 200 000 Menschen auf die Straße gegangen.

In dem Land mit 67 Millionen Einwohnern sind inzwischen zwei Drittel der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, 72,3 Prozent haben eine erste Impfdosis erhalten. Parallel dazu sinkt die Zahl der Klinikeinweisungen von Corona-Patienten, und die Sieben-Tage-Inzidenz ist rückläufig. Angespannt bleibt die Corona-Lage in den französischen Überseegebieten. 

20.35 Uhr: Mann greift in Thüringen Corona-Impfteam an Verletzte

Bei einer Corona-Impfaktion im thüringischen Gera ist am Samstag ein mobiles Impfteam angegriffen worden. Dabei seien zwei Mitglieder des Teams verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Die Polizei bestätigte den Vorfall, der sich am Nachmittag in einem Einkaufszentrum ereignete. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hatte der Mann eine Impfbescheinigung verlangt, wollte sich aber nicht impfen lassen. Als die Mitarbeiter ihm sagten, dass es ohne Impfung keine Bescheinigung gebe, sei der Mann „ausgetickt“. Er habe eine medizinische Fachangestellte und einen Helfer verletzt.

Sie wurden in einem Krankenhaus behandelt, aber nach KV-Angaben bereits wieder entlassen. Der Angreifer habe sich bei der Impfaktion registrieren lassen, sodass seine Daten bekannt waren. Die Polizei stellte ihn nach Angaben eines Sprechers in einem Parkhaus, gegen ihn laufe eine Anzeige. Er sei auf freiem Fuß. Laut Polizei soll auch er im Einkaufszentrum leicht verletzt worden sein.

Dem KV-Pandemiestabsleiter zufolge ist es das erste Mal seit Beginn der Impfkampagne, dass ein Impfteam in Thüringen angegriffen wurde. Die Impfaktion wurde daraufhin abgebrochen, bis zum Vorfall waren 120 Menschen geimpft worden. Die Aktion soll wiederholt werden.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) verurteilte die Tat ebenso wie Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos). „Aus der Hetze der Impfgegner werden Taten“, sagte Werner. „Das können wir als Gesellschaft nicht akzeptieren. Unsere Impfteams sind unterwegs, damit sich Menschen vor der Infektion mit dem heimtückischen Virus schützen können.“

19.05 Uhr: Expertin: Nie wieder Besuche in Pflegeheimen verhindern

Nach Ansicht der Gerontologin Adelheid Kuhlmey sollten Besuche in Pflegeheimen auch bei einer sich zuspitzenden Corona-Lage möglich sein. Geimpfte, genesene und getestete Angehörige sollten auf alle Fälle weiter Zugang zu den etwa 800.000 Bewohnerinnen und Bewohnern der 14.000 Pflegeheime in Deutschland haben, sagte die Alternsforscherin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag): „So etwas wie in der ersten Welle der Pandemie darf sich nie wiederholen.“

Durch die Abschottung der Heime seien neue Risiken für Bewohnerinnen und Bewohner entstanden: Verwirrtheitszustände nahmen zu, Verläufe von demenziellen Erkrankungen wurden beeinflusst, Einsamkeitsgefühle traten auf.“ Die wissenschaftliche Leiterin des Centrums für Human- und Gesundheitswissenschaften an der Berliner Charite ist eine der Autorinnen der Studie Covid-Heim. Diese beleuchtet die Situation von Pflegeheimbewohnern und -personal in der ersten Corona-Welle. Alle Heime seien dazu aufgerufen, ein Hygienekonzept zu erarbeiten, das auch für den Fall weiter steigender Infektionszahlen trägt, so Kuhlmey weiter.

Das Heimpersonal rief die Expertin dazu auf, sich impfen zu lassen. Zwar gebe es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Höhe der Impfquoten beim Heimpersonal, eine niedrige Quote aber sei eine Gefahr für Herbst und Winter: „Ich befürworte keine Pflicht zum Impfen, aber ich würde an die Verantwortung appellieren wollen, die Pflegekräfte in den Heimen für die Bewohner und ihre Gesundheit tragen.“

18.00 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten erneut gestiegen

Das Corona-Infektionsgeschehen im Südwesten nimmt weiter zu. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Samstag auf 90,9 (Stand: 16.00 Uhr) gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte. Am Freitag hatte dieser Wert noch bei 87,3 gelegen. Die Inzidenzwerte sind inzwischen nicht mehr so relevant für politische Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Der Anstieg macht aber deutlich, dass sich die Lage wieder verschärft.

Die höchste Inzidenz hatte am Samstag der Stadtkreis Mannheim mit 142,6. Das landesweit geringste Infektionsgeschehen herrscht derzeit im Neckar-Odenwald-Kreis mit einer Inzidenz von 46,6.

Die Behörde verzeichnete 1685 neue Infektionen und einen neuen Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit haben sich mittlerweile 535 908 Menschen in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Virus infiziert, 10 497 Todesfälle stehen im Zusammenhang damit.

17.30 Uhr: Polizei löst Party in Waldhütte mit 80 Feiernden auf

Ohne Genehmigung, ohne Masken, ohne Abstand: Die Polizei in Schwetzingen in Baden-Württemberg hat eine Party in einer Waldhütte mit rund 80 jungen Gästen aufgelöst. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, trafen die Beamten bei einer Streifenfahrt in der Nacht auf die Feiernden. Die Mehrheit der Partygäste flüchtete beim Anblick der Polizei in den angrenzenden Wald, etwa 30 Menschen blieben vor Ort.

Die Polizei nahm Personalien auf und leitete Überprüfungen beim zuständigen Ordnungsamt ein - denn der Veranstalter hatte zwar für eine Musikanlage samt DJ-Pult gesorgt, jedoch keine Genehmigung für die Feier und kein Hygienekonzept. Anzeigen gab es auch wegen Beamtenbeleidigung sowie des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

16.30 Uhr: Spahn: Müssen Impfquote unbedingt steigern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat mit Blick auf Herbst und Winter erneut eindringlich zu mehr Corona-Impfungen aufgerufen. „Die Impfquote ist noch zu niedrig, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern“, sagte der CDU-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). Die Infektionszahlen bei Ungeimpften seien mehr als zehn Mal höher als bei Geimpften, 90 Prozent der Covid-Patienten auf Intensivstationen seien ungeimpft.

Den „harten Kern“ der Impfgegner-Szene könne man nicht überzeugen, machte Spahn deutlich. „Ihre Ablehnung hat schon fast religiös-fanatischen Charakter.“ Es gebe aber „Impfmuffel und Zweifler“, denen manchmal die Gelegenheit und manchmal ein Argument fehle. „Mit ihnen müssen wir im Gespräch bleiben.“ Der Minister betonte: „Wir müssen die Impfquote steigern, unbedingt.“ Eine Impfpflicht lehnte er aber erneut ab.

15.50 Uhr: Lauterbach fordert striktere Corona-Maßnahmen ab Herbst

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach striktere Corona-Maßnahmen ab Herbst gefordert. „Wenn die Zahlen weiter so steigen, müssen wir vermehrt 2G einführen - je früher, desto besser“, sagte er dem Portal „Business Insider“ mit Bezug auf Geimpfte oder Genesene. Nur so sei es möglich, die Infektionskurve zu senken.

„Einen weiteren Lockdown halte ich nicht für notwendig“, sagte Lauterbach weiter. „Die einzige Frage ist, wann und wo kommt 2G. Anders kriegt man die Zahlen nicht nach unten.“ Besonders bei Clubs, Restaurants und Kneipen müssten die Vorgaben strenger werden.

14.31 Uhr: Laschet für baldiges Ende von Corona-Hilfen für Unternehmen

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet spricht sich für ein zügiges Ende der Corona-Hilfen für Unternehmen aus. "Ziel muss die schnelle Rückkehr zur normalen Wirtschaft sein", sagte Laschet den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). Der Staat könne "nicht auf Jahre diese großen Leistungen erbringen".

"Die Wirtschaft beginnt gerade sich zu berappeln", hob Laschet hervor. Wenn dies gelinge, würden "auch die pandemisch bedingten Wirtschaftshilfen enden". Steuererhöhungen seien in dieser Lage allerdings tabu. Entsprechende Pläne der SPD "würgen den zarten Aufschwung ab", warnte der CDU-Chef.

13.59 Uhr: Über 61 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft

Mehr als 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn am Samstag auf Twitter mit. Demnach haben mehr als 54 Millionen Menschen (65,7 Prozent) eine Erstimpfung erhalten. Fast 51 Millionen Menschen (61,2 Prozent) haben den vollen Impfschutz, für den es meist eine zweite Spritze braucht. „Das ist gut - aber wir brauchen noch mindestens 5 Millionen Impfungen für einen sichereren Herbst und Winter“, schrieb der CDU-Politiker am Samstag bei Twitter mit Blick auf vollständige Impfungen.

In Deutschland macht sich allerdings zusehends eine Corona-Impfmüdigkeit breit. Hauptgrund ist aus Sicht des Berliner Charité-Virologe Christian Drosten eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung. Das sagte er im Podcast „Das Coronavirus-Update“ von NDR Info (Freitag). Deutschland werde deshalb im Herbst „mit Sicherheit“ wieder Kontaktbegrenzungen brauchen. Gelassen in den Herbst zu gehen, sei eine gewagte Vorstellung.

13.28 Uhr: USA wollen sich besser für künftige Pandemien wappnen

Angesichts der verheerenden Folgen durch die Ausbreitung des Coronavirus wollen sich die USA besser für künftige Pandemien rüsten. Die US-Regierung stellte am Freitag Pläne vor, wie sie das Land für solche Gesundheitskrisen effizienter aufstellen will. Dazu gehöre unter anderem, landesweite Vorräte an Schutzausrüstung aufzustocken, Frühwarnsysteme zur Erkennung neuer gefährlicher Viren zu etablieren und systematisch die Grundlagen dafür zu schaffen, dass Impfstoffe und Behandlungspräparate rasant entwickelt und hergestellt werden können. Investiert werden müsse etwa auch in öffentliche Labore und die Rekrutierung von Gesundheitsexperten in Kommunen, Bundesstaaten und auf Bundesebene.

Der Wissenschaftsberater von US-Präsident Joe Biden, Eric Lander, sagte, für die Pläne seien über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren Ausgaben in Höhe von gut 65 Milliarden US-Dollar (rund 55 Milliarden Euro) veranschlagt. In einem Papier der Regierung zu den Plänen hieß es, so erschütternd die Folgen durch das Coronavirus auch seien - künftige Pandemien könnten deutlich schlimmer werden. Im Fall von Corona habe es viel Vorwissen über verwandte Virusvarianten gegeben. Das könne in einer künftigen Krise anders sein.

12.48 Uhr: Laschet: Kompromiss zur Corona-Impfabfrage bei Beschäftigten unzureichend

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hat den Kompromiss der großen Koalition zur Abfrage des Corona-Impfstatus von Beschäftigten als unzureichend kritisiert. "Aus Gründen der Betriebssicherheit sollte es Arbeitgebern erlaubt sein, sich nach Impfungen in der Belegschaft zu erkundigen - natürlich unter der Voraussetzung, dass diese Informationen vertraulich bleiben", sagte Laschet den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). "Leider war das im Bund mit der SPD für alle Unternehmen nicht zu machen."

Der CDU-Chef führte aus, immerhin sei erreicht worden, dass die Arbeitgeber in besonders sensiblen Bereichen ein Auskunftsrecht bekämen, also in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. "Angesichts der aktuellen pandemischen Lage ist das aus Sicht des Infektionsschutzes auch absolut notwendig", sagte Laschet.

12.20 Uhr: Lehrerverband lehnt Impfauskunftspflicht ab und fordert 3G an Schulen

Der Deutsche Lehrerverband lehnt eine Impfauskunftspflicht ab und spricht sich für die Einführung einer konsequenten 3G-Regel an den Schulen aus. Auf diese Weise lasse sich das Ziel eines hohen Gesundheitsschutzes im Schulbereich genauso erreichen wie mit der umstrittenen Impfauskunftspflicht, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach der 3G-Regel bleibe es den Betroffenen überlassen, ob sie einen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen oder eine tägliche Testung machen.

„Wir lehnen eine Impfauskunftspflicht ab, weil wir glauben, dass ein derart tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen auch im Schulbereich nicht gerechtfertigt ist“, sagte Meidinger den Zeitungen. „Im Übrigen gehören Lehrkräfte zu der Berufsgruppe mit den höchsten Impfquoten“, betonte er.

11.30 Uhr: Studie: Deltavariante führt offenbar nicht zu schwereren Corona-Fällen bei Kindern Krankenhausaufenthalt bei nicht geimpften Jugendlichen zehnmal wahrscheinlicher

Die Deltavariante des Coronavirus führt ersten Erkenntnissen zufolge nicht zu schwereren Verläufen von Covid-19 bei Kindern. Wie eine Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt, unterscheidet sich der Anteil der schweren Krankheitsverläufe bei Kindern aktuell nicht wesentlich von dem im Januar, als in den USA die Alpha-Variante des Coronavirus vorherrschte. Außerdem deuten die Daten auf eine hohe Wirksamkeit des Impfschutzes bei Jugendlichen hin.

Der Anteil der Patienten, die auf eine Intensivstation verlegt werden mussten, lag im Januar vor Auftreten der Deltavariante bei 26,5 Prozent, nun liegt er bei 23,3 Prozent. Vor Delta brauchten 6,1 Prozent der erfassten Patienten Beatmung, mit Delta waren es 9,8 Prozent. Diese Unterschiede sind statistisch nicht signifikant. Für belastbarere Ergebnisse werden nach Aussage der Wissenschaftler jedoch weitere Daten benötigt.

Die Studie zeigt deutlich die Wirksamkeit der Corona-Impfung auch gegen die Deltavariante bei Jugendlichen. In den USA ist eine Impfung ab zwölf Jahren möglich. Zwischen dem 20. Juni und dem 31. Juli waren von 68 ins Krankenhaus eingelieferten Jugendlichen 59 nicht geimpft, fünf einmal und vier doppelt geimpft. Damit ist eine Krankenhausbehandlung bei ungeimpften Jugendlichen im Falle einer Corona-Infektion rund zehnmal so wahrscheinlich wie bei geimpften.

11.02 Uhr: Experte: Impfmüdigkeit führt zu hoher Intensivstationen-Auslastung

Angesichts der Impfmüdigkeit warnen deutsche Intensivmediziner vor einer erneut hohen Auslastung der Kliniken im Herbst. „Wenn wir bis Oktober nicht die Impfquote deutlich nach oben bringen, bekommen wir im Herbst einen richtig starken Anstieg der Coronafälle auf den Intensivstationen“, sagte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). Sorge bereite ihm die Zeit ab Oktober und November.

Der Unterschied einer zehn Prozent höheren oder niedrigeren Impfquote sei bei der Auswirkung auf die Intensivstationen enorm, sagte der Leiter des DIVI-Intensivregisters. Bei einer Impfquote von 80 Prozent gebe es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, bei einer Impfquote von 70 Prozent dreimal so viele. Deshalb helfe den Intensivstationen eine zehn Prozent höhere Impfquote unheimlich viel.

10.36 Uhr: Infektiologe: Corona an Schulen nicht einfach laufen lassen

Auch ein Anstieg der Impfquote um zehn Prozentpunkte würde laut Karagiannidis einen enormen Unterschied bei der Belegung der Intensivstationen machen: „Das ist eine sehr einfache Rechnung: Bei einer Impfquote von 80 Prozent gibt es doppelt so viele Gefährdete wie bei einer Impfquote von 90 Prozent, denn dann gäbe es nur zehn Prozent Ungeimpfte statt 20 Prozent. Bei einer Impfquote von 70 Prozent ist die Zahl dreimal so hoch.“

In Deutschland macht sich in der Corona-Pandemie zusehends Impfmüdigkeit breit. Der Anteil der vollständig immunisierten Bundesbürger sei mit rund 61 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (59 Prozent) weiterhin nur langsam gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend.

9.56 Uhr: Karliczek fordert „klare Linie“ bei Quarantäneregeln in der Schule

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder aufgefordert, sich bei Corona-Quarantäneregeln in der Schule auf eine „klare Linie“ zu verständigen. Diese solle den Gesundheitsämtern aber auch „notwendige Spielräume im Einzelfall“ lassen, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). Das Robert Koch-Institut überarbeite auch seine Empfehlungen. „Grundsätzlich gilt: Die Empfehlungen sollten die Richtschnur sein. Ich würde mich freuen, wenn die Quarantänezeit von 14 Tagen für Kinder mit einer klugen Teststrategie verkürzt werden könnte.“

Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht geimpft, weil es derzeit keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter zwölf Jahren offiziell zugelassen sind. Zuletzt waren die Corona-Infektionszahlen besonders in jüngeren Altersgruppen stark gestiegen.

9.09 Uhr: Spahn verteidigt Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Auffrischungsimpfungen für Senioren und immungeschwächte Menschen vor einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) verteidigt. „Ich will nicht warten, bis in den Pflegeheimen wieder Menschen sterben“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). „Dass wir jetzt mit den Booster-Impfungen begonnen haben, ist vorausschauendes, vorsorgliches Handeln. Damit schützen wir Menschenleben.“

Spahn verwies auf Studien, „die eindeutig belegen, dass Booster-Impfungen für Hochbetagte, Pflegebedürftige und Menschen mit bestimmten Immunerkrankungen Sinn machen“. Er betonte: „Wir haben genug Impfstoff, um mit Booster-Impfungen für mehr Schutz zu sorgen.“

8.30 Uhr: RKI registriert 10 835 Corona-Neuinfektionen Inzidenz bei 80,7

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag sie bei 80,7 - am Vortag hatte der Wert bei 80,2 gelegen, vor einer Woche bei 72,1. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10 835 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10 303 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 24 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 995 188 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 3. September: 

22.24 Uhr: Scholz: Waren beim Impfen Versuchskaninchen und es ist gut gegangen

Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat mit ungewöhnlichen Worten für das Impfen gegen Covid-19 geworben: „50 Millionen sind jetzt zwei Mal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen – es ist gut gegangen! Bitte macht mit“, sagte Scholz in einem Interview der NRW-Lokalradios.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kritisierte Scholz für dessen Wortwahl. „Wer (...) 50 Millionen geimpfte Bürgerinnen und Bürger als Versuchskaninchen bezeichnet, senkt das Vertrauen in die Wirksamkeit des Impfstoffes“, sagte Ziemiak. Von einem Vizekanzler müsse man bei einem solch sensiblen Thema Ernsthaftigkeit und eine sorgfältige Wortwahl erwarten können. Scholz hatte bereits vor einer Woche bei einer Wahlkampfveranstaltung dazu aufgerufen, Ungeimpfte von der Impfung zu überzeugen, und sich dabei ähnlich geäußert: „Wir alle waren gerne eure Versuchskaninchen – bei uns ist das mit der Impfung gut gegangen, jetzt bitte macht es auch.“

21.07 Uhr: Vier Beamte in London bei Protesten von Impfgegnern verletzt

Bei einer Demonstration von Impfgegnern sind am Freitag in London vier Polizisten verletzt worden. Einige Demonstranten versuchten am Nachmittag, in das Gebäude der britischen  Arzneimittelbehörde MHRA in Canary Wharf einzudringen, wie die Polizei mitteilte. Die MHRA ist für die Zulassung von Impfstoffen zuständig.

Die Polizei riegelte nach eigenen Angaben den Zugang zu dem Gebäude ab. Die Demonstranten seien dann in das Stadtviertel South Kensington abgezogen.

20 Uhr: Drosten: Gute Impfquote in Deutschland so kaum zu schaffen

Der Berliner Charité-Virologe Christian Drosten ist pessimistisch, dass Deutschland allein durch Impfangebote eine akzeptable Impfquote in der Corona-Pandemie erreichen kann. Hauptgrund sei eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung, sagte Drosten im Podcast „Das Coronavirus-Update“ von NDR Info. Er gehe nicht davon aus, dass Deutschland über Ansprache der Bevölkerung noch viel weiter komme mit der Impfquote. „Und darum glaube ich, dass die Politik eine schwere Aufgabe vor sich hat und konsequent auch Entscheidungen treffen muss bald.“ Gefragt worden war Drosten in diesem Zusammenhang auch nach einer Impfpflicht als Option.

19 Uhr: Sechs Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt

Sechs Prozent der in Baden-Württemberg verfügbaren Intensivbetten sind derzeit mit Covid-19-Patienten belegt. Die Zahl der Covid-Fälle auf den Intensivstationen stieg binnen eines Tages um 8 auf 139, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Die Auslastung der Krankenhäuser ist ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Pandemielage und für einschränkende Maßnahmen, die bei steigenden Zahlen nach den Plänen der Regierung vor allem Ungeimpfte treffen. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten stieg auf 87,3 nach 83,7 am Donnerstag.

Deutlich ist der Unterschied dieses Wertes bei Geimpften und Ungeimpften. Betrachtet man nur jene, deren Impfserie abgeschlossen ist, so wurden innerhalb einer Woche bei 16,6 je 100.000 Einwohnern Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Bei den Menschen ohne jegliche oder mit unvollständiger Impfung sowie Fällen ohne Angaben zum Impfstatus betrug der Wert hingegen 193,2.

17.55 Uhr: Britische Impfkommission rät von Impfung 12- bis 15-Jähriger ab

Die britische Impfkommission (JCVI) hat sich überraschend gegen flächendeckende Corona-Impfungen von 12- bis 15-Jährigen ausgesprochen. Die Kommission erweiterte zwar ihre Impfempfehlung für an Herz, Lungen und Leber erkrankte Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe, eine allgemeine Impfempfehlung wollte sie aber nicht aussprechen. Zur Begründung hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde Public Health England, die gesundheitlichen Vorteile einer Impfung seien für gesunde Menschen diese Altersgruppe marginal.

Bislang lautete die Empfehlung der Kommission, 12- bis 15-Jährige nur zu impfen, wenn sie in die Gruppe der besonders durch Covid-19 gefährdeten Menschen fallen. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit unterdrücktem Immunsystem.

Erst eine Woche zuvor hatte das britische Gesundheitsministerium mitgeteilt, sich auf die flächendeckende Impfung der 12- bis 15-Jährigen im größten Landesteil England vorzubereiten. Ob die Regierung der Empfehlung der Impfkommission folgen wird, war zunächst unklar. Die medizinischen Chefberater der vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland sollen nun eine endgültige Empfehlung aussprechen, die neben der individuellen Gesundheit auch weitere Gesichtspunkte wie die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs einbezieht.

17 Uhr: Niederlande verschärfen Einreise-Bestimmungen für Deutschland

Die Niederlande verschärfen ihre Corona-Einreisebestimmungen für Reisende aus Deutschland. Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Freitag mitteilte, müssen Einreisende ab zwölf Jahren ab Montag nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder mit einem PCR- oder Schnelltest negativ getestet wurden. Deutschland gilt für die Niederlande nicht als Hochrisikogebiet, wird ab Samstag aber als "gelb" eingestuft. 

Für Transitreisen durch die Niederlande mit einem Aufenthalt von weniger als zwölf Stunden ist kein PCR-Test erforderlich. Besondere Regelungen gelten jedoch für Transitreisende an Flughäfen. 

15.20 Uhr: Erste Berliner Clubs öffnen für Genesene und Geimpfte

In Berlins berühmtem Nachleben öffnen sich nach langen Pandemiemonaten wieder ein paar wenige Türen. An diesem Wochenende werden nach Angaben der Clubcommission vor allem Clubs auch innen wieder zugänglich sein, die bereits in ihren Außenbereichen Veranstaltungen angeboten hatten. „Für alle anderen ist die Vorlaufzeit zu kurz“, sagte Lutz Leichsenring von der Clubcommission. Für die Vorbereitung seien ein bis zwei Monate notwendig.

Wer vollständig geimpft oder genesen ist, kann am Wochenende etwa in der „Wilden Renate“, im „Ritter Butzke“, dem „KitKatClub“ oder dem „Watergate“ auch ohne Maske tanzen. Nur ein negativer Test reicht nicht. Clubs wie „Tresor“ oder „Berghain“ bleiben noch geschlossen.

Das Verwaltungsgericht hatte vor zwei Wochen das generelle Verbot gewerblicher Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen gekippt. Es argumentierte, uneingeschränkte Öffnungen seien zwar vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie weiterhin nicht erlaubt, Veranstaltungen ausschließlich für geimpfte und genesene Personen seien jedoch zuzulassen (Az.: VG 14 L 467/21). Das Gericht gab damit dem Eilantrag einer Betreiberin einer Diskothek in der Nähe des Kurfürstendamms in diesem Punkt statt.

14.40 Uhr: Die Auskunftspflicht zum Impfstatus kommt – aber nur in eingeschränkter Form

 

Was künftig für Beschäftigte in Kitas, Schulen und Heimen gilt

Die Auskunftspflicht zum Impfstatus gegenüber den Arbeitgebern kommt - aber nur in sehr eingeschränkter Form. Lediglich in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Gruppen soll das neue Recht gelten - und auch nur für eine gewisse Zeit. Union und Arbeitgeber hatten sich mehr gewünscht. .

14.10 Uhr: Blauer Himmel statt Smog: Corona sorgte für bessere Luftqualität

In vielen Städten der Welt haben Bewohnerinnen und Bewohner im vergangenen Jahr zumindest zeitweise mehr blauen Himmel statt Smog gesehen. Die Luftqualität war deutlich besser, weil wegen Corona-Beschränkungen weniger Verkehr unterwegs war, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Freitag in Genf berichtete. Mit der Lockerung der Maßnahmen sank die Luftqualität aber wieder auf das vorherige Niveau zurück, wie es im ersten Luftqualität- und Klima-Bulletin der WMO heißt.

Während die von Menschen gemachten Emissionen sanken, sorgten durch den Klimawandel verursachte Wetterextreme für Sand- und Staubstürme sowie Waldbrände, die die Luftqualität beeinträchtigten. Die WMO verweist auf ältere Berichte, wonach die Zahl der Todesfälle durch Luftverschmutzung von 2,3 Millionen Menschen im Jahr 1990 auf 4,5 Millionen 2019 gestiegen ist.

Stickstoffdioxid sei dort, wo Ausgangssperren verhängt wurden, im Vergleich zu anderen Jahren um bis zu 70 Prozent zurückgegangen, Feinstaub je nach Region um 30 bis 40 Prozent. In manchen Städten Spaniens sei die Feinstaubbelastung allerdings trotz Ausgangssperren gestiegen. Das führten Experten auf herübergewehte Staubbelastung aus Afrika oder die Verbrennung von Biomasse zurück. Die Schwefeldioxid-Menge ging zwischen 25 und 60 Prozent zurück.

Die WMO nahm Messungen aus 63 Städten in 25 Ländern auf allen Kontinenten in die Berechnungen auf. Sie verweist darauf, dass unter der Vielzahl von winzigen in der Luft schwebenden Partikeln, den Aerosolen, auch solche sind, die für Abkühlung sorgen. Sie zu reduzieren sei für die Gesundheit zwar gut, nicht aber, um die Folgen des Klimawandels zu mildern. Hier müssten Regierungen gute Abwägungen treffen. Mehr und intensivere Hitzewellen, die durch den Klimawandel verursacht werden, könnten für mehr Schadstoffen in Bodennähe sorgen.

13.25 Uhr: Hessen weist Inzidenz künftig nach Geimpften und Ungeimpften aus

Hessen will die landesweite Inzidenz künftig getrennt nach geimpften und ungeimpften Menschen ausweisen. „Die Differenz ist groß“, erklärte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) in Wiesbaden. Bezogen auf die Altersgruppe ab zwölf Jahren liege die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der Ungeimpften am Freitag bei 262,3 pro 100 000 Einwohner. Bei den vollständig geimpften Menschen betrage der Wert 12,7 pro 100 000 Einwohner. Zu den Ungeimpften werden nach Angaben des Ministers Nichtgeimpfte, Teilgeimpfte und Personen gezählt, bei denen Angaben zum Impfstatus fehlen. Laut Robert Koch-Institut lag die Inzidenz in Hessen am Freitag insgesamt bei 103,7.

„Diese Zahlen belegen eindrücklich, wie wirksam die Impfung ist“, betonte Klose. „Es infizieren sich weit überwiegend Ungeimpfte.“ Eine Corona-Impfung sei der wichtigste Beitrag zum Selbstschutz, zum Schutz der Nächsten und zum Gemeinschaftsschutz, den jeder Menschen erbringen könne. Kinder, die noch nicht geimpft werden können, würden am besten durch die Impfung der Erwachsenen und Jugendlichen in ihrem Umfeld geschützt.

12.07 Uhr: RKI registriert 14 251 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 80,2

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen lag sie bei 80,2 - am Vortag hatte der Wert bei 76,9 gelegen, vor einer Woche bei 70,3. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 14 251 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.10 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12 029 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 45 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 14 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 984 353 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der aufgenommenen Corona-Patienten in den Kliniken je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt das RKI nun mit 1,83 an (Vortag 1,74). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen.

11.36 Uhr: Spahn wirbt für Impfungen als „besseren Weg“ zur Immunität

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lehnt trotz der stockenden Corona-Impfungen eine Impfpflicht weiter ab. „Ich war, bin und bleibe der Überzeugung, dass eine verpflichtende Impfung nicht die beste Lösung ist. Denn sie spaltet“, sagte der CDU-Politiker dem Magazin „Der Spiegel“. Er warb erneut für Impfungen als den „besseren Weg“, eigene Immunität zu erreichen. Großbritannien etwa habe sich eine hohe Immunität der Bevölkerung durch viele Infizierte und hohe Todeszahlen erkauft. „Überträgt man die britische Pandemiepolitik auf Deutschland, hätten wir 100 000 Tote mehr gehabt, also mehr als doppelt so viele. Das ist nicht der Weg, den ich gehen möchte.“

Spahn rief zu Impfungen auch aus Fürsorge für Kinder unter 12 Jahren auf, die sich nicht impfen lassen können. „Wichtig ist, dass all diejenigen, für die das empfohlen ist, sich impfen lassen sollten. Die Impfverweigerer dürfen nicht entscheiden, ob und wie viele Kinder sich anstecken. Je mehr Erwachsene sich impfen lassen, desto größer der Schutz für die Kinder.“

Der Minister wandte sich im „Spiegel“ zudem auch gegen eine Impfpflicht für Pflegekräfte. „Wenn Pflegekräfte mir erzählen, dass sie sich nicht impfen lassen wollen, sage ich: Dann sind Sie eigentlich im falschen Beruf. Denn die Impfung schützt vor allem auch die schwachen und kranken Menschen, die ihnen anvertraut sind.“ Er mache da eine klare Ansage. „Aber ich will die Menschen nicht ganz verlieren.“

10.55 Uhr: Astrazeneca und EU-Kommission beenden Rechtsstreit zu Impfdosen

Die EU-Kommission und die britische Pharmafirma Astrazeneca haben ihren laufenden Rechtsstreit zur Lieferung von Corona-Impfdosen beigelegt, wie die Kommission am Freitag mitteilte. Damit werde die Lieferung von 200 Millionen ausstehenden Dosen bis März 2022 garantiert. „Obwohl wir diese Woche den wichtigen Meilenstein der vollständigen Impfung von 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der EU erreicht haben, gibt es große Unterschiede zwischen den Impfquoten unserer Mitgliedstaaten, und die kontinuierliche Verfügbarkeit von Impfstoffen, inklusive von Astrazeneca, bleibt ausschlaggebend“, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Die EU-Kommission hatte Ende April juristische Schritte gegen Astrazeneca eingeleitet. Der britisch-schwedische Hersteller hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den Monaten zuvor immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Ein erster Gerichtstermin war ursprünglich für Ende September geplant.

Astrazeneca-Vizepräsident Ruud Dobber sagte einer Mitteilung zufolge, er freue sich sehr, „dass wir ein gemeinsames Verständnis erzielen konnten, das es uns ermöglicht, gemeinsam mit der Europäischen Kommission voranzukommen und zur Überwindung der Pandemie beizutragen“. Das Unternehmen wolle eng mit der Kommission zusammenarbeiten, um die Impfallianz Covax zu unterstützen.

Nach Angaben von Astrazeneca verpflichtet sich der Konzern zur Lieferung von 60 Millionen Impfdosen bis zum Ende des dritten Quartals 2021 sowie 75 Millionen Dosen zum Ende des vierten Quartals. Im ersten Quartal 2022 sollen zudem 65 Millionen Dosen geliefert werden. „Den Mitgliedstaaten werden regelmäßige Lieferpläne zur Verfügung gestellt, und im Falle einer verspäteten Dosierung gelten begrenzte Rabatte“, teilte das Unternehmen mit.

Nach Angaben von Astrazeneca hat der Hersteller gemeinsam mit seinen Partnern mehr als 170 Staaten rund 1,1 Milliarden Dosen zur Verfügung gestellt. Davon seien etwa zwei Drittel an ärmere Länder gegangen.

10.30 Uhr: Spahn will Corona-Quarantäneregeln für Schüler vereinfachen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Corona-Quarantäneregeln für Schüler lockern und vereinheitlichen. „Wir brauchen einheitliche Vorgaben für die Quarantäne in Schulen. Darauf sollten sich die Gesundheitsminister der Länder endlich einigen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag dem „Spiegel“. Wenn die Schüler im Unterricht Masken trügen, müsse man nicht die ganze Klasse in Quarantäne schicken, wenn ein positiver Fall auftrete. „Pragmatisch wäre, dass nur die Sitznachbarn für fünf Tage in Quarantäne gehen und sich dann freitesten können. Eine ganze Schulklasse wie jetzt in Quarantäne zu schicken führt dazu, dass irgendwann Hunderttausende Schülerinnen und Schüler für zwei Wochen nicht am Unterricht teilnehmen, obwohl sie gar nicht infiziert sind“, sagte Spahn.

Bislang gibt es in den Ländern höchst unterschiedliche Vorgaben für die Quarantäne, sollte sich in einer Klasse ein infizierter Schüler finden, teilweise werden bereits jetzt nur die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt. „Wir arbeiten daran, das jetzt möglichst schnell über die Gesundheitsminister zu lösen“, sagt Spahn. Außerdem spricht sich der Bundesgesundheitsminister für den Einsatz von Lolli-PCR-Tests an Schulen aus.

Viele Schülerinnen und Schüler sind noch nicht geimpft, weil es derzeit keine Impfstoffe gibt, die für Kinder unter zwölf Jahren offiziell zugelassen sind. Zuletzt waren die Corona-Infektionszahlen besonders in jüngeren Altersgruppen stark gestiegen.

10.05 Uhr: Weniger Hochschulabsolventen wegen Corona

Wegen der Corona-Pandemie haben deutlich weniger Menschen die Hochschule abgeschlossen. Im Prüfungsjahr 2020 erwarben nur rund 477 000 Absolventinnen und Absolventen einen Abschluss an den deutschen Hochschulen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Mit einer Ausnahme im Jahr 2018 war die Zahl der Hochschulabschlüsse seit 2001 kontinuierlich gestiegen.

„Im Rückgang der Absolventenzahlen im Prüfungsjahr 2020 zeigen sich die Folgen der Corona-Pandemie“, sagte Thomas Feuerstein aus dem Referat Hochschulen des Bundesamts. „Pandemiebedingt wurden Prüfungen zum Teil in Folgesemester verschoben. Bibliotheken, Labore und Werkstätten waren zeitweise geschlossen oder nur eingeschränkt nutzbar. Das hat nicht nur die Durchführung von Prüfungen, sondern auch die Prüfungsvorbereitung für die Studierenden erschwert.“

Die Absolventenzahlen sanken in allen Bundesländern. Den stärksten Rückgang gab es in Berlin mit minus zwölf Prozent, den geringsten in Nordrhein-Westfalen mit drei Prozent. Die Hälfte aller Hochschulabschlüsse im Jahr 2020 waren Bachelorabschlüsse, gut ein Viertel Masterabschlüsse. Den stärksten Rückgang gab es der Statistik zufolge bei den Geisteswissenschaften.

9.03 Uhr: Kretschmann hält Beschränkungen für Ungeimpfte für gerechtfertigt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält bei einem starken Anstieg der Covid-19-Patienten in den Kliniken Einschränkungen für Ungeimpfte für unausweichlich. „Die Nicht-Geimpften sind jetzt natürlich die Träger der Pandemie“, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Wenn es bei den Ungeimpften zu hohe Inzidenzen gebe, wirke sich das auf die Krankenhausbelegung aus. Und dann müsse die Politik handeln. „Das hat nichts mit Strafe oder irgendwas durch die Hintertür zu tun, sondern es ist die Erfordernis, die Pandemie im Griff zu behalten. Andere Motive stehen überhaupt nicht dahinter“, sagte Kretschmann.

Kretschmann wies den Vorwurf zurück, man übe zu viel Druck auf Ungeimpfte aus. „Der Druck kommt vom Virus, nicht von uns.“ Die Politik müsse Vorsorge treffen, weil man nicht genau wisse, wie sich die Zahlen entwickelten. „Das Virus ist der Übeltäter, nicht wir“, argumentierte er. „Es werden die angesteckt, die nicht geimpft sind.“ Die Gefahr, dass Geimpfte erneut erkrankten, sei gering. „Die wenigen Impfdurchbrüche sind pandemisch nicht von großem Belang statistisch gesehen.“

8.42 Uhr: Wohnheime bekommen nach Corona-Semestern wieder mehr Zulauf

Vor Beginn des Wintersemesters ist die Nachfrage nach günstigen Zimmern in Studierendenwohnheimen im Südwesten gestiegen. Besonders groß ist der Andrang in Heidelberg, wo nach Angaben des Studierendenwerks zehn bis zwölf Bewerbungen auf ein freies Zimmer kommen. Auch in Mannheim, Tübingen, Karlsruhe und Pforzheim gibt es deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber als freie Zimmer, wie die Studierendenwerke der Deutschen Presse-Agentur bestätigten.

7.20 Uhr: Auskunftspflicht zum Impfstatus für Kitas, Schulen und Heime geplant

Arbeitgeber sollen von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen künftig voraussichtlich Auskunft über eine Corona-Impfung oder eine überstandene Covid-Erkrankung verlangen können. Das war nach stundenlangen Beratungen in der Regierungskoalition zwischen Union und SPD der Verhandlungsstand vom späten Donnerstagabend, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

„Der Arbeitgeber kann (...) vom Beschäftigten Auskunft oder die Vorlage eines Nachweises über das Bestehen eines Impfschutzes oder das Bestehen einer natürlichen Immunität in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID19) verlangen“, heißt es im entsprechenden Entwurf eines Änderungsantrags der Fraktionen der CDU/CSU und SPD, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Gerade in Kita, Schule und Heim könne es „im Interesse des Infektionsschutzes“ nötig sein, Beschäftigte hinsichtlich ihres Corona-Impf- und Serostatus, der über Antikörper Aufschluss gibt, „unterschiedlich einzusetzen oder von einer Beschäftigung ungeimpfter Personen (in bestimmten Bereichen) abzusehen“.

Die Möglichkeit soll nur während der festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite gelten, die der Bundestag vergangene Woche für weitere drei Monate verlängert hatte. Damit scheint der diskutierte weitergehende Plan vom Tisch, dass Arbeitgeber generell den Impfstatus ihrer Beschäftigten abfragen dürfen.

7 Uhr: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz auf über 80 gestiegen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf über 80 gestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Inzidenz nun bei 80,2 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Donnerstag hatte sie noch 76,9 betragen und am Freitag vergangener Woche 70,3.

Binnen 24 Stunden wurden 14.251 Neuinfektionen gemeldet. Am Vortag hatte die Zahl bei 13.715 gelegen. 45 weitere Menschen starben den Angaben zufolge im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Damit beträgt die Opferzahl in Deutschland seit Beginn der Pandemie nun 92.301, insgesamt wurden laut RKI 3.984.353 Ansteckungen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI rund 3.757.600.

Das waren die Entwicklungen vom Donnerstag, 2. September:

23.09 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten im Südwesten um 15 gestiegen

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 15 gestiegen. Auf den Intensivstationen im Land wurden am Donnerstag 131 Menschen mit Covid-19-Erkrankungen behandelt - tags zuvor waren es 116. Wie das Landesgesundheitsamt in seinem täglichen Corona-Lagebericht (Stand: 16.00 Uhr) in Stuttgart weiter mitteilte, liegt der Anteil der Covid-Fälle an den betreibbaren Intensivbetten im Südwesten nun bei 5,6 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als am Mittwoch.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der erfassten Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - stieg auf 83,7 nach 81,8 am Mittwoch. Sieben Land- und Stadtkreise haben die Inzidenzmarke von 100 überschritten. Die höchste Inzidenz hat weiterhin der Stadtkreis Heilbronn mit nun 131,3 (Vortag: 142,3).

Die Behörde registrierte innerhalb eines Tages 1850 neue Infektionen und 12 weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Damit haben sich mittlerweile 532 427 Menschen in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Virus infiziert, 10 493 Todesfälle stehen im Zusammenhang damit. Als genesen gelten geschätzt 503 675 Menschen, 833 mehr als am Vortag.

22.17 Uhr: RKI-Bericht: Impfquoten steigen kaum noch

In Deutschland macht sich in der Corona-Pandemie zusehends Impfmüdigkeit breit. Der Anteil der vollständig immunisierten Bundesbürger sei mit rund 61 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (59 Prozent) weiterhin nur langsam gestiegen, heißt es im jüngsten Wochenbericht der Robert Koch-Instituts vom Donnerstagabend. Von Ende Juli bis Ende August legte die Impfquote lediglich um rund 10 Prozent zu.

Insgesamt kommt sie damit am Ende des Hochsommers nicht an die Werte heran, die das RKI im Juli für wünschenswert erachtete. Nach der damals entworfenen Modellierung müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein, damit eine ausgeprägte vierte Welle mit vollen Intensivstationen im Herbst und Winter unwahrscheinlich wird.

Regional klaffen die Impfquoten in Deutschland weit auseinander. Die Spanne reichte Anfang September bei vollständig geimpften Menschen von 52 Prozent in Sachsen bis zu 71 Prozent in Bremen, heißt es im Bericht.

21.05 Uhr: Zehn Millionen Auffrischungsimpfungen bis Jahresende

Die Mehrzahl der deutschen Bundesländer beginnt einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) zufolge in diesen Tagen damit, besonders gefährdeten Gruppen eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 anzubieten. Das ergab eine Umfrage der Zeitung unter den 16 Bundesländern. Die Länder folgten damit einer Empfehlung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern und nutzten die Möglichkeiten der neuen Corona-Impfverordnung, die am 1. September in Kraft getreten ist.

Einige Länder hätten schon zuvor mit dem Impfen begonnen, etwa 13.000 sogenannte Booster-Spritzen seien bereits verabreicht worden, berichtete die Zeitung. Nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) sei bis zum Jahresende mit zehn bis 10,5 Millionen Auffrischungen zu rechnen, davon allein 3,14 Millionen im laufenden Monat.

Bei den Auffrischungsimpfungen stehen dem Bericht zufolge Hochbetagte, Pflegebedürftige, Vorerkrankte und Personen mit einer geschwächten Immunabwehr im Fokus. 

18.43 Uhr: CDU-Politiker Mack attackiert Lucha in Sachen Corona-Politik

Weil Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in den letzten Tagen den Druck auf Ungeimpfte erhöht hat, kommen vom Koalitionspartner CDU erste kritische Töne an seiner aktuellen Corona-Politik. Der CDU-Landtagsabgeordnete Winfried Mack sagte gegenüber Medien, Angebote seien besser als Verbote. Der Grünen-Politiker müsse stärker mit Argumenten für das Impfen werben und in jedem Stadt- und Landkreis einen Bürgerdialog organisieren.

Mack sagte: „Die guten Argumente fürs Impfen müssen weiter unter die Menschen gebracht werden.“ Das sei besser als mit „harten, aber teilweise ungerechten 2G-Regeln verdeckt de facto eine Impflicht durchzusetzen.“ Die CDU ist der Juniorpartner der Grünen in Baden-Württemberg in der Regierungskoalition.

17.40 Uhr: Umfrage: Erwerbsätige uneinig bei Impfpflicht am Arbeitsplatz – Ein Fünftel würde Job wechseln oder Arbeitgeber verklagen

Die Diskussion über eine mögliche Impfpflicht am Arbeitsplatz spaltet die Arbeitnehmerschaft: In einer aktuellen Umfrage sprachen sich 54 Prozent der Befragten für eine solche Impfpflicht aus, 41 Prozent lehnten diese hingegen ab, wie das Internetportal Indeed am Donnerstag mitteilte. Während sich in Westdeutschland eine Mehrheit für eine Impfpflicht aussprach, lehnten 48 Prozent der Befragten in Ostdeutschland eine solche Regelung ab, lediglich 46 Prozent unterstützten sie.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut YouGov im August insgesamt rund 1100 Erwerbstätige in Deutschland. Würde der eigene Arbeitgeber eine Impfpflicht einführen, so würden 14 Prozent der Befragten sich nicht impfen lassen und rechtliche Schritte prüfen. Unter den ungeimpften Personen war der Anteil mit 68 Prozent deutlich höher.

Bei Einführung einer Impfpflicht gaben außerdem fünf Prozent der Befragten an, den Job wechseln zu wollen. Auch hier war der Anteil mit 17 Prozent unter den Ungeimpften deutlich höher. Zwei Prozent gaben an, sich nicht impfen lassen zu wollen und bei Einführung einer Impfpflicht sofort ihren Job zu kündigen. Neun Prozent der Befragten gaben an, sich in einer solchen Situation impfen zu lassen.

16.36 Uhr: Ministerium: Südwesten ist in der vierten Corona-Welle

Baden-Württemberg befindet sich nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums mitten in der vierten Corona-Welle. „Die Lage ist ernst. Wir müssen jetzt alles daransetzen, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten“, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Fast doppelt so viele Menschen wie noch vor einer Woche müssten wegen eines schweren Verlaufs auf den Intensivstationen behandelt werden.

Insgesamt sind den Angaben zufolge 537 Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Vergangene Woche seien es noch 321 gewesen. 95 Prozent der Erkrankten auf den Intensivstationen seien nicht geimpft. Schwangere stellten laut Einschätzung der Kliniken fünf Prozent. Das Gesundheitsministerium appellierte an jeden, sich impfen zu lassen.

15.55 Uhr:  Drosten rechnet fest mit verschärften Corona-Maßnahmen im Herbst – Chefvirologe besorgt durch zu niedrige Impfquote

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, erwartet nach den Lockerungen der vergangenen Monate im Herbst wieder verschärfte Anti-Corona-Beschränkungen. „Damit rechne ich fest“, sagte Drosten am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Ein Papier des Robert-Koch-Instituts (RKI), das für Anfang Oktober eine 10-prozentige Kontaktreduktion und für den November eine Reduktion um weitere 30 Prozent empfiehlt, sei an mehreren Punkten bereits wieder überholt, sagte Drosten. So sei die Übertragungsrate der Delta-Variante des Coronavirus höher als angenommen, das RKI habe zu optimistische Impfquoten eingerechnet.

Indirekt verlangte Drosten von den politisch Verantwortlichen, sich deshalb jetzt Gedanken zu machen. Er als Virologe könne nur die Situation beschreiben - es müsse sich jetzt aber hingesetzt werden und geguckt werden, wie die Planung für den Herbst ist.

Drosten sprach davon, dass bei verschärften Maßnahmen „gesamtgesellschaftlich“ dann die Kontakte beschränkt werden müssten, also auch für bereits Geimpfte. Diese würden neuen Studien zufolge bereits „nach ein paar Monaten“ an Übertragungsschutz des Coronavirus verlieren, also andere anstecken können.

Er wolle aber vor allem auf die Notwendigkeit von deutlich mehr Impfungen in Deutschland hinweisen. „Mit dieser Impfquote können wir nicht in den Herbst gehen. Das reicht absolut nicht aus“, sagte Drosten angesichts eines Anteils der Bevölkerung von knapp über 60 Prozent, die vollständig geimpft sind. Erst bei einer Impfquote von 90 Prozent und mehr werde ein gesamtgesellschaftlich wünschenswerter Zustand erreicht.

Drosten verglich dabei die Situation in Deutschland und England. In England seien viel mehr Menschen erkrankt gewesen und jetzt genesen und außerdem liege dort auch die Impfquote höher als in Deutschland. Dies gebe den Engländern eine andere Perspektive für den Herbst. „In England hat man durchaus die Chance jetzt auf einen Herbst, der ganz anders aussehen wird als der letzte, und davon sind wir in Deutschland wirklich weit entfernt“, sagte Drosten dem Deutschlandfunk weiter.

15 Uhr: Experten fordern Ende von anlasslosen Tests in Schulen

Kinder- und Jugendmediziner und andere Experten haben in einem offenen Brief das Ende von anlasslosen Corona-Tests in Schulen und eine „Vermeidung überzogener und unverhältnismäßiger Quarantäneregeln“ gefordert. „Nach monatelangen Schul- und Kita-Schließungen, die mit Abstand zu den längsten in Europa zählen, schuldet die Politik unseren Kindern und Jugendlichen jetzt vor allem eines: Normalität“, heißt es in dem Schreiben.

Initiator ist der Verein „Initiative Familien“. Nach dessen Angaben haben rund 130 Experten der Kinder- und Jugendmedizin, Virologen, Juristen, Psychologen und Vertreter medizinischer Fachgesellschaften den Brief unterstützt und unterzeichnet - darunter der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene.

Die Beteiligten weisen auf psychologische, physische und soziale Folgen für Kinder durch geschlossene Einrichtungen, Kontaktbeschränkungen und Bewegungsmangel in der Vergangenheit hin. Mit Blick auf die verfügbaren Impfungen für Erwachsene heißt es: „Kinder zum Schutz erwachsener Kontaktpersonen weiter einzuschränken, ist nicht mehr zu rechtfertigen“.

Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass Kinder und Jugendliche selbst nur in seltenen Fällen schwer durch eine Corona-Infektion erkrankten und in der Regel schnell genesen würden. „Auch die unter Long-Covid diskutierten Symptome treffen Kinder selten und nicht oder kaum häufiger als Gleichaltrige, die nie eine Sars-CoV-2-Infektion durchlaufen haben“, heißt es weiter.

Konkret fordern die Unterzeichner ein Ende der „extrem kostenintensiven und belastenden Testungen bei asymptomatischen Kindern ohne einen konkreten Anlass“ und eine „Gleichstellung aller Kinder und Jugendlichen mit geimpften und genesenen Erwachsenen“. Zudem müssten die Quarantäneregeln auf den Prüfstand.

14.14 Uhr: Norwegen bietet Corona-Impfungen für 12- bis 15-Jährige

Angesichts eines enormen Anstiegs von Corona-Fällen bei Jugendlichen will Norwegen 12- bis 15-Jährigen nun Impfungen anbieten. „Die Situation ist jetzt unberechenbar“, sagte Regierungschefin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo, wie unter anderem die Zeitung „Verdens Gang“ berichtete. Wegen Infektionen oder Selbstisolation nach Corona-Kontakt müssten viele Schüler dem Unterricht derzeit fernbleiben. Das müsse sich ändern, betonte Solberg. Der Anstieg der Corona-Fälle war in der vergangenen Woche in der Altersgruppe der 13– bis 19-Jährigen am höchsten ist - die Zahl der Neuinfektionen stieg hier um 174 Prozent.

13.10 Uhr: Verdienstausfall für Nichtgeimpfte bei Quarantäne

Nichtgeimpfte Personen, die wegen der Corona-Pandemie in häusliche Quarantäne müssen, können künftig nicht mehr mit einer Entschädigung ihres Verdienstausfalls rechnen. Nach dem Infektionsschutzgesetz gebe es keine solche Entschädigung, wenn die häusliche Absonderung durch eine vorherige Schutzimpfung hätte vermieden werden können, teilte das baden-württembergisches Gesundheitsministerium am Mittwoch in Stuttgart mit.

Ab 15. September müssten Nichtgeimpfte damit rechnen, dass entsprechende Anträge für eine Entschädigung abgelehnt werden. Dies gelte auch für nicht geimpfte Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen, heißt es weiter. Grund dafür sei, dass bis zum 15. September alle Menschen in Baden-Württemberg bei Haus- oder Betriebsärzten und in Impfzentren die Möglichkeit für eine Immunisierung hätten.

Die Regelung gelte allerdings nicht, wenn eine Schutzimpfung, etwa aus medizinischen Gründen nicht in Anspruch genommen werden kann, oder wenn die Absonderung im Einzelfall trotz eines gültigen Status als immunisierte Person erfolgt. Denn vollständig geimpfte oder genesene Kontaktpersonen, die nicht selbst positiv getestet wurden, müssten nur noch in Ausnahmefällen in Quarantäne.

12 Uhr: Fast 61 Prozent der Bevölkerung in Deutschland doppelt geimpft

Rund 61 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 11.33 Uhr). Demnach wurden am Mittwoch 264 072 Impfdosen verabreicht. Mehr als 54 Millionen Menschen (65,5 Prozent) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen, 50,6 Millionen (60,9 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 75,4 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Der Stadtstaat zählt mit 70,8 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit 55,2 Prozent Erstgeimpfter und 51,9 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

10.55 Uhr: Luca-App kündigt „umfassendes Update“ zum Herbst an

Die umstrittene Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern zum Herbst hin ausgebaut und verbessert werden. Künftig sollen die Ärzte der Gesundheitsämter die Nutzer der Luca-App direkt kontaktieren und in unterschiedlichen Abstufungen warnen können, kündigte am Donnerstag Patrick Hennig, Geschäftsführer der Culture4Life GmbH, an. Bislang erhalten App-User nur einen allgemeinen Hinweis, wenn ein Gesundheitsamt auf die Luca-Daten einer Person zugreift.

Das „umfassende Update“ werde derzeit mit den Gesundheitsämtern in Hamburg, München, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf, Nürnberg, Augsburg und Nordfriesland getestet und feinjustiert. Die Gesundheitsämter würden durch differenzierte Warnhinweise und eine höhere Datenqualität profitieren. Dazu werde Luca auch zusätzliche Informationen über den Veranstaltungsort zur Verfügung stellen. Um die Einschätzungen im Hinblick auf das mögliche Infektionsrisiko zu verbessern, würden künftig Details wie die Belüftung, Größe, Laufwege, Raumaufteilung erfasst. „Dies hilft Gesundheitsämtern, mögliche Risiken besser, leichter und schneller zu bewerten.“

Die Luca-App will die Zettelwirtschaft ersetzen, die bei einer analogen Erfassung der Besuche von Restaurants, Ausstellungen und anderen Events entsteht. Die Anwendung wird seit Monaten von Datenschutz-Aktivisten und etlichen Sicherheitsforschern kritisiert. Sie stören sich unter anderen an der zentralen Datenspeicherung und halten die App für unwirksam. Zu den Luca-Skeptikern gehören auch einzelne Vertreter von Gesundheitsämtern, etwa in Berlin-Neukölln.

Hennig betonte, das System könne künftig auch Orte mit einem möglichen erhöhten Infektionsgeschehen automatisch erkennen, wenn beispielsweise zwei mögliche Infektionsfälle an einem Ort oder mehr entdeckt werden. Das System sei dann in der Lage, die Nutzerinnen und Nutzer entsprechend zu informieren.

Für die Restaurantbetreiber und Veranstalter werde es eine eigene App geben, die das vorhandene „Luca Locations Managementtool“ um eine mobile Komponente erweitert. Damit werde es etwa möglich sein, direkt beim Check-in den Impf- und Genesenstatus der Gäste oder Testergebnis-Zertifikate zu überprüfen. Mit der App könne der Gastgeber auch ganze Tische auschecken, womit die Datenqualität erhöht werde.

10 Uhr: Fast jeder zweite Erwerbstätige arbeitete 2020 in kritischer Infrastruktur Im Gesundheitssektor überwiegend Frauen tätig

Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland hat im vergangenen Jahr in Branchen der sogenannten kritischen Infrastruktur gearbeitet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Donnerstag anhand erster Ergebnisse des Mikrozensus 2020 mitteilte, betraf das rund 17,9 Millionen Menschen beziehungsweise 43 Prozent der Arbeitnehmer hierzulande. Die größte Gruppe arbeitete demnach im Gesundheitssektor.

Laut Bundesregierung umfasst die kritische Infrastruktur Bereiche mit wichtiger Bedeutung für das Gemeinwesen. Eine Beeinträchtigung oder ein Ausfall dieser Branchen hätte dramatische Folgen, etwa in Form von Versorgungsengpässen oder erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit.

Im Jahr 2020 arbeiteten dem Mikrozensus zufolge 5,6 Millionen Erwerbstätige ab 15 Jahren im Sektor Gesundheit, gefolgt von 3,4 Millionen Arbeitnehmern im Sektor Staat und Verwaltung. Im Bereich Ernährung seien 2,9 Millionen Menschen beschäftigt gewesen.

Mit etwa 9,3 Millionen Frauen war demnach im vergangenen Jahr mehr als jeder zweite Erwerbstätige in den Branchen der kritischen Infrastruktur weiblich. In den übrigen Wirtschaftsbereichen habe der Frauenanteil lediglich bei 43 Prozent gelegen. Die hohe Frauenquote sei vor allem auf den Gesundheitsbereich zurückzuführen: In diesen Branchen lag der Anteil weiblicher Mitarbeiter laut Mikrozensus bei fast drei Viertel beziehungsweise 73 Prozent.

Der höhere Anteil erwerbstätiger Frauen in der Branche trage auch zu einem höheren Anteil Teilzeitbeschäftigter in der kritischen Infrastruktur bei, da Frauen öfter als Männer familiäre und berufliche Verpflichtungen miteinander vereinbaren müssten. Laut Mikrozensus arbeiteten 31 Prozent der Erwerbstätigen in diesen Bereichen in Teilzeit. In anderen Wirtschaftsbereichen seien es nur 28 Prozent gewesen.

9.30 Uhr: Holetschek: Corona-Drittimpfungen in Bayern erfolgreich gestartet

In Bayern sind die Corona-Drittimpfungen für bestimmte Gruppen aus Sicht von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erfolgreich angelaufen. „Es gab bereits rund 2900 Auffrischungsimpfungen in Bayern“, sagte Holetschek am Donnerstag in München laut einer Mitteilung. Knapp 1960 Menschen wurden demnach bisher in Impfzentren geimpft, etwa 930 in Arztpraxen. Holetschek nannte die Resonanz „sehr erfreulich“.

Die Auffrischungsimpfungen, die seit Mitte August angeboten werden, seien zunächst „für die Menschen mit dem größten Corona-Risiko“ vor allem in Pflegeheimen gedacht, deren Zweitimpfung mindestens ein halbes Jahr zurückliegt, sagte Holetschek. Man müsse sich aber „zeitnah auch darüber Gedanken machen und entscheiden, ob wir im Rahmen der gesundheitlichen Vorsorge nicht auch allen über 60-Jährigen, die das wollen, eine Auffrischungsimpfung anbieten.“ Priorität hätten aber weiter Erstimpfungen, Impfstoff sei genügend vorhanden.

8.17 Uhr: Kassenärzte-Chef rechnet mit Ende der Corona-Pandemie im Frühjahr 2022

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. "Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr 2022 Schluss sein wird mit Corona", sagte Gassen der "Rheinischen Post". Diese Einschätzung werde auch von renommierten Wissenschaftlern geteilt. Bis zum Frühjahr werde die Impfquote weiter ansteigen und vor allem auch die Zahl der Genesenen mit Antikörpern zunehmen. "Einschränkungen werden dann wohl gänzlich unnötig werden", sagte Gassen.

"Im Herbst werden die Infektionszahlen noch einmal ansteigen", fügte der KBV-Vorsitzende hinzu. Dennoch sehe er "in der Ärzteschaft keine großen Sorgen, dass das Gesundheitssystem noch kollabieren könnte. Die Zahl schwerer Erkrankungen wird deutlich unter dem Niveau des letzten Winters bleiben. Etwas mehr Gelassenheit wäre also angebracht, ohne leichtsinnig zu werden", sagte der Mediziner.

7.13 Uhr: RKI registriert 13.715 Neuinfektionen und 33 Todesfälle innerhalb eines Tages

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 76,9. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden binnen 24 Stunden 13.715 Neuinfektionen und 33 Todesfälle registriert. Die Inzidenz steigt seit Wochen kontinuierlich an. Deutschland befindet sich nach Einschätzung des RKI inzwischen am Beginn der vierten Corona-Welle. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich nach RKI-Angaben auf 3.970.102, die der Todesfälle auf insgesamt 92.256. Die Zahl der Genesenen beträgt laut RKI rund 3.750.700.

Das waren die Entwicklungen vom Mittwoch, 1. September: 

21.36 Uhr: EU weist Kritik der WHO an Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 zurück

Die EU hat Kritik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 wegen der weltweiten Ungleichverteilung des Impfstoffs zurückgewiesen. EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sagte am Mittwoch, die EU benötige für mögliche Auffrischungsimpfungen geschätzt 300 bis 350 Millionen Impfdosen - so viel Corona-Impfstoff werde in der EU in einem Monat produziert.

"Ich verstehe die Botschaft, aber die Zahlen geben das nicht her", sagte Breton, der für den Ausbau der Produktionskapazitäten in der EU zuständig ist. Zusammengenommen produzierten die EU und die USA 500 bis 600 Impfdosen pro Monat. Die EU exportiere zudem hunderte Millionen Impfdosen in bedürftige Länder.

Die WHO hatte die reichen Länder im August aufgefordert, auf Auffrischungsimpfungen zu verzichten, solange viele Millionen Menschen in armen Länder noch auf ihre erste Impfdosis warten. WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan sagte, Länder wie die USA, die bereits mit Auffrischungsimpfungen begonnen haben, teilten "zusätzliche Rettungswesten an Menschen" aus, "die schon Rettungswesten haben, während wir andere Menschen ertrinken lassen".

20.51 Uhr: Kurz vor Anpfiff: Schweizer Xhaka positiv auf Coronavirus getestet

Der Schweizer Nationalmannschaftskapitän Granit Xhaka ist kurz dem Anpfiff des Testspiels gegen Griechenland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Schweizer Verband am Mittwochabend mit. „Bei Xhaka wurden am Morgen des Spiels Symptome festgestellt, worauf er umgehend in seinem Zimmer isoliert wurde“, teilte der SFV mit. Ein Schnelltest beim 28-Jährigen war zunächst negativ ausgefallen, „der anschließend sicherheitshalber vorgenommene PCR-Test lieferte am Abend ein positives Resultat zutage“, hieß es.

Der in England für den FC Arsenal spielende Xhaka war den ganzen Tag ohne Kontakt zu seinen Teamkollegen geblieben. Da alle Schweizer Nationalspieler „entweder geimpft oder genesen sind“ ordnete der Kantonsarzt des Kantons Baselland keine weiteren Maßnahmen an.

19.31 Uhr: Zahl der Corona-Intensivpatienten im Südwesten sinkt weiter leicht

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Baden-Württemberg ist erneut leicht gesunken. Auf den Intensivstationen im Land wurden 116 Menschen mit Covid-19-Erkrankungen behandelt - 5 weniger als noch am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in seinem täglichen Corona-Lagebericht in Stuttgart mitteilte.

Der Anteil der Covid-Fälle an den betreibbaren Intensivbetten im Südwesten lag bei 5,0 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als am Dienstag. Zwischenzeitlich war die Zahl der Corona-Intensivpatienten angestiegen. Am Mittwoch vor einer Woche lag sie noch bei 99, damals waren 3,6 Prozent der Intensivbetten im Land mit Corona-Patienten belegt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der erfassten Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - stieg unterdessen weiter leicht auf 81,8 nach zuletzt 78,4 am Dienstag.

19 Uhr: WHO-Chef Tedros kritisiert China und bringt Sanktionen ins Gespräch

Ungewöhnlich deutlich hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) China wegen mangelnder Kooperation bei der Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus kritisiert. Er brachte auch die Möglichkeit von Sanktionen ins Gespräch, wenn WHO-Mitglieder eine nötige Kooperation künftig verweigern. Genauso äußerte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Tedros und Spahn sprachen im Anschluss an die Einweihung des WHO-Pandemiefrühwarnzentrums in Berlin. Das Zentrum ist ebenfalls darauf angewiesen, dass wissenschaftliche Institutionen und Regierungen Daten zur Verfügung stellen. Es soll Unmengen von Daten analysieren und daraus Risikoanalysen erstellen, damit mögliche Pandemiegefahren anders als beim Coronavirus erkannt werden, bevor sich ein Virus rund um die Welt verbreitet.

18 Uhr: Portugal lockert Corona-Einreisebeschränkungen für Briten und Brasilianer

Portugal lockert seine Corona-Einreisebeschränkungen für Reisende aus Großbritannien und Brasilien. Flugreisende, die sich vor dem Abflug in Großbritannien oder Brasilien aufgehalten haben, müssen seit heute nicht mehr in Quarantäne, wie das Innenministerium mitteilte. Aufgehoben wurde zudem das Einreiseverbot für brasilianische Touristen.

Bisher hatte Portugal nicht unbedingt notwendige Reisen aus und nach Brasilien untersagt. Nun steht das südamerikanische Land auf einer Liste, auf der bereits alle EU-Staaten, Großbritannien und die USA stehen. Reisende aus diesen Ländern müssen bei der Einreise keine beruflichen, familiären oder gesundheitlichen Gründe mehr angeben.

16.31 Uhr: Arbeitgeber sollen beim Impfen helfen, dürfen aber nicht Impfstatus abfragen

Die Arbeitgeber sollen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen künftig stärker in die Impfkampagne einbezogen werden. Die Betriebe müssten „ihre Anstrengungen ausweiten, noch ungeimpfte Beschäftigte zu einer Schutzimpfung zu motivieren“, erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur vom Bundeskabinett verabschiedeten neuen Corona-Arbeitsschutzverordnung. Ein Auskunftsrecht für Arbeitgeber zum Impfstatus gibt es darin nicht - dies bleibt aber in der Diskussion.

Die Änderungen der Arbeitsschutzverordnung treten am 10. September 2021 in Kraft und gelten bis einschließlich 24. November dieses Jahres, wie das Arbeitsministerium erklärte. Neu in der Verordnung ist demnach die Verpflichtung für die Arbeitgeber, ihre Beschäftigten über Risiken einer Erkrankung an Covid-19 zu informieren - ebenso wie über Möglichkeiten einer Impfung.

15 Uhr: WHO-Frühwarnzentrum für Pandemien in Berlin eingeweiht

Zur besseren Vorbereitung auf künftige Pandemien hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Berlin ein Pandemiefrühwarnzentrum geschaffen. Das Zentrum wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus eingeweiht.

Es soll Milliarden Daten über Tiergesundheit, Krankheiten, Bevölkerungsbewegungen Klimawandelfolgen und vieles mehr verarbeiten. Darin sollen Muster frühzeitig erkannt und anhand von Computermodellen Bedrohungsszenarien erstellt werden.

14.08 Uhr: Schweiz verzichtet zunächst auf schärfere Corona-Schutzmaßnahmen

Trotz hoher Corona-Neuinfektionszahlen will die Schweizer Regierung die Schutzmaßnahmen vorerst nicht verschärfen. „Die Zahl der Spitaleinweisungen von Corona-Patientinnen und -Patienten ist weiterhin hoch, hat in der letzten Woche aber nicht mehr zugenommen“, teilte die Regierung mit. Es zeichne sich eine Stabilisierung der Infektionszahlen ab. Zudem ließen sich wieder mehr Menschen impfen. Deshalb werde von einer Verschärfung vorerst abgesehen. Im Raum stand etwa, Besuche in Restaurants oder Fitnesscentern nur noch für Geimpfte, Genesene oder Getestete zuzulassen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in der Schweiz zuletzt bei mehr als 200. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen laut Robert Koch-Institut am Mittwoch bei 75,7.

13.25 Uhr: In der Hälfte der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent voll geimpft

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland sind jetzt in der Hälfte der 16 Bundesländer mindestens 60 Prozent der Einwohner vollständig geimpft. Nach Spitzenreiter Bremen mit nun 70,7 Prozent haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Mittwoch auch das Saarland, Schleswig-Holstein, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Berlin die Marke von 60 Prozent vollständig geimpften Einwohnern überschritten. Bundesweit sind es 50,4 Millionen Menschen oder 60,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.  Baden Württemberg  liegt im Mittelfeld, bei einem Anteil von 59,6 Prozent vollständiger Impfungen und 62,6 Prozent erstmalig Geimpfter.

Mindestens eine erste Impfung erhalten haben demnach mittlerweile 54,3 Millionen Menschen oder 65,3 Prozent der Bevölkerung. Bereits über der Marke von 70 Prozent liegen Bremen, das Saarland und Schleswig-Holstein - unter 60 Prozent Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Gesundheitsminister Jens Spahn rief erneut dazu auf, Impfangebote wahrzunehmen. „Ob Marktplatz, Sportplatz, Kirchplatz oder Arbeitsplatz: Impfgelegenheiten vor Ort sind jetzt der entscheidende Schlüssel, um noch mehr Menschen zu erreichen“, schrieb der CDU-Politiker bei Twitter.

12 Uhr: Eltern ungetesteter Schüler in Thüringen droht Bußgeld bis 250 Euro

In der Corona-Pandemie droht Thüringer Eltern, deren Kinder ungetestet in die Schule kommen, künftig ein Bußgeld zwischen 60 und 250 Euro. Das gilt nicht für Eltern geimpfter oder genesener Kinder und Jugendlicher, wie Bildungsminister Helmut Holter (Linke) in Erfurt mitteilte. Geplant ist demnach, dass das Vergehen als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird.

Nach der 14-tägigen Testphase, die Holter als Sicherheitspuffer bezeichnet, soll es diese Testpflicht nur in der höchsten Corona-Warnstufe 3 des Freistaates geben. Ausschlaggebend für das Erreichen einer Warnstufe ist in Thüringen neben der Sieben-Tage-Inzidenz unter anderem auch die Belegung der Intensivbetten in Krankenhäusern. Die Schule beginnt im Freistaat am Montag.

10.48 Uhr: WHO stuft Mu-Variante des Coronavirus als „Variante von Interesse“ ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine weitere Corona-Variante als „Variante von Interesse“ eingestuft. Die auch als Mu bezeichnete Variante B.1.621 weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnten, teilte die WHO am Dienstag mit. Erstmals aufgetreten war die Variante im Januar in Kolumbien.

„Die Mu-Variante verfügt über eine Konstellation aus Mutationen, die das Risiko einer immunevasiven Eigenschaft erkennen lassen“, erklärte die WHO. Inzwischen sei die Variante außer in Kolumbien auch in weiteren südamerikanischen Ländern sowie in Europa aufgetreten. Während in Kolumbien 39 Prozent der Corona-Infektionsfälle auf die Mu-Variante zurückgehen, liege die globale Verbreitung der Variante jedoch bei unter 0,1 Prozent.

9.15 Uhr: Generelles Auskunftsrecht zum Impfstatus wird es laut Heil nicht geben

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich gegen eine Impfstatusabfrage von Arbeitgebern unter Beschäftigten ausgesprochen. „Ein generelles Auskunftsrecht des Arbeitgebers wird es nicht geben können, das Arbeitsrecht gibt das nicht her“, sagte der SPD-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“. Es sei zwar weiter wichtig, dass die Arbeitswelt nicht zum Infektionsherd werde. „Was nicht geht, ist, dass wir sehr persönliche Daten über den Gesundheitsstatus allen zugänglich machen.“

Gleichzeitig sprach sich Heil aber für pragmatische Lösungen aus. So sei es etwa möglich, über das Infektionsschutzrecht an besonders sensiblen Arbeitsplätzen wie Krankenhäusern oder Altenheimen eine Art 3G-Regel aufzustellen - also von Arbeitnehmern den Nachweise zu verlangen, dass sie entweder genesen, geimpft oder getestet sind. Zu einer solchen pragmatischen Lösung müsse Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aber einen rechtssicheren Vorschlag machen, sagte Heil.

8.34 Uhr: Kassenärzte fordern Stiko-Empfehlung zu dritter Corona-Impfdosis

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus. "Die Stiko hat die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung für eine Drittimpfung auszugeben", sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). "Die Stiko wäre für solche Vorgaben die richtige Institution. Dort sitzen die Fachleute, die tatsächlich Ahnung vom Impfen haben." Es gehe darum, diejenigen zuerst durch eine dritte Dosis schützen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. "Die Stiko trifft rationale, faktenbasierte Entscheidungen - anders als mitunter die Politik", sagte Gassen.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte entsprechende Vorgaben für die Auffrischungsimpfungen. Die Politik müsse "jetzt eine klare Ansage machen, welche Gruppen bei den Auffrischungsimpfungen zuerst an der Reihe sind. Es muss klar sein, um welche Jahrgänge es sich handelt und bei welchen Risikofaktoren eine dritte Impfung angezeigt ist", sagte Lauterbach. Es müsse "so ähnlich laufen wie in der ersten Welle".

7.15 Uhr: Mehr als 13.500 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist wieder leicht gestiegen und liegt nun bei 75,7. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden binnen 24 Stunden 13.531 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Todesfälle in diesem Zeitraum wurde mit 23 angegeben. Die Inzidenz steigt seit Wochen in Deutschland kontinuierlich an. Am Dienstag war der Wert erstmals seit mehr als einem Monat leicht zurückgegangen, von 75,8 auf 74,8.

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