Das waren die Entwicklungen am Montag, 15. Juni:

20.50 Uhr: Wieder mehr Corona-Infektionen - noch 468 Menschen infiziert

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35 154 gestiegen. Allerdings sind von diesen etwa 32 878 wieder genesen. Geschätzt seien noch 468 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, teilte das Sozialministerium am Montag mit (Stand: 16.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg in Baden-Württemberg um 3 auf 1808. Zwischen Samstag und Montag hatten sich 60 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, wie es weiter hieß.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,98 angegeben. Das ist ein sehr leicht erhöhter Wert im Vergleich zum vergangenen Freitag. Die Zahl gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

19.13 Uhr: Video-Eindrücke vom ersten Tag der wiedergewonnenen Reisefreiheit in Konstanz

Der heutige Montag, 15. Juni 2020, war ein historischer Tag: Nach Wochen der Trennung sind die Grenzen zwischen Deutschland und der Schweiz offiziell wieder geöffnet. Viele Menschen dies- und jenseits der Grenze haben diesen Tag herbeigesehnt. Sehen Sie hier Video-Eindrücke aus Konstanz am Tag eins nach der Grenzöffnung.

Menschen auf der Marktstätte am Tag der Grenzöffnung zwischen Konstanz und Kreuzlingen am 15. Juni 2020.
Menschen auf der Marktstätte am Tag der Grenzöffnung zwischen Konstanz und Kreuzlingen am 15. Juni 2020. | Bild: Lukas Ondreka

18.44 Uhr: So war der erste Tag der Grenzöffnung am Hochrhein

Die Grenze ist wieder offen, doch wie lief die Rückkehr der Einkaufstouristen am Hochrhein? Die Kontrollen zwischen Deutschland und der Schweiz sind seit heute Geschichte, ebenso der „triftige Grund“, der für einen Grenzübertritt notwendig ist. Wie stark haben die Schweizer die wiedergewonnene Freiheit genutzt? Welche Produkte sind besonders gefragt, und wie sehen die Perspektiven aus? Wir haben uns umgehört.

17.31 Uhr: Bundespolizei in Lindau kontrolliert weiter an den Grenzübergängen zu Österreich. Was hat es mit den Maßnahmen auf sich?

Das Erstaunen des Anrufers ist groß: Ein Mann meldet sich beim SÜDKURIER, berichtet von Grenzkontrollen an der deutschen Grenze bei Lindau. Jedes Fahrzeug werde angehalten und kontrolliert, sagt er, und fragt: Wie kann das sein? Hier lesen Sie die Hintergründe.

16.41 Uhr: Noch weit weg vom Kindergarten-Regelbetrieb: Nur die Hälfte der Kinder darf hier in St. Georgen kommen

Schwieriger Alltag auch für den Kindergarten auf der Seebauernhöhe in St. Georgen. Seit Anfang Juni dürfen hier bis zu 50 Prozent der Kinder gleichzeitig die Einrichtung in einem rollierenden System besuchen. „Endlich ist wieder mehr Leben in die Einrichtung zurückgekehrt“, so Verena Bianchi. Doch vom Vor-Corona-Alltag ist man noch weit entfernt, das merken auch die Kleinsten. Wann dieser Regelbetrieb wieder starten kann, ist derzeit noch unklar.

15.32 Uhr: Bund plant Rekordschulden von 218,5 Milliarden Euro

Wegen der Corona-Krise will die Bundesregierung in diesem Jahr so viele neue Schulden aufnehmen wie noch nie. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant mit einem zweiten Nachtragshaushalt in Höhe von 62,5 Milliarden Euro, wie am Montag aus dem Finanzministerium verlautete. Damit steigt die geplante Neuverschuldung für das laufende Jahr auf 218,5 Milliarden Euro.

Kabinett und Bundestag müssen dem zweiten Nachtragshaushalt noch zustimmen. Mit dem Geld solle das Fundament für eine breite und nachhaltige wirtschaftliche Erholung gelegt werden, hieß es aus dem Ministerium.

14.45 Uhr: Bürgermeistertreffen auf der historischen Holzbrücke in Bad Säckingen

Mit einem Glas Sekt stießen am Mittag Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl und der Gemeindeammann von Stein in der Schweiz, Beat Käser, auf die Öffnung der deutsch-schweizerischen Grenze an. „Stein gehört zu Säckingen, Säckingen gehört zu Stein“, betonte Käser die Bedeutung des kleinen Grenzverkehrs, der in den vergangenen 13 Wochen strikt unterbrochen war. Hier lesen Sie alles zur Lage der heutigen Grenzöffnung am Hochrhein.

Bürgermeister Alexander Guhl und Ammann Beat Käser auf der Holzbrücke.
Bürgermeister Alexander Guhl und Ammann Beat Käser auf der Holzbrücke. | Bild: Obermeyer, Justus

13.45 Uhr: Bürger sollen neue Corona-App ab Dienstag nutzen können

Die Bürger in Deutschland sollen sich ab Dienstagmorgen die neue Corona-App zur Nachverfolgung von Kontakten mit Infizierten herunterladen können. Die Bundesregierung werde die Handy-Anwendung am Dienstag um 10.30 Uhr der Öffentlichkeit vorstellen, bis spätestens dann solle sie auch "runterladbar sein", kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin an.

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Möglicherweise werde sie bereits am Vorabend oder in den App-Stores angeboten oder während der Nacht freigeschaltet, sagte der Regierungssprecher weiter. Einen genauen Zeitpunkt nannte er dafür aber nicht.

Seibert betonte erneut, es sei die "vollkommen freiwillige Entscheidung jedes Bürgers", die App herunterzuladen und zu aktivieren. Es werde "keinerlei Nachteile bei Nichtnutzung der App" geben, sagte er. Dazu gehöre auch, dass es keine Belohnungen für Nutzer geben solle. Wer die App herunterlade, könne sie auch später jederzeit wieder löschen, wenn er sich umentscheiden sollte. 

13 Uhr: Bund beteiligt sich mit 300 Millionen Euro an Tübinger Unternehmen CureVac

Der Bund beteiligt sich an dem in der Corona-Impfstoffforschung aktiven Tübinger Biotechunternehmen CureVac. In den kommenden Tagen werde die staatliche KfW-Bank für 300 Millionen Euro 23 Prozent der Anteile an CureVac zeichnen, kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag in Berlin an. Mit dieser Beteiligung solle CureVac finanzielle Sicherheit gegeben werden. Auf die geschäftspolitischen Entscheidungen von CureVac werde der Bund keinen Einfluss nehmen, sagte Altmaier.

CureVac arbeitet gemeinsam mit dem bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut an der Herstellung eines Impfstoffs. Im März sorgten Berichte für Aufsehen, wonach US-Präsident Donald Trump den USA exklusiv einen Impfstoff sichern wollte. CureVac bestritt aber mehrfach, ein Übernahmeangebot von der US-Regierung bekommen zu haben.

10.30 Uhr: Mehrwertsteuersenkung könnte Verbraucherpreise rechnerisch um 1,6 Prozent senken

Die von der Bundesregierung beschlossene Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli würde die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts bei einer vollständiger Weitergabe um 1,6 Prozent senken. Die tatsächlichen Auswirkungen seien aber schwierig zu prognostizieren, teilte die Behörde am Montag mit. Es gebe es keine gesetzliche Verpflichtung, die Senkung an Verbraucher weiterzugeben. Auch werde die Preisentwicklung noch von „vielen anderen Faktoren“ bestimmt.

Das Bundesamt wies außerdem darauf hin, dass die errechneten 1,6 Prozent lediglich ein Durchschnittswert über die gesamte Breite des maßgeblichen Warenkorbs seien. Einzelne Gütergruppen würden unterschiedlich beeinflusst. Für 70 Prozent des Korbs gelte der volle oder der ermäßigte Steuersatz, 30 Prozent sei ohnehin von der Mehrwertsteuer befreit. Wohnungsmieten, die einen erheblich Einfluss auf die Preisentwicklung hätten, seien nicht betroffen.

9.30 Uhr: Erster Ferienflieger von Düsseldorf Richtung Mallorca gestartet

Nach wochenlanger Corona-Pause ist am Montagmorgen vom Düsseldorfer Flughafen erstmals wieder eine Maschine mit Urlaubern gestartet. Tui-Flug X3 2312 zur Mittelmeerinsel Mallorca startete laut Angaben eines Flughafen-Sprechers um 8.55 Uhr - mit 45 Minuten Verspätung. Es habe Verzögerungen beim Catering gegeben. Laut Tui-Angaben war der Flug mit 189 Passagieren voll besetzt.

Deutsche Urlauber dürfen seit Montag wieder auf die Balearen-Inseln Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera reisen. In einem ersten Kontingent sind insgesamt bis zu 10 900 Reisende erlaubt. Am Nachmittag sollte ein zweiter Ferienflieger von Frankfurt aus starten.

In den vergangenen Wochen hatten die Flughäfen in Deutschland ihren Betrieb nahezu auf null heruntergefahren. Es gab kaum noch Starts und Landungen. Für den Neustart haben die Airports umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen vorbereitet, damit die Passagiere im Vorfeld des Fluges möglichst viel Distanz voneinander halten können.

Die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für fast 30 europäische Staaten an diesem Montag ist ein Startsignal für den Urlaub im Ausland. Was Urlauber dabei beachten müssen, haben wir hier aufgeschrieben.

8.50 Uhr: An welche Corona-Regeln müssen wir uns in der Schweiz halten?

Seit heute sind die Grenzen zur Schweiz wieder für uns alle geöffnet. Wie wäre es also mit einem Tagesausflug oder gar einer Urlaubsreise in unser Nachbarland? Wir haben alle Regeln, die sie bei einem Besuch beachten müssen, zusammengestellt und aufgelistet, was geöffnet hat.

8.30 Uhr: Kommt es zu einem Ansturm? Wir beobachten das Geschehen an der Grenze zur Schweiz

Die Schweiz öffnet heute nach drei Monaten ihre Grenze zu Deutschland. Auch auf deutscher Seite erfolgt dieser Schritt und es soll nicht mehr kontrolliert werden. Kommt es zu einem Ansturm Schweizer Kunden? Inwieweit normalisiert sich das Leben wieder? Und was sagen die Menschen über diesen wirklich historischen Moment? Wir begleiten für Sie das Geschehen am Hochrhein.

7 Uhr: Studenten können ab Dienstag Corona-Nothilfen beantragen

Wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Notlage geratene Studenten soll in Kürze staatliche Hilfen erhalten können. „Ab Dienstag können die Betroffenen nicht rückzahlbare Zuschüsse von bis zu 500 Euro pro Monat über ein bundesweit einheitliches Online-Verfahren beantragen“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag). Die Anträge würden dann vom jeweils vor Ort zuständigen Studenten- oder Studierendenwerk bearbeitet.

Die Hilfe steht Karliczek zufolge Studentinnen und Studenten aus dem In- und Ausland zu, unabhängig von Alter und Semesterzahl. „Entscheidendes Kriterium ist die pandemiebedingte individuelle, akute Notlage.“ Nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks gingen vor der Ausbreitung des Coronavirus rund zwei Drittel der Studentinnen und Studenten einem Nebenjob nach, um ihr Studium zu finanzieren. Viele dieser Jobs, etwa in der Gastronomie, sind weggefallen.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 14. Juni: 

21.55 Uhr: Frankreich zieht mit: Lockerung der Corona-Beschränkungen ab Montag

Pünktlich zur Grenzöffnung mit Deutschland lockert Frankreich ab Montag seine Corona-Beschränkungen weiter. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron am Sonntagabend in einer Fernsehansprache an. So dürfen etwa alle Restaurants und Cafés in Paris und Umgebung zu Wochenbeginn wieder öffnen - gut eine Woche früher als geplant.

In Paris und Umland dürfen Restaurants und Cafés erstmals wieder vollständig öffnen - bisher war dies nur für die Außengastronomie erlaubt. Zudem können Alten- und Pflegeheime landesweit wieder Besucher empfangen. Ab dem 22. Juni sollen zudem wieder „alle Schüler“ - außer an Gymnasien - zur Schule gehen können, wie Macron betonte.

Die neuen Lockerungen kommen pünktlich zum Fall der Reisebeschränkungen: Ab Mitternacht können deutsche Touristen erstmals seit fast drei Monaten wieder nach Frankreich einreisen.  Der Kampf gegen das Virus sei damit aber nicht beendet, betonte Macron. Die Menschen müssten noch lange mit der Pandemie leben. Mit 29.398 Coronavirus-Toten ist Frankreich eines der am stärksten betroffenen Länder in Europa.

19.20 Uhr: 247 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 247 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 186.269 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete. 8787 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 172.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag weiterhin knapp über der kritischen Marke von 1,0 bei 1,05. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,02 gelegen. 

18.30 Uhr: Schwarzwald-Baar-Klinikum fährt langsam wieder hoch

Der Betrieb im Schwarzwald-Baar-Klinikum normalisiert sich jetzt wieder. Die Verantwortlichen mussten zu Beginn der Corona-Pandemie schnell reagieren - keiner wusste, wie schlimm es in der Region werden würde. Daher behandelte das Klinikum an seinem Donaueschinger Standort die an Corona erkrankten Patienten von Anfang an zentral und schuf ausreichend Platz. Das hatte zur Konsequenz, dass die Orthopädie nach Villingen-Schwenningen umzog. Dieses Abteilung kehrt zurück und geht im Juli wieder in Donaueschingen an den Start.

17.35 Uhr: Amateur-Tennisspieler stehen in den Startlöchern

Die Fußball-Profis sind schon fleißig mit Geisterspielen im Geschäft, die Amateure des Sports befinden sich noch in der Warteschleife. Letztere kommen aber langsam aus der Deckung. Den Anfang in Sachen Wettkampfsport, der bei Erfüllung der Corona-Auflagen erlaubt ist, machen die vielen Freizeittennisspielerinnen und -spieler.

Die Mannschaftsrunde im Tennis startet gewissermaßen als Pilotprojekt für den gesamten Amateursport – wenn auch in abgespeckter Form. Die Spielpläne sind schon publiziert worden, nur das offizielle „Go“ fehlt noch. Dafür muss das Hygienekonzept des Badischen Tennisverbands noch abgesegnet werden.

16.30 Uhr: So geht es ab Montag in den Schulen in Baden-Württemberg weiter

Für manche Schüler ist es rund drei Monate her, dass sie in der Schule unterrichtet wurden. Das soll sich nach den Pfingstferien zumindest zeitweise ändern – trotz Corona. Ein rollierendes System soll dabei helfen, wieder mehr Präsenzunterricht stattfinden zu lassen. Warum das für die Schulen jedoch ein organisatorischer Kraftakt ist, lesen Sie hier.

15.20 Uhr: Stadt Villingen-Schwenningen stürzt in tiefe Haushaltskrise

Es fehlt an allen Ecken und Enden: Mit einer massiven finanziellen Schieflage ist der städtische Haushalt in Villingen-Schwenningen ohnehin schon in das Jahr 2020 gestartet. Oben drauf kommt jetzt noch die Corona-Krise. Beides summiert sich zu einem Minus von 66 Millionen Euro im Etat der Stadt, und damit zur schlimmsten Haushaltskrise der Stadt in der Nachkriegszeit.

14.55 Uhr: Land will deutlich mehr Corona-Tests

Testen, testen, testen: Um Corona-Infektionen einzudämmen und schneller zur Normalität zurückkehren zu können, soll es deutlich mehr Corona-Tests geben. „Wir arbeiten an einem Test-Konzept, das voraussichtlich am 23. Juni im Kabinett vorgestellt werden soll“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums.

Das Land sei froh, dass es nun auch ein Signal vom Bund gebe, sagte er in Hinblick auf eine neue Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt. Das Land hat schon zuvor Altenheime flächendeckend durchtesten lassen - auch ohne, dass Symptome vorlagen. Inwiefern es nun mehr Möglichkeiten für kostenlose Tests in Baden-Württemberg gibt, ist unklar.

Noch sind keine Einzelheiten des Landeskonzepts bekannt. Doch die Richtung ist klar: Tests ausweiten und Kapazitäten hochfahren. „Solange es kein Impfmittel gibt, müssen wir testen.“

13.50 Uhr: Öffnung synchron mit der Schweiz: Grenzen nun doch ab Montag offen

Ein Zaun zwischen Konstanz und dem schweizerischen Kreuzlingen war das eindrücklichste Symbol für die Ausnahmesituation: Monatelang waren die Grenzen zwischen Baden-Württemberg und seinen Nachbarländern Frankreich und Schweiz wegen der Corona-Pandemie nahezu dicht. Überqueren durfte sie nur, wer einen triftigen Grund hatte.

Darunter litten Händler und Menschen, die ihre Liebsten nicht mehr treffen konnten. Nachdem es bereits Lockerungen gegeben hatte, sollen die Grenzkontrollen laut Bundesinnenministerium nun endgültig um Mitternacht in der Nacht zum Montag enden. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) teilte dazu mit: „Nun kommt wieder zusammen, was zusammengehört!“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe ihm versichert, dass seitens der Bundespolizei „synchron“ mit Frankreich und der Schweiz vorgegangen werde, hieß es von Strobl. Das bedeute, dass die Kontrollen gleichzeitig wegfallen, sowohl auf deutscher als auch auf französischer und schweizerischer Seite.

12.40: Angst vor neuer Virus-Welle: „Kriegszustand“ nach Ausbruch in Peking

China schien das Coronavirus im Griff zu haben. Ein neuer Ausbruch erschüttert ausgerechnet die besonders geschützte Hauptstadt Peking. Kam das Virus aus dem Ausland – vielleicht über importierten Lachs?

11.15 Uhr: Corona-Warn-App startet am Dienstag

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und freigeschaltet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag in Berlin. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es.

Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark zunimmt.

Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Bei der App wurde ein mehrstufiges Datenschutzkonzept umgesetzt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber lobte es als „datenschutzfreundliche Lösung“. Grüne und Linke hatte darüber hinaus eine eigene gesetzliche Grundlage für die App gefordert, um Diskriminierungen bei Alltagsgeschäften für Menschen zu verhindern, die die App nicht einsetzen wollen.

9.50 Uhr: Im Ausland gegen Corona versichert? – Was Reisende wissen sollten

Das Auswärtige Amt hebt seine Reisewarnungen für 29 europäische Länder auf und ersetzt sie durch Reisehinweise mit Verhaltensempfehlungen. Für 160 andere Staaten, darunter auch viele beliebte Reiseländer, wurde die Reisewarnung hingegen bis Ende August verlängert. Das Reisen in diese Länder wird durch die Warnung zwar nicht verboten, aber doch mit zusätzlichen Risiken verknüpft, zum Beispiel bei Reiseversicherungen. Das sollten Touristen dazu wissen.

8.20 Uhr: Kanzleramtsminister warnt vor Infektionsgefahren durch bevorstehende Urlaubssaison

In Anbetracht der bevorstehenden Urlaubssaison hat Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) vor den Auswirkungen von Reisen in der Corona-Krise gewarnt. Würden Urlaubsrückkehrer aus einem Corona-Hotspot sich in ganz Deutschland verteilen und die Infektionsketten seien nicht zurückzuverfolgen, "dann kommen wir sehr schnell wieder in eine Situation, in der wir bundesweite Maßnahmen ergreifen müssten", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Die "Top Priorität" der Regierung sei es jedoch, dass so etwas nicht wieder geschehe. 

Dazu dient nach Brauns Worten auch die Corona-App, die in der kommenden Woche vorgestellt werden soll. Sie komme deshalb zu einem günstigen Zeitpunkt, betonte der Minister. Er räumte zugleich allerdings ein, dass ein früheres Anlaufen der App "schöner gewesen" wäre. Mit der App können Kontaktpersonen automatisch benachrichtigt werden, wenn ein weiterer Nutzer positiv auf Covid-19 getestet wird. Die Verwendung ist freiwillig, es werden keine Daten zentral gespeichert.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 13. Juni:

20.50 Uhr: Umfrage: Viele Deutsche wollen zurück ins Büro

Nach fast drei Monaten im Home-Office haben viele Deutsche einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge wieder Lust aufs Büro. In einer internationalen Umfrage der Kommunikationsberatung Kekst CNC, aus der das Wochenblatt zitierte, antwortete jeweils mindestens die Hälfte der Befragten in Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und Japan auf die Frage, was sie an einer Rückkehr ins Büro hindere, dass sie "Angst vor dem Virus" hätten.

In Deutschland dagegen hieß die mit 36 Prozent häufigste Antwort, es gebe "keine nennenswerten Hindernisse". Nur 18 Prozent der Deutschen nannten demnach als Hindernis, dass sie von zu Hause aus arbeiten wollten – viel weniger als in den anderen Ländern. 

Unabhängig von ihrer aktuellen Situation allerdings wünschen sich insgesamt mehr als 70 Prozent der Deutschen laut "FAS", dass Heimarbeit grundsätzlich häufiger wird. Der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten sei mit 77 Prozent Zustimmung noch größer. 

Für die Umfrage ließ die Kommunikationsberatung in der ersten Juniwoche in jedem Land jeweils 1000 Menschen befragen. Dabei zeigte sich der Sonntagszeitung zufolge auch: Zwei Drittel der Deutschen rechnen damit, dass sie frühestens im nächsten Jahr so viel Geld für Reisen und für Luxusartikel ausgeben wie zuvor.

19.20 Uhr: Reisewarnung soll für drei EU-Länder bleiben - auch Finnland

Die Reisewarnung für Touristen aus Deutschland wird an diesem Montag wahrscheinlich nur für 23 der 26 anderen EU-Staaten aufgehoben. Nach Spanien hat auch Finnland seine Einreisesperre für Urlauber über den 15. Juni hinaus verlängert. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts wird das skandinavische Land deswegen nun zu den Ländern gezählt, für die die Reisewarnung bestehen bleiben könnte.

Das dritte Land ist Schweden, das derzeit als einziges EU-Land die „Pandemiekriterien“ für eine Aufhebung der Warnung nicht erfüllt. Dort wird die Obergrenze von insgesamt 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche noch überschritten.

17.30 Uhr: Auswärtiges Amt will bald Rechnungen für Rückholaktion verschicken

Reisende, die in der Corona-Krise vom Auswärtigen Amt nach Deutschland zurückgeholt wurden, sollen bald ihre Rechnungen erhalten. „Die Teilnehmer werden individuell über den jeweils zu tragenden Kostenanteil in den nächsten Tagen und Wochen informiert“, hieß es am Samstag aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Zuvor hatte das ARD-Hauptstadtstudio über das Thema berichtet.

Das Auswärtige Amt hatte am 17. März eine beispiellose Rückholaktion für die im Ausland wegen der Corona-Pandemie gestrandeten deutschen Touristen gestartet. In gut fünf Wochen wurden 240 000 Menschen nach Hause geflogen, 66 000 davon mit vom Auswärtigen Amt angemieteten Maschinen. Die letzte davon brachte am 24. April 157 Deutsche vom südafrikanischen Kapstadt nach Deutschland zurück. Seitdem werden Einzelpersonen und kleinere Gruppen zurückgeholt.

Die Betroffenen sollen sich nach dem Konsulargesetz an den Kosten der Charterflüge beteiligen, wie das Auswärtige Amt erklärte. „Hierfür werden Pauschalen festgelegt, die sich nach der zurückgelegten Entfernung, vergleichbaren durchschnittlichen Ticketpreisen und den Kosten vergleichbarer Rückholaktionen von EU-Mitgliedsstaaten richten.“

17.00 Uhr: Erst knapp jede dritte Schutzmaske in Deutschland eingetroffen

Von den gut zwei Milliarden von der Bundesregierung gekauften Schutzmasken sind laut einem Medienbericht erst rund 600 Millionen in Deutschland eingetroffen. Das habe das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitgeteilt, berichtet die „Welt“ (Samstag). Auch von diesen 600 Millionen Masken sei ein Teil noch nicht an die Empfänger - die Bundesländer sowie Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigungen - ausgeliefert worden. „Ein größerer Teil“ befinde sich noch in der Qualitätsprüfung in Depots des Bundes. Rund 1,5 Milliarden Masken müssten bis zum Herbst noch, überwiegend aus China, angeliefert werden.

Das Bundesgesundheitsministerium betonte, dass es aktuell keine Engpässe gebe. „Es gibt momentan genug Masken“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. „Bei mehreren Kassenärztlichen Vereinigungen sind die Maskenlager voll.“ 400 Millionen der zwei Milliarden Schutzmasken sollten bis Ende Juni an das Gesundheitsweisen ausgeliefert werden. Die übrigen 1,6 Milliarden Masken sollten wie von der Bundesregierung bereits beschlossen, die Basis für eine noch aufzubauende nationale Reserve bilden. „So sind wir in der akuten wie für künftige Pandemien noch besser gerüstet“, sagte der Sprecher.

Ende Mai hatte das Bundesgesundheitsministerium erklärt, Kassenärztliche Vereinigungen und Länder seien durch das Ministerium bislang mit etwa 400 Millionen Masken versorgt worden. Damals hieß es, seit Anfang März habe der Bund mehr als 500 Millionen Schutzmasken beschafft. Knapp 130 Millionen Schutzmasken befänden sich „in der Qualitätskontrolle“. Es habe sich gezeigt, dass etwa 20 Prozent, also ein Fünftel der gelieferten Ware, mangelhaft gewesen sei, weswegen es einen „sorgfältigen, dreistufigen Qualitätssicherungsprozess“ gebe.

16.21 Uhr: Deutschland und andere sichern 300 Millionen Corona-Impfdosen für EU

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben einen ersten Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag in Berlin mit. Die Entwicklung eines Impfstoffs könnte im günstigen Fall schon Ende des Jahres abgeschlossen sein, hieß es aus dem Ministerium.

Vertragspartner ist das Pharmaunternehmen AstraZeneca. Profitieren sollen alle EU-Staaten, die dabei sein wollen. Die Impfdosen würden relativ zur Bevölkerungsgröße aufgeteilt.

„Viele Länder der Welt haben sich schon Impfstoffe gesichert, Europa noch nicht“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Durch das zügige koordinierte Agieren einer Gruppe von Mitgliedsstaaten entsteht in dieser Krise Mehrwert für alle EU-Bürger. Wir wollen gemeinsam mit der Kommission künftig noch schneller und verhandlungsstärker werden.“

Die vier Staaten haben sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zu einer Impfallianz zusammengeschlossen und sind mit mehreren Unternehmen im Gespräch, die an aussichtsreichen Impfstoffen forschen. „Damit Impfstoffe sehr zügig nach einer möglichen Zulassung in diesem oder im nächsten Jahr in großer Zahl verfügbar sind, müssen Produktionskapazitäten schon jetzt vertraglich gesichert werden“, hieß es weiter. Bei der Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister am Freitag sei zudem vereinbart worden, die Aktivitäten der Impfallianz mit denen der EU-Kommission zusammenzuführen.

15.00 Uhr: Russland will mit Corona-Impfstoff-Produktion im Herbst beginnen

Russland will nach eigenen Angaben im September mit der Massenproduktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 starten. Nach den derzeitigen klinischen Tests an Freiwilligen sei die Zulassung des Medikaments im August geplant, sagte Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa am Samstag der Staatsagentur Tass zufolge. Im September könne der Impfstoff in die großtechnische Produktion gehen.

Bereits im Mai hatte das staatliche Gamalaja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau mitgeteilt, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Dieser habe eine Immunität gegen Corona erzeugt - ohne negative Nebenwirkungen, sagte Institutsdirektor Alexander Ginsburg. Demnach hatten Wissenschaftler den Stoff an sich selbst und an Tieren getestet. Eine Studie zu dem anscheinend in Rekordzeit entwickelten Impfstoff haben die Forscher bisher nicht vorgelegt. Es gibt deshalb keine unabhängige Bewertung der Aussagen von Regierung und Wissenschaftlern.

Derzeit laufen klinische Test mit 50 freiwilligen Soldaten, wie das Verteidigungsministerium mitgeteilt hatte. Die Untersuchungen sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein. Insgesamt befassen sich nach offiziellen Angaben in Russland sieben Forschungseinrichtungen unabhängig voneinander mit der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Vize-Regierungschefin Golikowa sagte, drei Projekte davon seien erfolgversprechend.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Druck gemacht, dass Russland im weltweiten Rennen um einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 Erfolge vorweisen solle. Im Westen haben Wissenschaftler wiederholt Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gedämpft - solche Entwicklungen dauern in der Regel Jahre.

12.25 Uhr: Veröffentlichung der Corona-App steht laut SAP und Telekom kurz bevor

Die Veröffentlichung der Corona-Warn-App steht unmittelbar bevor. Nach einer langen Debatte um den Datenschutz rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, wie die App überhaupt genau funktioniert und ob sie tatsächlich zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann. Hier lesen Sie alle Hintergründe.

10.55 Uhr: Stuttgarter Flughafen fährt Betrieb wieder hoch

Von nächster Woche an fällt für viele europäische Länder die Reisewarnung der Bundesregierung weg - entsprechend werden wieder vermehrt Flieger von Stuttgart aus ins Ausland starten. Am Flughafen werden die Reisenden dabei etliche Änderungen erleben. Unter anderem soll nach Angaben des Airports nur jeder zweite Check-in-Schalter besetzt sein, um die Corona-Abstandsregelungen einzuhalten. Auch Plexiglasscheiben wurden aus Sicherheitsgründen angebracht und Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt. Zudem gilt am Flughafen überall Maskenpflicht.

Vorbereitet ist man, versichert ein Flughafensprecher - nur wie hoch die Zahl der Gäste und letztlich auch der Flieger sein wird, vermag man bei der Flughafengesellschaft beim besten Willen nicht vorherzusagen. Die Bundespolizei, die für die Sicherheitskontrolle zuständig ist, bittet Fluggäste, in jedem Fall etwas mehr Zeit mitzubringen - denn auch bei der Security muss Abstand gewahrt werden. „Es wäre sinnvoll, sich bei der jeweiligen Airline zu erkundigen, wann der Check-in-Schalter öffnet, und dann so früh wie möglich da zu sein“, sagte eine Sprecherin.

08.10 Uhr: Erst rund 600 Millionen Schutzmasken in Deutschland eingetroffen
- Gesundheitsministerium bestellte weltweit zwei Milliarden Masken

Von den rund zwei Milliarden Atemschutzmasken, die das Bundesgesundheitsministerium weltweit eingekauft hat, sind laut einem Medienbericht erst rund 600 Millionen in Deutschland angekommen. Das habe das Ministerium auf Anfrage mitgeteilt, berichtet die „Welt“ (Samstagsausgabe). Rund 1,5 Milliarden Masken müssen demnach bis zum Herbst noch eintreffen. Die Ware sei größtenteils in China bestellt worden.

Unter den bereits in Deutschland eingetroffenen Masken habe ebenfalls ein Teil ihre Empfänger - die Bundesländer sowie Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigungen - noch nicht erreicht, schreibt die „Welt“. Ein „größerer Teil“ befinde sich laut dem Gesundheitsministerium noch in Depots des Bundes.

Bereits in einer Risikoanalyse aus dem Jahr 2012 sei auf die Bedeutung von medizinischem Schutzmaterial hingewiesen worden, schreibt die Zeitung weiter. Aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion gehe aber hervor, dass die Bundesministerien zum Stichtag 31. Dezember 2019 lediglich rund 150.000 Masken mit dem FFP-Qualitätsstandard und 1,9 Millionen einfache OP-Masken bereitgehalten hätten.

„Die Antworten offenbaren ein Desaster bei der Versorgung mit Schutzausrüstungen“, kritisierte FDP-Gesundheitsexperte Wieland Schinnenburg in der Zeitung. Zu Beginn der Corona-Pandemie seien gerade einmal 0,04 Prozent des Jahresbedarfs an Masken vorrätig gewesen.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 12. Juni:

20 Uhr: 35 weitere Corona-Fälle im Südwesten - Mindestens 35.094 Infizierte

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 35 094 gestiegen. Das sind 35 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Freitag mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um drei auf 1805. Etwa 32 762 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 527 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,95 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

19 Uhr: Keine Kontaktbeschränkungen mehr in Thüringen

Als erstes Bundesland beendet Thüringen ab Samstag (00.00 Uhr) seine Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise. Der Schritt, auf den sich die rot-rot-grüne Minderheitsregierung am Dienstag verständigt hatte, war unter anderem vom Nachbarbundesland Bayern kritisiert worden. Auch Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) hatte sich skeptisch geäußert.

Die neue Thüringer Grundverordnung enthält lediglich Empfehlungen zu Einschränkungen der sozialen Kontakte. Demnach sollen sich die Thüringer nur mit einem weiteren Haushalt oder zehn weiteren Menschen treffen. Verbote dazu gibt es aber nicht mehr. Auch in Brandenburg sollen ab Montag die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden. Abstands- und Hygieneregeln aber bleiben - wie in Thüringen auch.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (CDU) hatte vor drei Wochen ein Ende des allgemeinen Lockdowns für sein Bundesland in Aussicht gestellt und damit bundesweit für Aufregung gesorgt.

18.45 Uhr: WHO: Mütter sollen ihre Babys auch bei Corona-Infektion stillen

Mütter sollen ihre Neugeborenen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auch bei vermuteter oder bestätigter Corona-Infektion stillen. „Die Vorteile des Stillens überwiegen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Kinder hätten nach aktuellem Forschungsstand der WHO ein geringeres Risiko, sich mit Corona anzustecken. Allerdings seien sie deutlich anfälliger für andere Krankheiten, wenn sie nicht gestillt werden. „Frauen sollten in keinem Fall von ihren Babys getrennt werden“, so Tedros.

Kinder und Jugendliche seien in der Pandemie besonders gefährdet. Viele Heranwachsende hätten nur in der Schule Zugang zu einem Arzt und würden dort dringend benötigtes Essen bekommen. Durch die Schließung der Bildungseinrichtungen sei das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen bedroht. Teenager hätten in der Isolierung auch ein höheres Risiko, Depressionen oder Angstzustände zu entwickeln. Deshalb müsse Therapie bei psychischen Probleme verfügbar sein.

17.30 Uhr: Sechs Schulen in Magdeburg wegen Coronavirus geschlossen

Wegen eines Ausbruchs des Coronavirus sind in Magdeburg von Montag an sechs Schulen und zwei Kinder- und Jugendeinrichtungen geschlossen. Die Infektionsketten seien noch nicht vollständig nachvollziehbar, teilte das Gesundheitsamt am Freitag mit. „Derzeit wissen wir noch nicht, warum es die neuen Erkrankungen in so vielen verschiedenen Familien gibt“, sagte der Amtsarzt Eike Henning. In Magdeburg sind den Angaben zufolge nun 132 Covid-19-Fälle gemeldet (Stand: Freitag 11.00 Uhr). Zwei Erkrankte werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, eine weitere Person ist in der Nacht zum Freitag gestorben, wie das Gesundheitsamt mitteilte.

17 Uhr: Lufthansa will Corona-Tests vor Abflug anbieten

Die Lufthansa will Passagieren vor Abflug in der Coronakrise die Möglichkeit von Tests auf das Virus anbieten. Nach Informationen des „Spiegel“ will das Unternehmen noch im Juni oder spätestens Anfang Juli an den Flughäfen in Frankfurt und München die Dienstleistung zur Verfügung stellen. In Testcentern, die von externen Partnern betrieben werden, können sich Passagiere auf das Virus untersuchen lassen. Das Ergebnis liege binnen vier Stunden vor. Nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers richtet sich das Angebot vor allem an Reisende, die in Länder fliegen, die bei der Einreise einen Corona-Test verlangen.

14.55 Uhr: Bundesregierung will kleine Firmen kurzfristig vor Pleiten retten

Kleine und mittelständische Unternehmen, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen sind, sollen im Sommer Extra-Geld vom Staat bekommen. Das Kabinett brachte am Freitag sogenannte Überbrückungshilfen auf den Weg, die eine Pleitewelle verhindern sollen. Es gehe darum, dass die Firmen die nächsten Monate überlebten und dann dabei seien, wenn die Wirtschaft wieder wachse, sagte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD).

Gedacht sind die neuen Hilfen besonders für Restaurants, Bars, Kneipen, Schausteller, aber auch Jugendherbergen, Schullandheime und Reisebüros sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe und Profisportvereine der unteren Ligen. Anträge dürfen aber aus allen Wirtschaftsbereichen kommen. Die Unternehmen müssen dafür nachweisen, dass ihr Umsatz im April und Mai verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um mindestens 60 Prozent eingebrochen ist. Außerdem dürfen sie Ende 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein.

Viele Firmen könnten derzeit kaum Kredite beantragen, weil sie ihre Umsatzausfälle perspektivisch nicht wieder reinholen könnten, begründet das Wirtschaftsministerium die Hilfen. Daher übernehme der Bund in den Monaten Juni bis August einen Teil der betrieblichen Fixkosten. Der Zuschuss steigt je nach Umsatzeinbruch auf bis zu 80 Prozent - maximal kann ein Unternehmen für drei Monate 150 000 Euro bekommen. Die Bundesregierung nimmt dafür insgesamt 25 Milliarden Euro in die Hand.

14.50 Uhr: Kinderbonus auch für ungeborene Kinder und einige über 25-Jährige

Die geplante Sonderzahlung von 300 Euro pro Kind im Rahmen des Konjunkturpakets soll für alle Kinder gezahlt werden, für die im Jahr 2020 mindestens einen Monat lang Anspruch auf Kindergeld besteht oder bestand. Das geht aus dem Gesetzentwurf für das „Zweite Corona-Steuerhilfegesetz“ hervor, das vom Bundeskabinett am Freitag auf den Weg gebracht wurde.

Konkret bedeutet das: Sowohl für Kinder, die in diesem Jahr erst noch geboren werden, als auch für Kinder, deren Kindergeldanspruch in den vergangenen Monaten seit Januar bereits erloschen ist oder demnächst erlischt, gibt es die 300 Euro. Kindergeldanspruch besteht bis zu einem Alter von höchstens 25 Jahren, solange die Kinder in der Ausbildung sind. Der Zeitpunkt der Auszahlung des Bonus für die genannten Fälle ist noch nicht klar. Für alle anderen soll der Kinderbonus in zwei Raten zu je 150 Euro pro Kind mit dem Kindergeld im September und Oktober überwiesen werden.

14.30 Uhr: Corona-Verordnung: Brautpaar darf nun auf der eigenen Hochzeit tanzen

Das Brautpaar darf bei seiner Hochzeit wieder tanzen - die Gäste aber nicht. „Auf Hochzeiten ist der Tanz des Brautpaars erlaubt, wenn die Tanzfläche so bemessen ist, dass mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen und sichergestellt ist, dass zwischen dem Brautpaar und den anderen Teilnehmern dauerhaft ein Abstand von mindestens 2,5 Metern eingehalten wird“, heißt es in der seit Freitag gültigen Corona-Verordnung des Sozialministeriums zu privaten Veranstaltungen. Feiern mit maximal 99 Teilnehmenden sind seit kurzem wieder möglich, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden.

13 Uhr: Corona verhindert Badespaß in Tannheim

Im Tannheimer Freibad fällt die Schwimmsaison diesen Sommer komplett ins Wasser. Die strengen Corona-Vorgaben verhindern eine Öffnung des kleinen, ehrenamtlich geführten Bades. Nur das Hundeschwimmen kann sich bis dato im Veranstaltungskalender halten. Hier lesen Sie alle Hintergründe.

12.40 Uhr: Mehrheit der Bürger steht positiv zum Konjunkturpaket

Die Mehrheit der Bundesbürger sind einer Umfrage zufolge mit dem milliardenschweren Konjunkturprogramm der Bundesregierung zufrieden. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer bezeichneten rund zwei Drittel der Befragten das milliardenschwere Paket als „eher gut“. 22 Prozent finden das Paket „eher nicht gut“, rund 10 Prozent waren sich unsicher („weiß nicht“).

Anfang Juni hatten sich die Koalition aus Union und SPD nach langen Verhandlungen auf ein 130 Milliarden schweres Konjunkturpaket zur Ankurbelung der Wirtschaft in der Corona-Krise mit verschiedenen Maßnahmen geeinigt. Die Hälfte der Menschen in Deutschland ist der Umfrage zufolge der Meinung, dass die Höhe des Konjunkturpakets mit 130 Milliarden Euro gerade richtig ist. 17 Prozent finden die Summe zu hoch. 14 Prozent meinen, man hätte noch mehr Geld einsetzen müssen.

11.35 Uhr: Nach Corona-Einbrüchen: Bahn plant günstiges Pendler-Ticket für 20 Fahrten

Nach den drastischen Einbrüchen der Fahrgastzahlen in der Corona-Krise will die Deutsche Bahn die Nachfrage mit einem neuen Pendler-Ticket ankurbeln. Dieses solle für 20 Fahrten und eine ausgewählte Strecke gelten, berichtete die „Wirtschaftswoche“ laut Vorabmeldung vom Freitag unter Berufung auf Angaben der Bahn.

„Das 20-Fahrten-Ticket ist bis zu 33 Prozent günstiger als die vergleichbare Monatskarte auf der gleichen Strecke“, heißt es demnach bei der Bahn. Mit dem Ticket wolle der Konzern jenen entgegen kommen, die „nicht mehr jeden Tag zu ihrem Arbeitsplatz“ fahren, sondern einen oder zwei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten. „Diese Kunden brauchen Flexibilität, und die bieten wir mit dem 20-Fahrten-Ticket.“ Die Bahn erwartet zudem eine schnellere Erholung im Fernverkehr als bislang angenommen.

10.31 Uhr: Kabinett beschließt Absenkung der Mehrwertsteuer und weitere Maßnahmen

Das Bundeskabinett hat jetzt die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer ab Juli beschlossen. Ebenfalls gebilligt wurden laut Angaben aus Regierungskreisen Gesetzentwürfe für einen Kinderbonus von 300 Euro pro Kind für Familien sowie Überbrückungshilfen für kleinere und mittelgroße Unternehmen. Der geplante Kinderbonus von 300 Euro soll in zwei Raten zu je 150 Euro im September und Oktober gemeinsam mit dem Kindergeld überwiesen werden. Das Kabinett brachte demnach auch die Reform der Kfz-Steuer auf den Weg, die eine stärkere Ausrichtung der Besteuerung am CO2-Ausstoß vorsieht.

Der Beschluss der Bundesregierung zur vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer in der Corona-Krise ist ein historisches Novum: Bislang war die vor gut 50 Jahren in der Bundesrepublik eingeführte Umsatzsteuer immer nur gestiegen. Zuletzt wurde die Steuer im Jahr 2007 in einem großen Schritt um drei Prozent erhöht.

Wer bekommt die 300 Euro Kinderbonus?

9.44 Uhr: Die Corona-Krise stellt Sto am Hochrhein vor Herausforderungen

Der Sto-Konzern läuft momentan im Krisenmodus, wie Vorstandssprecher Rainer Hüttenberger betonte. Ein Ende der Corona-Pandemie sei nicht absehbar, deshalb setzt er in dieser herausfordernden Zeit auf Flexibilität und Engagement der Mitarbeiter. Entlassungen seien derzeit nicht vorgesehen, man tue alles dafür, Arbeitsplätze zu erhalten, um nach Corona kraftvoll durchzustarten.

Hüttenberger ist überzeugt, dass die Pandemie die Konjunktur weltweit auch 2021 beeinflussen werde. „Gleichzeitig sind wir aber davon überzeugt, dass es Chancen gibt, gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, gibt er sich zuversichtlich. Aufgrund der Corona-Krise fand zum ersten Mal in der 65-jährigen Sto-Geschichte eine virtuelle Hauptversammlung des Herstellers von Farben, Putzen und Wärmedämmsystemen statt.

Das neue Empfangsgebäude von Sto am Stammsitz in Stühlingen-Weizen.
Das neue Empfangsgebäude von Sto am Stammsitz in Stühlingen-Weizen. | Bild: Martin Baitinger

8.56 Uhr: Das sind die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen heute mit 185.674 angegeben, das ist ein Plus von 258 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 186.691 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8763 Todesfälle und damit acht mehr als am Vortag, die JHU 8772 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 171.600.

7.51 Uhr: Bulgarien erlebt zweite Corona-Welle

In Bulgarien breitet sich das Coronavirus in einer zweiten Welle aus. Das zunächst kaum von der Pandemie getroffene Balkanland verzeichnete am Donnerstag mit 104 Covid-19-Neuerkrankungen binnen 24 Stunden einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Krise.

Eine ursprünglich bis 14. Juni verhängte „epidemische Ausnahmesituation“ soll bis Ende des Monats verlängert werden. Der bisherige Rekord mit 90 Coronavirus-Neuinfektionen an einem Tag war am 24. April gemessen worden. Bulgarien befinde sich wohl in einer zweiten Welle der Krankheit, sagte der Oberste Inspektor für Gesundheit und Mitglied des Krisenstabs in Sofia, Angel Kuntschew.

Das Virus breite sich jetzt aber vor allem lokal in Netzwerken, sogenannten Clustern, aus. Die Situation könne unter Kontrolle gebracht werden, meinte er.

7.07 Uhr: Weniger Verstöße gegen die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg verzeichnet immer weniger Verstöße gegen die Corona-Verordnung, obwohl weiterhin viel kontrolliert wird. So wurden am 31. März 438 Ordnungswidrigkeiten und 24 Straftaten registriert. Am 30. April waren es 310 Ordnungswidrigkeiten und 26 Straftaten, am 29. Mai nur noch 89 Ordnungswidrigkeiten. Dabei lag die Zahl der Personenkontrollen mit 3567 Ende Mai nach Angaben des Innenministeriums sogar leicht über der vom Ende März.

Die Kontrollen betreffen derzeit vor allem den Mindestabstand von 1,5 Meter, zum Beispiel auf Spielplätzen. Zum Beispiel in Heidelberg entfiel der überwiegende Teil der Anzeigen von Polizei und Vertretern von Gesundheits- und Ordnungsämtern auf den Monat April. Seit Mitte Mai gehen dort deutlich weniger Anzeigen ein - derzeit noch zwei bis vier pro Tag. Auch in Karlsruhe gab es eine Spitze zu Beginn. Mittlerweile seien die Anzeigen infolge Lockerungen zurückgegangen, teilte die Stadt mit.

Die sinkenden Zahlen ließen sich aber nicht nur mit dem Zuwachs an Freiheiten erklären, sagt der Sprecher des Innenministeriums, Renato Gigliotti. Er meinte: „Die Menschen haben die Regelungen mehr und mehr verinnerlicht - sie gehören mittlerweile zum Alltag.“ Die weiterhin zahlreichen Kontrollen hätten nicht das Ziel, möglichst viel zu ahnden, sondern mit den Bürgern in Dialog zu treten.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 11. Juni:

21.03 Uhr: US-Regierung lehnt erneuten Lockdown bei möglicher zweiten Corona-Welle ab

Die US-Regierung lehnt einen erneuten Lockdown bei einer möglichen zweiten Coronavirus-Infektionswelle ab. „Wir können die Wirtschaft nicht dicht machen“, sagte Finanzminister Steven Mnuchin am Donnerstag im Sender CNBC. „Ich denke, wir haben gelernt, dass man mehr Schaden verursacht, wenn man die Wirtschaft dicht macht.“

In eine ähnliche Richtung gingen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Präsident sagte für die Wirtschaft ein „sehr gutes drittes Quartal, ein großartiges viertes Quartal, und 2021 eines unserer besten Jahre überhaupt“ voraus. Außerdem werde es bald einen Impfstoff und Behandlungsmöglichkeiten für Covid-19-Patienten geben.

In den USA wurden bereits mehr als zwei Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 113.000 Todesfälle bestätigt - die mit Abstand höchsten Zahlen weltweit. Experten fürchten wegen der Lockerungen der Corona-Beschränkungen ein weiteres Anwachsen der Infektionen. Zuletzt wurde in mehreren Bundesstaaten wie Texas und North Carolina ein erneuter Anstieg der Patientenzahlen beobachtet. Die Coronavirus-Pandemie hat in den USA eine verheerende Wirtschaftskrise ausgelöst.

Trump will eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität, um im Wahljahr 2020 die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Der Präsident setzt für eine Wiederwahl auf eine rasche wirtschaftliche Erholung. Am Freitag kommender Woche will er zudem erstmals seit März wieder eine große Wahlkampfveranstaltung abhalten.

18.18 Uhr: In Überlingen öffnen Therme und Bäder wieder

Die drei Überlinger Strandbäder Ost, West und Nußdorf sowie die Bodensee-Therme dürfen den Bäderbetrieb unter Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen wieder aufnehmen. Darüber informierte die Stadt in einer am Mittwoch, 10. Juni, verbreiteten Pressemitteilung, dabei wird die Zahl der Gäste begrenzt sein. In Therme und Westbad muss online gebucht werden, in den anderen Bädern wird gezählt.

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17.02 Uhr: NRW lockert weiter die Corona-Beschränkungen

Nordrhein-Westfalen lockert ab Montag weitere Corona-Beschränkungen. Seit den ersten Lockerungen am 20. April sei die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 75 Prozent zurückgegangen, teilte die Düsseldorfer Staatskanzlei am Donnerstag mit. Das erlaube weitere Schritte „in eine verantwortungsvolle Normalität zu gehen“.

Private Feste wie Hochzeiten, Taufen oder Geburtstage sind nun mit bis zu 50 Teilnehmern wieder erlaubt. Hygieneregeln und eine Datenerfassung der Gäste bleiben aber Pflicht. Öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen sind mit bis zu 100 Personen erlaubt - aber mit 1,5 Metern Mindestabstand und der Rückverfolgbarkeit der Zuschauer und Teilnehmer.

Außerdem können Bars nach den für die übrige Gastronomie geltenden Hygiene- und Infektionsschutzregeln wieder öffnen. Diskotheken und Bordelle bleiben geschlossen. In Theatern, Konzertsälen und anderen Veranstaltungsorten mit festen Sitzplätzen entfällt die Abstandsregel.

Die Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum und die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bereichen mit Publikums- und Kundenverkehr bleiben aber weiter bestehen.

15.44 Uhr: 22.000 Vollzeitstellen bei der Lufthansa auf der Kippe

Lufthansa und die Gewerkschaften ringen weiter um ein Sparpaket für die angeschlagene Fluggesellschaft. Tausende Stellen stehen auf der Kippe. Lufthansa bezifferte den rechnerischen Überhang auf 22 000 Vollzeitstellen, wie das Unternehmen am Mittwoch nach einem Tarifgipfel mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi mitteilte. Zuletzt war von deutlich mehr als 10 000 Stellen die Rede. Ziel sei es, durch Kurzarbeit und Krisenvereinbarungen möglichst betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, erklärte Lufthansa.

„Ohne signifikante Senkung der Personalkosten während der Krise verpassen wir die Chance eines besseren Restarts aus der Krise und riskieren, dass die Lufthansa Group deutlich geschwächt aus der Krise hervorgeht“, sagte Personal-Vorstand Michael Niggemann. Man setze alles daran, mit den Tarifpartnern bis zum 22. Juni 2020 zu konkreten Ergebnissen zu kommen.

Lufthansa rechnet damit, dass die Erholung der Nachfrage im Luftverkehr nur langsam verläuft. Sie geht davon aus, dass die Flotte der Lufthansa Group nach der Krise rund 100 Flugzeuge weniger zählen wird. Hinzu kämen Überhänge in der Verwaltung und im Drittkundengeschäft der Servicegesellschaften.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo betonte, sie sei bereit, bis zur außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni eine Lösung zu erreichen. Zugleich forderte sie: „Die Mitarbeiter aller Airlines des Konzerns müssen einen Kündigungsschutz bekommen und daran glauben, dass das Management endlich einen gemeinsamen Kurs geht.“ Ufo zufolge entspricht der rechnerische Überhang 26 000 Arbeitsplätzen.

„Es ist gut, dass wir uns heute so intensiv ausgetauscht haben. Allerdings hat es sich gezeigt, dass ein gemeinsamer Kraftakt noch in sehr weiter Ferne ist“, sagte der Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr. Ufo hat bislang eine Nullrunde für dieses Jahr und die Absenkung des Stundenzuschlags für besonders lange Flüge angeboten.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bekräftigte ihre Bereitschaft zu Zugeständnissen in Höhe von 350 Millionen Euro. Für den einzelnen Piloten bedeute dies einen Gehaltsverzicht von bis zu 45 Prozent. „Im Gegenzug erwarten wir einzig vom Konzernvorstand, dass er sich zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekennt“, erklärte VC-Präsident Markus Wahl. Eine Verwendung des Beitrags zur Auslagerung von Arbeitsplätzen zu schlechteren Bedingungen wäre völlig inakzeptabel. Zugleich appellierte Wahl an die Aktionäre, dem Rettungspaket für die Lufthansa zuzustimmen.

13.35 Uhr:  Ab Montag wieder Schule - Unterricht im „rollierenden System“

Für manche Schüler ist es rund drei Monate her, dass sie in der Schule unterrichtet wurden. Das soll sich nach den Pfingstferien ändern - trotz Corona. Für die Schulen ist das ein Kraftakt. Viel Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme sind gefragt, wenn am Montag die Schulen nach den Pfingstferien wieder öffnen. Möglicherweise läuft nicht alles rund. Nach den Schulschließungen wegen des Coronavirus sollen jetzt alle Schüler zeitweise wieder in den Schulen unterrichtet werden. Beim geplanten „rollierenden System“ sind die Schüler nicht gleichzeitig in der Schule, sondern die Jahrgangsstufen wechseln sich ab.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sieht die Schulen gut vorbereitet. Sie seien früh über die Pläne informiert worden. Auch der Landeschef des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Gerhard Brand, sagte, unterm Strich werde das „rollierende System“ wohl funktionieren. Es könne aber zu Einschränkungen kommen, wenn etwa in kleinen Grundschulen Lehrer ausfielen, weil sie zu Risikogruppen zählten.

Nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW stehen die Schulen vor einem Kraftakt. Es liefen schließlich auch der Fernunterricht und die Notbetreuung für Kinder weiter, deren Eltern in ihren Berufen unabkömmlich seien, sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz.

Die Herausforderung: Die Abstandsgebote sollen in den Schulen eingehalten werden. Weil es nicht genügend große Räume gibt, müssen manche Klassen für den Unterricht in kleinere Gruppen aufgeteilt werden. In den Pausen sollen sich die Schüler nicht durchmischen. Und auch die Fahrzeiten der Schulbusse müssen an den neuen Corona-Stundenplan angepasst werden, wie Moritz zu bedenken gab.

13.15 Uhr: Corona-Warn-App kostet den Bund rund 20 Millionen Euro

Die Entwicklung der Corona-Warn-App des Bundes durch den Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom wird rund 20 Millionen Euro kosten. Das verlautete am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Dazu kommen noch Betriebskosten in Höhe von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro monatlich, wovon der Großteil auf den Betrieb von zwei Hotlines bei der Deutschen Telekom entfällt. Dort können sich die Anwender bei der Installation der App helfen lassen und telefonisch ein positives Test-Ergebnis in die App eintragen lassen. Die Infizierten erhalten dabei von dem Callcenter einen Freischaltcode.

Die Kosten für die Software-Entwicklung bewegen sich damit am unteren Ende der von der Bundesregierung prognostizierten Größenordnung in Höhe eines „zweistelligen Millionenbetrags.“ Bei den Kosten für die Callcenter müsse berücksichtigt werden, dass die Anwender nicht in langen Warteschlangen landen sollten. Außerdem wolle man den Service nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Türkisch zur Verfügung stellen.

Die sogenannte Tracing-App soll helfen, Infektionsketten leichter und schneller zu erkennen und nachzuverfolgen. Wird ein Nutzer positiv getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen andere Anwender informiert werden, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Aus Regierungskreisen hieß es weiter, die App sei nur ein Baustein in der Bekämpfung der Pandemie und kein Allheilmittel. Nach der Veröffentlichung der App soll die Anwendung in den kommenden Wochen immer wieder optimiert und aktualisiert werden.

12.30 Uhr: Viele Katholiken feiern Fronleichnam ohne Prozessionen

Aufgrund der Coronakrise haben im Südwesten viele Katholiken in diesem Jahr ein etwas anderes Fronleichnams-Fest gefeiert. Durch die Pandemie waren zahlreiche traditionelle Prozessionen abgesagt worden - auch in Weingarten durften die Gläubigen nicht durch die Straßen ziehen. Die Auflagen hätten dabei nur schwer eingehalten werden können, sagte Pfarrer Ekkehard Schmid von der katholischen Kirchengemeinde St. Martin. „Man müsste Abstand zueinander einhalten und dürfte auch nicht singen. Das wäre ja ein Trauermarsch.“ Stattdessen gab es während des Gottesdienstes eine Art Miniatur-Prozession in der Basilika. Rund 20 Mitwirkende zogen durch das Kirchenschiff, während die Besucher sitzen blieben.

Auch andere Kirchengemeinden hatten sich Alternativen zu einer Prozession ausgedacht. In Möckmühl und Neuenstadt (beide Kreis Heilbronn) sollten Kinder und Jugendliche sich zum Beispiel mit ihren Familien bei einer Schnitzeljagd auf den Weg zu den Altarstationen machen. Dort erwarteten sie in diesem Jahr aber keine geschmückten Blumenaltäre, sondern Aufgaben und Gebetsimpulse, hieß es im Vorfeld bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Diözese selbst bot auf ihrer Homepage auch einen Hausgottesdienst für den Festtag an.

Im Mittelpunkt des katholischen Hochfestes Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten steht die Eucharistie - die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Der vor etwa 750 Jahren entstandene Name bedeutet „Leib des Herrn“. In vielen Pfarrgemeinden wird seit dem 13. Jahrhundert bis heute bei Fronleichnamsprozessionen die geweihte Hostie als Leib Christi durch die Straßen getragen.

11.55 Uhr: Corona-Verordnung für Kirchen und Religionsgemeinschaften verlängert

Das Land Baden-Württemberg hat seine Corona-Verordnung für religiöse Veranstaltungen bis 30. Juni verlängert. Es gab keine Verschärfungen, aber auch keine Lockerungen, teilte das Kultusministerium am Donnerstag mit.

Damit können weiterhin Gottesdienste und andere Feiern in Räumen stattfinden, wenn maximal so viele Gläubige teilnehmen, dass diese jederzeit 1,5 Meter Abstand voneinander halten können, und schriftlich festgehaltene Infektionsschutzkonzepte vorliegen. Die evangelischen Landeskirchen im Südwesten sehen freiwillig einen Mindestabstand von zwei Metern vor. Das Tragen von Masken in den Räumen ist empfohlen, aber nicht verpflichtend.

Für Gottesdienste und Gebetsveranstaltungen im Freien gilt eben so wie für Trauerfeiern im Freien eine Obergrenze von 100 Teilnehmern, die ebenfalls den Mindestabstand einhalten müssen. Nur Personen, die miteinander in einem Haushalt leben, dürfen auch enger stehen beziehungsweise sitzen.

Das Land verlangt für Gottesdienst- und Gebetsveranstaltungen zudem, Desinfektionsmittel bereitzustellen. Bei Trauerfeiern ist kein über die Abstandsregeln hinausgehendes schriftliches Hygienekonzept gefordert. Gegenstände und Flächen, die berührt werden, müssen jedoch auch dort vorher und anschließend desinfiziert werden. 

9.45 Uhr: Reisebusverkehr bald wieder möglich

In Baden-Württemberg soll der Reisebusverkehr ab dem 15. Juni wieder starten. Dies teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit. In den Bussen gelte dann eine Maskenpflicht, zudem soll - soweit möglich - ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden, hieß es.

Die Corona-Lenkgruppe der Landesregierung beschloss außerdem, dass es in Werkstätten für behinderte Menschen künftig keine Platzbeschränkungen in Kleingruppen mehr geben soll, wenn die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Auch stehe es den Beschäftigten nun nicht mehr frei zur Arbeit zu kommen. 

Ab dem 11. Juni sollen zudem Wettkämpfe im Breitensport wieder möglich sein. Dies gelte für Sportarten, bei denen die Abstandsregeln eingehalten werden können, hieß es. Teilnehmen dürfen bis zu 99 Sportler, Zuschauer sind weiterhin nicht erlaubt. 

9.05 Uhr: Studie: Corona reißt tiefe Löcher in die Kassen der Autokonzerne

Die Corona-Krise hat schon in den ersten drei Monaten des Jahres riesige Löcher in die Kassen der weltgrößten Autokonzerne gerissen. Zusammengenommen verbuchten die Hersteller im operativen Geschäft nur noch rund 7,5 Milliarden Euro Gewinn, wie das Beratungsunternehmen EY in seiner regelmäßigen Branchenanalyse berechnet hat. Das ist ein Einbruch um mehr als die Hälfte im Vergleich zum ersten Quartal 2019 und der niedrigste Stand seit 2009. Die Verkaufszahlen gingen um 21 Prozent zurück, der Umsatz immerhin nur um 9 Prozent.

Allerdings seien das nur die ersten Auswirkungen der Krise, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Analyse. Im zweiten Quartal werde Corona die Mehrzahl der Konzerne in die roten Zahlen drücken, erwarten die Experten.

8.45 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in den USA registriert

In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle die Zwei-Millionen-Marke überschritten. Bis Mittwoch (Ortszeit) wurden 2.000.464 Infektionen registriert, wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Mehr als 112.900 Menschen starben demnach an der durch das neuartige Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Die USA sind weltweit das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land. An zweiter und dritter Stelle folgen Brasilien und Russland.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 10. Juni:

21.40 Uhr: Neuer Corona-Infektionsherd in Krankenhaus in Bilbao

Ein Krankenhaus in Nordspanien hat sich als neuer Infektionsherd des Coronavirus erwiesen. Bislang seien im Basurto-Universitätskrankenhaus in Bilbao 25 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, ein infizierter Patient sei gestorben, sagte der Leiter der Einrichtung, Eduardo Maiz, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Nun würden alle 4500 Mitarbeiter des öffentlichen Krankenhauses im Baskenland getestet. Die Besuche wurden eingeschränkt.

Kurz zuvor waren am Montag im Baskenland fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. In Spanien haben sich bisher nach offiziellen Angaben 242.280 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert, 27.136 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Spanien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas.

19.37 Uhr: 318 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 318 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 184 861 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 10.6. 0 Uhr).

8729 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 18 im Vergleich zum Vortag. Etwa 170 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag zuletzt knapp über der kritischen Marke von 1,0, bei 1,11 (Datenstand 9.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 1,11 gelegen.

17.50 Uhr: Corona-Krise trifft besonders Friseure

Die Corona-Krise hat erste Spuren im Handwerk hinterlassen. Zwar stiegen die Erlöse von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,1 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Doch die Entwicklung in den einzelnen Bereichen, für die ein Meistertitel notwendig ist, war im ersten Quartal recht unterschiedlich. Während der Umsatz im Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe noch deutlich mit 10,2 und 6,1 Prozent zulegte, verzeichneten andere Berufsgruppen teils massive Rückgänge. Im Kraftfahrzeuggewerbe etwa betrug das Minus 2,3 Prozent. Den größten Umsatzeinbruch im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es mit einem Rückgang von 5,7 Prozent in der Gewerbegruppe Handwerke für den privaten Bedarf. Da stellen die Friseure die Mehrheit. Sie mussten infolge der Pandemie ab dem 22. März ihre Geschäfte schließen. Der Zahl der Beschäftigten in allen Gewerben sei insgesamt um 0,3 Prozent zurückgegangen, hieß es vom Statistikamt.

16.20 Uhr: Weiße Flotte fährt ab Montag wieder Häfen in Österreich und der Schweiz an

Die Flotte der Bodensee-Schiffsbetriebe bedient ab Montag wieder sämtliche Häfen – auch in Österreich und der Schweiz.Coronabedingt konnten die Häfen in den angrenzenden Ländern in den vergangenen Wochen nicht angefahren werden.Auch die Schiffe aus Österreich und der Schweiz fahren die deutschen Häfen ab Montag wieder gemäß Fahrplan an.

14.48 Uhr: Airlines nehmen Flugbetrieb von Stuttgart nach Mallorca wieder auf

Ab kommender Woche sollen vom Flughafen Stuttgart aus wieder in größerem Umfang Flieger nach Mallorca starten. Das bestätigte der Flughafen am Mittwoch. Hintergrund ist die teilweise Aufhebung der weltweiten Reisewarnung an diesem Wochenende. Ein paar Flüge auf die spanische Insel seien bereits von Eurowings durchgeführt worden, außerdem sollen TUIfly und Laudamotion hinzukommen. Zuerst hatten „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch) berichtet.

12.50 Uhr: Zahl der Gästeübernachtungen bricht im April um fast 90 Prozent ein

Die Zahl der Gästeübernachtungen ist in Deutschland wegen der Corona-Pandemie im April so stark eingebrochen wie seit Jahrzehnten nicht. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch auf der Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte, gab es in den Beherbergungsbetrieben nur noch 4,3 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Dies sei ein Einbruch um 89,3 Prozent zum Vorjahresmonat und der stärkste Rückgang gegenüber seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1992.

Ursache war das seit Mitte März geltende Verbot zur Beherbergung privatreisender Gäste. Auch geschäftliche Reisen waren im betreffenden Zeitraum stark eingeschränkt. Bereits im März hatte es einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 52,7 Prozent gegeben. Da der gesamte Monat April von den Einschränkungen betroffen war, setzte sich der Rückgang erwartungsgemäß fort.

11.56 Uhr: Ausnahmezustand beendet: Schwarzwaldbahn fährt ab Sonntag wieder mit dem regulären Fahrplan

Gute Nachricht für alle Bahnfahrer: Ab Sonntag gilt auf der Schwarzwaldbahn wieder der Normalbetrieb. Heißt: Züge fahren dann wieder jede Stunde, statt alle 120 Minuten. Wegen Corona war der Betrieb eingeschränkt: Seit Mitte März gilt bisher auf der Strecke, die auch zwischen Triberg, über Villingen, bis nach Donaueschingen verkehrt, ein verkürzter Fahrplan. Statt jede Stunde, fahren die Regionalzüge nur alle zwei Stunden. Wer seinen Zug verpasst, muss also 120 Minuten auf den nächsten warten. Ab Sonntag gilt nun aber wieder der Normalbetrieb und das Warten hat ein Ende.

11.40 Uhr: Grenzkontrollen werden beendet, EU-Bürger dürfen wieder einreisen

Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) unterrichtete am Mittwoch das Bundeskabinett über die geplanten Änderungen.

EU-Bürger und Schweizer können gemäß dem Beschluss der Bundesregierung ab dem 16. Juni wieder ungehindert, also ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften, einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. So werden etwa die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, erst am 21. Juni enden. Auch Spanien lässt erst dann - in den ersten acht Tagen begrenzt auf einige Ferieninseln - die ersten Touristen ins Land.

Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.
Horst Seehofer (CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat. | Bild: Fabrizio Bensch (reuters-Pool)

In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund einer Landesverordnung eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner aufweisen - kumulativ in den letzten sieben Tagen. Dies ist seit der vergangenen Woche in Schweden der Fall.

11 Uhr: Bei uns im Land dürfen sich wieder größere Gruppen treffen

Es gibt eine erneute deutliche Lockerung der Corona-Vorgaben bei uns im Land: Ab sofort sind im öffentlichen Raum wieder Treffen zu zehnt erlaubt. Das gilt auch für Bäder, Lokale und Ausflüge. Die neue Regel ermöglicht also deutlich größere Treffen im öffentlichen und privaten Raum. Hier lesen Sie alles zur neuen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg.

10.05 Uhr: OECD rechnet mit äußerst schweren Folgen der Corona-Krise

Bürger, Unternehmen und Staaten müssen sich nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation OECD wegen der Covid-19-Pandemie auf äußerst schwere und lang anhaltende Folgen einstellen. Es handele sich um die schlimmste Gesundheits- und Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren endete. Das teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem Konjunkturbericht mit.

Eine höhere öffentliche Verschuldung sei zwar nötig, berichtete Chefökonomin Laurence Boone. „Schuldenfinanzierte Ausgaben müssen jedoch sehr gezielt eingesetzt werden, um die schwächsten Gruppen zu unterstützen und die Investitionen zu fördern, die für den Aufbau einer krisenfesteren Wirtschaft nötig sind.“ Weiter teilte Boone mit: „Solange weder ein Impfstoff noch ein wirksames Medikament allgemein verfügbar ist, müssen die Politikverantwortlichen in aller Welt einen Drahtseilakt vollführen.“

9.20 Uhr: Corona-Hotspot Spanien beschließt Regeln für die „neue Normalität“

Die Regierung des einstigen Corona-Hotspots Spanien hat die Regeln für das Leben in der sogenannten „neuen Normalität“ beschlossen. Zu den wichtigsten Bestimmungen des bei einer Ministerratssitzung in Madrid ausgearbeiteten Dekrets gehört die unbefristete Beibehaltung der Schutzmasken-Pflicht.

Demnach wird man in Spanien auch nach dem Ende des dreimonatigen Notstands am 21. Juni in geschlossenen Räumen und auch im Freien Maske tragen müssen, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Bei Verstoß ist eine Geldstrafe von 100 Euro vorgesehen.

Auf die Frage, wie lange das neue Regelwerk gültig bleiben solle, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa: „Bis wir das Virus endgültig besiegt haben.“ Nötig sei idealerweise ein Impfstoff oder ein wirksames Medikament gegen Covid-19, betonte er.

8.10 Uhr: Virologe Streeck: Mund-Nase-Schutz kann Nährboden für Mikroben sein

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sieht den Einsatz von Atemmasken im Alltag wegen der oft falschen Anwendung skeptisch. „Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen“, sagte Streeck. „Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze“, so der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das allgemeine Tragen von einfachem Mund- und Nasenschutz in der Öffentlichkeit weiter skeptisch.

7.20 Uhr: Neun Prozent der Arbeitgeber wollen im dritten Quartal Stellen abbauen

Fast jeder zehnte Arbeitgeber in Deutschland plant einer Umfrage zufolge im dritten Quartal dieses Jahres mit weniger Personal. Wie aus dem Arbeitsmarktbarometer des Personaldienstleisters Manpower Group hervorgeht, wollen neun Prozent der 531 befragten Unternehmen in Deutschland Mitarbeiter entlassen.

Sowohl im Vorjahresquartal als auch bei der vorherigen Befragung im Januar waren es demnach nur drei Prozent. Elf Prozent der Unternehmen beabsichtigten, zwischen Juli und September Mitarbeiter einzustellen. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, wie aus dem Barometer, das am Mittwoch vorlag, weiter hervorgeht.

NRW lockert weiter die Corona-Beschränkungen
NRW lockert weiter die Corona-Beschränkungen | Bild: Christoph Schmidt (dpa)

72 Prozent der Arbeitgeber erwarten demnach keine Veränderung ihrer Belegschaft. Dass "trotz des Corona-Schocks" so viele Arbeitgeber keine veränderten Personalpläne hätten, zeige, "dass vor allem Verunsicherung und Vorsicht herrschen", erklärte die Deutschland-Chefin des Personaldienstleisters, Angela Olsen.

"Die Stimmung ist nur noch in ganz wenigen Wirtschaftszweigen wie Logistikindustrie, IT-Branche und Gesundheitswesen überhaupt positiv", beklagte Olsen. Im Gastgewerbe verschlechterten sich die Aussichten im Zuge der Krise dagegen laut Arbeitsmarktbarometer am meisten.

7.09 Uhr: Seehofer stellt neue Regeln für Einreise nach Deutschland vor

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) informiert das Kabinett heute über die neuen Regeln für die Einreise aus anderen EU-Staaten. Ab dem 16. Juni soll - von wenigen Ausnahmen abgesehen - alles wieder so laufen wie vor Beginn der Einreisebeschränkungen, die Mitte März zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland verhängt worden waren. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) will dazu auch Neuregelungen für die weitere Beschäftigung von Saisonkräften in der Landwirtschaft vorstellen.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 09. Juni:

21.45 Uhr: Mindestens 34.974 Corona-Fälle im Südwesten - 1801 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.974 gestiegen. Das sind 25 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um sechs auf 1801. Etwa 32.547 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 626 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,81 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

20.20 Uhr: Reisewarnung für mehr als 160 Länder bis Ende August

Die Bundesregierung will die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen aber Ausnahmen für einzelne Länder gemacht werden können, die bestimmte Kriterien erfüllen. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch einen entsprechenden Beschluss fassen. 

In der vergangenen Woche beschloss das Bundeskabinett, die Reisewarnung am 15. Juni für 31 europäische Länder aufzuheben. Dazu zählen die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für 29 Länder erfolgt die Aufhebung am 15. Juni, für Spanien und Norwegen erst später, weil dort noch Einreisesperren gelten.

Für diese Länder wird es künftig nur noch sogenannte Reisehinweise geben. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht.

Für die anderen mehr als 160 Länder soll die Reisewarnung nun zunächst pauschal bis zum 31. August verlängert werden. Gleichzeitig sollen aber Ausnahmen ermöglicht werden. In einem Kriterienkatalog dafür sollen die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Einreisebeschränkungen berücksichtigt werden.

Zu den betroffenen Ländern außerhalb der Europäischen Union zählen auch Hauptreiseländer der Deutschen, allen voran die Türkei als drittbeliebtestes Urlaubsland, aber auch nordafrikanische Länder wie Ägypten, Marokko oder Tunesien.

19.18 Uhr: Höri-Fähre soll bald wieder in der Schweiz anlegen dürfen

Auf den Ausflugsschiffen werden Hygiene-Maßnahmen umgesetzt und an Bord sind nun wieder Veranstaltungen möglich. Die Fahrgastschifffahrt hat dennoch schwer mit der Corona-Krise zu kämpfen, weil viele Charter-Aufträge abgesagt wurden.

18.25 Uhr: Bad Säckingen beschließt als erste Gemeinde im Landkreis Waldshut die Freibad-Öffnung

Die Stadt prescht vor, der Gemeinderat fasst den Öffnungsbeschluss gegen die Empfehlungen des Bürgermeisters. Der Schwimmbetrieb soll am 27. Juni beginnen. Ein umfangreiches Corona-Konzept muss jedoch den Infektionsschutz garantieren, führt aber zu mindestens 200.000 Euro Mehrkosten. Rheinfelden will ebenfalls bald öffnen.

17.30 Uhr: Slowakei öffnet Grenzen auch für Deutsche

Die Slowakei öffnet ab Mittwoch ihre Grenzen auch für Bürger Deutschlands und 15 anderer Staaten Europas. Diese Länder seien vom slowakischen Corona-Krisenstab als ausreichend sicher eingestuft worden, gab Regierungschef Igor Matovic am Dienstag bekannt. Seit vergangener Woche waren bereits die slowakischen Grenzen für Bürger der drei Nachbarländer Tschechien, Österreich und Ungarn offen.

16.44 Uhr: AfD-Fraktion in Bayern will Maskenpflicht im Landtag nicht befolgen

Die AfD-Fraktion will die ab Montag geltende Maskenpflicht im gesamten bayerischen Landtag in ihren eigenen Büros und Arbeitsbereichen nicht umsetzen. Sie werde der Entscheidung von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) „nicht folgen und im Arbeits- und Verantwortungsbereich der AfD-Fraktion sowohl für Mitarbeiter als auch für Abgeordnete keine Maskenpflicht einführen“, teilte die Fraktion am Dienstag in München mit. Stattdessen appelliere sie an die Mündigkeit jedes Mitarbeiters und Besuchers im Landtag.

Zur Begründung sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Christoph Maier: „Es leuchtet nicht ein, warum die strenge Maskenpflicht für Mitarbeiter und Besucher gelten soll, nicht aber für Abgeordnete. Diesen Widerspruch trägt die AfD-Fraktion so nicht mit und spricht sich generell gegen eine Maskenpflicht im Maximilianeum aus.“

Am Montag hatte der Landtag mitgeteilt, dass nach Rücksprache von Aigner mit den Parlamentarischen Geschäftsführern der Fraktionen und dem Virologen Oliver T. Keppler ab dem 15. Juni eine Maskenpflicht im Maximilianeum bestehe. Sie gelte aber nicht für Abgeordnete, da diesen nicht vorgeschrieben werden könne, ihr Mandat nur mit Maske ausüben zu dürfen. Für sie gelte eine „dringende Empfehlung“.

15.52 Uhr: Wie das THW Waldshut-Tiengen die Hoch-Zeit der Corona-Krise bewältigte

Sieben schwierige Wochen liegen hinter dem THW Waldshut-Tiengen. In der Anfangsphase der Corona-Krise hatte die Beschaffung von medizinischem Material Priorität. Zwischenzeitlich lagerten Millionen von medizinischen Schutzprodukten, Masken, Desinfektionsmitteln und ähnlichem in einer Halle im „Kaitle“. Die Lieferungen für die Bevorratung des Landkreises kamen aus der ganzen Welt.

15.24 Uhr: Kretschmann kritisiert Senkung der Mehrwertsteuer

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat seine Kritik an der Senkung der Mehrwertsteuer bekräftigt. Diese Maßnahme der Bundesregierung wirke diffus. Profiteure der Corona-Krise wie etwa Amazon bekämen die Steuersenkung genauso wie ein Einzelhändler, der von der Krise schwer gebeutelt sei, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

Die schwarz-rote Koalition in Berlin war dem Vorschlag der Autoländer Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg nicht gefolgt, eine Kaufprämien auch für Fahrzeuge mit den neuesten und schadstoffärmsten Verbrennermotoren zu gewähren. Kretschmann kritisierte, jetzt profitiere man bei jedem Autokauf von der Mehrwertsteuersenkung - selbst dann, wenn man sich einen alten Verbrenner anschaffe. „Was damit ökologisch gewonnen ist, kann ich nicht erkennen.“

15.17 Uhr: Öschberghof Donaueschingen hat wieder komplett geöffnet

Nach dem Umbau sollte für den Öschberhof „das Jahr“ werden. Doch dann kam Corona und das Hotel musste geschlossen werden. Nun kommen die Gäste langsam zurück. Mit viel Desinfektionsmittel ist der Urlaub wieder möglich.

13.49 Uhr: Corona-Beschränkungen für Großveranstaltungen werden im Südwesten gelockert

Die grün-schwarze Landesregierung hat Lockerungen für Großveranstaltungen angekündigt. Vom 1. Juli an seien öffentliche Veranstaltungen wie Tagungen, Kongresse, Messen und kleinere Sportevents mit bis zu 100 Menschen möglich. Vom 1. August an sei hierbei eine Teilnehmerzahl von bis zu 500 Menschen erlaubt, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Größere Veranstaltungen wie zum Beispiel Volksfeste, Jahrmärkte und Konzerte mit mehr als 500 Menschen blieben aber mindestens bis zum 31. August wegen des Coronavirus verboten.

Bereits am Montag verkündete die Landesregierung, dass private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage mit bis zu 99 Menschen in angemieteten Räumen nun wieder möglich sind, wenn Hygienekonzepte eingehalten werden. Schon seit dem 1. Juni sind öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen für weniger als 100 Menschen erlaubt.

13.15 Uhr: Thüringen beendet Kontaktbeschränkungen zugunsten von Empfehlungen

In Thüringen werden die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Kontaktbeschränkungen am 13. Juni aufgehoben. In einer neuen Grundverordnung wird lediglich empfohlen, sich nur mit einem weiteren Haushalt oder mit maximal zehn Menschen zu treffen. Die Verordnung hat das Kabinett am heutigen Dienstag beschlossen.

12.55 Uhr: Corona-Tests ohne Symptome können deutlich ausgeweitet werden

Tests auf das Coronavirus können künftig deutlich ausgeweitet werden - und zwar auch ohne Krankheitsanzeichen und besonders in sensiblen Bereichen. Das legt eine am Dienstag in Kraft tretende Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn fest. „Wir wollen das Virus im Keim ersticken“, sagte der CDU-Politiker.

Konkret sollen nun grundsätzlich alle Patienten getestet werden, die im Krankenhaus aufgenommen werden. Daneben können Gesundheitsämter oder Ärzte Tests für Menschen ohne Symptome veranlassen. Die Kosten von 50 Euro pro Test übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Möglich werden damit etwa umfassende Tests bei engen Kontakten zu Infizierten - zum Beispiel auch, wenn die geplante freiwillige Corona-Warn-App für Smartphones einen solchen Kontakt meldet. Breite Tests möglich werden auch bei Corona-Ausbrüchen in Kitas oder Schulen sowie regelmäßige Reihentests in Kliniken und Pflegeheimen.

Die Regelungen zur Kostenübernahme gelten rückwirkend zum 14. Mai, auch für Privatpatienten und Menschen ohne Krankenversicherung. Bisher gibt es Tests auf Kassenkosten in der Regel nur bei konkretem Infektionsverdacht, also bei Menschen mit Symptomen.

12.15 Uhr: Spargelbauern bewältigen Ernte „trotz Corona-Chaos“

Trotz widriger Umstände in der Corona-Krise haben die Spargel- und Beerenanbauer in Baden-Württemberg die Saison besser bewältigt als zunächst angenommen. Es hätten in der Saison rund 28 Prozent Erntehelfer gefehlt, die wegen der Corona-Maßnahmen nicht hätten anreisen können, hat der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer in einer Umfrage ermittelt. So hätten bis zu 30 Prozent der Ernte nicht eingeholt werden können, sagte Vorstandschef Simon Schumacher. Hinzu sei der Absatzverlust durch die Schließung der Gastronomie gekommen, der jedoch „von einer sehr guten Nachfrage in der Direktvermarktung teilweise aufgefangen“ wurde.

Die Saison habe somit auch ihre positiven Seiten gehabt, unter anderem die Witterung mit kühleren Phasen, die für einen gleichmäßigen Ernteverlauf ohne hohe Erntespitzen gesorgt habe. Aber auch die große Bereitschaft der inländischen Bevölkerung, bei der Ernte mitzuhelfen, habe geholfen, hieß es beim Verband.

11.20 Uhr: Masken dürfen zur Identitätsüberprüfung in Banken abgenommen werden

Der Mund-Nasen-Schutz gehört in der Regel auch in der Bankfiliale zur neuen Normalität. Für einige Bankgeschäfte, etwa die Eröffnung eines Kontos, müssen Banken die Identität des Kunden aber zweifelsfrei feststellen können. Dafür dürfe die Maske kurzzeitig abgenommen werden, heißt es von Seiten der Bankenverbände. Im Selbstbedienungsbereich müsse der Mund-Nasenschutz hingegen permanent getragen werden. Eine bundesweit einheitliche Regelung zum Tragen von Masken gibt es nicht. Die Vorschriften der Länder sind unterschiedlich. Die Geldinstitute würden die jeweils regional gültigen Vorgaben umsetzen, heißt es bei den Bankenverbänden.

9.50 Uhr: Zypern öffnete seine Flughäfen - Keine Quarantäne für Deutsche

Zypern hat seine Flughäfen für Touristen aus einigen Ländern geöffnet. Urlauber aus Deutschland und zwölf anderen Staaten können demnach ohne Quarantänepflicht auf die Insel fliegen, wie der zyprische Staatsrundfunk (RIK) berichtete. Das erste Flugzeug kam am Vormittag aus Israel und landete in Larnaka mit 22 Reisenden an Bord, berichteten übereinstimmend zyprische Medien. Es gibt lediglich eine Bedingung für die Einreise: Bis zum 20. Juni müssen die Gäste sich vor der Einreise einem Coronatest unterziehen. Danach dürfen Touristen und andere Reisende aus Deutschland, Österreich, Malta, Griechenland, Israel, Bulgarien, Finnland, der Slowakei, Slowenien, Litauen, Norwegen, Dänemark und Ungarn frei einreisen.

8.15 Uhr: Deutscher Export bricht im April um mehr als 30 Prozent ein

Der deutsche Export ist im April in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

7.50 Uhr: Medien: 6000 Deutsche dürfen schon ab 15. Juni auf die Balearen

6000 Touristen aus Deutschland dürfen nach Medienberichten schon ab dem 15. Juni nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln fliegen - also zwei Wochen vor der offiziellen Öffnung der Grenzen des einstigen Corona-Hotspots Spanien für ausländische Besucher. Die Zentralregierung in Madrid habe einem Antrag der Inseln auf Durchführung eines sogenannten Pilotprojekts nach langen Verhandlungen zugestimmt, berichteten die Zeitung „El País“ und balearische Medien unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma de Mallorca. Eine offizielle Bestätigung dieser Berichte lag zunächst nicht vor.

Das Pilotprojekt soll den Angaben zufolge dazu dienen, den Ernstfall - den erwarteten Touristenansturm nach Öffnung der Grenzen am 1. Juli - zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsprotokolle unter anderem an den Flughäfen und in den Hotels funktionieren, hieß es. Das Projekt werde mit Touristen aus Deutschland durchgeführt, weil in dem Land die epidemiologische Lage sehr gut und ähnlich wie auf den Balearen sei.

Den Berichten zufolge verhandeln auch die Kanaren mit Madrid über ein ähnliches Pilotprojekt. Bei diesen Gesprächen sei am Montag aber noch keine Entscheidung gefallen, weil die Kanaren „höhere Sicherheitsanforderungen“ gestellt hätten, darunter Coronavirus-Tests für alle Besucher, berichtete „El País“.

7.15 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Griechenland steigt wieder

Kurz vor dem Beginn der Urlaubssaison hat sich die griechische Regierung besorgt über einen Wiederanstieg der Corona-Infektionen gezeigt. Seit Donnerstag wurden 97 neue Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium in Athen am Montag mitteilte. Bei fast einem Drittel der Betroffenen handele es sich um Einreisende aus dem Ausland. "Wer denkt, dass wir das Virus los sind, liegt falsch", sagte Katastrophenschutz-Staatssekretär Nikos Hardalias. Die Bevölkerung müsse weiter wachsam bleiben und sich an die Corona-Maßnahmen halten.

Ab kommenden Montag öffnen die Flughäfen von Athen und Thessaloniki wieder für Reisende aus 30 Ländern. Cafés und Tavernen sind nach einer sechswöchigen Ausgangssperre bereits seit zwei Wochen wieder geöffnet.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 08. Juni 2020:

20 Uhr: EU-Arzneimittelbehörde prüft bedingte Zulassung von Remdesivir gegen Covid-19

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft derzeit eine bedingte Marktzulassung des Medikaments Remdesivir für Corona-Patienten. Ihr liege eine Anfrage für die bedingte Marktzulassung des antiviralen Medikaments zur Behandlung von Covid-19 vor, teilte die Behörde am Montag mit. Eine Prüfung sei eingeleitet worden.

Die EMA kündigte zugleich an, das Prüfverfahren hinsichtlich der Vorteile und der Risiken zu beschleunigen. Eine Einschätzung könne bereits in „einigen Wochen“ vorliegen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Anfang Mai eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs in Krankenhäusern erteilt. Japan zog kurze Zeit später nach, Europa plant eine ähnliche Entscheidung.

Das vom US-Hersteller Gilead produzierte Remdesivir wurde eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Bei der Behandlung von Covid-19-Patienten ist es bislang das einzige Medikament, das in klinischen Tests eine gewisse Wirksamkeit zeigte. Dennoch gilt der Erfolg als moderat.

19.45 Uhr: WHO sieht weltweite Zuspitzung der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie spitzt sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu. Während sich die Lage in Europa verbessere, verschlechtere sie sich im weltweiten Maßstab, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer virtuellen Pressekonferenz in Genf.

Weltweit wurden bislang rund sieben Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und mehr als 400.000 Todesfälle registriert. Vor allem in Südamerika nahm die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den vergangenen Wochen rapide zu.

18.40 Uhr: Mehrere Bundesländer schicken Schweden-Rückkehrer in Quarantäne

Mehrere Bundesländer schicken Rückkehrer aus Schweden wegen der Corona-Entwicklung dort in eine zweiwöchige Quarantäne. Das niedersächsische Gesundheitsministerium hatte dies am Sonntag mitgeteilt, in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein folgten die Ministerien am Montag. Hintergrund sei, dass es in Schweden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100 000 Einwohner gegeben habe.

Die Rückkehrer müssen unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und dort 14 Tage bleiben - selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

In der Corona-Krise hatte in den deutschen Bundesländern zwischenzeitlich eine generelle Quarantäne-Regelung für Menschen gegolten, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen. Dies wurde zwischenzeitlich aber wieder gelockert oder aufgehoben.

16.30 Uhr: Corona-App der Bundesregierung soll kommende Woche starten

Die lange erwartete Corona-Warn-App der Bundesregierung soll in wenigen Tagen einsatzbereit sein.Die Regierung werde die App in der kommenden Woche vorstellen, und die Bürger sollen sie dann gleich auf ihre Handys herunterladen können, kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellte eine „breit angelegten Kampagne“ in Aussicht, die bei den Bürgern für die Verwendung der App werben solle.

15.50 Uhr: Rund 30 Prozent der Landkreise ohne Neuinfektionen

Abgesehen von einzelnen Ausbrüchen bewegt sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 124 von 412 Landkreisen meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen. Das entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent.

Kein Landkreis überschreitet derzeit den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen. Wird diese Obergrenze gerechnet auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten, sollten gewöhnlich Beschränkungskonzepte erlassen werden.

Die Bevölkerung von Göttingen muss sich auf solche zusätzlichen Maßnahmen einstellen. Die Stadt warte noch auf Ergebnisse des Massentests unter den Bewohnern eines Hochhauskomplexes, sagte ein Sprecher. Das Resultat wurde noch im Laufe des Montags erwartet. Der Gebäudekomplex am Rand der Göttinger Innenstadt gilt als Schwerpunkt eines Corona-Ausbruchs.

14 Uhr: Mehr als 2,2 Milliarden Euro an Corona-Soforthilfe ausgezahlt

Rund 241 500 Selbstständige und kleine Firmen in Baden-Württemberg haben Geld aus der Corona-Soforthilfe erhalten. Insgesamt seien mehr als 2,2 Milliarden Euro ausgezahlt worden, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag als vorläufige Bilanz mit. Anträge konnten bis Ende Mai gestellt werden.

Den größten Teil machten sogenannte Soloselbstständige und Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten aus. Hier gab es den Angaben zufolge knapp 210 000 Auszahlungen. Außerdem bekamen knapp 18 000 Firmen mit sechs bis zehn Beschäftigten und knapp 14 000 Betriebe mit maximal 50 Beschäftigten Unterstützung. Rund 31 000 Anträge wurden abgelehnt. Das Land zahlt aus eigener Tasche rund 408 Millionen Euro, der Rest kommt vom Bund.

13 Uhr: Studie bestätigt Schutzwirkung von Masken vor Corona

Eine Studie hat die Schutzwirkung von Masken gegen das Coronavirus bestätigt. Die allgemeine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, zum Beispiel beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, trage offenbar deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei, teilte die Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Montag mit. Wissenschaftler von vier Universitäten verglichen dafür die Entwicklung der Infektionszahlen im thüringischen Jena mit denen vergleichbarer Städte, wo die Maskenpflicht erst später eingeführt wurde.

Jena hatte als erste Großstadt bereits am 6. April das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zur Pflicht gemacht und damit wesentlich früher als in allen anderen Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Daraufhin stieg die Zahl der registrierten Infektionen in Jena nur noch schwach.

Nach den Berechnungen der Forscher "tut sich eine signifikante Kluft zwischen den Fallzahlen in Jena und der Vergleichsgruppe ohne Maskenpflicht auf". 20 Tage nach der Einführung der Maskenpflicht in Jena sei die Gesamtzahl der dort registrierten Covid-19-Fälle lediglich von 142 auf 158 gestiegen, im Vergleichsmodell hingegen von 143 auf 205.

12.04 Uhr: Gericht hebt Zutrittsbegrenzung für Einzelhandel im Südwesten auf

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat die coronabedingte Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel für unwirksam erklärt. Die Richtgröße von 20 Quadratmetern Verkaufsfläche je Person im Laden ist damit vorläufig außer Vollzug gesetzt, wie der VGH am Montag in Mannheim mitteilte. Er gab einem Eilantrag der Tchibo GmbH gegen die entsprechende Bestimmung in der Corona-Verordnung statt.

Die Landesregierung hatte argumentiert, dass die Richtgröße keine fest verbindliche Vorgabe zur Beschränkung der Kundenzahl sei, sondern lediglich ein Orientierungswert. Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen das Gebot der Bestimmtheit von Normen: Rechtsvorschriften müssten so gefasst sein, dass die Betroffenen die Rechtslage konkret erkennen und ihr Verhalten danach ausrichten können.

Der Kaffeeröster Tchibo hatte geltend gemacht, die Einhaltung der Richtgröße führe zu erheblichen Umsatzeinbußen. Auch CDU und FDP im Landtag, das Wirtschaftsministerium und der Handelsverband hatten sich vergangene Woche dafür stark gemacht, die Einschränkungen im Einzelhandel zu lockern. „Der aktuelle Pandemieverlauf würde es beispielsweise ohne weiteres zulassen, die Zutrittsbegrenzung von 20 Quadratmeter Verkaufsfläche je Person auf zehn Quadratmeter zu senken“, erklärte am Freitag der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal. Baden-Württemberg sei eines der wenigen Länder, die diese Lockerung noch nicht vollzogen haben.

10.20 Uhr: Hotelübernachtungen in der Schweiz mehr als 90 Prozent eingebrochen

Um mehr als 90 Prozent sind die Hotelübernachtungen in der Schweiz im April eingebrochen. Das Bundesamt für Statistik meldete minus 92,4 Prozent gegenüber dem April vergangenen Jahres. Für die gesamte Wintersaison seit November 2019 bedeutete das ein Minus von fast 24 Prozent oder vier Millionen Übernachtungen. Trotz langsam startender Sommersaison erwartet der Tourismusverband für das Gesamtjahr 2020 bis zu 35 Prozent weniger Übernachtungen.

Deutsche sind nach den Einheimischen die wichtigste Gästegruppe, im vergangenen Jahr etwa mit knapp zehn Prozent der rund 40 Millionen Übernachtungen. 45 Prozent der Übernachtungen entfielen auf Schweizer, 3,5 Prozent auf Gäste aus China.

8.30 Uhr: Berlin will mit Corona-Tests mehr Theater möglich machen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer möchte Theatern und Spielstätten mit Corona-Tests mehr Möglichkeiten in der Krise verschaffen. „Wenn wir unsere Einrichtungen wieder öffnen, dann möchte ich, dass zumindest so viel künstlerische Freiheit existiert, dass man keine Maskenspiel-Pläne machen muss. Jedenfalls dann nicht, wenn die Stücke keine Masken vorsehen“, sagte der Linke-Politiker. Als Beispiel verwies er auf entsprechende Konzepte etwa im Fußball.

Lederer will damit ermöglichen, dass auf den Bühnen auch Stücke gespielt werden können, deren Aktionen weniger Abstand erfordern als die coronabedingten Hygieneregeln vorschreiben. „Wir arbeiten mit unseren Einrichtungen an einer tauglichen Teststrategie, damit auf den Bühnen wieder Dinge mit Nähe passieren können“, sagte Lederer. Die öffentlich subventionierten Theater in Berlin haben die Spielzeit in ihren Häusern offiziell beendet und bereiten sich nun auf eine Spielzeit 2020/21 unter den Vorzeichen des Coronavirus vor.

Montag, 8.6., 7.15 Uhr: Neuseeland erklärt sich für Coronavirus-frei

Neuseeland hat sich für Coronavirus-frei erklärt. Es gebe keine aktiven Infektionsfälle im Land mehr, teilte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Ashley Bloomfield, mit. Der - zumindest vorerst - letzte Coronavirus-Patient in Neuseeland zeigte nach Angaben des Ministeriums 48 Stunden lang keine Symptome mehr und gilt deshalb als genesen. Neuseeland hatte zur Eindämmung des Virus strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, die sieben Wochen lang dauerten und im Mai endeten. Innerhalb des Landes sind nur noch wenige Corona-Restriktionen - etwa für die Größe von Menschenansammlungen - in Kraft, deren Aufhebung Regierungschefin Jacinda Ardern noch am Montag verkünden könnte. Die Einreisebeschränkungen werden aber voraussichtlich bestehen bleiben. Insgesamt wurden in Neuseeland 1154 Coronavirus-Infektionsfälle und 22 Todesfälle gezählt.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 7. Juni 2020:

19.00 Uhr: 24 neue Corona-Infizierte im Südwesten - keine weiteren Todesfälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg innerhalb eines Tages um 24 Personen gestiegen. Mindestens 34 930 Corona-Fälle wurden seit Beginn der Pandemie gezählt, wie das Sozialministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb bei 1791. Etwa 32 462 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 677 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, was ein weiterer Rückgang im Vergleich zum Vortag ist.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

18.00 Uhr: Art Basel 2020 wegen Corona-Pandemie endgültig abgesagt

Die wegen der Corona-Pandemie bereits vom Juni auf September verschobene Kunstmesse Art Basel ist nun für 2020 ganz abgesagt worden. Die Veranstalter teilten am Samstag mit, ausschlaggebend dafür seien unter anderem die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für alle Beteiligten, die finanziellen Risiken für Aussteller und Partner sowie die anhaltenden Behinderungen des internationalen Reiseverkehrs. Eine Rolle habe auch gespielt, dass in der Schweiz noch keine Regeln für Großveranstaltungen getroffen worden seien. Ende März hatte der Veranstalter MCH Group die Messe zunächst von Juni auf September verschoben.

17.15 Uhr: Möglicherweise bald Maskenpflicht an Flughäfen

An den deutschen Flughäfen könnte es nach „Spiegel“-Informationen bald einheitlich zu einer Maskenpflicht kommen. Bisher wird es offenbar noch etwas unterschiedlich gehandhabt. In den Terminal- und Abfertigungsgebäuden der größeren Flughäfen wie Stuttgart, München, Düsseldorf oder Berlin gibt es bereits eine Maskenpflicht.

Beim Flughafen Frankfurt heißt es auf der Homepage, die seit dem 27. April hessenweit geltende Maskenpflicht in Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs und den Publikumsbereichen von Geschäften, Bank- und Postfilialen „gilt auch für den Bus-Shuttle und die SkyLine, sowie Shops am Flughafen“. Mit den Lockerungen im Reiseverkehr zumindest in Europa stellt sich also ohnehin die Frage, ob diese Maskenpflicht nicht für alle Flughäfen gelten sollte, so wie in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln auch.

Der „Spiegel“ schreibt, dass Behörden und Flughafenbetreiber derzeit ein Paket mit Maßnahmen erarbeiteten, um den Flugverkehr möglichst rasch wieder hochfahren zu können.

17.00 Uhr: Scharfe Kritik wegen neuer Quarantänepflicht in Großbritannien

Die ab diesen Montag geltende Quarantänepflicht für Einreisende nach Großbritannien ist Kritikern zufolge „voller „Luftlöcher“. Die 14-tägige Selbstisolation sei „übereilt und nicht durchführbar“, teilte die Kampagne Quash Quarantine am Sonntag mit. Ihr gehören nach eigenen Angaben 500 Reiseunternehmen an.

„In dieser nicht praktikablen, schlecht durchdachten und wirtschaftlich schädlichen Regierungspolitik gibt es mehr Löcher als in einem Sieb“, zitierte der „Telegraph“ den stellvertretenden Leiter der Kampagne, Paul Charles. Auch Airlines hatten sich bereits über die Regelung beschwert. Sie fürchten dadurch weitere Einbußen.

Mit der Maßnahme soll eine zweite Infektionswelle verhindert werden. Großbritannien hat die meisten Corona-Toten in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät auf die Pandemie reagiert zu haben.

14.55 Uhr: App-Anmeldung für Strandbesuch an der Ostsee geplant

 Handtuch über der Liege war gestern. Eine neue App soll künftig an der Ostsee regeln, wer wann an den Strand darf. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will in der Urlaubszeit während der Corona-Krise auf die Buchung von Küstenabschnitten per Smartphone setzen. „Man kann über die App anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt will“, sagte der CDU-Politiker dem „Tagesspiegel am Sonntag“ zu den Plänen für das Buchungssystem. „Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung.“ Die Gemeinde Scharbeutz an der Lübecker Bucht hat das System nach seinen Angaben entwickelt, jetzt könnte es auch von anderen Orten genutzt werden.

14.10: Kabinettsvorlage: 20 Prozent der Schüler sollen Tablets leihen können

Die angekündigte Anschaffung von 300 000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg nimmt konkrete Gestalt an. Am Dienstag soll sich das grün-schwarze Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. Die Summe teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: „Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen werden.“

In der Kabinettsvorlage heißt es: Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken.“ Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreiche, weil es nicht die nötige technische Ausstattung habe. Geplant sei, dass die Schulträger, also die Kommunen, „zügig“ in die Geräte investieren könnten, um sie dann an Schüler verleihen zu können.

Davon sollen sowohl die Schüler an öffentlichen wie auch an privaten Schulen profitieren. Das Geld soll den Schulträgern einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.

Bildungsexperten und Lehrerverbände hatten seit der Schulschließungen wegen des Coronavirus Mitte März davor gewarnt, dass bestimmte Schüler abgehängt werden könnten, wenn zu Hause keine Geräte wie Laptops oder Tablets vorhanden seien oder wenn Eltern sie nicht genügend in der außergewöhnlichen Lernsituation unterstützten.

13.00: Lufthansa-Chef Spohr kündigt „Rückflug-Garantie“ in Corona-Krise an

Mit einer „Rückflug-Garantie“ will die Lufthansa Sorgen vor Reisen in der Corona-Krise entgegentreten. Man führe eine „Home-Coming-Garantie“ ein, sagte Konzernchef Carsten Spohr der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wer zurück will nach Deutschland, den bringen wir zurück. Sei es, weil er wegen erhöhter Temperatur am Zielort nicht einreisen darf, er dort in Quarantäne müsste oder weil im Gastland das Virus ausbricht – für alle diese Fälle wird es eine abgesicherte Rückflug-Garantie geben.“ Weitere Details nannte er nicht. Spohr äußerte sich zuversichtlich, dass die Nachfrage nach Privatreisen sehr schnell zurückkommen werde.

Spohr entschuldigte sich bei den Kunden, die ihr Geld für stornierte Tickets noch nicht zurück bekommen haben. „Wir zahlen jedem Kunden seinen Ticketpreis zurück, ich kann die Kunden nur um Entschuldigung bitten“, sagte er der Zeitung. Die Ressourcen seien deutlich erhöht worden, um die Abwicklung zu beschleunigen. So gebe es mehr Personal in den Call-Centern. „In den nächsten sechs bis acht Wochen wollen wir den Rückzahlungsstau abgearbeitet haben. Nochmal: Ich entschuldige mich in aller Form für den Ärger.“

Spohr forderte in dem Interview, über „staatliche Anreize für neue Flugzeuge“ nachzudenken - er sprach von einer „Innovationsprämie“. „Ein neues Flugzeug braucht bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff und erzeugt 50 Prozent weniger Lärm als das jeweilige Vorgängermodell. Der Sprung ist enorm.“ Wenn mehr neue Flugzeuge angeschafft würden, helfe das „der Umwelt, den Flugzeugherstellern und den Airlines“. Lufthansa verhandelt mit den Flugzeugherstellern Boeing und Airbus darüber, bereits bestellte Flugzeuge später abzunehmen als vereinbart.

11.20: Mehr Angriffsfläche für Cyberkriminelle in der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie verschafft Cyberkriminellen und Geheimdiensten mehr Möglichkeiten für Angriffe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung. „Hinzu kommt, dass sich die weniger gut geschützte IT-Oberfläche, seitdem Millionen von Menschen kurzfristig von zu Hause aus arbeiten, vergrößert hat“, heißt es in dem Papier der CDU-nahen Stiftung, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Anders als bei großen Unternehmen, Behörden und Organisationen fehle dort in der Regel professioneller Schutz für das IT-System.

Die Pandemie biete zudem die Gelegenheit, Verunsicherung, Neugierde und Informationsbedürfnis von Menschen gezielt für kriminelle oder heimtückische Aktivitäten zu nutzen, so der Autor. „Mit der persönlichen Gesundheit lässt sich das Informationsbedürfnis besonders wecken - vor allem, wenn es beispielsweise um Schutzmaßnahmen, angebliche Behandlungsmethoden, eine Impfung oder vermeintliche Informationen von staatlichen Stellen geht.“

Krankenhäuser oder andere Einrichtungen im Gesundheitssektor würden zudem zum Ziel von Erpresser-Software. Private Unternehmen und öffentliche Stellen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO rückten in den Fokus mutmaßlicher staatlicher Spionage. Hinzu kämen Besprechungen über teils unsichere Konferenzprogramme.

9.50 Uhr: Brasilien veröffentlicht keine Zahlen mehr zu Corona-Infektionen

Brasilien veröffentlicht keine Gesamtzahl der Corona-Fälle mehr. Die Regierung hat ihre Statistik zur Erfassung der Corona-Infizierten und der Toten in Zusammenhang mit Covid-19 geändert, wie die die Tageszeitung „Folha de São Paulo“ am Samstag (Ortszeit) berichtet. Es wird nur noch die Zahl der Toten in den vergangenen 24 Stunden publiziert. Das Gesundheitsministerium entfernte auch die Datensammlung, die die Entwicklung der vergangenen Monate aufzeigte, aus dem Netz.

Die Änderungen widersprechen dem international üblichen Vorgehen und den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Brasilien ist nach den USA das weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Mehr als 36.000 Menschen sind offiziellen Angaben bereits an den Folgen einer Virus-Infektion verstorben. Die Infektionen steigen immer noch rasant an.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro bestätigte die Änderung der Methode. Außerdem werden die Daten jetzt um 22 Uhr am Abend veröffentlich, nach der Hauptnachrichtensendung „Journal Nacional“ des TV-Senders Globo, wie Bolsonaro betonte.

Der Richter am Obersten Gericht, Gilmar Mendes, sprach von einer Manipulation der Daten, wie sie nur von totalitären Regimen vorgenommen werde. Damit solle die Verantwortlichkeit für einen eventuellen Genozid während der Pandemie wegmanövriert werden, schrieb Mendes in den sozialen Medien.

Parlamentspräsident Rodrigo Maia verlangte unverzüglich eine Rückkehr zu der international üblichen statistischen Erfassung. Das sei vor allem für die öffentliche Gesundheit wichtig, damit Orte mit Infektionen identifiziert werden können. „Es ist offensichtlich, dass volle Transparenz fundamental ist“, sagte Maia. Ähnlich äußerten sich zahlreiche Epidemiologen.

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind in Brasilien rund 672.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Allerdings liegt die tatsächliche Zahl der Infizierten weitaus höher, da Brasilien weltweit zu den Ländern mit den geringsten Testkapazitäten gehört. Nach Berechnungen der Zeitung „Folha de São Paulo“ stirbt in Brasilien pro Minute ein Mensch an den Folgen des Coronavirus.

8.20 Uhr: Corona-Infektionen: Streeck plädiert für „mehr Mut“ im Sommer

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie sieht der Virologe Hendrik Streeck eine Chance während der Sommermonate. Es könne möglicherweise eine Teilimmunität in der Bevölkerung aufgebaut werden, die dann den weiteren Verlauf der Pandemie abschwäche, sagte der Bonner Professor der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sollten uns über den Sommer ein bisschen mehr Mut erlauben“, so Streeck.

Derzeit zeigten Studien, dass bis zu 81 Prozent der Infektionen asymptomatisch verliefen. Das heißt, die Infizierten haben keine oder kaum Symptome. „Die Zahl der Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen ist derzeit rückläufig“, sagte Streeck. „Es besteht eine Chance, dass wir über den Sommer die Anzahl der Personen mit Teilimmunität erhöhen können.“ Die Hoffnung auf einen Impfstoff könne sich als trügerisch erweisen. Also solle man sich darauf einstellen, mit dem Virus zu leben.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 6. Juni:

20.10 Uhr: Auch Opec+ einig über Verlängerung der Förderkürzung um einen Monat

Die Opec und ihre Kooperationspartner (Opec+) werden zur Stabilisierung des Ölmarkts die derzeitige Kürzung ihrer Ölproduktion um einen weiteren Monat verlängern. Das teilte das Ölkartell am Samstag nach Verhandlungen in Wien mit. Die teilnehmenden Länder hätten dafür gestimmt, dass auch im Juli die Ölproduktion um rund zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gedrosselt werde, hieß es.

Das Kartell teilte weiter mit, dass die bislang bestehende Vereinbarung zu einer „vorläufigen Erholung der Weltwirtschaft und des Ölmarktes“ beigetragen habe. Alle großen Produzenten müssten sich nun weiterhin zur Stabilisierung des Marktes verpflichten.

Die großen Ölförderländer wollen mit dem Schritt den Preisverfall in der Corona-Krise stoppen. Die Organisation Erdöl produzierender Staaten (Opec) und die anderen Länder hatten sich im April darauf verständigt, die Öl-Förderung um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag für die Monate Mai und Juni zu kürzen. Die Drosselung um einen weiteren Monat war bereits erwartet worden.

Russlands Energieminister Alexander Nowak betonte nach Ende der Verhandlungen, dass die Vorgaben zu 100 Prozent im Juli erfüllt werden müssten. „Wir sehen einen positiven Effekt der gemeinsamen Handlungen. Der Markt ist aber immer noch in einem fragilen Zustand und braucht Unterstützung“, sagte er der Agentur Tass zufolge. Die Vereinbarungen sollten sich nun weiter positiv auf die Stabilisierung des Energiemarktes auswirken, sagte auch Kremlsprecher Dmitri Peskow.

18.30 Uhr: Mindestens 34 906 Corona-Fälle im Südwesten - 1791 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34 892 gestiegen. Das sind 14 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Samstag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen auf 1791. Etwa 32 396 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 719 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,65 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

18.10 Uhr: Opec beginnt Gespräche über Verlängerung der Förderkürzung

Das Ölkartell Opec hat am Samstag Gespräche über eine mögliche Verlängerung ihrer aktuellen Förderkürzungen aufgenommen. So wollen die großen Ölförderländer den Preisverfall in der Corona-Krise stoppen. Nach der internen Abstimmung will das Ölkartell mit seinen Kooperationspartnern, der sogenannten Opec+, sprechen.

In den Video-Gesprächen zwischen dem Kartell und der von Russland geführten Gruppe geht es vor allem darum, ob ein vor zwei Monaten vereinbartes Abkommen zur Drosselung der Ölproduktion verlängert werden soll. Marktbeobachter erwarten eine Einigung. Allerdings will die Opec die Preise auch nicht zu sehr hochtreiben. Das könnte die US-Konkurrenz wieder stärker ins Spiel bringen, die bei Preisen jenseits der 40 Dollar für ein Barrel wieder kostendeckend produzieren könnte.

16.30 Uhr: Bürgermeister im Kreis Waldshut sind sich einig: Freibäder sollen weiterhin geschlossen bleiben

Die jüngste Corona-Verordnung mit den Sicherheitsbestimmung für den Betrieb von Freibädern bereitet den Bürgermeistern im Kreis Waldshut Sorgen. Sie wollen nun ihren Gemeinderäten empfehlen, die Schwimmbäder geschlossen zu lassen. Warum sie dies empfehlen? Hier die Antworten.

15.30 Uhr: Keine Fußball-Saison 2020/21 in Bayern

Der BFV macht einen klaren Schnitt in der Corona-Krise. Die Fußball-Saison 2020/21 wird gestrichen. Bis zum 30. Juni 2021 soll dafür die aktuell ausgesetzte Spielzeit zu Ende gespielt werden. Zu dieser weitreichenden Entscheidung ist eine vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) eingesetzte Arbeitsgruppe zum Spielbetrieb in der Coronavirus-Pandemie gekommen. Das Votum des Gremiums sei einstimmig ausgefallen, wie der BFV am Samstag mitteilte.

Die kommende Spielzeit bei Männern und Frauen könne aus zeitlichen Gründen und wegen fehlender Spieltermine nicht stattfinden, hieß es zur Begründung. Die Arbeitsgruppe habe zudem vorgeschlagen, die aktuell ausgesetzte Saison 2019/20 bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt. Wie im Jugendbereich verfahren wird, soll in Kürze mitgeteilt werden.

Der Spielbetrieb in der aktuell unterbrochenen Saison kann frühestens im September wieder aufgenommen werden. Diese soll unter anderem aus sportlichen Erwägungen (Stichwort Auf- und Abstieg) unbedingt zu Ende gespielt werden. Für den Großteil der Ligen stünden noch zehn bis 17 reguläre Spieltermine auf dem Programm. Hinzu kämen Platzierungs- und Entscheidungsspiele. Außerdem hätten etliche Vereine noch Pokalspiele zu bestreiten.

Witterungsbedingt muss eine Saison in Bayern im Winter lange unterbrochen werden. Aktuell steht laut BFV außerdem nicht fest, ob der Spielbetrieb im Amateurbereich überhaupt ab September wieder zugelassen werde. Spiele unter der Woche oder am Abend seien für viele Vereine und Amateurspieler nur im Einzelfall zu absolvieren.
Die Arbeitsgruppe habe sich unter mehrheitlicher Beteiligung von Vereinsvertretern darum dazu entschlossen, das Saisonfinale in jedem Falle im Frühling 2021 durchzuführen. So soll gewährleistet werden, den Vereinen und deren Zuschauern gesicherte Termine für die attraktivsten Spiele des Jahres bieten zu können.

Nachgedacht wird bereits über ein mögliches Zusatzangebot zum regulären Ligenspielbetrieb. Das könnte etwa ein modifizierter Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen oder auch eine Art Playoff-Runde sein. Damit soll sich die Arbeitsgruppe nun beschäftigen.

13.30 Uhr: 20 Prozent der Schüler im Südwesten sollen Tablets leihen können

Die angekündigte Anschaffung von 300 000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg nimmt konkrete Gestalt an. Am Dienstag soll sich das grün-schwarze Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. Die Summe teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: „Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen werden.“

In der Kabinettsvorlage heißt es: Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken.“ Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreiche, weil es nicht die nötige technische Ausstattung habe. Geplant sei, dass die Schulträger, also die Kommunen, „zügig“ in die Geräte investieren könnten, um sie dann an Schüler verleihen zu können.

Davon sollen sowohl die Schüler an öffentlichen wie auch an privaten Schulen profitieren. Das Geld soll den Schulträgern einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.

10.00 Uhr: RKI vermeldet 183.678 Corona-Fälle in Deutschland, 8646 Tote

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 183.678 angegeben - ein Plus von 407 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 185.416 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8646 Todesfälle und damit 33 mehr als am Vortag, die JHU 8658 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 168.900.

09.35 Uhr: WHO befürwortet nun Tragen von Gesichtsmasken in Corona-Krise

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: „Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln.“

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.

Tedros sagte, Masken könnten Händehygiene, Abstandhalten und das Aufspüren von Patienten mitsamt ihrer sozialen Kontakte nicht ersetzen. Masken alleine könnten nicht vor Covid-19 schützen. Regierungen sollten dort zum Maskentragen ermutigen, wo die Virusübertragung weit verbreitet sei und wo es schwierig sei, Abstand zu anderen Menschen zu halten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder in engen oder überfüllten Gegenden. Die WHO stellte auch fest, dass das Nähen von Masken die Menschen in die Lage versetze, etwas gegen das Virus zu tun und gleichzeitig eine mögliche Einkommensquelle darstelle.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 5. Juni:

21.50 Uhr: Nicht alle Firmen leiden gleichermaßen unter dem Virus

Die Corona-Krise bringt viele Unternehmen in Bedrängnis. Doch während Kurzarbeit, Einbußen bei den Einnahmen und mögliche Entlassungen bei den meisten Unternehmen Realität ist, gibt es auch Firmen, deren Geschäfte genauso weiterlaufen, wie bisher - oder sogar besser. Wie es den Unternehmen geht hängt vor allem von der Branche ab, in der sie tätig sind. Das sagen die Unternehmenschefs in unserer Region zur aktuellen Situation.

19.47 Uhr: 43 Corona-Fälle bei Paketzusteller DPD in Duisburg bestätigt

Der Paketzusteller DPD hat nach vorsorglichen Reihentests in einem Sortierzentrum bei 43 Mitarbeitern Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Insgesamt waren rund 400 Mitarbeiter des Standorts Duisburg getestet worden, wie ein Sprecher erklärte. Alle Infizierten stehen demnach unter häuslicher Quarantäne. Insgesamt arbeiten rund 1000 Menschen für den Standort in der Ruhrgebietsstadt. Mithilfe weiterer Tests solle die Entwicklung im Betrieb in Duisburg beobachtet werden. Laut Mitteilung läuft die Arbeit im Zentrum planmäßig weiter.

18.49 Uhr: Mindestens 34.892 Corona-Fälle im Südwesten, 1790 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.892 gestiegen. Das sind 49 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 12 auf 1790. Etwa 32.326 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 776 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,64 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

17.51 Uhr: In Radolfzell und auf der Höri darf wieder im See gebadet werden

Für viele ist das eine lang ersehnte Nachricht: In Radolfzell und auf der Höri darf man wieder im See baden gehen. Ab Samstag, 6. Juni, ist das Baden wieder offiziell erlaubt. Dies teilten die Radolfzeller Stadtverwaltung und die Mooser Gemeindeverwaltung mit.

„Die Radolfzellerinnen und Radolfzeller müssen sich zwar leider auch beim Baden auf Einschränkungen durch die Landesverordnung einstellen. Aber wir freuen uns, dass die Bäder als wesentlicher Teil der Freizeitgestaltung in unserer Region wieder zur Verfügung stehen“, sagt der Oberbürgermeister von Radolfzell Martin Staab. Begrenzte Besucherzahl, Hygienekonzept und die Aufnahme der Besucherdaten, das sind dabei die Vorgaben.

Sobald es wieder sonnig wird, kann man in den Strandbädern in Radolfzell und auf der Höri baden gehen.
Sobald es wieder sonnig wird, kann man in den Strandbädern in Radolfzell und auf der Höri baden gehen. | Bild: Jarausch, Gerald

16.56 Uhr: Schausteller hoffen auf Nachbesserungen bei Landeshilfen

Die Schausteller und Marktkaufleute im Südwesten begrüßen die Überbrückungshilfen von Bund und Land, halten aber Nachbesserungen für nötig. „Wir sind froh, dass wir jetzt auf dem Schirm sind, denn die Lage ist sehr ernst“, sagte der Präsident des Landesverbands der Schausteller und Marktkaufleute, Werner Burgmeier, am Freitag nach Gesprächen mit dem Wirtschaftsministerium.

Nach der Absage von Frühlings- und Sommerfesten sei fast 90 Prozent des Geschäfts weggebrochen. Die Schausteller hoffen deshalb auf den Herbst und appellieren an Kommunen, nicht vorzeitig Feste und Märkte wie die Karlsruher Mess oder verschiedene Kirchweihen im Stuttgarter Raum abzusagen.

15.41 Uhr: Lebensmittelhändler wollen Steuervorteile an Kunden weitergeben

Beim Einkauf von Lebensmitteln sollen Kunden niedrigere Kosten durch die geplante Senkung der Mehrwertsteuer haben. Lebensmittelketten und Discounter kündigten an, die steuerlichen Vorteile an die Verbraucher weiterzugeben. „In der aktuellen Situation kommt es mehr denn je darauf an, die Verbraucher zu entlasten und das Konsumklima in Deutschland zu stärken“, teilte Edeka mit.

Auch die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount versprach, die steuerlichen Vorteile „vollumfänglich an seine Kunden“ weiterzugeben. Der nahezu namensgleiche Konkurrent Netto will von Juli an „viele unserer Produkte deutlich im Preis senken und so alle unsere Kundinnen und Kunden an der Mehrwertsteuersenkung ganz direkt teilhaben lassen“.

Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs werden nun günstiger.
Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs werden nun günstiger. | Bild: Jens Büttner (dpa-Zentralbild)

15.19 Uhr: Kinos dürfen wieder Filme zeigen, Start läuft aber schleppend 

Seit dieser Woche dürfen Filmfans nach langer Corona-Pause wieder ins Kino gehen, doch der große Ansturm blieb zumindest in Ravensburg bisher aus. „Wir hatten am Vorabend 60 bis 70 Besucher bei 22 Vorführungen“, sagte Gallion Anastassiades vom Kino CineParC. „Normalerweise sind es unter der Woche zwischen 300 und 400 Zuschauer.“

Viele Menschen hätten noch ein wenig Angst, ins Kino zu gehen, bei anderen sei durch die Corona-Krise auch das Geld knapp. „Dazu kommt, dass es kaum neue Filme gibt“, sagte Anastassiades. Wegen der Schließungen mussten Filmstarts verschoben werden, zudem warten viele Verleiher noch ab, da es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen zum Start der Kinos gibt.

Er hoffe nun, dass die Zahlen in der nächsten Zeit wieder anziehen, sagte der Kinobetreiber. „Über das Wochenende sollte es langsam anlaufen.“

15.11 Uhr: Merkel und Scholz schließen längere Mehrwertsteuersenkung aus

Die Bundesregierung schließt eine Verlängerung der geplanten Absenkung der Mehrwertsteuer über das Jahresende hinaus definitiv aus. „Wir haben uns alle in die Hand versprochen, dass wir das nicht tun werden“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Die Einnahmeausfälle bei einer längeren Laufzeit „könnten wir uns gar nicht leisten“, sagte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

14.05 Uhr: Diese Lockerungen sind in Konstanz spürbar

Kino? Grillen? Schwimmen? Hier erklären wir, was ab diesem Wochenende in Konstanz wieder möglich ist – und was bald erlaubt sein wird. Weitere Lockerungen der Corona-Verordnung des Landes erlauben auch hier ab dem Wochenende mehr Freizeitaktivitäten. In Konstanz kann aber nicht alles sofort umgesetzt werden. Was wieder erlaubt ist und wer sich noch gedulden muss, fassen wir hier zusammen.

13.11 Uhr: Tennis im Doppel wieder erlaubt

Tennisspielen ist jetzt auch im Doppel wieder erlaubt. Das teilte das Kultusministerium am Freitag in Stuttgart mit. Im Zuge der Lockerung von Corona-Maßnahmen ist bereits seit dem 11. Mai das Tennisspielen im Einzel - unter Auflagen - wieder zulässig. Die Entwicklung des Infektionsgeschehens erlaube nun auch Doppelpartien. An diesem Samstag treten auch Änderungen für den Tanzsport in Kraft.

Erlaubt sind nach Angaben des Ministeriums maximal zehn Menschen oder zehn feste Tanzpaare auf einer Fläche, die so groß ist, dass pro Person oder pro Tanzpaar mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Beim Ballett darf an der Stange geübt werden, wenn ein Mindestabstand von 2,5 Metern eingehalten wird. Zudem muss weiter dokumentiert werden, wer am Training teilgenommen hat.

12 Uhr: Frankreich sieht Coronavirus vorerst unter Kontrolle

Frankreich sieht das neuartige Coronavirus derzeit unter Kontrolle: Die Ausbreitung verlaufe „kontrolliert“ ab, erklärte am Freitag der wissenschaftliche Beirat der Regierung. „Das Virus verbreitet sich weiter, besonders in einigen Regionen“, betonte der Vorsitzende des Beirats, Jean-François Delfraissy. „Aber es verbreitet sich mit geringer Geschwindigkeit.“ Während vor der am 17. März verhängten Ausgangssperre täglich rund 80.000 neue Fälle aufgetreten seien, seien es nun nur noch etwa tausend pro Tag, betonte der Immunologe. Anders als Anfang März habe Frankreich inzwischen zudem umfangreiche Testkapazitäten und die Möglichkeit, Infizierte schneller zu isolieren.

11.30 Uhr: Kreuzfahrtunternehmen Aida setzt USA- und Kanada-Reisen für 2020 aus

Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen Aida hat seine für dieses Jahr geplanten Reisen mit Zielen in den USA und Kanada ausgesetzt. „Als Folge der anhaltenden Auswirkungen des Coronavirus sind derzeit die Bedingungen für internationale Reisen mit Ziel USA und Kanada noch nicht gegeben. In Kanada sind Kreuzfahrtanläufe bis Ende Oktober 2020 nicht möglich, in den USA gilt bis auf weiteres ein Einreisestopp für Europäer“, teilte das Unternehmen am Freitag in Rostock mit. Es seien Reisen mit den Schiffen „Aidadiva“ und „Aidaluna“ geplant gewesen.

10.40 Uhr: Zoo Basel öffnet am Samstag wieder für Besucher

Ab Samstag, 6. Juni ist der Zoo Basel wieder für das Publikum offen. Während der Schließung sind unzählige Jungtiere auf die Welt gekommen, die die Besucher nun erstmals beobachten können, schreibt der Zoo in einer Pressemitteilung. In den vergangenen Tagen wurden die Vorkehrungen für die Schutzmaßnahmen getroffen. Vor den Eingängen informieren Plakate über die wichtigsten Verhaltensregeln. Dank diesen sei ein fast normaler Zoobesuch möglich. 4000 Personen dürfen sich gleichzeitig im Zoo aufhalten (in dieser Zahl nicht eingeschlossen sind die eigenen kleineren Kinder). Die kleinen Tierhäuser bleiben geschlossen und die großen sind nur in einer Richtung begehbar. Momentan ist die Einreise aus dem Ausland in die Schweiz allerdings nur mit triftigem Grund möglich. Die vollständige Reisefreiheit für Personen aus Deutschland, Österreich und Frankreich in die Schweiz ist für den 15. Juni geplant.

8.40 Uhr: Wasserwelt Rulantica im Europa-Park öffnet ab 10. Juni

Die Wasserwelt Rulantica öffnet ab dem 10. Juni wieder ihre Pforten für Besucher. Dies gab der Europa-Park am Donnerstag bekannt. Die Anzahl der Besucher werde begrenzt. Einlass ist nur mit einem im Online-Shop des Parks erworbenen Tagesticket möglich. Deutschlands größter Vergnügungspark war aufgrund der Corona-Krise erst am 29. Mai in die Saison gestartet. Täglich dürfen höchstens 10.000 Menschen auf das Gelände, vor Corona waren es im Sommer bis zu 50.000.

7.30 Uhr: Brasilien meldet mehr Corona-Tote als Italien

In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Damit wurde am dritten Tag hintereinander ein Negativ-Rekord bei der Zahl der Corona-Toten registriert. Die Zahl der Corona-Opfer stieg in dem größten Land Lateinamerikas auf 34 021, wie das Gesundheitsministerium in Brasilien am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Laut der John-Hopkins-Universität in den USA überholte Brasilien Italien und rückte auf den dritten Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten. Nachweislich mit dem Virus infiziert haben sich in dem Land bislang 614 941 Menschen. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen, auch weil Brasilien sehr wenig testet, im öffentlichen Gesundheitssystem etwa nur schwere Fälle.

Vor 100 Tagen war in dem Land der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, ein 62 Jahre alter Mann. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro nannte das Coronavirus eine kleine Grippe und wollte keine Einschränkungen zur Eindämmung treffen. Inzwischen tötet das Virus in Brasilien mindestens einen Menschen pro Minute, rechnete die Zeitung „Folha de S. Paulo“ aus. Ihre Internetseite war am Donnerstagabend schwarz hinterlegt.

7.15 Uhr: Fachjournal „The Lancet“ zieht Studie zu Chloroquin und Co. zurück

Das Fachjournal „The Lancet“ hat eine Studie zum Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen das neue Coronavirus zurückgezogen. Drei der vier Autoren verwiesen darauf, dass sie Zweifel an der Richtigkeit der von ihnen genutzten Daten nicht ausräumen können, wie das Journal am Donnerstagabend mitteilte. Die Wirksamkeit der bislang gegen Malaria eingesetzten Mittel gegen die Lungenerkrankung Covid-19 wird derzeit in zahlreichen Studien getestet. Bisherige Untersuchungen brachten keinen gesicherten Hinweis, dass sie bei Erkrankten die Symptome bessert oder die Erkrankungsdauer verkürzen.

Nach Angaben in der nun zurückgezogenen Studie sollten die beiden Wirkstoffe sich wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und sogar womöglich die Todesrate erhöhen und zu Herzrhythmusstörungen führen.

7 Uhr: Lufthansa fällt aus dem Dax

Die größte deutsche Fluggesellschaft fällt aus dem Deutschen Aktienindex (Dax): Wie die Deutsche Börse am Donnerstagabend mitteilte, steigt die Lufthansa mit Wirkung zum 22. Juni in den MDax der mittelgroßen Unternehmen ab. In den Dax rückt stattdessen der Berliner Immobilienkonzern Deutsche Wohnen auf. Grundlage für den Abstieg der Lufthansa in den MDax ist die sogenannte Fast-Exit-Regel. Die Lufthansa war seit fast 32 Jahren ununterbrochen im Dax. In der Corona-Krise war die Fluggesellschaft allerdings in schwere wirtschaftliche Turbulenzen geraten. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen aufgrund der Pandemie war kein normaler Flugbetrieb möglich.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 4. Juni:

22:30 Uhr: Tests mit Hydroxychloroquin gegen Covid-19 dürfen weiter gehen

Mehrere ausgesetzte Tests mit dem Malaria-Medikament Hydroxychloroquin bei Covid-19-Erkrankten können wieder aufgenommen werden. Experten hätten sämtliche Daten erneut überprüft und seien zu dem Schluss gekommen, dass nichts gegen eine Fortsetzung der Tests spreche, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Mittwoch in Genf.

Das Mittel war Bestandteil einer von der WHO koordinierten Forschungsreihe mit mehr als 3500 Patienten in 35 Ländern. Dabei wird untersucht, ob verschiedene schon vorhandene Medikamente etwa gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose einen Effekt gegen Covid-19 haben. Nach einem Bericht in der Fachzeitschrift „The Lancet“, dass Hydroxychloroquin womöglich die Todesrate erhöhen könnte, waren die Versuche Ende Mai vorübergehend ausgesetzt worden. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, die nach Urteil der Experten nicht mehr nötig sei, sagte Tedros. Soumya Swaminathan, Chefwissenschaftlerin der WHO, betonte aber: „Es gibt bislang keine Beweise, dass irgendein Medikament die Mortalität reduziert.“

22:18 Uhr: Wirtschaftsminister der Länder mahnen längere Überbrückungshilfe an

Die Wirtschaftsminister der Länder haben die Überbrückungshilfe des Bundes für in der Corona-Krise besonders hart betroffene Branchen begrüßt, zugleich aber eine Verlängerung angemahnt. Die Beschränkung des Programmes auf drei Monate bis Ende August sähen die Länder gerade für die Bereiche wie die Reisebranche, Hotels und Gaststätten, Messeveranstalter, Schausteller und Veranstalter kritisch, hieß es in einer Pressemitteilung nach einer Videokonferenz der Minister mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstagabend.

Es sei davon auszugehen, dass in vielen Unternehmen in diesem Jahr gar keine Umsätze mehr realisiert werden könnten. „Über eine Fortführung muss dann gegebenenfalls im August diskutiert werden.“ Bremen als Vorsitzland der Wirtschaftsministerkonferenz und Nordrhein-Westfalen hatten darauf hingewiesen, dass eine nicht durchgängige Förderung gerade Kleinstunternehmen schnell vor erhebliche Probleme stellen könne. „Es bestand Einigkeit darüber, dass es eine sehr klare Kommunikation darüber geben muss, welche Unternehmen mit Hilfen rechnen können, damit keine falschen Erwartungen geweckt werden“, hieß es weiter.

Die Spitzen von Union und SPD hatten sich auf ein 130 Milliarden Euro umfassendes Konjunkturpaket verständigt, damit Unternehmen, Familien und Kommunen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besser bewältigen können. Teil davon sind Überbrückungshilfen für den Mittelstand mit einem Volumen von maximal 25 Milliarden Euro. Die Überbrückungshilfe bei Umsatzausfällen soll für die Monate Juni bis August gewährt werden.

21:07 Uhr: Trotz Lockerungen: Zahl der Neuinfektionen weiter niedrig

Seit Wochen genießen viele Menschen wieder immer mehr Freiheiten - in den gesamtdeutschen Corona-Infektionszahlen schlägt sich das bislang nicht negativ wieder. Bremerhaven meldet es jedoch mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Mehrere Wochen nach Inkrafttreten der ersten Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter auf verhältnismäßig geringem Niveau. Zuletzt meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 394 Corona-Infektionen binnen eines Tages, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182 764 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 04.06. 0 Uhr).

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8581 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 30. Etwa 167.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach aktuellsten RKI-Angaben erneut unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,57 (Datenstand 4.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,71 (Datenstand 3.6. 0 Uhr) gelegen.

20:42 Uhr: Merkel: Pflege kommt nicht zu kurz im Konjunkturprogramm

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weist die Kritik zurück, die Pflege komme zu kurz im neuen Konjunkturprogramm, in dem das Wort Pflege auch gar nicht auftauche. Das Thema sei „sehr präsent gewesen“ am Verhandlungstisch, sagte sie am Donnerstagabend in der ARD.

Die Pflegeversicherung werde nicht mit den Beitragsgeldern auskommen, so Merkel weiter: „Und weil wir eben hier mehr Leistungen getätigt haben - und wir haben versprochen, dass wir mit Steuergeldern, also aller Steuerzahler, dann Zuschüsse geben in die Pflegeversicherung, damit der Beitrag konstant bleibt und die Bürgerinnen und Bürger jetzt nicht zusätzlich belastet werden und die Unternehmen auch nicht - das heißt also, die Pflege wird so weitergeführt.“

Außerdem, so die Kanzlerin weiter, habe man „in kein Sicherungssystemen in den letzten Jahren so viel auch an Verbesserungen hineingesteckt - notwendigen Verbesserungen, dringend notwendigen Verbesserungen“.

20:35 Uhr: Nach Öffnung fast aller Grenzen Österreichs deutlich mehr Verkehr - Auf deutscher Seite der Grenze weiter Kontrollen wegen Corona-Pandemie

Nach der Öffnung der Grenzen Österreichs zu fast all seinen Nachbarländern hat der Verkehr zwischen Deutschland und Österreich deutlich zugenommen. Seit Mitternacht gebe es keine Kontrollen mehr wegen des Coronavirus an den Grenzen zu Deutschland und der Schweiz, teilte die Polizei des österreichischen Bundeslandes Tirol mit. Dies habe zu einer deutlichen Zunahme des Grenzverkehrs geführt. Die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, auch an der Grenze zwischen Salzburg und der bayerischen Stadt Freilassing habe es am Donnerstag ein reges Verkehrsaufkommen gegeben. Während auf österreichischer Seite nicht kontrolliert worden sei, habe es auf deutscher Seite weiterhin Kontrollen gegeben. Mitunter seien Fahrer zurückgewiesen worden, die nicht die notwendige Bescheinigung für den Grenzübertritts etwa aus beruflichen Gründen dabei hatten. Österreich hatte am Donnerstag zu all seinen Nachbarländern außer Italien die Grenzen geöffnet. Die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Für eine Öffnung der Grenze zu Italien ist es noch zu früh, das geben die Gesundheitsdaten noch nicht her.“ Zugleich räumte die Ministerin, dass sich auch die Lage in Italien bereits deutlich verbessert habe und einzelne Regionen wie Südtirol bereits „gute Covid-19-Zahlen vorweisen“ könnten. „Unser Ziel ist klar: Eine Öffnung zu Italien, sobald die Zahlen es zulassen“, versicherte Köstinger. Italien war zwischenzeitlich das Epizentrum der Corona-Pandemie. Italien und Österreich sind beide in hohem Maße vom Tourismus abhängig.

19:50 Uhr: Merkel: Mache in diesem Jahr Urlaub in Deutschland

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will ihren Sommerurlaub wegen der Corona-Krise in diesem Jahr in Deutschland verbringen. Auf die Frage, welches Ziel sie für ihren Sommerurlaub habe, sagte Merkel am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Was nun, Frau Merkel“: „Deutschland.“ Konkreter äußerte sich die Kanzlerin nicht. In den vergangenen Jahren gehörten die Insel Ischia im Golf von Neapel oder die Südtiroler Berge zu Merkels beliebten Reisezielen.

Für sie persönlich heiße das Leben mit Corona, „mit sehr vielen Einschränkungen“ zu leben, sagte die Kanzlerin. Sie könne viel weniger Menschen persönlich treffen „und ich erlebe das Erlebnis von Videokonferenzen, wie viele andere glaube ich auch“.

19:11 Uhr: Nur neun neue Corona-Infektionen im Südwesten bestätigt

Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen ist in Baden-Württemberg auf einen Tiefstand gesunken. Das Sozialministerium in Stuttgart meldete am Donnerstag nur neun nachgewiesene neue Fälle im Vergleich zum Vortag. Vor zwei Monaten, am 4. April, lag die Zahl noch bei 1335. Seit Beginn der Pandemie wurden mindestens 34.843 Menschen im Land nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 6 auf 1778. Etwa 32.209 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen, hieß es. Geschätzt seien noch 856 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,70 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

18.51 Uhr: Gruppe behindert Corona-Polizeieinsatz in Freiburg

Nach einer Kontrolle der Corona-Regeln in einer Freiburger Kneipe haben etwa 50 Menschen einen Polizeieinsatz gestört. Die Gruppe blockierte die Abfahrt der Streifenwagen, wie die Polizei mitteilte. Erst als Verstärkung eintraf, verließen die Störer demnach die Straße. Von einem Balkon aus sei eine Glasflasche auf die Beamten geworfen worden. Diese habe einen Streifenwagen knapp verfehlt.

Die Polizei war den Angaben nach in der Nacht zum Mittwoch wegen Ruhestörung zu der Kneipe gerufen worden. Davor standen etwa 15 bis 20 Menschen, die sich lautstark unterhielten. In der Gaststätte waren 40 bis 50 Gäste, die die vorgeschriebenen Abstände nicht einhielten. Die Beamten nahmen die Personalien des Wirtes auf und forderten die Gäste auf, die Kneipe zu verlassen.

17.41 Uhr: Wie soll das Konjunkturpaket wirken und wer soll es bezahlen?

Andreas Jung hat das umfassende Konjunkturprogramm der Regierung mitverhandelt: Der Konstanzer Bundestagsabgeordnete ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion und erklärt in unserem Interview, wie der Bund den Kommunen und kleinen Betrieben und nicht zuletzt den Bürgern nun helfen will, nach der Krise wieder Oberwasser zu bekommen.

Bild: Fricker, Ulrich

16.15 Uhr: Schwimmen ohne Gegenverkehr: Bäder können mit Auflagen öffnen

Mit beschränkter Gästezahl, Mindestabstand und anderen Hygienemaßnahmen kann am Samstag die Badesaison im Südwesten beginnen. Das geht aus den Regelungen für Schwimmbäder und Badeseen hervor, die die Landesregierung veröffentlichte. Dass für Wasserratten und Sonnenanbeter die Corona-Zwangspause endet, war bereits bekannt. Nicht aber, an welche Regeln sich die Betreiber halten müssen.

Die Zahl der zugelassenen Badegäste hängt demnach von der Wasserfläche ab: Pro zehn Quadratmeter Fläche darf eine Person ins Schwimmerbecken. Im Nichtschwimmerbecken gelten vier Quadratmeter pro Person. Alternativ können Bäder die einzelnen Schwimmbahnen unterteilen. Pro 50-Meter-Bahn sind laut Landesregierung zehn Schwimmer zugelassen. „Innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen“, teilte das Sozialministerium mit. Auch die Zahl der Sonnenanbeter auf den Liegewiesen sowie die der Gäste insgesamt im Freibad sind beschränkt.

15.41 Uhr: Internatsschüler der Zinzendorfschulen Königsfeld mit Corona infiziert

Neuigkeiten zu den Corona-Fällen an den Zinzendorfschulen im Schwarzwald: Erste Testergebnisse, die nach der Covid-19-Erkrankung dreier Handwerker der Zinzendorfschulen Königsfeld durchgeführt wurden, ergaben, dass ein Schüler des Internats ebenfalls Träger des Corona-Virus ist. Das gaben die Zinzendorfschulen jetzt bekannt.

Der positiv getestete Schüler besucht nach Angaben der Zinzendorfschulen keine der Klassen, die im Präsenzunterricht waren. Das Gesundheitsamt Villingen habe angeordnet, dass alle Lehrerinnen und Lehrer, die in der KW 22 in der Schule eingesetzt waren, umgehend getestet werden, ebenso alle weiteren Mitarbeitenden der Zinzendorfschulen, die bislang noch nicht getestet wurden.

Die Zinzendorfschulen in Königsfeld.
Die Zinzendorfschulen in Königsfeld. | Bild: Hans-Jürgen Götz

15.03 Uhr: Kretschmann findet umfassendes Konjunkturpaket des Bundes mutig

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält das von der Bundesregierung angekündigte milliardenschwere Konjunkturpaket für „ambitioniert und mutig“. „Es hat wichtige Komponenten, die die Wirtschaft fördern können und die Zukunft gestalten. Auch in sozialer Hinsicht scheint es ausgewogen“, teilte Kretschmann mit.

Die Innovationsprämien für Elektroautos und Hybride seien ein zusätzlicher Kaufanreiz. Kretschmann hatte sich zuvor für Kaufprämien auch für Autos mit den neuesten und schadstoffärmsten Verbrennermotoren ausgesprochen. Die kommen nach der Berliner Entscheidung von Schwarz-Rot jetzt aber nicht.

Der Grünen-Politiker meinte, über die geplante Senkung der Mehrwertsteuer würden nun alle Autokäufe gefördert - auch wenn es um ältere Fahrzeuge gehe. Das sehe er kritisch. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei eine teure „Gießkanne“. „Und es steht noch aus, ob die Senkung tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben wird.“

14.53 Uhr: Deutsche Handwerker können sich wieder in der Schweiz anmelden

Ab 8. Juni können deutsche Handwerker wieder Aufträge in der Schweiz annehmen. Regionale Handwerksfirmen, die jetzt mit neuen Aufträgen in der Schweiz loslegen wollen, können sich ab sofort beim Amt für Wirtschaft und Arbeit anmelden. Bisher konnten aufgrund der geschlossenen Grenze nur bereits begonnene Arbeiten zu Ende geführt oder Verträge erfüllt werden, die vor dem 25. März abgeschlossen worden waren.

Handwerker aus Deutschland dürfen ab 8. Juni wieder neue Aufträge in der Schweiz übernehmen.
Handwerker aus Deutschland dürfen ab 8. Juni wieder neue Aufträge in der Schweiz übernehmen. | Bild: Felix Kästle, dpa

13.50 Uhr: Familienbonus soll in drei Raten ausbezahlt werden

Der von der großen Koalition geplante Familienbonus in Höhe von 300 Euro pro Kind wird voraussichtlich in drei Raten ausbezahlt. Der Betrag von jeweils 100 Euro soll auf die Kindergeld-Zahlungen aufgeschlagen werden, wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Donnerstag in Berlin sagte. Die Leistung werde nicht mit den Hartz-IV-Leistungen verrechnet.

Gerade Familien in sozialen Schwierigkeiten seien von der Corona-Pandemie besonders betroffen, sagte die Ministerin. Andererseits werde der Bonus mit dem steuerlichen Freibetrag verrechnet, so dass Familien mit einem sehr hohen Einkommen von der Leistung nicht profitieren werden. Giffey nannte hier ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von rund 90.000 Euro. Die Kosten der Maßnahme bezifferte sie auf 4,3 Milliarden Euro.

12.20 Uhr: Gedrängt volle Promenade ist für die Stadt Überlingen kein Anlass mehr zum Eingreifen

Am Pfingstwochenende herrschte in Überlingen auf der Promenade am Bodensee, das aus vergangenen Jahren gewohnte Bild: Am Ufer waren Menschenmassen unterwegs. Auch für die Zukunft sieht die Stadt keine Veranlassung, Abstandsregeln und Maskenpflicht durchzusetzen – da die Landesregierung ja Lockerungen angekündigt habe. Im Nachbarort Uhldingen-Mühlhofen indes war man über die Massen an Pfingsten „geschockt“, hat aber Verständnis und hofft auf die Vernunft nach diesem Wochenende.

10.30 Uhr: Studie: Hydroxychloroquin schützt nicht vor Ansteckung

Das Mittel Hydroxychloroquin schützt Kontaktpersonen von Sars-CoV-2-Infizierten nicht vor einer Ansteckung. Das hat eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler ergeben. Sie hatten Personen das Mittel verordnet, die sich ohne Mund- oder Augenschutz mit einem Abstand von weniger als 1,80 Meter für mindestens 10 Minuten in der Nähe eines nachweislich Infizierten aufgehalten hatten. Die Betroffenen erkrankten später selbst mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an Covid-19 wie Kontaktpersonen, die ein wirkungsloses Scheinmedikament bekommen hatten. Die Forscher stellen ihre Ergebnisse im „The New England Journal of Medicine“ vor.

9 Uhr: Brasilien und Mexiko melden Rekordzahl an Corona-Toten innerhalb eines Tages

Die Behörden in Brasilien und Mexiko haben innerhalb eines Tages eine Rekordzahl an Corona-Toten gemeldet: Mexiko gab am Mittwoch zum ersten Mal mehr als tausend Coronavirus-Todesfälle an einem Tag bekannt, während Brasilien einen Rekord von 1349 Todesopfern registrierte. Während in Europa der Höhepunkt der Krise überwunden ist, sind Süd- und Mittelamerika zu den neuen Brennpunkten der Pandemie geworden.

7 Uhr: Wer profitiert wie vom Konjunkturpaket der Bundesregierung

Ein riesiges Konjunkturpaket haben die Spitzen der großen Koalition nach zweitägigen Verhandlungen beschlossen. Damit soll die Wirtschaft wieder angekurbelt werden, die in der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht ist. „Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen“, sagte Vizekanzler Olaf Scholz am Mittwochabend. Doch wer profitiert von den Milliarden?

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 3. Juni:

22.30 Uhr: Koalition einigt sich auf 130-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket

Union und SPD haben sich auf ein Konjunkturpaket im Volumen von 130 Milliarden Euro verständigt. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am späten Mittwochabend in Berlin mit. Vorgesehen ist unter anderem, die Mehrwertsteuer ab 1. Juli für sechs Monate von 19 auf 16 Prozent abzusenken, den ermäßigten Steuersatz von sieben auf fünf Prozent.

Ziel ist es, Familien, Arbeitnehmern, Unternehmen und Kommunen angesichts der Belastungen durch die Pandemie finanziell unter die Arme zu greifen. Zur Deckung der Ausgaben muss der Bund neue Schulden aufnehmen

Die finanziell schwer getroffenen Kommunen bekommen wegen der Corona-Krise Milliardenhilfen vom Bund. Die Spitzen von CDU, SPD und CSU einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf, dass Ausfälle bei den Gewerbesteuereinnahmen von Bund und Ländern zusammen ausgeglichen werden.

Es wurde eine zusätzliche Unterstützung in Milliardenhöhe für Branchen beschlossen, die von der Corona-Krise besonders belastet sind. Geplant sind „Überbrückungshilfen“ im Umfang von maximal 25 Milliarden Euro, wie aus einem Beschlusspapier hervorgeht.

Bürger und Unternehmen sollen in der Corona-Krise auch bei den Stromkosten entlastet werden. Dafür soll die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom-Anlagen ab 2021 über Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt abgesenkt werden, wie aus dem Beschlusspapier hervorgeht.

Vertreter von Union und SPD hatten seit Dienstagnachmittag im Kanzleramt insgesamt rund 20 Stunden über das riesige Hilfspaket verhandelt, mit dem der Bund die Folgen der Corona-Krise in Deutschland abfedern will. Nach einer nächtlichen Pause und der Sitzung des Kabinetts setzten Union und SPD die Verhandlungen am Mittwochmorgen fort. Teilnehmer beschrieben die Gespräche wegen großer inhaltlicher Differenzen als sehr zäh und schwierig.

21.50 Uhr: Geplanter EU-China-Gipfel wird verschoben

Die EU und China haben ihr für September geplantes Gipfeltreffen in Leipzig abgesagt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping und EU-Ratspräsident Charles Michel seien sich einig, dass das Treffen "angesichts der pandemischen Gesamtlage" im Zusammenhang mit dem Coronavirus nicht stattfinden könne, teilte die Bundesregierung nach Telefonaten der Kanzlerin mit Xi und Michel am Mittwochabend mit. Es solle aber nachgeholt werden, Details dazu sollten "zeitnah abgesprochen werden".

Der EU-China-Gipfel am 14. September galt als ein Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr. Bei dem Treffen in Leipzig wollte die EU mit Peking ein Investitionsschutzabkommen und auch eine engere Zusammenarbeit beim Klimaschutz und in Afrika vereinbaren. 

Laut Bundesregierung betonten Merkel, Xi und Michel nochmals die Bedeutung des Gipfel-Treffens. Ein Sprecher Michels schrieb auf Twitter, der Ratspräsident sei sich aber mit Merkel einig, dass das Treffen "wegen der Corona-Krise nicht zur geplanten Zeit im September stattfinden kann."

Das Verhältnis zwischen China und der EU war zuletzt durch die Proteste in Hongkong geprägt gewesen. Die EU hatte "ernste Besorgnis" wegen eines Sicherheitsgesetzes geäußert, mit dem nach Ansicht von Kritikern die Bürgerrechte in der chinesischen Sonderverwaltungszone massiv beschnitten werden sollen.

Allerdings verzichtete die EU anders als die USA auf Sanktionen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatten noch am Freitag bekräftigt, dass der EU-China-Gipfel aus ihrer Sicht nicht gefährdet sei. EU-Diplomaten zufolge war auch zwischenzeitlich erwogen worden, das Treffen zumindest per Video-Konferenz abzuhalten.

20.20 Uhr: Ende der Corona-Pause für Busreisen in Sicht

In Baden-Württemberg sollen nach den Plänen der Landesregierung ab dem 15. Juni wieder Reisebusse fahren dürfen. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit. Es werde eine Verordnung angestrebt, die Busreiseunternehmen ermögliche, ihr Geschäft wieder aufzunehmen. Sozial-, Verkehrs- und Justizministerium sollen in der kommenden Woche eine entsprechende Hygieneverordnung erarbeiten.

In anderen Bundesländern sind Busreisen unter Einhaltung der Hygieneregeln bereits wieder erlaubt - etwa im Saarland oder in Nordrhein-Westfalen. In Hamburg dürfen bei Busreisen allerdings höchstens 50 Prozent der Plätze besetzt werden, zudem müssen Reisende eine Maske tragen. In Bayern startete der touristische Busverkehr bereits Ende Mai - allerdings sind Gruppenreisen bisher ausgenommen. In Rheinland-Pfalz sollen Busreisen ab 10. Juni wieder möglich sein.

19.56 Uhr: Corona-Notstand in Spanien bis zum 20. Juni verlängert

Im besonders schwer von der Corona-Krise getroffenen Spanien ist der umstrittene Notstand zum sechsten Mal um weitere zwei Wochen bis zum 20. Juni verlängert worden. Angesichts stark sinkender Zahlen an Neu-Infizierten und Corona-Toten soll es aber die letzte Verlängerung sein. Spanien hatte wegen der Corona-Krise eine der schärfsten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Europa eingeführt.

18.55 Uhr: Mindestens 34.834 Corona-Fälle im Südwesten, 1772 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.834 gestiegen. Das waren 47 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 12 auf 1772. Etwa 32.096 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 966 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.

Die Reproduktionszahl wurde demnach vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,79 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

17.50 Uhr: Brasilien meldet Negativ-Rekord bei Corona-Toten

An nur einem Tag hat Brasilien 1262 Corona-Tote und damit einen neuen Negativ-Rekord registriert. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Dienstagabend (Ortszeit) hervor. Im März war in Brasilien der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, ein 62 Jahre alter Mann. Seither sind noch nie so viele Infizierte an einem einzigen Tag gestorben. Die Gesamtzahl der Corona-Toten stieg in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 31.199. Das Ministerium meldete auch 28.936 Neuinfektionen, insgesamt lag die Zahl der Infizierten bei 555.383.

16.39 Uhr: Österreich öffnet Grenzen zu allen Nachbarstaaten außer Italien

Österreich setzt nach rund drei Monaten der Reisebeschränkungen zu seinen Nachbarländer aufgrund der Corona-Pandemie wieder auf Reisefreiheit. Alle Grenzbeschränkungen zu Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn würden diese Woche aufgehoben, sagte Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) am Mittwoch in Wien.

Einzige Ausnahme ist Italien. Dort bleiben die Beschränkungen bestehen, kommende Woche soll die nächste Einschätzung erfolgen. Die Regierung in Wien sei im regen Kontakt mit Rom. Der Plan sei eine Öffnung zu Italien, sobald es die Zahlen zuließen. Für die übrigen sieben Nachbarländer gilt der Zustand von vor Corona-Zeiten. Bei der Einreise von diesen Staaten nach Österreich gibt es dann keine Quarantäne oder verpflichtende Test-Ergebnisse mehr.

15.37 Uhr: Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart: Hier können Sie bald Urlaub machen

Italien, Österreich und Co. werden bald wieder zahlreiche deutsche Urlauber sehen. Denn: Die Bundesregierung hat die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für viele europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Doch ab wann darf man wo einreisen, welche Beschränkungen gelten an den Urlaubsorten und worauf sollten Touristen achten? Hier sehen Sie einen Überblick über die Bestimmungen in 22 Ländern – von Belgien bis Zypern.

Gemütlich am Meer liegen und ein gutes Buch lesen – wegen der Corona-Pandemie sah es lange so aus, als müssten Reisende in diesem Jahr darauf verzichten.
Gemütlich am Meer liegen und ein gutes Buch lesen – wegen der Corona-Pandemie sah es lange so aus, als müssten Reisende in diesem Jahr darauf verzichten. | Bild: Clara Margais, dpa

15.18 Uhr: Schwierige Verhandlungen in Koalition über Corona-Konjunkturpaket

Sie reden weiter über weitreichende Geld-Spritzen: Die Spitzen der großen Koalition haben ihre schwierigen Verhandlungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket in der Corona-Krise fortgesetzt. Aus Teilnehmerkreisen hieß es am Mittwoch, die Kernstreitpunkte seien allesamt noch nicht gelöst. Dazu gehören Kaufanreize für Autos aus Steuergeldern, die Übernahme von Altschulden der Kommunen sowie steuerliche Entlastungen. Mit einer schnellen Einigung rechneten die Teilnehmer nicht.

15.02 Uhr: Rund 50 Tests nach Corona-Fällen an den Zinzendorfschulen

Drei Corona-Fälle gab es an den Zinzendorfschulen im Schwarzwald. Jetzt ist klar: Bei den drei Infizierten handelt es sich um Handwerker. Alle drei hätten zusammen an der Schule gearbeitet und sich vermutlich gegenseitig angesteckt. Laut Stephanie Wetzig, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, wurden inzwischen rund 50 Personen getestet. „Viele davon wurden rein prophylaktisch getestet“, so Wetzig.

14.04 Uhr: Corona-Krise kostet bislang 578.000 Arbeitsplätze

Die Corona-Krise nimmt dem deutschen Arbeitsmarkt weiter die Luft zum Atmen: Völlig untypisch für einen Mai ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum April noch einmal um 169.000 Menschen auf 2,813 Millionen gestiegen. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, geht davon aus, dass inzwischen 578.000 Menschen wegen der Folgen der Corona-Pandemie in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind.

„Jeder fünfte Arbeitslose von den 2,8 Millionen ist gegenwärtig auf den Corona-Effekt zurückzuführen“, sagte Scheele. „Das ist eine beträchtliche Zahl, die man da konstatieren muss.“ Die Allianz-Volkswirtin Katharina Utermöhl hatte vor der Präsentation der Nürnberger Zahlen angemerkt, dass die Errungenschaften auf dem Arbeitsmarkt der vergangenen fünf Jahre durch die Corona-Krise in nur zwei Monaten ausradiert worden seien. Die von einigen Volkswirten prognostizierte Zahl von drei Millionen Arbeitslose in Deutschland rückt in greifbare Nähe.

13 Uhr: Warum singen gefährlicher als niesen ist

Minitröpfchen, sogenannte Aerosole, können sich bis zu 14 Minuten in geschlossenen Räumen in der Luft halten. Das sagt Frank Hinder, Ärztlicher Direktor an der Hegau-Bodensee Klinik. So erklärt er sich auch die schnelle Ansteckung Anfang des Jahres in Ischgl.

12.20 Uhr: Schweizer Wirtschaft schrumpft um 2,6 Prozent im 1. Quartal

Wegen der Corona-Pandemie ist die Schweizer Wirtschaft im 1. Quartal um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Die Wirtschaftsaktivitäten seien im März bereits stark eingeschränkt gewesen, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit. Zudem habe der internationale Konjunktureinbruch die Exportwirtschaft gebremst. Gegenüber dem Vorjahresquartal ging das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 1,3 Prozent zurück. Prognoseinstitute rechnen für das Gesamtjahr mit einem Einbruch von mehr als fünf Prozent. Unter anderem für das Gastgewerbe (minus 23,4 Prozent) und den Handel (minus 4,4 Prozent) spricht die Behörde von einem Rückgang historischen Ausmaßes.

10.50 Uhr: Bundesregierung hebt Reisewarnung für 29 europäische Länder auf

Die Bundesregierung hat die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Das sagte Bundesaußenminister Heiko Maas nach einer Kabinettssitzung in Berlin. Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung. Maas sagte aber, er erwarte für Spanien eine Aufhebung der Einreisesperre zum 21. Juni. Unmittelbar danach würde dann auch für dieses Urlaubsland Nummer eins der Deutschen die Reisewarnung aufgehoben. Maas hatte die Reisewarnung für Touristen am 17. März nach Ausbruch der Corona-Pandemie für alle 200 Länder der Welt ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bisher wurde nur bei einer Gefahr für Leib und Leben etwa in Kriegsgebieten vor Reisen gewarnt.

10 Uhr: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder

In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern während der Corona-Krise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie.

Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen in den Medien nach sich gezogen. Die Aussage bereits damals: Kinder tragen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene - und sind mithin vermutlich genauso ansteckend. Die Forscher hatten aufgrund dieser Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland gewarnt.

9 Uhr: Lufthansa plant ab September mit nur 40 Prozent des ursprünglichen Angebots

Wegen der Auswirkungen der Corona-Krise wird die Lufthansa lange Zeit nur einen Bruchteil ihrer Flüge anbieten: Im September rechnet die Airline mit lediglich 40 Prozent ihrer Kapazität, wie sie am Mittwoch mitteilte. Im kommenden Jahr würden noch 300 ihrer 763 Flugzeuge am Boden bleiben, im Jahr 2022 voraussichtlich noch 200. Im ersten Quartal 2020 machte die Lufthansa ein Minus von 1,2 Milliarden Euro. 

Wegen des starken Einbruchs erhält die Lufthansa Unterstützung von der Bundesregierung. Das Rettungspaket umfasst neun Milliarden Euro. Dafür muss der Konzern auf Druck der EU-Kommission Start- und Landerechte abgeben. Die Aktionäre der Lufthansa müssen dieser Vereinbarung noch zustimmen.

7.30 Uhr: Große Koalition ringt weiter um gigantisches Corona-Konjunkturpaket

Das Ringen der großen Koalition um ein milliardenschweres Konjunkturprogramm geht in die Verlängerung. Angesichts großer Differenzen unterbrachen die Spitzen von CDU, CSU und SPD ihre Verhandlungen im Kanzleramt am Dienstag kurz vor Mitternacht. An diesem Mittwoch sollen die Gespräche fortgesetzt werden und dann auch zu einem Ergebnis kommen - es könnte aber erneut bis tief in die Nacht gehen.

7 Uhr: Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen sind Italiens Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 2. Juni:

22.30 Uhr: Experten rechnen mit noch mehr Arbeitslosen im Südwesten

Der Druck, den die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt ausübt, ist weiter enorm. Schon im April war die Arbeitslosigkeit kräftig gestiegen. Für den Mai ist keine Trendwende in Sicht.

 Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie dürften die Arbeitslosigkeit im Südwesten noch weiter nach oben getrieben haben. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Menschen ohne Job im Mai nochmals höher war als im April, als gut 250 000 Arbeitslose in Baden-Württemberg registriert waren. Die Quote lag zuletzt bei 4,0 Prozent.

Das Niveau aus dem Vorjahr dürfte ohnehin deutlich übertroffen werden. Im Mai 2019 hatten gut 191 000 Menschen im Südwesten keinen Job, das war eine Quote von 3,1 Prozent. Die Arbeitsagentur gibt die aktuellen Zahlen am Mittwoch bekannt.

Nachdem im März zunächst kaum Auswirkungen der Krise zu spüren gewesen waren, war die Arbeitslosigkeit dann im April sprunghaft gestiegen: im Monatsvergleich um knapp 17 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr sogar um fast 33 Prozent. Einen höheren Anstieg hatte es zuletzt in der Finanzkrise 2009 gegeben.

22.00 Uhr: Die Erdmannshöhle bleibt wegen des Coronavirus‘ in den Pfingstferien geschlossen

Eventuell bleibt die größte touristische Attraktion der Gemeinde Hasel im Kreis Lörrach auch den ganzen Sommer über zu. In der Enge der Höhle lässt sich nicht überall mehr garantieren, dass vorgeschriebenen Abstände zwischen Personen eingehalten werden können. Im vergangenen Jahr zählte die Tropfsteinhöhle etwa 18.000 Besucher.

21.40 Uhr: Kultusminister wollen möglichst bald wieder Präsenzunterricht

Die Kultusminister der Länder wollen einem Bericht zufolge im kommenden Schuljahr möglichst bald zum weitgehend normalen Präsenzunterricht zurückkehren. Dies sehe eine Rahmenkonzept der Kultusministerkonferenz (KMK) vor, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

So lange die Abstandsregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten, solle sich Präsenz- und Distanzunterricht abwechseln. Prüfungsanforderungen sollten dem reduzierten Stundenumfang der verschiedenenen Fächer angepasst werden, heißt es laut „FAZ“ weiter in dem Konzept.

Dabei könnten auch die Vorgaben für das Abitur im nächsten und im übernächsten Jahr betroffen sein. Sportunterricht solle weitgehend ausfallen, schreib die Zeitung weiter. Nur die „unbedingt erforderlichen Leistungsnachweise“ sollten erbracht werden, und das möglichst unter freiem Himmel.

20.30 Uhr: Frankreich startet Corona-Warn-App "StopCovid"

Frankreich hat seine angekündigte Warn-App „StopCovid“ an den Start gebracht. Die kostenlose Anwendung stand ab Dienstagnachmittag für Android-Geräte in Googles App-Plattform Play Store zum Runterladen auf das Handy bereit. Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind.

Bürger sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Nutzer eines iPhones mit dem Apple-Betriebssystem iOS mussten sich jedoch noch gedulden, die App war dort zunächst nicht verfügbar.

Experten monierten im Vorfeld, dass die französische App nicht von den neuen Schnittstellen unterstützt wird, die Apple und Google für Corona-Tracing-Apps kürzlich für iOS und Android bereitgestellt haben.

19.18 Uhr: Mindestens 34.787 Corona-Fälle im Südwesten, 1760 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.787 gestiegen. Das waren 18 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um zwei auf 1760. Etwa 31.996 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 1031 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es. Die Reproduktionszahl wurde demnach vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,88 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

18.03 Uhr: Kabinett könnte am Mittwoch Ende der weltweiten Reisewarnung beschließen

Das Bundeskabinett wird am Mittwoch möglicherweise das Ende der weltweiten Reisewarnung beschließen. Ein solcher Beschluss werde vorbereitet, derzeit aber noch innerhalb der Regierung abgestimmt, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag in Berlin.

Ziel sei es, die derzeit für die ganze Welt geltende pauschale Reisewarnung wieder durch konkrete Hinweise zu den einzelnen Ländern zu ersetzen. Die Mitte März verhängte weltweite Reisewarnung gilt aktuell noch bis zum 14. Juni. Derzeit geht es der Bundesregierung vor allem darum, inwiefern wieder Reisen ins europäische Ausland ermöglicht werden sollen.

"Im Laufe dieser Woche" solle die Reisewarnung für das Gebiet der EU und "assoziierte Staaten" in Reisehinweise umgewandelt werden, erläuterte Maas. Auch die Frage, wie es mit Ländern außerhalb dieser Staatengruppe weitergehe, nehme das Auswärtige Amt in den Blick, sagte der Minister. Dies werde aber "noch etwas Zeit in Anspruch nehmen".

17.40 Uhr: Konstanzer Seenachtfest nun endgültig abgesagt

Auch dieses Großereignis wird 2020 also nun definitiv nicht statt finden: Im April hatten die Konstanzer Stadtverwaltung und der Veranstalter Full Moon noch vereinbart, dass das Seenachtfest am 8. August nicht in seiner gewohnten Form stattfinden wird. Beide Seiten wollen sich dazu noch final abstimmen, hieß es zuletzt. Die endgültige Entscheidung stand also noch aus. Inzwischen ist klar: Das Seenachtfest ist abgesagt. Ebenso wie das parallel stattfindende Fantastical in Kreuzlingen.

16.50 Uhr: Kretschmann: „Bei mir hat Bill Gates noch nicht angerufen“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich in einer Videobotschaft gegen Corona-Verschwörungsmythen gewandt. Auf Demonstrationen heiße es beispielsweise, dass Microsoft-Gründer Bill Gates hinter der Pandemie stecke, um eine heimliche Weltherrschaft zu errichten. „Dazu kann ich Ihnen nur sagen, dass ich das eigentlich wissen müsste, aber bei mir hat Bill Gates noch nicht angerufen“, sagte Kretschmann.

Er könne in dieser Hinsicht jede Einflussnahme auf seine Corona-Politik ausschließen, betonte Kretschmann. „Ich halte solch einen Verschwörungsmythos schlicht für absurd, aber ich beobachte mit Sorge, dass solche Mythen Verbreitung finden.“ Corona sei eine Naturkatastrophe und keine Verschwörung von Menschen. „Es gibt hier keinen Bösewicht, der uns alle austricksen will. Aber es gibt ein neuartiges Problem für unsere Gesundheit, eine schlimme Pandemie, die die ganze Gesellschaft in Mitleidenschaft zieht.“

15.40 Uhr: Immer weniger Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Laut dem DIVI-Intensivregister wurden Stand Dienstag 689 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen betreut, etwa die Hälfte von ihnen wurde beatmet. Mitte April waren es zeitweise noch mehr als 2900 Patienten gewesen. Zwar müssen die Kliniken die Belegung ihrer Intensivbetten an das Register melden, trotzdem schwankt die tägliche Zahl der meldenden Klinik-Standorte.

14.36 Uhr: Koalitionsausschuss soll am Mittwoch fortgesetzt werden

Der Koalitionsausschuss zum geplanten Konjunkturpaket wird angesichts der komplizierten Ausgangslage am Mittwoch fortgesetzt. Die am Dienstagnachmittag gestarteten Gespräche würden „am späten Abend“ unterbrochen, teilte CDU-Sprecher Hero Warrings auf Twitter mit. Am Mittwoch sollten sie nach der Sitzung des Bundeskabinetts wieder aufgenommen werden. „Wenn es um die Zukunft unseres Landes geht, muss über alle Details des Kraftpakets für Deutschland sorgfältig gesprochen werden“, schrieb Warrings zur Begründung.

Aktivisten demonstrieren mit Plakaten vor dem Bundeskanzleramt gegen eine mögliche Abwrackprämie und für das Klima, während die Spitzen der großen Koalition über ein Konjunkturpaket und weitere Strategien im Kampf gegen das Coronavirus beraten.
Aktivisten demonstrieren mit Plakaten vor dem Bundeskanzleramt gegen eine mögliche Abwrackprämie und für das Klima, während die Spitzen der großen Koalition über ein Konjunkturpaket und weitere Strategien im Kampf gegen das Coronavirus beraten. | Bild: Kay Nietfeld (dpa)

Schon seit Tagen hatte sich abgezeichnet, dass die Beratungen der Koalitionsspitzen schwierig werden würden, weil die Vorstellungen von CDU, CSU und SPD teils weit auseinandergehen. Ein Streitpunkt sind finanzielle Anreize zum Autokauf, die insbesondere von der Automobilbranche und den Bundesländern mit großen Produktionsstandorten gefordert werden.

14.16 Uhr: Drei Mitarbeiter der Zinzendorfschulen Königsfeld an Corona erkrankt

Erste Coronafälle an den Zinzendorfschulen im Schwarzwald: Drei nichtpädagogische Mitarbeiter sind kurz vor den Pfingstferien an Covid-19 erkrankt. Das geben die Zinzendorfschulen jetzt bekannt. Obwohl es sich weder um Lehrer noch Erzieher handle, sei das Internat sicherheitshalber unter Quarantäne gestellt worden, ebenso alle Kollegen, mit denen die Erkrankten direkt zusammenarbeiten.

13.30 Uhr: Coronavirus-Lockerungen: Gastronomie in Frankreich wieder geöffnet

Frankreich hat am Dienstag coronabedingte Beschränkungen weiter gelockert. Nach mehr als zwei Monaten durften Restaurants, Cafés und Hotels wieder für Gäste öffnen. Die Wiedereröffnung markiere die Rückkehr glücklicher Tage, schrieb Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag auf Twitter.

Er habe keinen Zweifel daran, dass die Franzosen diesen „Teil des französischen Geistes, unserer Kultur und unserer Lebensweise“ nun wiederentdeckten, so der Präsident. Im Pariser Großraum, der schwerer von der Covid-19-Pandemie getroffen ist, darf ab Dienstag nur auf den Außenterrassen gegessen und getrunken werden. Im übrigen Frankreich ist auch der Innenbereich für Gäste geöffnet.

13.15 Uhr: Übersichts-Studie ermittelt bestmöglichen Schutz vor Coronavirus

Eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz könnte laut einer neuen Übersichts-Analyse eine Corona-Infektion bestmöglich verhindern. Das schreiben Forscher der kanadischen McMaster-Universität im Fachblatt „Lancet“, nachdem sie 172 Studien systematisch ausgewertet haben. Ein Teil der Studien beschäftigte sich mit Sars-CoV-2, ein weiterer mit Sars und ein dritter mit Mers. Alle diese Erreger gehören zu den Coronaviren.

12.55 Uhr: Gesundheitssenatorin „entsetzt“ nach Bootsdemo in Berlin

Nach einer Demonstration auf dem Wasser mit Hunderten Booten trotz Corona-Beschränkungen hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci scharfe Kritik geäußert. „Ich bin entsetzt über die Bilder vom Wochenende in Berlin. Party und Pandemie passt überhaupt nicht“, teilte die SPD-Politikerin mit. Am Pfingstsonntag waren bei der Versammlung „Für die Kultur - Alle in einem Boot“ bis zu 400 Boote von der Spree über den Landwehrkanal nach Berlin-Kreuzberg gezogen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben auf die Bedrohung der Clubkultur aufmerksam machen, nachdem die Clubs seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen.

„Ich habe Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Clubs. Dafür gibt es finanzielle Hilfen. Aber das, was am Wochenende auf dem Landwehrkanal passierte, ist in Pandemiezeiten grob fahrlässig“, sagte Kalayci. Laut der Polizei hielten sich bis zu 1500 Menschen jeweils auf dem Wasser und an Land auf. Im Polizeibericht hieß es, der Veranstalter habe die Versammlung „aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik“ abgebrochen.

12.25 Uhr: Meersburger Therme braucht wegen Corona wohl ein Darlehen

Die Meersburg Therme verbucht wegen der Corona-Krise Einbußen. Als finanzielle Überbrückung soll ein Liquiditätsdarlehen über maximal 500.000 Euro dienen.Als Sicherheit dafür könnte eine Bank eine Ausfallbürgschaft der Stadt verlangen.

11 Uhr: Erstmals keine neuen Coronatoten in Spanien registriert

Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Spanien binnen eines Tages keine neuen Todesopfer registriert worden. Das teilte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón, am Montagabend mit. Er schloss aber nicht aus, dass nach dem Pfingstmontag noch Fälle nachgemeldet werden könnten. Dennoch war es das erste Mal seit dem 3. März, dass an einem Tag keine einziger Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt wurde, wie die Zeitung „El País“ betonte.

9.30 Uhr: Unionsfraktionsvize Andreas Jung gegen Abwrackprämie alter Art

Eine Autokaufprämie sollte nach den Worten von Unionsfraktionsvize Andreas Jung auch einen ökologischen Anspruch haben. Eine Abwrackprämie alter Art sei ausgeschlossen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag im SWR vor Beratungen der Koalition. Die Spitzen von Union und SPD treffen sich am Nachmittag zu Beratungen über ein möglicherweise 80 Milliarden Euro schweres Programm zur Milderung der konjunkturellen Folgen der Corona-Krise. Auf dem Tisch liegen Vorschläge zur Unterstützung von Familien, Unternehmen und Kommunen.

Einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, rief die Koalition zu Vorsicht bei den geplanten Ausgaben auf. „Es ist nicht das Geld der Bundesregierung, sondern es ist das Geld der Steuerzahler in Deutschland“, sagte der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Union in der RTL-Sendung „Guten Morgen Deutschland“. „Man darf jetzt auch nicht kleckern, man muss klotzen. Aber: Man muss es an der richtigen Stelle tun.“

7 Uhr: Koalition berät über Milliardenspritze für die Konjunktur

Es könnte eine dieser langen Nächte im Kanzleramt werden. Nach den Pfingstfeiertagen treffen sich die Spitzen von Union und SPD am Dienstagnachmittag zu Beratungen über ein möglicherweise 80 Milliarden Euro schweres Programm zur Milderung der konjunkturellen Folgen der Corona-Krise. Auf dem Tisch liegen Vorschläge zur Unterstützung von Familien, Unternehmen und Kommunen. Von außen werden außerdem viele Forderungen an die Koalitionsspitzen herangetragen, wie das Geld am besten auszugeben ist.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 1. Juni:

22.00 Uhr: Mindestens 34.769 Corona-Fälle im Südwesten und 1758 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34 769 gestiegen. Das waren 14 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Montag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um sechs auf 1758. Etwa 31 912 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 1099 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.
Die Reproduktionszahl wurde demnach vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 1,13 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

21.10 Uhr: Umfrage der WHO zeigt, dass andere Patienten weniger behandelt werden

Die Corona-Pandemie hat die Versorgung von anderweitig Kranken weltweit schwer beeinträchtigt. Das geht aus einer Umfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai in 155 Ländern hervor. „Länder müssen innovative Lösungen finden, um während des Kampfes gegen Covid-19 die wichtigen Gesundheitsdienste auch bei nicht übertragbaren Krankheiten aufrechtzuerhalten“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. Covid-19 ist die Krankheit, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann.

Nach der Umfrage mussten 31 Prozent der Länder die Versorgung bei akuten Herz-Kreislauf-Problemen einschränken oder ganz unterbrechen. 42 Prozent beschnitten die Versorgung bei Krebspatienten, 49 Prozent bei Diabetes-Patienten und mehr als die Hälfte konnte die Versorgung bei Menschen mit Bluthochdruck nicht wie sonst aufrechterhalten. Reha-Programme wurden in 63 Prozent der Länder zurückgefahren. Vorsorgeprogramme, etwa zur Erkennung von Brustkrebs, waren auch betroffen. Besonders stark waren die Einschnitte in Ländern mit niedrigen Einkommen.

19.25 Uhr: In Konstanz springen viele an Pfingsten ins Wasser, Regeln hin, Regeln her

Rein in das kühle Nass bei besten Temperaturen: In den Konstanzer Bädern, am Herosé und in Biergärten genießen die Menschen das Urlaubsgefühl – und lassen Regeln auch mal Regeln sein. Überall am Wasser ist am Pfingstwochenende einiges los. Trotzdem fühlt sich kaum jemand unwohl und laut Bädergesellschaft ist es immer noch leicht, in den Bädern den Überblick zu behalten. Dass die Einhaltung der Corona-Regeln inzwischen schwer fällt, bekennen viele Badegäste.

19 Uhr: Start in die Pfingstferien bringt wieder Gäste in die Hotels der Region nach Corona-Schließungen

Nach Wochen weitgehenden Stillstandes ist der Tourismus in Baden-Württemberg mit Beginn der Pfingstferien wieder auf Touren gekommen. Im ganzen Land füllten sich bei frühsommerlichem Wetter Hotels und Campingplätze. Christian Willam, der einen Campingplatz in Allensbach am Bodensee betreibt, zog am Montag eine sehr positive Bilanz. „Wir sind ausgebucht.“ Die meisten Gäste hielten sich problemlos an die Regeln zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus.

Die Geschäftsführerin des See Hotels Off in Meersburg (Bodenseekreis), Elisabeth Off, hatte dagegen mit mehr Gästen gerechnet. Das Haus sei Pfingsten etwa zu einem Viertel belegt gewesen, überwiegend mit Stammgästen. „Es geht langsam los“, sagte sie. In ein bis zwei Wochen rechne sie mit deutlich mehr Buchungen.

Auch im Hotel Meschenmoser in Langenargen (Bodenseekreis) lief das Geschäft erst langsam an. Besonders ältere Gäste seien mit Buchungen noch zurückhaltend, sagte Silvia Meschenmoser. Noch fehle auch die Möglichkeit, den Urlaub am Bodensee mit Ausflügen nach Österreich und in die Schweiz zu verbinden. Eine höhere Nachfrage zeichne sich für den Sommer ab, sagte sie.

18:14 Uhr: Ende des Corona-Einsatzes, Schweizer Armee rückt aus Basel ab

"CORONA 20", so lautete der Name des Einsatzes der Schweizer Armee, die während der Corona-Pandemie im Kanton Basel-Stadt das Gesundheitswesen unterstützte. Am 28. Mai ging dieser Einsatz nun zu Ende. Zur Bewältigung der Corona-Pandemie sind im Kanton Basel-Stadt seit dem 23. März dieses Jahres zeitweise bis zu 70 Armee-Angehörige der Sanitätskompanie 5 (San Kp 5) im Einsatz gewesen. Die Sanitätskompanie 5 hatte während der Corona-Pandemie in der Schweiz vielerorts Spitäler und Gesundheitseinrichtungen unterstützt.

17:40 Uhr: Queen zeigt sich erstmals seit Monaten im Freien, hoch zu Ross

Die britische Königin Elizabeth II. hat sich zum ersten Mal seit Monaten wieder im Freien gezeigt - mit 94 Jahren auf einem Pferd. Am Montag veröffentlichte der Palast ein Foto, auf dem die Queen reitend bei schönstem Wetter in der weitläufigen Parkanlage von Schloss Windsor zu sehen ist. Sorgen um die Gesundheit ihres Staatsoberhaupts müssen sich die Briten vorerst wohl nicht machen.

Queen Elizabeth reitet Balmoral Fern (14 Jahre)
Queen Elizabeth reitet Balmoral Fern (14 Jahre) | Bild: STEVE PARSONS (POOL)

16:55 Uhr: Pfingsten lockt die Menschen ins Freie: Einige Corona-Verstöße

Das schöne Wetter hat die Menschen in Deutschland über Pfingsten ins Freie gelockt - nicht alle hielten sich dabei an die Auflagen während der Covid-19-Pandemie. Auf der Nordsee-Insel Sylt war es nicht so voll wie sonst an Pfingsten, aber es gab hier und da Corona-Einsätze. „Es waren einfach zu viele Menschen“, sagte die Bürgermeisterin von Kampen, Stefanie Böhm. So habe es am Samstag größere Menschengruppen gegeben, die am Strand gewesen seien. Der Zugang wurde eingeschränkt.

In der Millionenstadt Köln wurden die Regeln nach Angaben des Ordnungsamtes „im Großen und Ganzen“ eingehalten. Es wurden von Freitag bis Sonntag allerdings 108 Verstöße verzeichnet, hieß es am Montag. Es habe am Pfingstwochenende vor allem mit jungen Leuten Probleme gegeben: „Bei diesen Gruppen stellen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes vermehrt fest, dass einige die Maßnahmen des Infektionsschutzes kaum noch ernst nehmen“, hieß es. Für die Mitarbeiter werde es zunehmend schwieriger, hier mit Argumenten zu überzeugen.

Berlin: Menschen genießen am Abend im Monbijoupark die untergehende Sonne.
Berlin: Menschen genießen am Abend im Monbijoupark die untergehende Sonne. | Bild: Paul Zinken (dpa-zb-Zentralbild)

Die Zahl der Fahrgäste der Deutschen Bahn hat nach Angaben des Unternehmens über Pfingsten im Vergleich zu den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. „Es waren rund halb so viele Reisende unterwegs wie an den Pfingsttagen in den Vorjahren“, erklärte ein Sprecher am Montag. Der Pfingstreiseverkehr sei „entspannt“ gelaufen. Wegen der Corona-Pandemie und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten waren im Frühjahr weniger Menschen in Deutschland unterwegs als sonst.

15:50 Uhr: Lufthansa-Aufsichtsrat nimmt Auflagen für Staatshilfen an

Der Aufsichtsrat der schwer angeschlagenen Lufthansa akzeptiert die von der EU-Kommission gestellten Auflagen für ein staatliches Rettungspaket. Das teilte die Fluggesellschaft am Montag nach einer Sitzung des Gremiums mit. Lufthansa muss Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben. Die Hauptversammlung muss aber noch zustimmen. Die Aktionärsversammlung ist laut Mitteilung für den 25. Juni geplant. Auch die förmliche Genehmigung aus Brüssel steht noch aus.

14:30 Uhr: So hat sich der Verbrauch von Wasser, Strom und Internet in der Corona-Krise im Bodenseekreis verändert

Spülmaschine, Waschmaschine, Licht, Laptop, Handy, Kaffeemaschine und Wlan-Router: Alle diese Geräte sind in vielen Haushalten täglich in Betrieb. Unternehmen, die die Ressourcen Internet, Wasser und Strom bereitstellen sind in der Krise systemrelevant. Der Gebrauch von Wasser, Strom und Internet passt sich in Corona-Zeiten an. Vor etwa zehn Wochen hat das Unternehmen Teledata in Friedrichshafen, die Bodensee-Wasserversorgung in Sipplingen und das Stadtwerk am See erstmals Veränderungen wegen der Krise verzeichnet. Wie war die Entwicklung? Wir geben einen Überblick.

13:40 Uhr: Öffnung von Hotel-Wellnessbereichen im Südwesten ab dem nächsten Wochenende

Die Schwimmbäder und Wellnessbereiche der Hotels in Baden-Württemberg sollen vom kommenden Wochenende an wieder öffnen dürfen. Das sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU) am Montag in Karlsruhe.

„Die Hotellerie wartet sehnlichst auf die Möglichkeit, ihre Hotelbäder und -wellnessbereiche öffnen zu können.“
Guido Wolf

Das werde den Unternehmen einen enormen Auftrieb geben. „Das ist ganz entscheidend für das Buchungsverhalten der Gäste“, sagte Wolf. Der Verordnungsentwurf liege bereits vor. Hotels durften bereits am 29. Mai wieder öffnen.

12:50 Uhr: Das denken die Deutschen über die Maskenpflicht in der Corona-Krise

Ob aus bunter Baumwolle oder als leichter Mund-Nasen-Schutz wie im OP: Die Maske ist überall in der Corona-Krise. Erst recht, seit sie in manchen Lebensbereichen zur Pflicht geworden ist. Nicht wenige nervt das.

Ein Drittel der Deutschen will die Maskenpflicht in der Corona-Krise abschaffen oder zumindest lockern. 19 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten für eine Abschaffung. Weitere 14 Prozent der 2056 Befragten sind für eine Lockerung. Auch beim Thema Impfung sind die Meinungen geteilt.

Zur Eindämmung des Coronavirus gilt seit Wochen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten Stoffmasken zwar keinen nachgewiesenen Schutz für den Träger, können für andere aber das Risiko einer Infektion durch Tröpfchen vermindern. Dennoch sollte ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

Eine klare Mehrheit der Befragten sprach sich indes für die Maskenpflicht aus. So sagten 49 Prozent, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden. 13 Prozent sind für eine Ausweitung auf weitere Bereiche. In Ostdeutschland plädierten mehr Menschen für eine Lockerung oder Abschaffung als in Westdeutschland.

Vier von fünf Deutschen (81 Prozent) halten sich nach eigenen Angaben immer an die Maskenpflicht, weitere 13 Prozent teilweise. Nur zwei Prozent gaben an, das gar nicht zu tun. Ältere hielten sich demnach eher an die Regeln als Jüngere.

12:10 Uhr: Steinmeier bedankt sich bei Kindern und Eltern für Disziplin in Corona-Krise

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bei den Kindern für ihre Disziplin in der Corona-Krise bedankt. „Ihr konntet Freunde und Verwandte nicht besuchen, nicht zum Spielen, nicht raus ins Grüne, Kitas und Schulen waren geschlossen“, sagte Steinmeier in einem Interview des Kinderkanals KiKa zum Kindertag, das Montagabend ausgestrahlt werden sollte.

„Dass Ihr Euch trotz alledem so gut an die Regeln gehalten habt, finde ich klasse und dafür sage ich herzlich Dank.“ Steinmeier bedankte sich zugleich auch bei den Eltern für ihren Einsatz. Sie hätten in dieser besonderen Situation ihren Kindern Ängste nehmen und sie trösten müssen, neben ihrer ganz normalen Arbeit auch das Essen auf den Tisch bringen und Hausarbeiten betreuen müssen. „Davor habe ich viel Respekt und deshalb sage ich: ganz herzlichen Dank allen Eltern.“

11:30 Uhr: Corona-positiv: Belgischer Prinz entschuldigt sich nach Skandal-Party

Ein positiv auf Corona getesteter Neffe von Belgiens König Philippe hat sich in Spanien nach seiner Teilnahme an einer wegen der Pandemie illegalen Party entschuldigt. „Ich bereue meine Handlungen zutiefst und akzeptiere die Konsequenzen“, schrieb Prinz Joachim in einer Mitteilung an spanische Medien. Die spanischen Behörden hatten zuvor wegen des Verdachts auf Verstoß gegen die Corona-Bestimmungen bereits Ermittlungen eingeleitet.

Joachim hatte am Dienstag voriger Woche im südspanischen Córdoba an einer Feier einer Familie teilgenommen, die nach Angaben der spanischen Behörden insgesamt 27 Teilnehmer hatte. Zu dem Zeitpunkt waren in der Region Andalusien wegen des Virus nur Zusammenkünfte von maximal 15 Personen zulässig.

Nachdem das Königshaus in Brüssel von einem Treffen mit höchstens zwölf Personen gesprochen hatte, bekräftigte die Regionalregierung Andalusiens ihre Angaben. Nach einer Welle der Kritik ging am Sonntagabend auch Regionalpräsident Juanma Moreno mit dem Prinzen und der in der Region sehr bekannten Gastgeber-Familie hart ins Gericht: „Ein solches Verhalten darf sich nicht wiederholen. Das ist eine enorme Verantwortungslosigkeit.“ Man gefährde damit nicht nur sich selbst, sondern die „gesamte Gesellschaft“.

11:20 Uhr: Trotz Infektionsfall: Zweiter Sonderflug nach China findet statt

Trotz eines Infektionsfalles an Bord des ersten Sonderfluges der deutschen Wirtschaft nach China wird es am Mittwoch wie geplant den zweiten geben. „Der Flug nach Shanghai steht nicht in Frage“, berichtete der Geschäftsführer der deutschen Handelskammer in China, Jens Hildebrandt am Montag nach Konsultationen mit den chinesischen Behörden in Peking. Zuvor hatte sich die Infektion eines Mitreisenden auf dem ersten Flug am Freitag nach Tianjin in einem neuerlichen Test bestätigt.

Der 34-jährige Ingenieur war mit rund 180 in China tätigen Managern, Technikern und anderen Vertretern der deutschen Wirtschaft und Angehörigen sowie vier China-Korrespondenten nach Tianjin geflogen. Da China im März wegen der Pandemie die Grenze für Ausländer dicht gemacht hatte, waren sie in Deutschland gestrandet. Bei dem zweiten Flug sollen ähnliche viele Passagiere an Bord sein.

Die Handelskammer hat die beiden Rückholflüge mit den chinesischen Behörden organisiert, um die Wirtschaftskooperation beider Länder wieder besser voranzubringen. Obwohl alle Passagiere vor dem Abflug in Frankfurt auf das Virus getestet worden waren, war ein zweiter Test nach der Ankunft am Samstag bei dem 34-Jährigen positiv. Alle Mitreisenden mussten sich ohnehin in Tianjin in Quarantäne begeben.

10:05 Uhr: Party mit 500 jungen Leuten löst Großeinsatz der Polizei aus

Die Polizei hat in Stuttgart mehr als 500 Partygänger vom Kleinen Schlossplatz vertrieben. In der Nacht zum Pfingstsonntag hätten sich die jungen Leute dort getroffen und dabei das Abstandsgebot missachtet, heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums. Schließlich mussten mehrere Dutzend Streifenwagenbesatzungen anrücken, um die Feier zu beenden.

Zunächst hatten die Beamten gegen Mitternacht per Lautsprecher versucht, die Feiernden zum Gehen zu bewegen. Aus der Menge heraus seien dann Flaschen auf die Beamten geworfen worden, so der Polizeibericht weiter. Verletzt worden sei dabei niemand, allerdings habe es an einem Streifenwagen leichte Schäden gegeben. Daraufhin kam es zum Großeinsatz, an dem auch Hundeführer und Kriminalbeamte teilnahmen.

Ein 18-Jähriger hatte sich gegen 2 Uhr noch einen Spaß erlaubt, indem er bei der Polizei anrief, weil er angeblich „abgestochen“ worden sei. Als die Beamten seine Personalien aufnehmen wollten, wehrte sich der Mann - es kam zu „tumultartigen Szenen“, so das Polizeipräsidium. Er wurde in Handschellen abgeführt, während sich die dabei stehende Menschenmenge mit ihm solidarisierte. Hier habe es mehr als 30 Streifenwagen gebraucht, um die Lage in den Griff zu bekommen. 

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 31. Mai:

19.53 Uhr: Mindestens 34.755 Corona-Fälle im Südwesten - 1752 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten ist in Baden-Württemberg auf mindestens 34.755 gestiegen. Das waren 19 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen auf 1752. Etwa 31.858 Menschen seien von ihrer Infektion wieder genesen. Geschätzt seien noch 1155 Menschen im Land mit dem Coronavirus infiziert, hieß es.
Die Reproduktionszahl wurde demnach vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,85 angegeben. Sie gibt die Anzahl der Personen an, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden

16.55 Uhr: Zahlen weiter niedrig: rund 286 Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen verharrt in Deutschland weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 286 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 181 482 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 31.05. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Eine brisante Entwicklung gab es am Wochenende vor allem in Göttingen. Dort befinden sich nach mehreren Privatfeiern mehr als 150 Menschen in Quarantäne, darunter viele Kinder und Jugendliche. Wie die Stadt mitteilte, wurden bereits Dutzende Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, mindestens eine von ihnen ist schwer erkrankt. Die Betroffenen sind demnach zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8500 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 165 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

14.40 Uhr: Papst hält Angelus-Gebet erstmals seit drei Monaten wieder am Fenster vor Gläubigen

Erstmals seit fast drei Monaten hat Papst Franziskus sein Sonntagsgebet wieder von seinem Fenster aus zu Gläubigen auf dem Petersplatz gesprochen. Im Anschluss an das traditionelle Angelus-Gebet zeigte er sich besorgt angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die indigenen Völker in der Amazonas-Region. Die Menschen dort seien besonders gefährdet und litten besonders stark unter dem neuartigen Virus.

Vor dem Angelus-Gebet hatte der Papst bereits die Messe zum Pfingstsonntag im Petersdom gefeiert - allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Zu dem Angelus-Gebet am Fenster seines Arbeitszimmers versammelten sich vergleichsweise wenige Gläubige auf dem Petersplatz, der seit einer Woche wieder für die Öffentlichkeit freigegeben ist. Der Petersdom und der riesige Platz davor waren zu Beginn der Ausgangssperre in Italien am 10. März geschlossen worden. Franziskus konnte wichtige christliche Feste wie die Ostermesse nur mit wenigen Geistlichen aus dem Vatikan feiern.

Aus Anlass des Pfingstfests hatte sich der Papst auch in einer Videobotschaft an die Gläubigen in aller Welt gewandt. Darin rief er zu einer "gerechteren und gleichberechtigteren Gesellschaft" nach dem Ende der Corona-Pandemie auf. "Wenn wir aus dieser Pandemie herauskommen, werden wir nicht so weitermachen können wie zuvor. Nein, alles wird anders sein", sagte der Papst in der am Samstag veröffentlichten Videobotschaft". 

11.15 Uhr: Theresia Bauer: Wichtig, dass Kultur Schritt für Schritt zurückkommt

Mehr Kultur ab 1. Juni: Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) hält es für schön und wichtig, dass die Kultur im Südwesten Schritt für Schritt zurückkommen dürfe. Viele Menschen hätten die Kultur in den vergangenen Wochen stark vermisst, teilte die Ministerin am Sonntag mit. Von Montag an sind Kulturveranstaltungen wie Theatervorstellungen, Konzerte oder Kinoaufführungen mit weniger als 100 Besuchern in Baden-Württemberg wieder erlaubt. Dabei müssen wegen der Corona-Pandemie Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

Bauer verwies auf ein Förderprogramm des Landes in Höhe von 2,5 Millionen Euro, mit dem kleinere Veranstaltungen in diesem Sommer gefördert werden. Das Geld soll eingesetzt werden, um Vorkehrungen zum Gesundheitsschutz zu treffen. Ein weiteres Programm mit 7,5 Millionen Euro richtet sich an Formate, die eine längere Planung benötigen.

9.45 Uhr: Infektionsfall unter deutschen Passagieren bei Rückflug nach China

Bei einem der rund 200 Passagiere aus Deutschland, die am Samstag mit einer Sondermaschine in der chinesischen Stadt Tianjin eingetroffen sind, ist das Coronavirus nachgewiesen worden. Obwohl die Insassen vor dem Abflug in Frankfurt getestet worden waren, fiel eine weitere Untersuchung nach der Ankunft bei einem 34-Jährigen positiv aus, wie die städtische Gesundheitskommission am Sonntag berichtete. Der Ingenieur habe keine Symptome und sei zur Beobachtung in eine zentrale Quarantäneeinrichtung gebracht worden.

Der Flug war die erste Rückholaktion für in China tätige Manager, Techniker und andere Vertretern der deutschen Wirtschaft sowie deren Familienangehörige. Auch vier deutsche China-Korrespondenten waren an Bord. Nachdem China Ende März die Grenze für Ausländer dicht gemacht hatte, waren sie alle in Deutschland gestrandet. Den Rückflug mit einer Lufthansa-Chartermaschine hatte die deutsche Handelskammer in China in Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden organisiert.

Ein Großteil der Passagiere war nach Ankunft am Samstag ohnehin für 14 Tage zur Quarantäne in einem Hotel in Tianjin untergebracht worden. Je nach Zielort in China, für die lockerere Bestimmungen herrschen, konnten einige allerdings direkt weiterreisen. Am Mittwoch ist ein weiterer Flug nach Shanghai geplant. Rund 2000 bis 2500 Personen hatten bei einer Umfrage der Handelskammer ihr Interesse bekundet, wieder nach China zurückzukehren.

7.50 Uhr: Giffey fordert Erkenntnisse zum Infektionsrisiko von Kindern zum Ende der Ferien

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat gesicherte Erkenntnisse zum Infektionsrisiko von Kindern mit dem Coronavirus bis zum Ende der Sommerferien verlangt. „Ich halte es für notwendig, dass spätestens zum Ende der Sommerferien mehr Ergebnisse vorliegen“, sagte Giffey der „Bild am Sonntag“.

„Normale Betreuung und voller Unterricht gehen nicht mit der 1,5-Meter-Abstandsregel“, sagte die Ministerin. Notwendig seien deshalb gesicherte Erkenntnisse über das Infektionsrisiko, sowohl für die Kinder als auch für die Lehrer und Erzieher.

Giffey kündigte an, zusammen mit dem Deutschen Jugendinstitut ein Kita-Register aufzubauen, das wöchentlich aktualisiert werde. Das Robert-Koch-Institut teste überall dort, wo es Auffälligkeiten gebe, zusätzliche Antikörpertests ermittelten, wie viele Kinder das Virus schon hatten. „Wenn wir zuverlässig wissen, dass Kinder das Virus weniger verbreiten, würde es auch für Personal mit Risikofaktoren leichter sein, wieder in den Job zurückzukehren“, sagte Giffey.

Die Ministerin selbst hat keine Angst vor einer Ansteckung ihres Sohnes in der Schule: „Wegen einer Infektion mache ich mir keine großen Sorgen. Ich erlebe es als absolut positiv, dass er wieder seine Freunde und Lehrer sehen kann und etwas Normalität zurückgekehrt ist.“

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 30. Mai:

20.56 Uhr: Weniger Beteiligung bei Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen

In mehreren deutschen Städten haben am Samstag wieder Menschen gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus demonstriert - aber nach weitreichenden Lockerungen weit weniger als an vergangenen Wochenenden. Mancherorts gab es am Samstag auch Demonstrationen, die sich gegen Rechtsextremisten und Verschwörungstheoretiker richteten.

In Frankfurt am Main demonstrierten bei mehreren Veranstaltungen insgesamt rund 550 Menschen. Nach einem Zusammenstoß zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten schritt die Polizei ein. Insgesamt wurden vier Menschen festgenommen, zwei wegen eines Angriffs auf Polizisten, einer wegen Hausfriedensbruchs und der Vierte wegen Störung einer Versammlung, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zudem wurden fünf Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen Abstands- und Mundschutzregeln eingeleitet. „Überwiegend waren die Demonstrationen aber friedlich“, sagte der Sprecher.

In Berlin bewegten sich die Teilnehmerzahlen bis Samstagnachmittag deutlich unter den angekündigten Werten, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Lage sei weitestgehend ruhig geblieben, zu vielen Demonstrationen seien um die 50 Menschen gekommen. Es sei eine „bunte Mischung“ aus Demos gegen die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung und Gegenprotesten, im Einsatz seien rund 550 Polizisten. Zu einer Kundgebung des Vegan-Kochs Attila Hildmann nahe dem Bundeskanzleramt kamen laut Polizei in der Spitze 150 Teilnehmer. Weitere Versammlungen waren am Nachmittag noch im Gange. Nach wochenlangen Einschränkung gibt es in Berlin inzwischen keine Begrenzung der Teilnehmerzahl für Demonstrationen mehr.

In Bayern fand eine der größten Versammlungen in München statt. Auf der Theresienwiese demonstrierten am Nachmittag unter dem Motto „Zusammenstehen für Freiheit, Grundrechte und Selbstbestimmung“ rund 700 Menschen. Laut einer Polizeisprecherin war das Versammlungsgeschehen ruhig, auch die Abstandsgebote wurden eingehalten. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts durften an der Veranstaltung höchstens 1000 Menschen teilnehmen.

17.45 Uhr: Bundeswehr holt erkrankte Polizisten aus Afghanistan zurück

Die Luftwaffe holt zwei an Covid-19 erkrankte deutsche Polizisten aus Afghanistan zurück. Ein Airbus A400 startete nach Informationen des „Spiegels“ am Samstag. Das Transportflugzeug mit medizinischem Personal an Bord soll dem Bericht zufolge nach einer Zwischenlandung im Feldlager Masar-i-Scharif am Sonntag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ankommen. Eine Sprecherin der Luftwaffe bestätigte zunächst nur, dass es einen medizinischen Evakuierungsflug nach Afghanistan im Zusammenhang mit Covid-19 gebe.

Drei Beamte zeigten laut „Spiegel“ Anfang der Woche Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Zwei von ihnen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, bei einem dritten sei das Testergebnis negativ gewesen. Alle drei sollen nun nach Deutschland zurückgeholt werden. Die Beamten wurden demnach vorerst am Kabuler Flughafen, wo mehrere Nato-Nationen stationiert sind, räumlich isoliert und medizinisch behandelt. Auf dem Flug sollen die begleitenden Ärzte und Soldaten Schutzmontur tragen, um sich nicht selbst zu infizieren.

Die Beamten sind dem Bericht zufolge Teil des deutschen Polizeiausbildungsprojekts in Afghanistan. Das „German Police Project Team“ trainiert in Kabul und Masar-e-Scharif lokale Polizisten.

15.45 Uhr: Mehr als 200 Corona-Infizierte in Frankfurter Baptistengemeinde

Die Zahl der Menschen, die sich bei einem Gottesdienst einer freien Baptistengemeinde in Frankfurt mit dem Coronavirus infiziert haben, hat sich leicht erhöht. Etwas mehr als 200 Personen im Umfeld der Gemeinde seien positiv getestet worden, sagte der Epidemiologe Udo Götsch vom Gesundheitsamt Frankfurt am Main am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). 74 infizierte Personen lebten in Frankfurt, eine an Covid-19 erkrankte Person befinde sich auf der Intensivstation. Die übrigen Infizierten leben in sieben umliegenden Landkreisen.

Er sei zuversichtlich, dass es zu keiner weitere Ausbreitung von Infektionen in der selbstständigen Evangeliums-Christen-Gemeinde in Frankfurt komme, sagte Götsch. Hausärzte und Gesundheitsamt hätten umfangreich die Kontaktpersonen getestet, die Gemeindemitglieder seien bei den medizinischen Tests sehr kooperativ gewesen. Insgesamt hätten sich vor allem erwachsene Gottesdienstbesucher infiziert, nur wenige von ihnen seien indes schwer erkrankt, sagte Götsch.

Infolge eines Gottesdienstes am 10. Mai in der Baptistengemeinde mit vor allem russlanddeutschen Mitgliedern in Frankfurt war es zu einer massenhaften Verbreitung des Coronavirus gekommen. Die Teilnehmer trugen keinen Mund-Nasen-Schutz und sangen während der Feier.

13.10 Uhr: Lufthansa gibt Landerechte ab - Airline-Rettung nimmt wichtige Hürde

Staatshilfe gibt es nur gegen Start- und Landerechte: Berlin und Brüssel haben sich auf zentrale Eckpunkte zur Rettung der Lufthansa geeinigt. In trockenen Tüchern ist das Paket aber noch nicht.

Nach harten Verhandlungen zwischen Brüssel und Berlin hat das Rettungspaket für die schwer angeschlagene Lufthansa eine wichtige Hürde genommen. Die Bundesregierung und die EU-Kommission einigten sich auf Auflagen für die Kapitalspritze, und der Lufthansa-Vorstand stimmte in der Nacht zum Samstag zu. Demnach müsste die größte deutsche Airline an ihren wichtigsten Flughäfen Frankfurt und München Start- und Landerechte an Konkurrenten abgeben. Die Einigung ist nur ein Zwischenschritt. Aufsichtsrat und Aktionäre müssen beraten, und die förmliche Genehmigung aus Brüssel steht noch aus.

Erste Reaktionen fielen am Samstag verhalten aus. Der Chef der CDU/CSU-Abgeordneten im Europaparlament, Daniel Caspary, kritisierte die Linie von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, die die Auflagen für die Lufthansa verlangt hatte. „Wie schon bei der verhinderten Fusion der Zugsparte von Siemens und Alstom gilt bei den Lufthansa-Vorgaben: Die wesentlichen Wettbewerber sitzen außerhalb Europas, und die können sich jetzt ins Fäustchen lachen“, erklärte Caspary der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. „Sie schadet damit der europäischen Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig.“

12.15 Uhr: Rund 200 Mitarbeiter deutscher Firmen in China gelandet - Erste Rückkehr von Europäern ins Corona-Ausbruchland seit zwei Monaten

Rund 200 Mitarbeiter deutscher Firmen sind an Bord einer Lufthansa-Maschine nach China geflogen - es ist die erste Rückkehr von europäischen Arbeitskräften ins Corona-Ursprungsland seit zwei Monaten. Das aus Frankfurt am Main kommende Flugzeug landete Samstagmittag auf dem Flughafen Tianjin nördlich von Peking. Bei den Insassen handelte es sich um Mitarbeiter von deutschen Firmen und deren Familienangehörigen. Nach der Landung in China wurden alle Insassen auf das neuartige Coronavirus getestet. Anschließend mussten sie sofort eine zweiwöchige Quarantäne antreten. In China sind mehr als 5000 deutsche Firmen aktiv. China hatte Ende März aus Sorge vor einer zweiten Covid19-Infektionswelle einen weitreichenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Auch Ausländer mit ständigem Wohnsitz in der Volksrepublik dürfen seitdem nicht mehr einreisen. Die nun für die 200 Flugzeug-Insassen erlaubte Ausnahme erfolgte über ein beschleunigtes „Fast-Track“-Verfahren. Sie wurde für Mitarbeiter deutscher Firmen gewährt, die in China dringend für die Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden. 

10.50 Uhr: Merkel zur Corona-Krise: „Wir haben uns viel erspart“

Kanzlerin Angela Merkel hat den Bürgern für ihre Besonnenheit in der Corona-Krise gedankt. „Wir haben diese Prüfung bisher recht gut bestanden. Wir alle zusammen, eine überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Land, haben uns von Vorsicht, Vernunft und Verantwortung für andere leiten lassen“, sage die CDU-Politikerin in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. „Wir haben uns viel erspart. Unsere gemeinsame Leistung ist nämlich das, was bei uns glücklicherweise nicht eingetreten ist.“

Merkel warnte zugleich davor, die Risiken zu unterschätzen. „Mancher glaubt jetzt, weil das große massenhafte Leid nicht eingetreten ist, sei auch die Gefahr wohl nie so groß gewesen. Was für ein Irrtum!“ Ein Blick in befreundete Länder zeige, was hätte passieren können.

Die Kanzlerin erklärte, sie hoffe, dass weitere Lockerungsschritte möglich seien, rief aber auch zur Rücksichtnahme auf. „Ich bitte Sie: Freuen wir uns über alles, das jetzt wieder geht, und nutzen wir es. Aber seien wir dabei rücksichtsvoll, und respektieren wir das Schutzbedürfnis der Anderen.“ Wie in den vergangenen vier Monaten habe es auch weiterhin jede und jeder weitgehend selbst in der Hand, Risiken zu vermeiden und die Gesellschaft vor Schlimmerem zu bewahren.

Merkel verwies auch auf die bisherigen staatlichen Hilfsprogramme und kündigte weitere Unterstützung an. „Natürlich ist es mit diesen Soforthilfen nicht getan.“ In der kommenden Woche will die Regierung ein Konjunkturprogramm beschließen.

8.35 Uhr: Absage an Trump: Merkel will nicht zum G7-Gipfel in die USA fliegen

Kanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich nicht zum geplanten G7-Gipfel in die USA fliegen. „Die Bundeskanzlerin dankt Präsident Trump für seine Einladung zum G7-Gipfel Ende Juni in Washington. Stand heute kann sie in Anbetracht der Pandemie-Gesamtlage ihre persönliche Teilnahme, also eine Reise nach Washington, nicht zusagen“, erklärte ein Regierungssprecher am Samstag auf Anfrage in Berlin. Merkel werde die Entwicklung der Pandemie aber weiter im Blick behalten.

Zuvor hatte das Magazin „Politico“ unter Berufung auf Regierungssprecher Steffen Seibert über die Absage berichtet. US-Präsident Donald Trump peilt für Ende Juni ein reales G7-Gipfeltreffen in Washington an. Die US-Hauptstadt und ihr Großraum sind jüngsten Daten zufolge proportional besonders von Corona-Infektionen betroffen.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 29. Mai:

19.08 Uhr: Landesregierung einigt sich auf Corona-Lockerungen für private Feste

Die grün-schwarze Koalition hat Streitpunkte über Corona-Lockerungen im Südwesten abgeräumt. Die Maßgaben für private Feste werden stärker gelockert als ursprünglich geplant. Zu Hause sollen solche Feiern mit bis zu 20 Menschen erlaubt sein, wenn diese aus verschiedenen Wohnungen kommen. Bei Familienmitgliedern solle es keine Begrenzung geben. Bei privaten Feiern in öffentlich angemieteten Räumen sollen bis zu 99 Menschen zusammenkommen dürfen. Die Regelung soll zum 9. Juni gelten, wie das Staatsministerium nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses am Freitag mitteilte.

Über Details der Maßgaben für private Feste hatte es zuvor in der Regierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Krach geben. Vorgesehen war bislang, dass vom 1. Juni an private Feiern mit bis zu zehn Menschen erlaubt sein sollten, im Freien mit maximal 20 Menschen. Dies hatte die CDU als nicht praktikabel kritisiert.

Zudem sollen Corona-Verordnungen künftig verständlicher für die Bürger werden. Widersprüche und Dopplungen sollen entfernt werden - die Regelungen sollen so schlank wie möglich werden. Dies hatte vor allem die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021, Kultusministerin Susanne Eisenmann, gefordert. Auch Kretschmann sagte am Freitag: „Jetzt ist es an der Zeit, die Verordnung redaktionell und in der Sache zu entschlacken und an die neue Lage anzupassen.“ Die Überarbeitung soll am 23. Juni vom Kabinett beschlossen werden.

18.02 Uhr: Mehrere Corona-Demonstrationen am Wochenende in Stuttgart geplant

Eine ganze Reihe von Demonstrationen ist am Samstag und am Sonntag in Stuttgart geplant. Die meisten Kundgebungen richten sich nach Angaben der Stadt gegen Beschränkungen wegen der Corona-Krise. Aus dem Umfeld der „Initiative Querdenken 711“ wurden für Samstag demnach gleich mehrere Demonstrationen mit teils mehreren Tausend Teilnehmern auf dem Cannstatter Wasen (ab 15.30 Uhr) angemeldet. Die Stadt habe die Anzahl dort jedoch auf insgesamt 5000 Menschen begrenzt, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Das gelte auch für eine am Sonntag geplante Demo der Initiative. Für sie würden in der Stuttgarter Innenstadt Straßen gesperrt. Die Veranstalter gehörten zum Umfeld der Organisatoren der Demos auf dem Cannstatter Wasen. Ein Sprecherin der Polizei sagte im Vorfeld: „Wir bereiten uns auf ein einsatzreiches Wochenende bevor.“

17.08 Uhr: Säugling stirbt in der Schweiz an Covid-19

In der Schweiz ist erstmals ein Säugling an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es sei zwar richtig, dass Kinder seltener erkrankten, sagte am Freitag Stefan Kuster vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Aber es gebe leider auch Fälle wie den des gestorbenen Säuglings. Das Baby aus dem Kanton Aargau hatte sich den Angaben zufolge im Ausland angesteckt. Es werde nun weitere Untersuchungen geben. Kuster machte keine Angaben, ob der Säugling andere Vorerkrankungen hatte.

15.30 Uhr: Zwei Kinder werden in Basel positiv auf Sars-CoV-2 getestet

Im Kanton Basel-Stadt sind am Freitag, 29. Mai, zwei neue bestätigte Sars-CoV-2-Fälle bekannt geworden. Nach Angaben des Gesundheitsdepartements traten die beiden Fälle in einer Primarschulklasse und in einer Kindergartenklasse des Schulstandortes Isaak Iselin auf. Die Ansteckungsquelle ist noch unklar.

14.05 Uhr: Handel im Südwesten ruft um Hilfe - 6000 Insolvenzen befürchtet

Der Handelsverband fürchtet weiter um die Existenz vieler Tausend Geschäfte im Südwesten. Wegen der Corona-Beschränkungen habe der Umsatz des Nicht-Lebensmittel-Handels im April bundesweit um 14,5 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. „Diese verheerenden Negativ-Umsätze erwarten wir auch für Baden-Württemberg“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Sabine Hagmann, am Freitag und erneuerte in einem Brief an die Landesregierung ihre Forderung nach einem Entschädigungsfonds. Im Land sei von mindestens 6000 Insolvenzen in den kommenden Monaten auszugehen. Rund 40 000 Betriebe gibt es in Baden-Württemberg.

Die Landesregierung solle darauf einwirken, dass die vom Bund geplanten Hilfen verändert würden - das geplante Programm gehe bisher weitgehend am Einzelhandel vorbei. Auch müssten die Grenzen zur Schweiz und nach Frankreich für Einkaufstouristen geöffnet werden. Und je nachdem, wie die Bedingungen des Bundesprogramms sich entwickelten, müsse die weiterhin bestehende Lücke auf Landesebene durch den zweiten Soforthilfefonds geschlossen werden.

12.33 Uhr: Weiße Flotte hofft auf internationale Schifffahrt ab Mitte Juni

Die Schiffe der Weißen Flotte sind derzeit nur eingeschränkt auf dem Bodensee unterwegs - das soll sich ab dem 15. Juni ändern. Ab diesem Datum werde der gemeinsame Kursverkehr aus Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz wieder aufgenommen, sagte der Vorsitzende der Vereinigten Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein (VSU), Norbert Reuter. Der Termin sei jedoch noch abhängig von den Grenzöffnungen in den Ländern.

Eigentlich hatten die Schiffe der VSU bereits Anfang April gemeinsam in die Saison starten wollen. Das wurde aufgrund der Coronakrise jedoch verschoben. Aktuell seien nur die deutschen und österreichischen Unternehmen mit einem reduzierten Angebot auf dem Bodensee unterwegs.

11.11 Uhr: Gäste müssen ihre Kontaktdaten in der Gaststätte angeben: Aber was passiert mit diesen Daten eigentlich?

Wer ein Restaurant besucht, muss seine Kontaktdaten angeben. Diese Auflage der Corona-Verordnung im Land wirft viele Fragen auf und sorgt auch in der Region für Verunsicherung bei den Menschen in der Region. Denn wohin werden die Daten übermittelt und wie steht es um den Datenschutz? Wir haben alle Fragen und Antworten hier für Sie zusammengefasst.

10.01 Uhr: 741 neue Corona-Fälle in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 180.458 angegeben - ein Plus von 741 seit dem Vortag. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8450 Todesfälle und damit 39 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 164.100.

9.05 Uhr: Brasilien meldet erneut starken Anstieg der Corona-Fälle

Brasilien hat innerhalb von nur einem Tag 26.417 neue Infizierungen mit dem Coronavirus registriert. Das sei der höchste Anstieg innerhalb von 24 Stunden seit Beginn der Covid-19-Pandemie, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília mit. Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 438.238. Mindestens 26.754 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den Vereinigten Staaten. Die tatsächliche Zahl dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

8.01 Uhr: Bisher zehntausende Verstöße gegen Corona-Auflagen im Südwesten

Die Einhaltung der Corona-Verordnung überwacht die Polizei seit dem 19. März. Bislang wurde mehr als 343.900 Menschen und über 70.300 Fahrzeuge kontrolliert. In 27.593 Fällen kam es zu Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. Der Großteil der Verstöße liegt nach Angaben der Statistik bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung samt Mindestabstand mit über 21.000 Fällen. In 452 Fällen kam es zu Verstößen bei der Maskenpflicht. Und in 726 Fällen wurden Einrichtungen geschlossen und 288 Betretungsverbote erteilt.

Das Innenministerium fordert die Menschen daher erneut zum Einhalten der Corona-Regeln auf: Angesichts des bevorstehenden langen Pfingstwochenendes hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) an die Bevölkerung appelliert, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. „Vernunft muss auch weiterhin das Handeln der Menschen bestimmen“, sagte der CDU-Politiker. Die unsichtbare Gefahr sei noch unter uns, das Virus sei nicht gebannt.

7.09 Uhr: Seehofer rechnet mit Corona-Warn-App Mitte Juni

Bundesinnenminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die deutsche Corona-Warn-App etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen wird - zeitgleich mit der angestrebten vollständigen Öffnung der Grenzen zu den europäischen Nachbarn. Es habe dazu am Vorabend ein „sehr, sehr gutes Gespräch“ mit den Projektträgern SAP und Deutsche Telekom gegeben, sagte der CSU-Politiker in der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.

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