Zu den weiteren Entwicklungen

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 31. Januar:

20.28 Uhr: 24 weitere Tote im Zusammenhang mit Corona im Südwesten

In Baden-Württemberg sind 24 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Damit summiert sich die Zahl der Verstorbenen seit dem Pandemiebeginn auf 7052. Das geht aus einem Lagebericht des Landesgesundheitsamtes vom späten Sonntag hervor. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle stieg im Vergleich zum Vortag um 530 auf 293 576. Als genesen gelten 259 992 Menschen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 74,0 und veränderte sich im Vergleich zum Vortag (73,9) somit kaum (Stand: Sonntag, 16.00 Uhr.)

An Wochenenden fallen die Zahlen wegen weniger Tests oder Meldeverzögerungen meist geringer aus. Die meisten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner gibt es im Stadtkreis Heilbronn mit 199,1 - am Samstag lag der Wert hier bei 179,3. Den niedrigsten Wert hat der Landkreis Emmendingen mit 28,2. 34 Stadt- und Landkreise liegen über dem Inzidenz-Wert von 50, den die Politik anstrebt, damit Gesundheitsämter die Kontakte von Infizierten wieder verfolgen können. Zehn liegen schon unter der Inzidenz von 50.

Dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zufolge lagen am Sonntag 425 Corona-Patienten in Baden-Württemberg auf Intensivstationen, davon wurden 238 invasiv beatmet. Es waren 85,2 Prozent der betreibbaren Intensivbetten belegt, auch mit Patienten andere Krankheiten.

Ihre erste Impfung gegen das Coronavirus haben 225 769 Menschen im Südwesten erhalten. 60 563 Menschen sind bereits das zweite Mal geimpft (Stand Sonntag, 0.15 Uhr). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Berlin liegt die Impfquote (Erstimpfung) in Baden-Württemberg bei zwei Prozent (Stand Samstag, 10.00 Uhr).

19.54 Uhr: Astrazeneca liefert der EU nun doch mehr Impfstoff

Der Hersteller Astrazeneca will nach EU-Angaben im ersten Quartal nun doch mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern als angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Sonntagabend auf Twitter mit. Das ist die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Von der Leyen schrieb auch, Astrazeneca wolle eine Woche früher mit der Lieferung beginnen als geplant. Die Firma wolle zudem ihre Produktionskapazität in Europa ausbauen. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach von einer guten Nachricht und einem guten Schritt nach vorn.

Astrazeneca hatte vor gut einer Woche überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Die EU reagierte empört und setzte die Firma unter Druck, die Lieferkürzung zurückzunehmen. Das soll laut von der Leyen nun zumindest zum Teil geschehen. Der Impfstoff ist seit Freitag in der EU für Erwachsene ohne Altersbegrenzung zugelassen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Mittel aber nur für Erwachsene unter 65 Jahren.

19.23 Uhr: Autokorso in Pforzheim gegen Corona-Auflagen – eine Beamtin verletzt

Mit rund 1000 Fahrzeugen haben Gegner der Corona-Beschränkungen am Sonntag in Pforzheim demonstriert. Eine Polizistin sei verletzt worden, als sie ein Fahrzeug kontrollieren wollte, teilte die Polizei am Abend mit. Aus dem Fahrzeug soll „auf gefährliche Weise“ ein Transparent herausgehalten worden sein. Der 59 Jahre alte Fahrer soll die Beamten auch beschimpft haben.

Die Polizistin unterhielt sich den Angaben zufolge bei geöffneter Beifahrertür mit der Mitfahrerin, als der Fahrer sein Auto plötzlich zurücksetzte. Die geöffnete Tür erfasste die Beamtin, die verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Der 59-Jährige versuchte laut Polizei zu flüchten, wurde aber angehalten und festgenommen.

Der Autokorso war unter dem Titel „Unternehmer und Bürger zeigen Gesicht“ bei der Stadt angemeldet worden. Zu den Teilnehmern gehörten nach Angaben einer Polizeisprecherin vor allem Kritiker von Corona-Beschränkungen. Während des Autokorsos seien in der Stadt erhebliche Verkehrsbehinderungen entstanden.

18.53 Uhr: Großbritannien impft knapp 600 000 Menschen an einem Tag

Während das Corona-Impfprogramm in der EU nur schleppend vorankommt, verzeichnet Großbritannien Rekordzahlen. Allein am Samstag wurden nach Angaben der Regierung im Vereinigten Königreich knapp 600 000 Impfdosen verabreicht. Die Zahl der Erstimpfungen stieg damit auf knapp neun Millionen. Eine zweite Dosis haben demnach aber erst rund 490 000 Menschen erhalten. Bis Mitte Februar will die Regierung allen 15 Millionen Menschen aus den am meisten gefährdeten Personengruppen eine Impfung ermöglichen.

Großbritannien ist anders als die EU nicht von Lieferverzögerungen beim Impfstoffhersteller Astrazeneca betroffen. Wie sich herausstellte, hat London sich im Vertrag mit dem britisch-schwedischen Unternehmen ausbedungen, dass die heimische Produktion zunächst nur zugunsten des eigenen Impfprogramms verwendet werden darf. Den Impfstoff von Pfizer und Biontech importiert Großbritannien allerdings aus der EU. Handelsministerin Liz Truss wollte am Sonntag keinen Zeitplan ausgeben, wann das Land auch Impfstoff abgeben wolle. Sie versicherte aber, man wolle sicherstellen, „dass die ganze Welt von der Expertise im Vereinigten Königreich“ profitiert.

Zwar ist die Zahl der Neuinfektionen im Vereinigten Königreich in den vergangenen Wochen deutlich gesunken, doch liegt sie mit mehr als 20 000 Fällen, die allein am Sonntag gemeldet wurden, noch immer auf einem hohen Niveau. Auch bei der Zahl der Todesfälle gibt es einen Abwärtstrend. Am Sonntag wurden 587 neue Fälle verzeichnet. An Wochenenden ist diese Zahl aber wegen Verzögerungen im Meldesystem häufig deutlich niedriger als an Wochenenden.

18.30 Uhr: Impfstoff-Knappheit: Scholz kritisiert Einkaufspolitik der EU

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Strategie der Europäischen Union beim Einkauf von Corona-Impfstoffen kritisiert. „Es wäre gut gewesen, Europa hätte mehr Impfstoff bestellt. Viel weiter über den eigenen Bedarf hinaus“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). Am Geld wäre ein solches Vorgehen aus seiner Sicht nicht gescheitert. „Über den Kauf der Impfstoffe hat die EU-Kommission verhandelt. Wenn die Kommission von uns weitere Finanzmittel erbeten hätte, hätten wir auch der EU zusätzliches Geld überwiesen.“

Von dem für diesen Montag geplanten „Impfgipfel“ bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet Scholz Klarheit darüber, in welchem Zeitraum wie viele Bürger geimpft werden können. „Impfen hat oberste Priorität“, sagte er. Dies müsse sich nun auch in einem Konzept niederschlagen. „Es reicht als Planung nicht, dafür neben den Impfzentren irgendwann die Hausärzte einbeziehen zu wollen. Das scheint mir als Konzept zu sehr aus dem Ärmel geschüttelt zu sein.“

Für ehrgeizig hält Scholz das von der Kanzlerin und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgegebene Ziel, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu unterbreiten. „Diese Zusage haben Kanzlerin und Gesundheitsminister gegeben. Wenn ich die aktuelle Debatte über Impfstofflieferungen verfolge und hochrechne, müssen wir uns sehr anstrengen“, antwortete er auf die Frage, ob er Zweifel habe, dass das Ziel zu erreichen ist.

17.20 Uhr: Zahlreiche Corona-Verstöße bei Gottesdienst

Etwa 90 singende Menschen ohne Masken und Mindestabstand - beim Gottesdienst einer freikirchlichen Gemeinde in Freudenstadt haben die Besucher alle Corona-Regeln über Bord geworfen. Auch Anwesenheitslisten existierten bei dem Treffen der Gläubigen am Sonntag nicht, wie die Polizei mitteilte. Nachdem die Beamten die Personalien der Teilnehmer festgestellt hatten, wurde der Gottesdienst beendet. Die Beamten hatten die Zusammenkunft nach Hinweisen aus der Bevölkerung überprüft.

16.19 Uhr: Giffey schlägt Corona-Ampel für Kita-Öffnungen vor

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat ein Ampel-Modell für eine zügige Öffnung der Kitas vorgeschlagen. Nach dem 14. Februar müsse es „echte Öffnungsperspektiven bei Kitas und Schulen“ geben, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Unser Vorschlag ist eine Kita-Ampel, bei der erst mal die Situation in den einzelnen Kitas den Ausschlag gibt.“ Somit „könnten wir einen Großteil der Kitas wieder öffnen und gleichzeitig sehr verantwortungsvoll und gezielt anhand des Infektionsgeschehens in den einzelnen Kitas reagieren“, betonte die Ministerin.

Ausschlaggebend sollen drei Kriterien sein: die Anzahl der infizierten Personen, die Anzahl der Kinder in Quarantäne und die Anzahl der Erzieher in Quarantäne. „Ist niemand infiziert und weniger als zehn Prozent der Kinder und des Personals in Quarantäne, steht die Ampel auf Grün“, sagte Giffey. Dann könne eine Kita den Regelbetrieb wieder aufnehmen.

„Auf Gelb schaltet die Ampel, wenn eine Person infiziert und eine Kindergartengruppe oder maximal ein Viertel des Personals in Quarantäne sind“, sagte Giffey weiter. In diesem Fall gebe es eingeschränkten Regelbetrieb, etwa für weniger Stunden. Die rote Stufe werde erreicht, wenn zwei Personen an Corona erkrankt und mehr als 25 Prozent des Personals oder mehr als einer Kindergruppe in Quarantäne sind. Dann werde die Einrichtung geschlossen und nur Notbetreuung gewährt.

Nicht gelten solle die Ampel in Gebieten mit einer mehr als 200 Neuinfektionen binnen einer Woche auf 100 000 Einwohner, oder wenn sich eine Corona-Mutation aggressiv ausbreitet. Dann könne es in allen Kitas nur die Notbetreuung geben. Ihren Plan will sie in der kommenden Woche mit den Länderkollegen beraten.

16.00 Uhr: Mehr als 200 Festnahmen in Brüssel wegen verbotener Corona-Demonstrationen

Um zwei verbotene Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der belgischen Regierung zu verhindern, hat die Polizei in Brüssel mehr als 200 Menschen festgenommen. Dies teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Ein Platz vor dem Hauptbahnhof, wo die meisten Demonstranten zusammenkamen, sei evakuiert worden. Unter den Anwesenden waren nach Polizeiangaben auch zahlreiche Fußball-Fans.

Die Organisatoren der verbotenen Proteste hatten die Menschen in den Online-Netzwerken dazu aufgerufen, sich unter anderem vor dem Atomium, einem bekannten Wahrzeichen der Stadt, zu versammeln. Dort kamen einige Dutzend Menschen zusammen. Die Polizei hatte im Vorfeld vor einer Teilnahme an den Protesten gewarnt. „Wir erinnern daran, dass es keine Erlaubnis gibt, an diesem Sonntag zu demonstrieren“, schrieb sie auf Twitter und kündigte mögliche Festnahmen an.

Seit Beginn der Pandemie hat Belgien mit seinen rund 11,5 Millionen Einwohnern mehr als 20.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Regierung hatte kürzlich ein Reiseverbot ins In- und Ausland für nicht notwendige Reisen verhängt. Seit fast drei Monaten befindet sich das Land in einem Teil-Lockdown.

15.56 Uhr: Ministerpräsidenten fordern vor Corona-Impfgipfel Fahrplan 

Vor dem Corona-Impfgipfel am Montag haben mehrere Ministerpräsidenten der Länder einen klaren Fahrplan für die Impfungen in den kommenden Wochen gefordert. „Meine dringende Erwartung an den Gipfel ist, dass wir einen nationalen Impfplan bekommen, auf dessen Grundlage wir Bundesländer Impftermine vergeben und auch einhalten können“, sagte der amtierende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere Regierungsmitglieder wollen am Montagnachmittag mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über den Stand bei der Impfstoff-Lieferung und das weitere Vorgehen beraten. An dem Treffen nehmen auch Vertreter der Hersteller und der EU-Kommission teil. Der Gipfel ist eine Reaktion auf den schleppenden Impfstart und die Diskussion um die Menge der zur Verfügung stehenden Vakzine. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kritisierte ebenfalls mangelnde Klarheit über die Liefermengen der Impfstoffe. „Wir haben auch mit der neuen Zusage nicht mal Lieferklarheit für die nächsten vier Wochen“, sagte Dreyer der „Bild am Sonntag“.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Samstag angekündigt, dass er im Februar mit fünf Millionen Impfdosen der drei Hersteller von zugelassenen Impfstoffen rechnet. Dreyer verlangte auch weitere Erklärungen dafür, warum der Impfstoff von Astrazeneca in Deutschland nur für unter 65-Jährige empfohlen wird. „Der Gesundheitsminister muss auf dem Impfstoffgipfel erklären, warum wir in Deutschland von der europaweiten Zulassung abweichen“, sagte die SPD-Politikerin.

Die EU-Kommission hatte am Freitag die Zulassung für das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca erteilt, nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zuvor die bedingte Marktzulassung für alle ab 18 Jahren empfohlen hatte. Die deutsche Impfkomission sprach sich allerdings dafür aus, das Mittel nur an Menschen bis 64 Jahre zu verabreichen. Insgesamt sind in der EU derzeit drei Impfstoffe zugelassen.

Spahn will nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca die Impfverordnung überarbeiten. „Die Grundreihenfolge bleibt, aber wir gehen sie zusätzlich altersgestaffelt an“, sagte Spahn am Samstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit Experten und Pflegekräften in Berlin. 

15.14 Uhr: Erstmals Corona-Mutation im Bodenseekreis nachgewiesen

Im Bodenseekreis sind am Samstag die ersten beiden Infektionsfälle mit einer der neuen Virus-Varianten bestätigt worden. Bei beiden Fällen wurde die britische Virus-Variante festgestellt. Beide Betroffenen leben und arbeiten im Bodenseekreis.

Darüber hinaus gibt es zwei weitere Verdachtsfälle. Hierbei soll es sich nach Angaben der Kreisbehörde um im Bodenseekreis lebende enge Kotaktpersonen eines Ausbruchsgeschehens im Nachbarlandkreis Ravensburg handeln. Was das für den Bodenseekreis konkret bedeutet, lesen Sie hier.

14.47 Uhr: Gut 200 Festnahmen in Brüssel bei Demo gegen Corona-Maßnahmen

Bei nicht genehmigten Demonstrationen gegen die belgischen Anti-Corona-Maßnahmen sind am Sonntag in Brüssel mindestens 200 Menschen festgenommen worden. „Wir beenden die Demonstration außerhalb des Hauptbahnhofes“, erklärte die Brüsseler Polizei auf Twitter. Alle Teilnehmer könnten gehen, wenn sie identifiziert seien und kein Grund für eine Festnahme vorliege.

Unter den Festgenommenen seien auch viele Fußballfans, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei war mit großem Aufgebot vor Ort, nachdem es in den benachbarten Niederlanden zu Ausschreitungen bei Protesten gegen Ausgehverbote gekommen war. In Belgien herrscht seit Wochen ein nächtliches Ausgehverbot, ohne dass es zu Gewalttaten gekommen war.

14.20 Uhr: Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur bis 55 Jahre empfohlen

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die italienische Behörde eine altersbeschränkte Verwendung des Mittels empfohlen. Obwohl die verfügbaren Daten eine geringere Wirksamkeit als die beiden bereits zugelassenen Impfstoffe zeigten, könne das Mittel die Impfkampagne in Italien stärken, teilte die Arzneimittel-Agentur Aifa mit.

Mit Blick auf die Einschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 55 Jahren hätten die Daten der Zulassungsstudien aber ein „gewisses Maß an Unsicherheit“ gezeigt. Dieser Teil der Bevölkerung sei nämlich schlecht vertreten gewesen. Trotzdem sei dort eine gute Antikörperreaktion beobachtet worden.

Die Behörde empfahl den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns auf Grundlage dessen für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, so lange bis fundiertere Daten vorlägen. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die mRNA-Impfstoffe verabreicht werden, wie es in der Mitteilung vom Samstag weiter hieß.

13.11 Uhr: Polizei beendet illegale Party mit etwa 200 Feiernden in NRW

Die Polizei hat in der Nacht zum Sonntag in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) eine in Corona-Zeiten illegale Feier mit rund 200 Gästen aufgelöst. Ein 23-Jähriger habe die Freiluftparty auf dem Gelände einer ehemaligen Raketenstation im Billiger Wald organisiert, teilte die Polizei am Sonntag mit. Einem Zeugen sei am Sonntagmorgen laute Musik aufgefallen, die aus dem Waldgebiet kam. Vor Ort sei eine größere Musikanlage gefunden worden. Viele Gäste flüchteten demnach in den Wald, die Personalien von 35 Teilnehmern wurden aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen seien viele der Feiernden wohl von außerhalb angereist. Auf die Partygäste kämen „erhebliche Bußgelder“ zu, teilte die Polizei weiter mit.

12.47 Uhr: Stargeigerin Anne-Sophie Mutter ärgert sich über ungleiche Corona-Einschränkungen

Die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter ärgert sich darüber, dass im zweiten Lockdown die Konzertsäle geschlossen, die Kirchen aber geöffnet sind. „Warum das Grundrecht der freien Religionsausübung über das Grundrecht der freien Berufsausübung bei Musikern gestellt wurde, leuchtet mir immer noch nicht ein“, sagte die 57-Jährige der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagsausgaben). Sie verstehe auch nicht, warum die Museen nicht schon lange wieder geöffnet haben. „Wenn ich in einem kleinen Drogeriemarkt Strümpfe kaufen kann - warum kann ich dann nicht in einem riesigen Museumssaal unter Einhaltung strengster Hygieneregeln etwas genießen, das über den Genuss von neuen Strümpfen weit hinausgeht“, sagte die Musikerin.

12.10 Uhr: Bundeswehr will Montag über Corona-Hilfe für Portugal entscheiden

Die Bundeswehr will Anfang der Woche darüber entscheiden, wie und in welchem Rahmen dem derzeit besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Portugal geholfen werden kann. Ergebnisse eines am Freitag nach Deutschland zurückgekehrten Erkundungsteams würden derzeit analysiert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Sonntag auf Anfrage. Es sei ab Montag nicht nur mit der Entscheidung, wie geholfen werden kann, zu rechnen, sondern die Hilfe solle dann auch rasch beginnen.

Die Regierung in Portugal hatte ein Hilfeersuchen an Deutschland gerichtet. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll ein Team von 27 Ärzten und Sanitätern aus Deutschland entsandt werden, es sollen Hilfsflüge auch mit Feldkrankenbetten und Beatmungsgeräten geschickt werden. Dies konnte der Sprecher des Verteidigungsministerium nicht bestätigen.

In Portugal war zuletzt die Zahl der Corona-Toten auf einen Höchststand gestiegen, Regierungschef António Costa sprach von einem "gigantischen" Druck auf die Krankenhäuser durch den starken Anstieg der Infektionen.

11.27 Uhr: Österreich übernimmt portugiesische Corona-Intensivpatienten

Österreich übernimmt von Portugal schwer kranke Corona-Patienten. Wie viele Menschen nach Österreich geflogen werden sollen, werde mit dem portugiesischen Gesundheitsministerium abgeklärt, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag mit. „Es ist ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu helfen, um Menschenleben zu retten“, sagte er.

Österreich hatte schon mal Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen. Das portugiesische Gesundheitsweisen steht wegen hoher Infektionszahlen massiv unter Druck. Nach Behördenangaben stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung.

10.32 Uhr: Bürger wundern sich über Gutscheine für FFP2-Masken

Vor allem Senioren und chronisch Kranke sollen Gutscheine für verbilligte FFP2-Masken erhalten. Doch manchmal bekommen auch junge Leute oder Eltern für ihre Kinder die Coupons - und können sich das nicht erklären. Alles korrekt, sagen die Krankenkassen.

Zum Schutz vor dem Coronavirus soll mehr als jeder dritte Bürger in Deutschland vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen. Die Bundesregierung hat dies als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko beschlossen - dazu zählen Über-60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Nachdem nun der Versand der Coupons begonnen hat, wundern sich manche Empfänger darüber, dass auch sie solche Gutscheine in ihrem Briefkasten mit einem Standard-Begleitschreiben finden.

Denn auf den ersten Blick ist es häufig nicht erkennbar, aus welchem Grund jemand auf der Empfängerliste seiner Krankenkasse gelandet ist - und auch kleine Kinder erhalten die Gutscheine. „Ich bin weder Risikopatient noch besonders alt. Was ist hier los? Warum bekomme ich einen Berechtigungsschein für FFP2-Masken?“, schreibt etwa ein junger Mann auf Twitter zu dem Foto seiner Gutscheine.

Zum Hintergrund: Insgesamt bekommen rund 34 Millionen Bürger über das Bundesprogramm Gutscheine für zwölf FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Nachfrage auf die Vorgaben für den Versand: Es gebe klare Indikationen, darunter bestimmte Vorerkrankungen, sagte ein Sprecher. Auch ein 30-Jähriger mit chronischer Lungenerkrankung könne Masken bekommen.

9.24 Uhr Murmeltier-Tag in Corona-Pandemie: Wetter-Vorhersage per Livestream

In Corona-Zeiten kann sich jeder Tag wie ein Murmeltier-Tag anfühlen. Das Spektakel im US-Ort Punxsutawney fällt wegen der Pandemie aus. Murmeltier Phil macht seine Vorhersage am „Groundhog Day“ per Livestream.

Noch im vergangenen Jahr schien das kleine Städtchen Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania ein Monopol auf den „Groundhog Day“ zu haben. Seit mehr als 100 Jahren sagt dort jedes Jahr am 2. Februar ein Murmeltier namens Phil das Wetter für die kommenden Wochen voraus: Sieht Phil seinen Schatten, dann dauert der Winter noch sechs Wochen an. Sieht er ihn nicht, gibt es einen frühen Frühling.

8.18 Uhr: Supermarkt hilft Singles in Corona-Zeiten beim Daten

Statt Kinos und Kneipen Kontaktbeschränkungen: Singles verharren während der Corona-Pandemie lange Zeit in den eigenen vier Wänden. Das Einkaufen im Supermarkt kann da zum Highlight der Woche werden. Ein Laden in Franken hilft im Lockdown beim Flirten.

Beim Einkaufen die große Liebe finden? Ein Supermarkt im unterfränkischen Volkach versucht während des Corona-Lockdowns behilflich zu sein und lockt freitagabends zum „Single-Shopping“. „Schließlich machen es Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung derzeit nicht leicht, einen Partner zu finden“, sagt der stellvertretende Marktleiter Steven Schellhorn. Jeden Freitag zwischen 18 und 20 Uhr können sich Singles am Eingang ein Herz mit einer Nummer schnappen und auf ihre Jacke pappen.

Wird zwischen den Regalen ein attraktiver Single erspäht, kann die Nummer an der Kasse ausgerufen werden oder man hinterlässt seine Telefonnummer mit einer Nachricht. Dafür sind Zettel ausgelegt, auf denen die Art der Kontaktaufnahme angekreuzt werden kann, wie zum Beispiel: „Ich würde mich freuen, dich auf einen Orangensaft in der Obstabteilung zu treffen.“

7.00 Uhr: 11.192 neue Corona-Infektionen gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen innerhalb eines Tages 11 192 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche waren es noch 12 257 gemeldete Neuinfektionen gewesen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 2.216.363 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 399 auf insgesamt 56.945. (Stand: 31.01., 00.00 Uhr). Am Sonntag vor einer Woche waren 349 Fälle gemeldet worden, bei denen Patienten im Zusammenhang mit dem Virus gestorben sind. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 56.945.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 30. Januar:

19:57 Uhr: Großbritannien gibt grünes Licht für Zusammenarbeit mit EU bei Impflieferungen

Der britische Staatsminister Michael Gove hat der Europäischen Union Zusammenarbeit bei deren Schwierigkeiten mit der Lieferung von Impfstoffen zugesagt. Priorität habe für London die Impfung der eigenen Bevölkerung, machte der Minister zunächst deutlich und fuhr dann fort: „Wir wollen aber auch mit unseren Freunden und Nachbarn in der Europäischen Union zusammenarbeiten, um ihnen auch zu helfen.“

Hintergrund ist der Streit zwischen der EU-Kommission und dem britisch-schwedischen Impfstoffhersteller Astrazeneca über dessen Lieferschwierigkeiten. Das Unternehmen hatte Verzögerungen damit begründet, dass es Probleme bei Werken in den Niederlanden und Belgien gebe. Die Produktion für Großbritannien bleibe aber unbeeinträchtigt, weil London sich habe zusichern lassen, dass die Produktion im eigenen Land zuerst nur dem eigenen Impfprogramm zu Gute kommen soll, so Astrazeneca-Geschäftsführer Pascal Soriot.

Das sorgte auch deshalb für Empörung, weil die Briten seit Monaten Impfstoff von Pfizer und Biontech aus europäischer Herstellung erhalten. Die EU hatte daraufhin einen Kontrollmechanismus für die Ausfuhr der Präparate eingeführt.

18:00 Uhr: Alle positiven Corona-Tests werden auf Mutationen untersucht

Die Landesregierung will die Coronavirus-Mutanten durch die Untersuchung aller positiven Tests in Schach halten. Dafür sollen die Test-Labore sämtliche positiven Proben künftig an die Labore der Universitätskliniken weiterleiten. „Damit bekommen wir einen Überblick über die Ausbreitung der neuen Virusvarianten im Land und können sie besser kontrollieren und überwachen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Samstag in Stuttgart.

Die Dynamik der Verbreitung der Varianten aus Großbritannien und Südafrika sei besorgniserregend. Der Grünen-Politiker betonte: „Wir müssen alles daransetzen, dass sich diese gefährlichen Mutanten in Baden-Württemberg nicht weiter ausbreiten.“ Die Ausweitung der Tests hatte die Landesregierung am Samstag beschlossen.

Wegen der Mutanten werden auch die Regeln für die Quarantäne verschärft. Deren Dauer für Kontaktpersonen der Kategorie 1 von einem mit einer Virusmutante infizierten Menschen wird von 10 auf 14 Tage erhöht. Auch für deren Haushaltsangehörige gilt eine Quarantäne von 14 Tagen. Damit soll die Bevölkerung vor einer unkontrollierten Weiterverbreitung der Varianten geschützt werden.

17.00 Uhr: Trotz Einreisesperre weiter Verbindungen zu Corona-Mutationsgebieten

Die deutschen Einreisesperren für Menschen aus mehreren Ländern mit gefährlichen Coronavirus-Varianten hatten am Wochenende zunächst wenig Auswirkungen auf den Flugverkehr. Die Lufthansa will ihre Verbindungen nach Portugal, Irland, Großbritannien, Südafrika und Brasilien zunächst nicht einschränken, wie Anfragen der Deutschen Presse-Agentur ergaben. Dabei sind diverse Verkehrsverbindungen pandemiebedingt ohnehin stark reduziert.

Da die Verordnung Ausnahmen vorsieht - darunter für Deutsche, in Deutschland lebende Ausländer sowie Transitpassagiere - gebe es genügend Menschen, die fliegen dürften, sagte Lufthansasprecher Martin Leutke am Samstag der dpa. Man werde die Lage aber im Blick behalten und die Flugpläne in den kommenden Tagen gegebenenfalls der Nachfrage anpassen.

16.00 Uhr: Spahn rechnet mit weiteren fünf Millionen Impfdosen im Februar

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet für den Februar weitere fünf Millionen Impfdosen der drei Hersteller Astrazeneca, Biontech und Moderna. Bis zum 22. Februar hätten die Firmen Lieferungen mit Lieferdaten angekündigt, sagte Spahn am Samstag auf einer Diskussionsveranstaltung mit Experten und Vertretern aus der Pflege.

Bislang seien 3,5 Millionen Dosen ausgeliefert worden, mehr als zwei Millionen davon seien bereits verimpft worden. „Es kommen jede Woche Impfstoffe“, sagte Spahn weiter. Es müsse aber mehr werden. Der Minister warb um Verständnis für die Anlaufschwierigkeiten.

15.31 Uhr: Kein Ende des harten Corona-Lockdowns in Sicht

Trotz sinkender Corona-Infektionszahlen zeichnet sich angesichts der Sorge vor einer Ausbreitung besonders ansteckender Varianten des Virus kein baldiges Ende des Lockdowns in Deutschland ab. Bundes- und Landespolitiker plädierten zum Teil für eine Verlängerung der Maßnahmen. „Besser jetzt noch ein wenig länger etwas härtere Maßnahmen als ein Raus-Rein-Raus-Rein, was letztlich alle zermürbt“, sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Samstag.

Der harte Lockdown mit geschlossenen Geschäften, weitreichenden Einschränkungen an Kitas und Schulen sowie strengen Kontaktbeschränkungen gilt bislang bis zum 14. Februar. In den kommenden Tagen werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder darüber beraten, wie es danach weitergeht. 

13.55 Uhr: Kinderärzte fordern Corona-Impfung chronisch kranker Kinder

Der Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, fordert, dass auch Kinder und Jugendliche mit chronischen Krankheiten rasch gegen Corona geimpft werden. „Sie sollten also in die gleiche Gruppe kommen wie erwachsene chronisch Kranke“, sagte Fischbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er warnte vor der Gefahr eines schweren Covid-19-Verlaufs auch für diese Altersgruppe. Deshalb bräuchten sie so schnell wie möglich den Impfschutz.

Impfungen von Minderjährigen sind in der Impfverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bisher gar nicht vorgesehen. Alle derzeit verfügbaren Impfstoffe sind erst für Menschen ab 16 oder 18 Jahren zugelassen.

Eine Impfung von Kindern und Jugendlichen ohne Zulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe lehnte auch Fischbach ab. Stattdessen forderte der Verband die Politik auf, „Forschung und Zulassungsstudien für kindgerechte Corona-Impfstoffe zu fördern, so dass diese Vakzine möglichst schnell zur Verfügung stehen“.

12.56 Uhr: Intensivmediziner: Spüren keine Entspannung - Personal ausgebrannt

Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland ist nach Angaben von Medizinern trotz sinkender Corona-Fallzahlen weiterhin angespannt. „Wir spüren auf den Intensivstationen, anders als die Zahlen den Anschein erwecken, derzeit keine Entspannung“, sagte der Magdeburger Uniklinik-Professor Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag). Er forderte schärfere Maßnahmen, bis die Infektionsketten von den Gesundheitsämtern kontrollierbar seien: „Wir müssen in einen harten Lockdown gehen, alles andere ist ethisch schwer vertretbar.“

Walcher warnte vor Leichtsinn: „Unsere größte Sorge ist, dass durch die Impfungen und Lockerungsdiskussionen der Eindruck erweckt wird, die Krise sei bald überwunden, und die Vorsicht der Bürger, sich an die notwendigen Maßnahmen zu halten, nachlässt“, sagte er. „Wenn das passieren sollte, dann werden wir eine dritte Welle mit Virusmutationen erleben, deren Folgen unabsehbar sind.“

Sorge bereitet den Intensivstationen laut Walcher auch die Überlastung des Personals. Die Beschäftigten hätten zwischen den beiden Lockdowns keine Verschnaufpause gehabt, da viele verschobene Operationen nachgeholt worden seien. Es drohten nun massive Ausfälle. „Das Pflegepersonal ist maximal belastet, die Menschen können einfach nicht mehr“ sagte der Mediziner. „Sehr viele sind ausgebrannt, es gibt schon jetzt sehr viele Burnout-Fälle und Rückzugserscheinungen. Wir Intensivmediziner haben Angst, dass in den kommenden Monaten viele das Handtuch werfen.“

11.40 Uhr: Gesundheitsministerium: Bis 22. Februar weitere 5 Millionen Impfdosen

Bis zum 22. Februar werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums laut der Hersteller Biontech, Moderna und Astrazeneca mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Bundesländer geliefert. Das teilte das Ministerium am Samstag auf Twitter mit. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach auf Twitter von guten Nachrichten nach einem schwierigen Start.

Nach Angaben des Ministeriums wurden seit Beginn der Impfkampagne vor fünf Wochen in Deutschland über 3,5 Millionen Impfdosen ausgeliefert und 2,2 Millionen verimpft.

Die Bundesregierung war wegen der schleppend angelaufenen Corona-Impfungen in die Kritik geraten. „Der Start der Impfkampagne war schwierig“, hatte Spahn am Freitag in Berlin gesagt. Es habe weniger Impfstoff gegeben als aus EU-Bestellungen erwartet.

10.40 Uhr: Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland – Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 12.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.321 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2.205.171.

Nach Angaben des RKI wurden zudem 794 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 56.546.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI auf rund 1.911.800. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ging weiter zurück und lag am Samstag bei 90,9. Am Donnerstag war dieser Wert erstmals seit drei Monaten unter die Marke 100 gesunken.

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht seit Wochen zurück, ihren bislang höchsten Stand hatte sie am 22. Dezember mit 197,6 erreicht. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken. 

9.05 Uhr: Einreisesperren zum Schutz vor mutierten Coronavirus-Varianten treten in Kraft

Für Einreisen nach Deutschland aus Staaten, in denen mutierte Coronavirus-Varianten stark verbreitet sind, gelten seit heute weitreichende Einreisesperren. Nach einem am Freitag gefassten Kabinettsbeschluss gilt bei Reisen aus diesen Ländern bis zum 17. Februar ein grundsätzliches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schifffahrtsunternehmen. Betroffen sind zunächst Reisende aus Großbritannien, Irland, Portugal, Brasilien und Südafrika. Dieser drastische Schritt wurde in der entsprechenden Verordnung damit begründet, dass die Dynamik der Verbreitung der Varianten in diesen Ländern „besorgniserregend“ sei.

Durch die strengen Einreisebeschränkungen solle deren Ausbreitung „eingedämmt“ werden. Ausnahmen gibt es demnach aber für Menschen, die in Deutschland wohnen. Das Verbot soll auch nicht für Transitpassagiere an Flughäfen sowie den Frachtverkehr gelten. Ausgenommen ist auch Personal, das im Interesse der öffentlichen Gesundheit einreist. 

8.12 Uhr: Corona-Impfzentren offenbar weitgehend barrierefrei

Die Impfzentren für die Corona-Schutzimpfungen sind einer bundesweiten Umfrage des Evangelischen Pressedienstes zufolge für Senioren und behinderte Menschen weitgehend barrierefrei zugänglich. Zu den Voraussetzungen, die älteren und behinderten Menschen den Zugang erleichtern sollen, zählen etwa Rampen für Rollstühle, leicht verständliche Informationen, geschultes Personal und Ruheräume. Ein Problem schon vor der Impfung scheint vielerorts die Terminvergabe zu sein. Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern hatten jüngst die Barrierefreiheit der Impfzentren angemahnt.

In den 53 Impfzentren des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Düsseldorf eine möglichst „barrierearme Wegführung“ vorgesehen. Auch in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin, Hamburg und Bremen sind die Impfzentren nach Angaben der zuständigen Ministerien barrierefrei. 

Die Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern hatten gefordert, alle Menschen mit Beeinträchtigungen müssten den gleichen barrierefreien Zugang zu Impfzentren haben. Auch die Anmeldeverfahren müssten für mobilitätseingeschränkte, gehörlose, blinde und geistig behinderte Menschen barrierefrei sein. Zudem sprachen sie sich für eine gesicherte Übernahme der Fahrt- und Beförderungskosten zu den Impfzentren aus.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 29. Januar:

21.30 Uhr: Baden-Baden Primus im Südwesten bei Corona-Inzidenzwert

Baden-Baden steht mit einer Corona-Inzidenz von 19,9 in Baden-Württemberg am besten da. Keine andere Stadt und kein Landkreis unterschritten am Freitag die 20er-Marke, wie aus einem Lagebericht des Landesgesundheitsamtes vom Abend hervorging. Der Wert zeigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen an. Die rote Laterne trägt Heilbronn mit einem Wert von 169,8. Im landesweiten Durchschnitt liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 74,4.

Die Zahl der an oder mit Corona im Südwesten verstorbenen Männern und Frauen überschritt am Freitag (Stand: 16 Uhr) die Marke von 7000. 57 neue Todesfälle ließen die Zahl auf 7004 anstiegen. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei 1344, so dass die Gesamtzahl der Infektionen auf 291 745 wuchs.

19.48 Uhr: Astrazeneca-Impfstoff in der EU zugelassen

Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca darf nun auch in der Europäischen Union genutzt werden. Die EU-Kommission erteilte eine Zulassung, wie Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte. Auch Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bestätigte am Freitagabend die Zulassung. Die Brüsseler Behörde folgte damit einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA. Diese gilt für Personen ab 18 Jahren ohne Altersbeschränkung. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission allerdings die Vergabe nur an Erwachsene unter 65. Es ist der dritte zugelassene Impfstoff gegen Covid-19 in der EU.

19.20 Uhr: Über 50 Millionen Masken für Schulen, Kitas und Pflegeheime im Südwesten

Um Corona-Infektionen weiter einzudämmen, will das Land mehr als 50 Millionen FFP2-Masken kaufen. Die 53,8 Millionen Mund-Nase-Bedeckungen sollen Schulen, Kitas, Impfzentren und Pflege- und Behinderteneinrichtungen zugutekommen. Laut „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Samstag) werden auch noch 3,9 Millionen OP-Kittel und 13,5 Millionen Schutzhandschuhe bestellt. So werde sich der Gesamtbetrag zusammen mit den Kosten der Vergabeverfahren für die Aufträge auf mehr als 96 Millionen Euro belaufen. Das Geld kommt den Blättern zufolge aus extra gebildeten Rücklagen für Haushaltsrisiken. Eine Sprecherin von Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) bestätigte auf Anfrage, dass der Finanzausschuss des Landtags diese von der Ressortchefin eingebrachte Entnahme gebilligt habe.

Mit der Großbestellung an Schutzausstattung soll der Bedarf bei den besonders gefährdeten Personengruppen bis Ende Juni 2021 gedeckt werden. Die OP-Kittel und die Schutzhandschuhe sind unter anderem für Lehrer in den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren sowie für die Impfzentren vorgesehen.

18.32 Uhr: Deutsche Impfkommission empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff bis zu Alter von 64 Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt für Deutschland die Anwendung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca für Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Diese Empfehlung veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagabend im Internet. Laut Stiko liegen für die Beurteilung der Impfeffektivität bei älteren Menschen bisher keine ausreichenden Daten vor.

Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs für die EU empfohlen. Sie hatte auf eine Einschränkung für die Anwendung bei älteren Menschen verzichtet. Abgesehen von der Alterseinschränkung stufte auch die Stiko das Vakzin des britisch-schwedischen Konzerns als "geeignet zum Individualschutz und zur Bekämpfung der Pandemie" ein. Änderungen der geltenden Impfreihenfolge, die älteren Menschen oder Menschen mit besonders hohem Infektionsrisiko einen Vorrang gibt, empfiehlt die Stiko in ihrer Mitteilung nicht.

17.23 Uhr: Einreisesperre für Corona-Mutationsgebiete ab Samstag

Für Länder, in denen sich besonders ansteckende Varianten des Coronavirus stark ausgebreitet haben, gilt in Deutschland ab Samstag eine weitreichende Einreisesperre (die vom RKI geführte Liste der betroffenen Länder finden Sie hier). Das Kabinett beschloss am Freitag ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte.

16.26 Uhr: EU-Behörde macht Weg für Astrazeneca-Impfstoff frei

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca in der EU empfohlen. Sie gelte für Personen ab 18 Jahren, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen - das gilt als Formsache.

15.46 Uhr: Baden-Württemberg ändert wegen Lieferengpässen seine Impfstrategie

Aufgrund der Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ändert das Land seine Impfstrategie und greift künftig auf Reserven zurück. Dies sei notwendig, um alle vereinbarten Termine einhalten zu können, teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Freitag mit. Künftig halte man nicht mehr wie bisher 50 Prozent aller Impfdosen zurück, sondern nutze einen Teil der Reserve.

Grund für das Abweichen von der bisherigen Impfstrategie im Südwesten sind demnach die geringeren Mengen an Impfstoff, die das Land derzeit bekommt. Durch die Umbauten in einem belgischen Werk des Impfstoffherstellers Pfizer erhalte Baden-Württemberg in dieser Woche rund 42 Prozent weniger Impfstoff als ursprünglich vom Bund angekündigt, so die Sprecherin. In den kommenden drei Wochen fielen die Liefermengen erst 14 Prozent und dann jeweils 7 Prozent geringer aus als zunächst erwartet. Aufgrund der geringen Menge an Impfstoff könnten derzeit nur rund 7000 Menschen täglich geimpft werden. Dabei umfasse allein die Gruppe der über 80-Jährigen und des medizinischen Personals in Baden-Württemberg rund eine Million Menschen.

15.15 Uhr: Johnson & Johnson gibt Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten mit 66 Prozent an

Der Corona-Impfstoffkandidat des US-Konzerns Johnson & Johnson hat nach Unternehmensangaben eine Wirksamkeit von 66 Prozent. Schwere Erkrankungen vermeide der Impfstoff gar zu 85 Prozent, erklärte das Unternehmen am Freitag nach Abschluss seiner klinischen Studien der Phase 3 mit insgesamt knapp 44.000 Teilnehmern. Anders als bei den Impfstoffen von Biontech-Pfizer und Moderna ist beim Vakzin von Janssen, der Pharmasparte von Johnson & Johnson, nur eine Dosis notwendig. Weniger wirksam ist der Impfstoff womöglich bei der südafrikanischen Variante des Coronavirus: Bei den klinischen Tests in Südafrika betrug die Wirksamkeit 57 Prozent. Dort gingen 95 Prozent aller Covid-19-Erkrankungen auf die südafrikanische Variante B.1.351 zurück.

14.34 Uhr: Bundesregierung weist neue Corona-Mutationsgebiete aus

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag zehn weitere Länder in Afrika, Südamerika und Asien als Hochrisikogebiete eingestuft. Zudem wurden Eswatini und Lesotho im südlichen Afrika zu Gebieten mit besonders gefährlichen Virusmutationen erklärt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet bekanntgab. Für die Mutationsgebiete plant die Bundesregierung eine weitreichende Einreisesperre. Dazu zählen bisher schon Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien. Die neuen Hochrisikogebeite ab Sonntag sind: Afghanistan, Botsuana, Ecuador, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Sudan und Syrien.

Bereits jetzt müssen Einreisende aus Mutationsgebieten bei Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen, sich dann für zehn Tage in Quarantäne begeben, von der sie sich nach fünf Tagen befreien können. Das gilt auch für die Hochrisikogebiete, von denen es jetzt schon mehr als 20 gibt. Bei der Einreise aus „normalen“ Risikogebieten - weitere rund 130 Länder - kann man sich auch erst bis zu 48 Stunden nach Ankunft in Deutschland testen lassen.

14.15 Uhr: Österreich will Einreiseregeln auch für Pendler verschärfen

Wegen der Ausbreitung verschiedener Mutationen des Coronavirus will auch Österreich die Einreiseregeln verschärfen. Für Pendler sind nun verpflichtende Tests bei der Einreise vorgesehen, wie aus dem der österreichischen Nachrichtenagentur APA vorliegenden Entwurf des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Sie müssten demnach ein ärztliches Zeugnis oder einen Testnachweis, der nicht älter als 72 Stunden ist, an der Grenze vorlegen. Dem Vernehmen nach ist der Rhythmus der Nachweispflicht noch unklar. Eine tägliche Attest-Vorlage gilt als unwahrscheinlich. Die Maßnahme soll in frühestens einer Woche in Kraft treten.

13.34 Uhr: Kultusministerium will Kita-Notbetreuung im Südwesten nicht einschränken

Das baden-württembergische Kultusministerium hat Forderungen nach einer Einschränkung der Kita-Notbetreuung zurückgewiesen. Diese würde den Druck auf die arbeitenden Menschen im Land deutlich erhöhen und viele Familien in erhebliche Schwierigkeiten bringen, teilte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mit. „Unser Eindruck ist, dass Eltern und Einrichtungen sehr verantwortungsvoll mit der Notbetreuung umgehen und ihre Hygienekonzepte sehr umsichtig und konsequent umsetzen.“ Das Kultusministerium beabsichtige nicht, die Notbetreuung einzuschränken.

Nach dem Auftreten einer Virusmutation in einer Kita in Freiburg hatte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) Einschränkungen bei der Notbetreuung gefordert. Bisher dürfen Eltern, die beide berufstätig und am Arbeitsplatz unabkömmlich sind, ihre Kindern in die Notbetreuung schicken.

12.53 Uhr: Einreisesperre für Corona-Mutationsgebiete womöglich schon ab Samstag

Für Verbreitungsgebiete besonders gefährlicher Varianten des Coronavirus soll möglicherweise schon ab Samstag eine weitgehende Einreisesperre gelten. Das geht aus einem neuen Verordnungsentwurf hervor, mit dem sich am Freitag das Kabinett befasst und der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin ist eine Befristung bis zum 17. Februar vorgesehen. Ausnahmen sollen für Personen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland sowie für den Warenverkehr gemacht werden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte die neuen Einreiseregeln bereits am Donnerstag angekündigt. Nach derzeitigem Stand sollen sie für Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien gelten. Diese fünf Länder sind von der Bundesregierung bereits als sogenannte Virusvarianten-Gebiete eingestuft worden. Nach dem Entwurf für das Kabinett, an dem noch Änderungen möglich sind, sollen Fluggesellschaften sowie Bahn-, Bus- oder Schiffsunternehmen ab Samstag aus den genannten Gebieten keine Personen mehr nach Deutschland befördern dürfen. Ausnahmen werden nicht nur für den Frachtverkehr und die in Deutschland lebenden Menschen gemacht, sondern auch für die Beförderung von medizinischem Personal, Ambulanzflüge, den Transport von Transplantationsorganen und Beförderungen aus dringenden humanitären Gründen. Auch Transitpassagiere sollen ausgenommen werden, genauso wie Crews von Luftfahrzeugen und Schiffen.

11.47 Uhr: Leipziger Buchmesse fällt wegen Corona zum zweiten Mal in Folge aus

Wegen der anhaltenden Coronakrise wird die Leipziger Buchmesse zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Die pandemische Entwicklung und die damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen und Beschränkungen im Reiseverkehr machten eine weitere Planung für Teilnehmer und Organisatoren unmöglich, teilten die Organisatoren in Leipzig mit.

Ersatzweise soll es im Mai 2020 Livelesungen und digitale Verlagspräsentationen geben. Zusätzlich sind einige wenige ausgesuchte Präsenzveranstaltungen in der Stadt geplant. „Eine Veranstaltung mit mehr als hunderttausend Gästen kann unter Gewährleistung der Gesundheit und angesichts der aktuellen Rechtslage nicht stattfinden“, erklärte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner, in der sächsischen Stadt.

11.31 Uhr: Lehrer für Kinder mit Behinderungen werden bei Impfungen vorgezogen

Nach anhaltender Kritik am Gesundheitsschutz in Schulen für Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen werden die Lehrer und Mitarbeiter dieser Einrichtungen früher geimpft. „Die Impfreihenfolge wird sich ändern“, kündigte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) an.

Das Personal der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und den entsprechenden Schulkindergärten werde in der Impfstrategie des Landes bevorzugt behandelt und vorgezogen. Die Mitarbeiter betreuten und pflegten Kinder und Jugendliche mit einem hohen oder sehr hohen Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Corona-Infektion, sagte Eisenmann.

„Deshalb sollten sie auch bei den Impfungen wie Pflegekräfte in Behinderteneinrichtungen oder Pflegeheimen behandelt werden.“

10.44 Uhr: RKI in Sorge wegen Coronavirus-Varianten

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist weiterhin in Sorgen wegen der auch in Deutschland auftretenden Coronavirus-Varianten. "Es werden immer mehr Fälle und Ausbrüche gemeldet", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin.

Die Eigenschaften der Corona-Mutanten seien noch nicht vollständig bekannt. So sei unklar, ob sich bereits zuvor infizierte Menschen oder Geimpfte durch die neuen, zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien aufgetretenen Varianten anstecken können. Es sei davon auszugehen, dass es in kurzer Zeit zu mehr Fällen führen würde, wenn sich die noch ansteckenderen Varianten ausbreiten würden.

"Das müssen wir verhindern", sagte Wieler. Einen neuen starken Anstieg der Fallzahlen würde die Kliniken an die Grenze bringen. Bisher wurden die Virus-Mutanten laut Bundesgesundheitsministerium 150 Mal in Deutschland nachgewiesen.

Insgesamt sei Deutschland bei der Bekämpfung der Coronavirus-Ausbreitung "auf einem guten Weg", sagte Wieler.

10.35 Uhr: Spahn setzt auf Fortschritte bei Corona-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf weitere Fortschritte bei den schleppend angelaufenen Corona-Impfungen in Deutschland. „Der Start der Impfkampagne war schwierig“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Es habe weniger Impfstoff gegeben als aus EU-Bestellungen erwartet, Termin-Hotlines seien teils schwer erreichbar gewesen.

Alle Bundesländer machten bei Impfungen zunächst besonders verwundbarer Corona-Risikogruppen aber Fortschritte. Er könne Ungeduld verstehen, es stünden jedoch noch einige harte Wochen der Impfstoffknappheit bevor.

Für das Vertrauen der Bürger sei es wichtig, dass Bund und Länder an einem Strang ziehen, sagte Spahn mit Blick auf den Impfgipfel bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag. Dabei gehe es allerdings auch um eine realistische Einschätzung, was kurzfristig an Nachsteuerungen möglich sei.

10.28 Uhr: Ministerin Eisenmann wirbt um Verständnis: „Das Tempo macht Corona“

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Mutation in einer Kita in Freiburg und dem Verzicht auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen im Land hat Kultusministerin Susanne Eisenmann um Verständnis bei den Schulleitungen geworben. „Wir gehen davon aus, dass wir noch gemeinsam Geduld brauchen“, sagte die CDU-Politikerin bei einer Online-Tagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Es werde noch Wochen dauern, bis die von allen gewünschte Normalität zurückkehre.

„Das Tempo macht Corona - und nicht wir“, sagte Eisenmann. Am Vortag hatte die grün-schwarze Landesregierung entschieden, wegen der Mutation in einer Freiburger Kita auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen im Land zu verzichten. Kitas und Grundschulen bleiben zunächst bis nach den Faschingsferien, also bis zum 21. Februar, geschlossen.

Eisenmann hatte kurz vor der Entscheidung auf den Verzicht noch gewarnt, „vorschnelle Konsequenzen“ aus dem Freiburger Fall zu ziehen. Die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl am 14. März hatte massiv auf eine Öffnung zum 1. Februar gedrungen.

10 Uhr: Corona-Impfstoff von Novavax weist hohe Wirksamkeit auf

Ein Impfstoff-Kandidat des US-amerikanischen Herstellers Novavax hat laut vorläufigen Ergebnissen rund 90 Prozent Wirksamkeit gegen Covid-19 aufgezeigt. Das teilte das Unternehmen mit. Auch gegen die in Großbritannien zuerst entdeckte Mutation soll das Vakzin sehr gut wirken - weniger stark ist die Wirkung hingegen bei der südafrikanischen Variante.

Vorläufigen Ergebnissen aus einer Phase-III-Studie in Großbritannien zufolge habe der proteinbasierte Impfstoff NVX-CoV2373 eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent erzielt, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Diese Daten basieren jedoch lediglich auf 62 Infektionen. An der Studie sollen rund 15.000 Menschen im Alter von 18 bis 84 Jahren teilnehmen.

9.30 Uhr: Impfstoffstreit: Leyen weist Vorwürfe zurück und mahnt Astrazeneca

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die Corona-Impfstrategie der Europäischen Union verteidigt und den Hersteller Astrazeneca zu klaren Lieferzusagen gedrängt. „Was ich verlange, ist Transparenz und Planungssicherheit“, sagte von der Leyen im Deutschlandfunk.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern habe vor einer Woche sehr überraschend und ohne plausible Erklärung eine Lieferkürzung angekündigt. Dabei seien die Bestellungen der EU verbindlich und nicht mit Einschränkungen versehen. „Der Vertrag ist glasklar“, sagte von der Leyen. Um das zu zeigen, wolle man das Dokument an diesem Freitag veröffentlichen.

Angesichts der kurzen Entwicklungszeit der Impfstoffe binnen zehn Monaten während der Pandemie seien Startschwierigkeiten völlig nachvollziehbar. „Das ist in Ordnung“, sagte die Präsidentin der Europäischen Kommission. Doch wolle man eine Erklärung, so dass gemeinsam Lösungen gefunden werden könnten.

Vorwürfe an ihre Adresse wies von der Leyen zurück. Die EU-Kommission habe den Vertrag mit Astrazeneca rechtzeitig abgeschlossen. Dass Großbritannien früher bestellt habe, spiele für die Lieferpflichten des Unternehmens keine Rolle. „Das ist nicht wie beim Bäcker, wo man Schlange steht“, sagte sie.

Dass in Großbritannien inzwischen mehr als zehn Prozent der Bevölkerung einmal geimpft wurden, während es in Deutschland nur rund zwei Prozent sind, führte sie auf die genauere Prüfung des Impfstoffs durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA zurück. Man setze auch in dieser Notlage bewusst auf eine bedingte Marktzulassung statt nur eine Notzulassung, weil es „keine Abkürzung bei der Sicherheit“ geben dürfe. „Diese drei, vier Wochen muss man sich dann Zeit nehmen“, sagte von der Leyen.

Die EMA will heute ihre Empfehlung über die Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca abgeben. 

8.10 Uhr: 14.022 Corona-Neuinfektionen und 839 neue Todesfälle gemeldet

 Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.022 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 839 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI heute Morgen bekanntgab. Vergangenen Freitag hatte das RKI 17.862 Neuinfektionen und 859 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI bei 94,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder - am Donnerstag lag sie erstmals seit Ende Oktober unter 100.

Freitag, 29. Januar, 7.15 Uhr: Dritter Impfstoff: EMA entscheidet über Präparat von Astrazeneca

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) wird heute voraussichtlich die bedingte Zulassung des Impfstoffes des Herstellers Astrazeneca empfehlen. Dann muss nur noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte ebenfalls noch heute geschehen. Damit hätte die EU den dritten Impfstoff gegen Covid-19 - und das ungefähr ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Krise in Europa.

Bislang sind in der EU nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Gerade der Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca ist für viele EU-Staaten vielversprechend. Der Impfstoff, den der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hatte, wird bereits in großem Stil seit Januar in Großbritannien eingesetzt.

Vorteile des Präparates sind: Er ist vergleichsweise preiswerter als die beiden anderen und sehr viel handlicher gerade für Massenimpfungen. So muss er nicht tiefgefroren aufbewahrt werden. Doch es gibt Lieferprobleme, und unklar ist noch die Wirksamkeit bei Älteren. Beobachter rechnen damit, dass die EMA-Experten den Impfstoff vorerst nur für Personen von 18 bis 65 Jahren zulassen werden.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 28. Januar:

22.40 Uhr: FDP-Chef Lindner: Lehrer und Erzieher eher impfen

FDP-Chef Christian Lindner fordert, Beschäftigte im Bildungswesen früher gegen das Coronavirus zu impfen. „Bei der Impf-Priorisierung sollten Lehrer und Erzieher vorgezogen werden. Das sind ultra-systemrelevante Berufe. Die sollten früher ein Impfangebot bekommen als geplant“ sagte Lindner am Donnerstag dem Fernsehsender phoenix. Dies sei notwendig, um möglichst zeitnah Schulen und Kitas wieder zu öffnen. „Daran hängen die Bildungschancen der Kinder und die Betreuungssituation in den Familien.“

Lindner verlangte auch ein Öffnungskonzept für die Zeit nach dem Lockdown. „Zum jetzigen Zeitpunkt zu öffnen, ist zu früh. Aber wir brauchen die Perspektive.“ Schleswig-Holstein habe mit einem Plan diese Woche vorgemacht, wie eine Öffnung aussehen könnte - zunächst Kitas und Schulen, dann Handel und Gastronomie, später das ganze Land. „Daran sollte sich das Kanzleramt orientieren. Einen solchen Fahrplan braucht Deutschland - besser gestern als heute.“

22.02 Uhr: Inzidenzwert im Südwesten nochmals gesunken - 1619 neue Infektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in Baden-Württemberg ist nochmals etwas gesunken. Der sogenannte Inzidenzwert lag am Donnerstag (Stand: 16.00 Uhr) bei 75,6, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Am Vortag waren es 78,9.

1619 Neuinfektionen kamen seit Mittwochnachmittag hinzu. Damit gibt es nun 290 410 bestätigte Fälle im Südwesten. Die Zahl der Todesfälle stieg um 83 auf 6947. Als genesen gelten 255 138 Menschen.

Der Landkreis Emmendingen, der Hohenlohekreis und der Stadtkreis Baden-Baden lagen weiter unter der Marke von 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, der Landkreis Rastatt unter der 50er-Marke. Der Landkreis Tübingen rutschte wieder über die 50. Über 100 liegen sechs Land- und Stadtkreise.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 434 Covid-19-Patienten im Südwesten derzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wie das Amt weiter berichtete. 255 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 87 Prozent der 2430 betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

198 902 Menschen haben laut Robert Koch-Institut eine erste Dosis der Corona-Impfung erhalten, 43 654 auch eine zweite Dosis. Das sind 8953 Erstimpfungen und 4829 Zweitimpfungen mehr als am Vortag

20.54 Uhr: Dänemark verlängert Lockdown bis Ende Februar  Britische Coronavirus-Variante breitet sich stark aus

Die dänische Regierung hat den Lockdown wegen der Corona-Pandemie bis Ende Februar verlängert. Damit bleiben die Schulen und die meisten Geschäfte noch bis zum 28. Februar geschlossen, wie Regierungschefin Mette Frederiksen am Donnerstag ankündigte. In den Grundschulen soll möglicherweise eher wieder Unterricht möglich sein, ein Datum nannte Frederiksen aber noch nicht.

Bereits seit Mitte Dezember sind in Dänemark die Schulen sowie Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte geschlossen. Die Infektionszahlen gingen daraufhin zurück. Am Donnerstag wurden in dem 5,8-Millionen-Einwohner-Land nur noch 668 Neuinfektionen verzeichnet - das waren sechs Mal weniger als Mitte Dezember.

Die Regierung mahnt aber weiter zur Vorsicht, weil sich die hoch ansteckende Coronavirus-Variante aus Großbritannien zuletzt stark ausgebreitet hat. Die Virus-Variante B.1.1.7 wurde in der Woche vom 18. bis 26. Januar bei 13,5 Prozent aller positiven Tests festgestellt. Frederiksen sprach von einer „besorgniserregenden Entwicklung“.

19.40 Uhr: 115 Fälle mit Coronavirus-Mutation im Südwesten

In Baden-Württemberg sind bislang 115 Fälle von Coronavirus-Mutationen entdeckt worden. Sie verteilen sich auf 25 Stadt- und Landkreise, wie das Landesgesundheitsamt auf Anfrage mitteilte. 38 der 115 Fälle stehen demnach in Zusammenhang mit einer Auslandsreise. Die übrigen wurden den Angaben zufolge bei Stichprobenuntersuchungen unter positiv getesteten Proben ermittelt. In 52 Fällen handelt es sich um die Virusvariante B.1.1.7 aus Großbritannien, in 19 um die südafrikanische Variante B.1.351. Bei den übrigen Proben ist die Mutation bereits nachgewiesen, eine genaue Typisierung steht laut Landesgesundheitsamt aber noch aus.

18.18 Uhr: Kitas und Schulen bis Fasnet dicht - Kretschmann wirbt um Verständnis

Nach dem Ausbruch einer mutierten Coronavirus-Variante in einer Freiburger Kita verzichtet Baden-Württemberg auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) entschied, den Corona-Lockdown auch in Kitas und Schulen bis Mitte Februar fortzusetzen. „Die Diskussionen um weitere Lockerungen sind erstmal gegenstandslos geworden“, sagte der Grünen-Politiker. Kitas und Grundschulen blieben zunächst bis nach den Fastnachtsferien, also bis zum 21. Februar, geschlossen.

Bei 18 Kindern und Erziehern aus der Freiburger Kita Immergrün wurde die Corona-Mutante inzwischen nachgewiesen. Kretschmann warb um Verständnis für die kurzfristige Absage. „Es tut mir wirklich außerordentlich leid, dass wir unseren Plan, die Kitas und Grundschulen zu öffnen, jetzt nicht umsetzen können.“ Nach dem Ausbruch der Corona-Mutation in der Kita sei das Risiko einfach zu groß. „Ich sehe, was das an Belastung für die Familien und die Kleinen bringt.“ Er wisse, dass sich die Menschen über sprunghafte Entscheidungen der Politik ärgerten. Aber: „Pandemien sind einfach nicht die Zeit der Verlässlichkeit“, sagte Kretschmann. „Ich bitte weiter einfach um ihr Vertrauen.“

17.45 Uhr: Nach Öffnungsentscheidung: GEW fordert Planungssicherheit

Nach der erneut verschobenen Öffnung von Kitas und Grundschulen wegen Corona fordert die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft Konzepte für die Erziehung und den Unterricht bis zu den Sommerferien. „Insgesamt wäre es für alle Beteiligten einfacher, wenn die Schulen mehr Planungssicherheit bekommen würden“, sagte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Ricarda Kaiser im Vorfeld der Schulleitungs-Tagung ihres Verbandes in Stuttgart. Das fortwährende Erstellen neuer Stundenpläne, Hygiene- und Raumkonzepte sowie Organisationsstrukturen sei für alle anstrengend und zermürbend.

An der Online-Tagung am Freitag (8.45 Uhr) nehmen laut GEW rund 350 Schulleitungen aller Schularten aus ganz Baden-Württemberg teil. Unter anderem wird die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann erwartet. Die CDU-Politikerin und Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der Landtagswahl im März steht seit Monaten in der scharfen Kritik von Eltern und Gewerkschaften.

17.25 Uhr: Arzneimittelrechtliche Erlaubnis für Biontech-Werk erteilt

Das Mainzer Unternehmen Biontech hat auch die arzneimittelrechtliche Erlaubnis zur Herstellung von Corona-Impfstoff in seinem Werk im hessischen Marburg erhalten. Das teilte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mit. Vor zwei Wochen hatte Biontech bereits die Genehmigung zum Betrieb seiner Anlage für die Produktion des Mittels bekommen - in dem Fall war das RP Gießen zuständig.

Nach Angaben eines Sprechers der Darmstädter Behörde steht noch ein weiterer formaler Schritt an: Um den in Marburg hergestellten Impfstoff in der Europäischen Union vermarkten zu können, sei noch eine Genehmigung der EU-Arzneimittelagentur EMA nötig. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden. Als Gesamtmenge einer Jahresproduktion streben die Mainzer nach eigenen Angaben hier 750 Millionen Dosen an.

In Marburg sollen drei der vier nötigen Produktionsschritte erfolgen. Biontech hatte das Werk vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen.

16.23 Uhr: Kretschmann verzichtet auf frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen

Baden-Württemberg verzichtet nach dem Ausbruch der Corona-Mutation in einer Freiburger Kita auf eine frühere Öffnung von Kitas und Grundschulen. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Stuttgart aus Regierungskreisen erfuhr, hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) entschieden, den Corona-Lockdown auch in Kitas und Schulen bis zum 14. Februar fortzusetzen. Bei dem Ausbruch in der Kita hatten sich mindestens 18 Kinder und Erzieherinnen und Erziehern mit der neuen Coronavariante angesteckt.

15.50 Uhr: Baldige Öffnung von Kitas und Grundschulen unwahrscheinlich

Bei dem Ausbruch einer neuen Coronavirus-Variante in einer Freiburger Kita haben sich deutlich mehr Menschen angesteckt als bisher bekannt. Bei 18 Kindern und Erzieherinnen und Erziehern aus der Kita Immergrün sei eine mutierte Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald am Donnerstag in Freiburg mit.

Es stehen noch weitere sieben Überprüfungen aus. Inzwischen gelten elf Kinder und 14 Erzieher aus der Kita als Corona-Fälle. Das ist ein Kind mehr als nach den Angaben vom Mittwoch. Hinzu kämen neun enge Kontaktpersonen. Mit dem stärkeren Ausbruch wird eine baldige landesweite Öffnung von Kitas und Grundschulen unwahrscheinlicher. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Mittwoch die Entscheidung für die Lockerung wegen des Auftretens des Mutanten in der Kita verschoben.

Heute stritten sich Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) darüber, welche Konsequenzen aus dem Fall gezogen werden müssen.

15.41 Uhr: Seehofer will Schleierfahndung offenbar massiv ausweiten

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will neben Grenzschließungen für Reisende aus Mutationsgebieten offensichtlich auch die Kontrolle des übrigen Reiseverkehrs massiv verstärken. „Wir wollen einen Virus-Abhalt. Und dazu müssen wir manche Flugbewegungen, Reisebewegungen in der Tat einschränken“, sagte Seehofer. Dazu solle es Kontrollen an Flughäfen geben, aber vermehrt auch auf der Straße und in der Bahn.

Es gehe nicht um das Verbot von Reisen, hob Seehofer hervor, „sondern es geht um Maßnahmen, wie wir ein hochinfektiöses Virus in Deutschland verhindern können“. Einreisen würden zwar weiter zugelassen, aber „das wird dann geregelt über Schleierfahndung“. „Hinter der Grenze winkt dann die Polizei die Fahrzeuge heraus und kontrolliert, ob sie berechtigt sind“, zum Beispiel weil für sie Ausnahmeregeln gelten, sagte der Innenminister. Nicht zugelassen seien allerdings etwa touristische Reisen oder Shoppingtouren.

14.50 Uhr: Biontech/Pfizer: Wohl kein neuer Impfstoff gegen Varianten nötig

Der Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer dürfte nach Herstellerangaben auch vor den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virusvarianten schützen. „Diese Ergebnisse deuten nicht auf die Notwendigkeit eines neuen Impfstoffs gegen die neu auftretenden Varianten hin“, erklärten die beiden Firmen zu einer Studie. Sie konnten im Labor zeigen, dass der Impfstoff eine neutralisierende Antikörperantwort gegen solche Sars-CoV-2-Viren auslöst, die Schlüsselmutationen der Varianten aus Großbritannien und Südafrika tragen. Die Studie wurde bislang jedoch nicht von externen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

In der Untersuchung von Pfizer und der University of Texas Medical Branch wurde auch festgestellt, dass Geimpfte gegen die Variante aus Südafrika aber offenbar eine etwas schwächere Immunantwort aufbauen. „Die bisher beobachteten kleinen Unterschiede in der Virusneutralisation zwischen den Virusvarianten führen vermutlich nicht zu einer signifikant verringerten Wirksamkeit des Impfstoffs“, erklärten die Hersteller.

14.30 Uhr: Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger

Hartz-IV-Empfänger sollen je zehn kostenlose FFP2-Masken bekommen. Hintergrund sind neue Corona-Schutzmaßnahmen für Busse, Bahnen und beim Einkaufen. Nach einem Bund-Länder-Beschluss vom 19. Januar sollen selbstgenähte Behelfsmasken oder Tücher nicht mehr erlaubt sein, stattdessen müssen FFP2-Masken oder die günstigeren OP-Masken getragen werden.

Wie Sozialminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin mitteilten, sollen rund fünf Millionen Bezieher von Grundsicherung jeweils zehn FFP2-Masken bekommen.  Dafür würden die Betroffenen ein Schreiben von ihrer Krankenversicherung bekommen. Mit diesem und dem Personalausweis könnten die Masken dann bei der Apotheke abgeholt werden.

„Es ist wichtig, dass wir in dieser Situation die gesamte Gesellschaft im Blick haben“, sagte Heil. Menschen in Grundsicherung hätten keine Reserven.

14 Uhr: Stiko: Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

Der Astrazeneca-Impfstoff soll nach einer Empfehlung der deutschen Impfkommission im Gegensatz zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden. In der am Donnerstag veröffentlichten Empfehlung der Ständigen-Impfkommission des Robert-Koch-Instituts heißt es, das Astrazeneca-Präparat solle in den einzelnen Stufen, die die Priorisierung festlegen, "jeweils nur den Personen angeboten werden, die 18-64 Jahre alt". Zuvor hatte es Berichte über eine geringere Wirksamkeit des Präparats gegeben.

13.52 Uhr: Gesundheitsamt: Bei 18 Betroffenen aus Freiburger Kita Corona-Mutation gefunden

Bei 18 Kindern und Erziehern aus der Freiburger Kita Immergrün ist nach Angaben des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald eine mutierte Variante des Coronavirus nachgewiesen wurden. Hinzu kämen neun enge Kontaktpersonen, sagte Gesundheitsamtsleiter Oliver Kappert. Hintergrund ist demnach, dass Labore seit einigen Tagen im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums positive Corona-Proben grob auf eine bestimmte Virusmutation untersuchen.

Diese komme bei den Varianten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien vor. An welchem Typ die Betroffenen aus der Kita erkrankt seien, sei noch unklar. Inzwischen gelten elf Kinder und 14 Erzieher aus der Kita als Corona-Fälle. Das ist ein Kind mehr als nach Angaben vom Mittwoch.

13.31 Uhr: Luftfahrtbranche sieht jeden vierten Arbeitsplatz als gefährdet an

Der starke Rückgang des Luftverkehrs gefährdet aus Branchensicht zahlreiche Arbeitsplätze. Von den bundesweit rund 255.000 Arbeitsplätzen bei Fluggesellschaften, Flugsicherung und an Flughäfen drohten in den nächsten Jahren 60.000 wegzufallen, schätzte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft am Donnerstag auf Grundlage von Unternehmensangaben.

Bislang hätten Kurzarbeit und Krisenpakete mit den Gewerkschaften Massenentlassungen verhindert. 60 bis 70 Prozent der Branchenbeschäftigten seien in Kurzarbeit. Die Branche geht davon aus, dass in Deutschland erst 2025 wieder so viele Menschen in Flugzeuge steigen wie vor der Corona-Krise.

13.11 Uhr: Lucha gegen Eisenmann - Streit um Schulöffnung und Notbetreuung

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hält angesichts der Virusmutation bei zwei Kindern in einer Freiburger Kita die Öffnung von Kitas und Schulen im Land derzeit nicht für machbar. Bei SWR Aktuell forderte der Grünen-Politiker stattdessen, dass jetzt die Notbetreuung von Kindern „nochmal runtergefahren wird. Dass die Betreuung der Kinder über Homeschooling im Primarbereich nochmal besser wird“.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hielt dagegen und forderte das Gesundheitsministerium und das Landesgesundheitsamt auf, den genauen Sachverhalt bei der Kita in Freiburg zunächst „lückenlos“ aufzuklären. „Erst danach kann die Gesamtsituation bewertet und über das weitere Vorgehen beraten werden“, sagte die CDU-Politikerin.

12 Uhr: Rheinland-Pfalz verschiebt Schulstart wegen Virusmutationen in Baden-Württemberg

Wegen Virusmutationen im Nachbarland Baden-Württemberg will Rheinland-Pfalz den Start des ab Montag geplanten Wechselunterrichts an Grundschulen verschieben. "Da die Art und die Bedeutung dieser Virusvarianten im Moment nicht bekannt sind, haben uns die Experten zunächst zur Vorsicht bei weiteren Öffnungen geraten", erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Donnerstag. Der Distanzunterricht für Grundschüler werde daher zunächst fortgesetzt. Sobald "generell belastbare" Informationen vorlägen, könne die Situation neu bewertet werden. Die Notbetreuung werde unter den geltenden Hygienekonzepten weiter angeboten. Für den Kitabereich kündigte die Ministerin "erweiterte Testmöglichkeiten" an.

11.25 Uhr: Seehofer will Einreise aus Mutationsgebieten untersagen

Die Bundesregierung plant nach Angaben von Innenminister Horst Seehofer (CSU), die Einreise aus Ländern mit einem starken Vorkommen der mutierten Coronavirus-Varianten zu untersagen. Betroffen davon wären vorerst Großbritannien, Portugal, Südafrika und Brasilien, sagte Seehofer am Donnerstag in Berlin. Derzeit würden mit anderen Ministerien noch Ausnahmen für bestimmte Gruppen diskutiert. Dazu könnten nach Seehofers Meinung deutsche Staatsbürger und Menschen gehören, die im Güterverkehr arbeiten.

Seehofer machte klar, dass Deutschland angesichts der Gefährdung der Bevölkerung mit den Beschränkungen nicht auf die EU warten werde. "Wir können (...) nicht damit rechnen, dass es jetzt in absehbarer Zeit zu einer europäischen Lösung kommt, die auch unseren Vorstellungen entspricht", sagte er vor Beratungen mit seinen EU-Kollegen in einer Video-Konferenz. "Und deshalb bereiten wir das jetzt national vor."

10.46 Uhr: Corona-Ausbruch mit Virusvarianten in Schweizer Schule

Im Schweizer Wintersportort Arosa gilt nach dem Auftauchen der neuen Coronavirus-Varianten ab sofort Maskenpflicht auf dem gesamten besiedelten Gemeindegebiet. Das Skigebiet bleibt zwar offen, aber die Skischulen werden vorerst geschlossen, und die Verbindung zum Skigebiet Lenzerheide wurde gesperrt, wie der Kanton am Mittwochabend mitteilte.

Mindestens 14 Personen in der Ortsschule hatten sich demnach mit einem mutierten Virus infiziert. Um welche der Virusvarianten es sich konkret handelte, teilten die Behörden nicht mit. In der Schweiz waren Anfang der Woche schon mehr als 520 Fälle der in Großbritannien zuerst aufgetauchten Variante entdeckt worden. Schweizer Experten befürchten eine Verdoppelung der Zahl der Infizierten jede Woche. In Arosa sollen Freitag und Samstag nun PCR-Massentests durchgeführt werden. „Das Gesundheitsamt empfiehlt der Bevölkerung und den Gästen von Arosa dringend, an diesem Test teilzunehmen“, hieß es. Schulen und Kindertagesstätten wurden bis 6. Februar geschlossen.

9.58 Uhr: Biontech-Vakzin gegen wichtigste Virus-Mutanten wirksam

Der Impfstoff von Biontech ist gegen die wichtigsten in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Coronavirus-Mutanten wirksam. In-Vitro-Tests hätten gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs für diese Varianten des Coronavirus nicht notwendig sei, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Virus-Varianten würden jedoch weiterhin auf mögliche Resistenzen gegen den Impfstoff beobachtet. Die Unternehmen untersuchten demnach verschiedene Coronavirus-Varianten mit unterschiedlichen Mutationen. Bei der Neutralisierung der südafrikanischen Variante mit drei Mutationen traten im Vergleich zu den anderen untersuchten Varianten "geringe Unterschiede" auf. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass diese "zu einer signifikanten Verringerung der Wirksamkeit" des Impfstoffs führten, teilten die Unternehmen mit.

9.48 Uhr: Spahn zeigt sich offen für Impfgipfel

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für ein von mehreren SPD-Politikern geforderten Impfgipfel offen gezeigt. Im Norddeutschen Rundfunk schlug Spahn am Donnerstag ein gesondertes Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder vor. Ob es Impfgipfel heißen solle, lasse er dahingestellt. Inhaltlich müsse es um das weitere Vorgehen gegen die Pandemie gehen. An dem Treffen sollten auch Vertreter der Pharmahersteller teilnehmen.

Bund und Länder sollten nicht weiteres Vertrauen verspielen, warnte Spahn. Dies geschehe aber, wenn dauerhaft gestritten werde. Mehrere SPD-Politiker hatten zuvor einen Impfgipfel ins Gespräch gebracht. Dazu gehörten die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sowie die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Michael Müller und Dietmar Woidke. Sie kritisierten unter anderem die Lieferprobleme bei den Präparaten.

9.13 Uhr: 7-Tage-Inzidenz in Deutschland erstmals seit Ende Oktober unter 100

Erstmals seit Ende Oktober liegt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) unter der Schwelle von 100. So wurden in Deutschland binnen einer Woche 98 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an die Gesundheitsämter übermittelt, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete. Damit hat sich die Zahl der innerhalb von 7 Tagen gemeldeten Neuinfektionen seit dem Höchststand kurz vor Weihnachten - die 7-Tage-Inzidenz lag am 22. Dezember bei 197,6 - in etwa halbiert. Das politische Ziel ist eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI am Donnerstag 17.553 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Außerdem wurden mehr als 900 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.178.828 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28. Januar, 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 54.913.

8.28 Uhr: Komplizierte Impf-Hotline - Lucha verschickt sechs Millionen Briefe

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will sechs Millionen Briefe an die Baden-Württemberger verschicken, um zu erklären, wie die Impf-Hotline funktioniert. Über die Nummer 116117 werde man zunächst mit einem Sprachcomputer verbunden, der mit Zahlen gefüttert werden müsse, erklärte Lucha der „Bild“ am Donnerstag. „Das ist kompliziert. Wir verschicken deshalb zusätzlich an rund sechs Millionen Haushalte einen Informationsbrief, in dem erklärt wird, wie man über die Hotline Termine vereinbart.“ Die Briefe würden voraussichtlich am Freitag rausgehen, kündigte Lucha an.

Der Minister verteidigte die Impfstrategie des Landes. Dass das Impfen so langsam vorangehe, begründete er vor allem damit, dass viel weniger Impfstoff zur Verfügung stehe als erwartet. „Es tut einem im Herzen weh, die große Impf-Bereitschaft in der Bevölkerung nicht besser zufriedenstellen zu können.“

Donnerstag, 28. Januar, 7.20 Uhr: Bundesregierung denkt über Einreiseverbote aus Ländern mit Virus-Mutanten nach

Nach „Spiegel“-Angaben plant die Bundesregierung ein Einreiseverbot aus Ländern mit hoher Verbreitung von Corona-Mutanten. Eine Vorlage für eine entsprechende Verordnung befinde sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein entsprechender Beschluss derzeit abgestimmt wird. Wie auch die „Bild“ berichtete, geht es um Einreisesperren für Flüge aus Ländern, in denen es bereits Virus-Mutationen gibt, wie etwa Südafrika.

Der Innenexperte der FDP im Bundestag, Stephan Thomae, sagte der „Augsburger Allgemeinen“, Überlegungen für weitreichende Reisebeschränkungen seien ein Ausdruck von „Regierungsversagen.“ „Das Coronavirus und seine Mutanten sind höchst gefährlich, nichtsdestoweniger sind wir nicht im Krieg.“ Er forderte, mehr Corona-Schnelltests an den Landesgrenzen und Flughäfen anzubieten.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 27. Januar:

21.40 Uhr: Virusmutation in Kita - Kretschmann vertagt geplante Lockerung

Fast täglich hat Grünen-Regierungschef Kretschmann vor den neuen Virusvarianten gewarnt. Trotzdem wollte er eine Lockerung für Kitas und Grundschulen durchdrücken - im Sinne der Kleinsten. Doch jetzt ist eine Mutation in einem Kindergarten in Freiburg aufgetaucht.

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Freiburger Kita verzichtet die Regierung in Baden-Württemberg zunächst auf eine landesweite Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen. Zwei Kinder aus der Notbetreuung seien mit einer Virusmutation infiziert, zudem hätten sich mehr als 20 Kinder und Mitarbeiter der Einrichtung mit dem Coronavirus angesteckt, teilte Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart mit. Geklärt werden müsse noch, ob es sich ebenfalls um die neuen Virusvarianten handele. „Sollte sich der Mutant schon jetzt bei uns breit machen, müssten wir uns dieser neuen Lage stellen“, sagte Kretschmann. Dann müsse die Frage einer Öffnung von Grundschulen und Kitas neu bewertet werden.

20.58 Uhr: Britische Reiserückkehrer aus Hochrisikogebieten müssen in Hotel-Quarantäne

Britische Reiserückkehrer, die aus Corona-Hochrisikogebieten eintreffen, müssen sich zukünftig für zehn Tage in eine Hotel-Quarantäne begeben. Das kündigte Innenministerin Priti Patel am Mittwoch im Parlament in London an, ohne zunächst ein Datum für das Inkrafttreten dieser Regelung zu nennen. Zu den Hochrisikogebieten werden 22 Länder gerechnet, darunter Portugal und Südafrika.

Die Regelungen beziehen sich auf Länder, in denen neu entdeckte Corona-Mutanten in Umlauf sind. Für Menschen ohne britische Staatsbürgerschaft ist die Einreise aus diesen Ländern bereits untersagt. Die zehntägige Quarantäne im Hotel koste zurückkehrende Briten umgerechnet rund 1700 Euro, berichteten Londoner Medien. Mahlzeiten sollen dabei vor die Zimmertür geliefert werden und der gesamte Aufenthalt werde von Sicherheitskräften überwacht.

19.46 Uhr: Mitarbeiter ohne Symptome brachte wohl Virus in Freiburger Kita

Der Corona-Ausbruch in der Freiburger Kita Immergrün geht nach Erkenntnissen der Diakonie Baden auf einen Erzieher zurück, der zunächst keine Symptome hatte. „Als er unter Geschmacksverlust litt und sich sofort testen ließ, hatte er das Virus schon weitergegeben“, teilte ein Sprecher in Karlsruhe mit. In der Kita seien die sechs Gruppen getrennt.

Alles spreche aber dafür, dass über Kontakte im Privaten dann das Virus auch auf Mitglieder anderer Gruppen übertragen worden sei, sagte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das Gesundheitsamt habe das Hygienekonzept der Kita „als ordnungsgemäß und gut gewürdigt“.

14 Erzieher und Erzieherinnen sowie 10 Kinder aus der Kita haben sich womöglich mit einer mutierten Variante des Coronavirus infiziert. Zwei Kinder davon seien schon positiv darauf getestet worden, sagte der Sprecher. „Die Krankheitsverläufe waren allesamt moderat.“ Vier der sechs Gruppen seien in Quarantäne.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann hat sich von den Fällen einer neuen Virusmutation in einer Freiburger Kita „völlig überrascht“ gezeigt. Der Fall „hat uns vor eine völlig neue Situation gestellt“, sagte die CDU-Politikerin in Stuttgart bei einer Online-Veranstaltung der Landes-CDU mit dem Titel „Eisenmann will's wissen“.

18.44 Uhr: Biontech möchte "mehr als 100 Prozent" der versprochenen Impfdosen liefern

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech will der EU möglichst mehr von seinem Produkt liefern als eigentlich geplant. "Natürlich arbeiten wir daran, die Lieferverringerung bei den Ampullen auch wieder auszugleichen und im ersten Quartal sogar mehr als 100 Prozent der Dosen zu liefern", sagte Finanzvorstand Sierk Poetting. Wegen Umbaumaßnahmen in einem belgischen Werk liefern Biontech und sein US-Partner Pfizer derzeit weniger Impfstoff an die EU als vorgesehen.

Die Gesamtmenge der Lieferungen im ersten Quartal soll aber gleich bleiben. Poetting bekräftigte das Ziel, "alle der EU zugesagten Impfstoffdosen auszuliefern und gleichzeitig die Produktionskapazitäten auszubauen". Biontech tue "alles, um die EU bestmöglich zu versorgen". "Um die Situation zu begreifen, muss man wissen: Wir liefern aufgrund der Dringlichkeit und der Nachfrage immer alles weltweit aus, was da ist", erläuterte Poetting die Lage.

"Wir haben vorproduziert, auf eigenes Risiko, bevor es eine Zulassung gab. Wir haben aber keinen Puffer, mit dem man Schwankungen ausgleichen könnte." So könnten dann "sieben Tage Umbauten eben eine Lücke von sieben bis zehn Millionen Dosen bedeuten". Der Umbau des belgischen Werks soll mittelfristig eine deutlich höhere Produktionskapazität ermöglichen.

18.22 Uhr: Wegen Impfstoff-Streits der EU mit Astrazeneca droht Krach mit Großbritannien

Der Streit der EU mit dem Pharma-Unternehmen Astrazeneca wegen Lieferengpässen bei seinem Corona-Impfstoff droht die Beziehungen Brüssels mit Großbritannien zu belasten. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides forderte eine Bereitstellung des Astrazeneca-Vakzins für die EU aus zwei britischen Produktionsstätten, die bislang vor allem Großbritannien beliefern. Die Regierung in London bestand darauf, dass sich an der Menge der für Großbritannien bestimmten Impfstoffdosen nichts ändern könne.

Astrazeneca hatte vergangene Woche bekanntgegeben, der EU wegen Produktionsproblemen in einem Werk in Belgien in nächster Zeit deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Zunächst war von einer Verringerung um 60 Prozent im ersten Quartal die Rede gewesen. Ein EU-Vertreter sprach nun von 75 Prozent. Brüssel stört besonders, dass Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin ungekürzte Mengen erhalten.

17.31 Uhr: Fünf bestätigte Infektionen mit mutiertem Coronavirus im Landkreis Waldshut

Die Charité in Berlin hat bei fünf Proben aus dem Landkreis Waldshut Variationen des Coronavirus nachgewiesen. Um welche Form der Mutation es sich handelt, steht laut Landratsamt Waldshut noch nicht fest. Die Fälle sollen unter einander nicht in einem Zusammenhang stehen.

17.07 Uhr: Regierung äußert Bedauern über Vertagung der Schul-Entscheidung

Die Landesregierung hat ihr Bedauern darüber geäußert, dass sich die Entscheidung zur Schulöffnung weiter verzögert. „Wir wären sehr froh gewesen, wenn wir heute hätten verkünden können, dass unsere Kleinsten wieder in Betreuung gehen können, zusammen mit anderen Kindern“, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet dem SWR.

Es sei der Wunsch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) gewesen, Präsenzunterricht wieder zu ermöglichen - wenn auch in halbierten Klassen und mit reduzierten Unterricht. Aber Kretschmann habe immer deutlich gemacht, dass diese Entscheidung nicht pandemieunabhängig gefällt werden könne. Angesichts neuer Fälle von Virusmutationen müsse die Entscheidung nun überdacht werden, sagte Hoogvliet.

Man müsse nun die Ergebnisse des Labors abwarten. Ursprünglich wollten Kretschmann und Eisenmann an diesem Mittwoch die Entscheidung verkünden, dass Kitas und Grundschulen schrittweise wieder geöffnet werden sollen.

17 Uhr: 53 Corona-Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland behandelt

Während der zweiten Corona-Welle seit dem Herbst sind inzwischen 53 Patienten aus anderen EU-Ländern in Deutschland behandelt worden. 31 davon kamen aus Belgien, 14 aus den Niederlanden und 8 aus Frankreich, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amt bekanntgab.

Währen der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr wurden insgesamt 232 Intensivpatienten aus dem besonders stark betroffenen Italien, den Niederlanden und Frankreich in deutsche Krankenhäuser gebracht.

15.45 Uhr: Altmaier warnt vor öffentlicher Debatte über Corona-Lockerungen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat vor einer öffentlichen Debatte über Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. Es wäre das „falsche Signal“, nun öffentlich über Lockerungen zu spekulieren und Erwartungen zu setzen, die die Bekämpfung der Pandemie eher erschwerten, sagte Altmaier in Berlin bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts.

Es gebe im wöchentlichen Schnitt pro Tag immer noch an die 15.000 Neuinfektionen. Man brauche Geduld. Hintergrund ist, dass etwa Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erste Lockerungen der aktuell strengen Corona-Schutzvorkehrungen unter Bedingungen in Aussicht gestellt hat. Bei dauerhaft weniger als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche sollten zunächst Schulen und Kitas wieder stärker öffnen.

14.44 Uhr: Virusmutation in Kita nachgewiesen: Baden-Württemberg verschiebt Entscheidung zu Öffnungen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat überraschend doch keine Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten verkündet. Das auf 14.30 Uhr angesetzte Statement des baden-württembergischen Landeschefs entfiel kurzfristig. Der Grund dafür sind Infektionsfälle in einer Freiburger Kindertagesstätte, bei denen eine mutierte Virusform gefunden wurde. Insgesamt 23 Fälle sollen nun untersucht werden.

Das Land möchte bald über das weitere Vorgehen entscheiden, einen genauen Zeitplan nannte das Staatsministerium noch nicht. Bis heute Morgen hatte vieles darauf hin gedeutet, dass das Land ab Montag, 1. Februar, Kindertagesstätten ganz und Grundschulen teilweise wieder öffnen wird.

Insgesamt sind acht neue Fälle von Virusmutationen im Südwesten bekannt geworden.

14.24 Uhr: 500 Millionen Euro für Lehrerlaptops können fließen

Fünf Monate nach der Verabredung in der großen Koalition zur Bereitstellung von 500 Millionen Euro für die Anschaffung von Lehrerlaptops kann das Geld nun offiziell fließen. Alle unter der entsprechenden Bund-Länder-Vereinbarung notwendigen Unterschriften aus den Bundesländern liegen nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) vor.

Mit ihrer Unterschrift könne die Vereinbarung nun in Kraft treten, teilte die Ministerin in Berlin mit. Hintergrund für das komplizierte Verfahren ist der Bildungsföderalismus. Für Bildung und Schulen sind die Länder jeweils selbst zuständig. Der Bund darf eigentlich nicht mitreden und einfach Geld zuschießen, weshalb erst sogenannte Verwaltungsvereinbarungen zwischen Berlin und allen 16 Ländern ausgehandelt werden müssen. Karliczek sprach von einem wichtigen und guten Signal für die Schulen.

„Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn das Ganze ein bisschen schneller gegangen wäre“, sagte Karliczek weiter. Sie wies aber auch darauf hin, dass es für die Bundesländer schon vor Inkrafttreten der Vereinbarung möglich gewesen sei, Laptops anzuschaffen und die Kosten später über das Bundesprogramm abzurechnen. Das sei auch in einigen Bundesländern schon geschehen. Zahlen, wie viele Geräte bereits in den Ländern gekauft wurden, liegen dem Bundesbildungsministerium nach ihren Angaben nicht vor.

13.31 Uhr: Bei Corona-Amtshilfe sollen auch Zusatzkosten frei sein

Die Bundesregierung will Landkreise und Kommunen bei Amtshilfe in der Corona-Pandemie von zusätzlichen Kosten befreien. Beim Einsatz von Soldaten und anderen Bundesbehörden sollen auch sogenannte Auslagen wie Dienstreisen oder Übernachtungskosten nicht in Rechnung gestellt werden. Einen entsprechenden Vorschlag des Verteidigungsministerium beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin sagte.

Die Regelung soll demnach im Zeitraum seit März 2020 und bis Ende dieses Jahres gelten. Der Schritt betrifft vor allem den Hilfseinsatz von Soldaten, die nun auch verstärkt für Corona-Schnelltests vor Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat wiederholt betont, dass für die Corona-Hilfe keine Rechnungen geschrieben werden.

12.51 Uhr: Kretschmann wehrt sich: Bei Corona-Regeln keine „Schurken“ am Werk

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich in einer Talkrunde über Kritik an der angeblichen Uneinigkeit der Regierungschefs in der Corona-Krise aufgeregt. „Man muss doch nicht bei jeder kleinen Abweichung so tun, als seien da Schurken am Werk“, rief der 72-jährige Grünen-Politiker am Dienstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“, bei der er zugeschaltet war.

In den meisten und wichtigsten Fragen seien die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) doch stets zusammengeblieben. „Es waren immer ganz kleine Abweichungen - ich weiß nicht, warum man das so aufbauscht“, beklagte Kretschmann. Die Kritik folge einem „Klischee“. Der einzige grüne Regierungschef verteidigte auch seine Strategie, Kitas und Grundschulen im Land vom kommenden Montag schrittweise wieder öffnen zu wollen.

„Es geht nur um Grundschulen, alle anderen bleiben geschlossen.“ Bei den weiterführenden Schulen seien sich alle Länder einig. „Wir sollten nicht ewig so tun, als seien Grundschulen und Kindergärten das Problem dieser Pandemie“, verteidigte er sein Öffnungskonzept.

11.46 Uhr: Eisenmann will Lehrer früher impfen lassen

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Lehrer und Erzieher früher zu impfen. "Für mich spricht einiges dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer schneller geimpft werden, als die Pläne es derzeit vorsehen", sagte Eisenmann der Wochenzeitung "Die Zeit" laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Dies gelte gleichermaßen für Erzieherinnen und Erzieher.

Eisenmann sprach sich außerdem für eine rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Schulen aus. Nach dem ersten Lockdown sei es Konsens gewesen, Kitas und Schulen nie mehr zu schließen. Nun seien die Schulen wieder geschlossen. "Da frage ich mich, ob ich nicht noch mehr Druck für geöffnete Schulen hätte machen müssen." Sie finde den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Pandemie grundsätzlich sehr gut, habe allerdings "eine andere Meinung dazu, ob man alle Schulen pauschal schließen" sollte, sagte Eisenmann. Es müsse verhindert werden, dass die junge Generation für die Schulschließungen büßen müsse.

11.18 Uhr: Finanzminister Scholz kündigt mehr Corona-Hilfen für Kultur an

Neue Hilfen sollen der Kulturszene mehr Sicherheit bei der Vorbereitung von Veranstaltungen nach der Corona-Krise verschaffen. Nach der Pandemie sollten möglichst schnell wieder kulturelle Aktivitäten möglich sei, „deshalb braucht es mehr Planungssicherheit für die Branche“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz in „Politik & Kultur“ des Deutschen Kulturrates.

Scholz kündigte dafür einen Fonds an. „Wir wollen kleinere Kulturveranstaltungen finanziell fördern, die aufgrund von Hygienevorgaben mit deutlich weniger Publikum stattfinden müssen und sich sonst nicht rechnen würden“, sagte der SPD-Politiker. Zudem solle der Fonds als Absicherung für größere Kulturveranstaltungen dienen. Dies sei „für den Fall, dass eine Veranstaltung geplant und organisiert wird, wegen Corona dann aber wider Erwarten doch abgesagt werden muss. So sollen Kulturschaffende ermuntert werden, früh genug zu planen, damit nach Ende der Pandemie Konzerte, Lesungen und Theater bald wieder stattfinden können.“

10.32 Uhr: Sanofi will 125 Millionen Dosen Biontech/Pfizer-Impfstoff liefern

Der französische Pharmakonzern Sanofi will ab Sommer mehr als 125 Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs für die Europäische Union liefern. Sanofi wolle dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zu seiner Produktionsinfrastruktur gewähren, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Ziel sei es, „Fertigungsschritte der späten Phase“ zu übernehmen, um die Lieferung des Covid-19-Impfstoffs zu unterstützen. Die ersten Lieferungen sollen im Sommer 2021 aus den Produktionsanlagen von Sanofi in Frankfurt geliefert werden.

Dazu müssen die Anlagen am Standort Frankfurt-Höchst jedoch zunächst umgerüstet werden, wie eine Sprecherin von Sanofi Deutschland sagte. Denn der Impfstoff von Biontech basiere auf der Technologie von mRNA-Botenstoffen - anders als der Impfstoff, an dem Sanofi mit dem britischen Pharmakonzern GSK forscht. Zu finanziellen Details des Deals mit Biontech und Pfizer machte die Sprecherin keine Angaben.

9.30 Uhr: Homeoffice-Vorgaben treten in Kraft

Mehr Beschäftigte als bisher sollen ab heute wegen der Corona-Krise zu Hause arbeiten. Mit neuen Vorgaben werden Arbeitgeber verpflichtet, ihren Mitarbeitern in bestimmten Fällen das Arbeiten im Homeoffice anzubieten. „Wer kann, arbeitet zu Hause“, das sei das Ziel der neu in Kraft tretenden Verordnung, sagte SPD-Fraktionsvize Katja Mast. „Nachdem wir unsere privaten Begegnungen bereits massiv heruntergefahren haben, geht es jetzt um berufliche Kontakte.“

Gerade Bürojobs sollten von zu Hause aus erledigt werden, forderte Mast. Zugleich sei sie zuversichtlich, „dass es harte Kontrollen gar nicht braucht“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Vieles regelt sich durch vorbildliches Verhalten und gemeinsam nacheinander schauen. Das gilt im Berufs- wie Privatleben gleichermaßen.“

Die Einhaltung der Verordnung soll von den Arbeitsschutzbehörden der Länder kontrolliert werden. Laut Arbeitsminister Hubertus Heil muss der Arbeitgeber auf Verlangen der Behörden Gründe darlegen, weshalb Homeoffice nicht möglich sei. Im „allergrößten Notfall“ seien auch Bußgelder von theoretisch 30.000 Euro möglich.

8.05 Uhr: Von wegen Notbetreuung – einige Kitas arbeiten fast im Regelbetrieb

Viele Kitas schlagen Alarm. Was sie leisten ist keine Notbetreuung, sondern beinahe Regelbetrieb. Im Kreuzkindergarten in Konstanz kommen beispielsweise von den 40 Kindern der beiden Kindergartengruppen 32 wieder regelmäßig in die Betreuung. Eine Auslastung von 80 Prozent. Einrichtungen und Verbände fordern klarere Regeln und einen umfassenderen Infektionsschutz. 

Mittwoch, 27. Januar, 7.15 Uhr: Mehr als 13.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland
- RKI: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 13.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 13.202 Ansteckungsfälle registriert. Nach Angaben des RKI wurden zudem 982 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 53.972.  Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Mittwoch 101,0 und war damit niedriger als am Vortag, als sie bei 107,6 gelegen hatte. Der Wert geht seit Wochen zurück, seinen bislang höchsten Stand hatte er am 22. Dezember mit 197,6 erreicht. 

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 26. Januar:

22.00 Uhr: Großbritannien überschreitet Marke von 100.000 Corona-Toten

In Großbritannien sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 100.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Toten um weitere 1631 und erreichte damit 100.162 Todesfälle. Großbritannien ist damit das erste Land in Europa, das diese Marke überschreitet. Premierminister Boris Johnson sagte, er übernehme die "volle Verantwortung" für alles, was die Regierung in der Corona-Krise unternommen habe.

20.56 Uhr: Dritter Corona-Impfstoff in Sicht - aber wichtige offene Fragen

Die Corona-Impfungen sollen mehr Fahrt aufnehmen - dazu soll auch der nächste Impfstoff beitragen, der kurz vor der Zulassung in Europa steht. Nicht nur bei den Liefermengen gibt es aber ungeklärte Punkte.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll bald ein dritter Impfstoff helfen - doch bei den Einsatzmöglichkeiten für das Präparat des Herstellers Astrazeneca sind wichtige Fragen offen. So schloss die EU-Arzneimittelagentur EMA am Dienstag nicht aus, dass das Mittel nur für bestimmte Altersgruppen zugelassen wird. Für ältere Menschen lägen wenige Testdaten vor, sagte EMA-Chefin Emer Cooke im Gesundheitsausschuss des Europaparlaments. Das Verfahren laufe aber noch. Es soll bis Ende der Woche abgeschlossen sein.

19.51 Uhr: Trotz sinkenden Inzidenzwerts: Corona-Auflagen gelten landesweit

Trotz der regional weiter sinkenden Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erlaubt das Land auch abseits der offiziellen Risikogebiete keine Ausnahmen vom landesweiten Lockdown. „Derzeit sind regionale Lockerungen in Baden-Württemberg nicht geplant“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am in Stuttgart.

„Die Lage ist noch viel zu fragil, um jetzt schon Lockerungen ins Auge zu fassen.“ Zwar hat der sogenannte Inzidenzwert, also die Zahl der binnen 7 Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, in einigen Städten und Landkreisen im Südwesten die als kritisch geltende Marke von 50 wieder unterschritten. Nur dann sind die Gesundheitsämter nach Angaben des Ministeriums in der Lage, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen. Auf Landesebene liege der Wert aber noch bei etwa 90, sagte die Sprecherin. „Umfängliche Lockerungen können erst dann ins Auge gefasst werden, wenn sich dieser Wert landesweit auf deutlich unter 50 einpendelt.“

19.39 Uhr: Virologin Ciesek: Corona-Mutationen aufzuhalten geht nur europaweit

Um die Ausbreitung von Coronavirus-Varianten aus anderen Ländern zu verlangsamen, braucht es aus Sicht von Wissenschaftlern einen europaweiten Plan. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek und andere fordern in der Fachzeitschrift „The Lancet“ unter anderem einheitliche Regeln für Einreisende. „Wir müssen versuchen, die Ausbreitung der Varianten in Deutschland zu verzögern“, sagte Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“.

„Das kann nur europaweit funktionieren - weil wir nicht isoliert auf einer Insel leben.“ In Deutschland wurden bisher Mutationen des Coronavirus aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien nachgewiesen. Die Variante aus Großbritannien sei sicher ansteckender, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt/Main.

18.51 Uhr: Sanofi will Biontech/Pfizer bei Impfstoffproduktion unterstützen

Der französische Pharmariese Sanofi wird dem US-Konkurrenten Pfizer und dessen deutschem Partner Biontech bei der Produktion ihres Corona-Impfstoffs helfen. So sollen bis Ende 2021 mehr als 100 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins von Sanofi für die EU produziert werden, kündigte der Chef von Sanofi, Paul Hudson, in einem Interview mit der Zeitung „Le Figaro“ an. Sanofi arbeitet selbst an zwei Impfstoffen zur Corona-Bekämpfung; diese werden jedoch voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres auf den Markt kommen.

17.45 Uhr: Merkel empfiehlt „Vorkehrungen an der Grenze“ zur Abwehr des Coronavirus

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch auf Maßnahmen an den Grenzen setzen. „Wir verlangen von den Bürgern viel“, sagte Merkel nach Teilnehmerangaben in einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Deswegen könnten die Bürger ihrerseits erwarten, dass sie „durch bestimmte Vorkehrungen an der Grenze“ geschützt würden, wurde Merkel gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zitiert. Die Kanzlerin ging demnach nicht näher darauf ein, an welche Vorkehrungen sie dabei denke.

Als besonders problematisch stufte Merkel touristische Reisen in Gebiete mit hohen Inzidenzwerten und Regionen mit einem häufigen Vorkommen der hoch ansteckenden Virus-Mutanten ein. „Jeder sieht ein, dass es nicht die Stunde ist, in der wir jetzt reisen“, sagte sie laut Teilnehmern in diesem Zusammenhang. Zuvor hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) von Überlegungen berichtet, den Flugverkehr nach Deutschland massiv einzuschränken und außerdem schärfere Grenzkontrollen einzuleiten.

17 Uhr: Medien: Seehofer prüft weitere Einreise-Einschränkungen

Angesichts der Risiken durch Mutationen des Coronavirus, denkt die Bundesregierung nach Informationen von „Bild“ über weitere Einschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr nach. „Die Gefährdung, die von den zahlreichen Virus-Mutationen ausgeht, verlangt von uns, dass wir auch drastische Maßnahmen prüfen und in der Bundesregierung diskutieren“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zu „Bild“. Zu konkreten Planungen für neue Einreise-Regelungen wollte sich das Bundesinnenministerium zunächst nicht äußern.

Unklar blieb daher, unter welchen Voraussetzungen härtere Maßnahmen beschlossen werden könnten. Dazu gehörten „deutlich schärfere Grenzkontrollen“, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, „aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null“.

16.48 Uhr: In den Heimen im Schwarzwald-Baar-Kreis wird zügig durchgeimpft

In den Alten- und Pflegeheimen im Schwarzwald-Baar-Kreis sind am vergangenen Wochenende weitere Impfungen erfolgt. Nebenwirkungen durch das Medikament gab es bislang keine. Eine Zusammenfassung zum aktuellen Stand finden Sie hier.

16.18 Uhr: Starke Anfrage nach Bundeswehr-Soldaten durch Heime

Seit 18. Januar muss jeder Heimbesucher getestet werden und auch alle Heimmitarbeiter müssen drei Mal in der Woche getestet werden. Doch nicht immer ist dafür genügend Personal vorhanden. Deshalb werden Pflegeheime seit dieser Woche bei den Antigentests durch Soldaten der Bundeswehr unterstützt.

Stand Montagabend, 25. Januar, hatten bereits 39 Stadt- und Landkreise Hilfeleistungsanträge mit insgesamt 695 Soldaten gestellt, 24 Anträge mit insgesamt 391 Soldaten wurden bereits gebilligt. Dies gibt Markus Jox, als Leiter der Pressestelle des Sozialministeriums, auf Anfrage des SÜDKURIER bekannt. Die Landkreise müssen den Bedarf bei den Pflegeheimen abfragen und dann den Antrag stellen, der im Innenministerium bearbeitet wird, so Jox.

"Die ersten Soldaten arbeiten bereits in den Alten- und Pflegeheimen im Land", so Markus Jox. "Der Bedarf bei Heimen ist groß, gerade kleinere Einrichtungen sind froh, wenn das Personal entlastet wird", sagt der Ministeriumssprecher. "Denn viele Heime haben zu wenig Personal und dieses kann sich dann wieder mehr um die Pflege und Betreuung der Bewohner kümmern", so Jox.

15.37 Uhr: Kitagebühren werden erstattet, Land übernimmt 80 Prozent der Kosten

Land und Kommunen wollen Eltern für die Zeit des verschärften Corona-Lockdowns in den Kitas die Gebühren zurückerstatten. Das Land werde 80 Prozent der Kosten tragen, die Kommunen sollen 20 Prozent übernehmen, erfuhr die Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart aus Koalitionskreisen. Eltern, die ihre Kinder in die Notbetreuung geschickt haben, haben demnach keinen Anspruch auf eine Erstattung.

Der Lockdown gilt seit dem 16. Dezember. Das Land will aller Voraussicht nach Kitas und Grundschulen am kommenden Montag wieder öffnen. Bereits nach dem Frühjahrs-Lockdown hatten Land und Kommunen Elternbeiträge zurückerstattet. Die genauen Kosten waren zunächst unklar. Die Kita-Beiträge variieren von Kommune zu Kommune.

15.18 Uhr: Kitas und Grundschulen werden wohl geöffnet - Sperrstunde bleibt

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht davon aus, dass Kitas und Grundschule im Land vom kommenden Montag an schrittweise wieder öffnen können. Die endgültige Entscheidung werde er an diesem Mittwoch treffen, sagte Kretschmann in Stuttgart. Die Corona-Infektionszahlen sinken seit fast drei Wochen und diese Tendenz sei belastbar. „Deswegen ist es verantwortbar, das zu machen“, sagte der Grünen-Politiker. Wenn nicht noch etwas Überraschendes passiere, werde man Kitas und Grundschulen im Wechselbetrieb „behutsam“ wieder öffnen können.

Sie sind wie die meisten weiterführenden Schulen seit dem 16. Dezember geschlossen. Die „Grundstruktur“ des Konzepts des Kultusministeriums für die Öffnung der Grundschulen liege vor, sagte der Regierungschef. Die Klassen würden halbiert. Es gebe keine Präsenzpflicht und die Notbetreuung sei gewährleistet. Zudem lägen hochwertige Masken für Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen vor. Kretschmann betonte jedoch, wenn sich die neuen, wohl aggressiveren Virusvarianten aus Großbritannien oder Südafrika im Südwesten verbreiteten, gebe es eine neue Lage.

15.15 Uhr: Bislang 34 entdeckte Virusvarianten in Baden-Württemberg

Zuletzt war aus Baden-Württemberg meist von "vereinzelten Fällen" der mutierten Coronaviren zu lesen. Dem SÜDKURIER liegen nun die Zahlen aus dem Landesgesundheitsamt in Stuttgart vor. Demnach wurde laut einer Sprecherin bei 34 Personen eine Virusvariante entdeckt, 15 betreffen die sogenannte Großbritannien-Variante (B.1.1.7), 19 die Südafrika-Variante (B.1.351). "Alle Fälle stehen im Zusammenhang mit Einreisen aus UK oder Südafrika", erklärt die Sprecherin.

15 Uhr: Merkel laut Bericht zur Coronalage: Uns ist das Ding entglitten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat laut einem „Bild“-Bericht in einer internen Videokonferenz mit Fraktionschefs der Union aus Bund und Ländern das Management in der Corona-Krise deutlich kritisiert. „Uns ist das Ding entglitten. Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren“, soll sie Teilnehmern zufolge am Sonntag gesagt haben. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet. Auch die Auslandsreisen vieler Deutscher habe sie kritisiert, berichtete das Blatt. Weihnachten seien jeden Tag 50.000 Menschen auf die Kanaren und die Malediven geflogen. „Warum können wir die Reisen nicht verbieten?“, soll die Regierungschefin gefragt haben.

Man müsse „den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“, sagte Merkel nach Angaben von Zuhörern der Schalte. Sie fügte auch an, Deutschland brauche ein härteres Grenzregime. In Bezug auf die Mutationen des Virus soll sie geschildert haben, dass man „auf einem Pulverfass“ lebe. Öffnungen der Geschäfte und Restaurants Mitte Februar sind laut Merkel „nicht gesichert“. Bei möglichen Öffnungen müsse die Reihenfolge lauten: Erst Kitas und Schulen, dann Geschäfte, dann Restaurants.

14.31 Uhr: Merkel: „Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Rückblick auf ein Jahr Corona-Pandemie auch eine kritische Bilanz gezogen. Es seien in Deutschland Schwachstellen und Stärken sichtbar geworden, sagte sie beim Online-Treffen des Weltwirtschaftsforums. Die Tagung ersetzt in diesem Jahr die traditionelle Jahrestagung in Davos. In Deutschland habe man sehr auf den Gemeinsinn und den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern bauen können. Ein gutes Fundament seien die soliden Finanzen gewesen. So habe man Unternehmen und Bürgern helfen können, fügte Merkel hinzu.

Kritisch äußerte sie sich zur Geschwindigkeit von Prozessen in Deutschland: „Die Schnelligkeit unseres Handelns lässt sehr zu wünschen übrig.“ Prozesse seien oft sehr bürokratisch geworden und dauerten lange. Da habe man nachzuarbeiten. „Wo wir nicht gut aussahen, das zeigt sich bis in die heutigen Tage, das ist der Mangel an Digitalisierung unserer Gesellschaft.“ Merkel nannte als Beispiele die mangelnde Vernetzung der Gesundheitsämter, der Verwaltung und des Bildungssystems.

13.45 Uhr: Gewerkschaft wirft Kretschmann Fahrlässigkeit bei Kita-Öffnung vor

Die zu erwartende schrittweise Öffnung der Kitas und Grundschule im Land ist nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fahrlässig und derzeit nicht zu verantworten. Elf Millionen Menschen in Baden-Württemberg müssten sich an strenge Kontaktbeschränkungen halten, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein in Freiburg und ergänzte.

„Nur die Fachkräfte in Kitas und die Grundschullehrkräfte sollen sich mehrere Stunden mit Personen aus 10 bis 20 Haushalten in einem Raum aufhalten?“ Viele Erzieherinnen und Grundschullehrkräfte fühlten sich behandelt wie Versuchskaninchen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte zuvor angedeutet, Kitas und Grundschule im Land würden wahrscheinlich vom kommenden Montag an schrittweise wieder öffnen können, sollte die Infektionslage nicht schlechter werden.

Die endgültige Entscheidung soll an diesem Mittwoch getroffen werden.

13 Uhr: Fußball-Geldrangliste: Corona lässt Umsätze einbrechen

Auch die weltweite Fußball-Finanzelite bekommt die Folgen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Nach Berechnungen der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte erzielten die 20 umsatzstärksten Vereine in der Saison 2019/20 einen Gesamterlös von 8,2 Milliarden Euro und lagen damit zwölf Prozent unter der Rekordmarke der Vorsaison von 9,3 Milliarden Euro. Dennoch stehen die meisten Top-Clubs insgesamt noch gut da. „Das ist trotz allem der dritthöchste Gesamtumsatz in 24 Jahren Football Money League“, betonte Kim Lachmann von der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Als Hauptgründe für den Umsatzeinbruch wurden in dem in London zum 24. Mal vorgelegten Report mit dem Titel „Football Money League“ der Rückgang bei den Medienerlösen (minus 23 Prozent) und der seit März 2020 weitgehende Ausfall von Spieltagseinnahmen (minus 17 Prozent) durch Geisterspiele genannt.

11.39 Uhr: Von der Leyen: Hersteller von Corona-Impfstoffen „müssen liefern“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Hersteller von Corona-Impfstoffen aufgefordert, ihre Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Europa habe „Milliarden investiert, um die Entwicklung der weltweit ersten Covid-19-Impfstoffe zu unterstützen“, sagte von der Leyen am Dienstag in ihrer per Video übertragenen Rede für das Weltwirtschaftsforum. „Und jetzt müssen die Firmen liefern, sie müssen ihre Verpflichtungen einhalten.“

11.17 Uhr: Tokio will trotz steigender Corona-Infektionen an Olympischen Spielen festhalten

Die japanische Regierung hält trotz Kritik an der Ausrichtung der Olympischen Spiele im Sommer fest und sucht dafür 10.000 Ärzte und Krankenpfleger. „Jeder von ihnen soll etwa fünf Tage während der Spiele arbeiten“, sagte Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto am Dienstag im Parlament. Die Opposition kritisierte die Pläne angesichts steigender Corona-Neuinfektionen und der angespannten Lage des japanischen Gesundheitssystems. Sollte Japan die Spiele nicht ausrichten können, bot sich Florida bereits als Austragungsort an.

In Japan bringt derzeit eine dritte Welle von Corona-Infektionen das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Tokio und andere Regionen verzeichnen Rekordwerte bei neuen Ansteckungen. Die Regierung will dennoch wie geplant die bereits im Vorjahr wegen der Pandemie abgesagten Spiele im Juli eröffnen.

10.05 Uhr: „Querdenken“ will Demo-Pause mit Autokorso in Stuttgart beenden

Nach einer mehrwöchigen Pause der Großdemos ruft der Gründer der „Querdenken“-Initiative, Michael Ballweg, zur ersten größeren Protestveranstaltung in diesem Jahr auf. Seine Bewegung wolle am Mittwoch mit einem Autokorso in Stuttgart gegen die anhaltenden Corona-Auflagen demonstrieren, kündigte der Unternehmer über Youtube an. Der Stadt lag nach Angaben aus dem Rathaus am Vormittag noch keine Anmeldung vor.

Ballweg hatte seine Anhänger an Weihnachten zu einer Pause der Großdemos aufgerufen. In einer Videobotschaft auf der Seite der Gruppe „Querdenken 711“ aus Stuttgart hatte er argumentiert, er wolle den Winter nutzen, um Kräfte zu sammeln.

Die „Querdenken“-Bewegung wird mittlerweile vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet. Mehrere maßgebliche Akteure der „Querdenken“-Bewegung ordnet das Landesamt dem Milieu der Reichsbürger und Selbstverwalter zu, die die Existenz der Bundesrepublik leugnen und demokratische und rechtsstaatliche Strukturen negieren. 

9 Uhr: Mittlerweile 13 Todesfälle und 15 Infektionen in Pflegeheim in Uhldingen-Mühlhofen 

Am Freitag war bekannt geworden, dass in den vergangenen Wochen elf Bewohner des Seniorenwohnparks Uhldingen-Mühlhofen an oder mit Covid-19 verstorben sind. Bis Montag kamen zwei weitere Todesfälle dazu. 15 Bewohner und Mitarbeiter sind mit dem Coronavirus infiziert. Trotzdem hält das Heim am zweiten Corona-Impftermin am 28. Januar fest. Wie das Virus ins Heim gelangte, ist weiterhin unklar.

8.10 Uhr: Berichte über Astrazeneca-Wirksamkeit: Spahn will nicht spekulieren

Gesundheitsminister Jens Spahn will sich nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma Astrazeneca bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. „Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen“, sagte Spahn im ZDF-„Morgenmagazin“. Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, „welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden“.

Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ soll der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei älteren Menschen haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Koalitionskreise. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete darüber. Astrazeneca widersprach der Darstellung. Berichte, dass die Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren nur bei acht Prozent liege, seien komplett falsch, teilte ein Sprecher mit. Am Freitag wird mit der Zulassung des Impfstoffs gerechnet.

Dienstag, 26. Januar, 7.15 Uhr: 6408 Corona-Neuinfektionen und 903 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6408 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 903 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Vergangenen Dienstag hatte das RKI 11.369 Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings enthielten die beiden Werte Nachmeldungen aus Rheinland-Pfalz.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bei 107,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,95 (Vortag 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 25. Januar:

22.44 Uhr: Regierung rechnet mit Zulassung von Astrazeneca-Vakzin nur für unter 65-Jährige

Die Bundesregierung rechnet einem Medienbericht zufolge mit einer Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in der EU nur für Menschen unter 65 Jahren. Wie die „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf interne Gespräche zwischen der Regierung und den Bundesländern berichtete, ist der Grund für eine mögliche Nicht-Zulassung des Impfstoffs für Senioren offenbar die niedrige Wirksamkeit.

Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns wird voraussichtlich am Freitag von der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen. Wie die „Bild“ berichtete, rechnet die Regierung mit einer Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren von unter zehn Prozent. Das würde bedeuten, dass Senioren mit dem Astrazeneca-Vakzin nicht geimpft werden dürften. Ursprünglich planten Bund und Länder dem Bericht zufolge, den AstraZeneca-Impfstoff für ältere Menschen einzusetzen, die zu Hause leben und aus Alters- oder Krankheitsgründen die Impfzentren nicht aufsuchen können. Das Vakzin ist einfacher zu transportieren als etwa der Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer.

Nun müssten Bund und Länder ihre Impf-Strategie für ältere Menschen, die ihre Wohnungen nicht verlassen können, ändern. Nach Informationen der Zeitung könnte diese Bevölkerungsgruppe stattdessen mit dem Vakzin von Moderna geimpft werden. Auf Anfrage der „Bild“-Zeitung habe Astrazeneca erklärt, dass die ersten veröffentlichen Daten über die Wirkung des Impfstoffs tatsächlich „auf einer Auswertung von Teilnehmenden im Alter von 18 bis 55 Jahren“ beruht hätten. Dennoch erwarte der Hersteller, dass der Impfstoff „in allen Altersgruppen ähnlich“ wirksam sei.

Astrazeneca hatte kürzlich angekündigt, weniger Dosen als geplant an die EU liefern zu können. Grund seien Probleme in einer Produktionsstätte. Wie groß die Ausfälle sein werden, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.

22.21 Uhr: UN-Chef warnt vor Corona-Mutation – Impfungen weltweit beschleunigen

UN-Generalsekretär António Guterres hat zur Eile bei der weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen aufgerufen. „Wenn die Industrieländer glauben, dass sie in Sicherheit sind, wenn sie ihre eigenen Leute impfen und dabei die Entwicklungsländer vernachlässigen, liegen sie falsch“, sagte Guterres am Montag in einer Videorede beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF). „Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen, die das Virus übertragbarer oder tödlicher oder resistenter gegen vorhandene Impfstoffe machen. Wir müssen schnell handeln.“

Die weltweiten Produktionskapazitäten der Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie müssten massiv ausgebaut werden und Lizenzen zur Verfügung gestellt werden, forderte Guterres weiter. Unter anderem in Indien und Brasilien gäbe es große Möglichkeiten, Impfstoffe für alle Teile der Welt herzustellen, sofern die Lizenzen zu ihrer Produktion verfügbar gemacht würden.

21.51 Uhr: Zweiten Tag in Folge Ausschreitungen wegen Corona-Ausgangssperre in Niederlanden

In mehreren niederländischen Städten ist es den zweiten Tag in Folge zu Ausschreitungen wegen der neuen nächtlichen Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie gekommen. In der Großstadt Rotterdam und der südlichen Stadt Geleen in der Nähe von Maastricht kam es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, wie Polizei und Medien am Montag berichteten. Die Polizisten gingen mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

In Geleen gebe es „Zusammenstöße zwischen der Bereitschaftspolizei und jungen Leuten, die Feuerwerkskörper auf sie werfen“, teilte die örtliche Polizei auf Twitter mit. Ein Mensch sei festgenommen worden. In Rotterdam gab es auch Festnahmen, wie die Stadtverwaltung twitterte.

In mehreren Städten der Niederlande war es am Sonntag zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte verurteilte das Verhalten der Randalierer, die unter anderem Geschäfte plünderten, Autos und eine Coronavirus-Teststation in Brand setzten. Rutte sprach von „krimineller Gewalt“, die sich bei den Protesten in mehreren Städten Bahn gebrochen habe. 

Eine Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr war am Samstag in Kraft getreten. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 95 Euro geahndet. 

21.16 Uhr: Vier illegale Partys in einem Hotel in Karlsruhe

In der Karlsruher Innenstadt musste die Polizei am Wochenende in einem Billig-Hotel insgesamt vier Feiern mit mehreren Personen auflösen, weil sie gegen die Corona-Regeln verstießen.

Eigentlich sind viele Hotels wegen des Lockdowns geschlossen, dieses Haus wird jedoch wegen seiner niedrigen Preise von Montagearbeitern gern genutzt. Zudem bringt die Stadt Karlsruhe hier immer wieder sozial Bedürftige unter, wie die Polizei erklärte.

Am Samstagabend wurde eine Streife ins Hotel gerufen, weil in einem Zimmer vier Personen lautstark feierten. Als die Beamten die Party aufgelöst hatten, wehte ihnen aus einem anderen Zimmer ein starker Marihuana-Geruch in die Nase. Ein 24-Jähriger öffnete die Tür und warf - nachdem er die Polizisten erkannt hatte - eine Bauchtasche mit etwas Marihuana aus dem Fenster. Sein ebenfalls 24-jähriger Kumpel hatte auch etwas von dem Stoff bei sich. Die beiden mussten mit auf die Wache.

Knapp eine Stunde später stand die Polizei in noch größerer Besetzung schon wieder bei dem Hotel auf der Matte. Sie lösten weitere drei Partys auf, bei denen bis zu acht Personen dabei waren. 

20.30 Uhr: Biden erneuert Einreisestopp für Ausländer aus Europa

US-Präsident Joe Biden wird noch an diesem Montag den Einreisestopp für Ausländer aus Europa erneuern. Zudem sollen zum Schutz vor einer neuen Variante des Coronavirus auch Einreisen aus Südafrika gleichermaßen begrenzt werden, wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, bei einer Pressekonferenz erklärte. „Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um Einschränkungen des internationalen Reiseverkehrs aufzuheben“, sagte Psaki.

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte vor etwa einer Woche ein Ende des Einreisestopps angeordnet. Bidens Team erklärte aber umgehend, dass die Beschränkungen für Reisende aus dem Schengen-Raum, aus Großbritannien, Irland und Brasilien nach dem Amtsantritt der neuen Regierung wieder eingeführt würden.

19.20 Uhr: Inzidenzwert sinkt im Südwesten weiter, vier Kreise bereits unter 50

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 tagen sinkt in Baden-Württemberg im Zuge des Lockdowns weiter. Der sogenannte Inzidenzwert liege derzeit bei 86,9 (Vortag: 90,0), teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit.

Kurz vor Weihnachten lag die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten über 200. In vier Kreisen liegt der Wert derzeit bei unter 50, sie gelten damit nicht mehr als Risikogebiet. Nach dem Stadtkreis Tübingen (49,4) und dem Hohenlohekreis (43,5) kamen jetzt auch noch der Stadtkreis Baden-Baden (39,9) und der Landkreis Emmendingen (44,5) hinzu.

Der Inzidenzwert liegt in 29 Stadt- und Landkreisen im Südwesten zwischen 50 und 100, 11 Kreise stehen zwischen 100 und 200. Am höchsten ist der Wert im Stadtkreis Heilbronn mit 161,9. Das Ziel der Politik ist es, die Zahl der Neuinfektionen landesweit auf unter 50 pro 100.000 Einwohnern in7 Tagen zu drücken - nur dann seien die Gesundheitsämter in der Lage, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen. Bereits seit knapp drei Wochen flacht die Zahl der Corona-Neuinfektionen landesweit ab.

Gleichwohl haben Bund und Länder vor gut einer Woche aus Sorge um neue Virusvarianten den Lockdown bis 14. Februar verlängert.

19 Uhr: Kreise: EU plant „Transparenzregister“ für Impfstoffexporte

Im Streit um Corona-Impfstoffe will die EU-Kommission künftig alle geplanten Exporte von Vakzinen aus der Europäischen Union in Drittstaaten erfassen und genehmigen lassen. Die Brüsseler Behörde kündigte in einer Sitzung mit den 27 EU-Staaten ein sogenanntes Transparenzregister an, wie die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kreisen erfuhr.

Das Register solle binnen weniger Tage in Kraft gesetzt werden und erfassen, welche Hersteller welche Mengen von in der EU produzierten Impfstoffen an Drittstaaten liefern. Zudem benötigten die Hersteller künftig eine Lizenz zum Export, die aber bei Gütern für humanitäre Zwecke regelmäßig erteilt werde. Im Vordergrund stehe die Transparenz, hieß es aus EU-Kreisen.

Hintergrund ist die Impfstoff-Knappheit in der EU und der Streit mit Astrazeneca. Der britisch-schwedische Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, dass er zunächst geringere Mengen an die EU liefern werde als vertraglich vereinbart.

18 Uhr: EU: Lieferverzögerungen bei Astrazeneca-Impfstoff „nicht akzeptabel“

Die EU-Kommission hat die vom britisch-schwedischen Unternehmen Astrazeneca angekündigten Verzögerungen bei der Lieferung von Corona-Impfstoff als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Die EU habe „Entwicklung und Produktion des Impfstoffes vorfinanziert“ und verlange nun dafür die Gegenleistung, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Sie forderte zudem von allen Herstellern, Brüssel künftig über Exporte von Impfstoff aus der EU an Drittstaaten in Kenntnis zu setzen.

17.29 Uhr: CDU-Fraktionschef: FFP2-Masken dürfen nicht mehr als 1 Euro kosten

Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart hält die Preise für FFP2-Masken, die seit diesem Montag in Nahverkehr und Geschäften vorgeschrieben sind, für zu hoch. „Ich appelliere an Apotheker und Händler, die FFP2-Masken für maximal einen Euro pro Maske zu verkaufen. Auf jeden Fall sollte auf den Einkaufspreis nicht mehr als zehn Prozent draufgeschlagen werden“, teilte Reinhart in Stuttgart mit.

Derzeit lägen die Preise teilweise zwischen 4 und 6 Euro. Reinhart sagte: „Es darf nicht sein, dass Menschen vom Alltagsleben ausgeschlossen werden, weil sie kein Geld für die teuren Masken haben, die zum Teil aber nun in bestimmten Bereichen Pflicht sind.“ Auf diese Weise würden Menschen, die sowieso schon unter den Kontakteinschränkungen im Corona-Lockdown litten, noch mehr isoliert.

16.25 Uhr: SPD warnt vor Angriffen auf Corona-Impfzentren

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat vor einer Radikalisierung von Corona-Leugnern gewarnt und weitere Sicherheitsvorkehrungen für Impfzentren angemahnt. "Wenn die Stimmung weiter hochkocht, kann das auch in Angriffe auf Impfzentren umschlagen", sagte Klingbeil am Montag dem Portal t-online. "Impfen ist unter Corona-Leugner mittlerweile das Feindbild schlechthin", sagte er. "Gruppierungen von Esoterikern bis hin zur radikalen Rechten vereinen sich in ihrer Ablehnung gegen den Impfstoff."

Klingbeil forderte: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Impfzentren, das Personal und diejenigen, die sich dort impfen lassen wollen, sicher sind." Der SPD-Politiker begrüßte entsprechende Vorkehrungen des Bundesinnenministeriums und mahnte zugleich: "Die Sicherheitsbehörden sollten die Stimmungsmache der Impfgegner auf Telegram und in anderen Netzwerken intensiver beobachten, als das heute der Fall ist."

15.31 Uhr: Bundesregierung sieht in Corona-Variante „sehr ernsthafte Gefahr“

Die Bundesregierung zeigt sich in hohem Maße alarmiert von der Ausbreitung der in Großbritannien verbreiteten Corona-Mutation in Deutschland. „Wir haben im Hintergrund die dunkle Wolke einer sehr ernsthaften Gefahr“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der wohl sehr viel leichter übertragbare Virus-Typ B.1.1.7 ist bereits mehrfach in Deutschland aufgetreten.

So wurden in Berlin deshalb rund 1500 Beschäftigte einer Klinik unter Quarantäne gestellt. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte in der ARD-Sendung „Anne Will“ gesagt, dass die Mutante auch in Deutschland „die Führung übernehmen“ werde. Seibert sagte: „Jetzt sind wir in einer sehr schwierigen Situation.“ Es gebe zwar ein erfreuliches Sinken der Infektionszahlen und der Zahl der Covid-Intensivpatienten.

So meldeten die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) nun 6729 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. „Das sind erste Erfolge für uns alle in dieser zweiten Welle“, sagte Seibert.

14.45 Uhr: Kramp-Karrenbauer: Testen für Hochbetagte Frage von Leben und Tod

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will mehr Soldaten zum Schutz von Alten- und Pflegeheimen einsetzen. Sie rief Länder und Kommunen auf, Angebote der Bundeswehr zur Amtshilfe in der Corona-Krise auch zu nutzen - vor allem mit Blick auf verstärkte Tests.

„Mit diesen Schnelltest kann verhindert werden, dass man mit Corona infiziert wird“, sagte die CDU-Politikerin beim Besuch einer Pflegeeinrichtung im Nordwesten der Hauptstadt. „Das bedeutet gerade für viele hochbetagte Menschen, dass es eine Frage von Leben und Tod ist. Das heißt, was wir mit diesen Test tun, ist wirklich auch Leben schützen.“ Die Bundeswehr habe derzeit 10.000 zusätzliche Soldaten in Bereitschaft für Einsätze zur Testung.

13.36 Uhr: Kliniken für Quarantäneverweigerer in Stuttgart und Heidelberg

Für uneinsichtige Quarantäneverweigerer in Baden-Württemberg wird das Land Plätze in zwei Kliniken in Stuttgart und Heidelberg bereitstellen. Das geht aus einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an die Polizeibehörden und Gesundheitsämter hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach werden Unterbringungsmöglichkeiten für sogenannte zwangsweise Absonderungen im Robert-Bosch-Klinikum Schillerhöhe sowie in der Universitätsklinik Heidelberg eingerichtet.

Grundsätzlich sollten aber Stadt- und Landkreise selbst geeignete Räume und Transportmittel sowie Personal zur Verfügung stellen, um Quarantäneverweigerer unterzubringen. Auf den Umgang mit ihnen hatten sich Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) schon Anfang Dezember geeinigt.

12.30 Uhr: Im Streit um Kita-Öffnung machen Gewerkschaften und Verbände Druck

Vor einer Entscheidung der Landesregierung über eine Öffnung der Kindertagesstätten erhöhen die Erzieher- und Elternverbände den Druck auf die grün-schwarze Koalition. Es müsse deutlich werden, unter welchen Umständen und bei welchen Corona-Infektionswerten Kitas voll geöffnet oder gänzlich geschlossen würden, forderte der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Martin Gross.

„Wir wollen, dass Eltern, Kinder und Beschäftigte nicht mehr ohnmächtig abwarten müssen, wie das Land entscheidet“, sagte er bei der Vorlage eines Zehn-Punkte-Programms für eine möglichst sichere Öffnung der Kitas und Grundschulbetreuung.

Es müsse feste und landesweite Kriterien wie Schutzmasken oder eine Homeoffice-Lösung geben, nach denen vor Ort entschieden werden könne, ob und wie weitgehend eine Einrichtung geöffnet werden kann, sagte Hanna Binder, die stellvertretende Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft.

10.50 Uhr: Linksfraktion fordert Preisdeckel für FFP2-Masken

Die Linksfraktion im Bundestag fordert von der Bundesregierung, FFP2-Masken zentral zu beschaffen und ein Preislimit zu setzen. „Damit alle Menschen Zugang zu FFP2-Masken bekommen, hat die Bundesregierung sicherzustellen, dass diese in ausreichender Zahl zu Verfügung stehen und zu bezahlbaren Preisen erhältlich sind“, heißt es in einem Antrag der Fraktion, aus dem die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland zitierten.

Die Regierung solle dazu von Möglichkeiten Gebrauch machen, die im Infektionsschutzgesetz vorgesehen sind, heißt es in dem Antrag weiter. Demnach können Produkte wie etwa FFP2-Masken zentral von staatlicher Seite beschafft und die Preise reguliert werden. 

Außerdem müsse die Regierung „Arbeitgeber verpflichten, ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz und für den Arbeitsweg kostenfrei mit FFP2-Masken auszustatten“, fordert die Linksfraktion weiter. Für Hartz-IV-Bezieher müsse es einen entsprechenden Zuschlag geben.

9.39 Uhr: Impfstoff-Knappheit war laut Stiko-Chef „nicht vorhersehbar“

Lieferengpässe bei Corona-Impfstoffen sind nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut nicht abzusehen gewesen. „Das ist sehr unerfreulich, gar keine Frage, aber das sind Dinge, die nicht in unserer Macht stehen“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Herstellungsprobleme seien „letztlich nicht vorhersehbar“ gewesen.

Zu der Zeit, als Vorverträge mit Herstellern gemacht worden seien, habe man nichts über die wirkliche Wirksamkeit der Impfstoffe gewusst. „Man musste mehrere Katzen im Sack kaufen, weil man nicht wusste, welcher Impfstoff zuerst zur Zulassung kommt“, sagte Mertens. Die Stiko ist ein Expertengremium mit dem Ziel, Empfehlungen zu Impfungen auf Basis aktueller Forschung zu geben.

8.20 Uhr: Kanzleramtschef: Mutation wird in Deutschland dominante Form werden

Kanzleramtschef Helge Braun geht davon aus, dass die bislang vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland zur dominanten Form werden wird. „Wir sehen ja momentan, dass wir jetzt in mehreren Krankenhäusern auch schon mit der Mutante zu tun haben. Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen, und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen“, sagte Braun in der ARD-Talkshow „Anne Will“. „Da bin ich sehr sicher“, ergänzte er auf Nachfrage.

Umso wichtiger sei es nun, die Infektionszahlen „sehr stark“ zu senken und damit eine weiteren Verbreitung der Mutation die Grundlage zu entziehen, fügte Braun hinzu. „Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da, wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen“, sagte Braun.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen.

Umso wichtiger sei es nun, die Infektionszahlen „sehr stark“ zu senken und damit eine weiteren Verbreitung der Mutation die Grundlage zu entziehen, fügte Braun hinzu. „Wir wollen sie so lange wie möglich aus dem Land raushalten und da, wo sie schon ist, eben sehr niedrig halten. Das wird man auf Dauer nicht schaffen“, sagte Braun.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen.

Montag, 25. Januar, 7.30 Uhr: Neue Corona-Regeln: Das ändert sich in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat seine Corona-Verordnung um die angekündigten Verschärfungen beim Infektionsschutz ergänzt - jetzt treten die Änderungen in Kraft. Die wichtigste Neuerung betrifft die Mund-Nasen-Masken. Menschen müssen von heute an unter anderem im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel, in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie in Gottesdiensten medizinische Masken tragen. Unter diese Kategorie fallen OP- und FFP2-Masken sowie Mund-Nasen-Bedeckungen der Normen KN95/N95. Einfachere oder selbstgenähte Masken sind grundsätzlich nicht mehr erlaubt. Was in Baden-Württemberg sonst noch gilt lesen Sie hier.  

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 24. Januar:

21.22 Uhr: Dobrindt zu mutiertem Virus: Gefahr einer weiteren Welle relativ groß

Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt, sieht derzeit keine Grundlage für Gespräche über Corona-Lockerungen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir vielleicht noch einen längeren Lockdown erleben, halte ich zurzeit für höher, als das man in eine andere Richtung kommt“, sagte Dobrindt am Sonntag im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Das ist alles schmerzhaft, aber die Gefahr zurzeit ist relativ groß, dass wir mit dem mutierten Virus noch mal eine Welle erleben werden.“

Die Zahlen seien noch immer viel zu hoch, sagte der CSU-Politiker. „Wir haben gesehen in England, in Irland, dass gerade die Schulen unterschätzt worden sind in ihrer Infektionswirkung, in der Beschleunigung der Infektion und deswegen ist es richtig, dass die Schulen jetzt auch geschlossen sind.“ Man könne heute noch nicht absehen, wann man wieder an eine Öffnung denken kann.

20.10 Uhr: 733 Corona-Neuinfektionen im Südwesten - 15 weitere Tote

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg um 733 Fälle gestiegen. Außerdem wurden 15 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte.

Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 285 108 Ansteckungen und 6632 Todesfälle unter Infizierten registriert worden. Als genesen gelten 247 151 Menschen. Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner beträgt landesweit demnach 90,0.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 467 Covid-19-Patienten im Südwesten derzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wie die Behörde weiter mitteilte. 284 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 85,7 Prozent der 2454 betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

18.37 Uhr: Grenzkontrollen verschärft - Lockdown-Debatte abgeblockt

Die Auflagen für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr werden immer strenger. Die Bundesregierung verschärfte am Sonntag die Grenzkontrollen und Einreiseregeln, um die grenzüberschreitende Verbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen. Für insgesamt fast 30 Länder mit besonders hohen Infektionszahlen oder besonders gefährlichen Virusvarianten gilt nun eine Testpflicht vor der Einreise. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.

Forderungen nach einer Lockerung oder Aufhebung der Einschränkungen im Inland Mitte Februar stießen am Wochenende kaum auf Widerhall. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Öffnungsdiskussion falsch. Die Bedrohungslage ist noch zu groß“, sagte der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet. Es müsse unbedingt vermieden werden, dass sich eine Mutation in Deutschland ausbreite.

Zuvor hatte der Vizevorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Georg Nüßlein, gefordert, die bestehenden Maßnahmen nach Ende der Befristung bis zum 14. Februar definitiv zu beenden - zumindest wenn nichts unvorhergesehenes passiert. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädierte für Lockerungen, wenn es verantwortbar ist.

Zunächst gibt es aber weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Mit der Verschärfung der Einreiseregeln wird das grenzüberschreitende Reisen in Europa noch unattraktiver - was aber politisch auch gewollt ist. Seit Sonntag wird nicht nur zwischen „normalen“ Risikogebieten und Länder mit gefährlichen Virus-Mutationen (Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien) unterschieden. Es gibt jetzt auch Hochrisikogebiete mit besonders hohem Infektionsgeschehen, für die wie bei den Mutationsgebieten eine Testpflicht vor Einreise gilt.

Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch kontrolliert, in Frankfurt am Main waren am Sonntag 17 Flüge vor allem aus Spanien betroffen. In den Grenzgebieten zu den EU-Nachbarstaaten und der Schweiz werden Einreisende stichprobenartig überprüft - das nennt man Schleierfahndung. An der deutsch-tschechischen Grenze bildeten sich wegen der neuen Testpflicht teils lange Schlangen. Die deutsche Polizei berichtete am Nachmittag von etwa 500 Menschen am Übergang im bayerischen Schirnding (Landkreis Wunsiedel), an dem eine Teststation eingerichtet wurde.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gab bekannt, dass Deutschland 200 000 Dosen eines neuen Corona-Medikaments gekauft hat. „Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Uni-Kliniken“, kündigte der CDU-Politiker in der „Bild am Sonntag“ an. „Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauf verhindert wird“, erläuterte Spahn. Die Kosten belaufen sich demnach auf 400 Millionen Euro.

Die Bundesregierung stellt sich unterdessen auf mögliche Angriffe auf Impfzentren, Impfstofftransporte oder auch Hersteller von Corona-Impfstoffen ein. Zwar gebe es bisher keine konkreten Hinweise darauf, aber es bestehe wegen „der großen medialen Präsenz sowie der hohen Dynamik und Emotionalität“ des Themas eine „abstrakte Gefährdung“ der genannten Einrichtungen, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst hatten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe darüber berichtet. „In diesem Zusammenhang sind insbesondere Proteste von Impfgegnern, Corona-Skeptikern und Verschwörungstheoretikern auch an Standorten der Produktionsfirmen, der Impfzentren und der Impfstoff-Lagerstätten einzukalkulieren“, heißt es in dem Schreiben des Ministeriums.

17.10 Uhr: 13 Tote nach Corona-Ausbruch in Altenheim

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Schwäbisch Gmünd sind bisher 13 Menschen gestorben. Das teilte eine Sprecherin des Landratsamtes Ostalbkreis am Sonntagabend auf Anfrage mit. Seit Beginn der Infektionswelle Ende Dezember hätten sich in dem Senioren-Zentrum bisher insgesamt 92 Bewohner und 41 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert.

Als genesen gelten den Angaben zufolge inzwischen 53 Bewohner und 24 Heimmitarbeiter. Die Sprecherin sagte, es spreche vieles dafür, dass das Infektionsgeschehen in dem Heim den Höhepunkt überschritten habe und nun wieder abflache. Mehrere Medien hatten zunächst über den erst jüngst öffentlich bekanntgewordenen Corona-Ausbruch in dem Heim berichtet.

Das Landesgesundheitsamt prüft nach Angaben des Landratsamts nun, ob die Infektionswelle in dem Seniorenzentrum bereits auf eine mutierte Coronavirus-Variante zurückzuführen sei. Die Ergebnisse dazu würden Mitte der Woche erwartet, sagte die Sprecherin.

17.03 Uhr: Corona-Ausbruch bei Airbus - Quarantäne für rund 500 Mitarbeiter

Beim Flugzeughersteller Airbus in Hamburg hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Insgesamt 21 Mitarbeiter seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte Martin Helfrich, Pressesprecher der Gesundheitsbehörde, auf dpa-Anfrage. Für rund 500 Mitarbeiter wurde Quarantäne angeordnet. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Die Ursache der Fälle werde noch untersucht, teilte Airbus mit. Ob es sich um eine hochansteckende Mutation des Virus handelt, kann die Gesundheitsbehörde frühestens Mitte der Woche sagen. Mit mehr als 12 000 Mitarbeitern ist Airbus der größte industrielle Arbeitgeber Hamburgs.

16.09 Uhr: Mehr Einschränkungen ab Montag - Land verkündet Corona-Verschärfungen

Das Land Baden-Württemberg hat seine Corona-Verordnung um die angekündigten Verschärfungen beim Infektionsschutz ergänzt - demnach gelten im öffentlichen Leben von Montag an teils noch größere Einschränkungen. Was das genau bedeutet, haben wir für Sie in diesem Artikel genauer beschrieben.

Wie aus der am Samstag veröffentlichten neuen Corona-Verordnung der grün-schwarzen Landesregierung hervorgeht, müssen ab Wochenbeginn beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel und an der Arbeit medizinische Masken getragen werden. Darunter fallen OP- und FFP2-Masken sowie Mund-Nasen-Bedeckungen der Normen KN95/N95. Kinder bis 14 Jahre dürfen weiter eine Alltagsmasken tragen, Kinder bis einschließlich fünf Jahre bleiben von der Maskenpflicht ausgenommen.

Bei Verstößen gegen die Regeln drohen Bußgelder. Für den öffentlichen Nahverkehr gab das Verkehrsministerium allerdings bekannt, in Bussen und Bahnen erst ab dem 1. Februar Bußgelder verhängen zu wollen.
Eine Neuregelung gibt es auch für Hundefriseure und Hundesalons: Diese dürfen ihre Dienstleistungen generell wieder anbieten, wenn das Tier vom Kunden abgegeben und erst nach der Behandlung wieder abgeholt wird. Der Tierbesitzer darf also während der Behandlung nicht anwesend sein. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hatte die pauschale Schließung von Hundesalons im Zuge der Corona-Pandemie zuletzt gekippt und bereits eine solche Regelung ins Spiel gebracht.

Bei religiösen Veranstaltungen und Trauerfeiern müssen laut Verordnung Treffen mit mehr als zehn Teilnehmern spätestens zwei Werktage vorher bei der zuständigen Behörde angemeldet werden.
Von Mittwoch an soll zudem ein Alkoholverbot nur noch an bestimmten öffentlichen Orten, etwa in Innenstädten, greifen. Welche Bereiche genau betroffen sind, sollen die Behörden vorab festlegen. Bisher galten für den Ausschank und Konsum von Alkohol striktere Bestimmungen, es war die Rede vom gesamten öffentlichen Raum in Baden-Württemberg. Eine ähnliche Regelung in Bayern war allerdings vom dortigen Verwaltungsgerichtshof gekippt worden.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf eine generelle Verlängerung des Lockdowns und zahlreicher Einschränkungen bis zum 14. Februar verständigt. Baden-Württemberg trägt die Beschlüsse zum großen Teil mit. Bei der Bildung zeichnet sich allerdings ein Sonderweg ab. Grundschulen und Kitas könnten hierzulande bereits ab 1. Februar wieder schrittweise öffnen, wenn das die Infektionszahlen zulassen. Definitiv entschieden ist hierzu aber noch nichts

15 Uhr: Antikörper-Therapie soll schwere Verläufe verhindern

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Aussicht gestellte Covid-19-Behandlung mit Antikörpern soll erwachsenen Patienten mit milden oder moderaten Symptomen und einem Risiko für schwere Verläufe zugute kommen. Eine Anwendung erfolge nach individueller Nutzen-Risiko-Abschätzung der behandelnden Ärzte, teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf Anfrage mit.

Spahn hatte in der „Bild am Sonntag“ mitgeteilt, 200 000 Dosen entsprechender Präparate für 400 Millionen Euro gekauft zu haben. In den USA gibt es für diese Arzneimittel eine Notfallzulassung der Arzneimittelbehörde FDA, in der Europäischen Union sind die Mittel bisher nicht zugelassen. Den Angaben zufolge hat sich das Ministerium Kontingente von zwei der sogenannten monoklonalen antikörperhaltigen Arzneimittel gesichert.

Es handele sich zum einen um den Antikörper Bamlanivimab, der vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelt wird, zum anderen um die die beiden gleichzeitig zu verabreichenden Antikörper Casirivimab/Imdevimab des US-Herstellers Regeneron. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen.

„Nach vorliegender Studienlage könnte die Medikation möglicherweise dabei helfen, die Virusmenge im Körper zu begrenzen und so einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben“, teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Nach Bewertung der zuständigen Bundesoberbehörde, des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), lasse das ermittelte Sicherheitsprofil eine Anwendung nach individueller Nutzen/Risiko-Einschätzung in Deutschland grundsätzlich zu, um der Entwicklung schwerer Verläufe und Hospitalisierung bestimmter Risikogruppen in Ermangelung von geeigneten zugelassenen Therapiemöglichkeiten entgegenzuwirken. Die Arzneimittel sollen in den kommenden Wochen nach und nach den spezialisierten Krankenhäusern kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

13.35 Uhr: Traurig, ängstlich, wütend – Das macht der Corona-Alltag mit der Psyche junger Menschen

Psychotherapeutin Verena Müller aus Villingen untersucht, wie Menschen mit der Corona-Krise umgehen. Der Rat der Expertin, die an der Uni Fribourg in der Schweiz forscht: Dem Alltag Struktur geben und weiterhin Dinge tun, die Freude bringen.

12.15 Uhr: Südafrikanische Corona-Variante erstmals in Stuttgart nachgewiesen

In Stuttgart ist erstmals die zunächst in Südafrika entdeckte Coronavirus-Variante B.1.351 nachgewiesen worden. Entdeckt worden sei die Mutation bei einem Ehepaar, das Anfang Januar aus Südafrika nach Stuttgart zurückgekehrt sei, teilte die Landeshauptstadt am Sonntag unter Berufung auf das eigene Gesundheitsamt weiter mit.

Corona-Tests vor der Abreise aus Südafrika und unmittelbar nach der Einreise nach Deutschland seien zunächst zwar negativ ausgefallen. Doch im Laufe der folgenden Quarantäne hätten beide Eheleute milde Krankheitssymptome entwickelt. Abermalige Corona-Tests seien dann positiv ausgefallen. Laboruntersuchungen hätten in der Folge gezeigt, dass sich beide mit der zuerst in Südafrika entdeckten Corona-Variante angesteckt hätten.

Die Corona-Variante B.1.351 ist mittlerweile in zahlreichen Ländern nachgewiesen. Sie zeichnet sich unter anderem durch mehrere Mutationen aus, die das sogenannte Spike-Protein des Virus verändern. Dieses Eiweiß nutzt das Virus, um sich an die Körperzellen anzuheften und schließlich in sie einzudringen. Abseits dessen steht momentan auch die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 im Blickpunkt. Beide Varianten sollen nach derzeitigen Erkenntnissen ansteckender sein als die bisher vorherrschende.

Das baden-württembergische Landesgesundheitsamt teilte am Wochenende mit, beide Virusvarianten seien seit Ende Dezember im Südwesten in mehreren Kreisen vereinzelt nachgewiesen worden. Bislang bestehe in allen Fällen ein direkter oder indirekter Zusammenhang mit Reisen aus dem Vereinigten Königreich oder Südafrika.

11.22 Uhr: Drei verletzte Polizisten bei Demo gegen Corona-Maßnahmen

Bei einer Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen sind in Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) drei Polizisten verletzt worden. Wie Kollegen von ihnen in der Nacht auf Samstag mitteilten, hatte es am Freitag Rangeleien zwischen rund 25 Demonstranten und Dutzenden Polizisten gegeben.

Auslöser war den Angaben zufolge der fehlende Mund-Nase-Schutz einer Demonstrantin. Zwar habe diese ein Attest vorgezeigt, die Beamten hätten dies aber angezweifelt. Etwas später sei die Situation eskaliert und es habe Rangeleien sowie mehrere Festnahmen gegeben.

Einer der verletzten Beamten musste nach Angaben der Polizei ins Krankenhaus und konnte danach nicht mehr weiter arbeiten. Zu möglichen verletzten Demonstranten machte die Polizei zunächst keine Angaben.

10.15 Uhr: Spahn warnt vor Schuldzuweisungen in Corona-Pandemie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor Schuldzuweisungen bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie gewarnt. „Wir sollten aufpassen, dass 2021 nicht das Jahr der Schuldzuweisung wird. Über Fehler und Versäumnisse reden ist wichtig. Aber ohne dass es unerbittlich wird. Ohne dass es nur noch darum geht, Schuld auf andere abzuladen“, sagte Spahn der „Bild am Sonntag“ („BamS“).

Spahn wird derzeit teilweise für fehlende Impfstoffe mit verantwortlich gemacht. Er hatte aber frühzeitig angekündigt, dass es zunächst sehr wenig geben werde und dann zunehmend mehr.

Bereits zu Beginn der Pandemie im April hatte er um Verständnis für schwierige politische Entscheidungen in der Corona-Krise geworben. Im Bundestag sagte er, „dass wir miteinander wahrscheinlich viel werden verzeihen müssen in ein paar Monaten“. Neben der Politik werde auch für die Gesellschaft und die Wissenschaft eine Phase kommen, in der man feststelle, dass man vielleicht an der einen oder anderen Stelle falsch gelegen habe oder etwas korrigieren müsse.

Bund und Länder hatten vor eineinhalb Wochen die geltenden Lockdown-Beschränkungen noch einmal verschärft und vorerst bis 14. Februar befristet. Inzwischen werden aber Stimmen lauter, die danach ein Ende des Lockdowns fordern. Epidemiologen halten diese Debatte für verfrüht.

8.45 Uhr: Mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 12.000 Corona-Neuinfektionen und 349 weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 12.257 auf 2.134.936 Fälle. 

Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 51.870 Fälle. Die Zahl der Genesenen nach einer Corona-Infektion gab das RKI mit etwa 1.807.500 an.

Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 111,1 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 23. Januar: 

20.04 Uhr: 1486 Corona-Neuinfektionen im Südwesten - 32 weitere Tote

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg um 1486 Fälle gestiegen. Außerdem wurden 32 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie das Landesgesundheitsamt am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 284 375 Ansteckungen und 6617 Todesfälle unter Infizierten registriert worden. Als genesen gelten 245 376 Menschen.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner beträgt landesweit demnach 90,3. Wie am Vortag liegen 43 Stadt- und Landkreise über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Ab einem Inzidenzwert von 50 können die Gesundheitsämter die Infektionsketten wieder verfolgen und Lockerungen sind möglich.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 473 Covid-19-Patienten im Südwesten derzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wie die Behörde weiter mitteilte. 279 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 88 Prozent der 2454 betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

19.13 Uhr: Israel beginnt mit Corona-Impfung von Jugendlichen

Israel hat mit der Corona-Impfung von Jugendlichen begonnen. Die größte Gesundheitspflegeorganisation des Landes, Clalit, ließ den ersten Teenagern am Samstagmorgen eine Spritze verabreichen, wie es auf der Website der Organisation hieß. Das Gesundheitsministerium hatte am Donnerstag angekündigt, bei Zustimmung der Eltern die Impfung von Oberschülern zwischen 16 und 18 Jahren zu genehmigen. Die drei weiteren Gesundheitsorganisationen wollten zu einem späteren Zeitpunkt mit der Impfung von Jugendlichen beginnen. 

Seit Beginn der Impfkampagne vor einem Monat erhielten mehr als 2,5 Millionen der insgesamt rund neun Millionen Einwohner die erste Impfdosis, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 900.000 Menschen erhielten bereits die zweite Spritze.

18.54 Uhr: Spahn erwartet für Februar drei Millionen Impf-Dosen von Astrazeneca

Deutschland erhält nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Februar mindestens drei Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca - trotz der Lieferengpässe des Unternehmens. Die erwartete Liefermenge sei "leider weniger, als erwartet war", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". Allerdings sei es durchaus eine "gute Nachricht", dass Deutschland im Februar diese Lieferung bekomme, sagte Spahn.

Es zeige sich nun einmal mehr, dass die Produktion von Impfstoffen deutlich komplexer sei als manche Überschrift vermuten lasse, sagte Spahn. Er erneuerte aber sein Impfversprechen, im Sommer allen Bürgern ein Impfangebot machen zu können: "Wenn die erwarteten Zulassungen weiterer Impfstoffe kommen, bleibt es dabei."

Auch an dem Ziel, die Über-80-Jährigen bis Ende März durchzuimpfen, hält Spahn fest: "Stand heute wird jeder aus der ersten Gruppe bis Ende März ein Impfangebot erhalten."

Kritik an dem mangelnden Impftempo in Deutschland im internationalen Vergleich wies der Minister zurück. "Ich halte von diesen täglichen Vergleichstabellen wenig. Sinnvoll vergleichen können wir in zwei oder drei Monaten", sagte Spahn. Deutschland habe mit den Pflegeheimen angefangen, das sei aufwändiger und dauere länger.

17.24 Uhr: 16.417 Corona-Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.417 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 879 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 18.678 Neuinfektionen und 980 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 112,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

17.02 Uhr: Berliner Klinik stoppt Aufnahmen wegen Corona-Mutation

Das Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum nimmt nach mehreren entdeckten Infektionen mit der gefährlichen britischen Coronavirus-Variante keine Patienten mehr auf. Routinescreenings in der Station für Innere Medizin und Kardiologie ergaben positive Nachweise bei bislang 14 Personen, wie die Klinik am Samstag bestätigte.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende.

Der seit Mitternacht verhängte Aufnahmestopp gilt bis auf Weiteres. Notfälle werden in andere Krankenhäuser gebracht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses stehen unter sogenannter Pendelquarantäne: Sie dürfen nur zwischen ihrem Zuhause und der Klinik unterwegs sein.

16.12 Uhr: Neue Corona-Verordnung verschärft Regelungen für Gottesdienste

Auch in Gottesdiensten in Baden-Württemberg müssen ab Montag (25. Januar) FFP2-Masken oder andere medizinische Masken getragen werden. Außerdem müssen Gottesdienste mit mehr als 10 Teilnehmern bei der zuständigen Behörde spätestens zwei Werktage im Voraus angezeigt werden, sofern mit dieser keine generellen Absprachen getroffen wurden, heißt es in der fünften Verordnung der Landesregierung zur Änderung der Corona-Verordnung, die am Samstag beschlossen wurde. Eine ähnliche Regelung für Gottesdienste gilt bereits in Bayern.

15.16 Uhr: Mehr als 200 neue Corona-Infektionsfälle in China

In China, wo das Corona-Virus Ende 2019 erstmals aufgetreten war, sind mehr als 200 neue Corona-Infektionsfälle entdeckt worden. 69 der insgesamt 206 Neuinfektionen gab es in den nordöstlichen Provinzen Heilongjiang und Jilin, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Betroffen waren demnach zudem auch die Provinz Hebei mit 15 Fällen. Aus der Hauptstadt Peking und der Millionenmetropole Shanghai wurden je drei Fälle gemeldet. 107 der Infizierten zeigten Symptome, wobei in 17 Fällen das Virus aus dem Ausland nach China gebracht worden sei, wie es weiter hieß.

Diese neuen Fällen fallen zeitlich mit dem Beginn eines 76 Tage dauernden Lockdowns der Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei vor einem Jahr zusammen. Dort war das Virus im Dezember 2019 erstmals aufgetreten. Mit strikten Maßnahmen ging das bevölkerungsreichste Land gegen das Coronavirus vor. Dazu zählten Ausgangssperren für Millionen, Zwangsquarantäne, Massentests und strikte Einreisebeschränkungen. Seit dem Sommer konnte das Virus damit weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Das Leben und die Wirtschaftstätigkeit hat sich insgesamt wieder normalisiert.

14.00 Uhr: Baden-Württemberg hebt generelles Alkoholverbot im öffentlichen Raum auf

Mit der Neugestaltung der Corona-Verordnung wird in Baden-Württemberg kommende Woche auch das generelle Alkoholverbot im öffentlichen Raum abgeschafft. Kommunen können dennoch weiterhin lokal begrenzte Verbote erlassen.

13.15 Uhr: Corona-Rettungsschirm für mittelgroße Unternehmen mäßig nachgefragt

Die Nachfrage nach dem vom Land Baden-Württemberg aufgespannten Corona-Rettungsschirm für mittelgroße Unternehmen ist bisher mäßig. Seit dem Start des Beteiligungsfonds im Dezember gebe es nur einen vorläufigen Antrag und darüber hinaus vier „konkrete Interessenbekundungen“, teilte das CDU-geführte Landeswirtschaftsministerium auf Anfrage mit.

Das Programm richtet sich an Firmen mit mindestens 50 und maximal 250 Mitarbeitern, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind. Es geht es darum, dass das Land sich etwa als stiller Gesellschafter in Firmen einkauft oder Nachrangdarlehen gewährt, um pandemiebedingte Eigenkapitalverluste teils wieder auszugleichen.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bezeichnete den Beteiligungsfonds als „Ultima Ratio“ für unter Druck geratene Firmen aus dem Südwesten - man freue sich, wenn nicht allzu viele Unternehmen von diesem letzten Mittel Gebrauch machen müssten, sondern wenn diesen etwa mit anderen Unterstützungsprogrammen geholfen werden könne. Das Land und der Bund haben diverse Hilfsprogramme aufgestellt.

Dennoch soll der Beteiligungsfonds zeitlich nochmal ausgeweitet werden. Nach Ministeriumsangaben will das grün-schwarze Kabinett den Zeitraum, in dem Rekapitalisierungsmaßnahmen aus diesem Programm prinzipiell gewährt werden können, am kommenden Dienstag um drei Monate bis Ende September 2021 verlängern.

11.10 Uhr: Volle Kitas und Grundschulen erwünscht? Notbetreuung in der Kritik

Angesichts weiter steigender Zahlen von Kindern in Notbetreuung schlagen Baden-Württembergs Lehrer- und Erzieherverbände Alarm. In sehr vielen Kitas und Grundschulen gebe es eine Auslastung von 60 bis 70 Prozent, erklärte ein Sprecher des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Die Gewerkschaft Verdi bemängelte, dass Kitas durch die unverbindlichen Regelungen faktisch die ganze Zeit offen seien - mit Teams in voller Besetzung. Das Kultusministerium will jedoch an den Zugangsbedingungen nichts ändern - und nennt weit niedrigere Zahlen.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, den Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 14. Februar zu verlängern. Baden-Württembergs Landesregierung plant jedoch eine schrittweise Öffnung von Kitas und Grundschulen ab dem 1. Februar, sofern die Infektionszahlen das zulassen. Für Kita-Kinder und Schüler der Klassen 1 bis 7 soll es aber schon vorher wie bislang die Möglichkeit einer Notbetreuung geben. Die Voraussetzungen dafür sind recht vage formuliert.

Genau das stößt bei den Verbänden auf Kritik. Der VBE forderte „klare Kante und klare Regeln“: Es müssten systemrelevante Berufe definiert werden. Nur Eltern, die beide in solchen Berufen arbeiteten und nachweisen könnten, dass sie an der Arbeit unabkömmlich seien, dürften ihre Kinder in Notbetreuung schicken. Mit den derzeitigen Regelungen könne nicht die Rede von geschlossenen Kitas sein.

Das Kultusministerium hingegen sperrt sich gegen strengere Regelungen. Nicht nur Eltern in systemrelevanten Berufen könnten auf eine Betreuung ihrer Kinder zwingend angewiesen sein, betonte eine Sprecherin. Dass Eltern keinen Nachweis über ihren Bedarf erbringen müssten, liege daran, dass der Vorlauf bis zur Inanspruchnahme der Notbetreuung oft sehr kurz sei.

9.45 Uhr: Schwere allergische Reaktionen auf den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna "selten"

Nach Verabreichung von mehr als vier Millionen Dosen des Vakzins seien nur bei zehn der Impfstoff-Empfänger sogenannte anaphylaktische Schocks aufgetreten, teilte die CDC am Freitag (Ortszeit) mit. Keine der allergischen Reaktionen habe zum Tod geführt.

Die CDC stützte sich bei ihrer Einschätzung auf die Dokumentation von insgesamt 4.041.396 Impfstoff-Dosen, die zwischen dem 21. Dezember 2020 und dem 10. Januar dieses Jahres verabreicht worden waren. Insgesamt wurden dabei 108 allergische Reaktionen festgestellt. Bei zehn Impfstoff-Empfängern, alle von ihnen Frauen zwischen 31 und 63 Jahren, waren diese Reaktionen demnach schwerwiegend. 

Bei neun der Frauen lag laut CDC eine Allergiegeschichte vor, Unverträglichkeiten gegen Impfstoffe waren demnach jedoch nicht bekannt. Ebenfalls neun der Frauen reagierten innerhalb von 15 Minuten nach der Injektion des Moderna-Impfstoffs allergisch. Bei der zehnten Frau trat der anaphylaktische Schock 30 Minuten nach der Verabreichung des Impfstoffs auf. Sechs der Frauen mussten den Angaben zufolge im Krankenhaus behandelt werden.

8.30 Uhr: 16 417 Corona-Neuinfektionen und 879 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 16 417 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 879 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 18 678 Neuinfektionen und 980 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 112,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 22. Januar:

22.00 Uhr: Bill Gates hat sich gegen Corona impfen lassen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat eine Corona-Impfung bekommen. „Einer der Vorteile, 65 zu sein, ist der Zugang zum Covid-19-Impfstoff“, schrieb Gates am Freitag bei Twitter. Er habe diese Woche die erste der zwei Impfdosen erhalten - „und ich fühle mich großartig“.

Gates steht im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. Eine der unbelegten Behauptungen ist, dass Gates unter dem Vorwand der Impfungen Chips zur Kontrolle über die Menschheit einpflanzen wolle. „Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht“, sagte Gates am September bei „Bild Live“.

21.15 Uhr: Söder appelliert an andere Parteien: Kein Wahlkampf in Corona-Krise

Während der Corona-Krise sollen die Parteien nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder bewusst auf Wahlkampf verzichten. Er spüre, dass bereits jetzt einige Parteien versuchten, sich in Stellung zu bringen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitagabend in seiner Rede auf dem digitalen Neujahrsempfang der CSU in München. Wahlkampf sei ja in Ordnung, „aber bitte nicht in jetzigen Zeiten. Ich finde, das sollte so spät wie möglich beginnen.“

Die CSU werde sich in Corona-Zeiten nicht an taktischen Spielen beteiligen, sagte Söder. „Wir orientieren uns nur an der Sache.“ Am 26. September findet die nächste Bundestagswahl statt. An die Adresse der Grünen gerichtet betonte er, dass ein Bündnis mit der Union das Potenzial für viel Interessantes bieten könnte, dafür müssten die Grünen aber zunächst für sich entscheiden, wo ihre Grundlinie sei - wollten sie eine bürgerliche oder eine linke Zukunft, so Söder. Die Positionierung dürfe nicht zu spät erfolgen.

20.15 Uhr: Land will Suche nach Corona-Mutationen ausweiten

Die grün-schwarze Landesregierung will die Suche nach Mutationen des Coronavirus ausweiten. Dafür sollen in Labors im Land möglichst alle positiv getesteten Proben auf die bekannten Virusvarianten untersucht werden. Das geht aus einer Kabinettsvorlage hervor. Darüber hinaus soll die Rate der Vollsequenzierung, mit deren Hilfe auch unbekannte Mutationen aufgespürt werden können, sukzessive gesteigert werden.

„Es geht dabei vor allem um zwei zentrale Punkte. Erstens um eine Kontrolle darüber, wo und wie sich bereits bekannte Mutationen verbreiten“, sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). „Zweitens wollen wir schnell und effektiv nachweisen, ob sich neue, noch unbekannte Mutationen entwickeln.“

20 Uhr: Probleme mit Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in die EU

Mit den geplanten Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in die EU gibt es Probleme. Es könnten weniger Dosen als vorgesehen versendet werden, teilte eine Sprecherin der Pharmafirma mit.

Grund seien Probleme in einer Produktionsstätte. Der Impfstoff ist in der EU noch nicht zugelassen. Am 29. Januar könnte die EU-Arzneimittelbehörde EMA aber grünes Licht geben. Wie groß die Ausfälle sein werden, sagte die Sprecherin nicht.

"Wir werden im Februar und März dutzende Millionen Dosen an die Europäische Union liefern, und wir erhöhen weiterhin die Produktionsmengen." Das Vakzin bleibt anders als die Konkurrenzprodukte der Firmen Pfizer und Biontech sowie Moderna bei deutlich höheren Temperaturen stabil und könnte somit auch von Hausärzten verimpft werden.

19 Uhr: Johnson: Hinweise auf höhere Sterblichkeit bei britischer Coronavirus-Variante

Die zuerst in England nachgewiesene Coronavirus-Mutante B.1.1.7 ist nach britischen Erkenntnissen offenbar tödlicher als frühere Virus-Varianten. Es gebe mittlerweile "Hinweise", dass die Mutante nicht nur ansteckender sei, sondern auch "mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden" könne, sagte Premierminister Boris Johnson in London.

Die Virus-Variante hatte sich zuerst in London und Südengland verbreitet. Großbritannien gehört zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Mehr als 96.000 Infizierte starben bereits. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurde B.1.1.7 mittlerweile in rund 60 Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland.

Nach Experteneinschätzung ist die Virus-Variante bis zu 70 Prozent ansteckender als das ursprüngliche neuartige Coronavirus. Die Verbreitung der Mutante ist ein Grund dafür, dass in Deutschland und anderen Ländern die Corona-Restriktionen zuletzt wieder verschärft wurden.

18.41 Uhr: 1523 Corona-Neuinfektionen im Südwesten, 72 weitere Tote

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg um 1523 Fälle gestiegen. Außerdem wurden 72 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag mitteilte. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 282.889 Ansteckungen und 6585 Todesfälle unter Infizierten registriert worden.

Als genesen gelten nun 243.309 Menschen. Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner beträgt landesweit demnach 91,5. Insgesamt 43 Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Immer mehr Kommunen im Südwesten nähern sich allerdings dem Inzidenzwert von 50 an.

Unter den 44 Stadt und Landkreisen sind derzeit fünf, die nahe an die Schwelle heranrücken, ab der Gesundheitsämter wieder Infektionsketten verfolgen können und Lockerungen möglich sind.

18 Uhr: Mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft

Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung ab Sonntag erstmals mehr als 20 Länder als Hochrisikogebiete eingestuft, für die dann leicht verschärfte Einreiseregeln gelten. Wie das Robert Koch-Institut auf seiner Internetseite mitteilte, gehören dazu das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA.

Bisher hatte die Bundesregierung nur zwischen Gebieten mit besonders ansteckenden Virusvarianten und „normalen“ Risikogebieten unterschieden. Jetzt gibt es drei Kategorien: - „Normale“ Risikogebiete: Das sind Länder oder Regionen über einem Grenzwert (auch Inzidenzwert genannt) von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Das gilt derzeit für fast ganz Europa mit Ausnahme einzelner Gebiete in Griechenland, Finnland, Norwegen, Österreich und Dänemark. Weltweit sind weit mehr als 100 Länder Risikogebiete.

17.46 Uhr: EU plant neue Corona-Reiseauflagen

Wegen der Gefahr durch neue Varianten des Coronavirus wollen die EU-Staaten vermeidbare Reisen weitestgehend ausbremsen, die Grenzen für Waren und Pendler aber offen halten. Das vereinbarten die Staat- und Regierungschefs bei einem Videogipfel.

Zur Debatte stehen nun neue Test- und Quarantänepflichten für Menschen aus „dunkelroten Zonen“ mit sehr hohen Corona-Fallzahlen. In Deutschland entspricht die Rechtslage aber bereits im Wesentlichen den EU-Plänen. EU-Ratspräsident Charles Michel verwies nach rund vierstündigen Gesprächen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstagabend auf eine ernste Lage wegen der neuen, ansteckenderen Virusvarianten, die zuerst in Großbritannien und Südafrika entdeckt worden waren.

Man kämpfe an zwei Fronten: Beschleunigung der Impfungen in Europa und Eindämmung des Virus.

16.43 Uhr: Südwest-Städte und -Gemeinden wollen Schulöffnung ohne Wechselbetrieb

Baden-Württembergs Städte und Gemeinden haben bei der Landesregierung für eine baldige Öffnung der Grundschulen geworben - ohne Wechselbetrieb. Wechselbetrieb mit paralleler Notbetreuung würde „für große Verwirrung sorgen (und) einen maximalen Organisationsaufwand verursachen“, heißt es in einem Schreiben, das Gemeinde-, Städte- und Landkreistag am Freitag an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) versandt haben und das der dpa vorliegt.

Beim Wechselbetrieb dürfen immer nur halbe Klassen an die Schulen kommen. Das würde laut dem Schreiben bedeuten, dass Kinder aus der jeweils anderen Klassenhälfte in die Notbetreuung kommen würden. Dadurch könnten letztlich zwischen 70 und 90 Prozent der Kinder an den Schulen sein, hieß es. Die Kommunen und Kreise befürworten stattdessen einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen, wie es ihn im Sommer 2020 bereits gab. Dabei mussten etwa Betreuungsgruppen voneinander getrennt bleiben.

15.35 Uhr: US-Experte Fauci: Schlechte Corona-Informationen kosteten Leben

Der renommierte Corona-Experte Anthony Fauci geht mit der Informationspolitik der abgewählten Trump-Regierung in der Pandemie hart ins Gericht. Der Mangel an Aufrichtigkeit habe „sehr wahrscheinlich Leben gekostet“, sagte Fauci am Freitag im Nachrichtensender CNN. Es insbesondere „eindeutig nicht hilfreich“ gewesen, über Dinge zu sprechen, „die medizinisch und wissenschaftlich“ keinen Sinn ergeben.

Fauci war am Anfang der Corona-Krise auch häufig bei Auftritten von Präsident Donald Trump dabei, verlor dann aber massiv an Einfluss, während der Präsident die Schwere der Pandemie herunterspielte. Stattdessen fand bei Trump der Radiologe Scott Atlas Gehör, der als Befürworter einer „Herdenimmunität“ mit der Ansteckung vieler Amerikaner galt. Fauci und andere Experten kritisierten diesen Ansatz scharf, und warnten, dass er zu vielen Todesfällen führen würde.

14.50 Uhr: Kita-Gebühren erlassen: Städtetag sieht Land in der Pflicht

Eltern im Südwesten sollen im Januar keine Kita-Gebühren zahlen, wenn sie ihr Kind wegen des Corona-Lockdowns nicht in die Betreuung schicken konnten. Bei der Erstattung der Gebühren sieht der Städtetag die Landesregierung in der Pflicht, wie eine Sprecherin am Freitag erklärte. Wie bereits bei den Schließungen im vergangenen Frühjahr soll sich auch diesmal das Land an den Ausfallkosten der Kommunen und Kindertageseinrichtungen beteiligen.

Seit rund einem Monat sind die Kitas wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte angekündigt, dass sie über die Erstattung der Kita-Gebühren innerhalb der Landesregierung beraten wolle. Dabei geht es um Millionen-Summen.

Bisher verfahren die Kommunen beim Gebührenerlass noch unterschiedlich. Die Stadt Freiburg etwa hat sich dafür ausgesprochen, keine Elternbeiträge zu erheben. Der Gemeinderat muss Anfang Februar noch darüber entscheiden. In Villingen-Schwenningen sowie in Konstanz am Bodensee wartet man dagegen noch auf die Entscheidung der Landesregierung.

14.25 Uhr: Biden will per Erlass neue Hilfen in Corona-Krise durchsetzen

Der neue US-Präsident Joe Biden will per Erlass neue Hilfen für die Bevölkerung in der Corona-Krise einführen, während Pläne für ein neues riesiges Konjunkturpaket auf Widerstand im Senat treffen. Dazu gehört eine bessere Versorgung Bedürftiger mit Lebensmitteln, wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte. Außerdem wolle Biden durchsetzen, dass Arbeitnehmer, die ihre Jobs wegen Corona-Risiken aufgeben, Arbeitslosengeld bekommen. Zudem werde er das Finanzministerium anweisen, die Übermittlung beschlossener Direktzahlungen an Einwohner zu verbessern.

Bei den Lebensmittelhilfen geht es unter anderem um die Versorgung einkommensschwacher Familien. Nach Angaben des Weißen Hauses sind in den USA etwa 29 Millionen Erwachsene und 12 Millionen Kinder von einer „Hungerkrise“ betroffen. Viele Kinder aus ärmeren Haushalten sind auf Schulessen angewiesen - was ihnen nun fehlt, weil Bildungseinrichtungen wegen der Pandemie geschlossen sind. Außerdem will Biden dafür sorgen, dass mehr Bundesbeschäftigte mindestens 15 Dollar pro Stunde bekommen.

13.50 Uhr: Fördermittel für die Dorfgastronomie im Südwesten

Das baden-württembergische Agrarministerium setzt bei der finanziellen Förderung 2021 einen Schwerpunkt bei der Gastronomie auf dem Land. Agrarminister Peter Hauk (CDU) sagte in Stuttgart, gerade im Lockdown sei die enorme Bedeutung der Gastronomie für alle spürbar.

„Fehlt die Gastronomie, zeigt sich ein vielfältiger Mangel: Verluste beim Zusammenkommen der Menschen, Einschnitte im Bereich der Grundversorgung – aber auch am vitalen Ortsbild gibt es Abstriche.“

Von insgesamt 100,2 Millionen Euro an Mitteln für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum fließen im laufenden Jahr rund neun Millionen Euro an Dorfgaststätten, Restaurants und Cafés.

13 Uhr: Elf Todesfälle und sieben akute Infektionen im Pflegeheim in Uhldingen-Mühlhofen

Die Bewohner des Seniorenwohnparks in Uhldingen-Mühlhofen waren die ersten Menschen im Bodenseekreis, die gegen das Coronavirus geimpft wurden. Elf Bewohner sind seitdem mit oder an Covid-19 gestorben. Vermutlich waren sie bereits zum Zeitpunkt der Impfung unerkannt mit dem Virus infiziert oder die Infektion habe kurz danach stattgefunden, sagen die Behörden.

Seit Neujahr sind elf Bewohner im Seniorenwohnpark Uhldingen-Mühlhofen an oder in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die ersten Impfungen gegen das Virus hatten bereits am 31. Dezember stattgefunden.
Seit Neujahr sind elf Bewohner im Seniorenwohnpark Uhldingen-Mühlhofen an oder in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Die ersten Impfungen gegen das Virus hatten bereits am 31. Dezember stattgefunden. | Bild: Mona Lippisch

12.31 Uhr: Pflicht zu medizinischen Masken ab 1. Februar auch beim Fliegen

Fluggäste müssen auch im Flugzeug und auf Flughäfen künftig eine medizinische Maske tragen. Dies gelte ab dem 1. Februar, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mit. Die Masken seien von den Passagieren mitzubringen. Im öffentlichen Personennahverkehr gilt fortan die Pflicht zum Tragen von medizinischen Schutzmasken - damit der Übergang zum Luftverkehr möglichst reibungslos verlaufe, griffen die Luftverkehrsunternehmen den Bund-Länder-Beschluss vom Dienstag auf, erläuterte der Verband. "Damit gelten einheitliche Regeln entlang der gesamten Reisekette."

Erlaubt sind demnach ab Februar sowohl OP-Masken wie auch FFP2-Masken beziehungsweise Masken mit dem Standard KN95/N95 ohne Ausatemventil. Einfache Stoff- oder Alltagsmasken reichten dann nicht mehr aus. Ebenfalls unzulässig seien weiterhin Gesichtsvisiere sowie einfache Mund-Nase-Bedeckungen wie Schals. Das Tragen einer medizinischen Maske ist laut Verband vorgeschrieben für Abflüge ab Deutschland als auch für Flüge nach Deutschland, auf deutschen Flughäfen sowie an Bord der Flugzeuge von Austrian Airlines, Brussels Airlines, Condor, Eurowings, Lufthansa, Swiss und TUIfly.

11.30 Uhr: Null-Covid-Strategie laut Spahn keine Lösung für Deutschland

Aus Sicht von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist die Null-Covid-Strategie für Deutschland nicht geeignet. „Das Modell sehe ich nicht auf Deutschland übertragbar“, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Das Land liege in der Mitte eines Kontinents, in der Mitte der Europäischen Union, „deswegen sehe ich Null als dauerhafte Zielmarke nicht als das, was in einem Land wie Deutschland mit unserer Lage und Situation funktionieren kann.“ Eine Initiative „Zero Covid“ macht sich mit diesem Ziel gerade für einen kompletten Shutdown europaweit stark.

Stattdessen müssten die Infektionszahlen weiterhin reduziert werden und möglichst niedrig bleiben, so Spahn weiter. „Wir müssen einen Weg finden.“ Gegebenenfalls auch mit entsprechenden Maßnahmen an der Landesgrenze, um die Corona-Infektionen in Deutschland zu reduzieren und gering zu halten. „Je näher die Inzidenz an die Null-Inzidenz kommt, desto besser“, ergänzte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

10.57 Uhr: RKI-Präsident Wieler: Gesamtzahl der Toten „schier unfassbar“

Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler sieht die derzeit hohen Todeszahlen sehr kritisch. „Das ist eine bedrückende, für mich schier unfassbare Zahl“, sagte er am Freitag in Berlin über die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Corona von 50 642 Menschen. Trotzdem sehe er die derzeit sinkenden Zahlen positiv. Wenn die Infektionszahlen gering gehalten würden, könnten schwere Verläufe sowie Todeszahlen verhindert und besser kontrolliert werden. Derzeit gebe es an vielen Tagen über tausend Todesfälle. Vor allem die Ausbrüche in Pflegeheimen sieht Wieler kritisch. Etwa 900 Fälle seien bekannt, „wahrscheinlich gibt es auch eine Dunkelziffer.“

10.35 Uhr: Spahn warnt vor zu frühen Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat um Verständnis für die Verlängerung des Corona-Lockdowns geworben. Die aktuellen Zahlen seien in den letzten Tagen ermutigend und gingen in die richtige Richtung, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Aber sie seien immer noch auf einem zu hohen Niveau. Knapp 5000 Covid-19 Patienten seien für das Gesundheitswesen unter Anspannung machbar, aber das könne kein Dauerzustand sein. „Es ist noch nicht vorbei, auch nach einem Jahr nicht, obwohl wir es uns alle wünschen.“

Spahn warnte vor zu frühen Lockerungen und wies wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Risiken durch neue Virusvarianten hin. Man wolle die Verbreitung soweit es geht minimieren und nicht zulassen. Der Gesundheitsminister sagte, es gebe Hoffnung. Das sei die Impfkampagne. „Wir befinden uns zwar auf dem Höhepunkt der Pandemie, und gleichzeitig haben wir den Weg raus aus der Pandemie begonnen“.

10.14 Uhr: RKI-Präsident Wieler sieht "leicht positiven Trend" in der Corona-Pandemie

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sieht in Deutschland einen „leicht positiven Trend“ bei der Entwicklung der Corona-Pandemie. Derzeit würden die Zahlen der Neuinfektionen in den meisten Bundesländern sinken, sagte Wieler am Freitag in Berlin. Dies seien Erfolge des Lockdowns - es dürfe nun aber nicht nachgelassen werden.

9.20 Uhr: Heil kündigt Pandemie-Aufschlag auf Hartz IV und weitere Sozialleistungen an

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will für Sozialleistungen wie Hartz IV einen Aufschlag wegen der Corona-Pandemie durchsetzen. „Auch für hilfsbedürftige Menschen in den Grundsicherungssystemen bedeuten die verlängerten Corona-Maßnahmen zusätzliche soziale Sorgen im Alltag“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). „Deshalb ist es richtig, jetzt zügig einen Zuschuss für Corona-bedingte Belastungen zur Verfügung zu stellen.“

Heil verwies darauf, dass derzeit Kitas, Schulen und viele soziale Einrichtungen geschlossen sind. Außerdem entstünden zusätzliche Ausgaben, etwa für Hygiene-Artikel. „Das trifft insbesondere Kinder, Alleinerziehende, Ältere, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderungen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.“ Neben dem Corona-Zuschuss plädierte Heil dafür, dass auch die Versorgung von Grundsicherungsempfängern mit FFP2- und OP-Masken gesichert werde. Hier trügen Bund und Länder Verantwortung. „Die Bundesregierung hat bereits über Bezugsscheine für Apotheken älteren und vorerkrankten Menschen Masken zur Verfügung gestellt“, rief Heil in Erinnerung. „Diesen Weg sollten wir auch für Grundsicherungsempfänger gehen.“

8.40 Uhr: Drosten bezeichnet Regelungen zum Homeoffice als unzureichend

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hat die kürzlich beschlossenen Regelungen zum Homeoffice als unzureichend bezeichnet. „Da hätte man sicher noch mehr tun können“, sagt Drosten dem „Spiegel“. Es wäre gut gewesen, sich an der irischen Erfahrung im Herbst zu orientieren. „Irland hat damals strikt auf Homeoffice gedrängt, und das war anscheinend sehr effektiv“, sagte Drosten. „Dadurch reduziert sich automatisch die Belegung im öffentlichen Personennahverkehr.“ Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch eine Verordnung verabschiedet, welche die Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht.

8.27 Uhr: EU genehmigt Zuschüsse für deutsche Unternehmen in Not bis zu vier Millionen Euro

Deutsche Unternehmen können vom Staat künftig Zuschüsse in Höhe von bis zu vier Millionen Euro bekommen. Die EU-Kommission genehmigte am Donnerstag diesen Rahmen für die außerordentlichen Wirtschaftshilfen, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Vom Corona-Lockdown betroffene Firmen, Selbstständige und auch Vereine können in Form der sogenannten November- und Dezemberhilfen bis zu 75 Prozent ihrer Umsätze der beiden Vorjahresmonate als Zuschuss bekommen.

Gezahlt wurden bislang nur Zuschüsse von bis zu einer Million Euro pro Unternehmen; der Maximalbetrag von vier Millionen Euro musste von der EU-Kommission noch beihilferechtlich genehmigt werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begrüßte die Entscheidung: "Das ist ein wichtiges Signal für Unternehmen und Beschäftigte und dringend notwendig, um die Substanz unserer Wirtschaft zu erhalten", erklärte er.

8.06 Uhr: Corona-Tests auch in der Kinderbetreuung ausweiten

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) plädiert für eine Ausweitung von Corona-Tests auch in der Kinderbetreuung. „Ich glaube, es ist jetzt sehr wichtig, so lange das Impfen noch nicht möglich ist, die Tests auszuweiten“, sagte sie im ARD-„Morgenmagazin“ am Freitag. Derzeit gebe es in der Kinderbetreuung vor allem freiwillige Tests. Nach der aktuellen Corona-Kita-Studie seien etwa 20 Prozent der Erzieher coronabedingt nicht am Kind. „Das ist eine hohe Zahl“, bemerkte Giffey. Sie seien krank oder in Quarantäne.

„Nach dem 14. Februar braucht es Öffnung“, so die Familienministerin weiter. „Je länger es dauert, desto höher wird der Preis.“ Hierbei spiele Gesundheit gegen Gesundheit, da viele Kinder durch die Einschränkungen in der Pandemie unter Bewegungsmangel und Einsamkeit litten. „Wenn wir über Lockerungen reden, dann müssen Schulen und Kitas die ersten sein“, betonte sie. „Diese drei Wochen, um die es jetzt noch mal geht, da müssen wir alle zusammen auch jetzt durch.“ Diese Kraft müsse jetzt noch mal aufgebracht werden, um eine echte Öffnungsperspektive zu haben.

6.56 Uhr: EU-Staaten wollen Reisen einschränken

Die Sorge wegen neuer Coronavirus-Varianten in der EU ist groß. Nicht notwendige Reisen sollen deshalb möglichst unterbleiben. Vor Verboten schrecken die EU-Staaten bei ihrem Videogipfel aber noch zurück. Den vollständigen Bericht über den Videogipfel finden Sie hier. Ob die Beschlüsse Auswirkungen auf Grenzpendler haben werden, erfahren Sie im Laufe des Tages auf suedkurier.de!

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 21. Januar:

21.50 Uhr: Biden: USA verlangen von Einreisenden künftig Corona-Quarantäne

Reisende in die USA müssen sich wegen der Corona-Pandemie künftig nach ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. Das kündigte der neue US-Präsident Joe Biden am Donnerstag im Weißen Haus an. "Jeder, der aus einem anderen Land in die USA fliegt, wird sich testen lassen müssen, bevor er das Flugzeug besteigt, (...) und sich in Quarantäne begeben müssen, wenn er in den USA ankommt."

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass ab dem 26. Januar vor Flugreisen in die USA ein negativer Corona-Test verlangt wird. Zugleich empfahl die Behörde, in den sieben Tagen nach Einreise zu Hause zu bleiben - es handelte sich aber lediglich um eine Empfehlung.

Biden stellte am Donnerstag, einen Tag nach seinem Amtsantritt, eine nationale Strategie im Kampf gegen das Coronavirus vor. Er unterzeichnete dazu im Weißen Haus zehn Direktiven, die eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie enthalten.

Biden prangerte zugleich Versäumnisse der Regierung seines Vorgängers Donald Trump an. "Im vergangenen Jahr konnten wir uns nicht auf die Regierung verlassen, um mit der notwendigen Dringlichkeit, Konzentration und Koordinierung zu handeln", sagte der Präsident. "Und wir haben die tragischen Kosten dieses Scheiterns gesehen."

21.23 Uhr: EU-Staaten wollen Corona-Schnelltests gegenseitig anerkennen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollen die Ergebnisse bestimmter Corona-Schnelltests künftig in allen EU-Staaten anerkannt werden. Auch für den bevorzugten Einsatz dieser Tests wurden gemeinsame Kriterien entwickelt, wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstagabend mitteilte. Eine entsprechende Ratsempfehlung sei einstimmig verabschiedet worden - rechtlich bindend ist sie aber nicht.

Der gemeinsame Rahmen für den Gebrauch der Corona-Tests sowie die Anerkennung von Ergebnissen sei ein zentrales Instrument, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen und zu einem funktionierenden Binnenmarkt beizutragen, hieß es. Die Anerkennung der Testergebnisse sei wesentlich, um grenzüberschreitenden Verkehr zu erleichtern.

20.19 Uhr: Immer mehr Kommunen nähern sich der Inzidenz-Marke von 50

Immer mehr Kommunen im Südwesten nähern sich dem Inzidenz-Wert von 50 an. Unter den 44 Stadt und Landkreisen sind derzeit vier, die nahe an die Schwelle heranrücken, ab der Gesundheitsämter wieder Infektionsketten verfolgen können und Lockerungen möglich sind. Mit dem Landkreis Tübingen hat nach Zahlen des Landesgesundheitsamts bereits eine Kommune die Hürde gerissen.

Der Inzidenz-Wert von 50 besagt, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 50 liegt. Am Mittwoch hatte Tübingen diese Marke mit einem Wert von 49,4 unterschritten; drei weitere Kommunen lagen bei unter 60. Deren Zahl war am Donnerstag auf vier gestiegen: Außer Primus Tübingen rückte der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 52,4 an den Wert von 50 heran.

Der Hohenlohekreis wies einen Wert von 55, 9 auf, gefolgt von Rastatt mit 59,2 und Baden-Baden mit 59,8. Die rote Laterne trug Pforzheim mit 181. Die-7-Tage-Inzidenz betrug am Donnerstag landesweit 96,2. Am Vortag war sie erstmals seit Ende Oktober auf unter 100 gerutscht. Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg stieg im Vergleich zum Mittwoch um 1916 auf 281.366.

Außerdem wurden wie am Vortag 95 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die Zahl der an und mit Corona Verstorbenen erreicht damit 6513. Als genesen gelten 240.832 Menschen.

19.11 Uhr: Kreis Konstanz: Corona-Mutation bei zwei Personen nachgewiesen

Bei zwei Reiserückkehrern, die im Kreis Konstanz wohnen, ist eine der Corona-Mutationen nachgewiesen worden. Sie kamen aus Südafrika zurück. Das bestätigte das Landratsamt Konstanz auf SÜDKURIER-Nachfrage. „Aufgrund des vorbildlichen Verhaltens und der sofortigen Isolierung ergaben sich keine Kontaktpersonen ersten Grades“, schreibt Pressesprecherin Marlene Pellhammer. Das heißt: Die Personen hatten keinen direkten Kontakt zu anderen Bürgern.

18.31 Uhr: Kommission: EU-weiter Engpass bei Biontech-Impfstoff nur diese Woche

Der Lieferengpass der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer soll nach Angaben der EU-Kommission rasch überwunden sein. Diese Woche werde EU-weit weniger geliefert, nächste Woche aber bereits wieder 100 Prozent der zugesagten Menge, sagte ein Kommissionssprecher.

Der Lieferrückstand dieser Woche werde schnell ausgeglichen. So hätten es die Hersteller mitgeteilt. Hintergrund sind Umbauten in einem Pfizer-Abfüllwerk in Belgien. Für Deutschland ist nach einem bereits bekannten Biontech-Lieferplan vorgesehen, dass in dieser Woche noch etwas mehr Impfstoff kommt - dann aber in der nächsten Woche vorübergehend deutlich weniger.

Ab Anfang Februar soll die Zahl der Dosen dann über Plan liegen, wie das Bundesgesundheitsministerium erläutert hatte. Möglich ist dies auch, da jetzt sechs statt fünf Impfdosen aus einer Ampulle entnommen werden können. In den Bundesländern sind angesichts der Änderungen teils Terminplanungen verschoben worden. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information der Unternehmen kritisiert.

18.20 Uhr: Eisenmann: Familien sollen Schülertickets erstattet bekommen

Bei coronabedingt ungenutzten Schülertickets sollen Familien den Eigenanteil nach dem Willen von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) erstattet bekommen. Weil die Schüler wegen der Corona-Beschlüsse zur Schließung der Schulen ihre Fahrscheine im Januar nicht einsetzen konnten, müssten sie Ausgleich erhalten, sagte Eisenmann. Bereits im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte das Land den Eltern für zwei Monate den Eigenanteil für die Schülertickets erstattet, wie die Blätter berichteten.

Damals bezuschusste das Land die Fahrkarten landesweit einmalig mit 36,8 Millionen Euro. Laut dem CDU-Verkehrsexperten Thomas Dörflinger solle das Geld auch dieses Mal wieder an die örtlichen Nahverkehrsunternehmen fließen. Die Familien würden entlastet, indem sie das nächste Schüler-Monatsticket als Ersatz für den Januar umsonst bekämen würden.

17.21 Uhr: Coronavirus-Variante in Garmischer Klinikum keine neue Mutation

Die am Klinikum in Garmisch-Partenkirchen entdeckte Variante des Coronavirus ist keine neue Mutation. Aus dem Zwischenbericht zur Untersuchung der Proben durch die Berliner Charité gehe hervor, dass es sich um eine erstmals im März 2020 identifizierte Variante handle, teilte das Klinikum mit.

Über die klinische Relevanz der Coronavirus-Variante lassen sich demnach bislang keine Aussagen machen. Vor der Meldung aus Garmisch-Partenkirchen sei das Virus bislang nur bei 102 Patientenproben weltweit entdeckt worden. Allerdings gebe es laut Sequenzierungsbericht bislang keinen Hinweis darauf, dass sich die in Garmisch aufgetretene Mutation auf die Eigenschaften des Virus auswirkt.

16.33 Uhr: Hoffmeister-Kraut: Homeoffice-Vorgaben „mit Maß und Mitte“ umsetzen

Mit Blick auf die angespannte Corona-Lage hat Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) für eine möglichst breite Homeoffice-Nutzung geworben. Zugleich mahnte sie aber auch „Maß und Mitte“ bei der Umsetzung der von Bund und Ländern vereinbarten Vorgaben an. „Ich wünsche mir sehr, dass jedes Unternehmen sorgsam prüft und sicherstellt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht zwingend vor Ort sein müssen, ihre Aufgaben von zu Hause erledigen können“, sagte sie nach einem Spitzentreffen mit Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und Verwaltungen.

Umgekehrt seien die Beschäftigten aufgefordert, ein Angebot wenn möglich auch zu nutzen. Sie bedauere, dass mit den Vorgaben auf Regulierung und Bürokratie statt auf Freiwilligkeit gesetzt werde, bekräftigte die Ministerin. Es entstünden zusätzlicher Aufwand und Potenzial für Streit über die Beurteilung von Einzelfällen. Zudem forderte sie finanzielle Unterstützung des Bundes für Firmen bei der Umsetzung der Vorgaben.

15.30 Uhr: So geht die Corona-Impfung in Baden-Württemberg voran

Seit Ende Dezember 2020 wird in Deutschland und in Baden-Württemberg geimpft. Wie viele Dosen im Südwesten verabreicht wurden und wie der aktuelle Stand ist, erfahren Sie täglich hier im Überblick.

14 Uhr: Experten halten tödliche Reinfektion mit Corona für seltene Ausnahme

Eine erste Corona-Infektion hatte der Mann aus dem Schwarzwald überstanden, die zweite aber überlebte er nicht. Der Fall ist tragisch, aber Experten zufolge kein Grund zu größerer Beunruhigung. „Das ist ein Ausnahmefall, nach dem ich keine Alarmglocken läuten lassen würde“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, am Donnerstag der dpa.

Reinfektionen - also eine Ansteckung nach bereits durchgemachter Infektion - seien selten, aber auch nicht ganz ausgeschlossen. Die bekannten Fälle zeigten, dass Infizierte bei einer ersten Erkrankung nicht immer eine ausreichende Immunität aufbauten und sich erneut anstecken könnten, sagte der Immunologe vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund.

Weltweit sind bislang nur einige Dutzend Fälle von Reinfektionen bekannt. Die meisten registrierten Reinfektionen seien zudem milder verlaufen als die ersten Ansteckungen, wenngleich es auch wenige Ausnahmen gegeben habe, heißt es in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ). „Es ist fast sicher, dass die Immunität nach einer milden ersten Infektion nicht lange anhält“, zitiert das BMJ den Medizinprofessor Paul Hunter von der britischen University of East Anglia. Unter dem Strich verlaufe eine erneute Infektion aber in der Regel weniger schwer, weil das Immunsystem bereits gerüstet sei.

13.46 Uhr: Südwest-Autohandel leidet unter Folgen der Pandemie

Der baden-württembergische Autohandel hat immer mehr mit den coronabedingten Schließungen zu kämpfen. Der Präsident des Verbands des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, Michael Ziegler, sagte am Donnerstag in Stuttgart: „Der Automobilhandel braucht mit Blick auf das Frühjahrsgeschäft dringend eine Öffnungsperspektive. In unseren Showrooms herrscht keine Kundendichte wie im Lebensmittel-Discounter, unsere Betriebe können locker für große Personenabstände sorgen.“ Einen längeren Lockdown würden bereits angeschlagene Betriebe nicht überleben.

Der Neuwagenmarkt sei im vergangenen Jahr im Südwesten zurückgegangen. „Die Lockdowns und die Malaise rund um die Öffnungszeiten der Zulassungsstellen haben den Autohandel 2020 viel Umsatz gekostet.“ Unter den rund 4 100 Innungsbetrieben im Südwesten haben nach Verbandsangaben 2131 einen Autohandel. Zu verstärkten Pleiten kam es aber im vergangenen Jahr nicht, weil die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt war. Ein Sprecher sagte, dies könnte sich aber 2021 ändern, wenn diese auslaufe und Stundungen, Kredite zurückgezahlt oder bedient werden müssten und die Showrooms noch länger geschlossen blieben.

12.45 Uhr: Merkel will Wiedereinführung von Grenzkontrollen vermeiden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will trotz der Gefahren durch Mutationen des Coronavirus eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu europäischen Nachbarstaaten möglichst vermeiden. "Es geht nicht darum, flächendeckende Grenzschließungen einzuführen", dies wäre allenfalls "die Ultima Ratio", sagte Merkel in Berlin mit Blick auf die Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs am Abend.

"Wir werden viel tun, um das zu verhindern", hob sie hervor. Voraussetzung sei allerdings ein ähnliches Vorgehen in der Pandemie-Bekämpfung, also "dass wir alle möglichst dasselbe Ziel verfolgen, die Inzidenzen möglichst runterzubringen", sagte Merkel weiter. Bei wichtige Nachbarstaaten halte sie dies auch für gegeben, konkret nannte Merkel besonders Frankreich, Belgien und die Niederlande.

Mit dem Nicht-EU-Staat Schweiz solle es hier noch Gespräche geben, mit Tschechien sei sie schon im Gespräch. "Wenn ein Land mit einer vielleicht doppelt so hohen Inzidenz wie Deutschland alle Geschäfte aufmacht und wir haben sie noch zu, dann hat man natürlich ein Problem", sagte Merkel allerdings weiter. Insofern könnten Grenzkontrollen "auch nicht vollkommen ausgeschlossen werden, wenn jemand ganz andere Vorstellungen hat".

Auch sehe man schon, dass Infektionsgeschehen auch mit Grenzen zu tun habe. Die Kanzlerin sprach daher auch dafür aus, für die Grenzpendler in der EU gemeinsam ein Testregime zu entwickeln.

12.12 Uhr: Merkel sieht bei Öffnungen Priorität bei Kitas und Schulen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht bei möglichen Öffnungen nach dem derzeitigen harten Corona-Lockdown einen Vorrang für Kitas und Schulen. Es könne auch am 15. Februar nicht alles geöffnet werden, deshalb müssten Prioritäten gesetzt werden, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Zuerst müssten dann Kitas und Schulen wieder geöffnet werden.

11.45 Uhr: Kretschmann verteidigt Impftempo

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Impfstrategie des Landes verteidigt. Baden-Württemberg setze auf Sicherheit und Verantwortung, indem das Land die Hälfte der verfügbaren Impfdosen für die zweite Impfung zurückhalte, während andere Länder einen größeren Teil des Impfstoffs sofort verimpften, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag im Landtag. „Wir liegen da ganz richtig.“

Bei der Zahl der Menschen mit Zweitimpfung liege Baden-Württemberg auf Platz eins, statistisch vor Bayern und Nordrhein-Westfalen. Er wolle nicht behaupten, dass es reibungslos laufe. Kretschmann nannte Fehlbuchungen, falsche Dateneingaben und Probleme mit der Hotline. Aber: „Die Richtung stimmt.“ Man komme wie geplant voran.

11.26 Uhr: Merkel verteidigt harte Maßnahmen in der Corona-Pandemie als notwendig

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die harten Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie als notwendig verteidigt. „Wir handeln aus Vorsorge für unser Land“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Alles diene dem Ziel, „in diesem Jahr die Pandemie in den Griff zu bekommen und schließlich zu überwinden“. Deutschland befinde sich in einer „sehr schwierigen Phase“ der Pandemie. Die Kanzlerin zeigte sich erfreut über die leicht sinkenden Infektionszahlen und die geringere Zahlen an Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Es sei „sehr ermutigend“, dass sich die aktuelle Lage zu entspannen beginne. Die harten Einschnitte begännen sich auszuzahlen. „Die Mühe lohnt sich.“ Sie wisse, dass dieses Virus eine „Zumutung für uns alle“ sei, betonte die Kanzlerin.

Merkel warnte zugleich erneut vor den Gefahren durch Coronavirus-Varianten, die vor allem in Großbritannien grassieren. Die bisherigen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass diese um ein Vielfaches ansteckender seien. In Deutschland seien diese Varianten bisher nicht dominant, trotzdem müsse die Gefahr „sehr ernst“ genommen werden. Es sei noch Zeit, diese Gefahr vorzubeugen.

11.02 Uhr: Start in Grundschulen laut Kretschmann nur in geteilten Klassen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die geplante Öffnung von Kitas und Grundschulen vom 1. Februar an verteidigt. Er sei überzeugt, dass diese Entscheidung „verantwortbar“ sei, wenn die Infektionszahlen weiter sänken, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag im Landtag in Stuttgart. „Dabei gehen wir nicht mit der Brechstange vor, sondern mit Umsicht und Vorsicht.“ Es werde nur eine schrittweise Öffnung bei den Grundschulen geben. Höchstens die Hälfte einer Klasse könne zur selben Zeit unterrichtet werden, sagte Kretschmann. Die Fasnachtsferien vom 15. Februar an werde man nutzen, um nachzuvollziehen, ob sich das Infektionsgeschehen durch die Öffnung geändert habe.

Kretschmann betonte, der Beschluss von Bund und Ländern vom Dienstag lasse dies zu. Auch in anderen Bundesländern seien Kitas und Grundschulen bereits geöffnet. Baden-Württemberg gehe also keinen „Sonderweg“ oder beschreite „Nebenpfade“. Die weiterführenden Schulen blieben zunächst weiter geschlossen, die Ausnahmen für Abschlussklassen erhalten. Der Ministerpräsident erklärte, er habe sich intensiv von Virologen, Epidemiologen sowie Kinder- und Jugendärzten beraten lassen, ob man Kitas und Grundschulen öffnen könne. Es sei klar, dass Kinder unter zehn Jahren deutlich weniger ansteckend seien als Erwachsene. Sie seien kein „Treiber“ des Infektionsgeschehens und würden viel seltener schwer krank. Aber je länger der Lockdown dauere, desto mehr litten die Kleinsten. „Sie brauchen andere Kinder wie der Fisch das Wasser.“ Er warb auch persönlich um Vertrauen für seine Entscheidung: „Ich habe ja den Beruf des Lehrers nicht zufällig ergriffen. Deswegen wiege ich hier auch nicht mit der Viehwaage, sondern mit der Goldwaage.“

10.01 Uhr: Mehrheit befürwortet verlängerten Lockdown

Eine Mehrheit der Deutschen unterstützt laut einer aktuellen Umfrage die Entscheidung von Bund und Ländern, den Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. 69 Prozent der Befragten halten die Maßnahme für angemessen, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten YouGov-Umfrage hervorgeht. Etwa ein Viertel (24 Prozent) sprach sich gegen die Verlängerung aus.

Einen Unterschied bei der Akzeptanz des verlängerten Lockdowns gibt es zwischen Ost und West: Während Westdeutsche ihn zu 70 Prozent unterstützen, halten ihn in Ostdeutschland 65 Prozent für angemessen. Zudem finden ihn Männer häufiger angemessen (72 Prozent) als Frauen (67 Prozent).

9.37 Uhr: Spahn fordert abgestimmte Corona-Tests für Grenzpendler in der EU

Vor dem EU-Sondergipfel zum Umgang mit der Corona-Pandemie hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ein europaweit abgestimmtes Vorgehen bei Corona-Tests von Grenzpendlern ausgesprochen. Man sehe in vielen Grenzregionen, dass das Infektionsgeschehen oft auf beiden Seiten hoch sei und es sich immer wieder gegenseitig "hochschaukeln" würde, sagte Spahn am Donnerstag dem SWR. Auf der anderen Seite würden aber die Pendler gebraucht, auch im Gesundheitswesen.

Spahn sprach daher von "einem Dilemma". Aus Ausweg plädierte der Minister für eine abgestimmte Test-Strategie. "Dann braucht es eben verbindlich Tests", sagte er dem SWR. Es gebe bereits Gespräche mit den Regierungen Tschechiens und Polens, damit Tests von Grenzpendlern entweder dort oder in Deutschland oder im Wechsel regelmäßig stattfinden könnten. Dies müsse nicht unbedingt direkt an der Grenze geschehen, aber solche Tests müssten mehrmals pro Woche stattfinden.

9.07 Uhr: Bewegung in der Verknüpfung der deutschen und schweizerischen Corona-Warn-Apps

Bei der geplanten Verknüpfung der schweizerischen mit der deutschen Corona-Warn-App scheint es Bewegung zu geben. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Jung berief sich auf Informationen aus der Schweizer Botschaft in Berlin, wonach die Verknüpfung der deutschen und der schweizerischen Warnapp im Februar umgesetzt werde. Das Bundesgesundheitsministerium gibt bislang dagegen kein Datum an, stattdessen hieß es lediglich: „Wir befinden uns in Abstimmungen zur Umsetzung der Interoperabilität.“

Die schweizerische App kann bislang nicht mit der deutschen oder anderen Warnapps der EU kommunizieren, weil es keine entsprechende Vereinbarung auf EU-Ebene gibt. Dafür fehlt die datenschutzrechtliche Grundlage, die erst vertraglich festgelegt werden müsste. Wegen der fehlenden Unterschrift aus Bern für das Rahmenabkommen zwischen EU und Schweiz sollen keine neuen Verträge aufgesetzt werden. Deshalb streben Deutschland und die Schweiz nun eine bilaterale Lösung an.

9 Uhr: Reisebranche mit Umsatzeinbruch von 61 Prozent von Januar bis September 2020

Die Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben der Branche im vergangenen Jahr schwer zugesetzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden brachen die Umsätze der Reisebüros und Veranstalter von Januar bis September 2020 um 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein. Besonders drastisch fiel der Rückgang im zweiten Quartal von April bis Juni mit 91 Prozent aus - diese Zeit fiel in den ersten Lockdown.

Einschneidend war angesichts der Reisebeschränkungen auch der Rückgang der Übernachtungen ausländischer Gäste im Sommerhalbjahr von Mai bis Oktober: Die Zahl ging um 68 Prozent auf 17,2 Millionen zurück, wie die Statistiker am Donnerstag mitteilten. Hotels, Gasthöfe und Pensionen kamen dabei insgesamt schlechter weg, Anbieter von Ferienhäusern und -wohnungen verbuchten hingegen sogar ein Plus an Übernachtungen von einem Prozent. Auch die Campingplätze profitierten und konnten das Wegbleiben ausländischer Gäste durch deutsche Reisende kompensieren, sodass unterm Strich ein Plus von sechs Prozent im Sommerhalbjahr stand.

8.24 Uhr: Europa-Politiker sprechen sich gegen Grenzschließungen aus

Vor dem Corona-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag haben sich mehrere Politiker gegen neue Grenzschließungen und Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Die EU-Staaten drohen im Kampf gegen Covid wieder in nationales Kleinklein zu verfallen", sagte die europapolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Franziska Brantner, der Nachrichtenagentur AFP. Auch EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) warnten vor nationaler Abschottung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse sich beim Gipfeltreffen mit ihren EU-Kollegen für europäische Lösungen einsetzen, sagte Brantner. Wichtig seien etwa gemeinsame Regeln fürs Reisen basierend auf Teststrategien. "Grenzkontrollen sind keine Lösung, sondern erschweren nur die Situation in den Grenzgebieten", betonte die Grünen-Politikerin. Auch die Produktionsengpässe bei Corona-Impfstoffen sollten die EU-Länder gemeinsam angehen, "um die angepeilte Impfquote von 70 Prozent bis zum Sommer auch nur annähernd zu erreichen".

7.02 Uhr: Inzwischen mehr Corona-Tote in den USA als im Weltkrieg gestorbene US-Soldaten

Die Zahl der Corona-Toten in den USA ist inzwischen höher als jene der während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gefallenen oder auf andere Weise gestorbenen US-Soldaten. Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis zum späten Mittwochabend (US-Ostküstenzeit) rund 406.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie. Nach Angaben des US-Veteranenministeriums waren im Zweiten Weltkrieg insgesamt 405.399 Soldaten der US-Streitkräfte gestorben.

6.30 Uhr: Mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen und rund tausend Todesopfer

In Deutschland sind binnen eines Tages mehr als 20.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 20.398 Ansteckungsfälle registriert.

Nach den Angaben des RKI wurden zudem 1013 Todesfälle im Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gezählt.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 20. Janaur:

23.53 Uhr: Söder offen für EU-Corona-Impfpass

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist offen für einen EU-Impfpass für Personen, die gegen Corona geimpft sind. „Wenn er funktioniert, ist das eine Idee. Gut wäre, wenn er dann fälschungssicher ist“, sagte der CSU-Chef Söder in der ARD-Talksendung „Maischberger. Die Woche“, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde.

An diesem Donnerstag beraten die 27 EU-Staaten bei einem Videogipfel, ob und wie sie ein gemeinsames Dokument zum Nachweis von Corona-Impfungen einführen. Dass sie jetzt schon Privilegien wie einfacheres Reisen an einen solchen EU-Impfpass knüpfen, ist aber unwahrscheinlich. Bislang ist unter anderem unklar, ob Geimpfte andere weiterhin anstecken können.

23.41 Uhr: Biden ordnet Maskenpflicht für Regierungsgebäude und Flugzeuge an

Die Pandemie ist in den USA weiter außer Kontrolle. Der neue Präsident Biden hat den Kampf gegen das Corona-Virus zu einer seiner wichtigsten Aufgaben erklärt. Nur Stunden nach der Vereidigung ergreift er eine erste Maßnahme.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie für die nächsten 100 Tage eine Maskenpflicht an allen Orten im Zuständigkeitsbereich des Bundes angeordnet. Wenige Stunden nach seiner Vereidigung am Mittwoch unterzeichnete Biden im Weißen Haus eine entsprechende Verfügung. Die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, erstreckt sich auf alle Bereiche, in denen die Bundesregierung Hoheitsgewalt hat. Das sind beispielsweise Gebäude von Bundesbehörden, Flugzeuge und Züge sowie Busse im Verkehr zwischen Bundesstaaten. Auch alle Mitarbeiter der Bundesregierung sind dazu verpflichtet.

Biden hat den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu einem seiner wichtigsten unmittelbaren Ziele erklärt. Die Regierung von Bidens Vorgänger Donald Trump hatte das Tragen einer Maske nur empfohlen. Trump war immer wieder in die Kritik geraten, weil er selbst in der Regel auf eine Maske verzichtete und die Gefahr durch das Coronavirus kleinredete. In einem Tweet nach seiner eigenen Covid-19-Erkrankung hatte Trump geschrieben: „Habt keine Angst vor Covid. Lasst es nicht Euer Leben dominieren.“

23.27 Uhr: Berlin will bei Gipfel Bekämpfung neuer Virusvarianten eng abstimmen

Die Bundesregierung will sich bei einem Videogipfel an diesem Donnerstag für eine enge Abstimmung in der EU bei der Bekämpfung von neuen Varianten des Corona-Virus einsetzen. Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte der Deutschen Welle: „Wenn wir gemeinsam mit unseren Nachbarländern auch die Mutationen niedrig halten wollen, müssen wir alle synchron handeln.“ Als Ziel nannte er, Grenzschließungen zu vermeiden. „Deshalb ist es ganz wichtig, dass im Europäischen Rat Vorsorge getroffen wird. Dass wir jetzt alle gemeinsam die Mutation möglichst stark unterdrücken.“

Der Videogipfel der 27 EU-Staaten beginnt am Donnerstagabend. Dabei suchen Bundeskanzlerin Angela Merkel (ebenfalls CDU) und ihre EU-Kollegen eine gemeinsame Linie im weiteren Kampf gegen die Pandemie. Aktuell gibt es wegen der zuerst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virusvarianten bei vielen EU-Staaten große Sorgen, weil diese Mutationen ansteckender sind. Befürchtet wird, dass EU-Staaten zum Selbstschutz Grenzen abriegeln könnten. Dies könnte den Austausch von Waren im Binnenmarkt bremsen.

23.16 Uhr: 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19.600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

22.58 Uhr: Umfrage: Hälfte der Deutschen hält Corona-Beschlüsse für angemessen

Rund die Hälfte der Deutschen hält die am Dienstagabend von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Schutzmaßnahmen für angemessen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Instituts Forsa für die Sender RTL und n-tv hervor. Einem Viertel der Befragten gehen die Maßnahmen demnach zu weit - ebenfalls etwa einem Viertel nicht weit genug. 70 Prozent sagten zudem, sie rechneten mit einer weiteren Verlängerung des Lockdown über den 14. Februar hinaus, wenn nicht sogar mit einer weiteren Verschärfung.

Mit einer schrittweisen Lockerung ab diesem Termin rechnen nur 23 Prozent. 69 Prozent sprachen sich dafür aus, dass der Bund mehr Kompetenzen in der Schulpolitik erhalten sollte. Für eine Homeoffice-Pflicht sprachen sich 48 Prozent der Befragten aus, etwa ebenso viele lehnten eine solche Pflicht ab.

21.30 Uhr: Mann im Südwesten stirbt nach zweiter Corona-Infektion – Erster bekannter Fall?

In Baden-Württemberg ist ein registrierter Corona-Patient nach einer zweiten Infektion mit dem Virus gestorben. Es ist der erste derartige Fall im Südwesten, der bekannt geworden ist, und womöglich auch in Deutschland. Der Mann habe im Landkreis Freudenstadt gelebt, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwochabend in Stuttgart mit.

Im April 2020 sei erstmals eine Corona-Infektion bei ihm nachgewiesen worden. Ende Dezember 2020 habe sich der Mann erneut angesteckt, was Anfang Januar festgestellt worden sei. „Der Patient verstarb im weiteren Verlauf an einer Covid19-Pneumonie (Lungenentzündung) und Sepsis mit Multiorganversagen.“ Zuerst hatte der Rechercheverbund von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ darüber berichtet. 

20.50 Uhr: EU-Gipfel tagt zu Strategie gegen mutierte Corona-Erreger

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten am Donnerstagabend in einer Video-Konferenz über den weiteren Kurs in der Corona-Pandemie (18.00 Uhr). Im Zentrum steht die Eindämmung neuer Varianten des Coronavirus, die sich schneller verbreiten als der ursprüngliche Erreger. Dazu gehört eine systematische Gen-Analyse von Corona-Proben auf mutierte Viren. Im Gespräch sind auch Listen zu Gebieten, wo die Mutationen auftreten. Sie könnten Grundlage für verschärfte Reisebestimmungen sein.

Darüber hinaus ziehen die Staats- und Regierungschefs eine Zwischenbilanz der seit Ende Dezember laufenden Impfkampagnen. Dabei sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, die Produktion der Wirkstoffe zu erhöhen, um schneller größere Teile der Bevölkerung zu impfen. Kontrovers diskutiert wurde daneben im Vorfeld ein Vorschlag Griechenlands, über gemeinsame Impfzertifikate Urlaubsreisen zu ermöglichen. 

19.31 Uhr: Lockdown wirkt: Inzidenz im Südwesten seit langem wieder unter 100

Der Corona-Lockdown in Baden-Württemberg wirkt: Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liege erstmals seit dem 29. Oktober 2020 wieder unter 100, bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministerium. Zum Vergleich: Kurz vor Weihnachten lag die sogenannte 7-Tage-Inzidenz im Südwesten über 200.

Der Inzidenzwert liege derzeit bei 98,4, teilte das Landesgesundheitsamt am Mittwoch mit. Das Ziel der Politik ist es aber, die Zahl der Neuinfektionen auf 50 pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen zu drücken - nur dann seien die Gesundheitsämter in der Lage, die Kontaktpersonen in Gänze zu verfolgen. Das ist in einem von 44 Stadt- und Landkreisen gelungen: Im Landkreis Tübingen lag der Inzidenzwert bei 49,4. Bereits seit etwa zwei Wochen flacht die Zahl der Corona-Neuinfektionen landesweit ab.

18 Uhr: Merkel mahnt zu größter Vorsicht selbst bei 50er-Corona-Inzidenz

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zu größter Vorsicht im Umgang mit der Corona-Pandemie selbst für den Fall gewarnt, dass wie angestrebt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche erreicht werden sollte.

Man solle „bitte nicht denken, dass, wenn wir bei 50 sind, das Leben des Sommers sofort wieder da ist. Dann sind wir sofort wieder im exponentiellen Wachstum“, warnte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern in einer Video-Schaltkonferenz der Unionsfraktion im Bundestag.

Dort informierte sie die Abgeordneten über die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Vorabend. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwoch bei 123,5 - als Zielwert gelten 50.

Merkel sagte nach diesen Informationen, die Gesundheitsämter müssten ertüchtigt werden, bei den Infektionen wieder die Kontaktnachverfolgung zu schaffen. Sie wurde mit den Worten zitiert: „Ansonsten kriegen wir keinen Spielraum für Öffnungen.“ Wenn etwa in Nachbarländern bei einer Inzidenz von 100 oder 120 geöffnet worden sei, habe es dort zwei, drei Wochen gedauert, bis man wieder im exponentiellen Wachstum gewesen sei. Dann gebe es wieder Beschränkungen, worauf die Infektionszahlen wieder sänken.

16.50 Uhr: Notärztin kritisiert unzureichende Corona-Maßnahmen

Die Tübinger Notärztin Lisa Federle geht hart mit den jüngsten Corona-Beschlüssen der Bundesregierung ins Gericht. „Ich habe wirklich langsam genug. Was überhaupt nicht nachzuvollziehen ist: Wo bleibt die Strategie?“, sagte Federle in Tübingen. Dadurch, dass sich die Impfungen wegen Lieferengpässen verzögerten und die Neumutation um sich greife, werde die Lage dramatischer.

„Und eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen - die Schnelltests - lässt die Regierung außen vor“, erklärte Federle. Durch regelmäßige Schnelltests in Betrieben, Kitas, der Polizei und Feuerwehr würde sich das Risiko weiter vermindern und man hätte eine Strategie und Daten für eine Öffnung nach Mitte Februar.

15 Uhr: Vakzin von Biontech/Pfizer offenbar auch gegen britische Corona-Mutante wirksam

Der Anti-Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer ist ersten Untersuchungen zufolge auch gegen die britische Mutante des Covid-19-Virus wirksam. Zu diesem Ergebnis kommen zwei vorläufige Studien, die nun veröffentlicht wurden. Ein britisch-niederländisches Forscherteam erklärte, dass sich die „meisten Impfungen“ gegen die sogenannte Variante B.1.1.7 als erfolgreich erwiesen.

Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler die Virus-Mutante in Blutplasma von 36 geheilten Corona-Patienten injiziert. In den meisten Fällen sei das Virus „neutralisiert“ worden, bei drei Proben sei dies nur eingeschränkt der Fall gewesen. Die Forscher sind derzeit vor allem hinsichtlich der Mutation E484K beunruhigt, die in Südafrika und Brasilien aufgetreten ist.

Sie empfehlen daher, die Corona-Mutanten weiter streng zu überwachen. Auch ein Team von Biontech und Pfizer kam zu dem Schluss, es sei „unwahrscheinlich“, dass sich die englische Variante des Virus der Wirksamkeit des Impfstoffs entziehen könne.

14.43 Uhr: Merkel ruft zu Unterstützung der Gesundheitsämter auf

Angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Fraktion zur Unterstützung der Gesundheitsämter aufgerufen. In einer Videoschalte mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bat Merkel laut Teilnehmern die Abgeordneten, Kontakt zu den Gesundheitsämtern vor Ort in den Wahlkreisen aufzunehmen und sich nach der Lage dort zu erkundigen.

"Vielleicht kann ja jeder einen virtuellen Besuch bei seinem Gesundheitsamt machen", zitierten Teilnehmer die Kanzlerin. Die Abgeordneten sollten die Gesundheitsämter darauf hinweisen, dass sie auch Unterstützungen etwa vom Bund in Anspruch nehmen könnten, sagte Merkel den Angaben zufolge.

Den Gesundheitsämtern obliegt in der Corona-Pandemie die Kontaktnachverfolgung bei Infizierten. Wegen der hohen Zahl der Neuinfektionen können die Ämter dieser Aufgabe derzeit aber nicht mehr umfassend nachkommen.

14 Uhr: Experte zweifelt an Wirkung von neuer Maskenregel

Der öffentlich bestellte und vereidigte Gutachter für Medizinprodukte, Roland Ballier, kann die neue Regelung der Politik nicht nachvollziehen, wonach nun medizinische Masken zur Pflicht werden, selbstgenähte Masken jedoch nicht mehr zulässig sind. „Einen effektiven Eigenschutz bieten die OP-Masken auf keinen Fall“, sagt der Experte aus Konstanz gegenüber dem SÜDKURIER.

Warum? Zwar seien die seriösen OP-Masken auch CE-zertifiziert, allerdings werde der Mundschutz nicht auf Filterleistung für Viren, sondern lediglich auf Bakterien getestet. „Und Bakterien befinden sich in einer ganz anderen Größenordnung als das Coronavirus“, sagt Ballier, der regelmäßig Masken testet.

Der Experte erklärt, dass die OP-Masken einen ähnlich schlechten Schutz vor Coronaviren böten wie ein Schal, ein Tuch oder selbst gebastelte Textilmasken. „Ich glaube, dass die Politik wieder einmal geschlafen hat. Man ist nicht in der Lage, genügend FFP2-Masken für alle bereit zu stellen. Im Grunde genommen ändert sich an jetzt bestehenden Regel im Sinne des Infektionsschutzes also nichts.“

13.44 Uhr: Spahn rechnet mit vereinzelten Engpässen bei FFP2-Masken

Nach der von Bund und Ländern vereinbarten Pflicht zum Tragen medizinischer Masken in Einzelhandel und öffentlichem Nahverkehr erwartet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kurzfristig vereinzelte Lieferschwierigkeiten bei den FFP2-Masken. Es könne „regional, lokal oder zeitlich“ zu Engpässen kommen, wenn alle an einem Tag das Gleiche kaufen wollen, sagte Spahn in Berlin.

„Stand heute“ gebe es aber keine Erkenntnisse darüber, dass es zu Versorgungsengpässen kommen werde, fügte Spahn hinzu. Er sei optimistisch, dass „ausreichend Masken zur Verfügung stehen werden“. Spahn verwies darauf, dass neben den FFP2-Masken auch jene vom Typ KN95 hohen Schutz gäben.

Die Entscheidung, in Nahverkehr und Einzelhandel neben den FFP2- und KN95-Masken auch so genannte OP-Masken mit weniger effektivem Schutz zuzulassen, habe aber nichts mit etwaigen Lieferengpässen oder Preissteigerungen zu tun, betonte der Minister.

13.21 Uhr: Landkreistag kritisiert Fokus auf Zielmarke von 50 Neuinfektionen

Der Deutsche Landkreistag kritisiert den Fokus von Bund und Ländern auf den anvisierten Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. „Kann der Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner die alleinige Größe für unseren Umgang mit der Pandemie sein? Ich denke nein“, teilte Landkreistag-Präsident Reinhard Sager mit.

Dieser Wert sollte sich auch an der Auslastung der Intensivstationen und am Impf-Fortschritt orientieren. In beiden Feldern seien Erfolge sichtbar, so sei etwa die Zahl der Intensivpatienten rückläufig. Insgesamt müsse die Bevölkerung nach Ansicht Sagers besser mitgenommen werden. Mit der „vor diesem Hintergrund schwierigen 15-Kilometer-Regel“ sei für viele der Bogen überspannt worden.

„Es kommt ganz entscheidend auf die Kooperation der Menschen an. Dafür müssen sie von den notwendigen Einschränkungen überzeugt sein und sie nachvollziehen können. Sonst bröckelt die Moral.“

12.42 Uhr: Heil setzt auf die Umsetzung der neuen Homeoffice-Verordnung durch die Betriebe

„Mir geht es jetzt nicht darum, Unternehmen zu quälen oder ständig zu kontrollieren“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Jeder müsse sich in diesem Land an Recht und Gesetz halten und viele Unternehmen zeigten, was möglich sei. „Jetzt müssen es alle.“

Heil hatte zuvor dem Bundeskabinett eine Verordnung vorgelegt, mit der die von Bund und Ländern besprochenen Homeoffice-Vorgaben für Unternehmen umgesetzt werden sollen. Demnach sollen Arbeitgeber Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anbieten, auch zu Hause arbeiten zu können, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegensprechen. Das Ministerium spricht in den Erläuterungen zu der Verordnung von einer „Pflicht“, Homeoffice anzubieten, „soweit dies nach den betrieblichen Gegebenheiten möglich ist“.

Arbeitgeber seien rechtlich verbindlich gehalten zu schauen, wo Homeoffice möglich sei und müssten ihren Beschäftigten dies dann anbieten, sagte Heil. Auf die Frage, wie das kontrolliert werden solle, riet er dazu, dass Arbeitnehmer zunächst mit ihrem Arbeitgeber sprechen sollten oder sich im Zweifelsfall an den Betriebsrat und im „äußeren Konfliktfall“ an die Arbeitsschutzbehörden der Länder wenden sollten. Nur im Zweifelsfall würden die Behörden kontrollieren und im „allergrößten Notfall“ seien auch Bußgelder möglich. Das stehe aber nicht im Vordergrund, sagte der Minister. Er sprach von tiefen Eingriffen in das wirtschaftliche Leben des Landes. „Diese Maßnahmen sind aber notwendig und deutlich weniger restriktiv als in anderen Bereichen der Gesellschaft.“

11.24 Uhr: Eisenmann: Wechselunterricht spätestens ab 22. Februar

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will die Schüler und Schülerinnen im Februar schrittweise an die Schulen zurückholen. Die Grundschulen sollen ab 1. Februar wieder in den Präsenzunterricht einsteigen, betont Eisenmann in einem Brief an das Staatsministerium, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In der ersten Februarwoche könnten zunächst die Klassen 1 und 2 zurückkehren, während die Klassen 3 und 4 noch eine Woche länger zuhause lernen.

Kitas sollen nach Eisenmanns Vorstellung ab 1. Februar mit Betrieb in festen Gruppen wieder komplett öffnen. Für die Klassen 5 bis 7 soll es zunächst Wechselbetrieb geben. Spätestens nach der Faschingswoche, also ab dem 22. Februar, sollen alle weiterführenden Schulen mit dem Wechselunterricht begonnen haben. Die Präsenzpflicht bleibe weiterhin ausgesetzt, schreibt sie.

Die Landesregierung will kommende Woche über ein Öffnungskonzept entscheiden.

11.20 Uhr: Mediziner rechnen mit noch längerem Lockdown als bis Mitte Februar

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet mit einer weiteren Verlängerung der Maßnahmen gegen das Coronavirus über Mitte Februar hinaus. Man müsse die Menschen daran gewöhnen, dass das jetzt eine Lebensform für den Rest dieses Winter sei, mit der man leben müsse. „Andernfalls schlägt dieses Virus mit großer Macht zurück“, sagte er am Mittwochmorgen im Radioprogramm SWR Aktuell.

Auch die Intensiv- und Notfallmediziner gehen davon aus, dass eine Verlängerung der Maßnahmen bis Mitte Februar nicht ausreichen wird. „Wir werden mindestens bis Ende Februar oder Anfang März benötigen, wenn die Maßnahmen wie jetzt zu beobachten greifen, um die Patientenzahl auf den Hochpunkt der ersten Welle zu drücken – knapp unter 3000“, sagte Gernot Marx, Vorsitzender der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Trotz eines ersten leichten Rückgangs der Covid-19-Patienten würden immer noch 5000 von ihnen auf den Stationen liegen. Man solle sich keine Illusionen machen, dass Mitte Februar die Innenstädte und Restaurants wieder öffnen könnten.

9.42 Uhr: Gewerkschaft hält geplante Kita- und Schulöffnung für „utopisch“

Die geplante Öffnung von Grundschulen und Kitas ab Februar ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) angesichts fehlender Schutzmasken und mangelnden Personals nicht umsetzbar. So lange noch Sicherheitsmaßnahmen fehlten, sei ein solcher Schritt für Kitas und Schulen ab dem 1. Februar in der aktuellen Corona-Situation utopisch, sagte die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein am Mittwoch in Freiburg.

„Die Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und den pädagogischen Profis in Kitas und Schulen muss aber immer unser höchstes Ziel sein.“ Es wünschten sich zwar alle, wieder in die Kitas und Klassenzimmer zurückkehren zu können. „Wenn das aber aufgrund der Infektionszahlen oder aufgrund der Gefahr durch neue Virusvarianten nicht möglich ist, müssen leider Kitas und Schulen geschlossen bleiben“, sagte Stein.

9.04 Uhr: Unterstützung für alle Soloselbstständigen und Betriebe

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verspricht mehr Unterstützung für Soloselbstständige und Betriebe aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie. 7500 Euro Fixkostenpauschale könnten Soloselbstständige bis Juni abrechnen. „Jetzt gilt es für alle, die Soloselbstständige sind“, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“ am Mittwoch. „Das wird ihnen helfen über diese schwierigen Monate zu kommen.“ Auch bei den beschlossenen Maßnahmen zum Homeoffice sollten kleinere Betriebe berücksichtigt werden. „Überall dort Homeoffice, wo es geht, aber eben auch nur dort, wo es geht.“ Es müsse mit „Augenmaß“ umgesetzt werden.

Kontrollen oder Sanktionen bei der Einhaltung der Homeoffice-Regelungen würden seiner Meinung nach „nur ganz selten“ gebraucht werden. „Wir wollen kein bürokratisches Gebilde, sondern wir wollen erreichen, dass es flexibel im Interesse der Betriebe und Arbeitnehmer funktioniert.“ Es müssten so wenig Menschen wie möglich im öffentlichen Nahverkehr oder auf den Straßen sein. „Wir müssen soziale Kontakte reduzieren“, so Altmaier. „Wir wollen so wenig staatliche Regulierungen wie möglich.“

8.56 Uhr: GEW beklagt Schlupflöcher bei Corona-Beschlüssen zu Schulen und Kitas

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den Bund-Länder-Beschluss zur Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf, da dieser zu viele Schlupflöcher habe. Die Länder könnten auch nach dem Beschluss von Dienstagabend, den Lockdown für Schulen und Kitas bis zum 15. Februar zu verlängern, entscheiden, „wie sie die Vereinbarung umsetzen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). „Damit bleibt es beim föderalen Flickenteppich in der Bildung.“

Grundsätzlich begrüße die GEW, dass die Präsenzpflicht für Schulen und Kitas zur Eindämmung der Pandemie weiterhin ausgesetzt sei. Tepe wies aber darauf hin, dass aus Gewerkschaftssicht alle Seiten - Lehrer, Kinder und Eltern - „endlich ein bundesweit einheitliches, verbindliches Vorgehen“ wollten. Schulen und Kitas bräuchten eine klare Strategie und einen verlässlichen Stufenplan, der vorgebe, bei welchen Ansteckungszahlen welche Maßnahmen greifen. „Die Akzeptanz der Beschlüsse sinkt bei allen an Schule und Kita Beteiligten, wenn die Länder wie bisher auch bei vergleichbaren Inzidenzzahlen unterschiedliche Maßnahmen ergreifen“, sagte Tepe.

8.23 Uhr: Britische Corona-Variante bereits in 60 Ländern nachgewiesen

Die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen in mindestens 60 Ländern ausgebreitet. Innerhalb einer Woche sei die Virus-Variante damit in zehn weiteren Staaten entdeckt worden, teilte die WHO am Mittwoch mit. Die Mitte Dezember erstmals nachgewiesene Mutation B.1.1.7 gilt als 50 bis 70 Prozent ansteckender als das Virus in seiner bisherigen Form. Eine weitere in Südafrika entdeckte Virus-Variante wurde nach Angaben der WHO inzwischen in 23 Ländern festgestellt. Diese Mutation ist Experten zufolge ebenfalls ansteckender, ebenso wie die britische Variante aber offenbar nicht tödlicher als die ursprüngliche Form des Virus.

7.48 Uhr: Heil fordert massive Homeoffice-Nutzung und kündigt Kontrollen an

Nach den Bund-Länder-Gesprächen hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Beschäftigten und Unternehmen aufgefordert, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen. Zugleich warnte er in „Bild live“ am Dienstagabend Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an. „Sie müssen klar sagen, wo es geht - und auch, wo es nicht geht. Wo es möglich ist, sollen sie es ermöglichen und das wird im Zweifelsfall auch von Arbeitsschutzbehörden überprüft.“ Von den Beschäftigten erwarte die Regierung, dass sie das Homeoffice im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Anspruch nähmen.

7.20 Uhr: 15.974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15 974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19 600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 19. Januar:

22.45 Uhr: Das ändert sich in Baden-Württemberg bei Masken, Home-Office und Schulen

Die Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse liegt jetzt bei den Ländern. Diese kann gegebenenfalls noch abweichen. Noch ist die neue Verordnung Baden-Württembergs nicht beschlossen. Doch die wichtigsten Punkte hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann heute Abend nach den langen Bund-Länder-Gesprächen schon angekündigt. Klar ist: Bei den Schulen sucht man einen Sonderweg. Was sich in Baden-Württemberg ändert und was bleibt, lesen Sie hier im Überblick.

22.25 Uhr: Bessere Masken, mehr Homeoffice und zwei Wochen Verlängerung

Erst vor zwei Wochen hatten sich Bund und Länder auf eine Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verständigt - nun geht es weiter: Mit einer Verlängerung der bestehenden Vorschriften um zwei Wochen und zusätzlichen Maßnahmen sollen die Infektionszahlen gedrückt werden. Die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels im Überblick.

Die neuen Bund-Länder-Beschlüsse im Überblick

22.15 Uhr: Kretschmann: Kitas und Grundschulen ab 1. Februar schrittweise öffnen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Grundschulen und Kitas im Land voraussichtlich vom 1. Februar an schrittweise wieder öffnen. Er strebe an, Kitas und Grundschulen vorsichtig wieder aufzumachen, „wenn die Infektionslage das zulässt“, sagte der Grünen-Politiker nach dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Krise. Die endgültige Entscheidung werde man in der kommenden Woche treffen.

22.05 Uhr: Bundesregierung einigt sich auf Nachbesserungen bei Corona-Hilfen

Die Bundesregierung bessert nach massiver Kritik aus der Wirtschaft bei den Corona-Hilfen für Unternehmen nach. „Die Hilfen werden einfacher, umfangreicher und zielgenauer“, sagte Finanzminister Olaf Scholz. Scholz erzielte eine Einigung mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier. 

Künftig soll es nach den Worten von Scholz einen erweiterten Zugang zu den Hilfen geben, außerdem soll der Förderhöchstbetrag aufgestockt werden. Auch die Abschlagszahlungen sollen erhöht werden, das sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen.

21.45 Uhr: Bund und Länder verlängern Corona-Lockdown bis Mitte Februar - Schulen bleiben bis dahin geschlossen

Der bis Ende Januar befristete Lockdown wird bis 14. Februar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht. Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen.  Das Bundesarbeitsministerium werde eine entsprechende befristete Verordnung erlassen, kündigte Merkel an.  

Die Maskenpflicht wird verschärft: In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden.

Die geltenden Corona-Auflagen für Schulen und Kitas werden ebenfalls bis zum 14. Februar verlängert. Bis dahin sollten die Einrichtungen geschlossen oder die Präsenzpflicht ausgesetzt bleiben. Dieser Punkt war in den Spitzenberatungen von Bund und Ländern besonders umstritten.

Das sind die Beschlüsse zwischen dem Bund und den Ländern. Die Umsetzung liegt jetzt bei den Ländern. Diese kann gegebenenfalls noch abweichen. Für Baden-Württemberg äußert sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann noch.  Wir informieren Sie in diesem Ticker.

21.29 Uhr: Streit um Umgang mit Schulen bei Bund-Länder-Beratungen

Bei den Beratungen von Bund und Ländern hat es Streit darüber gegeben, wie bei einer Verlängerung des Lockdowns mit Schulen und Kitas umgegangen werden soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend von Teilnehmern der Beratungen vonseiten des Bundes sowie der Länder. Man habe sich beim Schulthema verhakt und suche nach einem Kompromiss. Einige Länder wollten offensichtlich den härteren Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht mitmachen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, sprachen Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) in kleiner Runde darüber, wie ein Kompromiss erzielt werden könnte. Laut „Bild“-Zeitung war auch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) dabei.

Ein Ende der Beratungen am Abend war zunächst nicht absehbar. Bund und Länder hatten sich darüber geeinigt, dass der bis Ende Januar befristete Lockdown bis Mitte Februar verlängert werden soll. Eine Einigung auf ein gesamtes Beschlusspapier gab es aber noch nicht.

20.40 Uhr: Besucher-Tests setzen Pflegeheime unter Druck

Der Verband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) schlägt Alarm: Die seit Montag (18. Januar) geltende Corona-Testpflicht für Besucher von Pflegeheimen bringe die Einrichtungen an die Grenze ihrer Kapazitäten, sagte Stefan Kraft, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle. Auch die wöchentlich dreimalige - statt wie bislang zweimalige - Testung der Mitarbeiter sowie die Testung Externer wie Handwerker verschärften die Lage. „Wir können das nicht mehr stemmen“, sagte Kraft der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Jegliche Hilfe von Soldaten über Mitglieder der Rettungsdienste bis hin zu Ehrenamtlichen sei dringend benötigt. Der Einsatz von Stammpersonal würde die Versorgung der alten Menschen beeinträchtigen. Nach Verbandsangaben sind bundesweit 4000 Heime im bpa organisiert, davon 340 in Baden-Württemberg.

Das Sozialunternehmen der Landeshauptstadt Stuttgart leben&wohnen bot die Testung für Besucher in seinen zehn Pflegeeinrichtungen bis Dienstagmittag gar nicht an. „Unsere personelle Situation ist angespannt, so dass wir leider keine Mitarbeitende für Testungen freistellen können“, hieß es auf der Webseite. Die Stadt teilte später am Tag mit, dass in ihren Pflegeheimen nun mehrmals die Woche kostenlose Antigen-Schnelltests für Besucher angeboten würden. Die Zeiten seien bei den einzelnen Einrichtungen zu erfahren. Zudem bestehe ein Testangebot auf dem Veranstaltungsplatz Cannstatter Wasen und bei Ärzten. Der vorzulegende negative Coronatest darf bei Antigen-Schnelltests höchstens zwei Tage, bei PCR-Tests höchstens drei Tage alt sein.

„Die Testung bindet Personalressourcen, aber zusätzliches Personal wurde dafür nicht eingestellt, zumal es das auch nicht gibt“, so der Geschäftsführende Gesellschafter der BeneVit Gruppe Kaspar Pfister. Der bpa-Bundesgeschäftsführer Herbert Mauel findet es schwierig für die Verbandsmitglieder, die neuen Regeln zu realisieren. Er wünscht sich mehr Spielregeln für das Umsetzen der Testpflicht für Besucher. „Wir fühlen uns ein bisschen alleine gelassen“, sagte er. 

19.45 Uhr: Drosten: Ansteckendere Corona-Variante jetzt noch im Keim ersticken

Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Großbritannien entdeckt wurde. Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. „Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät.“

In Großbritannien hätten Lockdown-Maßnahmen bereits Effekte gezeigt. Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen. „Wir haben den Befund auf dem Tisch. Wir haben es mit einer Mutante zu tun, die sich schneller verbreitet. Das quantitative Ausmaß, das muss man tatsächlich noch mal diskutieren.“ Die Übertragbarkeit der Variante liegt nach Einschätzung Drostens vermutlich unter den anfangs berichteten Werten von 50 bis 70 Prozent.

19 Uhr: 1685 Corona-Neuinfektionen im Südwesten, 105 weitere Tote

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg um 1685 Fälle gestiegen. Außerdem wurden 105 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 277.099 Ansteckungen und 6323 Todesfälle unter Infizierten registriert worden. Als genesen gelten 235.226 Menschen.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner beträgt demnach 104,8. Der Wert liegt in allen 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über 50 - ab jener Marke gilt eine Kommune als Risikogebiet. Nach Daten des Divi-Intensivregisters sind 508 Covid-19-Patienten sind im Südwesten derzeit in intensivmedizinischer Behandlung, wie die Behörde weiter mitteilte. 299 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 88 Prozent der 2451 betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

18.31 Uhr: Maskenpflicht wird wohl verschärft

Bund und Länder haben sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf eine schärfere Maskenpflicht verständigt. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sollen künftig medizinische Masken getragen werden müssen, also sogenannte OP-Masken oder etwa FFP2-Masken, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern der Beratungen vonseiten des Bundes sowie der Länder erfuhr.

Eine Einigung auf ein gesamtes Beschlusspapier gab es am Dienstag aber noch nicht. Medizinische Masken haben eine höhere Schutzwirkung als Alltagsmasken wie etwa Stoffmasken, wie aus einem Entwurf für ein Beschlusspapier hervorgeht. Dies gilt dem Entwurf zufolge gerade vor dem Hintergrund möglicher besonders ansteckender Mutationen des Coronavirus.

18.18 Uhr: Kreise: Bund und Länder einig über Vorgaben für Homeoffice

Bund und Länder sind sich einig über Vorgaben für mehr Homeoffice in Unternehmen. Demnach müssen Arbeitgeber überall dort, wo es möglich ist, den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, sofern die Tätigkeiten es zulassen, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern der Beratungen vonseiten des Bundes sowie der Länder erfuhr.

Dazu werde das Bundesarbeitsministerium eine Verordnung erlassen. Eine Einigung auf ein gesamtes Beschlusspapier gab es aber noch nicht. Angesichts der pandemischen Lage sei auch die weitere Reduzierung von epidemiologisch relevanten Kontakten im beruflichen Kontext erforderlich, hieß es in einem Entwurf für ein Beschlusspapier.

17.40 Uhr: Ärztegewerkschaft fordert Impfungen auch in Kliniken

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund Baden-Württemberg fordert strengere Vorgaben für den Zugang zu Krankenhäusern und Impfungen für die Mitarbeiter vor Ort. „Das Sozialministerium hat letzte Woche mitgeteilt, dass aufgrund der Knappheit des Impfstoffes eine Impfung des medizinischen Personals in den Klinken vorerst nicht möglich sei, sondern nur in den Impfzentren durchgeführt werden kann“, berichtete der 1. Landesvorsitzende Frank Reuther.

„Bei allem Verständnis fragen wir uns schon, warum es in anderen Bundesländern, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen möglich ist, in den Kliniken zu impfen und warum das in Baden-Württemberg nicht klappt, zumal Baden-Württemberg bei der Impfquote im Ländervergleich immer noch Schlusslicht ist.“

In manchen Kommunen müsse das medizinische Personal Termine über die allgemeine Hotline vereinbaren, erklärte der Landeschef weiter. Das dauere mitunter sehr lange. Andernorts vereinbarten die Kliniken zentral Termine mit den Impfzentren für ihre Mitarbeiter.

16.50 Uhr: Baden-Württemberg hält an Alkoholverbot im öffentlichen Raum auch nach Bayern-Urteil fest

Baden-Württemberg wird auch nach dem Urteil in Bayern vorerst am Alkoholverbot im öffentlichen Raum festhalten. „Wir prüfen das Urteil genau, erwarten aber derzeit kein Urteil in Baden-Württemberg“, sagt der Sprecher des Sozialministeriums, Markus Jox, dem SÜDKURIER auf Anfrage. Schon mehrmals habe es unterschiedliche Urteile in einzelnen Ländern zu ähnlichen Regelungen gegeben, ergänzt der Sprecher. Solange es kein entsprechendes Urteil gibt und die epidemiologische Lage es gebietet, will das Land an dem Verbot festhalten: „Wir stehen zu der Regelung, weil es zu Kontaktreduktion führt.“

Zudem nehme die Landesregierung mit Sorge wahr, “dass sich nicht alle an die Aufforderung zu halten, möglichst zu Hause zu bleiben“. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am Dienstag das bayernweite Alkoholverbot im öffentlichen Raum vorläufig außer Vollzug gesetzt.

Zur Begründung teilte das Gericht mit, dass nach dem Infektionsschutzgesetz Alkoholverbote nur an bestimmten öffentlichen Plätzen vorgesehen seien. Die Anordnung eines Alkoholverbots für die gesamte Fläche des Freistaats Bayern überschreite die Verordnungsermächtigung. In Baden-Württemberg gilt ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Derzeit sind nach Angaben des Sozialministeriums aber keine Klagen gegen die Verordnung anhängig.

15.50 Uhr: Wie hoch ist das Corona-Risiko im Büro wirklich? Hintergrundwissen zur Home-Office-Debatte

Wie hoch ist eigentlich die Gefahr, dass man sich in einem Großraumbüro bei seinem Kollegen mit Corona ansteckt? Eine Simulation des Max-Planck-Instituts in Mainz zeigt, dass sie recht hoch sein kann. Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz würde das Risiko mindern – ein Überblick über Ideen, Regeln und die Wirksamkeit von Abstand halten, Lüften, Luftreinigungsgeräten.

13.35 Uhr: Verwaltungsgerichtshof kippt bayernweites Alkoholverbot im öffentlichen Raum

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das von der Landesregierung für ganz Bayern verhängte Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt. Nach dem Infektionsschutzgesetz sei nur an bestimmten öffentlichen Plätzen ein Alkoholverbot vorgesehen, entschied das Gericht in München und gab damit dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg Recht. Mit dem pauschalen Alkoholverbot in ganz Bayern habe die Landesregierung die Verordnungsermächtigung des Bundesgesetzgebers überschritten.

13.30 Uhr: Scholz: Regierung bessert Corona-Hilfen nach

Die Bundesregierung bessert die Corona-Hilfen für Unternehmen nach. „Die Hilfen werden einfacher, umfangreicher und zielgenauer“, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Rande von digitalen Beratungen der EU-Finanzminister. Darauf habe er sich mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (SPD) geeinigt. So sei ein erweiterter Zugang zu den Hilfen geplant, außerdem solle der Förderhöchstbetrag aufgestockt werden.

Auch die Abschlagszahlungen sollen erhöht werden, das sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen. Am Dienstag beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Dort geht es um eine Fortsetzung des Lockdowns bis in den Februar hinein sowie um mögliche schärfere Regeln. Erwartet wurde, dass die Nachbesserungen bei den Corona-Hilfen Bestandteil des Beschlusses sind. Entscheidend ist aber eine Verständigung innerhalb der Bundesregierung, weil der Bund die finanziellen Mittel gibt.

12.40 Uhr: Anmeldungen für Termine in Kreisimpfzentren, aber kaum Impfstoff da

Trotz der Lieferverzögerungen bei den Impfstoff-Lieferungen des Pharmakonzerns Pfizer gehen die 50 Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg am Freitag an den Start. Erste Termine konnten zwar am Dienstag vereinbart werden. Allerdings bremste das Gesundheitsministerium sogleich die Euphorie: „Klar ist: Es wird sehr, sehr wenig Termine geben. Und viele Menschen werden keinen bekommen“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart.

„Das muss man in aller Deutlichkeit so sagen und wir müssen weiterhin um Geduld bitten.“ Grund seien weniger die fehlende Kapazität oder das Personal als der nicht vorhandene Impfstoff. Nach Angaben des Ministerium sollte am Dienstag noch die vereinbarte Menge des Impfstoffs von Pfizer/Biontech geliefert werden.

Dem Betrieb der Kreisimpfzentren stehe damit nichts im Wege. Bis Ende Januar könne dort auch bei Lieferverzögerungen geimpft werden, allerdings weniger als geplant. Pfizer hatte wegen der Erweiterung seiner Kapazitäten im zentralen Werk in Belgien angekündigt, die Lieferungen des Corona-Impfstoffs reduzieren zu müssen. Nach Angaben von Ministeriumssprecher Markus Jox stehen in den ersten beiden Wochen in jedem KIZ lediglich 585 Impfdosen pro Woche für eine Erstimpfung zur Verfügung.

11.46 Uhr: Apothekerverband rechnet mit steigenden Preisen für FFP2-Masken

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) rechnet mit steigenden Preisen für FFP2-Masken, sollten Bund und Länder eine flächendeckende Tragepflicht beschließen. „Eine denkbare FFP2-Maskenpflicht für alle Bundesbürgerinnen und -bürger würde eine stark erhöhte Nachfrage bedeuten, die im Markt zu erhöhten Preisen führen könnte“, sagte die ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening, der „Rheinischen Post“.

Zugleich stellen sich die Apotheken laut Overwiening auf eine wachsende Maskennachfrage ein. „Bislang haben es die Apotheken in einem großen Kraftakt geschafft, viele Millionen FFP2-Masken für weit mehr als 30 Millionen ältere und chronisch kranke Menschen mit Berechtigungsschein zu beschaffen – und sind zuversichtlich, dies auch weiterhin zu bewältigen“, sagte die ABDA-Präsidentin.

11.31 Uhr: Vor Bund-Länder-Runde zu Corona erhebliche Meinungsunterschiede

Kurz vor den neuen Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Dienstagnachmittag gibt es erhebliche Unstimmigkeiten über schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, meldeten SPD-Länder eine Reihe von Änderungen an einer Beschlussvorlage an, die zuvor an mehrere Länder verschickt worden war. Entsprechende Papiere lagen der dpa vor. Vor den von 14 Uhr an geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte es noch Vorgespräche geben.

10.02 Uhr: Lockdown soll bis Mitte Februar verlängert werden

Das Bundeskanzleramt strebt eine Verlängerung der derzeitigen Lockdown-Auflagen bis zum 15. Februar an. Dies geht aus einer Beschlussvorlage für die Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Länder am Dienstagnachmittag hervor, die AFP vorliegt. Bis zu diesem Termin solle eine Arbeitsgruppe "ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie erarbeiten, welche auch die notwendigen Voraussetzungen schafft, ein erneutes Ansteigen der Zahlen zu vermeiden".

Auch über diese Beschlüsse wollen Bund und Länder am Nachmittag diskutieren:

9.36 Uhr: Wirtschaftsministerin warnt vor Folgen einer Homeoffice-Pflicht

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hält eine Homeoffice-Pflicht für Unternehmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie für falsch. „Ich kann nur davor warnen, die ohnehin schon von der Krise massiv gebeutelten Unternehmen jetzt noch mit zusätzlichen Dokumentations- oder Begründungspflichten zu belasten“, sagte sie am Dienstag. „Die Unternehmen können jetzt alles brauchen, aber auf keinen Fall mehr Bürokratie.“ Sie habe große Zweifel, dass eine Homeoffice-Pflicht notwendig sei, um das Infektionsgeschehen dauerhaft in den Griff zu bekommen. Für viele Beschäftigte sei eine solche Pflicht auch gar nicht so leicht umsetzbar und zum Teil mit erheblichen Belastungen verbunden. Sowohl bei Arbeitgeber- als auch bei Arbeitnehmervertretern im Südwesten waren die Planspiele auch schon auf Ablehnung gestoßen.

Hoffmeister-Kraut sagte, sie setze auf Freiwilligkeit, Einsicht und Verantwortung - nicht auf Zwang. Im Gegenzug erwarte sie, dass Regeln im Arbeitsschutz auch penibel eingehalten würden.

8.48 Uhr: Kretschmann wirbt erneut für Verschärfungen

Unmittelbar vor den Bund-Länder-Gesprächen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann schärfere Maßnahmen erneut befürwortet. Die bisherigen Maßnahmen wirkten, sagte der Grünen-Politiker im SWR 2 Tagesgespräch. Aber „da der neue Virus sehr aggressiv ist, muss man über Verschärfungen nachdenken“.

Am wichtigsten sei mehr Homeoffice. Diese Maßnahme hätten Experten besonders betont, weil sich so auch die Kontakte im öffentlichen Nahverkehr stark reduzieren ließen. Außerdem werde über FFP2-Masken gesprochen werden müssen, sagte Kretschmann nach Angaben des Südwestrundfunks in Baden-Baden vom Dienstag weiter. Zudem wolle er bei seinen Länderkollegen für strenge Ausgangsbeschränkungen ab dem Abend werben, wie sie in Baden-Württemberg und Bayern gelten.

7.46 Uhr: Palmer: Corona für Unter-60-Jährige so gefährlich wie Autofahren

Vor den Bund-Länder-Gesprächen über verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hat sich Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer für strenge Kriterien ausgesprochen. Die Belegung der Intensivstationen mit Corona-Patienten sollte zum relevanten Faktor gemacht und die Infektionszahlen bei den Über-60-Jährigen als Frühindikator genutzt werden, um rechtzeitig gegenzusteuern, sagte der Grünen-Politiker der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag). „Nur der Gesundheitsnotstand ist als Argument stark genug für die vielen Freiheitsbeschränkungen. Rauchen, Trinken, Autofahren ist erlaubt, aber für Menschen unter 60 in etwa so gefährlich wie Covid-19.“

Folglich sprach sich Palmer für die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas aus, „weil von dort so gut wie keine akute Belastung für die Intensivstationen droht“. Familien tragen aus Sicht des OB in der Pandemie die größte Last, insbesondere Kinder mit schwierigem Elternhaus. „Sozialverhalten lernt man nicht in Videokonferenzen.“

„Obwohl Kindern und Jugendlichen von Corona keine echte Gefahr droht, sind sie die Verlierer der Schutzmaßnahmen“, sagte Palmer weiter. „Ausgewogener und effektiver wäre es, mehr Homeoffice zu verordnen und Schulen und Kitas wieder zu öffnen.“ Der Spielraum für gezielte Lockerungen sei trotz neuer Virusvarianten da. „Wir müssen ja nur noch die Zeit bis zur Impfung der Älteren überbrücken.“

7.27 Uhr: Deutscher Lehrerverband fordert Stufenplan für Schulbetrieb in Corona-Krise

Vor den Bund-Länder-Beratungen über weitere Corona-Maßnahmen hat der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, klare Pläne für die Schulen gefordert. Er erwarte, "dass endlich ein an Infektionszahlen gebundener Hygienestufenplan für den Schulbetrieb vorgelegt wird", sagte Meidinger der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). Dieser müsse regeln, ab welchem Infektionsgeschehen welche Unterrichtsform für welche Altersgruppe möglich sei.

Zur Auswahl stünden Präsenzunterricht, Wechselbetrieb oder Distanzunterricht, sagte Meidinger der Zeitung. "Bei der Rückkehr an die Schulen sollten die Abschlussklassen und die Primarstufe bevorzugt berücksichtigt werden", forderte er.

Lehrkräfte müssten zudem frühzeitig geimpft werden. "Zumindest für die Gruppe der über 60-Jährigen und der Lehrkräfte mit Vorerkrankungen müsste eine Impfung noch in diesem Quartal unbedingt ermöglicht werden", forderte Meidinger.

7.06 Uhr: Mehr als 11.000 Corona-Neuinfektionen und 989 weitere Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 11.000 Corona-Neuinfektionen und knapp tausend weitere Todesopfer gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 131,5 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken. Angesichts anhaltend hoher Fallzahlen und der Bedrohung durch offenbar deutlich ansteckendere Sars-CoV-2-Varianten beraten die Spitzen von Bund und Ländern am heutigen Dienstag über eine Verlängerung und mögliche Verschärfung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Während eine Fortdauer des Lockdowns in den Februar hinein vorab als sicher galt, blieben diskutierte zusätzliche Maßnahmen in den Bereichen Homeoffice und öffentlicher Verkehr oder eine bundesweite nächtliche Ausgangssperre zunächst ungewiss.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 18. Januar:

22.30 Uhr: Bund und Länder beraten über Verlängerung von Corona-Schutzmaßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berät am Dienstag (14.00 Uhr) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über eine Verlängerung und mögliche Verschärfung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Während eine Fortdauer des Lockdowns in den Februar hinein vorab als sicher galt, blieben diskutierte zusätzliche Maßnahmen in den Bereichen Homeoffice und öffentlicher Verkehr oder eine bundesweite nächtliche Ausgangssperre zunächst ungewiss.

Spitzenvertreter von Bund und Ländern begründen die weiteren Einschränkungen mit der Notwendigkeit, den Rückgang der Infektionszahlen und vor allem auch der Zahl der Corona-Toten zu beschleunigen. Zudem gibt es Sorgen wegen der Gefahr einer Ausbreitung mutierter Varianten des Coronavirus. Darüber ließen sich die Regierenden am Montag in einem Expertengespräch informieren.

21.42 Uhr: EU-Gipfel soll über Impfpass und Impf-Privilegien beraten

Die Frage eines europäischen Corona-Impfpasses und möglicher Privilegien für Geimpfte wird Thema beim EU-Videogipfel am Donnerstag. „Der Prozess des Impfens eröffnet die Debatte über Zertifikate“, schrieb EU-Ratschef Charles Michel am Montag in seinem Einladungsschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs. „Wir werden die Angemessenheit eines gemeinsamen Vorgehens diskutieren sowie, falls das passend ist, die Frage, unter welchen Umständen Ausweise genutzt werden könnten.“

Ob Geimpfte praktische Vorteile haben sollen - etwa Zutritt zu Kinos oder Restaurants oder vereinfachtes Reisen - ist unter anderem in Deutschland umstritten. Griechenland hatte sich dafür stark gemacht, einen in ganz Europa anerkannten Impfpass einzuführen und Geimpften Urlaubsreisen zu erleichtern. Andere EU-Staaten sehen das skeptisch, solange Impfstoff knapp ist und erst wenige Menschen den schützenden Piks bekommen können.

21 Uhr: Möglicher Verstoß gegen Corona-Ordnung: Gladbach streicht Embolo

Wegen eines möglichen Corona-Verstoßes hat Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach Stürmer Breel Embolo „vorsorglich“ aus dem Kader für das Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen gestrichen. Das teilte der Club mit. Zuvor sei bekannt geworden, dass der Schweizer Nationalspieler „möglicherweise gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen“ habe, hieß es weiter.

Damit steht der 23-Jährige nicht im Aufgebot für die Partie am Dienstagabend (18.30 Uhr). Auch ins Mannschaftstraining wird Embolo erst wieder einsteigen, wenn negative Corona-Tests von ihm vorliegen, wie die Borussia weiter mitteilte. Worin die möglichen Verfehlungen des Schweizers bestanden, ließ der Verein zunächst offen.

19.30 Uhr: Möglicherweise neue Coronavirus-Variante in Garmischer Klinikum

Eine möglicherweise neue Variante des Coronavirus ist am Klinikum Garmisch-Partenkirchen entdeckt worden. Derzeit würden Proben an der Berliner Charité untersucht, teilte das Klinikum mit.

Bei einem Ausbruch in dem Krankenhaus habe der Verdacht bestanden, dass eine veränderte Variante die Infektionen verursacht haben könnte. Noch ist unklar, ob sie wirklich neu ist und ob sie Auswirkungen auf die Infektiosität oder die Schwere der Erkrankung hat.

In dem Klinikum waren nach neuen Informationen 53 Patienten und 24 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Bei 35 der Infizierten wurde die Virus-Variante festgestellt. 

Das Klinikum reagierte unter anderem mit Reihentestungen, um den Ausbruch in den Griff zu bekommen. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sagte am Nachmittag, das Klinikum sei sehr offen mit der Situation umgegangen.

19 Uhr: 608 neue Corona-Fälle im Südwesten, 108 weitere Tote

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg zu Wochenbeginn um 608 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 275.414 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Die Zahl der mit oder am Coronavirus Gestorbenen stieg um 108 auf insgesamt 6218. Als genesen gelten 232.902 Menschen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sank weiter leicht und lag am Montag landesweit bei 112,4. Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 - ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet. Über 200 liegt einzig der Stadtkreis Heilbronn.

18 Uhr: Kretschmann will Lockdown um zwei Wochen verlängern und verschärfen

Baden-Württemberg will den Corona-Lockdown ähnlich wie andere Länder um zwei Wochen bis Mitte Februar verlängern. „Da gehen wir mit“, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet in Stuttgart vor der Videokonferenz von Bund und Ländern an diesem Dienstag. Zugleich müssten die Maßnahmen noch einmal verschärft werden, um die Infektionszahlen schneller herunterzubringen.

Alle Experten gingen davon aus, dass die neu aufgetretenen, aggressiveren Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika sich auch in Deutschland ausbreiten werden. Nur wenn man die Inzidenzien jetzt rasch weiter senken könne, sei man in der Lage, die Virusmutationen in den Griff zu bekommen, erklärte Hoogvliet. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) werde sich in der Konferenz vor allem dafür einsetzen, dass mehr Arbeitnehmer ins Homeoffice wechseln. Appelle reichten nicht mehr.

Regierungssprecher Hoogvliet ging davon aus, dass sich Bund und Länder auf eine verschärfte Regelung einigen werden. „Die Bereitschaft, da weit zu gehen, ist groß.“ Es sei zum Beispiel denkbar, dass die Arbeitgeber begründen müssten, warum sie bestimmte Arbeitnehmer nicht ins Homeoffice schicken können.

Kretschmann sei auch offen dafür, wie in Bayern eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen einzuführen. Zudem wolle Kretschmann mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch vor der Konferenz über den Umgang mit dem Grenzverkehr sprechen. Hintergrund sei, dass sich die Virusmutationen etwa in Österreich und Frankreich bereits stärker ausbreite.

17 Uhr: Söder: Lockdown bis Mitte Februar verlängern

Vor den neuen Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Fortführung des Lockdowns bis Mitte Februar. „Wir müssen den Lockdown bis Mitte Februar verlängern“, sagte Söder. Auch beim Distanzunterricht an den Schulen und geschlossenen Kitas soll es demnach bis Mitte Februar bleiben.

„Wir bleiben bei der bisherigen Linie“, sagte der CSU-Politiker. Söder bekräftigte, dass er für Bayern derzeit keine Verschärfung der geltenden Maßnahmen plant. „Bayern hat jetzt schon eines der höchsten Schutzlevel in Deutschland“, sagte er. „Wir sind das Land mit flächendeckender Ausgangssperre, mit einem strengen Radius für Tagesausflügler, haben Kitas geschlossen und alle Schulen im Distanzbetrieb. Seit heute gilt auch die bundesweit strengste FFP2-Maskenpflicht.“

Eine Verschärfung sei deshalb im Freistaat nicht geboten. „Bayern ist mit seinen derzeitigen Maßnahmen gut aufgestellt. Wir müssen immer auch die Akzeptanz der Bevölkerung im Blick behalten, und im Moment ist diese Grundakzeptanz relativ hoch.“

16.04 Uhr: Bundesrat macht Weg für ausgeweitetes Kinderkrankengeld frei

Der Bundesrat hat den Weg für das erweiterte Kinderkrankengeld in Pandemiezeiten frei gemacht. Die Länderkammer billigte am Montag das vom Bundestag vergangene Woche beschlossene Gesetz, demzufolge gesetzlich versicherte Familien in diesem Jahr 20 statt zehn Tage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil beantragen können. Der Anspruch besteht mit der Neuregelung auch dann, wenn die Präsenzpflicht an der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt ist. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind und Elternteil.

Eltern können das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten. Die neue Regelung soll rückwirkend zum 5. Januar gelten. Wenn ein Kind nicht in Schule oder Kita gehen kann, reicht eine Bescheinigung der Einrichtung für die Beantragung der Leistung. Dafür soll es eine Mustererklärung geben. Nur wenn ein Kind wirklich erkrankt ist, wird ein Attest vom Arzt benötigt. Die betroffenen Eltern erhalten mit dem Kinderkrankengeld 90 Prozent ihres Nettoeinkommens.

14.40 Uhr: Mehr als 4200 Verstöße gegen Corona-Verordnung am Wochenende

Der Wintereinbruch hat der Polizei im Südwesten am Wochenende einiges an Arbeit beschert. Landesweit stellten Beamte zwischen Freitag und Sonntag mehr als 4200 Verstöße gegen die Corona-Verordnung fest. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach nun von einem regen „Ausflugsverkehr“, vor allem in den Höhenlagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb.

Trotzdem hätten sich Besucher weitgehend an die geltenden Corona-Bestimmungen gehalten. „Auf den Winterspaziergang muss niemand verzichten – solange man dabei stark frequentierte Örtlichkeiten meidet“, erklärte Strobl.

14 Uhr: Im Kanton Basel-Landschaft wurde zum ersten Mal die hochansteckende Corona-Mutation nachgewiesen

Eine Person aus dem Kanton Basel-Landschaft hat sich mit der mutierten Covid-19-Variante angesteckt. Wie der Kanton in einer Pressemitteilung informiert, befindet sich die positiv getestete Person zurzeit in Isolation. Es ist der erste Fall der ansteckenderen Corona-Variante im Kanton Basel-Landschaft, in der Schweiz wurden schon dreistellige Fallzahlen registriert. Hier lesen Sie dazu alle Details.

13.50 Uhr: Gewerkschaften und Arbeitgeber lehnen Homeoffice-Pflicht ab

In der Debatte um die Einführung stärkerer Corona-Eindämmungsmaßnahmen lehnen Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in Baden-Württemberg eine Homeoffice-Pflicht ab. Eine solche Regelung wäre auch für viele Beschäftigte kontraproduktiv, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Südwesten, Martin Kunzmann.

„Man darf nicht vergessen, dass nicht alle Beschäftigten problemlos von zu Hause aus arbeiten können, entweder weil sie keinen geeigneten Arbeitsplatz oder Internetzugang haben, oder weil sie unter Einsamkeit oder psychischen Erkrankungen leiden.“

Ähnlich bewertet der Arbeitgeberverband Südwestmetall die Lage. Man positioniere sich gegen eine Homeoffice-Pflicht, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Peer-Michael Dick, der dpa. „Wir sind überzeugt, dass da, wo Homeoffice möglich ist, auch Homeoffice gemacht wird, sofern die Arbeitnehmer mitmachen.“

13 Uhr: SPD dringt vor Corona-Spitzengespräch auf mehr Homeoffice

Die SPD dringt vor dem Corona-Spitzengespräch am Dienstag auf mehr Homeoffice in Betrieben und Verwaltungen. "Wir müssen auf jeden Fall sicherstellen, dass die Bereitschaft wächst, Homeoffice auch zu nutzen", sagte Parteichef Norbert Walter-Borjans in Berlin. Wo dies nicht möglich sei, könnten Arbeitgeber beispielsweise dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zweimal pro Woche getestet werden und dass "Masken ausreichend zur Verfügung stehen".

"Wir brauchen mehr Homeoffice, nicht irgendwann, sondern jetzt", sagte auch Ko-Parteichefin Saskia Esken nach Beratungen des Parteipräsidiums. Es gehe darum, dass Infektionsrisiko weiter einzudämmen, auch mit Blick auf die Gefahr einer Ausbreitung mutierter Coronaviren. Deswegen sei auch "an Schulen erst einmal keine Rückkehr zum Regelbetrieb vorstellbar".

11.54 Uhr: Bundesregierung dämpft Hoffnung auf zügige Reisefreiheit mit Impfung

Die Debatte um eine mögliche Aufhebung von Reisebeschränkungen für Menschen mit Corona-Impfung ist nach Auffassung der Bundesregierung verfrüht. Man befinde sich in einer Diskussion, wo man noch nicht genau wisse, wie der Wirkstoff im Detail wirke, sagte Europastaatsminister Michael Roth am Montag am Rande einer Videokonferenz mit EU-Kollegen. Als Beispiel nannte der SPD-Politiker die noch offene Frage, ob der Impfstoff nur den Geimpften schützt oder auch dafür sorgt, dass andere Menschen durch den Geimpften nicht mehr infiziert werden können.

Es sei konsequent, wenn das gemeinsame Vorgehen der EU bei der Pandemiebekämpfung auch in einer gemeinsamen Impf-Zertifizierung münde, erklärte Roth. Derzeit habe man aber noch nicht die Situation erreicht, wo man sich damit im Detail zu beschäftigen habe. Auf Nachfrage schloss Roth nicht aus, dass es in den nächsten Wochen und Monaten noch einmal zu Grenzschließungen wegen der Pandemie kommen könnte. Er machte jedoch deutlich, dass die Bundesregierung nicht zu einer Politik der Abschottung kommen wolle.

11.37 Uhr: Corona-Ausbruch im Pflegeheim Seeheim in Gaienhofen

In Gaienhofen haben die Folgen der Lockerungen während der Weihnachtsfeiertage ein böses Nachspiel: 22 Personen sind positiv getestet worden, sechs Tote hat die Gemeinde zu beklagen. Getroffen hat es die Menschen, die man am meisten zu schützen versucht: Bewohner eines Pflegeheims.

10.08 Uhr: Eisenmann gegen weitere Verschärfung des Lockdowns

Kurz vor dem Treffen von Bund und Ländern warnt Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor weiteren Verschärfungen des Lockdowns. „Die Frage ist für mich tatsächlich: Wo will man weiter verschärfen?“, sagte sie am Sonntagabend im „Bild“-Politiktalk „Die richtigen Fragen“. Sie halte es zwar für richtig, über eine Verlängerung des Lockdowns nachzudenken. Aber zu einer möglichen Verschärfung sagte sie: „Man muss den Maßnahmen ja auch die Chance geben, zu wirken.“

Sie halte es für schwierig, jetzt schon davon zu sprechen, wie es Ostern oder gar bis Pfingsten ist. Es brauche verlässliche Zahlen. „Wir rennen immer noch Zahlen hinterher, es wird immer noch nicht so viel getestet wie vor Weihnachten“, sagte Eisenmann, die auch Spitzenkandidatin der Landtagswahl am 14. März ist. Das sei den Bürgern schwierig zu vermitteln.

9.03 Uhr: Vizekanzler Scholz rechnet mit zweiwöchiger Lockdown-Verlängerung

Vor den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Beschränkungen am Dienstag hat sich Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen. "Ich gehe davon aus, dass das schon 14 Tage sein können, die noch einmal dazu kommen", sagte Scholz beim "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen" am Sonntagabend. Auch Ausgangssperren wollte der Finanzminister nicht ausschließen. "Ich finde, das ist eine mögliche Maßnahme, aber nicht die, die als allererste ansteht", sagte er.

Scholz möchte vor allem die Betriebe in Sachen Homeoffice mehr in die Pflicht nehmen, es könne dort "nicht bei Appellen" bleiben. "Wir müssen da noch einen Schritt weiter machen. Denn im Frühjahr haben viel mehr Arbeitgeber ihren Beschäftigten die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, eingeräumt." Das müsse jetzt "auch intensiver gemacht werden".

Eine Homeoffice-Pflicht schloss Scholz jedoch aus. "Es wird immer darauf ankommen, dass das betrieblich auch geht. Wir wollen ja pragmatisch bleiben und nichts Unmögliches verlangen." Betriebe sollten nicht geschlossen werden, keiner wolle "die Wirtschaft lahm legen".

8.50 Uhr: Spahn: Erste Erfolge bei Corona-Zahlen - aber keine Entwarnung

Aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deuten die Corona-Infektionszahlen eine erste Entspannung an. „Wir haben jetzt erste Erfolge, die sichtbar scheinen in der Statistik, in der Entwicklung, bei den Infektionszahlen“, sagte Spahn am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Intensivstationen seien um 10, 15 Prozent leerer geworden. „Aber wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen, wo wir hin müssen, um es dauerhaft zu kontrollieren, damit es nicht gleich wieder hochflammt.“

Entwarnung könne daher noch nicht gegeben werden. Ein Risiko sei die Corona-Mutation, die sehr wahrscheinlich zu einer höheren Ansteckungsrate führe, mahnte Spahn mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag. „Zuerst einmal geht es aus meiner Sicht darum, auch noch mal zu schauen, wie wir Kontakte reduzieren können, auch in der Arbeitswelt oder im privaten Bereich.“ Die Frage sei, ob es neue Regeln brauche oder ob man das Bewusstsein für die bestehenden Verordnungen schärfen müsse.

Am Montag meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Das ist laut RKI der niedrigste Wert an Neuinfektionen seit dem 20. Oktober. Außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Seit dem 14. Dezember war der Wert nicht mehr so niedrig. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

8.25 Uhr: Scholz kündigt Aufstockung der Hilfen für Unternehmen an

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine erhebliche Aufstockung der Finanzhilfen für Unternehmen angekündigt, die wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind. Scholz sagte am Sonntagabend beim „Bild“-Talk „Die richtigen Fragen“, er sei „wild entschlossen“, zusammen mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dafür zu sorgen, „dass wir die Wirtschaftshilfen, die wir für die Zeit in diesem Jahr konzipiert haben, noch einmal großzügiger ausgestalten“.

Künftig könne „ein Betrag von bis zu 1,5 Millionen Euro als monatliche Leistung in den Blick genommen werden“, sagte Scholz. Bislang ist diese Summe auf 500.000 Euro gedeckelt. Seit Wochen klagen Unternehmen und ihre Verbände über Antrags- und Auszahlungsschwierigkeiten. Die Regierung plant daher eine deutliche Vereinfachung der Anträge sowie eine kräftige Erhöhung der Überbrückungshilfen. Scholz kündigte im „Bild“-Talk auch Hilfen für Einzelhändler an, „die Saisonware haben“. Da werde eine Lösung benötigt, die nicht betrugsanfällig sei. Da habe sich die Regierung aber schon „weit voran gearbeitet“.

7.16 Uhr: Bayerische FFP2-Maskenpflicht beginnt mit „Kulanzwoche“

In den bayerischen Bussen, den Trams, den U- und S-Bahnen sowie in allen Geschäften müssen die Menschen von Montag an FFP2-Schutzmasken tragen. Das bayerische Kabinett hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass die bisher üblichen Alltagsmasken wegen der Corona-Pandemie nicht mehr ausreichten und daher beim Einkaufen und im Nahverkehr nicht mehr getragen werden dürfen.

Die Staatsregierung appellierte an die Bürgerschaft, sich an die neue Vorschrift zu halten. „Das Virus mutiert und wird aggressiver, deshalb ist es klug, alle Möglichkeiten zu nutzen, die wir haben“, sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU). Die Politik ist nach wie vor in Alarmzustand: Österreich verlängerte am Sonntag den dortigen Lockdown bis 7. Februar, für Bayern und das übrige Deutschland ist Ähnliches zu erwarten. Grund ist die Befürchtung, dass die von Schreyer erwähnte und in Großbritannien bereits verbreitete Mutation auch in Kontinentaleuropa einen rasanten Anstieg der Fallzahlen verursachen könnte.

Andere Bundesländer sind der bayerischen Linie zur Verschärfung der Maskenpflicht bislang nicht gefolgt. Kinder bis 14 Jahren sind ausgenommen. Damit sich die Bürger an die neuen Vorschriften gewöhnen können, soll es zunächst eine „Kulanzwoche“ geben. Demnach droht erst ab 25. Januar den Einzelhandels-Kunden und Fahrgästen ohne FFP2-Maske ein Bußgeld. Wie hoch dieses sein wird, ist noch nicht bekannt.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 17. Januar:

21.30 Uhr: Trotz Verbots in mehreren bayrischen Städten: „Querdenker“ versammeln sich

ürnberg, Stein, Fürth und Erlangen - all diese Städte haben „Querdenker“-Versammlungen am Wochenende verboten. Dennoch trafen sich am Sonntag in Fürth und Erlangen je rund 100 Demonstranten. Beschwerden gegen die Verbote waren bis vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegangen.

Rund 200 Menschen haben am Sonntag trotz Verbots in Fürth und Erlangen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Zuvor hatten sowohl die Städte Nürnberg und Stein als auch Fürth und Erlangen die angemeldeten Versammlungen verboten. Die Polizei löste beide Treffen auf und erstatte Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz, wie sie mitteilte. Den Angaben der Einsatzkräfte in Mittelfranken zufolge waren es jeweils rund 100 Teilnehmer.  

20 Uhr: Hartnäckige Quarantäne-Verweigerer landen in zwei Kliniken

Für uneinsichtige Quarantäne-Verweigerer in Baden-Württemberg werden derzeit Plätze in zwei Kliniken geschaffen. Diese Plätze würden dauerhaft durch einen Wachdienst kontrolliert, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Sonntag. „Details und Namen können wir erst nach dem finalen Vertragsabschluss nennen, der für kommende Woche geplant ist. Eine der beiden Kliniken soll im württembergischen und eine im badischen Landesteil liegen.“ Zuerst hatte die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Auf dieses Verfahren hatten sich Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) schon Anfang Dezember geeinigt. Strobl sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend: „Natürlich geht es nur um wenige Fälle, aber die sind gefährlich. Es geht um uneinsichtige, bußgeldunempfindliche Personen, die vorsätzlich in Kauf nehmen, andere Menschen mit Corona zu infizieren. Für die braucht es eine Lösung, damit darf man auch die kommunale Ebene nicht alleine lassen.“

19 Uhr: 972 neue Corona-Fälle im Südwesten, 22 weitere Tote

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen ist in Baden-Württemberg um 972 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 274.806 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 22 auf insgesamt 6110. Als genesen gelten 230.948 ehemals Infizierte. Bei den gemeldeten Corona-Zahlen am Wochenende ist zu berücksichtigen, dass weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tages-Inzidenz) sank weiter leicht auf 118,6. Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 - ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet.

17.30 Uhr: Bericht: Bund und Länder planen nächtliche Ausgangssperre

Bund und Länder wollen laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Business Insider“ zur Vermeidung einer Ausbreitung mutierter Coronaviren bundesweit eine nächtliche Ausgangssperre einführen. Offen sei lediglich noch, von wann bis wann eine solche Ausgangssperre gelten und ob sie erst ab einer bestimmten Inzidenz in Kraft treten solle, berichtete das Magazin am Sonntag unter Berufung auf Angaben aus Regierungskreisen.

Grundsätzlich hätten die Länder der Maßnahme zugestimmt. Zudem sei eine Vorgabe im Gespräch, wonach beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr nur noch die qualitativ hochwertigeren FFP2-Masken getragen werden dürfen, gegebenenfalls aber auch die einfacheren OP-Masken. Für Betriebe und Verwaltungen solle es „eine Art Home-Office-Pflicht light“ geben, hieß es in dem Bericht weiter.

Demnach soll, wo dies möglich ist, Home Office angeboten werden müssen. Vom Tisch sei eine zwischenzeitlich diskutierte Reduzierung des Bus- und Bahnverkehrs. Schulen und Kitas sollen dem Bericht zufolge vorerst weitgehend geschlossen bleiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.

17 Uhr: Verschärfte Corona-Maßnahmen auf Gran Canaria und Lanzarote

Auf den bei Deutschen Urlaubern gerade im Winter beliebten Kanareninseln Gran Canaria und Lanzarote gelten ab Montag verschärfte Corona-Maßnahmen. So wird der Beginn der nächtlichen Ausgangssperre ab Montag um eine Stunde auf 22 Uhr vorgezogen, Zusammenkünfte mit Menschen aus anderen Haushalten sind untersagt, Gaststätten dürfen nur noch im Freien servieren und Sport ist nur noch unter freiem Himmel ohne Kontakt zu anderen erlaubt, wie der TV-Sender Canarias7 und die Zeitung „El País“ berichteten.

Die Maßnahmen auf den beiden zu Spanien gehörenden Inseln vor der Westküste Afrikas gelten zunächst für 14 Tage. Auf der Kanareninsel Teneriffa hingegen sei die Zahl der Corona-Infektionen rückläufig, weshalb die dortige Ausgangssperre nun erst eine Stunde später ab 23 Uhr gelte.

16 Uhr: Digitale Ausrüstung von Gesundheitsämtern kommt kaum voran

Bund und Länder sind laut einem Medienbericht mit ihrem Vorhaben gescheitert, bis Anfang 2021 90 Prozent der rund 380 Gesundheitsämter mit moderner Software auszurüsten. Die dafür vorgesehene Software Sormas sei zum Jahreswechsel erst in 111 der Behörden betriebsbereit gewesen, hieß es unter Berufung auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums.

Der Anteil betrug demnach nicht einmal 30 Prozent. Die neue Software soll das Nachverfolgen von Corona-Infizierten deutlich vereinfachen, ebenso das Dokumentieren von Symptomen sowie den Datenaustausch mit anderen zuständigen Behörden. Bislang arbeiten die Ämter vielerorts noch mit Excel-Listen und mit Software, die die Weitergabe von Daten über Landkreisgrenzen hinweg nicht erlaubt. Das Nachverfolgen von Infektionsketten wird dadurch erschwert.

14.44 Uhr: Bundeswirtschaftsministerium will Corona-Hilfen vereinfachen

Nach Kritik an schleppenden Hilfen für Unternehmen mit Einbußen durch Corona-Beschränkungen strebt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einfachere Bedingungen an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schlägt sein Ministerium Änderungen bei der Überbrückungshilfe III vor. So sollen Firmen eine Förderung für jeden Monat erhalten können, in dem sie einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent nachweisen können - weitere Nachweise sollen entfallen, wie zuerst „Der Spiegel“ (Sonntag) berichtete.

Damit Unterstützung schnell bei Firmen ankommt, soll die maximale Höhe von Abschlagszahlungen auf insgesamt 150.000 Euro angehoben werden - dies sind Vorschüsse auf spätere Zahlungen. In den Katalog erstattungsfähiger Fixkosten sollen außerdem Abschreibungen auf verderbliche und saisonale Waren aufgenommen werden. Die Vorschläge werden nach dpa-Informationen nun zunächst in der Bundesregierung, vor allem mit dem Finanzministerium, abgestimmt.

13.29 Uhr: Partys trotz Corona - Polizeieinsätze in Berlin und Hamburg

Immer wieder wird die Polizei zu illegalen Feiern gerufen, die gegen die Corona-Regeln verstoßen - am Wochenende in Berlin und Hamburg.

In Berlin-Gesundbrunnen wurde am Samstagabend eine Hochzeitsfeier mit 60 Menschen aufgelöst. Durch einen Anrufer wurden die Beamten auf die Gesellschaft in einer Wohnung aufmerksam, wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte. Es seien alle Personalien sowie 56 Verstöße gegen den Infektionsschutz notiert worden. Zuerst hatte der „Berliner Kurier“ (online) berichtet.

In Hamburg-Wilhelmsburg löste die Polizei eine Party mit mehr als 30 Menschen auf, die laut einem Gast bereits zwei Tage dauerte. Passanten hatten das Treffen in einer Halle am späten Samstagabend gemeldet, wie ein Polizeisprecher am Sonntag berichtete. Zunächst öffneten die Feiernden nicht, sondern erst, als die Polizei den Verantwortlichen per Telefon erreichten. In der Halle waren Brettspiele und Tischkicker aufgebaut. Gegen alle wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Zuvor hatte NDR 90,3 darüber berichtet.

12.34 Uhr: Österreich verlängert Lockdown - Kurz verspricht normalen Sommer

Die Corona-Pandemie hat Österreich weiter fest im Griff. Geschäfte und Gastronomie bleiben noch länger zu. Bundeskanzler Kurz verspricht der Bevölkerung aber einen normalen Sommer.

Österreich verlängert den Corona-Lockdown um mindestens weitere zwei Wochen. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete dies am Sonntag in Wien damit, dass ansteckendere Mutationen des Virus nun auch in Österreich angekommen seien. Die Lage habe sich nochmals deutlich verschärft. Ziel sei nun, vom 8. Februar an Handel und Museen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder zu öffnen. Auch Dienstleistungsbetriebe wie Friseure sollen dann wieder arbeiten dürfen.

Allerdings müssten die täglich gemeldeten Neuinfektionen deutlich sinken, fügte Kurz hinzu. So lange blieben Ausgangsbeschränkungen in Kraft und Schulen im Fernunterricht. Skipisten und Eislaufplätze sind hingegen weiterhin geöffnet.

11.05 Uhr: Indien startet Mega-Impfkampagne - Fast 200.000 Menschen am ersten Tag immunisiert

Die indische Regierung spricht von der größtem Impfkampagne der Welt: Bis Juli sollen 300 Millionen Menschen gegen das Corona-Virus immunisiert werden. In Indien sind am ersten Tag einer großangelegten Impfkampagne mehr als 190.000 Menschen gegen das Coronavirus immunisiert worden. Dem indischen Gesundheitsministerium zufolge wurde bislang kein Fall von schweren Nebenwirkungen gemeldet, wie der „Indian Express“ am Wochenende berichtete. Indiens Premierminister Narendra Modi hatte am Samstag den Startschuss für das ambitionierte Programm gegeben, mit dem bis Juli 300 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Einwohner geimpft werden sollen.

„Wir beginnen die größte Impfkampagne der Welt und zeigen damit der Welt unsere Fähigkeiten“, sagte Modi. Zunächst sollen 30 Millionen Ärzte, Pflegekräfte und Krankenhausmitarbeiter geimpft werden. Danach sind 270 Millionen Menschen an der Reihe, die über 50 Jahre alt sind oder anderen Risikogruppen angehören. In absoluten Zahlen ist Indien nach den USA das schlimmste von Corona betroffene Land: 10,5 Millionen Corona-Infektionen wurden bislang registriert.

9.55 Uhr: RKI: knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und knapp 445 neue Todesfälle - Sieben-Tage-Inzidenz mit 136 weiterhin deutlich über Zielgröße von 50

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) knapp 14.000 Corona-Neuinfektionen und 445 weitere Todesopfer gemeldet. Wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte, stieg die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus binnen 24 Stunden um 13.882 auf 2.033.518 Fälle. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf insgesamt nun 46.419 Fälle. Am Wochenende fallen die Zahlen in der Regeln niedriger aus, da nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen an das RKI melden und auch weniger Tests vorgenommen und ausgewertet werden. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 136 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

8.46 Uhr: Vierte Person coronapositiv nach Einreise für Australian Open

Der Trainingsstart der Tennisprofis für die Australian Open in Melbourne verzögert sich nach einem weiteren positiven Corona-Test bei einem Flug-Passagier. Damit erhöht sich die Zahl der Corona-Fälle vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres auf vier, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Alle Mitreisenden müssen als Erstkontakt in ihren Hotels in eine strikte 14-tägige Quarantäne, darunter 47 Tennisprofis. Zu ihnen gehört auch Angelique Kerber, die das Turnier 2016 gewann.

Alle übrigen Spielerinnen und Spieler können erst an diesem Montag ins Training einsteigen, weil noch nicht alle Test-Ergebnisse vorlägen, sagte die für Quarantäne-Angelegenheiten im Bundesstaat Victoria zuständige Behördenchefin Emma Cassar am Sonntag. Ihren Angaben zufolge wurde ein Rundfunk-Mitarbeiter nach der Ankunft aus Los Angeles positiv auf das Coronavirus getestet. Außerdem seien ein Mitglied der Crew und ein Tennis-Trainer sowie ein Coach, der aus Abu Dhabi eintraf, positiv getestet worden. Auch Kerber war mit der Chartermaschine aus Abu Dhabi geflogen. Der Trainer der einstigen US-Open-Siegerin Bianca Andreescu gab am Samstag bekannt, er habe einen postiiven Test abgegeben und entschuldigte sich für die Folgen.

6:00 Uhr: Mehr als 1400 Corona-Infektionen bei bayerischen Polizisten

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehr als 1400 Polizisten in Bayern mit dem Virus infiziert. Das teilte das bayerische Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. 1264 der insgesamt 1436 infizierten Polizisten gelten als wieder geheilt. Mit Stand Mittwoch (13. Januar) waren 172 Beamte noch akut infiziert. Damit haben sich innerhalb von nur gut anderthalb Monaten 572 Polizeibeamte mit SARS-CoV-2 infiziert. Am 23. November 2020 lag die Gesamtzahl in Bayern noch bei 864, wie aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht.

Der SPD-Innenexperte Stefan Schuster wirft der Regierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor, die Beamten teilweise unnötig in Gefahr zu bringen: „Unsere Polizei macht in dieser Pandemie einen tollen Job, aber sie wird von der Söder-Regierung auch verheizt“, sagte er.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 16. Januar:

21.36 Uhr: Über 18 000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 18 678 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2 019 636 (Stand: 16.01., 00.00 Uhr), wie das RKI am Samstag bekannt gab. Am Vortag waren 22 368 Neuinfektionen gemeldet worden und am Samstag der Vorwoche 24 694. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 980 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1244 gemeldeten Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

„Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren“, schreibt das RKI in seinem Lagebericht vom Samstagabend.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 139,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 268,3 und Sachsen mit 255,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 80,0. Bundesweit ist die 7-Tage-Inzidenz in den vergangenen Tagen nach RKI-Daten vom Freitag leicht gesunken.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 45 974. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 657 900 an. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,95 (Vortag: 0,99).

21.24 Uhr: Landesregierung erwartet mehr Kinder in Notbetreuung

Trotz Corona-Lockdowns rechnet die Landesregierung mit weiter steigenden Schülerzahlen an den eigentlich geschlossenen Grundschulen. Es sei davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Notbetreuungsangeboten in den kommenden Tagen kontinuierlich zunehmen werde, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur. In der Woche nach den Weihnachtsferien seien je nach Grundschule zwischen 10 und 25 Prozent der regulär unterrichteten Schüler notbetreut worden. Das habe eine Abfrage an den Schulämtern ergeben.

Bund und Länder hatten Anfang des Jahres den Lockdown auch an Schulen und Kitas bis Ende Januar verlängert. Einer zunächst angedachten vorzeitigen Öffnung von Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg schon am 18. Januar erteilte die Landesregierung am Donnerstag eine Absage - wegen der weiter hohen Corona-Infektionszahlen. Für Kita-Kinder und Schüler der Klassen 1 bis 7 soll es aber weiter die Möglichkeit einer Notbetreuung geben.

Schon jetzt nutzen laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg deutlich mehr Kinder die Notbetreuungsangebote der Grundschulen und Kitas als in den Tagen vor Weihnachten. Vereinzelt erreiche ihn aus den Kitas auch Kritik daran, dass Eltern für ihre Kinder die Notbetreuung nutzten, obwohl diese scheinbar keinen Anspruch darauf hätten, erklärte GEW-Landesgeschäftsführer Matthias Schneider.

20.18 Uhr: 1873 neue Corona-Fälle im Südwesten - 39 weitere Tote

Binnen eines Tages ist die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg um weitere 1873 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 273 834 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Die Fallzahlen bleiben demnach auf erhöhtem Niveau. Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 39 auf insgesamt 6088. Als genesen gelten 228 775 ehemals Infizierte.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tages-Inzidenz) sank leicht auf 120,4. Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert beträgt 0,97. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 - ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet.

19.14 Uhr: Nürnberger „Gottesdienst“-Demo gegen Corona-Regeln nicht erlaubt

Nach dem Verbot von Versammlungen gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen in Nürnberg ist für Sonntag in den sozialen Netzwerken zu einem Gottesdienst vor einer Kirche aufgerufen worden. Polizei und Stadt wiesen darauf hin, dass auch ein solches Treffen verboten ist. Das Evangelisch-Lutherische Dekanat Nürnberg und die Katholische Stadtkirche distanzierten sich von dem Aufruf und teilten mit, die geplante Demonstration habe nichts mit den liturgischen Feiern in den Kirchen zu tun. 

„Die Initiatoren dieser Veranstaltung wollen damit wohl einen Ersatz für die verbotene Demonstration schaffen“, erklärten die Kirchen in einer gemeinsamen Mitteilung. Auf Twitter bat das Evangelisch-Luterische Dekanat Nürnberg die Menschen, zu Hause zu bleiben und nicht zu der Versammlung vor der Lorenzkirche zu kommen. 

Die Stadt Nürnberg hatte drei Veranstaltungen aus dem Umfeld von Gegnern der Corona-Maßnahmen untersagt. Grund dafür sei, dass zu erwarten ist, dass die Auflagen missachtet und Abstandregeln nicht eingehalten werden, hieß es. Eine vierte angekündigte Versammlung wurde von den Veranstaltern zurückgezogen.

18.05 Uhr: Mehr als eine Million Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Knapp drei Wochen nach dem Impfstart haben in Deutschland mehr als eine Million Menschen die erste Dosis erhalten. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervor. Demnach wurden ihm bis einschließlich Freitag 1 048 160 Impfungen übermittelt - das entspricht 1,26 Prozent der Einwohner. Im Laufe des Freitags wurden mindestens 79 759 Menschen geimpft, von denen das RKI bereits unterrichtet wurde. Nachmeldungen sind jedoch wahrscheinlich. Für einen vollen Impfschutz ist eine zweite Dosis nach etwa drei Wochen nötig.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden nach der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern (23,4) und Schleswig-Holstein (19,2) erfasst, die wenigsten für Baden-Württemberg (9,0) und Thüringen (10,3). Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

Rund die Hälfte der Menschen wurde den RKI-Daten zufolge bislang aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Die meisten weiteren wurden aufgrund ihres Alters geimpft oder weil sie in einem Pflegeheim leben.

17.45 Uhr: Polizei löst in Mannheim zwei Geburtstagsfeste mit Dutzenden Gästen auf

Die Polizei in Mannheim hat am Freitagabend gleich zwei Geburtstagsfeste aufgelöst und die Gäste teilweise schon angezeigt. Bei der ersten Party waren 27 Gäste. Zeugen war den Angaben zufolge ein reges Besucheraufkommen im Treppenhaus aufgefallen. In der Vier-Zimmer-Wohnung wurden schließlich neben den Veranstaltern 22 Erwachsene und fünf Kinder entdeckt, wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte. Die Beamten sprachen Platzverweise aus, die Besucher gingen. Alle Beteiligten seien wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung angezeigt worden. Insgesamt waren fünf Streifenbesatzungen im Einsatz.

Bei der zweiten Geburtstagsparty in einer Zwei-Zimmer-Wohnung in Mannheim waren insgesamt 23 Menschen, darunter zehn Kinder. Die Polizei nahm die Personalien auf. 18 Gästen wurden Platzverweise erteilt, die befolgt wurden. Anzeigen wegen der Verstöße gegen die Corona-Verordnung sollten noch folgen.

16.19 Uhr: Pflegeheime müssen Besuchern künftig Schnelltests anbieten

Baden-Württemberg verschärft ab Montag (18. Januar) die Corona-Regeln für Alten- und Pflegeheime. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) teilte am Samstag in Stuttgart mit, dass künftig eine konsequente Testpflicht für alle Beschäftigten und Besucher gelte. Seit Mitte Dezember habe es im ganzen Land 140 Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen mit mehr als 2.500 Infektionen und 190 Todesfällen gegeben. Man müsse die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal weiterhin schützen, bis die Impfungen abgeschlossen sind, hieß es am Samstag weiter.

Konkret bedeuten die neuen Regelungen, dass Besucher und externe Personen wie beispielsweise Handwerker wie bislang nur mit einem negativen PoC-Schnelltest und einer geeigneten Maske (FFP2 oder KN95) die Einrichtungen betreten dürfen - neu sei, dass die Heime selbst solche Tests den Besuchern und Externen anbieten müssen. Sollten kurzfristig keine Tests beschafft werden können, könnten die Einrichtungen die Tests aus der Notreserve des Landes beziehen. Ab Montag müsse sich das Heimpersonal zudem dreimal wöchentlich statt zweimal testen lassen.

Ausnahmen von der PoC-Testpflicht gibt es nur, falls dies „zur Aufrechterhaltung des Betriebs der Einrichtung“ oder für die Gesundheit der Bewohner zwingend nötig ist - also etwa falls Notärzte oder Handwerker im Notfall die Einrichtung betreten müssten und keine Zeit für den Schnelltest bleibt. Auch bei einem Schnelltest dauert es nämlich um die 15 Minuten, bis ein Ergebnis feststeht.

15.12 Uhr: Laut Polizei ist die Lage in winterlichen Ausflugsgebieten überwiegend ruhig

Der Wintereinbruch im Südwesten hat am Samstag erneut zahlreiche Ausflügler in den Schwarzwald gezogen. Die Schwarzwaldhochstraße musste am Vormittag für etwa eine Stunde gesperrt werden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Offenburg am Samstag. Die Parkplätze seien zwar relativ voll, ansonsten sei aber alles im grünen Bereich. Auch im Südschwarzwald und auf der Schwäbischen Alb blieb es nach Angaben den dortigen Polizeipräsidien zunächst ruhig. 

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder chaotische Szenen an den winterlichen Ausflugszielen im Land gegeben. Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb stauten sich die Autos, die Ausflügler drängten sich auf Schlittenhängen und Winterwanderwegen. Daraufhin wurden etwa Straßen und Parkplätze gesperrt. Appelle von Politik und Polizei, überfüllte Gebiete wegen der Corona-Pandemie nicht mehr anzufahren, waren bislang aber meist verhallt.

13.28 Uhr: Auch Kerber betroffen: Komplette Hotel-Quarantäne in Melbourne

Auch Angelique Kerber gehört zu den 47 Tennisprofis, die sich nach der Ankunft in Melbourne für 14 Tage komplett im Hotel isolieren müssen. Dies teilte die einstige Weltranglisten-Erste am Samstag auf Twitter mit. Grund dafür ist, dass nach dem Flug von Abu Dhabi zu den Australian Open eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Wie die Organisatoren des Grand-Slam-Turniers erklärten, waren 23 Tennisprofis an Bord, die nun nicht wie eigentlich geplant für zumindest fünf Stunden am Tag das Hotel für Training und Fitness verlassen dürfen. Keiner von ihnen ist allerdings von dem positiven Corona-Test betroffen. 24 Profis, die mit einem anderen Flug ankamen, müssen ebenfalls in Quarantäne.

13.08 Uhr: Vorsitzender des Weltärztebundes fordert Bußgelder zur Durchsetzung von mehr Homeoffice

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für Strafzahlungen für Unternehmen ausgesprochen, die sich in der Corona-Pandemie einer verstärkten Nutzung des Homeoffice verweigern. „Wenn Betriebe zu Infektionsherden werden und dadurch gesellschaftliche Kosten entstehen, obwohl das durch mehr Homeoffice im Unternehmen vermeidbar wäre, dann sind auch Bußgelder für Firmen geboten“, sagte Montgomery der „Saarbrücker Zeitung“ vom Samstag.

Dies dürfe „kein Tabu“ sein, betonte Montgomery. Trotz Lockdown gebe es immer noch zu viele persönliche Kontakte und zu viel Mobilität. Für den beruflichen Bereich heiße das, „alles, was irgend geht, ins Homeoffice zu verlagern“.

11.28 Uhr: Biontech-Impfstoff künftig einfacher einsetzbar

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland kann das Präparat der Hersteller Biontech und Pfizer künftig einfacher eingesetzt werden. Wie aus aktualisierten Handlungsempfehlungen von Biontech hervorgeht, kann der Impfstoff auch schon als fertige Dosis in der Spritze bis zu sechs Stunden bei 2 bis 8 Grad transportiert werden. Das hätten neue Daten zur Stabilität des Impfstoffes ergeben.

10.20 Uhr: Kreisimpfzentrum des Landkreises Konstanz nimmt die Arbeit auf

Lang erwartet, endlich gestartet:Das Kreisimpfzentrum (KIZ) des Landkreises Konstanz in der Singener Stadthalle hat seinen Betrieb aufgenommen. Für den ersten Tag seien 90 Impftermine vereinbart worden, erklärt Jens Bittermann, Referent des Landrats und Koordinator des KIZ, bei einem Pressegespräch vor Ort.

08.10 Uhr: Covid-19-Simulation ergibt: Lockdown bis Ende Januar reicht nicht

Der von Politikern verfolgte Zielwert bei Corona-Neuinfektionen für ein Lockdown-Ende wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr Ende Januar wohl nicht erreicht. «Die Chance ist extremst gering bis nicht vorhanden», sagte Lehr der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er ging davon aus, dass die angestrebte Rate von 50 bei Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen frühestens Mitte Februar möglich sei. «Und das wäre eine optimistische Vorhersage.»

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 15. Januar:

22.52 Uhr: Aerosol-Expertengruppe nimmt Belastung in Bus und S-Bahnen unter Lupe

Der Expertenkreis Aerosole in Baden-Württemberg will die Aerosolbelastung in Bussen, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen unter die Lupe nehmen. Neben dem ÖPNV soll auch die Belastung in Dienstfahrzeugen etwa der Polizei oder Müllabfuhr bei längerem gleichzeitigem Aufenthalt mehrerer Personen geprüft werden. Dies soll auf der Grundlage von Studien des Bundesverkehrsministeriums und des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahnbundesamt geschehen, erläuterte am Freitagabend ein Sprecher des Staatsministeriums. Ziel sei es, das Infektionsgeschehen besser einschätzen zu können. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Aerosole sind flüssige Partikel, die stundenlang in einem Raum schweben können und bei Einatmung tief in die Lunge vordringen. Sie gelten als ein Haupttreiber der Corona-Pandemie.

21.40 Uhr: Mehr als zwei Millionen Menschen weltweit an Corona gestorben

Die Zahl der weltweiten Corona-Toten hat eine weitere symbolische Marke durchbrochen. Mehr als zwei Millionen Menschen starben nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Freitag mittlerweile an dem Virus. Zuletzt hatten deutlich ansteckendere Mutationen des Virus Sorgen vor einer noch schnelleren Ausbreitung der Pandemie hervorgerufen.

20.30 Uhr: Frankreich verschärft Corona-Maßnahmen ab Samstag

Frankreich verschärft ab dem Wochenende seine Corona-Maßnahmen: Ab Samstag tritt eine landesweite Ausgangssperre zwischen 18.00 Uhr und sechs Uhr morgens in Kraft. Auch alle Geschäfte müssen dann schließen. Zudem verschärft Frankreich die Kontrollen für Einreisende aus Nicht-EU-Ländern. Sie müssen ab Montag einen negativen PCR-Test vorlegen und sollen zudem in Frankreich eine Woche lang vorsorglich in Quarantäne gehen. Danach wird ein zweiter PCR-Test fällig. Grund für die Verschärfung ist die Sorge vor einer Ausbreitung der britischen Corona-Mutation. In Frankreich wurden bisher fast 70.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.

19.10 Uhr: Auch Zahnärzte und Apotheken dürfen Corona-Schnelltests durchführen

In Zukunft dürfen auch Zahnärzte und Apotheken Corona-Schnelltests im Auftrag der Gesundheitsämter durchführen. Das geht aus einer Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Kreis der beauftragungsfähigen Personen und Einrichtungen werde konkretisiert, um die für die Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes erforderliche Rechtssicherheit schaffen, teilte das Gesundheitsministerium auf Anfrage mit. 

Im Zuge der Verordnung wurde auch die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste, insbesondere solche der ambulanten Intensivpflege auf 20 Tests pro Betreuten und Monat erhöht. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können künftig getestet werden.

18.25 Uhr: Fast 2000 neue Corona-Fälle im Südwesten - 72 weitere Tote

Binnen eines Tages ist die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg um weitere 1938 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 271.961 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Die Fallzahlen bleiben demnach auf erhöhtem Niveau. Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 72 auf insgesamt 6049. Als genesen gelten 226 102 ehemals Infizierte.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tages-Inzidenz) liegt bei 123,1. Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert beträgt 1,05. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 - ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet.

16.21 Uhr: Steinmeier fordert mehr Homeoffice im Kampf gegen Corona

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der Corona-Bedrohung zusammen mit den Spitzen von Arbeitgebern und Gewerkschaften zu mehr Arbeit im Homeoffice aufgerufen. „Ermöglichen Sie das Arbeiten von zuhause aus“, appellierte Steinmeier am Freitag in Berlin an Unternehmen, Personalverantwortliche und Führungskräfte. „Es ist nötiger denn je.“ An die Adresse der Beschäftigten sagte Steinmeier: „Wenn Sie die Möglichkeit haben und es bisher noch nicht tun, arbeiten Sie im Homeoffice. Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen.“ Steinmeier betonte: „Wir müssen auch die Kontakte, wo irgend möglich, am Arbeitsplatz reduzieren. Weniger ist mehr, gerade in diesen Tagen.“

15.50 Uhr: Corona-Impfstoffproduktion in Marburger Biontech-Werk genehmigt

Das Mainzer Unternehmen Biontech darf in seinem neuen Werk in Marburg Corona-Impfstoff herstellen. Das zuständige Regierungspräsidium Gießen habe die Produktion des Mittels in der Anlage in der mittelhessischen Stadt genehmigt, teilte die hessische Landesregierung am Freitag in Wiesbaden mit. Biontech kündigte an, dass es wie geplant beim Produktionsbeginn im Februar bleibe. Dem Unternehmen zufolge vergehen zwischen der Herstellung und Freigabe des kontrollierten Vakzins dann üblicherweise etwa vier Wochen. Im ersten Halbjahr 2021 sollen in Marburg 250 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech und seines US-Partners Pfizer hergestellt werden.

13.34 Uhr: Pfizer warnt laut norwegischen Behörden vor Impfstoff-Lieferkürzungen für Europa

Der US-Pharmagigant Pfizer hat nach Angaben der norwegischen Behörden vor anstehenden Lieferkürzungen bei dem gemeinsam mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Impfstoff gegen das Coronavirus gewarnt. „Die vorübergehende Kürzung wird alle europäischen Länder betreffen“, erklärte das staatliche Gesundheitsinstitut in Oslo. Die Kürzungen würden „ab kommender Woche“ erfolgen, Pfizer wolle in der Zeit seine Produktionskapazitäten verbessern.

12.55 Uhr: Bundesregierung plant keine Pflicht zum Homeoffice

Die Bundesregierung plant weiterhin keine Homeoffice-Pflicht. Derzeit stehe „keine zwingende Regelung auf der Tagesordnung“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er schloss sich zwar dem Appell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Ausweitung der Heimarbeit an, betonte aber auch: „Homeoffice ist nicht für jeden Beruf, für jede Tätigkeit geeignet.“

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums zog zudem in Zweifel, ob eine Verpflichtung wirklich zielführender wäre. Nach ihrer Einschätzung führen Absprachen zwischen den Betroffenen zu einer höheren Akzeptanz. Seibert betonte allerdings auch, dass beim ersten Lockdown im Frühjahr der Homeoffice-Anteil höher gewesen sei: „Es ist also möglich.“

12 Uhr: Nächstes Bund-Länder-Treffen zu Corona-Krise am Dienstag

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten bereits am Dienstag erneut über die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor viel zu hoch. Dazu komme das Risiko durch das Auftreten neuer Virus-Mutationen.

Dieses müssten die Regierungen von Bund und Ländern "sehr ernst nehmen". Es gehe darum, "noch mehr" zu tun, um die Infektionszahlen zu senken, sagte Seibert. Mit Hilfe der geltenden einschneidenden Maßnahmen sei es zwar geschafft worden, "die Zahlen auf einem gewissen Plateau zu halten". Nach wie vor sei Deutschland aber weit von dem Ziel entfernt, den sogenannten Inzidenzwert wieder unter 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu senken.

11 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Europa steigt auf über 30 Millionen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Europa hat am Freitagmorgen die Schwelle von 30 Millionen überschritten. Dies geht aus einer auf Behördenangaben der einzelnen Länder beruhenden Zählung hervor. Damit ist Europa weltweit die Region mit den meisten Corona-Infektionen. Europa war weltweit auch die erste Region, in der mehr als eine halbe Million Menschen an Covid-19 starben. Diese Schwelle wurde am 17. Dezember überschritten. Bei der Zahl der Infektionen folgen nach Europa die USA und Kanada mit insgesamt knapp 24 Millionen Fällen sowie Lateinamerika und die Karibik mit knapp 17 Millionen vermeldeten Ansteckungen.

9.45 Uhr: Grüne beantragen wegen Corona-Lage Sondersitzungen von Bundestagsausschüssen

Die Grünen haben wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen für die nächste Woche Sondersitzungen von Bundestagsausschüssen beantragt. "Angesichts der dramatischen Lage kann der Bundestag nicht bis zur nächsten regulären Sitzungswoche abwarten", sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt. Deshalb habe ihre Fraktion eine Sondersitzung des Gesundheits- und des Wirtschaftsausschusses beantragt.

8.30 Uhr: Högl: Prüfung von Corona-Impfpflicht für Soldaten richtig

Die Wehrbeauftragte Eva Högl hält die Prüfung einer Corona-Impfpflicht für Soldaten für richtig. „Hier muss allerdings sensibel vorgegangen werden: Schließlich ist noch gar nicht klar, ob die Impfung davor schützt, das Virus weiterzugeben“, sagte die SPD-Politikerin. „Deshalb setze ich vor allem auf das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Soldatinnen und Soldaten: Je mehr sich freiwillig impfen lassen desto besser.“ Högl erinnerte daran, dass Soldaten die Pflicht zur Erhaltung ihrer Gesundheit haben. „Nach dem Soldatengesetz können sie bisher schon zu Impfungen verpflichtet werden, beispielsweise bei Auslandseinsätzen.

7.40 Uhr: Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI nun bekanntgab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958.

Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Außerdem wurden 1113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden.

Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

7.07 Uhr: Lauterbach: Im Sommer wird es besser

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet für den Sommer mit einer deutlichen Verbesserung der Corona-Lage. „Wichtig ist, dass wir so schnell wie möglich impfen, damit wir schwere Mutationen des Virus verhindern“, sagte Lauterbach. „Wir haben nur für etwa 25 Millionen Menschen Impfstoff im ersten Halbjahr, also bis ungefähr Ende Juni. Weit über die Hälfte der Bevölkerung wird also bis zur Mitte des Jahres nicht geimpft sein.

Aber im zweiten Halbjahr werden wir dann eine deutliche Erleichterung erleben.“ Lauterbach rechnet nicht damit, dass die Durchimpfung der Bevölkerung an Impfskepsis scheitern wird. „Die Menschen werden mit der Zeit sehen, dass diejenigen, die geimpft sind, ein viel besseres Leben führen können“, glaubt er.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 14. Januar:

22.15 Uhr: WHO: 95 Prozent aller Corona-Impfungen in zehn Ländern verabreicht

Im Rennen um den Zugang zu Corona-Impfstoffen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert, dass bislang 95 Prozent aller Impfungen nur in zehn Ländern verabreicht wurden. Alle Länder, die in der Lage dazu seien, sollten sich für eine gerechte Verteilung der Impfstoffe einsetzen, sagte der WHO-Direktor für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag. Er forderte mehr Solidarität von Europa, ohne die Spitzenreiter bei den Impfungen zu nennen.

Einer Analyse der Website "Our World in Data" zufolge handelt es sich dabei unter anderem um Deutschland, Israel, Italien, Spanien, Großbritannien, die USA, China und Russland. 

Kluge hob die "enormen Anstrengungen" der WHO und ihrer Partner hervor, um sicherzustellen, dass jedes Land Zugang zu Impfstoff erhalte. Er verwies unter anderem auf die Covax-Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Impfdosen für die 92 ärmsten Staaten der Welt bereitzustellen.

Obwohl die Impfkampagnen mittlerweile in zahlreichen Ländern gestartet sind, hat laut WHO die Geschwindigkeit der Ansteckungen zugenommen. Schuld daran seien unter anderem mutierte Formen des Coronavirus. "Die Situation ist alarmierend", mahnte Kluge.

In Europa haben mittlerweile 31 Länder mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Die Impfungen in den von der Covax-Initiative unterstützten Ländern starten voraussichtlich im Februar.

20.31 Uhr: Merkel: Corona-Lage kommende Woche mit Ministerpräsidenten erörtern

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will schon kommende Woche und nicht erst wie geplant am 25. Januar mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Das machte Merkel am Donnerstagabend in der Online-Sitzung des CDU-Präsidiums zur Vorbereitung des Wahlparteitags der CDU am Freitag und Samstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern deutlich. Es gebe derzeit keinen Spielraum für Öffnungen. Einen Termin für die nächste Runde mit den Regierungschefs der Länder nannte Merkel demnach nicht.

Die in Großbritannien aufgetauchte Variante des Coronavirus verbreite sich viel schneller als die ursprüngliche Form, Wissenschaftler seien in großer Sorge, sagte Merkel demnach weiter. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach im Kanzleramt über die Einstellung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nachgedacht werde, wies sie nach Angaben mehrerer Teilnehmer zurück.

19.20 Uhr: Thüringer Landtagswahl wird auf 26. September verschoben

Die ursprünglich für den 25. April geplante Landtagswahl in Thüringen wird auf den September verschoben. Nach gemeinsamen Beratungen verständigten sich die Regierungsparteien Linke, SPD und Grüne mit der oppositionellen CDU am Donnerstagabend in Erfurt auf eine Verschiebung auf den 26. September, womit die Wahl parallel zur Bundestagswahl stattfinden soll.

Grund der Verschiebung ist die Corona-Pandemie. Thüringen ist zusammen mit dem benachbarten Sachsen besonders betroffen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag dort am Donnerstag bei 310,4 und damit höher als in allen anderen Bundesländern. Angesichts der dramatischen Situation war in Thüringen seit einiger Zeit in Erwägung gezogen worden, die Wahl zu verschieben. Derzeit regiert eine Minderheitsregierung aus Linker, SPD und Grünen unter Regierungschef Bodo Ramelow (Linke).

17.50 Uhr: Behörden wollen Verkehrschaos im Schwarzwald vermeiden

Weil am Wochenende erneut ein Ansturm von Ausflüglern auf den verschneiten Schwarzwald erwartet wird, wollen die örtlichen Behörden und die Polizei erneut gemeinsam ein Verkehrschaos verhindern. Auch um Rettungswege frei zu halten, werde die Situation genau beobachtet, teilte das Landratsamt Ortenaukreis am Donnerstag mit. Falschparker sollen beanstandet oder abgeschleppt werden. „Das ist eine enorme Kraftanstrengung von allen beteiligten Behörden und der Hilfsdienste vor Ort, vor allem der Feuerwehren“, betonte die Leiterin des Rastatter Straßenverkehrsamts, Vera Kramer.

Durch den anhaltenden starken Schneefall stünden am kommenden Wochenende voraussichtlich deutlich weniger Parkplätze als sonst zur Verfügung. Sobald die Parkkapazitäten erschöpft seien und die Gefahr drohe, dass Rettungswege und Durchgangsstraßen durch Falschparker blockiert werden könnten, würden die Zufahrtsstraßen für den Verkehr gesperrt. Die Polizei werde Verkehrsverstöße konsequent ahnden. Parallel dazu sollen in den Ausflugsgebieten durch Polizeistreifen die bestehenden Corona-Vorschriften kontrolliert werden.

16.20 Uhr: Moderna-Impfstoff wird ab Freitag in Baden-Württemberg gespritzt

Baden-Württembergs Impfzentren können von Freitag an auch die ersten Dosen des neu zugelassenen Moderna-Impfstoffes auf die Spritzen aufziehen und nutzen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Stuttgart werden zunächst 8400 Portionen an sieben der neun Zentralen Impfzentren im Land geliefert. Die Hälfte dieser Dosen wird für die jeweils zweite Impfung in drei Wochen zurückgehalten. Ab der zweiten Februarwoche zieht die Moderna-Menge für Baden-Württemberg stark an und erreicht nach 30.000 Dosen weitere 90.000 in der achten Kalenderwoche (22.-28. Februar).

Insgesamt erhält Baden-Württemberg bis Ende Februar neben dem bereits zugesicherten Impfstoff des Mainzer Herstellers Biontech mehr als 140.000 Dosen von Moderna. Die EU-Kommission hatte den Moderna-Impfstoff am Mittwoch vergangener Woche auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. Insgesamt erhält Deutschland von den mehr als 160 Millionen EU-weit bestellten Moderna-Dosen über 50 Millionen bis September.

15.19 Uhr: Spahn: Sind noch in der schwersten Phase der Pandemie

Trotz weiter fortschreitender Impfungen bleibt die Corona-Lage aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisch. Es gibt inzwischen 840.000 Geimpfte in Deutschland, wie der CDU-Politiker in Berlin sagte. „Das erste Prozent der Bevölkerung ist geimpft.“ Damit sei der Weg heraus aus der Pandemie begonnen. „Gleichzeitig sind wir noch in der schwersten Phase der Pandemie.“ Die Zahl der Infektionen und Toten sei sehr betrüblich. „Jeder zweite Todesfall ist jemand über 80 Jahre.“ In dieser Gruppe werde wegen des starken Risikos auch zuerst mit Impfungen begonnen.

Etwa 40 Prozent der Pflegeheimbewohner seien Stand heute erst geimpft, sagte Spahn. Vorgesehen ist jeweils eine zweite Impfung. Bei der Virus-Eindämmung gehe es in Pflegeeinrichtungen um eine schwierige Balance, absolute Isolation zu vermeiden und Schutz zu geben.

14.45 Uhr: Deutschlands Wirtschaft ist in der Corona-Krise im Jahr 2020 um 5,0 Prozent geschrumpft

Deutschlands Wirtschaft ist im Corona-Jahr 2020 massiv eingebrochen - zugleich hat die Pandemie den Staatshaushalt tief in die roten Zahlen gedrückt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete den Rückgang als "dramatisch hohe Zahl", rechnet für 2021 aber weiterhin mit einem "deutlichen und spürbaren" Wachstum.

In der Corona-Krise rutschte die deutsche Wirtschaft nach einer zehnjährigen Wachstumsphase in eine "tiefe Rezession", wie das Statistische Bundesamt erklärte. Allerdings fiel der konjunkturelle Einbruch den vorläufigen Berechnungen zufolge geringer aus als im Finanzkrisenjahr 2009. Damals war das BIP um 5,7 Prozent geschrumpft.

14 Uhr: Ein Prozent der Bevölkerung gegen Coronavirus geimpft

Ein Prozent der deutschen Bevölkerung ist bis Donnerstagmittag einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mit. Den RKI-Zahlen zufolge erhielten 842.455 Menschen den Impfstoff. Für einen vollständigen Impfschutz sind allerdings zwei Injektionen im Abstand von etwa drei Wochen erforderlich.

Das RKI gab die Impfquote für die erste Impfung mit 1,01 Prozent an. Im Vergleich zum Vortag kamen demnach 78.116 neue Impfungen hinzu. Der Impfstoff wird bislang in erster Linie von dem deutschen Hersteller Biontech und seinem US-Partner Pfizer geliefert, in geringerem Umfang auch von dem US-Hersteller Moderna. Um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, müssten Schätzungen zufolge mehr als 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden.

13.21 Uhr: Bislang keine Hinweise auf vermehrte Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen

Das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat bislang keine Hinweise auf möglicherweise vermehrt auftretende Nebenwirkungen bei Impfungen gegen das Coronavirus. Bis Sonntag seien ihm 325 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das PEI mit. 51 Fälle davon seien als schwerwiegend einzuschätzen. Die Werte seien konsistent zu den Daten aus den klinischen Zulassungsstudien und zudem statistisch unauffällig.

Bis Sonntag waren in Deutschland laut Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits mehr als 600.000 Impfungen verabreicht worden. „Bisher sehen wir kein neues Risikosignal“, sagte PEI-Expertin Brigitte Keller-Stanislawski am Donnerstag vor Journalisten. Sie betonte zugleich, dass es sich um Verdachtsfälle handle, bei denen ein kausaler Zusammenhang zur Impfung nicht belegt sei. PEI-Präsident Klaus Cichutek betonte, dass die Risiken der beiden zugelassenen Impfstoffe nach bisherigen Stand „sehr, sehr begrenzt“ seien.

12.09 Uhr: Wie viele Menschen wurden in der Schweiz bisher eigentlich geimpft?

Das Bundesamt für Gesundheit meldete bis 12. Januar 37.900 Impfungen. Sprecherin Katrin Holenstein gab auf Anfrage des SÜDKURIER zu bedenken, dass diese Zahl "wenig aussagekräftig" sei. Die Gründe laut BAG: Etliche Kantone haben erst in der zweiten Januarwoche mit Impfen begonnen.

Da unter den Kantonen, die noch keine Zahlen an die Bundesbehörde geliefert haben, auch größere gehören, könnten erst "in den kommenden Tagen vollständigere Zahlen" veröffentlicht werden, so Holenstein. Am 14. Januar lieferte das BAG in einer Pressekonferenz neuerliche Schätzungen, wonach 66.000 Personen eine Impfdosis erhielten. Zum Vergleich: In Deutschland erhielten bisher (Stand 13. Januar) rund 758.000 Menschen eine Impfdosis, was einer Quote von 0,91 Prozent der Bevölkerung entspricht (Schweiz gemäß vorläufiger Zahl vom 14. Januar: 0,77).

11.23 Uhr: Kretschmann: Corona-Lockdown muss voraussichtlich verlängert werden

Der Corona-Lockdown muss nach den Worten von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann voraussichtlich über Januar hinaus verlängert werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Er werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen.

11.15 Uhr: Robert-Koch-Institut fordert noch schärferen Lockdown als bisher

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist angesichts der derzeitigen Infektionslage für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland. RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte in Berlin, es sei eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch RKI-Präsident Lothar Wieler befürwortete eine Verschärfung als "Option".

10.37 Uhr: Baden-Württemberg lässt Grundschulen und Kitas zunächst weiter zu

Baden-Württemberg will Grundschulen und Kitas nun doch zumindest bis Ende Januar geschlossen halten. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa in Stuttgart erfuhr, verständigten sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) darauf, angesichts der weiter hohen Corona-Infektionszahlen im Land zunächst auf die angedachte Lockerung zu verzichten. Es solle aber eine Öffnungsperspektive für Grundschulen und Kitas erarbeitet werden, sollte der Lockdown über Januar hinaus gelten, hieß es.

Baden-Württemberg wolle darauf dringen, dass das Thema Öffnung von Grundschulen und Kitas auch in der nächsten Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besprochen wird, erfuhr die dpa. Insbesondere der Bund hat sich wiederholt dagegen ausgesprochen, Schulen bald wieder zu öffnen. Die Konferenz soll auch wegen der Gefahr neuer Virus-Varianten möglicherweise vom ursprünglich geplanten 25. Januar auf nächste Woche vorgezogen werden.

10.30 Uhr: RKI-Präsident Wieler: Einhaltung von Schutzmaßnahmen „wichtiger denn je“

Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist nach Einschätzung des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, derzeit „wichtiger denn je“. Es sei noch nicht abschätzbar, wie sich die auch in Deutschland aufgetretenen Mutationen des Coronavirus verbreiten, sagte Wieler.

„Es besteht also die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert.“ Wieler appellierte nachdrücklich, die bereits seit Monaten bekannten Abstandsregeln einzuhalten. Wer sich jetzt mit einem Arbeitskollegen zum Mittagessen treffe und sich beim Essen gegenüber sitze, könne nicht behaupten, die Maßnahmen würden nicht funktionieren. Diese müssten schon richtig genutzt werden, damit sie wirken.

Wie der RKI-Präsident sagte, lässt sich die Infektionslage wegen der Feiertage und der damit verbundenen geringeren zahl von Arztbesuchen derzeit nicht einfach interpretieren. Es gebe aber eine positive Entwicklung. „Der Anstieg ist vermutlich nicht mehr so steil wie im Dezember.“ Die Fallzahlen hätten sich stabilisiert.

Wieler zeigte sich zuversichtlich, dass das Coronavirus im Jahresverlauf in den Griff zu bekommen sei. „Am Ende dieses Jahres werden wir diese Pandemie kontrolliert haben“, sagte er.

9.40 Uhr: Laschet schließt Lockdown bis Ostern nicht aus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat eine Fortsetzung des aktuellen Lockdowns bis Ostern nicht ausgeschlossen. "Die Lage ist sehr ernst. Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen", so Laschet. Ohnehin werde es erst ab kommender Woche nach der Zeit der Feiertage wieder ein "realistisches Bild" der Corona-Lage geben. Kritik übte Laschet an der vielerorts relativ geringen Impfbereitschaft des medizinischen Personals in Kliniken und Pflegeheimen. "Die Impfbereitschaft gerade bei Pflegekräften ist noch zu niedrig. Das muss deutlich besser werden", sagte der CDU-Politiker.

9 Uhr: Curevac-Mitgründer spricht sich gegen Impfpflicht aus

In der Debatte über eine Impfpflicht für medizinisches Personal und Pflegekräfte in Deutschland spricht sich der Mitgründer des Impfstoffherstellers Curevac gegen einen Impfzwang aus. Es befremde ihn zwar, dass sich gerade manche Menschen aus dem medizinischen Bereich dagegen wehren.

„Also Menschen, die das von ihrem Hintergrund her besser wissen müssten“, sagte Ingmar Hoerr. Statt einer Impfpflicht solle man aber Menschen vielmehr vom Nutzen überzeugen, meinte er. Eine gewisse Zurückhaltung und Anlaufschwierigkeiten seien jedoch ganz normal. Er plädierte für prominente Vorbilder, die medienwirksam während und nach der Impfung begleitet werden.

8.30 Uhr: Grundschulen und Kitas öffnen? Baden-Württemberg berät heute den Sonderweg

Das Land Baden-Württemberg will heute über die Wiedereröffnung von Grundschulen und Kitas von kommender Woche an entscheiden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wollen am Vormittag (10.45 Uhr) verkünden, ob es zu der Lockerung des Corona-Lockdowns kommt.

Kretschmann hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, weil die Infektionszahlen noch nicht belastbar nach unten gingen. Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl ist, dringt vehement auf eine Öffnung im Sinne der Kinder. Sie wollte Grundschulen und Kitas eigentlich schon am vergangenen Montag öffnen - „unabhängig von den Inzidenzzahlen“.

8 Uhr: Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen der Kontakte

Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. „An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen“, sagte Brockmann. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten.

Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken. „Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen“, sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken.

„Eines ist klar, das Impfen hilft uns nicht, auf diesem Niveau rauskommen, wo jeden Tag mindestens 1000 Menschen sterben“, sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

7.12 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Deutschland auf neuem Höchststand

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 1244 weitere Todesfälle gezählt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) nun unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 1188 Verstorbenen erreicht worden.

Laut den jüngsten Angaben des RKI stieg die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie auf 43.881. Gezählt werden dabei sowohl Menschen, die unmittelbar an der Erkrankung verstarben als auch Menschen mit Vorerkrankungen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die genaue Todesursache war. Das RKI gab heute zudem 25.164 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 13. Januar:

21.40 Uhr: Fast 3000 neue Corona-Fälle im Südwesten - 116 weitere Tote

Binnen eines Tages ist die Zahl der Corona-Infektionen in Baden-Württemberg um weitere 2976 Fälle gestiegen. Damit sind im Südwesten seit Beginn der Pandemie insgesamt 267 696 Ansteckungen registriert worden, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) weiter mitteilte. Die Zahl der mit oder am Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 116 auf insgesamt 5873. Als genesen gelten 219 676 ehemals Infizierte.

Die landesweite Sieben-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner liegt bei 133,3. Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert beträgt 1,09. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 109 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über dem Sieben-Tages-Inzidenzwert von 50 - ab jenem Wert gilt eine Kommune als Risikogebiet. Die Kreise Calw und Ravensburg weisen sogar eine Inzidenz von mehr als 200 auf.

20.15 Uhr: Lehrer-Umfrage: Deutliche Lernrückstände bei Kindern wegen Corona

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, über die die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet. Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen. Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite.

Bei der digitalen Ausstattung sind die Schulen in Deutschland nach Auffassung der Lehrer trotz Corona-Krise kaum vorangekommen. 61 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, dass sie weniger gut oder schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet seien. Dieser Wert ist im Vergleich zum April (66 Prozent) nur wenig gesunken.

18.45 Uhr: Illegaler Kindergeburtstag - Gäste verstecken sich vor Polizei im Bad

Die Polizei in Hameln hat einen Kindergeburtstag mit 30 Gästen aufgelöst. Um von den Beamten nicht entdeckt zu werden, schloss sich eine Frau mit fünf Kindern in der Toilette ein, wie ein Polizeisprecher sagte. „Die anderen haben sich in Schränken versteckt.“ Nachbarn hatten sich bei der Polizei über den Kindergeburtstag beschwert. Entgegen der Kontaktbeschränkungen trafen sich die 30 Teilnehmer in der Wohnung. Gegen die 15 anwesenden Erwachsenen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

16.49 Uhr: Spahn sichert schrittweise mehr Impftempo zu

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach Kritik am Start der Corona-Impfungen in Deutschland schrittweise mehr Tempo zugesichert und wirbt für eine breite Impfbereitschaft. „Diese größte Impfaktion unserer Geschichte ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. „Nur wenn über das Jahr hinweg die allermeisten der Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich impfen zu lassen, können wir das Virus wirklich besiegen.“ Er räumte Verbesserungsbedarf bei Abläufen ein, verteidigte aber die gemeinsame europäische Beschaffung, die Deutschland genug Impfstoff sichere. Die Opposition bemängelte den Impfstart und den generellen Krisenkurs.

Spahn sagte gut zwei Wochen nach dem Start der Impfungen, natürlich ruckele es dabei. Manches hätte schneller gehen und zwischen EU, Bund und Ländern besser funktionieren können. Für den teils als langsam empfundenen Beginn gebe es aber Gründe. Die Impfungen zuerst in Pflegeheimen seien aufwendiger. Nach und nach würden die Länder ihre Impfzentren in Betrieb nehmen und auch die Terminvergaben optimieren. „Im zweiten Quartal wird die Situation spürbar besser sein.“ Allein mit den beiden ersten zugelassenen Impfstoffen könne voraussichtlich im Sommer allen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden.

16.23 Uhr: Baden-Württemberg untersucht Virus-Mutationen künftig selbst

Das Land Baden-Württemberg untersucht Coronavirus-Proben künftig selbst auf mögliche Mutationen. Die gezielte Diagnostik der aufgetretenen Virusmutanten sei ab sofort auch im Landesgesundheitsamt möglich, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums des Landes am Mittwoch in Stuttgart mit. Untersucht werden sollen vor allem die in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B.1.351, auch: 501Y.V2) aufgetretenen Virusvarianten.

Das Gesundheitsministerium erhofft sich, bei Verdachtsfällen damit künftig schneller reagieren zu können. Bislang mussten Proben von Verdachtsfällen aus dem Land an die Charité nach Berlin geschickt werden.

15.10 Uhr: Die Schweiz geht ab Montag in den Lockdown

In der Schweiz gilt ab Montag, 18. Januar ein harter Lockdown. Das heißt: Läden – außer Geschäfte des täglichen Bedarfs - müssen schließen. Das verkündete der Schweizer Bundesrat nach Gesprächen mit den Kantonen. Gleichzeitig werden Treffen im privaten und öffentlichen Raum auf fünf Personen begrenzt, Kinder zählen mit dazu.

Zudem gilt eine Home-Office-Pflicht. In Betrieben, bei denen Home Office nicht möglich ist, gilt kategorische Maskenpflicht, sobald mehr als eine Person im Raum ist. Restaurants und Freizeitanlagen müssen weiter geschlossen bleiben. Begründet wird die Maßnahme vor allem mit der mutierten Virusvariante aus Großbritannien. „Wir erwarten eine dritte Welle im Februar“, sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Die Maßnahmen gelten vorerst bis Ende Februar. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Lockdown in der Schweiz finden Sie hier.

14.45 Uhr: Bundesregierung setzt bei Homeoffice weiter auf Freiwilligkeit

Die Bundesregierung will beim Homeoffice weiter auf Freiwilligkeit setzen. Das machte eine Sprecherin deutlich. Sie erinnerte an den Appell von Bund und Ländern, dass Firmen wo immer es möglich sei, Homeoffice nutzen sollten. Dies sei aber nicht in allen Arbeitsbereichen gleich möglich.

Zum Thema Homeoffice waren zuletzt Stimmen etwa aus der Opposition laut geworden, statt eines Appells an Firmen müsse es Vorgaben geben. „Dort, wo es möglich ist, müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet werden, Homeoffice zu erlauben“, sagte die Fraktionsvorsitzende Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. „Wer von zuhause arbeiten kann und will, muss das sofort tun können.“

13.50 Uhr: Spahn verteidigt europäischen Weg bei Impfstoffbeschaffung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in einer Regierungserklärung im Bundestag Kritik am europäischen Vorgehen bei der Corona-Impfstoffbeschaffung zurückgewiesen. Den europäischen Weg zu gehen liege im nationalen Interesse Deutschlands, sagte der CDU-Politiker. Die deutsche Wirtschaft brauche offene Binnengrenzen und den freien Güterverkehr. „Es ist eine Frage der ökonomischen Vernunft, dass wir nicht einzelne Nationen, sondern ganz Europa impfen.“

Es sei über Europa genügend Impfstoff für alle Deutschen bestellt worden. „Natürlich ruckelt es bei der größten Impfkampagne der Geschichte“, räumte er ein. Grund dafür, dass der Impfstoff weltweit ein knappes Gut sei, seien aber fehlende Produktionskapazitäten, nicht fehlende Verträge.

Die Corona-Impfungen in Deutschland hatten vor gut zwei Wochen begonnen. Zuletzt war auch vom Koalitionspartner SPD Kritik an zu geringen Impfstoff-Bestellungen laut geworden. Vor Ort gibt es teils Ärger wegen der Organisation von Impfterminen. Einsetzbar sind inzwischen zwei zugelassene Impfstoffe.

12 Uhr: Lernplattform Moodle am Montag durch Attacke lahmgelegt

Die Lernplattform Moodle ist am Montag Opfer einer Attacke geworden. Das teilte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) mit. Auf einem von rund 120 Servern der Plattform habe es so viele Zugriffe gegeben, dass der Server überlastet und schließlich lahmgelegt wurde. Diesen Vorgang nennt man DDos-Angriff. Dabei werden Server mit einer Flut von Anfragen überschüttet und so verlangsamt oder in die Knie gezwungen. Daten seien nicht gestohlen worden, sagte der LKA-Sprecher.

Nach bisherigen Erkenntnissen zeichne sich kein gezielter Großangriff von Kriminellen ab, sagte der LKA-Sprecher. Am Montag war Moodle zu Unterrichtsbeginn in Ton und Bild immer wieder ausgefallen. Über Twitter beschwerten sich zahlreiche Lehrkräfte und Eltern. Der Angriff wurde nach Auskunft des Kultusministeriums sofort bemerkt und umgehend abgestellt, der Ausfall sei kurzfristig gewesen.

10.50 Uhr: Wirtschaftsministerium erleichtert Zugang zu Coronahilfen

Schausteller, Marktkaufleute und Unternehmen der Event- und Veranstaltungsbranche sowie das Taxigewerbe können leichter an Gelder zur Überbrückung der Corona-Krise kommen. Das Land weitet die Möglichkeiten für den Tilgungszuschuss aus, wie das Wirtschaftsministerium  mitteilte. Bisher gebe es nur Gelder für klassische Kredite. Nun sind auch Zuschüsse für den Mietkauf, Geldmarktdarlehen und Finanzierungsleasing möglich.

Bisher wurden fast 1000 Anträge mit einem Volumen von 8,4 Millionen Euro bewilligt und ausbezahlt. Das entsprechende Landesprogramm hat ein Gesamtvolumen von 92 Millionen Euro. Der Tilgungszuschuss sei für die betroffenen Unternehmen eine wichtige Unterstützung und sei deshalb weiter an ihre Bedarfe angepasst worden, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Der in Deutschland einmalige Tilgungszuschuss komme bei den Betrieben gut an.

9.50 Uhr: Infektiologe sieht „kaum zusätzlichen Schutz“ durch FFP2-Masken

Der Pandemiebeauftragte des Klinikums rechts der Isar in München hält die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske für problematisch. „Die Nutzung von FFP2-Masken in der Öffentlichkeit sehe ich sehr kritisch, insbesondere weil sie einen erheblich erhöhten Atemwiderstand mit sich bringen und das Tragen ein entsprechendes Training erfordert“, erklärte Christoph Spinner.

Ab kommenden Montag ist das Tragen einer FFP2-Maske im Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr in Bayern verpflichtend. Einen entsprechenden Beschluss hatte das Kabinett am Dienstag gefasst. Mit FFP2-Masken soll das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus gesenkt werden.

9 Uhr: Friseur-Verband kritisiert frischfrisierte Profifußballer

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat in einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund seinen Unmut über frischfrisierte Fußballprofis geäußert. Wie die „Bild“-Zeitung zunächst berichtete, heißt es in dem an DFB-Präsident Fritz Keller gerichteten Schreiben: „Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen.

Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.“ Damit sei eine ganze Branche unter Druck gesetzt geworden. „Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen.

Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst“, heißt es weiter in dem offenen Brief. Es sei ein großes Privileg, dass der Profifußball während einer Pandemie weiter stattfinden dürfe.

8.43 Uhr: Scholz fordert maximale Transparenz von Spahn zu Impfstoffbeschaffung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will nach der am Mittwoch anstehenden Regierungserklärung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) prüfen, ob die von ihm gestellten Fragen zur Impfstoffbeschaffung ausreichend beantwortet sind. "Es sind viele Fragen gestellt. Ich werde die Antworten, die jetzt gegeben werden, genau bewerten", sagte Scholz.

Scholz hatte den Koalitionspartner Union mit seinem Fragenkatalog an Spahn verärgert. Der SPD-Kanzlerkandidat sagte, es gehe um "maximale Transparenz". Insbesondere gehe es darum, ob innerhalb der Europäischen Union maximal Impfstoffe bestellt wurden. "Das ist eine Frage, die alle interessiert."

8.21 Uhr: Spahn: Aufklärung statt Impfpflicht für Pflegekräfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einer Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut eine Absage erteilt. „Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben. Und das gilt“, sagte Spahn nun. Die Bundesregierung setze auf Argumente, Informationen und Vertrauen in den Impfstoff.

Auch das Pflegepersonal in Deutschland wolle er mit Argumenten überzeugen. „Das ist übrigens auch die Wertschätzung, die Pflegekräfte in dieser Pandemie erwarten“, sagte Spahn. Seit Monaten sagten alle, dass sie einen der schwersten Jobs in der Pandemie hätten. „Ich finde, dann sollten wir auch mit ihnen über das Impfen reden“, so der CDU-Politiker vor einer Regierungserklärung im Bundestag, die für Mittwochmittag geplant war.

7.31 Uhr: Lambrecht zu Impfpflicht: „Das Wort der Bundesregierung gilt“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat eine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus erneut ausgeschlossen. „Die Bundesregierung hat klar gesagt, dass es keine Pflicht zur Impfung gegen Corona geben wird. Das Wort der Bundesregierung gilt“, sagte die SPD-Politikerin. „Wenn die Menschen von der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung überzeugt sind, werden sich die Allermeisten auch impfen lassen.“

Es sei eine Frage der Vernunft und der Verantwortung, sich und andere durch die Impfung zu schützen, sagte Lambrecht. „Das gilt auch dort, wo es ganz besonders auf die Impfung ankommt: in den Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen.“ Zuvor hatte CSU-Chef Markus Söder eine Impfpflicht für Pflegepersonal ins Gespräch gebracht.

7.07 Uhr: Innenminister Strobl: Bei FFP2-Masken haben wir Luft nach oben

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl hat sich für eine verschärfte Maskenpflicht auch im Südwesten ausgesprochen. „FFP2-Masken sind schon eine stark infektionsschützende Maßnahme. Da haben wir Luft nach oben“, sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Er reagierte damit auf den Beschluss in Bayern, wonach das Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel von Montag an Pflicht ist.

Strobl setzt allerdings etwas andere Prioritäten: „Zunächst sollten in Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen nur noch FFP2-Masken getragen werden“, sagte der Innenminister. Die Pflicht sollte auch Besucher und Patienten umfassen. Da reiche eine herkömmliche Mund-Nase-Bedeckung aus Stoff nicht mehr aus.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 12. Januar:

20.50 Uhr: Kretschmann gegen Impfpflicht für Pflegekräfte

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist gegen eine Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal. Man habe sich die ganze Zeit gegen eine Impfpflicht in dieser Pandemie ausgesprochen, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart zu einem entsprechenden Vorschlag des bayerischen Regierungschefs Markus Söder (CSU). „Das ändern wir jetzt nicht mittendrin.“ Gleichwohl sei er dafür, dass sich der nationale Ethikrat mit dieser Frage befasse. „Das finde ich sehr wichtig.“
Söder hatte gesagt, es sei auffällig, dass sich viele Pflegekräfte nicht impfen lassen wollten. Deshalb müsse man eine Debatte über eine Impfpflicht für diese Berufsgruppe führen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe lehnt eine solche Pflicht ab.

20 Uhr: Landesregierung verschickt Impf-Infos an alle Haushalte

Die baden-württembergische Landesregierung verschickt nach Kritik an mangelhaften Angaben rund um den Corona-Impftermin an alle Haushalte die entsprechenden Informationen. Das berichtet der „Reutlinger General-Anzeiger“ in seiner Ausgabe am Mittwoch unter Berufung auf einen Sprecher des Sozialministeriums. Vor allem wolle man in dem Brief die Bürger informieren, wie und auf welchem Weg die Menschen sich zur Impfung anmelden können. Eine Änderung des Verfahrens soll es nicht geben. Die Bürger werden sich weiterhin laut dem Blatt selber um einen Termin kümmern müssen. Voraussichtlich Ende kommender Woche sollen die Erläuterungen in die Briefkästen flattern.

18.45 Uhr: Wie gefährlich sind die Schulen in der Pandemie wirklich?

Welche Erkenntnisse gibt es überhaupt zum Infektionsrisiko in Schulen? Und auf welcher Basis treffen die Landesregierungen ihre Entscheidung, die Schulen stufenweise zu öffnen? Wir haben uns einige Studien angeschaut. 

16.51 Uhr: Erster Deutschland-Nachweis von Südafrika-Mutation im Zollernalbkreis

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat den ersten Nachweis der Corona-Mutation B.1.351 aus Südafrika in Deutschland gemeldet. Betroffen sei eine Familie, die am 13. Dezember aus Südafrika in den Zollernalbkreis zurückgekehrt sei, teilte das Stuttgarter Sozialministerium mit. Am Montag sei der Nachweis der Variante von der Berliner Charité bestätigt worden. Zwischenzeitlich gibt es sechs Virus-Nachweise bei sechs Personen aus drei Haushalten, informierte das Sozialministerium. Die Familie habe die Quarantäne pflichtgemäß eingehalten, die Tests nach fünf Tagen seien negativ gewesen. Erst danach hätten Familienmitglieder Symptome entwickelt, so das Sozialministerium.

Die Mutation wurde im Dezember in Südafrika bekannt. Sie gilt wie eine ebenfalls bereits in Deutschland angekommene Mutation aus Großbritannien als potenziell ansteckender als die bislang in Deutschland verbreitete Variante.

16.35 Uhr: Corona-Ausbruch in Markdorfer Pflegeheim weitet sich aus

Der DRK-Ortsverband Markdorf unterstützt das Pflegeheim St. Franziskus inzwischen mit Sanitätshelfern. Nachdem am vergangenen Freitag sechs infizierte Bewohner vermeldet wurden, ist deren Zahl inzwischen auf 23 angewachsen. Auch sechs Pflegekräfte des Heims in der Markdorfer Spitalstraße haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Spitalfonds-Chef Ralf Scharbach hofft, dass sich die Lage bis in einer Woche wieder zu entspannen beginnt: Noch gibt es keinen schwereren Krankheitsverlauf unter den infizierten Bewohnern.

15.45 Uhr: Lockdown-Verschärfung im Südwesten? Konkrete Kretschmann-Pläne bleiben unklar

Winfried Kretschmann hat angekündigt, dass der Lockdown in Baden-Württemberg nochmals verschärft werden könnte. Doch wie ist das überhaupt noch möglich? Ein Regierungssprecher hielt sich auf SÜDKURIER-Anfrage bedeckt: „Es stehen keine konkreten Maßnahmen im Raum.“ Man wolle das nächste Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin abwarten. Auf eine mögliche Home-Office-Pflicht angesprochen verwies der Sprecher auf den von Kretschmann angestrengten Home-Office-Gipfel im Land, der morgen stattfinden solle. Auch ob eine FFP2-Maskenpflicht in Läden und dem ÖPNV angedacht ist, wie sie Bayern am Montag einführt, ließ der Sprecher offen.

Gleichzeitig konkretisierte der Sprecher die Aussage von Kretschmann, wonach die nächtlichen Ausgangssperren in Baden-Württemberg „sehr wirksam“ seien. Diese Einschätzung beruhe auf „Erfahrungswerten in den Hotspots, zum Beispiel in Bayern“. Für eine tatsächliche Wirksamkeit in Baden-Württemberg gebe es dagegen keine wissenschaftlichen Belege, dafür sei es „etwas früh“.

14.30 Uhr: Bescheinigung von Schule oder Kita für Extra-Kinderkrankentage

Für Familien gibt es nun mehr Klarheit bei den geplanten zusätzlichen Kinderkrankentagen in diesem Jahr. Die Extra-Tage sollen nicht nur bei geschlossenen Schulen und Kitas genutzt werden können, sondern auch, wenn lediglich die Anwesenheitspflicht ausgesetzt ist oder der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Laut einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Formulierungshilfe für einen entsprechenden Gesetzentwurf gilt das auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Kita zu bringen.

13.50 Uhr: Spahn verteidigt Impfkurs und wirbt um breite Impfbeteiligung

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das Vorgehen bei Corona-Impfungen erneut gegen Kritik verteidigt und wirbt im Bundestag um Unterstützung für eine breite Beteiligung der Bürger. Es gehe um „die größte Impfkampagne“ unserer Geschichte, erläuterte Spahn in einem Schreiben an alle Bundestagsabgeordneten.

„Der Start ist - allen berechtigten Hinweisen auf zu verbessernde Abläufe zum Trotz - ein Erfolg.“ Er bitte um gemeinsames Eintreten dafür, dass die Bürger den Weg mitgehen und sich „in großer Zahl impfen lassen“, heißt es in dem Schreiben. Gut zwei Wochen nach Beginn der Impfungen in Deutschland will Spahn an diesem Mittwoch eine Regierungserklärung im Bundestag zum aktuellen Stand abgeben.

13.30 Uhr: Kretschmann hält Verschärfung des Corona-Lockdowns für möglich

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält angesichts der weiter hohen Corona-Infektionszahlen eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Februar für möglich. Die Zahlen seien nicht so, dass man „ein großes Öffnungskonzert“ veranstalten könne, sagte Kretschmann in Stuttgart.

„Wenn es nicht gut kommt, müssen wir eventuell sogar noch mal verschärfen.“
Winfried Kretschmann

Baden-Württemberg sei mit dem bisherigen strengen Kurs gut gefahren. Kretschmann erklärte, die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen seien sehr wirksam. „Die nächtlichen Ausgangssperren werden mal sicher nicht gelockert, vorher lockern wir was anderes.“ Seit Wochen gelten im Südwesten Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 Uhr und 5 Uhr.

Kretschmann wandte sich damit auch gegen die Forderung des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (ebenfalls Grüne), von Februar an die Corona-Maßnahmen auf breiter Front zu lockern. Er sei ein „strikter Gegner“ davon, unabhängig von den Infektionszahlen zu handeln. „Sowas wird ja kein verantwortlicher Politiker machen“, sagte der Regierungschef. „Die rote Linie ist immer die Belastbarkeit des Gesundheitswesens.“

Ob man Grundschulen und Kitas wie angedacht am kommenden Montag öffnen könnten, sei noch nicht klar. Die Zahlen gingen nicht herunter - „jedenfalls nicht belastbar“, meinte Kretschmann. Es gebe jedoch noch keine Vorentscheidung. Der Ministerpräsident und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wollen sich am Donnerstag verständigen, wie man mit Grundschulen und Kitas weiter verfährt.

13.20 Uhr: Merkel zu Corona-Lage: Es bleibt hart bis Ostern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet mindestens bis April mit großen Härten wegen der Corona-Pandemie. "Es bleibt hart bis Ostern", sagte Merkel vor Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Inneres der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. In Fraktionskreisen wurde ausdrücklich darauf verwiesen, dass Merkel nicht von einer Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bis Ostern gesprochen habe.

Das Osterfest fällt in diesem Jahr auf das erste April-Wochenende. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, Merkel habe "harte Maßnahmen" für die kommenden acht bis zehn Wochen in Aussicht gestellt. Die Zeitung zitierte sie mit den Worten: "Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine zehnfache Inzidenz."

13 Uhr: Lernplattform Moodle läuft an Tag zwei nach den Ferien besser

An Tag zwei nach den Schulferien macht die digitale Lernplattform Moodle nach Ministeriumsangaben keine Probleme mehr. Moodle sei am Morgen landesweit reibungslos gestartet, teilte das Kultusministerium mit. Es gebe weder Überlastanzeigen noch Ausfälle.

Die Plattform sei am Dienstagvormittag mit etwa 275.000 aktiven Nutzern stabil gelaufen. In der Nacht zu Dienstag seien weitere Optimierungen vorgenommen worden. Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt prüfe darüber hinaus einen möglichen Angriff auf einen Moodle-Server und die Frage, ob die Probleme am Montag teils damit zusammengehangen hätten, erklärte ein Sprecher.

Am Montag war Moodle zu Unterrichtsbeginn in Ton und Bild immer wieder ausgefallen.

12.14 Uhr: Weitere Lieferungen des Moderna-Impfstoffs geplant

Für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna sind baldige weitere Lieferungen an die Bundesländer geplant. Nach den ersten 63.600 Dosen zum Auftakt am Dienstag sollen in der letzten Januarwoche weitere 91.200 Dosen kommen. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Folgen sollen dann in der Woche vom 8. Februar 226.800 Dosen und in der Woche vom 22. Februar weitere 674.400 Dosen.

Das Präparat von Moderna ist der zweite zugelassene Impfstoff neben dem Mittel der Hersteller Biontech und Pfizer. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet bis Ende des ersten Quartals mit zwei Millionen Dosen von Moderna für Deutschland, im Laufe des Jahres mit 50 Millionen Dosen. Eine Wahlmöglichkeit, wer welchen Impfstoff bekommt, soll es vorerst nicht geben.

11.45 Uhr: Jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler fürchtet das Aus

Gut jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler befürchtet nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE), ohne weitere staatliche Hilfen das laufende Jahr nicht zu überstehen. 2021 drohe, für viele Handelsunternehmen und ganze Innenstädte „zum Katastrophenjahr zu werden“, warnte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin.

Bei einer aktuellen HDE-Umfrage unter 1500 vom Lockdown betroffenen Textil-, Schmuck-, Spielwaren- und Sportartikelhändlern gaben 23 Prozent der Befragten an, ihr Geschäft ohne weitere Hilfen voraussichtlich bereits im ersten Halbjahr aufgeben zu müssen. Weitere 28 Prozent rechneten ohne zusätzliche staatliche Unterstützung mit einem Aus im zweiten Halbjahr. Besonders pessimistisch waren die Händler in den Innenstädten.

Hier befürchteten sogar 58 Prozent, ihr Geschäft noch in diesem Jahr dicht machen zu müssen. Der Umfrage zufolge haben 71 Prozent der Unternehmen seit Beginn der Krise staatliche Unterstützung erhalten. Rund 23 Prozent haben derzeit staatliche Hilfen beantragt, 69 Prozent planen, einen Antrag auf Überbrückungshilfe zu stellen.

11.21 Uhr: Auf Mallorca sollen Fahrgäste in Bussen und Bahnen den Mund halten

Zur Eindämmung von Corona-Infektionen sollen Fahrgäste in Bussen und Bahnen auf Mallorca und den anderen beliebten Ferieninseln der Balearen möglichst den Mund halten. Das sei eine der Maßnahmen, an die sich die Menschen nach dem Willen der Regionalregierung ab Mittwoch halten sollten, schrieb die deutschsprachige „Mallorca-Zeitung“.

Neben der schon lange geltenden Maskenpflicht könne dies das Risiko einer Ansteckung vermindern. Angesichts schnell steigender Infektionszahlen hatten die Behörden ab Mittwoch auch Treffen im privaten Kreis mit Personen, die nicht im eigenen Haushalt leben, weitgehend verboten. Außerdem ordneten sie die Schließung aller Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios an.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag am Dienstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid bei knapp 310.

11 Uhr: Formel 1 erneut im Ausnahme-Modus: Neuer Saisonstart in Bahrain

Die Corona-Pandemie zwingt die Formel 1 schon vor ihrem Auftakt zum Improvisieren und Mick Schumacher wird sein Königsklassen-Debüt in der Wüste feiern: Unter dem Druck der Pandemie muss die Formel 1 ihren Saisonstart in Australien verlegen und will stattdessen am 28. März in Bahrain wieder Vollgas geben. Der Trip nach Melbourne soll am 21. November nachgeholt werden, ehe die Motorsport-Königsklasse ihren Notkalender erstmals in Saudi-Arabien und schließlich nach insgesamt 259 Tagen erst am 12. Dezember traditionell in Abu Dhabi beschließen will.

9.21 Uhr: Astrazeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt. Über den Antrag auf bedingte Marktzulassung könne voraussichtlich bereits Ende Januar entscheiden werden, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nun in Amsterdam mit. Sie hat hat bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Unternehmen Moderna für den europäischen Markt zugelassen.

9 Uhr: Arbeitsminister Heil: Keine Impfpflicht für Pflegekräfte

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen ab. „Im Moment über eine Impfpflicht zu spekulieren, verbietet sich“, sagte Heil. Die bisherige Entscheidung gegen eine Impfpflicht halte er für richtig. „Ich will vor allem Impfakzeptanz. Jetzt geht es darum, aufzuklären, dass Impfen wichtig ist“, sagte Heil.

Man müsse bei Pflegekräften und Medizinern dafür werben. Zuvor hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte über eine Impfpflicht für Pflegekräfte gefordert. „Wir müssen uns überlegen, ob wir für die besonders hochsensiblen Bereiche, das sind die Alten- und Pflegeheime, den Schutz besonders erhöhen“, sagte Söder am Dienstagmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“.

Wenn man höre und lese, dass sich wenige Pflegekräfte impfen lassen wollten, müsse man darüber diskutieren. „Der deutsche Ethikrat sollte sich damit beschäftigen“, sagte Söder. Zuvor hatte sich der CSU-Chef bereits in der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag) entsprechend geäußert.

8 Uhr: Spahn plant wegen Corona-Mutationen wohl strengere Einreiseregeln

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Ausbreitung hoch ansteckender Corona-Mutationen in Deutschland durch strengere Einreiseregeln verhindern. Laut einem „Spiegel“-Bericht vom Dienstag plant Spahn unter anderem eine generelle Testpflicht vor Abflug für alle Reisenden aus Ländern, in denen die beiden Mutationen bereits grassieren oder in denen die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz bei über 200 liegt. Eine entsprechende Rechtsverordnung soll dem Bericht zufolge bereits ab Donnerstag gelten.

Eine „bundesweit einheitliche Einreisetestpflicht“ sei nötig, um „unkontrollierte Einträge“ von Corona-Mutationen aus dem Ausland zu stoppen, heißt es laut dem „Spiegel“-Bericht im Entwurf des Gesundheitsministeriums für die Rechtsverordnung. Vor allem Reisende aus Großbritannien, Irland und Südafrika müssten wegen der dort verbreiteten Corona-Varianten bei Einreise in Deutschland einen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

7.07 Uhr: Rund 12.800 Corona-Neuinfektionen in Deutschland verzeichnet

In Deutschland sind binnen eines Tages rund 12.800 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) nun unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.802 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Pandemie-Beginn stieg damit auf 1.933.826.

Nach den Angaben des RKI wurden zudem 891 Todesfälle durch die Pandemie innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 41.577. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen bezifferte das RKI am Dienstag auf rund 1.570.000. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 164,5. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 11. Januar:

22.02 Uhr: England erhöht Tempo beim Impfen - Virus-Mutation „hochansteckend“

Im Kampf gegen hohe Corona-Fallzahlen will die britische Regierung das Tempo beim Impfen erhöhen. Bislang seien etwa 2,6 Millionen Impfdosen verabreicht worden, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag. Er warnte zugleich davor, bei den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nachlässig zu werden. Die neue Virus-Variante sei „hochansteckend“ und setzte den Gesundheitsdienst NHS unter „erheblichen Druck“, so der Minister.

Auch Premierminister Boris Johnson hatte zu erhöhter Wachsamkeit gemahnt, andernfalls müssten die Lockdown-Maßnahmen verstärkt werden. In Großbritannien werden zunächst so viele Erstimpfungen wie möglich verabreicht, die zweite Dosis soll innerhalb von zwölf Wochen folgen. Bislang haben etwas mehr als 370 000 Menschen eine zweite Dosis erhalten.

Mit etwa 46 000 Neuinfektionen lag die Zahl der gemeldeten Neuansteckungen in Großbritannien am Montag etwas niedriger als in der vergangenen Woche. Doch die Zahl der Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt weiterhin an.

In England nahmen am Montag sieben große Impfzentren ihren Betrieb auf, weitere sollten im Laufe der Woche folgen, wie der staatliche Gesundheitsdienst NHS ankündigte. Bis Mitte Februar sollen die 13 Millionen gefährdetsten Bürger in England eine Impfung angeboten bekommen haben. Zwei Millionen mehr sind es, wenn man die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland mitzählt.

Weil die Fallzahlen trotz des derzeitigen harten Lockdowns auf hohem Niveau bleiben, wird in Regierungskreisen über eine Verschärfung der Regeln diskutiert. So könnten Berichten zufolge etwa die Maskenpflicht ausgeweitet oder Kindertagesstätten geschlossen werden. Außerdem soll die Polizei schärfer gegen Regelbrecher vorgehen.

20.55 Uhr: Mehr als 1000 neue Corona-Fälle und 90 weitere Tote

Die Zahl der Menschen, die in Baden-Württemberg mit oder am Coronavirus gestorben sind, ist am Montag um 90 gestiegen (Stand: Montag 16.00 Uhr). Insgesamt zählte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart bislang 5664 Tote in Zusammenhang mit der Pandemie. Bestätigte Infektionsfälle gibt es inzwischen 262 494 - 1020 mehr als am Sonntag. Als genesen gelten 213 581 ehemals Infizierte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montag landesweit bei 138,5.

Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50 - der Wert, von dem an ein Kreis als Risikogebiet gilt. In drei Regionen - Heilbronn, Pforzheim und der Landkreis Calw - wurde sogar die Marke von 200 überschritten. Der Bodenseekreis kratzt ebenfalls an der kritischen 200er Marke.

569 Patienten sind im Südwesten nach Daten des Divi-Intensivregisters in intensivmedizinischer Behandlung, wie das Amt weiter mitteilte. 343 von ihnen würden invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2104 von 2452 Intensivbetten (85,8 Prozent) belegt. Die Abkürzung Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

19.41 Uhr: Söder bringt Impfpflicht ins Spiel

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beklagt, es gebe „unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung“. Der deutsche Ethikrat solle deshalb Vorschläge machen, „ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre“ sagte der CSU-Chef der „Süddeutschen Zeitung“. „Sich impfen zu lassen, sollte als Bürgerpflicht angesehen werden“, sagte Söder. Eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft, „an der sich Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen“, könne helfen.

Weil nicht genug Corona-Impfstoff da sei, forderte er außerdem eine „nationale Pharma-Allianz“, um die Produktion zu beschleunigen. Darüber müsse man mit den Pharmakonzernen reden. Wo nötig, müsse der Staat den Unternehmen einen Ausgleich zahlen. Die zusätzliche Impfstoffproduktion könnte ganz Europa zugutekommen. Außerdem forderte Söder „dringend mehr Einrichtungen, in denen das mutierte Virus nachgewiesen werden kann“. Die wenigen Einrichtungen in Deutschland reichten nicht. In jedem Bundesland brauche es mehrere Nachweisstellen.

17.59 Uhr: Erste Lieferung des Moderna-Impfstoffs in Deutschland angekommen

Die erste Lieferung mit rund 60.000 Dosen des Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna ist am Montag in Deutschland angekommen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Zur Frage, wo der Impfstoff zwischengelagert wird, äußert sich das Ministerium nicht. Gut zwei Wochen nach dem Beginn der Impfungen mit dem ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer soll an diesem Dienstag die Auslieferung des zweiten zugelassenen Vakzins von Moderna an die Bundesländer und deren Impfzentren beginnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet bis Ende des Quartals mit zwei Millionen Dosen von Moderna für Deutschland, im Laufe des Jahres mit 50 Millionen Dosen. Wie auch beim Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Herstellers Pfizer handelt es sich um einen sogenannten mRNA-Impfstoff.

16.34 Uhr: Biontech erwartet Produktion von zwei Milliarden Covid-Impfdosen in 2021

Das deutsche Pharma-Unternehmen Biontech hat sich optimistisch gezeigt, bis zum Jahresende zwei Milliarden Covid-19-Impfdosen produzieren zu können. Biontech erhöhte in einer am Montag in Frankfurt am Main verbreiteten Erklärung seine bisherige Schätzung, die sich auf 1,3 Milliarden Impfdosen bis zum Jahresende belaufen hatte, deutlich.

Als Begründung für die neue Einschätzung führte Biontech unter anderem den „neuen Standard“ an, nach dem aus einer Ampulle des Biontech-Präparats sechs statt der zuvor zugelassenen fünf Dosen gewonnen werden können. Darüber hinaus sollen die Produktionskapazitäten mit der Öffnung einer neuen Biontech-Niederlassung Ende Februar in Marburg erhöht werden. Dort soll es möglich sein, bis zu 750 Millionen Impfstoffdosen im Jahr zu produzieren. Bereits in der ersten Jahreshälfte will Biontech in Marburg 250 Millionen Impfstoffdosen herstellen.

15.24 Uhr: Einreisende aus Risikogebieten müssen sich in Baden-Württemberg nun testen lassen

Wer aus Risikogebieten außerhalb Deutschlands nach Baden-Württemberg kommt, muss sich nicht nur in Quarantäne begeben, sondern ab sofort auch testen lassen. Die Testpflicht für Einreisende gilt seit Montag, wie das Sozialministeriums mitteilte. Die Landesregierung beruft sich dabei auf einen Beschluss der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten vom 5. Januar. Betroffene müssen sich entweder innerhalb von 48 Stunden vor Anreise oder unmittelbar nach der Einreise testen lassen.

Für Einreisende aus Risikogebieten gilt weiterhin eine zehntägige Quarantänepflicht. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Rückkehr einen Corona-Test machen lassen. Ist das Ergebnis negativ, endet die Quarantäne-Pflicht. Allerdings gibt es Ausnahmen von der Quarantäne- und Testpflicht. So sind zum Beispiel Durchreisende oder Grenzpendler davon befreit. Wer am Coronavirus erkrankt war und wieder genesen ist, ist künftig von der Quarantänepflicht befreit - allerdings nur, wenn die Infektion bei Einreise mindestens 21 Tage und höchstens sechs Monate zurückliegt. Die Personen müssen allerdings bei Einreise symptomfrei sein.

14.42 Uhr: Curevac-Studie an Affen: Impfstoffkandidat schützt Lunge komplett

Studien an Rhesusaffen belegen laut dem Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac eine hohe Wirksamkeit des hauseigenen Impfstoffkandidaten CVnCoV. Die Primaten seien in der Untersuchung mit dem Coronavirus infiziert und danach zweimal innerhalb von 28 Tagen mit einer Dosis von je acht Mikrogramm CVnCoV geimpft worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Tiere hätten eine verringerte virale Belastung in den oberen Atemwegen (Nase und Rachen) gezeigt. Die unteren Atemwege (Lunge) seien vollständig geschützt gewesen. „In diesem Bereich war das Virus nicht nachweisbar“, sagte Mariola Fotin-Mleczek, für Technologie zuständiges Vorstandsmitglied des Unternehmens. Der vollständige Schutz der Lungen von geimpften Tieren zeigt laut Fotin-Mleczek das Potenzial von CVnCoV, Menschen vor der verheerenden Wirkung des Virus zu schützen.

14.16 Uhr: Laut RKI mehr als 613.000 Covid-19-Impfungen erfasst

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland ist weiter gestiegen. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember haben mindestens 613.347 Menschen eine Dosis gespritzt bekommen. Diese Gesamtzahl ergibt sich aus bisherigen Meldungen der Bundesländer, wie aus einer RKI-Statistik vom Montag (Stand: 11 Uhr) hervorgeht. Pro 1000 Einwohner sind bundesweit demnach bisher 7,4 Menschen gegen die Krankheit geimpft worden. Noch am Freitag war die Marke von 500.000 gemeldeten Impfungen nicht erreicht gewesen.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden laut der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (15,6), die wenigsten für Sachsen (4,9). In absoluten Zahlen kommt Bayern auf den höchsten Wert von mehr als 120.000 Geimpften laut RKI. Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

13.08 Uhr: Baden-Württemberg lässt Ausnahme für genesene Coronainfizierte bei Quarantäneregelung zu

Mit der jüngsten Fassung der Quarantäne-Einreise-Bestimmung hat Baden-Württemberg eine Ausnahme für bereits mit Corona infizierte und wieder genesene Menschen aufgenommen. Demnach dürfen Personen, die mit einem ärztlichem Attest eine Corona-Infektion per PCR-Test nachweisen können, aus Risikogebieten zurückkehren, ohne anschließend in Quarantäne zu müssen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Infektion mindestens drei Wochen zurückliegt, maximal aber sechs Monate. Grundlage für die Ausnahme ist die zumindest partielle Immunität, die bei Infektionen in diesem Zeitraum vom Körper gebildet wird. Die Ausnahmeregelung soll allerdings nur gelten, wenn der Betroffene keine Corona-typischen Symptome wie trockener Husten, Fieber oder den Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn hat. Das entsprechende Attest kann auf Deutsch, Englisch oder Französisch vorgelegt werden. (mim)

12.53 Uhr: Urlaubsreisen laut Tourismusbeauftragtem wohl erst ab Pfingsten

Urlaubsreisen in den Osterferien werden aus Sicht des Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), wegen Corona weiterhin nur sehr eingeschränkt möglich sein. „Ich glaube, dass Reisen etwas ist, dass die nächsten zwei, drei Monate noch sehr schwer vorstellbar ist“, sagte er am Montag in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv. Mit Besserung rechne er erst im zweiten Vierteljahr. „Ab den Pfingstferien wird es wieder besser. Und ich hoffe, dass dann der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum wird.“

Für den Sommer rechnet Bareiß damit, dass Urlaub nicht nur in Deutschland, sondern - je nach Lage - sogar auch im fernen Ausland möglich sein könnte. „Wenn wir im zweiten Quartal in Deutschland wirklich die meisten Menschen geimpft haben, wird es im Sommer eine Sicherheit geben fürs Reisen“, sagte er dem Sender. Die Bundesregierung habe aber klar gemacht, dass es beim Reisen keine Zweiklassengesellschaft geben dürfe, etwa im Flugzeug, so Bareiß. „Wir wollen, dass jeder ganz normal behandelt wird, egal ob geimpft oder nicht geimpft.“

12 Uhr: Gemeindetag: Handydaten zum Überwachen der 15-Kilometer-Regel nutzen

Zum Überwachen der 15-Kilometer-Regel in Corona-Hotspots kann sich Gemeindetagspräsident Uwe Brandl auch das Nutzen von Handydaten vorstellen. „Wir könnten heute Bewegungsprofile aus den Handys auslesen und auf diese Weise sehr treffsicher feststellen, wo sich die Menschen aufhalten. Wir müssen uns halt jetzt entscheiden, was wichtiger ist, der Gesundheitsschutz oder der Datenschutz“, sagte er im Bayerischen Rundfunk.

Scharfe Kritik an dem Vorschlag kam aus der FDP. Auch in der bayerischen Staatsregierung stieß der Vorstoß dem Vernehmen nach nur auf Kopfschütteln und Skepsis. Offiziell kommentieren wollte Brandls Aussage zunächst niemand.

11 Uhr: Heil will Lockdown der gesamten Wirtschaft vermeiden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will einen Lockdown der gesamten Wirtschaft wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionen vermeiden. Es gehe darum, "dass unsere Wirtschaft, wo immer es geht, am Laufen gehalten wird", sagte Heil im NDR.

Er appellierte zugleich, die Corona-Regeln am Arbeitsplatz einzuhalten. Dort, wo kein Homeoffice möglich sei, müssten die Hygiene-Auflagen strikt eingehalten werden, mahnte der Minister. Sonst könne er einen Stillstand auch in der Produktion nicht ausschließen. Die Heimarbeit sei seinem Eindruck nach im Frühjahr mehr genutzt worden als jetzt, sagte Heil dem Sender.

Er werde seinen Appell an die Unternehmen, das Arbeiten von zu Hause zu ermöglichen, am Dienstag in einer Konferenz mit den Personalvorständen großer Firmen bekräftigen. "Willkürlich Homeoffice zu verweigern, wäre jetzt unverantwortlich."

10 Uhr: Holpriger Schulstart, digitale Lernplattform setzt aus

Der Schulstart nach den Weihnachtsferien hat in Baden-Württemberg zumindest am Computer ziemlich holprig begonnen. In der ersten Stunde nach dem Unterrichtsbeginn setzte die digitale Lernplattform Moodle am Montag in Ton und Bild immer wieder aus. Über Twitter beschwerten sich zahlreiche genervte Lehrer und Eltern.

„Kann es denn wirklich sein, dass es seit März keiner hinbekommen hat im @KM_BW eine funktionierende digitale Infrastruktur aufzubauen?“ kritisierte eine Nutzerin das Kultusministerium, das sich später äußern will. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg frühestens am kommenden Montag öffnen, alle anderen Schulen nicht vor Ende Januar.

Moodle ist ein Lernmanagementsystem, über das Schüler und Lehrer online miteinander in Kontakt treten. Darin können Lerngruppen eingerichtet und Aufgaben verteilt und dann bearbeitet zurückgegeben werden. Schüler und Lehrer können in Foren miteinander diskutieren und Informationen austauschen. Zudem gibt es eine Art Chatfunktion. Anwender berichten allerdings, dass Moodle in Baden-Württemberg kein einfach handhabbares System zum Management von Dokumenten hat.

9.50 Uhr: RKI: Nach erstem Lockdown weniger Fälle anderer Krankheiten gemeldet

Nach dem ersten Lockdown in der Corona-Pandemie 2020 haben die gemeldeten Fallzahlen vieler anderer Infektionskrankheiten laut einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) um gut ein Drittel abgenommen. Zwischen März und Anfang August 2020 seien rund 140.000 Fälle gemeldet worden - 35 Prozent weniger als aufgrund der Daten von Januar 2016 bis Februar 2020 zu erwarten gewesen wären, teilte Sonia Boender vom RKI-Fachgebiet Surveillance auf Anfrage mit.

Saisonale Effekte und Trends seien berücksichtigt worden. Für die Analyse wurden Zahlen von meldepflichtigen Krankheiten und Erregern wie beispielsweise Grippe, Tuberkulose, Windpocken, Syphilis und Noroviren berücksichtigt. Die Gründe für den Rückgang beschreibt das RKI als vielschichtig und erregerspezifisch.

9.13 Uhr: Tübinger OB Palmer will Ende des Lockdowns Anfang Februar

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) fordert ein Ende der strikten Corona-Maßnahmen. „Es reicht jetzt“, sagte er am Sonntagabend gegenüber Medien. Anfang Februar müsse kontrolliert wieder geöffnet werden. Nach den Worten Palmers steigen die Schäden an der Wirtschaft und Gesellschaft expotenziell.

„Der Innenstadthandel ist schon auf der Intensivstation, der fällt bald ins Koma. Die Insolvenzen werden anrollen. Ich meine, wir halten das nicht durch“, so der Grünen-Politiker. Es sei der falsche Weg, die Zahl der Neuinfektionen zuerst auf unter 50 pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen zu drücken. Unter diesen Umständen werde der Lockdown noch mehrere Monate dauern.

9 Uhr: Spahn mahnt Bürger zur Einhaltung der Corona-Regeln im Privaten

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger aufgerufen, auch im privaten Bereich die Corona-Einschränkungen einzuhalten. „Es macht wenig Sinn, Geschäfte, Schulen, das öffentliche Leben herunterzufahren und zu schließen, wenn gleichzeitig im Privaten zahlreiche Kontakte, zahlreiche Treffen stattfinden“, sagte Spahn am Montag dem ZDF-„Morgenmagazin“.

Derzeit verbreite sich das Virus vor allem im privaten Bereich, begründete Spahn seine Mahnung. „Ich weiß, dass das schwer fällt“, führte Spahn aus. Aber in den nächsten Wochen sei es „sehr sehr wichtig, auch im privaten Bereich die Kontakte zu reduzieren“. Wenn dennoch ein Treffen mit einem Menschen aus einem anderen Haushalt stattfinde, sollte dies im Freien oder bei geöffnetem Fenster geschehen.

8 Uhr: Knapp 12.500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland verzeichnet

In Deutschland sind binnen eines Tages knapp 12.500 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) heute Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.497 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland seit Pandemie-Beginn stieg damit auf 1.921.024. Nach Angaben des RKI wurden zudem 343 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden gezählt.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 40.686. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Zahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Am vergangenen Freitag hatte die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer durch die Pandemie in Deutschland mit 1188 Fällen einen neuen Höchststand erreicht.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen bezifferte das RKI am Montag auf rund 1.545.500. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg leicht weiter an und lag am Montag bei 166,6. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

7.07 Uhr: Diese Regeln gelten ab heute in Baden-Württemberg

Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Lockdown, (kein) Bewegungsradius: Die neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg tritt heute in Kraft. Wir geben einen Überblick über die neuen Regeln.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 10. Januar:

20.26 Uhr: Schule startet nach dem Ferienende im Südwesten mit Fernunterricht

Zum Schulauftakt nach den Weihnachtsferien müssen die meisten Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg von Montag an wieder auf den Fernunterricht ausweichen. Nach wie vor sind die Corona-Infektionszahlen zu hoch für Unterricht in den Klassenzimmern. Deshalb haben sich Bund und Länder in ihren jüngsten Beratungen darauf geeinigt, frühestens Ende Januar wieder in den flächendeckenden Präsenzunterricht für alle Schularten einzusteigen.

Eine Ausnahme gibt es allerdings in Baden-Württemberg: Denn Kitas und Grundschulen sollen am 18. Januar wieder öffnen, falls das die Infektionszahlen zulassen. Auch Abschlussklassen sollen dann nach Möglichkeit wieder in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Eine Entscheidung will die Landesregierung am kommenden Donnerstag treffen. Die meisten anderen Bundesländer setzen wie vereinbart komplett auf Unterricht von zu Hause aus.

18.57 Uhr: Fast 1500 neue Corona-Fälle und 45 weitere Tote in Baden-Württemberg

Die Zahl der Menschen, die in Baden-Württemberg mit oder an dem Coronavirus gestorben sind, ist am Sonntag um 45 gestiegen - nach 66 Sterbefällen am Samstag. Insgesamt zählte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart bislang 5574 Gestorbene im Zusammenhang mit der Pandemie. Bestätigte Corona-Infektionsfälle gibt es inzwischen 261.474. Das waren 1488 mehr als am Samstag, wie die Behörde berichtete. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 211.358 ehemals Infizierte. Innerhalb einer Woche wurde das Virus landesweit bei 142,2 Menschen je 100.000 Einwohner nachgewiesen. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Zwei Regionen - Heilbronn und der Landkreis Calw - haben die Marke von 200 gerissen. Der Bodenseekreis kratzt ebenfalls an der kritischen 200er Marke.

17.50 Uhr: Großfamilie im Südwesten trifft sich trotz Corona – 32 Anzeigen

Die Corona-Regeln haben 32 Erwachsene missachtet und sich in einem Haus in Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis) getroffen. Die Mitglieder mehrerer Hausstände einer Großfamilie würden wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung angezeigt, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zeugen hatten die Beamten am Vortag auf das private Treffen aufmerksam gemacht. Die Polizei löste die Zusammenkunft auf.

16.45 Uhr: Dritte neue Corona-Variante in Japan nachgewiesen

Bei vier aus Brasilien nach Japan eingereisten Menschen ist eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Sie sei nicht identisch mit den bisher in Großbritannien und Südafrika nachgewiesenen Erreger-Varianten, gab Takaji Wakita, der Chef der japanischen Gesundheitsbehörde am Sonntag bekannt. Zur Zeit gäbe es keine Hinweise darauf, dass die neu entdeckte Variante ansteckender ist.

Die vier Personen seien am 2. Januar aus dem Amazonasgebiet in Brasilien kommend, in Tokio gelandet, und sofort am Flughafen Haneda in Quarantäne gegangen, teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. Ein über 40 Jahre alter Mann sei mittlerweile im Krankenhaus, nachdem er akute Atemprobleme entwickelt habe. Zwei andere Passagiere würden unter Symptomen wie Hals-und Kopfschmerzen, sowie Fieber leiden. Eine Person im Teenageralter habe keine Symptome entwickelt. Im Dezember wurden eine Variante des Coronavirus (B.1.1.7) in Großbritannien sowie eine ähnliche (501Y.V2) in Südafrika nachgewiesen, die ersten Analysen zufolge ansteckender sein könnten als die bisher kursierenden.

15.34 Uhr: Schulschließungen zählen laut Schweizer Studie zu effektivsten Anti-Covid-Maßnahmen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben sich in der Schweiz Schulschließungen als eine der effektivsten Maßnahmen erwiesen. Das geht aus einer Studie hervor, die am Sonntag von der ETH Zürich veröffentlicht wurde. Demnach wurde die Mobilität um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schließung der Schulen anordneten. Schulschließungen verminderten die Mobilität und führten damit zu einer Verringerung der Covid-19-Erkrankungen, erläuterte der ETH-Forscher Stefan Feuerriegel. Für die Studie wurden mit Hilfe von Telekommunikationsdaten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet. Die Schulen waren im Frühjahr wegen der Pandemie rund zwei Monate geschlossen.

Aus der ETH-Studie ergibt sich, dass zwei Faktoren die Mobilität noch stärker verringerten als Schulschließungen. Auf dem Spitzenplatz rangiert mit 24,9 Prozent das Verbot von Treffen mit mehr als fünf Menschen, knapp dahinter liegt mit 22,3 Prozent die Schließung von Restaurants, Bars und Geschäften, die für den täglichen Lebensunterhalt nicht notwendig sind.

14.45 Uhr: Niedersachsen lockert Corona-Kontaktregeln für Kleinkinder

Die Corona-Kontaktregeln in Niedersachsen werden für junge Eltern und ihre Kinder gelockert. Kinder bis drei Jahre dürfen demnach bei Kontakten einer Betreuungsperson, etwa einem Elternteil, dabei sein, wie eine Regierungssprecherin am Sonntag erklärte. Eine Mutter mit Baby darf also die Großeltern besuchen oder mit einer anderen Mutter mit Baby spazieren gehen. Als Begründung hieß es, dass kleine Kinder ununterbrochen betreut werden müssen. Ursprünglich hatte die Landesregierung angekündigt, die Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt plus eine weitere Person strenger auszulegen und auch Babys mitzuzählen.

14.20 Uhr: Neue Verordnung steht – Diese Corona-Regeln gelten ab morgen im Südwesten

Die Infektionszahlen sind nicht gesunken wie erwartet, die mutierte Version des Virus macht der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten Sorge. Erleichterungen wird es damit vorerst nicht geben, eine Begrenzung des Bewegungsradius aber auch nicht. Einen Überblick über die neuen alten Regeln in Baden-Württemberg finden Sie hier.

13.51 Uhr: Wieder volle Parkplätze rund um winterliche Ausflugsziele

Volle Parkplätze und hohes Verkehrsaufkommen: Auch am Sonntag haben viele Menschen das Wetter genutzt, um an winterliche Ausflugsziele im Südwesten zu fahren. Erneut sperrte die Polizei bereits morgens die Zufahrtsstraßen zur Schwarzwaldhochstraße, da die Parkplätze bereits ausgereizt waren, wie ein Polizeisprecher sagte. Auf den Höhen im Nordschwarzwald sei es dennoch entspannt - auch gerade wegen der Sperrungen.

Auf der Schwäbischen Alb sei es am Sonntag trotz einiger Tages-Touristen zunächst ohne Probleme und verhältnismäßig entspannt verlaufen, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Da es trotz des Corona-Lockdowns vergangene Woche teilweise zu chaotischen Szenen an beliebten Winterausflugszielen kam, hatten Politiker aus dem Südwesten an die Menschen appelliert, auf solche Ausflüge zu verzichten und kündigten konsequentes Vorgehen gegen die Überfüllung in den Schneegebieten an.

11.33 Uhr: Corona in den USA: Mehr als 22 Millionen Infektionen

In den USA haben sich seit Beginn der Pandemie über 22 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Samstag wurden binnen eines Tages 269.623 Neuinfektionen und 3656 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion erfasst, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Sonntag hervorging.

Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 372.500 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die meisten Infektionsfälle sind bislang in Kalifornien im Bezirk Los Angeles aufgetreten, zu der auch die gleichnamige Metropole gehört. Dort haben sich nach JHU über 889.0000 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 11.800 sind nach einer Infektion gestorben.

10.58 Uhr: Gesundheitsminister bittet um Geduld beim Impfen

Angesichts wachsender Kritik über die schleppende Impfkampagne gegen das Coronavirus hat Baden-Württembergs Gesundheitsminister um Geduld gebeten. „Die Lage wird sich entspannen“, versicherte Manne Lucha (Grüne) am Samstag in Stuttgart mit Verweis auf die Zulassung weiterer Impfstoffe.

„Mit der derzeit vom Bund zur Verfügung gestellten Menge an Impfstoff können wir täglich in Baden-Württemberg 6500 Menschen impfen“, machte Lucha klar. Allerdings gebe es rund eine Million Menschen im Südwesten, die im ersten Schritt geimpft werden dürfen - das sind Über-80-Jährige, ärztliches und pflegerisches Personal. „Diese große Diskrepanz kriegen wir leider nicht so schnell aus der Welt.“

Die Infrastruktur sei da, sagte der Minister. Tausende Ärzte, medizinische Fachangestellte und Freiwillige stünden bereit, um eine ganze Bevölkerung zu impfen. „Jeder Impfstoff, der hier in Baden-Württemberg ankommt, wird sofort verimpft“, so Lucha. Momentan sei die Nachfrage aber viel größer als das Angebot. Er verstehe die Enttäuschung all jener, die jetzt noch nicht zum Zug kämen

10.10 Uhr: Belgien meldet mehr als 20.000 Corona-Tote

In Belgien hat die Zahl der Corona-Toten die Marke von 20.000 überschritten. Mehr als die Hälfte der gestorbenen Menschen lebte in Altersheimen, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Das Nachbarland Deutschlands mit einer Bevölkerung von 11,5 Millionen Einwohnern meldete seit Beginn der Pandemie 662.694 Infektionen und 20.038 Todesfälle.

In Altersheimen starben bis Mitte Dezember demnach 10.270 Menschen. Alle Verstorbenen mit einem positiven Corona-Test werden in Begien als Virus-Tote gezählt. In der vergangenen Woche lag die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Todesfälle bei 58 pro Tag sowie etwa 1780 Infektionen täglich. Belgien begann am 5. Januar mit den Impfungen gegen das neuartige Virus.

9.08 Uhr: Israel hat bereits 20 Prozent seiner Bürger gegen Corona geimpft

Drei Wochen nach Beginn der Impfkampagne in Israel sind bereits 20 Prozent der Bürger gegen das Coronavirus geimpft worden. Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte am Sonntag auf Twitter mit, rund 1,8 Millionen Israelis hätten die erste Impfdosis erhalten. Insgesamt hat das kleine Mittelmeerland mehr als neun Millionen Einwohner.

Am Sonntag begann die Impfung des medizinischen Personals mit der zweiten Dosis. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (71) hatte am Samstagabend seine zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Regierung will bis Ende März alle Bewohner des Landes impfen, die älter als 16 Jahre sind.

Nach Medienberichten hat Israel eine Vereinbarung mit dem Hersteller Pfizer geschlossen, die dies ermöglichen soll. Insgesamt solle Israel zehn Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs erhalten. Israel werde das erste Land sein, das die Corona-Krise hinter sich lasse, sagte Netanjahu am Donnerstag. Es solle als Modell-Land für die rasche Impfung eines ganzen Staates dienen. Im Gegenzug sollen dem Unternehmen demnach Impfdaten zur Verfügung gestellt werden.

8.37 Uhr: Zoos verlieren Millionen durch Corona - Verband ruft nach Hilfe

Der bundesweite Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) drängt angesichts der kritischen Situation in Corona-Zeiten auf staatliche Hilfe. „Wenn unsere Zoos jetzt unverschuldet in finanzielle Engpässe geraten, würden wir es natürlich begrüßen, wenn der Staat Verantwortung übernehmen und passende Hilfsprogramme auflegen würde“, sagte VdZ-Geschäftsführer Volker Homes der dpa. „Schließlich können wir unsere Tiere kaum in Kurzarbeit schicken. Diese Hilfe wäre gelebter Tierschutz“, sagte Homes.

Allein in Nordrhein-Westfalen, wo es nach Angaben der Initiative NRW Partner Zoo die höchste Zoo-Dichte weltweit gibt, haben die Tierparks durch die coronabedingten Schließungen und Besucherbegrenzungen im vergangenen Jahr Millionen an Einnahmen eingebüßt. Sie leben derzeit von ihren Rücklagen. „Die Kosten laufen weiter - allein 50.000 Euro pro Monat für Futter“, sagte der Sprecher des Duisburger Zoos, Christian Schreiner. Der größte NRW-Zoo in Köln verzeichnete 2020 nur rund 700.000 Besucher - halb so viele wie im Vorjahr. Der Einnahmerückgang liege bei rund drei Millionen Euro, sagte sein Sprecher Christoph Schütt.

Nordrhein-Westfalen hatte im Frühsommer 2020 nach dem ersten Lockdown ein Corona-Hilfsprogramm für die Zoos im Bundesland mit insgesamt knapp 12 Millionen Euro Fördervolumen gestartet. Maximal 800.000 Euro pro Zoo wurden ausgeschüttet - Geld, das hochwillkommen war zur Deckung des Defizits, wie mehrere Zoo-Sprecher betonten. Doch das ist lange her. Inzwischen hat sich nach dem erneuten Lockdown Anfang November die Lage wieder verschärft.

7 Uhr: 16.946 Corona-Neuinfektionen und 465 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 16 946 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 9. Januar:

22 Uhr: 24.694 Corona-Neuinfektionen und 1083 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 24.694 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1083 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1188 neuen Todesfällen war am Freitag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

21.15 Uhr: Spahn: Bürger können Impfstoff nicht auswählen - nichts wegwerfen

Wer vom Staat eine Impfung gegen Covid-19 angeboten bekommt, wird sich den verabreichten Impfstoff vorerst nicht aussuchen können. Eine solche Auswahl zu treffen, sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit „im Moment und auch absehbar“ nicht möglich, betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag in einer Online-Diskussionsrunde.

Zu Berichten über überschüssigen, bereits aus der Kühlung genommenen Impfstoff an einzelnen Standorten sagte der Minister, an der festgelegten Priorisierung bestimmter Gruppen müsse unbedingt festgehalten werden. Dennoch müsse im konkreten Fall auch pragmatisch entschieden werden - beispielsweise könnten dann Mitglieder des Impfteams das Vakzin erhalten. „Im Zweifel ist alles besser als etwas wegwerfen“, sagte Spahn.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagte, die beiden bislang in Europa zugelassenen Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna seien „äquivalent in Wirksamkeit und Sicherheit“. Es sei jetzt noch zu früh, um entsprechende Aussagen für weitere Impfstoffe zu treffen, bei denen das Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei.

Um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19 zu gewährleisten, muss der Impfstoff nach Angaben der Experten zweimal verabreicht werden - mit einem Abstand von mindestens drei (bei Biontech) bis vier (Moderna) Wochen. Andernfalls droht laut Mertens nicht nur ein zu schwacher Schutz für den Betroffenen. Es bestehe auch die Sorge, dass dadurch die Entstehung von Mutationen des Virus, die gegen den Impfstoff immun seien, begünstigt werden könnten.

20 Uhr: Wien plant Corona-Selbsttests für Schüler - „einfach wie Nasenbohren“

Österreich will Schülern zur Wiederöffnung der Schulen wöchentlich einfach anwendbare Corona-Schnelltests anbieten. Testen sei „letztlich die einzige Antwort, um über die schwierige Phase bis zur Durchimpfung zu kommen“, sagte der österreichische Bildungsminister Heinz Fassmann (ÖVP) am Samstag in Wien. Insgesamt fünf Millionen Antigen-Tests sollen dafür an die Schulen verteilt werden.

Die Tests können von den Schülern selbst unter Anleitung von Erwachsenen angewendet werden. Die Stäbchen müssen etwa ein bis zwei Zentimeter in die Nase eingeführt werden. Das sei so einfach wie Nasenbohren, hieß es in einem Video mit Anleitung, das am Samstag gezeigt wurde. Eltern von Grundschülern sollen ihren Kinder einmal pro Woche montags zu Hause beim Testen helfen. Bei älteren Schülern könnten die Tests zu Hause oder in der Schule vorgenommen werden.

Die Selbsttests sollen für die Schüler kostenlos und freiwillig sein. Das Vorgehen gebe die Möglichkeit, die Schulen zu öffnen und auch offen zu halten, sagte Faßmann. Ob die Schulen in Österreich wie ursprünglich geplant am 18. Januar wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren, soll nächste Woche geklärt werden. Der Lockdown in Österreich ist zunächst bis zum 24. Januar geplant. Am Freitag hatte Deutschlands Nachbarland fast 2300 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag mit 161 je 100.000 Einwohner etwas höher als in Deutschland (136,5).

18.50 Uhr: Fast 2600 neue Corona-Fälle und 66 weitere Tote

Die Zahl der Menschen, die in Baden-Württemberg mit oder an dem Coronavirus gestorben sind, ist am Samstag um 66 gestiegen (Stand 16.00 Uhr). Das waren deutlich weniger als am Vortag (127). Insgesamt zählte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart bislang 5529 Gestorbene im Zusammenhang mit der Pandemie.

Bestätigte Corona-Infektionsfälle gibt es inzwischen 259.986. Das waren 2597 mehr als am Freitag, wie die Behörde berichtete. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 208.994 ehemals Infizierte.

Innerhalb einer Woche wurde das Virus landesweit bei 138,8 Menschen je 100.000 Einwohner nachgewiesen. Diese Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit Tagen wieder; am Freitag hatte der Wert 124,6 betragen, am Donnerstag 111,7. Allerdings waren um die Feiertage an Weihnachten und den Jahreswechsel weniger Tests durchgeführt und Daten übermittelt worden. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Mit dem Enzkreis (201,9), der Stadt Pforzheim (202,5) und dem Landkreis Calw (261,3) haben wieder drei Regionen die Marke von 200 gerissen.

597 Patienten sind im Südwesten nach Daten des Divi-Intensivregisters in intensivmedizinischer Behandlung, wie das Amt weiter mitteilte. 357 von ihnen würden invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2100 der betreibbaren 2435 Intensivbetten (86 Prozent) belegt. Die Abkürzung Divi steht für die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Etwa ein Viertel der Infizierten ist den Angaben nach älter als 60 Jahre, 13 Prozent sind jünger als 20.

Die Zahl der Corona-Impfungen im Südwesten stieg mit den 6213 vom Freitag auf 55.329. Der Großteil gehört zur Gruppe der Menschen über 80 Jahre, die als erstes geimpft werden dürfen.

17.31 Uhr: Spahn: Inzwischen mehr als halbe Million Menschen in Deutschland geimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland bei den Impfungen in der Corona-Krise ungeachtet der Kritik an der Impfstrategie auf einem guten Weg. Bislang seien bereits mehr als 500.000 Menschen in Deutschland geimpft worden, sagte Spahn am Samstag. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zuversichtlich, dass das Tempo bei den Impfungen weiter zunehmen werde. Kritik äußerte unterdessen der Bundesverband der deutschen Hausärzte. 

Mit dem Impfstart sei der "Weg raus aus der Pandemie" begonnen worden, sagte Spahn bei einer Diskussionsrunde unter anderem mit dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. "Es werden jeden Tag mehr, die Prozesse laufen immer besser", fügte Spahn mit Blick auf die Zahl der Impfungen hinzu. 

Zudem erklärte der Gesundheitsminister, dass eine erste Lieferung des zweiten in der EU zugelassenen Impfstoffes des US-Pharmakonzerns Moderna am Dienstag an die Bundesländer gehe. Auch beim möglichen dritten Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca sei laut EU-Arzneimittelbehörde EMA die europäische Zulassung "zeitnah" möglich, hob Spahn hervor. Zudem arbeiteten alle Beteiligten "mit Nachdruck" daran, dass der zusätzliche Biontech-Produktionsstandort in Marburg "im Februar ans Netz geht", erklärte Spahn bei Twitter. Dabei laufe "alles nach Plan".

Bundeskanzlerin Merkel sagte am Samstag, dass die kommenden Wochen in der Corona-Krise "die wohl schwierigsten der Pandemie" seien. Sie zeigte sich jedoch überzeugt, dass sich "Besonnenheit in diesen schweren Januarwochen und Rücksicht aufeinander" auszahlen würden. 

16.28 Uhr: Königin Elizabeth II. und Prinz Philip gegen Corona geimpft

Die britische Königin Elizabeth II. und ihr Ehemann Prinz Philip sind gegen Corona geimpft worden. "Die Königin und der Herzog von Edinburgh sind heute gegen Covid-19 geimpft worden", teilte ein Sprecher des Buckingham-Palasts am Samstag mit. Damit zählen die beiden zu den rund 1,5 Millionen Menschen in Großbritannien, die ihre erste Impfdosis erhalten haben.

Die britische Nachrichtenagentur Press Association berichtete, dass die 94-jährige Monarchin und ihr 99 Jahre alter Ehemann die Spritze in Windsor Castle von einem ihrer Leibärzte erhielten. Elizabeth II. und ihr Mann gehören wegen ihres hohen Alters zur Corona-Hochrisikogruppe. Der Buckingham Palace äußert sich nur sehr selten zu gesundheitlichen Angelegenheiten des Königshauses.

14.54 Uhr: Mehr als eine halbe Million Corona-Impfungen in Italien

Italien hat die Schwelle von einer halben Million Corona-Impfungen überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag wurden landesweit knapp 505 000 Impfdosen an rund 290 Standorten gespritzt. Das Personal im Gesundheitsbereich bekam demnach die meisten Impfungen.

Die süditalienische Region Kampanien mit der Hauptstadt Neapel verabreichte mit etwa 75 Prozent die meisten ihr zur Verfügung gestellten Dosen. Nach absoluten Zahlen wurden in der Region Latium mit Rom die meisten Spritzen verabreicht (rund 56 300). Rund 60 Prozent der Geimpften waren Frauen. Seit Ende Dezember hat Italien knapp 918 500 Impfdosen erhalten. „Ich denke, wir sind noch am Anfang und die Dosen, die wir zur Verfügung haben, sind noch klar begrenzt“, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Samstag

14.19 Uhr: Söder: Müssen Lockdown verlängern und vertiefen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht von einer Verlängerung des derzeit bis 31. Januar befristeten Corona-Lockdowns aus. „Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern und an einige Stellen auch noch vertiefen“, sagte Söder am Samstag beim digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU. Bund und Länder hatten sich erst am vergangenen Dienstag darauf geeinigt, den Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar zu verlängern.

Söder sagte, zu viele Menschen suchten noch Schlupflöcher bei den vereinbarten Corona-Beschränkungen oder diskutierten Einzelmaßnahmen. Viele stellten sich auch als Opfer der Pandemie dar. Die wahren Opfer seien aber die fast 40.000 Toten in Zusammenhang mit dem Virus. „Es ist jedes Mal ein kleiner Stich ins Herz.“ Um jedes Leben werde gekämpft, versprach Söder. „Jeder Tag ist eine neue Bewährungsprobe.“

Er habe Verständnis für den Ärger vieler Menschen über die Maßnahmen, vor allem aus der Wirtschaft, sagte Söder. Die versprochenen Wirtschaftshilfen müssten auch endlich kommen. „Es dauert schon sehr lange, und manches wirkt sehr bürokratisch.“ Erst ab kommender Woche sollten endgültig die Auszahlungen der Novemberhilfen kommen. „Aber wird sind im Januar.“

13.42 Uhr: Patientenschützer fordern mehr Tempo bei zusätzlichen Schnelltests in Altenpflege

Die Stiftung Patientenschutz hat an die Politik appelliert, nach den jüngsten Corona-Beschlüssen schnell für regelmäßigere Coronatests in der Altenpflege zu sorgen. "Zusätzliche tägliche Schnelltests für Pflegebedürftige, Personal und Angehörige sind ein effizientes Mittel, die unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Samstag. Dafür solle nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen nun Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sorgen, forderte er. 

Bund und Länder hatten sich am Dienstag neben einer Verlängerung und teilweisen Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auch darauf verständigt, für Alten- und Pflegeheime "besondere Schutzmaßnahmen" zu treffen. Da in den Einrichtungen vor Ort vielfach die personellen Kapazitäten für Schnelltests mehrmals pro Woche fehlten, würden Bund und Länder eine gemeinsame Initiative starten, "um Freiwillige vorübergehend zur Durchführung von umfangreichen Schnelltests in die Einrichtungen zu bringen".

Die Hilfsorganisationen in Deutschland sagten dem Bund-Länder-Beschluss zufolge bereits zu, die entsprechenden Schulungen zu übernehmen. Die kommunalen Spitzenverbände würden dabei koordinieren, um den regionalen Bedarf zu klären und die Bundesagentur für Arbeit (BA) werde die Vermittlung unterstützen. 

13.16 Uhr: Brinkhaus fordert klare Ansagen für Schulen

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat für die Schulen eine schnelle Perspektive für das restliche Schuljahr gefordert. "Schulen, Eltern und Kinder brauchen Planungssicherheit", sagte Brinkhaus der "Neuen Westfälischen" aus Bielefeld (Samstagsausgabe). "Müssen wir Maßnahmen verlängern? Welche Auswirkungen hat das auf Prüfungen? Verkürzen wir die Osterferien? Die Menschen wollen planen, das Familienleben regeln", sagte er der Zeitung. Mit klaren Aussagen solle die Politik das umgehend klarstellen.

Brinkhaus erklärte, Deutschland müsse den digitalen Unterricht als Chance verstehen und das Thema Bildung völlig neu denken. "Das heißt nicht nur, Tabletcomputer zu verteilen", sagte er. Digitaler Unterricht sei "eine Chance, individuell auf die Schüler zugeschnittene Lernprogramme zu etablieren". Er wolle den Bundesländern keine Kompetenzen wegnehmen, aber "wir müssen da in Deutschland einheitlicher und dynamischer vorgehen".

12.50 Uhr: Merkel: "Besonnenheit und Rücksicht werden sich auszahlen"

Die kommenden Wochen in der Corona-Krise sind nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "die wohl schwierigsten der Pandemie" - zugleich sieht sie die berechtigte Hoffnung auf Besserung. "Je konsequenter wir heute sind, desto schneller werden wir den Zustand der Kontrolle wiederherstellen können, desto kürzer wird die Zeit sein, in der wir mit solchen Einschränkungen leben müssen", sagte Merkel in ihrer am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. "Besonnenheit in diesen schweren Januarwochen und Rücksicht aufeinander werden sich auszahlen."

Hoffnung auf Besserung mache der Impfstart. Das Tempo beim Impfen werde zunehmen, sagte Merkel. "Wir werden Monat für Monat mehr Menschen und schließlich jedem, der das möchte, ein Impfangebot machen können - und ich hoffe, möglichst viele werden es dann auch annehmen."

Zur europäischen Beschaffung des Impfstoffs sagte die Kanzlerin: "Ich bin fest überzeugt, dass es gut war, auf den europäischen Weg zu setzen. Ein Virus, das uns alle trifft, lässt sich von keinem Land allein besiegen. Kein Land, auch Deutschland nicht, wäre sicher vor dem Virus, wenn seine Freunde und Nachbarn es nicht wären."

Zugleich verwies Merkel auf die angespannte Lage angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens. "Ärzte und Pflegepersonal arbeiten in vielen Krankenhäusern am Rande der Überforderung", sagte sie. "Auch was wir über Mutationen des Virus hören, macht die Sorgen nicht geringer - im Gegenteil", sagte die Kanzlerin. Das Ziel sei deshalb, die Zahl der Neuinfektionen sehr deutlich zu senken, um die Gesundheitsämter wieder in die Lage zu versetzen, jede Neuinfektion nachzuverfolgen.

12.29 Uhr: China verschärft Corona-Lockdown in zwei Metropolen

Im Kampf gegen einen neuen Corona-Ausbruch haben die chinesischen Behörden den Lockdown über die zwei Millionenstädte Shijiazhuang und Xingtai verschärft. In beiden Metropolen gilt für die insgesamt 18 Millionen Einwohner nun eine einwöchige Ausgangssperre, wie die Behörden in der Nacht zum Samstag bekanntgaben. Bereits am Freitag waren die Städte südlich von Peking komplett von der Außenwelt abgeriegelt worden. 

Alle Transportverbindungen nach Shijiazhuang und Xingtai wurden unterbrochen. Alle Zufahrtsstraßen zu den beiden Städten sind in beide Richtungen gesperrt, Flugverbindungen gestrichen und der Zugverkehr eingestellt. Den Einwohnern wurde das Verlassen ihrer Städte per Anordnung der Behörden verboten - nur in ganz dringenden Fällen soll es eine Ausnahmeerlaubnis geben. Die Schulen in beiden Städten sind geschlossen, zudem begannen die Behörden mit Massentests.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in China ist in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit sechs Monaten gestiegen. Haupt-Infektionsherd ist die an Peking angrenzende Provinz Hebei, in der Shijiazhuang und Xingtai liegen, aus der in der vergangenen Woche über 300 Corona-Fälle gemeldet wurde.

11.57 Uhr: Corona in den USA: Mehr als 283 000 Neuinfektionen - über 3500 Tote

In den USA sind 283 204 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet worden, der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Samstagmorgen (MEZ) belief sich die Zahl der täglichen Corona-Todesfälle auf 3534 Menschen.

Am Vortag war die Zahl der Toten erstmals über 4000 gestiegen. Der bislang höchste Wert an Neuinfektionen war laut JHU vor einer Woche, am 2. Januar, mit 301 858 binnen 24 Stunden verzeichnet worden.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 21,87 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 368 900 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen - unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten - nachträglich aktualisiert.

Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge wurden seit dem 13. Dezember 2020 über 6,6 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna geimpft.

11.08 Uhr: Ohne Abstand trotz Corona - Ansturm auf Flughäfen in Russland

Inmitten der Corona-Pandemie ist es an mindestens zwei Flughäfen in Russland zu einem regelrechten Ansturm von Flugreisenden gekommen. Fotos und Videos zeigten während der Neujahrsferien lange Warteschlangen in und vor den Terminals bei Sotschi im Süden und Murmansk hoch im Norden des Landes. Die Flughäfen hätten das hohe Passagieraufkommen nicht bewältigen können, berichtete der Radiosender Echo Moskwy am Samstag. Die Maschinen seien teilweise erheblich verspätet gestartet. Auf Bildern waren viele Menschen dicht gedrängt teils ohne Mund-Nasen-Schutz zu sehen.

„Es ist stickig in den Terminals, und die vielen Menschen haben einfach nicht genug Platz“, schrieb ein Flugreisender in sozialen Netzwerken über den Flughafen in Sotschi. Ein Passagier in Murmansk notierte: „Wir haben bei Frost zehn Minuten warten müssen, um überhaupt den Flughafen betreten zu können.“ Es habe nicht genügend Personal zum Abfertigen der Passagiere gegeben. In Murmansk leitete die Staatsanwaltschaft laut Agentur Interfax eine Untersuchung ein.

Am Samstag meldeten die russischen Behörden landesweit 23 300 Corona-Neuinfektionen - deutlich weniger als zu Beginn der Neujahrsfeiertage vor mehr als einer Woche. Mehr als 3,3 Millionen Menschen in Russland haben sich seit Beginn der Pandemie im Frühjahr nach offiziellen Angaben infiziert. Mehr als 61 300 starben demnach mit dem Virus.

In den vergangenen Tagen kehrten viele Russen von Urlauben oder Besuchen bei der Familie zurück in ihre Wohnorte. Neujahr ist ein wichtiges Familienfest in Russland. Die Hafenstadt St. Petersburg hatte Touristen vorher aufgerufen, wegen der hohen Corona-Zahlen die Stadt diesmal nicht zu besuchen.

10.27 Uhr: Göring-Eckardt fordert in Corona-Lockdown mehr Bildungsprogramme in ARD und ZDF

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk während des Corona-Lockdowns eine Ausweitung des Bildungsprogramms. "In anderen Ländern wird das Lernen in der Corona-Krise auch über das Fernsehen unterstützt", sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). "ARD und ZDF sollten insbesondere ihre interaktiven Angebote weiter ausbauen." Das ersetze zwar keinen Unterricht, aber helfe "gerade auch da, wo Kinder leider immer noch kein anständiges Endgerät haben". 

Die Grünen-Fraktionschefin forderte angesichts der schleppenden Digitalisierung an Schulen auch neue Formen des Unterrichts für die Corona-Zeit gefordert. "Ganz normaler Unterricht wird an vielen Orten noch lange nicht möglich sein. Daher müssen wir andere, kreative Lösungen finden."

"Eigeninitiativen von Schulen sollten unterstützt, nicht ausgebremst werden", sagte Göring-Eckardt. So könnten geschlossene Museen und leere Theatersäle für den Unterricht genutzt werden.

9.20 Uhr: Neue Corona-Verordnung veröffentlicht

Die baden-württembergische Landesregierung hat die neue Corona-Verordnung beschlossen. Die darin enthaltenen Regeln zur Eindämmung der Pandemie gelten größtenteils ab diesem Montag, wie die Regierung in der Nacht zum Samstag mitteilte. Baden-Württemberg setzt damit überwiegend die Beschlüsse von Bund und Ländern vom Dienstag um. Abweichungen wie eine mögliche Öffnung von Grundschulen und Kitas ab dem 18. Januar - abhängig vom Infektionsgeschehen bis dahin - waren zuvor schon bekanntgeworden. Weiterhin gelten im Südwesten auch Ausgangsbeschränkungen. Das heißt, Menschen dürfen nur mit sogenannten triftigen Gründen das Haus verlassen.

Als solche gelten zum Beispiel der Weg zur Arbeit oder ein Arztbesuch. Auch mit dem Hund darf man Gassi gehen. Tagsüber - definiert als die Zeit von 5.00 bis 20.00 Uhr - sind beispielsweise auch Einkäufe und Behördengänge erlaubt. Nachts hingegen ist die Auswahl schmaler: dann gelten etwa noch religiöse Veranstaltungen oder Wahlkampfaktivitäten wie das Verteilen von Flyern als Grund.

Private Treffen eines Haushalts sind nur mit einer anderen Person erlaubt - egal ob zu Hause oder im öffentlichen Raum. Kinder der beiden Haushalte unter 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Kinder aus maximal zwei Haushalten dürfen in einer festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Gemeinschaft betreut werden.

7.54 Uhr: Mehr als 24.600 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages fast 24.700 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 24.694 weitere Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen seit Pandemie-Beginn in Deutschland stieg damit auf 1.891.581. 

Nach Angaben des RKI wurden zudem 1083 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland wuchs damit auf 39.878. 

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 8. Januar:

22.05 Uhr: WHO drängt auf fairere Verteilung von Corona-Impfstoffen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat auf eine fairere Verteilung der Corona-Impfstoffe gedrängt. „Zu Beginn haben die reichen Länder den Großteil des Vorrats an verschiedenen Impfstoffen aufgekauft“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer virtuellen Pressekonferenz am Freitag. Kein Land dürfe jedoch „die Warteschlange überholen und seine gesamte Bevölkerung impfen, während andere Länder gar keine Impfstoff-Lieferungen erhalten“. Tedros forderte die Länder auf, überschüssige Impfstoffdosen für das weltweite Covax-Programm freizugeben, das eine gerechte Verteilung der Vakzine zum Ziel hat.

Nach Angaben der WHO haben bislang 42 Länder ihre Impfkampagnen gestartet - darunter 36 reiche Länder und sechs Länder mit mittlerem Einkommen. Tedros rief auch die Hersteller der Impfstoffe auf, keine bilateralen Geschäfte mit einzelnen Ländern auf Kosten der Covax-Kampagne abzuschließen. Das internationale Covax-Programm, das von der WHO mit Unterstützung des Impfbündnisses Gavi ins Leben gerufen wurde, soll einen gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen zu gewährleisten. Covax hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres genügend Dosen bereitzustellen, um 20 Prozent der Bevölkerung in den an der Initiative teilnehmenden Ländern zu impfen. Die Finanzierung ist für die 92 ärmsten Staaten der Welt gesichert.

20.25 Uhr: 2753 neue Corona-Fälle und 127 weitere Tote im Südwesten

Die Zahl der Corona-Infektionen im Südwesten ist um 2753 auf 257 389 gestiegen. 127 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) in Stuttgart mitteilte. Die Gesamtzahl der Menschen, die in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben sind, stieg auf 5463. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 206 307 ehemals Infizierte.

Innerhalb einer Woche wurde das Virus landesweit bei 124,6 Menschen je 100 000 Einwohner nachgewiesen. Am Donnerstag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 111,7 gelegen - und damit leicht unter dem Wert von Mittwoch. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Erstmals seit Anfang November liegt die Inzidenz seit Mittwoch aber in keinem Stadt- oder Landkreis mehr über 200. Am niedrigsten war der Wert den Angaben vom Freitag zufolge mit 76,4 im Landkreis Sigmaringen, am höchsten mit 189,1 im Landkreis Calw.

Die Zahl der Corona-Impfungen im Südwesten lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bis einschließlich Donnerstag bei 49 103. Das waren 6180 Geimpfte mehr als am Tag zuvor. Die Quote der Impfungen je 1000 Einwohner liegt in Baden-Württemberg bei 4,4.

19.10 Uhr: Spahn bittet offenbar Pharmaindustrie um Hilfe bei Impfaktion

Angesichts der anhaltenden Engpässe bei Versorgung mit Corona-Impfstoff hat das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) mehreren Medienberichten zufolge die Pharmaindustrie um Hilfe gebeten. Dabei geht es demnach um eine mögliche Ausweitung von Produktionskapazitäten, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sowie die "Welt" übereinstimmend berichteten. Begründet wurde dies mit der angespannten pandemischen Lage.

"Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten, ob es in Ihrem Verband Unternehmen gibt, die zu einer Erhöhung der Produktion von COVID-19-Impfstoffen beitragen können oder sich bereits hierum bemühen", heißt es den Berichten zufolge in dem Schreiben von Gesundheits-Staatssekretär Thomas Steffen an den Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller, den Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und weitere Branchenverbände. Gebeten wurde demnach um "kurzfristige Rückmeldung", denn es sei wichtig, schnell "gemeinsam tätig zu werden".

17.15 Uhr: Was berufstätige Eltern jetzt wissen sollten und wie sie zusätzliche freie Tage beantragen können

Der Lockdown fordert von Eltern erneut, eine Balance zwischen Arbeit, Homeschooling und Kinderbetreuung zu finden. Es gibt einige Möglichkeiten, mit denen berufstätige Eltern, die ihre Kinder zuhause betreuen müssen, die Belastung reduzieren können. Voraussetzung dafür ist meist aber eine gute Abstimmung und das Verständnis des Arbeitgebers.

Wir haben zusammengestellt, welche Möglichkeiten Eltern jetzt haben und wo noch Fragen offen sind.

16.16 Uhr: Bundesregierung fordert konsequente Umsetzung der Corona-Beschlüsse

Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die mit den Bundesländern gemeinsam getroffenen Corona-Beschlüsse zur Verschärfung und Verlängerung des Lockdowns auch umzusetzen. „In der derzeitigen Situation ist aus unserer Sicht eine konsequente Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse auch mit Blick auf die noch ansteckendere Virusvariante (...) unerlässlich und das gilt auch für die Beschlüsse zu den Schulen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Seibert antwortete auf Nachfragen zum Vorgehen in den Ländern bei den Schulen. So hatte etwa der Berliner Senat beschlossen, ab kommendem Montag für Abschlussklassen wieder Wechselunterricht anzubieten, also eine Kombination aus Lernen zu Hause und in den Schulen in kleinen Gruppen. Auch in mehreren anderen Ländern kehren Abschlussklassen wieder zurück in die Schulen. In der Hauptstadt sollen eine Woche später auch Grundschüler folgen. Auch in Niedersachsen und Baden-Württemberg gibt es Pläne, ab Mitte Januar zumindest Grundschüler wieder in die Schulen zu lassen.

13.54 Uhr: Moderna-Impfstoff soll am Dienstag ausgeliefert werden

Die Corona-Impfungen mit dem zweiten in Europa zulassenen Impfstoff, dem des US-Herstellers Moderna, können in der kommenden Woche in Deutschland beginnen. Die Länder sollten die erste Lieferung des Präparats am Dienstag erhalten, teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit.

Die EU-Kommission hatte den Moderna-Impfstoff am Mittwoch auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. An diesem Freitag wurden laut dem Sprecher wie geplant weitere rund 668.000 Dosen des Mittels der deutschen Firma Biontech und deren US-Partners Pfizer ausgeliefert.

Von den mehr als 160 Millionen EU-weit bestellten Moderna-Dosen soll Deutschland über 50 Millionen erhalten. Im ersten Quartal sollen wegen der zunächst begrenzten Produktionskapazitäten nur knapp zwei Millionen Moderna-Dosen nach Deutschland kommen. Die gesamten 160 Millionen Dosen sollen nach Angaben der EU-Kommission bis September geliefert werden.

13.22 Uhr: Tourismusminister Wolf mahnt: Fahren Sie nicht in Ausflugs-Hotspots

Nach dem Ansturm auf die verschneiten Schwarzwaldhänge und die Schwäbische Alb warnen die Polizei und auch Tourismusminister Guido Wolf eindringlich vor ähnlichen Ausflügen am Wochenende. „Auch wenn Schnee und Winterwetter locken: bitte verzichten Sie darauf, bekannte Winterausflugsziele anzusteuern!“, heißt es in einem Aufruf des CDU-Ministers vom Freitag. „Derzeit kann und darf es nicht sein, dass tausende Menschen denselben Berg oder Hang bevölkern.“ Wer die bekannten Ausflugsziele ansteuere, der müsse damit rechnen, am Wochenende wieder nach Hause geschickt zu werden.

Davor warnt auch die Polizei. Sperrungen, Verwarnungen, verstärkte Kontrollen - all das werde im Nordschwarzwald konsequent umgesetzt, teilte das Polizeipräsidium Offenburg mit - und ergänzte: „Es ist unverantwortlich, gezielt die Ausflugs-Hotspots aufzusuchen, gegebenenfalls aufgrund der beengten Parkraumsituation falsch zu parken und die Rettungswege für Feuerwehr und Rettungsdienste zu blockieren.“

12.10 Uhr: Kretschmann will Ausnahme für Kinder unter 14 Jahren doch beibehalten

Die Landesregierung hat sich nun doch dazu entschlossen, die bisherige Ausnahme von der Kontaktbeschränkung für Kinder unter 14 Jahren beizubehalten. Das sagte Kretschmann in einer Regierungsansprache am Freitag. Nach den strengeren Regeln, die ab 11. Januar gelten sollen, dürfen sich Menschen eines Haushalts nur noch mit einer anderen Person von außerhalb treffen. 

Kinder unter 14 Jahren werden der Ausnahme zufolge dabei nicht mitgezählt. Ursprünglich hatte Kretschmann in seiner Ansprache betont, dass alle Ausnahmeregelungen aus der noch geltenden Verordnung vom Dezember beibehalten werden sollen. Später war auf der Webseite des Staatsministeriums dann aber zu lesen, dass die Ausnahme für Kinder abgeschafft wird. 

Die neue Verordnung befindet sich derzeit noch in der Ausarbeitung. Nach Angaben eines Sprechers werde sie an diesem Freitag voraussichtlich nicht mehr fertiggestellt. Demnach könnte die neue Verordnung aber morgen veröffentlicht werden.

11.45 Uhr: Land will gegen Überfüllung von Ski- und Wandergebieten vorgehen

Baden-Württemberg will gegen die Überfüllung touristischer Ziele vorgehen und Tagesausflüge einschränken. Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich im Landtag verärgert darüber, dass es trotz des Corona-Lockdowns am vergangenen Wochenende einen Ansturm auf die Schneeregionen im Land gegeben hatte. „Das geht gar nicht“, sagte der Grünen-Politiker und kündigte verschärfte Maßnahmen an: „Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb zu voll wird.“

Kretschmann will vor allem die Landkreise in die Pflicht nehmen: „Wir werden die örtlichen Behörden anhalten, solchen Ansammlungen und Verstößen gegen das Abstandsgebot unverzüglich vor Ort entgegenzuwirken und sie mit entsprechenden Maßnahmen, wie etwa Parkplatzsperrungen oder Straßenkontrollen an touristischen Ausflugszielen, zu verhindern.“ Er habe mit Sozialminister Manne Lucha und Innenminister Thomas Strobl verabredet, dass diese mit den Kommunen die Maßnahmen vorbereiten. Ziel sei es, Ansteckungen aufgrund von Massenansammlungen zu verhindern.

10.44 Uhr: Schulöffnung am 18. Januar laut Kretschmann nicht garantiert

Die grün-schwarze Landesregierung will erst am kommenden Donnerstag darüber entscheiden, ob Grundschulen und Kitas am 18. Januar wieder geöffnet werden können. Im Interesse der Kinder würde man gern zu dem Datum wieder öffnen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag im Landtag in Stuttgart. „Doch garantieren können wir es heute noch nicht.“ Dazu brauche man „belastbarere Zahlen über die Infektionslage“, die noch nicht vorlägen. „Deshalb werden wir diese Entscheidung erst am kommenden Donnerstag treffen.“ Der verlängerte Corona-Lockdown bedeutet für die meisten Schüler, dass es im Januar statt Präsenz- nur Fernunterricht geben wird. Nur für jüngere Kinder könnte es Ausnahmen geben.

10.32 Uhr: Von der Leyen: Vertrag über mehr Biontech/Pfizer-Impfstoff steht

Die EU-Kommission hat einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer abgeschlossen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits im zweiten Quartal 2021 zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag in Brüssel. Der neue Vertrag folgt auf Klagen über Knappheit von Impfstoff in Deutschland und anderen EU-Staaten. Sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als auch die EU-Kommission standen in der Kritik. Das Biontech/Pfizer-Präparat war am 21. Dezember als erster Corona-Impfstoff in der EU zugelassen worden. Am Mittwoch wurde auch das Mittel des US-Herstellers Moderna genehmigt.

10.07 Uhr: Großbritannien verlangt negativen Corona-Test vor Einreise

Für Einreisen nach England ist von kommender Woche an ein negativer Corona-Test vorgeschrieben. Alle Reisenden, die mit dem Flug, Zug oder Schiff eintreffen, müssen einen entsprechenden Nachweis vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, wie der britische Verkehrsminister Grant Shapps in der Nacht zum Freitag mitteilte. Mit der Maßnahme soll die Verbreitung neuer Corona-Varianten unterbunden werden. Wer keinen Test nachweisen kann, muss auf der Stelle 500 Pfund (gut 550 Euro) Strafe zahlen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Lastwagenfahrer, Kinder unter elf Jahren und Einreisen aus Irland. Die Ankündigung betrifft nur England, aber ähnliche Maßnahmen für die anderen Landesteile Wales, Schottland und Nordirland sollen folgen.

08.53 Uhr: Landtag debattiert über neuen Corona-Lockdown – Kinder im Fokus

Länger wird der Lockdown, er wird strenger und er trifft vor allem Kinder und ihre Eltern hart. Deshalb wird es am Freitag nach den weiteren Verschärfungen der Corona-Beschränkungen bis Ende Januar in einer Sondersitzung des Landtags vor allem darum gehen, wie die nächsten Wochen an den Schulen konkret ablaufen sollen. Diskutiert werden sollen auch großzügige Ausnahmen für Familien mit kleineren Kindern bei den Kontaktbeschränkungen. Die CDU-Minister und Ministerinnen haben bei dieser Regelung noch Klärungsbedarf angemeldet.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag wegen der Corona-Pandemie auf weitere erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens verständigt. Ziel der Maßnahmen ist es, Kontakte zwischen Menschen und damit Ansteckungen mit dem Coronavirus zu verhindern. In mehreren wichtigen Punkten will Baden-Württemberg aber möglichst zugunsten von kleinen Kindern und Schülern von den strengen Vorgaben abweichen. Zwar bedeutet der verlängerte Lockdown für die meisten Schüler, dass es im Januar statt Präsenz- nur Fernunterricht geben wird. Jedoch sollen Kitas und Grundschulen am 18. Januar wieder geöffnet werden, wenn die Infektionszahlen weiter deutlich gesunken sind. Das gilt auch für Abschlussklassen, die ab diesem Tag landesweit wieder Präsenzunterricht erhalten sollen. Zudem soll es bei den eigentlich verschärften Kontaktbeschränkungen Ausnahmen für Kinder geben.

8.09 Uhr: Bundesländer erhalten weiteren Biontech-Impfstoff

Die Bundesländer sollen an diesem Freitag eine neue Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech erhalten. Sie sollen insgesamt knapp 668 000 Impfdosen bekommen. Die Lieferung soll direkt vom Hersteller Biontech an die 27 Anlieferzentren der Länder gehen. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. In dieser Größenordnung war die Lieferung auch angekündigt worden.

Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag mitgeteilt hatte. 201.000 Menschen erhielten den Impfstoff aus beruflichen Gründen. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Zudem wurde das Präparat inzwischen mehr als 168 000 Bewohnern von Pflegeheimen verabreicht.

7.12 Uhr: Zahl der Corona-Toten in Deutschland mit 1188 auf neuem Rekordhoch

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchstwert erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1188 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet. Bei der Interpretation der Fallzahlen sei zu beachten, dass in den Wochen um Weihnachten und den Jahreswechsel vermutlich weniger Menschen einen Arzt aufsuchten, weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt wurden, hieß es vom RKI. „Dies kann dazu geführt haben, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden.“

Auch die Angaben für die 7-Tage-Inzidenz sind mit Vorsicht zu bewerten - so lange, bis belastbare Zahlen sieben einzelner Tage vorliegen. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß. Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 17. Januar zu gewinnen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 136,5. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.866.887 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 8. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 38.795. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.494.100 an.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 7. Januar:

21.36 Uhr: Minister: Mehr Corona-Tests für Personal in Alten- und Pflegeheimen

Die verzögerte Impfkampagne von Bund und Ländern wirkt sich auch auf die Teststrategie des Landes in den Alten-und Pflegeheimen aus. „Ab sofort wird das Personal täglich getestet“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) dem „Badischen Tagblatt“ (Freitag). „Oberstes Ziel muss es sein, die vulnerablen Gruppen bestmöglich zu schützen.“ Bislang werden die Beschäftigten in den Heimen zwei Mal in der Woche getestet.

Im November hatte das Kabinett beschlossen, fünf Millionen Corona-Schnelltests als Notreserve zu bestellen. Schon damals war ausdrücklich darauf verwiesen worden, dass vorrangig Personal und Bewohner sowie Patienten in pflegerischen und medizinischen Einrichtungen sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe getestet werden.

Grund für die Entscheidung Luchas ist auch die Zahl der für Baden-Württemberg zur Verfügung stehenden Impfdosen. So lange es davon nicht genügend gebe, „müssen wir umso mehr darauf achten, weitere Einträge des Virus in die Heime zu verhindern“, sagte der Minister. Am Donnerstag war wegen der nicht ausreichenden Zahl an Impfdosen bereits der Start der Kreisimpfzentren um eine Woche auf den 22. Januar verschoben worden.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes (LGA) ist jeder vierte Mensch (24 Prozent) mit einer registrierten Infektion in Baden-Württemberg älter als 60 Jahre. Seit der zweiten Dezemberwoche wurden insgesamt 126 Ausbrüche in Pflegeheimen mit 2130 Covid-19-Infektionen an das LGA übermittelt. Davon starben 169 Männer und Frauen mit oder an dem Virus.

20.42 Uhr: Erstmals neue Variante des Coronavirus in Sachsen nachgewiesen

In Sachsen ist erstmals die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mitteilte, trat die Mutation bei einer Person aus Dresden auf, die aus Großbritannien zurückgekehrt war.

Das Gesundheitsamt gehe nicht davon aus, dass die Gefahr einer weiteren Verbreitung bestehe, hieß es. Die betroffene Person habe sich nach der Ankunft in Dresden sofort in Quarantäne begeben. Die Virus-Variante sei durch ein stichprobenartiges Screening positiver Proben beim Robert Koch-Institut nachgewiesen worden.

Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. Die Variante ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

In Sachsen lag die sogenannte 7-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 269,8. Der Wert gibt an, wie viele Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen verzeichnet worden sind. Sachsen bleibt damit wie seit Wochen schon Negativ-Spitzenreiter. Bundesweit lag der wichtige Corona-Kennwert nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 122. Die Daten sind derzeit aber noch schwierig zu interpretieren, weil es über den Jahreswechsel Verzögerungen gegeben hat.

Angesichts der angespannten Situation in Sachsen und der nun festgestellten neuen Virus-Variante fordert die Gesundheitsministerin des Landes, Petra Köpping (SPD), die Maßstäbe bei der Verteilung der Impfstoffe zu überdenken. „Bisher erfolgt die Verteilung des Impfstoffes nach der Einwohnerzahl der Bundesländer. Ich glaube, dass auch andere Faktoren bei neuen Lieferungen eine Rolle spielen sollten.“

19.09 Uhr: Richtwert für Corona-Infektionen geht im Südwesten nur leicht zurück

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Südwesten bleibt hoch. Das Landesgesundheitsamt (LGA) verzeichnete am Donnerstag (Stand: 16.00 Uhr) 2753 neue Fälle, wie die Behörde in Stuttgart mitteilte. Die Gesamtzahl der Infektionen kletterte damit auf 254.636. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, stieg um 107 auf nun 5336.

Eine Interpretation der Daten bleibt aber schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle dem Robert Koch-Institut zufolge verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Das RKI geht davon aus, dass die Meldedaten zum Infektionsgeschehen frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß. Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen ist nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 17. Januar zu gewinnen.

Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag in Baden-Württemberg landesweit bei 111,7 - und damit leicht unter dem Wert von Mittwoch. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Der Großteil der Kreise weist eine Inzidenz zwischen 100 und 200 auf. Erstmals seit Anfang November waren alle baden-württembergischen Stadt- und Landkreise am Mittwoch wieder unter einer Inzidenz von 200 zu finden. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in einer Region sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus angesteckt haben.

18.20 Uhr: Bundesregierung berät noch über Testpflicht bei Einreise

Die neue Testpflicht bei der Einreise aus Corona-Risikogebieten wird wohl noch einige Tage auf sich warten lassen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag nach Beratungen zwischen dem Kanzleramt und fünf Ministerien erfuhr, soll sich das Bundeskabinett erst mit der geplanten Verordnung befassen. Dies sei aber „zeitnah“ geplant, hieß es.

Die Details stehen zwar noch nicht fest - auch nicht, welche Ausnahmen gelten sollen. Im Gespräch sind aber dem Vernehmen nach unterschiedliche Regelungen, je nachdem ob Menschen aus Gebieten mit hohen oder sehr hohen Corona-Infektionsraten einreisen wollen. Denkbar ist wohl auch eine Sonderregelung für die Einreise aus Staaten, in denen eine noch ansteckendere Virus-Variante nachgewiesen wurde. Zu stationären Grenzkontrollen will man aber nach Angaben aus Regierungskreisen nicht zurückkehren. Stattdessen wird es wohl bei stichprobenartigen Kontrollen bleiben.

16.20 Uhr: CDU schreibt an Kretschmann: Corona-Regeln bei Kindern aufweichen

Die CDU in Baden-Württemberg macht Druck auf Ministerpräsident Winfried Kretschmann, damit es bei der geplanten Verschärfung der Corona-Kontaktregeln Ausnahmen für Kinder gibt. CDU-Generalsekretär Manuel Hagel und drei Landtagsabgeordnete appellierten am Donnerstag in einem Brief an Kretschmann, die neue Kontaktbeschränkung „nicht auf Kinder unter 14 Jahren, zumindest aber nicht auf Kinder unter zehn Jahren auszudehnen“. Alles andere wäre ein „Schlag in das Gesicht der Familien im Land“.

Bund und Länder hatten am Dienstag beschlossen, dass private Treffen ab Montag nur noch mit einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, möglich sein sollen. Das heißt etwa, dass sich zwei Paare nicht zum Essen verabreden und zwei Kinder nicht ein anderes Kind zuhause besuchen dürfen. Die Landesregierung plant in ihrer Corona-Verordnung aber eine Erleichterung für Alleinerziehende. Diese sollten bei privaten Besuchen ihre Kinder mitbringen dürfen, solange diese unter 14 Jahre alt seien.

Hagel sowie die Abgeordneten Christine Neumann-Martin (Sprecherin für Gesundheit), Stefan Teufel (Sprecher für Soziales) und Klaus Burger (Sprecher für Familienpolitik) geht das jedoch nicht weit genug. Sie schreiben dazu: „Denn selbst der Besuch und der Aufenthalt bei der besten Freundin oder dem besten Freund zum gemeinsamen Lernen dürfte demnach nur alleine stattfinden.“ Viele Alleinerziehende, Eltern und Selbstständige mit Kindern stünden „vor einer unlösbaren Aufgabe“.

14.54 Uhr: Curevac hofft auf Impfstoff-Freigabe in diesem Sommer

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hofft durch die Kooperation mit dem Pharmakonzern Bayer, seinen Corona-Impfstoff noch in diesem Sommer einsetzen zu können. „Wir hoffen, dass unser Impfstoff Mitte des laufenden Jahres oder im dritten Quartal zugelassen wird und eingesetzt werden kann“, sagte der Curevac-Sprecher Thorsten Schüller der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). Noch sei offen, ob Bayer neben der Hilfe zur marktreifen Entwicklung auch die Herstellung des Impfstoffs mit übernimmt, hieß es. Eine Produktion des Impfstoffs ist nicht Teil des aktuellen Kooperationsvertrags. Bayer habe jedoch zugesagt, zu prüfen, ob es möglich wäre, das Vakzin in seinen Produktionsanlagen herzustellen, so der Sprecher.

14.24 Uhr: Corona-Bonus bis 30. Juni verlängert

Die Corona-Pandemie sorgt bei vielen Beschäftigten für besondere Belastungen. Um zumindest einen kleinen finanziellen Ausgleich zu schaffen, wurde ein steuerfreier Bonus von bis zu 1500 Euro eingeführt. „Das heißt, diesen Betrag können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern zusätzlich zum regulären Lohn steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen“, erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin.

Ursprünglich war die Regelung bis zum 31. Dezember 2020 begrenzt. Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde die Frist aber bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Unternehmen, die noch nicht die Möglichkeit hatten, ihren Arbeitnehmern einen Bonus zu zahlen oder den Betrag von 1500 Euro auszuschöpfen, können dies bis Mitte dieses Jahres nachholen. Eine Aufteilung auf mehrere Teilleistungen ist möglich.

13.09 Uhr: Impfungen im Südwesten verzögern sich

Die anhaltenden Engpässe bei der Impfstofflieferung bringen nun auch den Zeitplan der baden-württembergischen Impfkampagne durcheinander. In den rund 50 Kreisimpfzentren (KIZ) werden die ersten Spritzen deshalb eine Woche später als ursprünglich geplant aufgezogen. „Grund hierfür sind die Impfstofflieferungen durch den Bund“, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Das Land habe bisher knapp 170.000 Impfdosen erhalten, die alle bereits verabreicht wurden oder verplant seien.

Eine weitere Lieferung an Impfstoff werde für dieses Wochenende erwartet, hieß es. Erst am 18. Januar folge dann die nächste Impfstoff-Lieferung vom Bund, die anteilig den Kreisimpfzentren zur Verfügung gestellt werden soll.

11.39 Uhr: Wärmebildkameras aus dem Schwarzwald wegen Corona gefragt

Die Corona-Pandemie hat beim Schwarzwälder Messtechnikhersteller Testo die Nachfrage nach Wärmebildkameras und CO2-Messgeräten befeuert. Im ersten Quartal 2020 habe sich der Auftragseingang bei den Kameras im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verfünffacht, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens mit Sitz in Lenzkirch. Seit dem dritten Quartal würden zudem verstärkt CO2-Messgeräte der Firma nachgefragt.

Die Wärmebildkameras werden nach Unternehmensangaben genutzt, um in größeren Personengruppen Menschen mit Fieber zu identifizieren - also mögliche Corona-Infizierte. Die Geräte erfassen demnach die Temperatur am Innenwinkel des Auges und lösen einen Alarm aus, falls diese von einem voreingestellten Richtwert abweicht. Die Kameras seien etwa in Flughäfen, Bahnhöfen, Zügen und Flugzeugen im Einsatz. Sie seien unter anderem in die USA, nach Südkorea, Russland und China geliefert worden. Auch die EU-Kommission gehöre zu den Abnehmern. Die CO2-Messgeräte hingegen machen per Alarm auf möglicherweise zu viele Aerosole in der Umgebungsluft aufmerksam: Steige der CO2-Gehalt in der Luft, liege nahe, dass auch mehr Aerosole vorhanden seien - und damit die Ansteckungsgefahr steige, erklärte die Sprecherin.

10.33 Uhr: Kinderärzte fordern schnellere Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche

Deutschlands Kinderärzte haben schnellere Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche gefordert, damit Kitas und Schulen wieder öffnen können. Dass sie beim Impfen hinten anstünden sei bitter, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag. „Daher erwarten wir, dass beim Impfen für Kinder mehr Tempo gemacht wird, um endlich die Situation an Schulen und Kitas dauerhaft zu entspannen“, sagte Fischbach. Impfungen von Minderjährigen sind in der Impfverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht vorgesehen.

Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. „Es ist problematisch, dass die Zulassung eines Impfstoffs für Kinder in der gegenwärtigen Aufgeregtheit über die Impfstoffknappheit für Erwachsene aus dem Blick gerät“, kritisierte Fischbach. Es brauche „so schnell wie möglich auch geeignete Vakzine für Kinder und Jugendliche“. Die Testung und Zulassung solle mit Hochdruck vorangetrieben werden, forderte der BVKJ-Präsident.

9.27 Uhr: Größter Ausbruch des Coronavirus in China seit Monaten

China erlebt den größten Ausbruch des Coronavirus seit Monaten. Nachdem das bevölkerungsreichste Land das Virus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hatte und nur noch ganz vereinzelt Infektionen zählte, sind die Zahlen in der Provinz Hebei direkt vor den Toren Pekings in wenigen Tagen auf insgesamt mehr als 200 gestiegen. Bis Donnerstag meldete die Gesundheitskommission in der Provinz um die Hauptstadt 90 Erkrankungen und 144 asymptomatische Infektionen. Es wurde mit einem weiteren Anstieg gerechnet.

Die Behörden sind alarmiert und riefen „den Kriegszustand“ im Kampf gegen das Virus aus. Vor allem die 300 Kilometer nordöstlich gelegene Provinzhauptstadt Shijiazhuang ist betroffen. Transportverbindungen mit Bussen, Zügen und Flugzeugen in die Metropole wurden weitgehend unterbrochen. Die elf Millionen Einwohner werden getestet. Einige Wohngebiete wurden abgeriegelt. Der Unterricht in Kindergärten, Grund- und Mittelschulen wurde ausgesetzt. Zusätzliches medizinisches Personal wurde mobilisiert und in die Provinz entsandt. Betroffen sind außer Shijiazhuang auch die Städte Xingtai und Nangong, wo 500 000 Menschen getestet werden. Die Hauptstadt Peking ergriff Schutzmaßnahmen.

8.51 Uhr: Curevac und Bayer wollen laut Bericht Impfstoff-Allianz gründen

Das Tübinger Unternehmen Curevac und der Chemiekonzern Bayer wollen laut einem Medienbericht bei Weiterentwicklung, Produktion und Vertrieb eines Corona-Impfstoffes zusammenarbeiten. Ziel sei es, den Impfstoff nach einer Zulassung möglichst schnell und breit auf den Markt geben zu können, berichtete das Nachrichtenportal „ThePioneer“. Der Bericht wurde der Deutschen Presse-Agentur in Regierungskreisen bestätigt. Eine solche „nationale Impfallianz“ könne die Impfsituation in Deutschland beschleunigen und helfen, dass bis zum Sommer alle geimpft würden, die es wollten, schreibt das „ThePioneer“.

Eine entsprechende Kooperation war diesem Bericht zufolge Thema in einem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwochmorgen. Demnach solle das Biotechnologieunternehmen von der Organisations- und Logistikmacht des Chemiekonzerns profitieren. Auch eine Produktion des Curevac-Impfstoffes in einem US-amerikanischen Bayer-Werk sei im Gespräch, hieß es.

7.49 Uhr: Mehr als 26.000 Neuansteckungen mit dem Coronavirus in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 26.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 26.391 weitere Ansteckungsfälle erfasst. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 1.835.038. Nach Angaben des RKI wurden zudem 1070 Todesfälle durch die Pandemie binnen 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 37.607. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.474.000. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Donnerstag 121,8. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum.

7.05 Uhr: Patientenschützer fordern Testpflicht für Pflegekräfte

Ausgerechnet von den Pflegekräften wollen sich offenbar weniger impfen lassen als erwartet. Aus Sicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, liegt das vor allem an fehlenden Informationen und Falschinformationen. „Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass die Vorkenntnisse hinsichtlich eines mRNA-Impfstoffes beim medizinischen Personal im Durchschnitt so sehr viel besser sind als in der übrigen Bevölkerung“, sagte Mertens der Deutschen Presse-Agentur. Ein weiterer Grund für die zurückhaltende Impfbereitschaft könnte sein, dass sich Pflegekräfte umfassend informieren wollten, sagte Bernd Meurer, der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa).

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte als Konsequenz aus der geringen Impfbereitschaft des Pflegepersonals verpflichtende Corona-Tests für alle Pflegekräfte vor jeder Schicht. „Um die Pflegebedürftigen angesichts der niedrigen Impfbereitschaft beim Personal ausreichend zu schützen, brauchen wir eine Testpflicht für Pflegekräfte“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 6. Januar: 

21.26 Uhr: Corona-Gegner-Versammlung in Stuttgart aufgelöst - Auflagenverstöße

Mehrere Hundert Corona-Gegner haben sich am Mittwochabend auf dem Stuttgarter Marktplatz versammelt und laut Polizei gegen Auflagen verstoßen. Eine große Zahl von Personen habe keinen Mund-Nasen-Schutz getragen und den erforderlichen Abstand nicht eingehalten, teilte die Polizei am Abend mit. Da trotz mehrmaliger Aufforderung die Auflagen weiterhin nicht eingehalten worden seien, habe die Stadt die Auflösung der Versammlung verfügt, an der einem Polizeisprecher zufolge etwa 300 Menschen teilnahmen.

Die Polizei habe die Teilnehmer aufgefordert, den Marktplatz gemäß der geltenden Corona-Richtlinien zu verlassen. „Der Großteil der Teilnehmer kam dieser Aufforderung nur sehr zögerlich nach“, hieß es weiter. Sie hätten stattdessen einen Aufzug versucht, der von der Versammlungsbehörde im Voraus verboten worden war. Einsatzkräfte hätten dies verhindert, Personalien festgestellt und Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben.

20.45 Uhr: Maas hält Dienstreisen auch in Corona-Zeiten für notwendig

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei einem Kurzbesuch in Jordanien betont, dass er gewisse Dienstreisen auch in Corona-Zeiten für zwingend notwendig hält. „Das hier ist keine Privatreise, das ist keine touristische Reise, hier geht es um Abrüstung“, sagte er am Mittwoch nach seiner Ankunft in der jordanischen Hauptstadt Amman, wo er an einer Abrüstungskonferenz mit Vertretern aus 15 Länder teilnahm. Es gebe Themen, die von so großer Bedeutung seien, dass man sich persönlich treffen müsse, „um in der Außenpolitik arbeitsfähig bleiben zu können“.

Für nächste Woche kündigte der Außenminister eine weitere Reise in die ägyptische Hauptstadt Kairo an. Angesichts der Rolle Deutschlands im Nahen Osten sei es „außerordentlich wichtig“, die Kontakte zu pflegen. Für Maas war der Besuch in Amman die erste Reise in ein Land außerhalb Europas seit mehr als vier Monaten. Danach war er wegen der Corona-Pandemie nur noch wenige Male innerhalb Europas unterwegs.

19.51 Uhr: Spahn: Wohl keine zeitliche Streckung der Corona-Impfungen

Der anfangs knappe Corona-Impfstoff wird voraussichtlich in Deutschland nicht durch ein verzögertes Verabreichen der zweiten Dosis mehr Menschen zugänglich gemacht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin: „Wir lassen die Daten von der Ständigen Impfkommission anschauen, aber die ersten Rückmeldungen sind tatsächlich die, dass wir bei der Zulassung und dem, was in der Zulassung steht, bleiben sollten.“ Für die Frist zwischen Erst- und Zweitimpfung gebe es klare Empfehlungen. In der für die Zulassung notwendigen Studie wurde den Probanden die zweite Impfung rund drei Wochen nach der ersten gegeben.

„Da es ja aber eine gemischt politisch-wissenschaftliche Debatte dazu gibt (...), war es mir sehr, sehr wichtig, diese Debatte in einen Prozess zu geben, der zu einem Ergebnis führt“, sagte Spahn. Deshalb habe er die Ständige Impfkommission gebeten, sich damit auseinanderzusetzen. „Aber mein Eindruck ist, dass es sehr, sehr viel Sinn macht, gerade bei diesen sensiblen Fragen, bei denen es viel auch um Vertrauen und Verlässlichkeit geht, dass wir uns eben an die Zulassung halten.“

18.40 Uhr: Pietro Lombardi positiv auf Corona getestet

Sänger Pietro Lombardi („Senorita“) ist nach eigenen Aussagen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der 28-Jährige am Mittwoch in einer Instagram-Story mitteilte, hatte er sich testen lassen, weil er ein „unwohles Körpergefühl“ gehabt habe. Er müsse nun erst mal zu Hause bleiben. Außer Knochenschmerzen gehe es ihm aber gut.

18.21 Uhr: Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Lockdown, (kein) Bewegungsradius: Die Corona-Regeln in Baden-Württemberg

Die Infektionszahlen sind nicht gesunken wie erwartet, die mutierte Version des Virus macht der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten Sorge. Erleichterungen wird es damit vorerst nicht geben, eine Begrenzung des Bewegungsradius aber auch nicht. Ein Überblick über die neuen alten Regeln in Baden-Württemberg.

18.09 Uhr: Erleichterung nach Ausnahmejahr: Arbeitsmarkt trotz Corona stabil

Das Jahr 2020 war auch auf dem Arbeitsmarkt ein Jahr wie kein anderes. Noch nie hat die Bundesagentur für Arbeit so viel Geld ausgeben müssen - etwa für Kurzarbeit. Trotz Corona ist der Abschluss aber - dank erfreulicher Dezember-Zahlen - einigermaßen versöhnlich.

Die Verantwortlichen auf dem deutschen Arbeitsmarkt wischen sich kollektiv den Schweiß von der Stirn: Es ist noch einmal gut gegangen. Das Corona-Jahr 2020 verlief dank enormer staatlicher Interventionen glimpflicher als befürchtet. Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum November nur um 8000 auf 2,707 Millionen - das ist ein deutlich geringerer Anstieg als 2019, als die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember noch um 46 000 geklettert war. Die Arbeitslosenquote blieb im Dezember unverändert bei 5,9 Prozent.

„Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist eigentlich ganz gut, wenn man bedenkt, was für ein Jahr wir hinter uns haben“, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, am Dienstag. „Die Dezember-Zahlen sind ausgesprochen erfreulich.“ Gegenüber dem Vorjahresmonat liege die Arbeitslosigkeit zwar um 480 000 höher. Dieser Unterschied war aber im Sommer sogar noch größer und hat sich im Jahresverlauf wieder leicht angenähert. Im Jahresdurchschnitt 2020 lag die Arbeitslosigkeit bei 2,695 Millionen Menschen, 429 000 mehr als 2019. „Das geht fast vollständig auf den Corona-Effekt zurück“, sagte Scheele. Es sei in etwa der Stand von 2016 erreicht worden.

17.14 Uhr: Kinderpsychiater: Wegen Corona ist inzwischen „die Hölle los“

Wegen der Corona-Pandemie haben offenbar immer mehr Kinder und Jugendliche psychische Probleme. Von Oktober bis Anfang Dezember 2020 sei die Zahl der jungen Patienten enorm gestiegen, sagte der stellvertretende Ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums Tübingen, Gottfried Maria Barth, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag). Inzwischen sei „die Hölle los“, so Barth. Anders sei es noch im Frühjahr gewesen: „Zu Beginn der Pandemie kam zunächst kaum ein Kind oder Jugendlicher in die Notfallambulanz, obwohl wir uns darauf eingerichtet hatten.“ Möglicherweise habe es psychisch belasteten Kindern zunächst einmal gutgetan, entspannt zu Hause bleiben zu können, so der Tübinger Psychiater. Im zweiten Lockdown überwiegen demnach nun die Angst und die Unsicherheit. Die Folge könnten etwa Schlafstörungen mit Albträumen oder Mutlosigkeit sein. Auch gebe es mehr Essstörungen, vor allem Magersucht bei Mädchen. Zugenommen hätten durch die Pandemie auch Zwangshandlungen. Hier gehe es darum, die Situation unter Kontrolle zu behalten. Das gelte auch für Magersucht. „Es ist der verzweifelte Versuch, den Alltag genau im Griff zu haben, indem man das Essen kontrolliert.“ Die drohenden Pandemiefolgen sollen damit verdrängt werden. Der Anteil der von psychischen Erkrankungen betroffenen Kinder und Jugendlichen liege bei etwa 15 Prozent; der Großteil werde die Pandemie hingegen unbeschadet durchlaufen, prognostizierte der Psychiater.

16.46 Uhr: EU lässt Corona-Impfstoff von Moderna zu

Die EU-Kommission hat dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna eine Zulassung erteilt. „Wir haben den Impfstoff von Moderna zugelassen, der zweite in der EU“, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Wenige Stunden zuvor hatte ein Expertenausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) grünes Licht für eine bedingte Marktzulassung des Mittels in der EU gegeben.

16.38 Uhr: Weltweit mehr als 15.700 Corona-Tote binnen 24 Stunden - Höchste tägliche Sterbezahl seit Beginn der Pandemie

Die Zahl der weltweit registrierten Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages hat einen neuen Höchstwert erreicht. Rund um den Globus starben innerhalb 24 Stunden bis Mittwoch laut einer auf amtlichen Angaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP 15.790 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus und damit so viele wie noch nie. Weltweit starben seit den ersten Berichten über das Auftauchen des neuartigen Virus in China Ende Dezember 2019 nach offiziellen Zahlren rund 1,87 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Virus, mehr als 86 Millionen Menschen infizierten sich.

16.13 Uhr: Händler und Gastronomen befolgen Lockdown in großer Mehrzahl

Händler und Gastronomen nehmen den Corona-Lockdown bislang größtenteils ernst: "Die große Mehrheit der Geschäftsleute hält sich an die Vorgaben, ihre Läden bleiben geschlossen", zitierte die "Wirtschaftswoche" am Mittwoch den Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy. Die meisten Unternehmen befolgten demnach die Vorgaben. "Einzelne Verstöße in den Städten sind bislang die große Ausnahme", sagte Dedy.

Nach Informationen des Magazins stellte die Polizei etwa in Berlin vom Beginn des harten Lockdowns am 16. Dezember bis zum 28. Dezember insgesamt 304 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung - 64 davon betrafen Gaststätten. In Hamburg wurden demnach im gleichen Zeitraum 140 Unternehmensverstöße registriert; 75 dieser Verstöße betrafen den Einzelhandel, 37 die Gastronomie.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisierte den unter dem Titel "#WirMachenAuf" in sozialen Netzwerken verbreiteten Plan einzelner Händler, ihre Geschäfte ab kommendem Montag unerlaubt wieder zu öffnen. Die Aktion mache "die Verzweiflung bei vielen Handelsunternehmen deutlich", könne aber nicht die Lösung sein, sagte ein Verbandssprecher der "Wirtschaftswoche".

15.29 Uhr: RKI meldet gut 45.000 weitere Corona-Impfungen

Die Zahl der in Deutschland verabreichten Corona-Impfungen ist innerhalb von 24 Stunden um weitere 45.233 auf nun insgesamt 367.331 gestiegen. Das gab das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmittag bekannt. Die Zahlen geben den Stand von Dienstagabend wieder, soweit die Impfungen aus den Ländern an das RKI gemeldet wurden. Die Impfquote liegt demnach nun bundesweit bei 0,44 Prozent. Geimpft werden weiterhin vorwiegend Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, weitere Menschen ab 80 Jahren sowie medizinisches Personal in Heimen und Krankenhäusern. Große Unterschiede gibt es weiterhin zwischen den Bundesländern. Spitzenreiter bleibt Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von nun 1,12 Prozent vor Sachsen-Anhalt mit 0,78 Prozent und Hessen mit 0,66 Prozent. Schlusslicht ist Thüringen mit einer Quote von 0,17 Prozent. Ebenfalls relativ wenig geimpft wurde bislang in Niedersachsen mit 0,19 Prozent und in Brandenburg mit einer Impfquote von 0,21 Prozent.

14.40 Uhr: Einzelhändler: Lage durch neuen Lockdown „katastrophal“

Die Verlängerung des Corona-Lockdowns durch Bund und Länder wirkt sich nach Ansicht der Einzelhändler katastrophal auf die Branche aus. „Je länger der Lockdown andauert, desto mehr Unternehmen kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und desto mehr werden pleitegehen“, sagte Sabine Hagmann, die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Im schlimmsten Fall müsse man damit rechnen, dass sich die prognostizierten 6000 Schließungen auf rund 12.000 Schließungen und Insolvenzen in den nächsten zwei Jahren verdoppelten. Kurzfristig stünden 100.000 Arbeitsplätze im Südwesten auf der Kippe, langfristig seien es bis zu 200.000, sagte Hagmann.

13.30 Uhr: EU-Behörde gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff von Moderna

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des US-Pharma-Unternehmens Moderna empfohlen. Das teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen - das gilt als Formsache.

 EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen begrüßte die Empfehlung. „Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen“, schrieb von der Leyen am Mittwoch auf Twitter. Die EU-Kommission arbeite nun mit voller Geschwindigkeit daran, das Mittel zu genehmigen und in der EU verfügbar zu machen.

13.00 Uhr: Scholz zur Corona-Kosten: „Wir können das lange durchhalten“

Deutschland kann sich aus Sicht von Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie finanziell leisten. „Wir können das lange durchhalten, wir haben Vorsorge getroffen“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“, nachdem Bund und Länder am Vorabend eine Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns beschlossen hatten. Es gebe „keinen ganz kompletten Stillstand“, in Fabriken und vielen Büros werde gearbeitet, sagte Scholz. Deutschland habe gut gewirtschaftet.

Weil Deutschland Ende des vorletzten Jahres unter 60 Prozent Staatsverschuldung gehabt habe, könne man nun Kredite aufnehmen, erklärte Scholz. Nach der Finanzkrise habe die Verschuldung bei mehr als 80 Prozent gelegen. Nun werde man nach gegenwärtigen Berechnungen „selbst wenn es sehr schlimm kommt“ nicht „weit“ über 70 und „auch schnell wieder runter“ kommen.

11.40 Uhr: 21 237 Corona-Neuinfektionen und 1019 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21 237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Dem Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM) zufolge war die Zahl der Labortests über den Jahreswechsel im Vergleich zur Weihnachtswoche noch einmal weiter gesunken. Verglichen mit der Woche vor Weihnachten hat sich die Zahl in der vergangenen Woche ungefähr halbiert. 

11.15 Uhr: Drosten: Neue Corona-Variante ernst nehmen - noch schwer einzuordnen

Der Virologe Christian Drosten sieht noch viele offene Fragen rund um die neue, zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7. „Das ist ganz schwer einzuordnen, immer noch“, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité im Podcast „Coronavirus-Update“ vom Dienstag bei NDR-Info. „Ich gehe davon aus, dass wir, sagen wir, vielleicht bis Ostern oder bis Mai ganz klare experimentelle Evidenz haben, ob jetzt dieses Virus übertragbarer und gefährlicher ist oder nicht. Aber das wird einfach dauern.“

Derzeit werde noch zusammengetragen, wie verbreitet die neue Variante in Deutschland ist, schilderte der Virologe. Von einem großen Problem damit gehe er momentan nicht aus. Nachdem er auch Daten aus Dänemark zum Thema gesehen habe, sei er der Ansicht, dass die Variante ernst genommen werden müsse, erläuterte Drosten. Auch in Deutschland müsse man verstärkt nach der Mutation schauen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Variante übertragbarer ist - also dass ein Infizierter im Schnitt mehr Menschen ansteckt als bisher, die Variante also mit einer höheren Reproduktionszahl einhergeht.

09.55 Uhr: Städte- und Gemeindebund bezweifelt Umsetzbarkeit von 15-Kilometer-Regel

Der Deutsche Städte-und Gemeindebund hat die Umsetzbarkeit der neuen Restriktionen der Bewegungsfreiheit in Corona-Hotspots angezweifelt. Es sei fraglich, wie der Beschluss von Bund und Ländern, dass sich Menschen in besonderen Risikogebieten nur noch in einem Radius von 15 Kilometer von ihrem Wohnsitz fortbewegen dürfen, „in der Praxis umgesetzt“ werden könne, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Gerd Landsberg, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Zwar sei klar, dass in Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssten. Ein solch eingeschränkter Bewegungsradius, wie im Bund-Länder-Beschluss vom Dienstag vorgesehen, sei allerdings „kaum kontrollierbar“, sagte Landsberg.

09.00 Uhr: Zahl der Corona-Toten steigt um 1.019

Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland steigt kontinuierlich weiter stark an. Binnen 24 Stunden wurden 1.019 Todesfälle von Menschen verzeichnet, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, wie das RKI am Mittwochmorgen in Berlin mitteilte. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie im vergangenen Frühjahr 36.537 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Laut RKI werden als Corona-Todesfälle diejenigen gezählt, bei denen die Infektion mit dem Virus ursächlich für den Tod war oder durch Vorerkrankungen wahrscheinlich ist, dass der Tod im direkten Zusammenhang mit Covid-19 steht. Deswegen ist von Menschen die Rede, die „an oder mit“ dem Virus gestorben sind. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg in den vergangenen 24 Stunden um 21.237.

Weiterhin sei bei der Interpretation der aktuellen Zahlen zu beachten, dass in den vergangenen zwei Wochen rund um den Jahreswechsel vermutlich weniger Personen einen Arzt aufgesucht hätten, so dass weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen veranlasst wurden, erklärte das RKI. Das könne dazu geführt haben, dass weniger Infektionen an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet wurden.

Wie aus dem am Abend veröffentlichten Lagebericht des RKI hervorgeht, waren am Dienstag 5.678 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, 66 weniger als am Vortag. Seit dem Vortag erfolgten 802 Neuaufnahmen von Covid-19-Fällen auf eine Intensivstation. Bei 868 Patienten wurde die Behandlung abgeschlossen, davon sind 37 Prozent gestorben.

8.25 Uhr: Merkel berät heute mit Fachministern über Impfstoff-Produktion

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will heute  mit den zuständigen Fachministern darüber beraten, wie mehr Impfstoff gegen das Coronavirus produziert werden kann. Teilnehmen werden Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Kanzleramtschef Helge Braun (alle CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD), wie Spahns Sprecher mitteilte. Nach dem Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten versicherte Merkel, dass die Produktion von mehr Impfstoffen nicht am Staat scheitern werde.

Ein Regierungssprecher erklärte am Dienstagabend, das Gespräch zum Thema Impfstoffproduktion werde am Rande der Kabinettssitzung am Mittwoch stattfinden. Spahns Sprecher Hanno Kautz sagte, das Treffen diene dem Austausch „zu der Frage, ob und wie die zusätzliche Produktion von Impfstoffen in Deutschland koordiniert unterstützt werden kann“.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 5. Januar: 

21.21 Uhr: 11.897 Corona-Neuinfektionen und 944 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30. Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 134,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 298,7 und Thüringen mit 241,8. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1.

21.08 Uhr: Keine Entscheidung über eingeschränkten Bewegungsradius in Hotspots

Baden-Württemberg will erst später entscheiden, ob es wie andere Länder auch in Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen den Bewegungsradius beschränkt. „Aktuell planen wir das nicht“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstagabend nach Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen. „Wir müssen erstmal zu belastbaren Werten kommen nächste Woche, um dann zu entscheiden.“

Zuvor hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass Landkreise ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern lokale Maßnahmen ergreifen können, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen. Als Ausnahmen gelten triftige Gründe, zu denen tagestouristische Ausflüge ausdrücklich nicht zählen. Vorbild für die 15-Kilometer-Vorgabe in Hotspots sind entsprechende Regeln in Sachsen.

In Baden-Württemberg wären das nach Zahlen des Landesgesundheitsamts vom Dienstag (16.00 Uhr) der Enzkreis und der Stadtkreis Pforzheim, allerdings liegen beide nur noch knapp über der Marke 200. Der Landkreis Tuttlingen lag knapp darunter. Dagegen bewegte sich die Zahl im Landkreis Calw auf die 200-Grenze zu.

20.37 Uhr: Kretschmann: Grundschulen und Kitas könnten am 18. Januar öffnen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Grundschulen und Kitas im Land vom 18. Januar an unter Umständen wieder öffnen. Die Öffnung sei das Ziel, wenn es mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen vertretbar sei, sagte der Grünen-Politiker nun in Stuttgart. Für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen werde es im Januar nur Fernunterricht geben.

20.14 Uhr: Nur Fernunterricht im Januar auch in Baden-Württemberg

In baden-württembergischen Schulen wird es nach Ende der Weihnachtsferien zunächst keinen Präsenzunterricht geben. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Dienstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf eine Verlängerung des Lockdowns an Schulen und Kitas.

In Baden-Württemberg enden am Sonntag die Weihnachtsferien für etwa 1,5 Millionen Schüler und rund 130.000 Lehrkräfte. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte gefordert, dass Kitas und Grundschulen am 11. Januar in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen sollten - „unabhängig von den Inzidenzzahlen“.

Dies wurde von den Ministerpräsidenten aber mit Blick auf die Corona-Zahlen abgelehnt. Eisenmann hatte jüngst erklärt, sie sei gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien. Dem Vernehmen nach sollen Schülerinnen und Schüler in weiterführenden Schulen Fernunterricht erhalten. Grundschüler sollen wie im ersten Lockdown im Frühjahr mit Materialien zu Hause lernen.

Zudem soll es eine Notbetreuung für kleinere Kinder geben. Die grün-schwarze Landesregierung besprach am Dienstagabend die Beschlüsse von Bund und Ländern, die unter anderem weitere Kontaktbeschränkungen vorsehen.

20.05 Uhr: Merkel: Corona-Mutation bringt „neue und besondere Lage“

Deutschland steht wegen neuer Varianten des Coronavirus nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer „neuen und besonderen Lage“. Auch die Ministerpräsidenten zeigten sich nach neuerlichen Beratungen von Bund und Ländern in Berlin besorgt.

Für Europa ist derzeit vor allem die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutation B.1.1.7 relevant. Sie droht die Pandemie nach Expertenansicht zu verschärfen, weil sie sich wohl noch leichter von Mensch zu Mensch überträgt und somit schneller ausbreitet. In Deutschland wurde die Mutation bisher zwar nur vereinzelt nachgewiesen.

Die Dunkelziffer ist nach Expertenansicht aber wahrscheinlich hoch. Bund und Länder beschlossen, den Eintrag solcher Mutationen aus dem Ausland möglichst stark einzudämmen. In Deutschland sollten sie durch verstärkte Sequenzierung entdeckt werden; dabei wird nach Gensequenzen gesucht.

Das Bundesgesundheitsministerium werde dafür eine Verordnung erlassen. Die Ausbreitung soll durch priorisierte Nachverfolgung und Quarantäne möglichst stark begrenzt werden. Die Gefahren und Unsicherheiten durch die Mutationen sind laut Merkel als Grund dazugekommen, den Winterlockdown nun zu verschärfen.

20 Uhr: Merkel will Impfstoffhersteller „mit aller Kraft“ unterstützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach dem Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten versichert, dass die Produktion von mehr Impfstoffen nicht am Staat scheitern werde. Sollten die Hersteller andere mögliche Produktionsanlagen sehen, „würden wir mit aller Kraft unterstützen“, sagte Merkel in Berlin. Finanzen seien zwar derzeit nicht die Kernfrage, notwendige Darlehen oder Überbrückungsgelder aber möglich.

„Es ist wirklich eine sehr gute Nachricht, dass wir ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie bereits einen Impfstoff zugelassen haben“, sagte Merkel. Vielleicht sei so die Erwartung entstanden, dass bereits ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe. Dies sei im ersten Quartal des Jahres zwar noch nicht der Fall. Es gebe aber die Aussicht, dass im zweiten Quartal sehr viel mehr Impfstoff zur Verfügung stehen werde. Sicherstellen will sie, dass gelieferter Impfstoff auch verimpft wird.

19.35 Uhr: Die Beschlüsse im Überblick

Eine Verlängerung des bestehenden Lockdowns war erwartet worden - nun gibt es ihn in einer verschärften Variante: Die Kontakte müssen noch stärker begrenzt werden als bisher. Dies ist ein zentraler Beschluss des Corona-Gipfels von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. Am 25. Januar soll erneut beraten und über Maßnahmen ab dem 1. Februar entschieden werden. Ein Überblick:

Drei weitere Wochen Lockdown in noch kleinerem Kreis

19.19 Uhr: Merkel: Werden im zweiten Quartal deutlich mehr Impfdosen haben

In Deutschland können nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im zweiten Quartal deutlich mehr Menschen eine Impfung gegen Corona erhalten. Dann werde es „nach menschlichem Ermessen“ deutlich mehr Impfdosen geben, sagte Merkel nach neuerlichen Video-Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Lage. Merkel warb für Verständnis dafür, dass die Regierung an ihrer Impfstrategie festhält. „Wir werden im 1. Quartal nur priorisierte Gruppen impfen können.“

Zudem sei es richtig, dass Deutschland die Impfungen gemeinsam mit den anderen EU-Staaten in der Europäischen Union organisiere. Merkel betonte die Bedeutung des Terminmanagements bei den Impfungen. Wenn Impfstoff da sei, müsse dieser auch verimpft werden können. Dies bedürfe eines Höchstmaßes an Berechenbarkeit, „ohne dass wir den Zulassungsbehörden vorgreifen können“.

Die SPD hatte nach anfänglichen organisatorischen Problemen beim Impfstart sowie angesichts des knappen Impfstoffs heftige Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geübt.

19.12 Uhr: Merkel fordert: noch weniger Kontakte als bisher

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung auf einen harten Januar vorbereitet. Um die Corona-Pandemie einzudämmen, solle an privaten Treffen künftig maximal eine Person teilnehmen, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, sagte die Kanzlerin am Dienstagabend in Berlin nach Online-Beratungen mit den Regierungschefs der Länder.

Gleichzeitig machte sie mit Blick auf die neu entwickelten Impfstoffe Hoffnung. „Wir wissen, dass mit den nunmehr verfügbaren Impfstoffen eine Perspektive da ist für eine Normalisierung unseres Alltags“, sagte die Kanzlerin.

„Die Maßnahmen, die wir beschlossen haben, sind einschneidend. (...) Sie sind härter. “
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 

19.05 Uhr: Beschränkung der Bewegungsfreiheit in manchen Gebieten

Auf Menschen in Landkreisen mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen kommt eine drastische Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit zu. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sollen die Länder lokale Maßnahmen ergreifen, um den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen. Davon kann nur aus einem triftigen Grund abgewichen werden. Touristische Tagesausflüge stellten keinen triftigen Grund dar, heißt es im Beschlusspapier von Bund und Ländern.

18.51 Uhr: Lockdown an Schulen und Kitas wird bis Ende Januar verlängert

Wegen weiter hoher Corona-Infektionszahlen wird der Lockdown an Schulen und Kitas bis Ende Januar verlängert. Darauf haben sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Dienstag in Berlin verständigt, wie aus ihrem Beschlusspapier hervorgeht. Der Bund will gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld in diesem Jahr für 10 zusätzliche Tage je Elternteil und um 20 Tage für Alleinerziehende gewährt werde.

Merkel sagte nach den Beratungen, das Ziel bleibe weiter, zu einer 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner von unter 50 zu kommen. Dies gewinne nochmals an Bedeutung durch die entdeckte Mutation des Coronavirus, die sich schneller verbreite. „Das heißt, hier müssen wir besonders vorsichtig sein“, sagte die Kanzlerin. Es entstehe noch einmal eine „neue Lage“. Die neuen Maßnahmen seien „einschneidend“, räumte Merkel ein.

18.47 Uhr: Bund und Länder verschärfen Kontaktbeschränkungen

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar verlängert und sogar noch verschärft. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Dienstag in Berlin vereinbart. Demnach gelten die bisher bis zum 10. Januar befristeten Maßnahmen bis zum Monatsende fort.

Das betrifft zum Beispiel die Schließung der meisten Geschäfte, Restaurants, Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen. Die Kontaktregelungen werden nochmals enger gefasst: Künftig sind private Zusammenkünfte nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Bislang gilt, dass sich maximal fünf Personen aus bis zu zwei Haushalten treffen dürfen.

18.23 Uhr: Dreyer bestätigt Verlängerung des Lockdowns bis 31. Januar

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Rande der noch laufenden Bund-Länder-Beratungen die Verlängerung des Corona-Lockdowns bestätigt. Dass die Corona-Beschränkungen bis 31. Januar verlängert werden sollen, "ist ein Teil des Beschlusses", sagte Dreyer, die am frühen Dienstagabend ihre Teilnahme an dem Gipfel für einen Neujahrsempfang unterbrochen hatte.

Es gehe vor allem darum, die Belastungen für die Krankenhäuser zu begrenzen und die Infektionszahlen zu senken. Der bisherige Shutdown zeige erste Wirkungen, sagte Dreyer. Es gebe aber "nach wie vor viel zu hohe Inzidenzen. "Wir haben alle noch eine richtig große Aufgabe vor uns", betonte die SPD-Politikerin in ihrem Grußwort, das vom Nachrichtensender Welt übertragen wurde.

Zu den laufenden Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Dreyer, die entscheidenden Punkte seien beraten. Nach einer Beschlussvorlage für den Corona-Gipfel planen Bund und Länder offenbar nicht nur eine Verlängerung, sondern auch die Verschärfung von Kontaktbeschränkungen. Private Treffen sollen demnach nur noch mit einer einzelnen Person außerhalb des eigenen Hausstandes möglich sein.

17.44 Uhr: Bundesregierung kommt bei Corona-Hilfen einen Schritt voran

Die Bundesregierung ist bei milliardenschweren Zuschüssen für Unternehmen und Selbstständige in der Corona-Krise einen Schritt weitergekommen. Von diesem Dienstag an fließen erste Gelder der Dezemberhilfen, wie das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mitteilte. Konkret geht es um Abschlagszahlungen, ein Vorschuss auf spätere Zahlungen.

Wirtschaftsverbände hatten wiederholt die schleppende Umsetzung der Hilfen kritisiert. Unternehmen bekommen Abschlagszahlungen in Höhe von bis zu 50.000 Euro, Soloselbstständige von bis zu 5000 Euro. Dies gilt bereits bei den Novemberhilfen.

Die Bundesregierung hatte die milliardenschweren Hilfen für Unternehmen etwa aus der Gastronomie beschlossen, die ihren Geschäftsbetrieb wegen des Teil-Lockdowns seit Anfang November dicht machen mussten. Erstattet werden über Zuschüsse Umsatzausfälle von bis zu 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

17.26 Uhr: Begrenzung des Bewegungsradius in Corona-Hotspots auch im Südwesten, Landkreis Tuttlingen betroffen

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass in Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen weitere Maßnahmen zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort ergriffen werden sollen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Teilnehmerkreisen von Seiten des Bundes sowie der Länder bei den Beratungen. Eine Einigung auf ein Beschlusspapier gab es aber noch nicht.

Gelten soll dies für Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern - sofern kein triftiger Grund vorliegt. Tagestouristische Ausflüge sollen demnach keinen triftigen Grund darstellen, wie es in den Teilnehmerkreisen hieß. Laut des Entwurfs für ein Beschlusspapier weisen über 70 Landkreise eine Inzidenz von über 200 auf.

In Baden-Württemberg wären das nach Zahlen vom Montag der Enzkreis, der Stadtkreis Pforzheim und der Landkreis Tuttlingen. Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz sagte der dpa, er halte diese Ausgangsbeschränkungen für „notwendig, um das diffuse Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen“.

Er fügte hinzu: „Das ist auch verhältnismäßig, da somit das Virus in den stark belasteten Gebieten deutlich eingedämmt werden kann und Sport, Wandern und Radfahren ja im Umkreis von 15 Kilometern möglich ist.“

17 Uhr: Der Impfstoff im Tuttlinger Impfzentrum ist vorerst knapp

Zum Start der Impfungen gegen Corona im Kreisimpfzentrum und durch ein mobiles Team wird dem Landkreis Tuttlingen am Freitag, 15. Januar, deutlich weniger Impfstoff zur Verfügung stehen als erwartet. „Wöchentlich bekommen wir vorerst 975 Impfdosen, wovon die Hälfte für die zweite Impfung zur Seite gelegt werden muss. Das ist eindeutig zu wenig“, erklärte Landrat Stefan Bär bei einer Pressekonferenz.

16.40 Uhr: Bund und Länder wollen offenbar Testpflicht bei Reisen verschärfen

Bund und Länder wollen offenbar die Testpflicht bei Einreisen aus Corona-Risikogebieten verschärfen. Ab 11. Januar solle generell ein Pflichttest direkt bei der Einreise nach Deutschland verlangt werden, heißt es in der Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Spitzenberatungen an diesem Dienstag.

Der Test kann demnach entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Anreise oder direkt bei der Einreise erfolgen. Unabhängig davon bleibt es dem Papier zufolge bei der zehntägigen Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Die Quarantäne kann auch weiterhin durch ein negatives Ergebnis eines weiteren, frühestens am fünften Tag nach der Einreise vorgenommenen Tests verkürzt werden.

Die Rede ist von einer "Zwei-Test-Strategie". Bestehen bleibt außerdem die Pflicht zu einer digitalen Einreiseanmeldung. Zusätzliche Sonderregeln sollen laut Beschlussvorlage für Einreisen aus Risikogebieten erlassen werden, "von denen aufgrund von der Verbreitung von Mutationen des Virus oder besonders hoher Inzidenzen ein besonderes Eintragsrisiko besteht."

Zudem weisen Bund und Länder noch einmal darauf hin, "dass Reisen in Risikogebiete ohne triftigen Grund unbedingt zu vermeiden sind". Als Risikogebiete gelten mit wenigen Ausnahmen fast alle Länder und Regionen Europas sowie die weitaus meisten Staaten weltweit.

15.39 Uhr: Bund und Länder planen offenbar schärfere Kontaktbeschränkung

Bund und Länder planen offenbar eine Verschärfung der geltenden Kontaktbeschränkungen. Private Treffen sollten nur noch mit einer einzelnen Person außerhalb des eigenen Hausstandes möglich sein, heißt es in der Beschlussvorlage für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Dienstagnachmittag, die AFP vorliegt. Die Beratungen dauerten zunächst weiter an.

Generell soll der geltende Lockdown dem Papier zufolge bis zunächst zum 31. Januar verlängert werden. Zuvor will die Spitzenrunde erneut über das dann weitere Vorgehen ab Anfang Februar beraten. "Die vor uns liegenden Monate Januar, Februar und März werden jedoch noch erhebliche Geduld und Disziplin aller erfordern", dämpfen die Spitzen von Bund und Ländern in dem Text Erwartungen auf baldige Lockerungen der Einschränkungen.

Auch an der weitgehenden Schließung von Schulen und Kitas solle sich demnach in den kommenden Wochen nichts ändern. Ausnahmen solle es aber weiterhin für Abschlussklassen geben. Noch offen ist, ob es bereits im Januar bei guter Entwicklung des Infektionsgeschehen in Grundschulklassen Wechselunterricht geben könnte.

15.33 Uhr: Kreise: In Corona-Hotspots soll Bewegungsradius eingeschränkt werden

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass in Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen weitere Maßnahmen zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort ergriffen werden sollen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Teilnehmerkreisen von Seiten des Bundes sowie der Länder bei den Beratungen. Eine Einigung auf ein Beschlusspapier gab es aber noch nicht.

Gelten soll dies für Landkreise mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern - sofern kein triftiger Grund vorliegt. Tagestouristische Ausflüge sollen demnach keinen triftigen Grund darstellen, wie es in den Teilnehmerkreisen hieß. Laut des Entwurfs für ein Beschlusspapier weisen über 70 Landkreise eine Inzidenz von über 200 auf.

15.10 Uhr: Baden-Württemberg für Verschärfung der Kontaktbeschränkungen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) tritt bei den laufenden Bund-Länder-Beratungen für noch schärfere Kontaktbeschränkungen bis Ende Januar ein. Es geht darum, wie beim Lockdown im Frühjahr private Zusammenkünfte auf einen Haushalt plus eine nicht im Haushalt lebende Person zu beschränken. „Das würde von uns befürwortet“, hieß es in Regierungskreisen in Stuttgart zu einem Beschlussentwurf für die Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Unions-geführten Länder sind dem Vernehmen nach bereits dafür, aber ob sich die gesamte Runde darauf einigt, war zunächst nicht klar. Zudem sei auch denkbar, in Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort herum zu beschränken. Baden-Württembergs Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte der dpa dazu, er halte diese Ausgangsbeschränkungen für „notwendig, um das diffuse Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen“.

Er fügte hinzu: „Das ist auch verhältnismäßig, da somit das Virus in den stark belasteten Gebieten deutlich eingedämmt werden kann und Sport, Wandern und Radfahren ja im Umkreis von 15 Kilometern möglich ist.“

15 Uhr: Mehr als 316.000 Impfungen gegen Covid-19 gemeldet

Die Zahl der Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland ist weiter gestiegen. Bislang wurden insgesamt 316.962 solcher Impfungen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) nun in Berlin bekanntgab. Im Vergleich zum Vortag sind das 44.563 mehr. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten, betont das RKI.

Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden vom RKI bisher für Mecklenburg-Vorpommern erfasst (8,6), gefolgt von Sachsen-Anhalt (7,1) und Hessen (6,0). Die wenigsten Impfungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden bisher für Niedersachsen (1,1), Thüringen (1,3) und Brandenburg (1,3) gemeldet. Der Bundesschnitt liegt nun bei 3,8 Impfungen pro 1000 Einwohner. In absoluten Zahlen kommt Bayern auf die meisten Impfungen, mit mehr als 77.000 laut RKI. Unter den Geimpften sind bundesweit mehr als 131.000 Bewohner von Pflegeheimen. Mehr als 149.000 Menschen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen.

14.24 Uhr: Putin und Merkel diskutieren über gemeinsame Impfstoff-Produktion

Kremlchef Wladimir Putin hat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über eine engere Zusammenarbeit in der Corona-Pandemie gesprochen. Bei dem Telefonat beider Politiker sei es um mögliche Perspektiven für die gemeinsame Herstellung von Impfstoffen gegangen, teilte der Kreml mit.

Die Gesundheitsministerien beider Länder und Spezialisten sollten die Gespräche dazu fortsetzen. Details wurden zunächst nicht genannt. Ein Regierungssprecher in Berlin bestätigte, dass es bei dem Gespräch um die Bekämpfung der Pandemie gegangen sei.

Details wurden aber nicht genannt. Russland hatte Mitte August den Impfstoff „Sputnik V“ für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben, der mittlerweile auch in anderen Ländern verwendet wird. Putin hatte zuletzt Engpässe bei der Impfstoff-Produktion in Russland eingeräumt. Mitunter fehle die „notwendige Ausrüstung“, sagte er vor wenigen Wochen.

Man sei bereit, mit den anderen Ländern bei der Produktion russischer Corona-Vakzine zusammenzuarbeiten. In Russland laufen die Impfungen seit Anfang Dezember. Mittlerweile wurde ein zweiter Impfstoff registriert. Weitere sind in der Entwicklung.

Putin und Merkel gratulierten laut Kreml einander zum Neujahr.

14.15 Uhr: Beratungen haben begonnen: Kanzlerin und Länderchefs reden über Lockdown-Verlängerung

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer beraten über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Sie schalteten sich gegen 14.15 Uhr zu einer Online-Konferenz zusammen, wie Berlin als aktuelles Vorsitzland der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mitteilte. Wegen zusätzlichen Beratungsbedarfs seitens der Länder war der Beginn der Schalte zunächst von 11.00 Uhr auf 13.00 Uhr verlegt worden und hatten sich dann nochmals verzögert.

Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt in der Staatskanzlei bei der Video-Schaltkonferenz zur Entwicklung der Corona-Pandemie vor einem Monitor, auf dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller (SPD), der Regierende Bürgermeister von Berlin, zu sehen sind.
Manuela Schwesig (SPD), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, sitzt in der Staatskanzlei bei der Video-Schaltkonferenz zur Entwicklung der Corona-Pandemie vor einem Monitor, auf dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Michael Müller (SPD), der Regierende Bürgermeister von Berlin, zu sehen sind. | Bild: Jens Büttner (dpa-Zentralbild)

14 Uhr: Leichte Lockerung: Baden-Württemberg erlaubt Abholangebote im Handel

Die Landesregierung in Baden-Württemberg will den Corona-Lockdown zwar verlängern, erlaubt aber vom kommenden Montag an wieder Abholangebote im Handel. Die Corona-Verordnung werde so geändert, dass der sogenannte Click&Collect-Service wieder möglich werde, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet nun der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Kunden könnten so im Internet oder per Telefon eine Ware bestellen, einen Abholtermin vereinbaren und die Ware selbst abholen.

Abholangebote waren im Südwesten im Zuge des Corona-Lockdowns über Weihnachten verboten worden, um lange Schlangen vor den Geschäften und somit zusätzliche Kontakte zu vermeiden. Händler durften aber selber liefern oder liefern lassen. Es gilt als sicher, dass der Lockdown über den ursprünglich geplanten 10. Januar hinaus verlängert wird. Das würde bedeuten, dass die meisten Händler - mit Ausnahme der Lebensmittelgeschäfte - ihre Geschäfte geschlossen halten müssen.

13.34 Uhr: Beginn der Beratungen über Lockdown-Verlängerung verzögert sich

Der ursprünglich für 13 Uhr geplante Beginn der Bund-Länder-Beratungen über eine Verlängerung des Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie verzögert sich. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Länderkreisen.

Zwar hatte sich vor der geplanten Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten zuletzt bereits angedeutet, dass das öffentliche Leben wegen hoher Infektionszahlen noch nicht wieder hochgefahren und der Lockdown wohl um drei Wochen bis Ende Januar verlängert wird.

13.14 Uhr: Lindner lehnt starke Einschränkung der Bewegungsfreiheit ab

FDP-Chef Christian Lindner lehnt im Kampf gegen die Corona-Pandemie die diskutierte Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einen engen Radius rund um den Wohnort als unverhältnismäßig ab. „Wir halten das bei einer 100er Inzidenz für einen absolut überzogenen Eingriff in die Freiheit der Menschen, der sich nicht begründet aus einer Begrenzung des Pandemie-Geschehens“, sagte er nun in Berlin.

Lindner wies darauf hin, dass alle Möglichkeiten, sich im öffentlichen Raum zu begegnen, bereits stark eingeschränkt seien. Der FDP-Chef machte allerdings eine Ausnahme: „Eine solche Maßnahme käme dann in Betracht, wenn wir es mit einer Hotspot-Situation zu tun haben (...) mit einer sehr hohen dreistelligen Inzidenz.“

Bei niedrigeren Infektionszahlen gelte: „Da sind die Kosten hinsichtlich der Grundrechtseinschränkung in keinem Verhältnis zu dem erwarteten Nutzen.“ Wollte man die Maßnahmen gegen die Pandemie wegen der hohen Infektionszahlen weiter verschärfen, wäre eine weitere Reduktion der Zahl der zulässigen Kontakte „nachdenkenswert“.

11.29 Uhr: Kontroverse Gespräche vor Corona-Bund-Länder-Runde am Nachmittag

Die Regierungschefs der Länder sind einem Bericht zufolge zu einer Verschärfung der bisherigen Kontaktbeschränkungen bereit. Die Länderchefs hätten am Dienstagvormittag auf einer Vorbesprechung für den Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) grünes Licht dafür gegeben, berichtete das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“.

Demnach könnten bis Ende Januar ähnliche Kontaktbeschränkungen wie im Frühjahr gelten. Das hieße im Kern: Treffen nur noch mit einer Person eines anderen Haushalts wären dann erlaubt. „Innerhalb der Länder wäre das konsensfähig“, zitierte das Magazin einen Teilnehmer der Vorbesprechung. Bislang sind Treffen mit einem anderen Haushalt mit insgesamt fünf Menschen erlaubt, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet. Dem Bericht zufolge seien die Ministerpräsidenten im Grundsatz ebenfalls dazu bereit, eine Einschränkung des Bewegungsradius mitzutragen.

Allerdings seien in der Vorbesprechung dazu auch viele Vorbehalte geäußert: Demnach solle dies nur in Landkreisen ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten - und auch nur als eine von verschiedenen Maßnahmen.

10.38 Uhr: Kommunen fordern bundesweit einheitliche Corona-Strategie

Die Kommunen fordern ein bundesweit einheitliches Vorgehen, damit die Akzeptanz und der Erfolg des Lockdowns nicht verspielt werden. Bund und Länder sollten eine „bundeseinheitliche, langfristige, transparente Strategie““ für Schulen, Wirtschaft und Kultur beschließen, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) vor dem Bund-Länder-Treffen an diesem Dienstagmittag. Er fügte auch hinzu: „Wir müssen wegkommen von der Methode, uns von einem Treffen der Ministerpräsidenten zum anderen durchzuhangeln.“

Städtetagspräsident Burkhard Jung sagte: „Der Lockdown wird nur dann nachhaltig wirken, wenn er bundesweit fortgesetzt und nicht in einzelnen Ländern aufgeweicht wird.“ In den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag) fügte der Leipziger Bürgermeister hinzu, die Maßnahmen sollten „so lange nicht gelockert werden, bis in ganz Deutschland ein stabiler Abwärtstrend der Neuinfektionen erkennbar ist“.

10 Uhr: Bundesregierung will Produktion von Impfstoff beschleunigen

Die Bundesregierung will bei der geplanten zusätzlichen Produktion von Corona-Impfstoffen in Deutschland aufs Tempo drücken. So wollen die zuständigen Minister unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Mittwoch beraten, an welchen Stellen zusätzliche Produktion durch die Bundesregierung unterstützt werden kann, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin erfuhr. Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Merkel an diesem Dienstag forderte der Bundes-Pflegebevollmächtigte Andreas Westerfellhaus die Bundesländer auf, einheitliche Impfregeln zu erlassen.

An der Regierungsberatung zum Impfen mit der Kanzlerin sollen wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten Gesundheitsminister Jens Spahn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU), Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun (CDU) teilnehmen, wie es hieß. Ziel sei es, zusätzliche Produktion in Deutschland möglichst zügig hochzufahren.

9.25 Uhr: Abschlagszahlungen für Dezemberhilfe starten

Vom Lockdown im Dezember betroffene Unternehmen und Selbstständige können ab sofort Abschlagszahlungen für staatliche Wirtschaftshilfen erhalten. Ab Dienstag fließe das Geld, teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Firmen können so vorab bis zu 50.000 Euro erhalten, Soloselbständige maximal 5000 Euro.

Firmen und Selbstständige, die nach den November-Schließungen auch im Dezember weiterhin von Schließungen direkt oder indirekt betroffen sind, können Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019 bekommen. Die Anträge auf diese Überbrückungshilfen können Selbstständige seit dem 22. Dezember und Firmen - über den Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer - seit dem 23. Dezember stellen. Die Abschlagszahlung soll den Betroffenen über die Zeit helfen, bis die Überbrückungshilfen fließen.

8.08 Uhr: Merkel und Länder-Regierungschefs beraten heute über Corona-Regeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder wollen am Dienstag ab 13 Uhr auf einem weiteren Corona-Krisengipfel über das weitere Vorgehen beraten. Es wird erwartet, dass der seit Dezember bestehende harte Lockdown verlängert wird. Ein zentraler Punkt der Beratungen dürften die Regelungen für Kitas und Schulen sein; eine generelle Schulöffnung nach Ende der Ferien zeichnete sich aber vor dem Treffen nicht ab.

Der Mitte Dezember in Kraft getretene harte Lockdown, der unter anderem die Schließung weiter Teile des Einzelhandels und von Kitas und Schulen umfasst, gilt noch bis zum 10. Januar. Mehrere Länder-Regierungschefs zeigten sich im Vorfeld der Beratungen überzeugt, dass die Maßnahmen verlängert werden müssen. Ein weiteres Thema auf dem Krisengipfel soll der Start der Corona-Impfungen sein. In den vergangenen Tagen hatte es wegen des schleppenden Beginns unter anderem eine Debatte über die Menge des bestellten Impfstoffs gegeben.

7.14 Uhr: 944 neue Corona-Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 134,7. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 298,7 und Thüringen mit 241,8. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.787.410 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 5. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 35.518. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.424.700 an.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 4. Januar:

22.31 Uhr: Spahn: Ziel ist Impfangebot bis Sommer für jeden in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik an der Impfstoffbeschaffung erneut zurückgewiesen. „Zuerst einmal ist es weiterhin aus meiner Sicht richtig, diesen europäischen Weg gegangen zu sein und zu gehen“, sagte der CDU-Politiker am Montagabend im ZDF-„heute journal“. Man habe von Anfang an auf mehrere Hersteller gesetzt, da nicht klar gewesen sei, wer als Erstes ans Ziel komme. „Dass wir jetzt am Anfang so wenig haben, dass wir priorisieren müssen, hat nichts zu tun mit der Bestellmenge, also wie viel wir bestellt haben, sondern das hat etwas damit zu tun, dass jetzt am Anfang die Produktionskapazität knapp ist.“

Weiter bekräftigte Spahn: „Das Ziel ist tatsächlich, dass wir bis zum Sommer jedem ein Impfangebot in Deutschland machen können.“ Das hänge aber auch davon ab, dass weitere Zulassungen von Impfstoffen erfolgen. Gleichzeitig arbeite man daran, dass die Produktion bei Biontech etwa durch ein neues Werk in Marburg hochgefahren werden könne.

„Wenn wir es schaffen - und das ist das Ziel mit den Ländern im Januar - alle Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner zu impfen, wenn wir es schaffen in der Folge alle über 75-, alle über 80-Jährigen zu impfen, dann nehmen wir dieser Pandemie schon einen großen Teil ihres Schreckens.“

21.25 Uhr: Lockdown vor Verlängerung - Schulöffnung soll bei Jüngeren beginnen

Die Menschen in Deutschland müssen sich auf eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis Ende Januar einstellen. Ausnahmen soll es für Schülerinnen und Schüler der unteren Klassenstufen geben. Sie sollen den Anfang machen, wenn die Länder in Stufen wieder Präsenzunterricht an ihren Schulen gestatten. Auch mögliche Verbesserungen bei der Impfstrategie sollen Thema sein, wenn die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag erneut über die Corona-Lage beraten.

Die Kultusminister der Länder preschten am Montag mit einem Beschluss vor. Demnach sollen die im Dezember beschlossenen Maßnahmen „unter Umständen“ fortgeführt werden. 

Schulen: Nun ist die Wiederaufnahme des Schulbetriebs laut Kultusministerkonferenz in Stufen möglich - „sollte es die Situation in den einzelnen Ländern zulassen“. Zuerst sollten dann die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 wieder Präsenzunterricht haben und die weiteren Jahrgänge im Distanzunterricht bleiben. Durch eine Halbierung der Klassen solle in einer zweiten Stufe dann ergänzend Wechselunterricht für Schülerinnen und Schüler höherer Klassen ermöglicht werden. Präsenzunterricht für alle soll es erst in einer Stufe drei geben. Für Abschlussklassen soll aber weiterhin eine Ausnahme von den Beschränkungen gelten, so dass sie sich angemessen auf Prüfungen vorbereiten können.

Berlins Regierender Bürgermeister und Chef der Ministerpräsidentenkonferenz Michael Müller (SPD) sieht im Januar nur wenig Chancen für Präsenzunterricht. „Wenn wieder erste Schritte in Richtung Normalität möglich seien, müssten die Schulen an oberster Stelle stehen, sagte Müller am Montagabend dem rbb. Er gehe aber davon aus, dass Präsenzunterricht in diesem Monat nicht mehr möglich sein werde. Allenfalls an Grundschulen sei Ende Januar wieder Unterrichtsbetrieb vorstellbar, wenn die Inzidenzahlen dies hergäben.

Was der Schulbeschluss bedeutet: Wie es aus Kreisen der Kultusminister hieß, soll es mit diesem Beschluss möglich werden, dass Länder ihre Schulen in der kommenden Woche vor allem für die Klassen 1 bis 6, 10 und 12 öffnen. Genaue Termine oder Schwellenwerte der Corona-Verbreitung nennt der Schulbeschluss nicht. Darin betonten die Kultusminister, dass die Öffnung von Schulen höchste Bedeutung habe. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), die sich im Vorfeld für Öffnungen ausgesprochen hatte, sagte: „Der Präsenzunterricht ist und bleibt die beste Option für den Lernerfolg. Ich hoffe, dass die Ministerpräsidentenkonferenz und die Bundeskanzlerin bei der bevorstehenden Entscheidung dies ebenfalls berücksichtigen.“

Weitere Beschränkungen: Insgesamt wird der Corona-Lockdown nicht mit dieser Woche enden. Die Unions-geführten Länder hatten sich bereits am Sonntagabend auf eine Verlängerung bis Ende des Monats verständigt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus dem Kreis der Ministerpräsidenten erfuhr. Nur zwei SPD-geführte Länder seien noch anderer Meinung, hieß es aus einer anderen Quelle. Auch der Bund tritt für eine Ausweitung bis Ende Januar ein. Thüringen hatte schon am Sonntag erklärt, den Lockdown bis zum 31. Januar weiterführen zu wollen.

Corona-Lage: Auf den Intensivstationen in Deutschland wirkt der Lockdown noch nicht. Derzeit steuere man auf die Marke von 6000 Covid-19-Intensivpatienten zu, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx. Marx: „Eine Lockerung von Maßnahmen, Begegnungen von mehr Menschen oder die Öffnung von Geschäften können wir uns aus medizinischer Sicht deshalb absolut noch nicht leisten“. Im Vogtlandkreis in Sachsen wütete das Virus in den vergangenen Tagen mit einer 7-Tage-Inzidenz zeitweise über der 800er-Marke am stärksten. Insgesamt meldeten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 9847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages.

Corona-Impfungen: Mehr als 264 000 Menschen in Deutschland wurden laut RKI bislang gegen Covid-19 geimpft - soll an der Impfstrategie etwas geändert werden? Regierungssprecher Steffen Seibert verteidigte die Beschaffung des Corona-Impfstoffs durch die EU: „Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist.“ Auch mit Blick auf die Umsetzung in den Ländern räumte Seibert ein, „dass es derzeit noch nicht an allen Stellen optimal läuft“. In diesem Geiste werde Merkel auch die Gespräche mit den Ministerpräsidenten führen. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte: „Dass es jetzt am Anfang knapp sein würde mit dem Impfstoff, das war von Anfang an klar.“

SPD und FDP kritisieren die Corona-Impfstrategie und fordern Merkel auf, sich einzuschalten. Deutschland stehe im Vergleich mit anderen Ländern schlechter da, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil in der ARD. Die Schuld hierfür gibt er Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Klingbeil forderte „eine nationale Kraftanstrengung“ unter der Leitung Merkels. Spahn sagte der „Rheinischen Post“: „Wir haben ausreichend Impfstoff für Deutschland und die EU bestellt.“ Das Problem sei die geringe Produktionskapazität zu Beginn – „bei weltweit extrem hoher Nachfrage.“

21.04 Uhr: Gewerkschaften fordern bei Lockdown-Verlängerung mehr Hilfen

Mit Blick auf die wahrscheinliche Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis Ende Januar fordern Gewerkschaften zusätzliche Hilfen für Arbeitnehmer. Hunderttausende Beschäftigte im Einzelhandel und die Unternehmen der Branche dürften mit den Folgen einer Fortführung der Schließungen nicht alleingelassen werden, warnte Verdi-Chef Frank Werneke am Montag im „Handelsblatt“.

Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler, forderte eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes für Beschäftigte des Gastgewerbes, für den Fall dass die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag wie erwartet eine Verlängerung der Maßnahmen beschließen sollten. „Ihre Löhne sind ohnehin oft viel zu niedrig“, sagte Zeitler im „Handelsblatt“ über die Angestellten in der Branche. „Das noch geringere Kurzarbeitergeld reicht also hinten und vorne nicht.“

20.15 Uhr: 1508 Corona-Neuinfektionen im Südwesten gemeldet, 105 neue Todesfälle

Nach mehreren Tagen mit rückläufigen Zahlen sind im Südwesten wieder mehr Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das Landesgesundheitsamt (LGA) verzeichnete heute 1508 neue Fälle, wie ein Sprecher in Stuttgart mitteilte.

Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, stieg um 105. Am Vortag hatte das LGA 22 neue Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahlen liegen damit bei 246.423 Infektionen und 5051 Toten. Dass zuvor weniger Neuinfektionen gemeldet wurden als jeweils an den Vortagen, kann unter anderem an einer niedrigeren Zahl von Tests und weniger Daten-Übermittlungen rund um Silvester und Neujahr gelegen haben.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag landesweit bei 124,6. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in einer Region sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus angesteckt haben. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Der Großteil der Kreise weist eine Inzidenz zwischen 100 und 200 auf. Am höchsten war die Inzidenz im Stadtkreis Pforzheim mit 244,5.

19.30 Uhr: Spahn setzt weiter auf Corona-Impfangebot für alle Deutschen im Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat ein Corona-Impfangebot für alle Interessierten im Sommer in Aussicht gestellt. "Das Ziel ist und bleibt es, allen Deutschen im Sommer ein Impfangebot zu machen", erklärte Spahn am Montag. Zuvor hatte die Tageszeitung die "Welt" unter Berufung auf Teilnehmer berichtet, dass Spahn auf einer digitalen Fraktionssitzung der Union ein Angebot "wohl im zweiten Quartal 2021" in Aussicht gestellt habe.

In den vergangenen Tagen hatte es in Deutschland eine Debatte um den schleppenden Impfstart und die Menge des bestellten Impfstoffs gegeben. In Deutschland wird nun möglicherweise ebenso wie in Großbritannien die zweite Corona-Impfung verschoben, um das Präparat zeitnah mehr Menschen verabreichen zu können. Spahn lässt diese Möglichkeit prüfen, wie aus einem Schreiben seines Hauses hervorgeht.

18.31 Uhr: Baden-Württemberg will Ausgangssperre verlängern

Die Landesregierung Baden-Württembergs plant nicht nur eine Verlängerung des Lockdowns, sondern wohl auch der Ausgangssperren. „Voraussichtlich“ würden diese ebenfalls verlängert, sagte ein Sprecher des Staatsministeriums auf Anfrage des SÜDKURIER.

Konkret soll darüber bei der Konferenz der Ministerpräsidenten am Dienstag entschieden werden. Die bisherigen und auch weiteren Maßnahmen basierten demnach allerdings nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirksamkeit. Dafür gebe es zu wenig Grundlagen, erklärte der Sprecher.

Die Entwicklung der Infektionszahlen und Inzidenzwerte dienten demnach als Ausgangslage für die Entscheidungen, welche Infektionsschutzmaßnahmen aufrechterhalten bleiben oder neu hinzukommen. Bislang habe das Innenministerium zur Einhaltung der Maßnahmen eine positive Bilanz gezogen.

Mit der Prüfung der Einhaltung der Maßnahmen sind allerdings hauptsächlich die Ordnungsämter betraut, wie das Innenministerium auf Nachfrage erklärte. Daher seien keine genaueren Angaben möglich. Negative Effekte der nächtlichen Ausgangssperre waren dem Ministerium demnach nicht bekannt.

Anders als etwa Thüringen, wo ein maximaler Radius für Bewegung an der frischen Luft im Gespräch ist, plane Baden-Württemberg nach Angaben des Staatsministeriums aber keine weiteren Verschärfungen der Ausgangssperre. Landkreise und Kommunen könnten aber eigenständig bestimmte Gebiete oder Parkplätze sperren, ergänzte ein Sprecher des Sozialministeriums.

18 Uhr: Klinikverbund spricht Besuchsverbot für Krankenhäuser in Friedrichshafen und Tettnang aus

Die Lage entspannt sich nicht: Der Medizin-Campus Bodensee verschärft die Besucherregelungen. Von einem neuerlichen Patienten-Besuchsverbot sind einer Mitteilung des Klinikverbunds zufolge lediglich Besuche bei sterbenden Patienten sowie die Begleitung werdender Mütter im Kreißsaal ausgenommen. So sind nun die Regeln.

17.28 Uhr: Fast 27.500 Menschen im Südwesten gegen Coronavirus geimpft

Seit dem Start der Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland sind in Baden-Württemberg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) fast 27.500 Menschen geimpft worden. Das Sozialministerium äußerte sich zufrieden mit dem Verlauf der ersten Woche.

Die Rückmeldungen der Impfzentren seien durchweg positiv, teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums mit. Dem RKI zufolge wurden im Südwesten bislang 2,5 Impfungen pro 1000 Einwohner erfasst. Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden vom RKI bisher für Mecklenburg-Vorpommern (7,1) gezählt.

Die Quote in Thüringen lag bei 0,4 und in Sachsen bei 1,2. Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Je nach Impfstoffverfügbarkeit sei das Land in der Lage, auch deutlich mehr Menschen zu impfen, hieß es mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate.

Das Sozialministerium tausche sich mindestens einmal wöchentlich mit den Zentren aus und stimme sich auch eng mit den anderen Beteiligten ab.

16.25 Uhr: Österreich verlängert Lockdown bis 24. Januar

- In Österreich wird der bis zum 18. Januar geplante Lockdown nach Angaben der Regierung um eine Woche verlängert. Auch die Einreisebeschränkungen aus weltweit fast allen Staaten bleiben in Kraft. Fast jeder, der aus einem Corona-Risikogebiet wie Deutschland einreist, muss in eine bis zu zehntägige Quarantäne. Ursprünglich war geplant, dass alle, die sich einem Corona-Test unterziehen, ab 18. Januar in die ab dann wieder geöffneten Geschäfte können. Für alle ohne Test sollte ein verlängerter Lockdown bis zum 24. Januar gelten. Am Sonntag hatte die Opposition aus unterschiedlichen Gründen angekündigt, dem entsprechenden Gesetz die Zustimmung zu verweigern.

15.55 Uhr: Arzneimittelbehörde EMA kurz vor Entscheidung zu Moderna-Impfstoff

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA steht offenbar kurz vor der Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes. Der Expertenausschuss der EMA sei bereits am Montag zusammengetroffen und berate über die Empfehlung für den Impfstoff des US-Herstellers Moderna, bestätigte eine Sprecherin der EMA am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam.

Zunächst war eine Entscheidung für Mittwoch angekündigt worden. In den USA ist der Moderna-Impfstoff bereits zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen.

Es wäre nach dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech der zweite Impfstoff gegen Covid-19, der in den EU-Mitgliedsstaaten zugelassen würde. Die EU hatte bereits bei Moderna 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

15 Uhr: Fast die Hälfte der Deutschen sieht Impfstrategie skeptisch

Die Deutschen haben eine geteilte Meinung zur Verteilung des Impfstoffes gegen das Coronavirus. 44 Prozent seien nicht vom Impfkonzept der Bundesregierung überzeugt. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag).

Knapp 40 Prozent hätten hingegen großes Vertrauen in die Verteilungsstrategie der Regierung, der Rest sei unentschieden. Vor allem Menschen im Alter von 40 bis 49 Jahren stehen dem Impfkonzept laut Umfrage kritisch gegenüber. Jüngere Menschen von 18 bis 39 hingegen vertrauten meist auf die Strategie in Deutschland.

SPD und FDP kritisierten die aktuelle Corona-Impfstrategie der Bundesregierung. Sie forderten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich einzuschalten. Merkel solle im Bundestag erklären, wie das Impfen doch noch erfolgreich weitergehen soll, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. Hintergrund ist Kritik an einer zu geringen Zahl an Impfdosen und ein langsames Tempo bei den Impfungen in Deutschland.

14.10 Uhr: Auch nach Ende der Ferien zeichnet sich keine generelle Schulöffnung ab

Auch nach dem baldigen Ende der Weihnachtsferien in allen Bundesländern zeichnen sich noch keine generellen Schulöffnungen ab. Die Kultusminister der Bundesländer berieten am Montag über einen möglichen Stufenplan, wie es aus informierten Kreisen hieß. Dies würde etwa zunächst Grundschülern und Abschlussklassen eine Rückkehr in die Schulen ermöglichen, sofern es das jeweilige Infektionsgeschehen zulässt.

Es war nicht zu erwarten, dass sich die Kultusminister auf ein konkretes Datum einigen. Sachsen und Thüringen beispielsweise erwägen eine Verlängerung des harten Lockdowns bis mindestens Ende Januar.

„Der Fernunterricht an den Schulen in Rheinland-Pfalz soll mindestens bis zum 15. Januar weiterlaufen“
Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin

Wechselunterricht hält Dreyer ebenfalls für möglich. Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien (CDU) äußerte sich in der „Bild“-Zeitung vom Montag zu Schulöffnungen im Präsenzunterricht bereits zum 11. Januar ebenfalls „sehr skeptisch“. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, eine Wiederaufnahme des vollständigen Präsenzunterrichts in allen Jahrgängen sei „in diesen Tagen nicht vorstellbar“. Auch SPD-Chefin Saskia Esken nannte eine rasche Rückkehr der Schulen zum Regelbetrieb „illusorisch“.

Einzig Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte zuletzt für eine schnelle Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts plädiert. Die Abstimmung der Kultusministerkonferenz sollte als Vorlage dienen für die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer am Dienstag. Dabei geht es um das weitere Vorgehen gegen die Corona-Pandemie.

14 Uhr: Mehrheit der Länder für Verlängerung des Lockdowns bis 31. Januar

Die Mehrheit der Ministerpräsidenten ist für eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen bis Ende Januar. Die Unions-geführten Länder hatten sich bereits am Sonntagabend auf diese Linie verständigt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus dem Kreis der Ministerpräsidenten erfuhr. Nur zwei SPD-geführte Länder seien noch anderer Meinung, hieß es aus einer anderen Quelle.

Der Corona-Lockdown sollte eigentlich am 10. Januar enden, doch angesichts weiter hoher Infektionszahlen ist eine Verlängerung höchstwahrscheinlich. Auch der Bund tritt für eine Ausweitung bis Ende Januar ein. Thüringen hatte schon am Sonntag erklärt, den Lockdown bis zum 31. Januar weiterführen zu wollen.

Auch die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) sprach sich im SWR für eine Verlängerung bis Monatsende aus. „Das ist, glaube ich, auch die Mehrheit der Kollegen“, fügte die SPD-Politikerin vor den für diesen Dienstag geplanten Bund-Länder-Beratungen hinzu. Nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) halten sich die Länder mit niedrigen Infektionszahlen offen, in zwei Wochen noch einmal über den dann aktuellen Stand zu sprechen und die Maßnahmen neu zu diskutieren.

Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, Bund und Länder seien sich bereits einig darüber, den Lockdown bis 31. Januar zu verlängern. Das Blatt schrieb aber auch, endgültig entschieden werde erst an diesem Dienstag bei der Schalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten.

13 Uhr: Zu wenig Impfstoff für großen Impfstart in der Schweiz

Nach den ersten Corona-Schutzimpfungen am 23. Dezember wollten die meisten Schweizer Kantone am Montag mit großen Impfkampagnen beginnen. Allerdings fehlten vielerorts Impfdosen. Die Kritik an der Regierung wuchs.

Die wenigen angebotenen Impftermine waren innerhalb von Minuten ausgebucht. Die Regierung hatte sich zwar 15,8 Millionen Impfdosen für die 8,5 Millionen Einwohner gesichert, die Hälfte davon aber bei dem US-Hersteller Moderna, dessen Impfstoff noch nicht zugelassen ist. Mit der Mainzer Firma Biontech und dessen US-Partner Pfizer wurde erst im Dezember ein Vertrag geschlossen.

Die Behörden seien von der schnellen Zulassung des Biontech-Impfstoffs noch vor Weihnachten überrascht worden, sagte Christoph Berger, Präsident der Kommission für Impffragen, der Zeitung „Blick“.

Die Behörden hätten mit einem Impfstart im Februar oder März gerechnet. Kurz vor Weihnachten trafen die ersten gut 100.000 Impfdosen von Biontech/Pfizer in der Schweiz ein. Weitere 250.000 sollen im Januar folgen. Manche eigens eingerichteten Impfzentren blieben mangels Impfstoff deshalb zunächst weitgehend leer, manche Ärzte bekamen nur ganz einzelne Dosen, um ihre gefährdetsten Patienten zu impfen.

12.01 Uhr: Spahn lässt zeitliche Streckung zweiter Impfung prüfen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt die Möglichkeit prüfen, die beim Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer vorgesehene zweite Impfung zeitlich zu strecken, um mit der Impfung von mehr Menschen starten zu können. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institut solle nach Sichtung entsprechender Daten dazu eine Empfehlung abgeben, heißt es in einem der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorliegenden Schreiben des Gesundheitsministeriums.

In dem Schreiben, über das zunächst der "Spiegel" berichtet hatte, wird auf die in Großbritannien geübte Praxis verwiesen, den zeitlichen Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung weit über die in der Zulassung maximal vorgesehenen 42 Tage hinaus zu verlängern. "Eine solche Entscheidung in Abweichung von der Zulassung bedarf einer vertieften wissenschaftlichen Betrachtung und Abwägung", heißt es in dem Papier des Ministeriums. In dem Schreiben befürwortet das Ressort von Spahn zudem erneut die Möglichkeit, wegen der "Über-Füllung" der Fläschchen mit dem Biontech-Impfstoffs daraus jeweils Dosen für sechs statt der zunächst vorgesehenen fünf Impfungen zuzulassen - soweit die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

11.16 Uhr: Eisenmann warnt vor sozialen Folgen geschlossener Schulen

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann warnt angesichts der Debatte über geschlossene Schulen vor den sozialen Folgen. „Es gibt viele Kinder – vor allem aus sozial schwächeren Verhältnissen –, die beim Lernen leider keine Unterstützung ihrer Eltern erhalten“, sagte die CDU-Politikerin der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag). Die Einschätzung von Kinderärzten und Psychologen müsse ernst genommen werden. Demzufolge benötigten Kinder dringend die Struktur und Stabilität, die Schulalltag und Präsenzunterricht ihnen vorgeben. Wichtig seien auch die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen und Lehrkräften, sagte die Ministerin.

Eisenmann bekräftigte zudem ihre Forderung, Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. Diesen Beschluss sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz an diesem Dienstag fällen, forderte sie. Die Schulen im Südwesten seien bisher keine besonderen Pandemietreiber gewesen, argumentierte ihr Ministerium.

10.19 Uhr: Erste Dosen von AstraZeneca-Impfstoff in Großbritannien verabreicht

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Großbritannien seine Impfkampagne ausgeweitet: Nach dem Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer kam am Montag auch das von dem britisch-schwedischen Konzern AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Vakzin zum Einsatz. Als erster wurde der 82-jährige Brian Pinker im Churchill-Krankenhaus von Oxford geimpft, wie der britische Gesundheitsdienst NHS mitteilte. Zunächst stehen nach Regierungsangaben 520.000 Dosen zur Verfügung, insgesamt hat Großbritannien 100 Millionen Dosen bei AstraZeneca bestellt. Bislang wurden im Vereinigten Königreich bereits mehr als eine Million Dosen des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer verabreicht.

9.25 Uhr: Österreich wird Lockdown wohl bis 24. Januar verlängern

In Österreich wird nach Angaben aus Regierungskreisen der bis zum 18. Januar geplante Lockdown verlängert. Da das ursprünglich geplante Freitesten wegen Widerstands der Opposition nicht möglich scheine, werde die Schließung fast aller Geschäfte nun für alle bis zum 24. Januar dauern, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montag erfuhr. Die Maßnahme betrifft auch die Gastronomie, viele Dienstleistungen und den Tourismus.

Ursprünglich war geplant, dass alle, die sich einem Corona-Test unterziehen, ab 18. Januar in die ab dann wieder geöffneten Geschäfte können. Für alle ohne Test sollte ein verlängerter Lockdown bis zum 24. Januar gelten. Am Sonntag hatte die Opposition aus unterschiedlichen Gründen angekündigt, dem entsprechenden Gesetz die Zustimmung zu verweigern. Die Opposition könnte durch ihre Mehrheit in der Länderkammer die Novelle für zwei Monate auf Eis legen.

8.53 Uhr: 9847 Corona-Neuinfektionen und 302 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 302 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 139,4.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 323,0 und Thüringen mit 251,4. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 78,2. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.775.513 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 4. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.574. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.401.200 an.

8.02 Uhr: Lauterbach für „konsequenten“ und nicht befristeten Lockdown

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat einen „konsequenten“ und zeitlich nicht befristeten Lockdown gefordert. Er verwies dabei auch auf die Mutation des Coronavirus. „Wir müssen die Neuinfektionen deutlicher reduzieren als bisher geplant“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). „Ein Inzidenzwert von 50 reicht nicht aus, weil wir es in Zukunft wahrscheinlich mit einer Virus-Variante zu tun haben werden, die wesentlich ansteckender ist als die bisher in Deutschland verbreitete.“ Die Rate der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen müsse auf 25 gesenkt werden. Am Sonntag lag sie in Deutschland bei 139,6.

„Der Lockdown muss weitergehen und sollte nicht zeitlich befristet werden, sondern auf den Zielwert von 25 ausgerichtet werden“, sagte Lauterbach. Er forderte zudem eine „pragmatisch-intelligente“ Impfstrategie. „Wir sollten umdenken und uns damit abfinden, dass wir zunächst einmal nicht mehr Dosen von den Impfstoffen der Hersteller Biontech und Moderna haben.“ Die Ständige Impfkommission müsse jetzt prüfen, ob eine vorgezogene Erstimpfung auch in Deutschland praktiziert werden sollte, ähnlich wie in England. „Es gilt, in den nächsten zwölf Wochen so viele Menschen wie möglich mit der Erstimpfung zu versorgen. Die Zweitimpfung könnte dann danach erfolgen“, meinte der SPD-Politiker.

7.11 Uhr: Elternbeirat ist gegen schnelle Rückkehr in regulären Schulbetrieb

Der Landeselternbeirat hat sich vor wichtigen politischen Weichenstellungen gegen eine schnelle Rückkehr der Schüler an die Schulen nach dem Lockdown ausgesprochen. Aus Infektionsschutzgründen sei es nicht zu verantworten, dass Grundschüler ab 11. Januar wieder regulär zur Schule gingen, sagte Elternvertreterin Silke Pantel der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Bedingung dafür müsse eine Maskenpflicht auch für die unteren Klassen sein. Zudem gehe es nur im Wechselunterricht, um das Abstandsgebot auch umsetzen zu können. Oft seien Grund - und Hauptschulen auf einem Areal, so dass die Gruppen schwer voneinander zu trennen seien. In den Hauptschulen gebe es aber Klassen mit bis zu 30 Schülern, in denen die vorgegebene Distanz von einander kaum einzuhalten sei. Gleiches gelte für die vollen Schulbusse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs beraten am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Pandemie nach dem zunächst bis 10. Januar befristeten Shutdown. Zuvor wollen sich am Montag sich die Kultusminister der Bundesländer in der Schulfrage abstimmen. Baden-Württembergs Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) will Kitas und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder öffnen und hat sich für diesen Vorstoß massive Kritik aus Infektionsschutzgründen eingehandelt.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 3. Januar:

20.04 Uhr: Johnson: Härtere Corona-Maßnahmen in den kommenden Wochen möglich

Angesichts der ernsten Corona-Situation in England hat der britische Premier Boris Johnson in einem Fernseh-Interview härtere Maßnahmen angedeutet. „Möglicherweise gibt es Dinge, die wir in den nächsten Wochen tun müssen, die härter sein werden“, sagte er am Sonntag in der „Andrew Marr-Show“ des Senders BBC. Derzeit gilt im Land ein mehrstufiges Regelsystem je nach Infektionslage, wobei schon die größten Teile des Landes unter harten Beschränkungen leben.

Großbritannien verzeichnete am Samstag eine Rekordzahl von mehr als 57.000 neuen Infektionen, insbesondere in London und im Süden Englands geraten die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen. Die neue und wohl deutlich ansteckendere Coronavirus-Variante lässt die Fallzahlen nach oben schießen, in Teilen Londons liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen bei mehr als 1100.

Schulen in London bleiben auch nach dem Ende der Weihnachtsferien vorerst flächendeckend geschlossen. Zu dieser Entscheidung sah sich die britische Regierung aufgrund hoher Infektionszahlen gezwungen. In anderen Teilen des Landes sollten Grundschulen am Montag wieder öffnen. Weiterführende Schulen sollen in den Wochen danach folgen - teilweise unter dem Einsatz von Massentests. „Schulen sind sicher“, betonte Johnson mehrfach am Sonntag im Fernsehinterview. Bildung sei eine oberste Priorität seiner Regierung. Oppositionsführer Keir Starmer forderte den Premier am Sonntag per Twitter dazu auf, einen härteren landesweiten Lockdown zu verhängen. „Er muss in den nächsten 24 Stunden nationale Beschränkungen verhängen“, schrieb Starmer. Das Virus sei „außer Kontrolle“ und man dürfe keine Zeit verlieren.

19.26 Uhr: Illegale Feiern in Spanien und Frankreich: Mehrtägige illegale Technopartys enden mit großem Polizeiaufgebot

Tausende junge Menschen feiern illegale Raves in Frankreich und Spanien. Die Polizei hatte Mühe die Partys, auf denen die Corona-Regeln kaum eine Rolle spielten, aufzulösen. Die Partys fanden dabei keineswegs spontan statt, sondern waren sei Langem geplant gewesen.

19.13 Uhr: 10.315 Corona-Neuinfektionen und 312 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 139,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 329,7 und Thüringen mit 248,9. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,4.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 0,91 (Samstag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass um den Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird“.

18.52 Uhr: Neue Corona-Variante erreicht Griechenland und Zypern

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist auch in Griechenland und auf Zypern nachgewiesen worden. Sie sei in Griechenland bisher in vier Fällen entdeckt worden, berichtete der griechische Fernsehsender Antenna am Sonntagabend unter Berufung auf Athener Virologen. Zypern meldete am Sonntag, dass die Variante in bisher zwölf Fällen nachgewiesen worden sei. Gezielt geprüft worden seien die positiven Testergebnisse von Menschen, die vor Weihnachten von Großbritannien nach Zypern gereist waren, berichtete die Zeitung „Cyprus Times“.

Griechenland und Zypern befinden sich im Lockdown, der nach leichten Lockerungen über die Feiertage wieder verschärft wurde. Zypern meldete am Samstag mehr als 600 neue Infektionen binnen 24 Stunden. Im weniger stark betroffenen Griechenland lag die Zahl am Sonntag bei 390 Neuinfektionen.

18.31 Uhr: Premier-League-Clubs empört: Fußballstars ignorieren Corona-Regeln

Wegen verschärfter Corona-Regeln mussten viele Menschen in England die Feiertage in kleinem Kreis oder sogar ganz allein verbringen. Einige Premier-League-Profis hielten sich jedoch nicht daran und sorgten mit Weihnachtsfeiern und Silvesterparties für Ärger.

Premier-League-Clubs und -Trainer haben sich verärgert geäußert, weil mehrere Fußball-Profis zwischen den Jahren gegen die in England geltenden Corona-Regeln verstoßen haben. Darunter sind Spieler der Spitzenclubs Tottenham Hotspur und Manchester City. „Der Verein hat Kenntnis von einem Bruch der Corona-Regeln durch Benjamin Mendy“, teilte Man City am Sonntag mit und kündigte eine interne Untersuchung an. Auch Tottenham-Coach José Mourinho reagierte am Samstag verstimmt, nachdem drei Spurs-Profis die Vorschriften missachtet hatten.

Unter den Regelbrechern der Spurs war laut Mourinho auch Sergio Reguilon, dem der Coach nach eigener Aussage ein Weihnachtsgeschenk gemacht hatte. „Ich habe ihm das gegeben, weil mir gesagt wurde, dass er Weihnachten alleine feiern muss, und ich an ihn gedacht habe“, sagte Mourinho am Samstag. „Er war nicht allein, wie man sehen konnte, und wir als Club sind natürlich enttäuscht, weil wir die Spieler alle aufgeklärt und ihnen die Regeln vorgegeben hatten.“

Das Tottenham-Trio soll zusammen mit Manuel Lanzini von West Ham United sowie mit Freunden und Familien Weihnachten gefeiert haben. Ein Foto davon kursierte in britischen Medien. Besuche in anderen Haushalten und Treffen mit Personen aus anderen Haushalten sind wegen des Anstiegs der Corona-Infektionen in Großbritannien seit Mitte Dezember verboten. Lanzini und Spurs-Profi Erik Lamela entschuldigten sich am Wochenende auf Twitter.

17.46 Uhr: Mehr als 75.000 Corona-Tote in Italien - höchster Wert in Europa

Italien hat am Sonntag die Marke von 75.000 Corona-Toten überschritten. Mit offiziell 75.332 gemeldeten Sterbefällen seit Beginn der Pandemie zählt das Land die meisten Todesopfer in Europa, noch vor Großbritannien. Weltweit belegt Italien den fünften Platz in der Statistik der in Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbenen - nach den USA, Brasilien, Indien und Mexiko. Auch mit der Zahl der Toten pro eine Million Einwohner nimmt Italien weltweit einen der vorderen Ränge ein. Hingegen liegt das Land bei den bisher registrierten Fällen pro Million Einwohner an 35. Stelle, deutlich etwa hinter der Schweiz und Österreich. Am Sonntag meldeten italienische Behörden 14.245 Neuinfektionen und 347 Sterbefälle in Zusammenhang mit Covid-19. Insgesamt verzeichnete das Land seit dem vergangenen Frühjahr über 2,15 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus.

17.20 Uhr: Lehrerverband verlangt klaren Stufenplan für Schulbetrieb in der Pandemie

Der Deutsche Lehrerverband fordert eine bundeseinheitliche Regelung für den Schulbetrieb in der Corona-Pandemie. Die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), die brandenburgische Ressortchefin Britta Ernst (SPD), müsse "endlich einen bundesweit gültigen Hygienestufenplan für Schulen" in Kraft setzen, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger am Sonntag dem Portal "ntv.de". Die KMK will am Montag über das weitere Vorgehen beraten. 

"Es gibt kein Bundesland, das man als leuchtendes Vorbild beim Umgang mit der Pandemie an Schulen hinstellen könnte", urteilte Meidinger. Alle Schulministerien hätten zu Beginn des Schuljahres einen großen Fehler gemacht: "Sie haben sich ausschließlich auf das Szenario des Präsenzunterrichts konzentriert und den Eindruck erweckt, dass es keinen neuerlichen Lockdown mit Auswirkungen auf die Schulen geben werde."

Gleichzeitig sei versäumt worden, die Schulen ausreichend auf Digitalunterricht und eine neue Phase des Distanzlernens vorzubereiten. "Die Kultusministerinnen und -minister haben schlicht ihre Hausaufgaben im Sommer und Herbst nicht ordentlich erledigt", kritisierte der Lehrerpräsident.

Der Stufenplan müsse klar regeln, wie der Schulbetrieb abhängig vom Inzidenzgeschehen zu organisieren sei, verlangte Meidinger. "Dabei könnte man sich dabei auf eindeutige Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts stützen, das dafür präzise Richtwerte vorgegeben hat." Das Institut empfiehlt beispielsweise bei einer Sieben-Tages-Inzidenz über 50 in einer Region eine Verkleinerung der Klassen und das Tragen von Masken auch im Klassenraum.

Präsenzunterricht sei auch durch den besten digitalen Fernunterricht nicht zu ersetzen, sagte Meidinger weiter. "Aber das heißt noch lange nicht, dass es verantwortbar ist, Kitas und Grundschulen ohne Rücksicht auf Inzidenzwerte im Januar wieder im vollen Präsenzbetrieb zu öffnen, also ohne Abstandsregelungen."

16.51 Uhr: 1023 neue Corona-Infektionen im Südwesten - 22 weitere Todesfälle

Im Südwesten sind am Sonntag 1023 neue Infektionsfälle gemeldet worden (Stand: 14.00 Uhr). Das teilte das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mit. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, stieg um 22. Die Gesamtzahlen liegen damit bei 244.915 Infektionen und 4946 Toten. Dass weniger Neuinfektionen gemeldet wurden als jeweils an den Vortagen, kann unter anderem an weniger Tests und Daten-Übermittlungen rund um Silvester und Neujahr liegen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag landesweit bei 128,8 und ist damit leicht gestiegen. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in einer Region sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus angesteckt haben. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Der Großteil der Kreise weist eine Inzidenz zwischen 100 und 200 auf. Am höchsten war die Inzidenz im Stadtkreis Pforzheim mit 240,6.

630 Patienten sind im Südwesten nach Daten des Divi-Intensivregisters in intensivmedizinischer Behandlung, wie die Behörde weiter mitteilte. 370 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 86 Prozent der 2397 derzeit betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

16.23 Uhr: Spahn hofft auf schnelle Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt zur Lösung der Probleme bei den Corona-Impfungen auf eine schnelle Zulassung des Impfstoffs des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca. Dabei strebt er aber keinen deutschen Alleingang an. „Ideal wäre eine zügige europäische Zulassung“, sagte Spahn der „Rheinischen Post“. Der Impfstoff, der in Großbritannien bereits zugelassen ist, wird derzeit von den europäischen Zulassungsbehörden geprüft. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der Impfstoff von Biontech, kann aber mit weniger Aufwand gelagert werden und ist deutlich günstiger.

Die Kritik an der deutschen Impfstrategie hält Spahn für ungerechtfertigt. „Wir haben ausreichend Impfstoff für Deutschland und die EU bestellt“, betonte er. „Das Problem ist nicht die bestellte Menge. Das Problem ist die geringe Produktionskapazität zu Beginn – bei weltweit extrem hoher Nachfrage.“ Das sei aber von Anfang an klar gewesen.

Beim Tempo der Impfungen sieht er auch die Länder in der Pflicht. „Bei einigen läuft die Impfkampagne schneller an als bei anderen“, sagte Spahn. „Dass es keine bundeseinheitliche, sondern diese unterschiedliche Herangehensweise gibt, war eine sehr bewusste Entscheidung der Länder. Nun muss diese Entscheidung gemeinsam bestmöglich umgesetzt werden.“

15.17 Uhr: Montgomery für Lockdown-Verlängerung bis Anfang Februar

Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine Verlängerung des harten Lockdowns bis in den Februar hinein. "Wir sind von den Infektionszahlen her noch weit von Lockerungen entfernt", sagte er der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Deswegen wäre es am klügsten, jetzt den Menschen reinen Wein einzuschenken und gleich die vollen vier Wochen des Infektionsschutzgesetzes zu nutzen."

Womöglich sei allerdings noch eine weitere Verlängerung nötig, machte Montgomery deutlich: Er sei "überhaupt nicht sicher, dass dann Schluss ist".

14.31 Uhr: Zehntausende suchen Abwechslung in bayerischen Alpen

Zehntausende Menschen haben am Wochenende nach Neujahr in den bayerischen Bergen Abwechslung von der Lockdown-Tristesse gesucht. Obwohl der Ansturm vielerorts nicht übermäßig war, kam es an einigen Orten erneut zu Überfüllungen. "Der Ansturm ist enorm", sagte etwa der Bürgermeister von Schliersee, Franz Schnitzenbaumer (CSU). Hunderte Schlittenfahrer tummelten sich selbst auf kleinen Hügeln und die Skipisten bevölkerten Tourengeher. Im Großraum München lebten drei Millionen Menschen, die alle nicht in den Urlaub fahren dürften. Das sei nun in Bayern zu spüren.

Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee sagte, die Parkplätze seien teilweise überfüllt. "Es ist genauso voll, als wenn Skibetrieb wäre", sagte er. Viele nutzten die Eisfläche des zugefrorenen Spitzingsees zum Langlaufen oder Schlittschuhlaufen.

Allerdings führte das vergleichsweise schlechte Wetter am Wochenende und der Schneefall in den Mittelgebirgen zu einer gewissen Entspannung in den bayerischen Alpen. Viele Ausflügler entschlossen sich auch zu einer Fahrt etwa ins Fichtelgebirge oder in den Frankenwald statt in die Alpen.

13.15 Uhr: Robert Koch-Institut: Nun mehr als 238.000 Impfungen erfasst

Bis Sonntagmorgen (Stand 08.00 Uhr) wurden insgesamt 238.809 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl dort erfasster Geimpfter um 40.665, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 103.894 Bewohner von Pflegeheimen. 107.019 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 56.197 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die meisten Impfungen wurden vom RKI bisher für Bayern erfasst (57.833), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (48.691) und Hessen (30.085). Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1837) und Brandenburg (3219) gemeldet. Den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung gibt das RKI zu Beginn der Impfkampagne nicht an.

Die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegenden Werte können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen zum Impfgeschehen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

11.48 Uhr: Die Corona-Krise wird nach Ansicht von Fachleuten die deutsche Unternehmenslandschaft weitreichend verändern

Die Corona-Krise wird nach Ansicht von Fachleuten die deutsche Unternehmenslandschaft weitreichend verändern. Die Frage sei nicht, "ob eine Welle an Unternehmensinsolvenzen kommen wird, sondern wann", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, rechnet mit einer hohen Zahl von Übernahmen und Fusionen.

"Die zweite Welle wird härter", sagte DIW-Chef Fratzscher mit Blick auf die Lage in der Corona-Pandemie. "Je länger es dauert, desto mehr Unternehmen kommen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, desto mehr werden pleite gehen." 

Es drohe eine Welle von Unternehmenspleiten, gekoppelt mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, sagte Fratzscher. Dennoch sei es richtig, den Lockdown zu verlängern. Auch für die Wirtschaft müsse es oberste Priorität haben, dass die zweite Infektionswelle möglichst schnell begrenzt werde: "Wirtschaftliche Lockerungen jetzt mögen kurzfristig manchen nutzen, langfristig würden sie jedoch allen schaden."

10.34 Uhr: Eine Woche nach Corona-Impfstart – Wo es ruckelt und warum

Seit einer Woche wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte schon vor dem Start geahnt: „Es wird an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln.“ Der CDU-Politiker sollte recht behalten. Vielen geht das Impfen zu langsam, andere Länder kommen schneller voran.

Die Älteren, die als erste geimpft werden sollen, fragen sich, wie sie an den wichtigen Piks kommen. Die Opposition wirft der Bundesregierung zum Start des Wahljahrs vor, bei der Vorbereitung versagt zu haben. Und auch die EU-Kommission kriegt reichlich Schelte. Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Impfstoff-Lage.

9.46 Uhr: 10.315 Corona-Neuinfektionen und 312 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 139,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 329,7 und Thüringen mit 248,9. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.765.666 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 03.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.272. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.381.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,95. Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, "so dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird".

8.21 Uhr: Neuer Rekord der Corona-Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen Höchstwert erreicht: Innerhalb eines Tages wurden nach Angaben der Johns Hopkins-Universität bis Samstag mehr als 277.000 neue Fälle gemeldet, so viele wie noch nie. Insgesamt infizierten sich bislang bereits fast 20,4 Millionen US-Bürger mit dem Coronavirus, die Zahl der Todesopfer liegt bei fast 350.000.

Die USA sind das am schwersten vom Coronavirus betroffenen Land weltweit. Top- Virologe Anthony Fauci hatte kurz vor dem Jahresende gewarnt, das Schlimmste könne dem Land noch bevorstehen, da der Reiseverkehr rund um Weihnachten und Silvester die Verbreitung des Virus vermutlich weiter angetrieben haben dürfte.

Das Impfprogramm in den USA leidet derweil unter logistischen Problemen. Bisher erhielten gut 4,2 Millionen US-Bürger eine erste Impfdosis, weit weniger als die vom scheidenden Präsidenten Donald Trump bis Ende 2020 versprochenen 20 Millionen.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 2. Januar: 

21.04 Uhr: Bundesländer plädieren für Verlängerung des Lockdowns

Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben sich die Bundesländer einem Bericht zufolge auf eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus verständigt. Die Chefs der Staatskanzleien seien sich in einer Telefonschalte am Samstag allerdings nicht einig darüber gewesen, ob dies zunächst für zwei oder drei Wochen beschlossen werden sollte, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) unter Berufung auf Teilnehmer des Gesprächs.

Vor allem besonders stark von der Corona-Pandemie betroffene Länder wie Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen oder Thüringen plädierten demnach für die längere Frist bis zum 31. Januar. Bremen, Hamburg und Hessen hätten sich hingegen dafür ausgesprochen, die Maßnahmen zunächst für zwei Wochen zu verlängern. Der Bund unterstütze die vorsichtige Seite, hieß es in dem Bericht.

Auch im Hinblick auf die Öffnung von Schulen und Kindergärten herrsche keine Einigkeit unter den Ländern. Die stark betroffenen Länder wollen sie laut "FAS" weiter geschlossen halten, während die weniger stark betroffenen Länder überlegen, Kindergärten und Schulen bis zur siebten Klasse ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. In höheren Klassen solle dann Wechsel- oder Distanzunterricht stattfinden. 

20.11 Uhr: Spahn weist Kritik an Impfstrategie der Bundesregierung zurück

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Kritik an der Corona-Impfkampagne in Deutschland zurückgewiesen. "Es läuft genauso, wie es geplant war", sagte Spahn am Samstag in der Nachrichtensendung "RTL Aktuell". 1,3 Millionen Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs seien bis Ende 2020 an die Bundesländer ausgeliefert worden. Bis Ende Januar werde sich diese Zahl auf insgesamt vier Millionen erhöhen. 

Das seien genau die Mengen, die er seit Wochen angekündigt habe, "mit dem Hinweis, dass es am Anfang knapp sein würde und wir deshalb priorisieren müssen", sagte Spahn. 

Das Impfen funktioniere "alles in allem auch gut". Es sei in den Pflegeeinrichtungen und Impfzentren gut vorbereitet worden. "Dass es natürlich schöner wäre, mehr Impfstoff zu haben, das steht außer Frage und genau darum bemühen wir uns", fügte der Minister hinzu. Die Bundesregierung spreche mit Biontech und dem Land Hessen darüber, wie schon im Februar in Marburg eine zusätzliche Produktionsstätte geschaffen werden könne. 

Spahn gab das Ziel aus, bis Ende Januar alle Pflegeheimbewohner in Deutschland zu impfen. Es mache einen "entscheidenden Unterschied im Pandemieverlauf", wenn dies gelinge. Das Vorgehen der Bundesregierung bei der Beschaffung und Verteilung des Corona-Impfstoffes stieß zuletzt auf wachsende Kritik. Politiker aus Opposition und SPD äußerten sich am Samstag unzufrieden und beklagten einen schleppenden Start der Impfungen.

19.24 Uhr: Polizei löst illegale Silvesterparty mit 300 Gästen bei Barcelona auf

Die katalanische Polizei hat am Samstag eine 40 Stunden andauernde illegale Silvesterparty bei Barcelona mit etwa 300 Teilnehmern aufgelöst. Gegen die Organisatoren und die Gäste der Feier werde nun ermittelt, teilte die Polizei am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Die Party fand ohne Rücksicht auf die geltenden Corona-Auflagen in einer verlassenen Lagerhalle 30 Kilometer nordöstlich von Barcelona.

Die drei bereits festgenommenen Organisatoren der Feier müssen nach Polizeiangaben mit Strafen von bis zu 600.000 Euro rechnen. Den Partygästen drohen demnach Geldstrafen von mindestens 3000 Euro. 

Die Feier hatte am Silvesterabend in der kleinen katalanischen Stadt Llinars del Vallès begonnen. Laut Medienberichten kamen viele der Partygäste aus dem Ausland. Die Polizei kommentierte diese Berichte zunächst nicht. 

Videos der Party, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen, zeigen große Gruppen von Menschen, die ohne Abstand und ohne Masken in der Lagerhalle tanzen. Vor der Tanzfläche war ein riesiger Schädel aufgebaut, der eine Weihnachtsmann-Mütze trug. 

Beim Eintreffen der Polizei, die auch einen Hubschrauber einsetzte, kam es zu einem Handgemenge. Auf die Frage, warum die Polizei die Party erst gegen Samstagmittag aufgelöst habe, sagten Polizeibeamte lokalen Medien, dass es sich um eine komplexe Operation gehandelt habe. Sie hätten erst eingegriffen, als sie sich in der Lage sahen, die Sicherheit der Beamten und der Partygäste zu gewährleisten.

18.41 Uhr: 12.690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle gemeldet

Am ersten Tag des neuen Jahres haben die deutschen Gesundheitsämter 12.690 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche, also am ersten Weihnachtsfeiertag, waren 14.455 Corona-Neuinfektionen und 240 Todesfälle registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 141,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Freitag, dem Neujahrstag, Sachsen mit 341,2 und Thüringen mit 244,7. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 74,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.755.351 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 02.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33 960. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.368.100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,95 (Donnerstag: 0,80). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert detektiert, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird“.

17.03 Uhr: 1163 neue Corona-Infektionen im Südwesten - 31 weitere Tote

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuninfektionen im Südwesten ist leicht rückläufig. So wurden am Samstag 1163 neue Fälle verzeichnet, nach 1857 am Vortag, wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart am Samstag (Stand: 14.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus gestorben sind, stieg um 31. Die Gesamtzahlen liegen damit bei 243 892 Infektionen und 4924 Toten. Dass der Wert der gemeldeten Neuinfektionen kleiner ist als an den Vortagen, kann unter anderem an weniger Tests und Daten-Übermittlungen rund um Silvester und Neujahr liegen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 128,5 und ist damit leicht gesunken. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Einwohner in einer Region sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus angesteckt haben. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Am höchsten war die Inzidenz im Landkreis Pforzheim (223,9) und Stadtkreis Heilbronn (223,6). Den niedrigsten Wert verzeichnete der Landkreis Heidenheim mit 81,3.

632 Patienten sind nach Daten des Divi-Intensivregisters in intensivmedizinischer Behandlung, wie die Behörde weiter mitteilte. 376 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 84 Prozent der 2394 derzeit betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

16.06 Uhr: Lauterbach kritisiert Vorschlag zu Schulöffnungen im Südwesten

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den Vorschlag, die Schulen in Baden-Württemberg ab dem 11. Januar wieder zu öffnen, scharf kritisiert. Sollte Unterricht wieder in den Schulen stattfinden, wäre die gesamte Arbeit der vergangenen Wochen umsonst gewesen, sagte Lauterbach am Samstag dem Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden. Er richtete sich damit gegen den Vorschlag von Kultusministerin Susanne Eisenmann. Die CDU-Politikerin hatte gefordert, Kindergärten und Grundschulen unabhängig von den Infektionszahlen schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen - und dies auch dann, wenn der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert werden sollte.

„Mit der Einstellung hätten wir uns das alles hier sparen können“, sagte Lauterbach dem SWR. Für den SPD-Gesundheitsexperten wäre die Rückkehr zu Präsenzunterricht etwa mit Blick auf das medizinische Personal auf Intensivstationen unverantwortlich. Den Menschen, die dort arbeiteten, könne man eine solche Haltung nicht vermitteln. Stattdessen schlug Lauterbach vor, den Präsenzunterricht ab der Mittelstufe für längere Zeit auszusetzen. Dafür sollten zur Not die Sommerferien verkürzt werden. Über Lockerungen könne man einzig bei Kitas und Grundschulen diskutieren.

Ministerin Eisenmann hatte ihre Forderung nach baldigen Schulöffnungen zuletzt nochmals bekräftigt. Neben der SPD gab es auch Kritik von der Bildungsgewerkschaft GEW. Deren Chefin Marlies Tepe hatte gefordert, schnell Klarheit zu schaffen. Kitas, Schulen und Unis bräuchten Zeit, um sich vorzubereiten. Die GEW-Chefin sprach sich zudem für Wechselunterricht in kleinen Gruppen aus.

15.17 Uhr Laschet gegen Nachteile für Nicht-Geimpfte

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lehnt Vorrechte für Geimpfte in der Corona-Pandemie ab. Das gelte auch für Menschen, die einsame Angehörige in Krankenhäusern oder Altenheimen besuchen wollten, sagte Laschet der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). „Es darf keinen Druck zum Impfen geben. Das ist der übergeordnete Satz.“

Die Einsamkeit in Heimen und Krankenhäusern sei zwar eine „sehr ernste Frage“. Aber es dürfe „kein Druck auf Menschen ausgeübt werden, sich impfen zu lassen“. Er sei „gegen eine Impfpflicht“, und deshalb auch „gegen Maßnahmen, die den Eindruck erwecken, der Staat erzwinge das Impfen“. Es gebe „andere Möglichkeiten, Zugang zu schaffen, als über die Impfung“, zum Beispiel mehr Schnelltests und ausreichend FFP2-Masken. „Und wenn es irgendwann wirklich nicht reicht, müssen wir neu nachdenken“, sagte Laschet.

Die reichen Ländern der Erde müssten mehr Geld für den Kampf gegen Corona in ärmeren Regionen bereitstellen, forderte der Politiker. „Ich bin gegen jede Form von Impfstoffnationalismus.“ Es sei gelungen, das neue Vakzin gegen Covid-19 in der EU gerecht zu verteilen, „und jetzt dürfen wir den globalen Süden nicht vergessen“.

Europa und Amerika stünden hier in einem „Systemwettbewerb mit China“, das der Pandemie mit rigoroser Überwachung beikommen wolle. „Wir müssen deshalb zeigen, dass auch wir Pandemien bekämpfen können - mit unseren Mitteln und im Einklang mit unseren Werten“, sagte Laschet. Der Westen müsse zeigen, dass er seine eigene Bevölkerung schnell impfen „und trotzdem auch für arme Länder Kapazitäten bereithalten“ könne. Eine Pandemie könne weltweit Billionen-Schäden verursachen. Insofern sei hier jeder Euro gut investiert.

14.34 Uhr: Strafen und Empörung nach illegaler Massenparty in Frankreich

Eine riesige Party mit Tausenden Gästen, wenig Abstand und kaum Masken: Trotz der Corona-Pandemie haben in Frankreichs Nordwesten etwa 2500 Menschen illegal Silvester gefeiert und die Ordnungskräfte gut anderthalb Tage in Atem gehalten. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin schrieb am Samstag auf Twitter von harten Sanktionen, die der Rave nach sich ziehen soll.

Der Präfektur Ille-et-Vilaine zufolge wurden fünf Menschen festgenommen und 1200 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. Sie seien vor allem für Verstöße gegen die Maskenpflicht und die nächtliche Ausgangssperre sowie die illegale Teilnahme an einer Versammlung erteilt worden. Innenminister Darmanin teilte mit, dass in dem Fall erste Untersuchungen laufen.

Bereits am frühen Donnerstagabend waren südlich der bretonischen Stadt Rennes mehr und mehr junge Leute auf einem Gewerbegelände zusammengekommen. Auch Gäste aus anderen französischen Départements und sogar aus dem Ausland zog es der Präfektur zufolge zu dem stillgelegten Hangar in Lieuron. Ordnungskräfte versuchten demnach, die Party zu stoppen, und sahen sich der Gewalt einiger Feiernder gegenüber. Drei Gendarme wurden bei dem Einsatz verletzt.

Stundenlang waren die Ordnungskräfte auf dem Gelände im Einsatz. Sie sicherten die Umgebung ab und verteilten Desinfektionsmittel und Masken. Noch vor Mitternacht wurde der Zugang zu der Party gestoppt, wie Innenminister Darmanin schrieb. Die Abfahrt von Autos sei kontrolliert, die Verwarnungen systematisch ausgesprochen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, hatten aber auch am Freitagabend noch immer etliche Menschen auf dem Rave gefeiert.

Erst am Samstagmorgen fand die illegale Party dann ein Ende. Wie französische Medien berichteten, wurde der Ton am frühen Morgen gekappt, die Anlage abgebaut. Am Vormittag teilte die nationale Gendarmerie dann auf Twitter mit, dass die Fete zu Ende gegangen war. Laut Präfektur war das Gelände gegen 10 Uhr unter Kontrolle der Einsatzkräfte. 

In der angespannten Gesundheitssituation sorgte die illegale Massenparty für Empörung, aber auch für Sorgen vor zahlreichen neuen Ansteckungen mit dem Coronavirus. 

13.40 Uhr: Bundesweite Lockdown-Verlängerung wird von Ärztevertretern gefordert 

Ärztevertreter fordern mit Blick auf die Bund-Länder-Schalte am kommenden Dienstag dringend eine bundesweit einheitliche Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen: „Die Belastung durch die Versorgung der Patienten mit Covid-19 ist auch an den Feiertagen weiter angestiegen“, sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Die Kliniken hätten keine Atempause. „Das Gesundheitssystem braucht dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen ist. Anders werden wir die Lage nicht in den Griff bekommen.“

Zur Verschärfung der Situation führe, dass immer mehr Patienten auf den Intensiv- und Infektionsstationen mit immer weniger Personal versorgt werden müssten, weil sich auch Krankenhauspersonal mit dem Virus infiziere. Diese extreme Arbeitslast sei dauerhaft nicht zu schultern. Sie wünsche sich „von dem Treffen der Ministerpräsidenten in der nächsten Woche eine möglichst einheitliche Verlängerung der Kontaktbeschränkungen“, so Johna.

Die Vorsitzende des Marburger Bunds dämpfte zudem die Hoffnung auf eine rasche Entspannung durch den Start der Impfungen: „Bei allem Optimismus muss uns klar sein, dass durch die Impfung zumindest in den ersten drei Monaten des neuen Jahres kaum Entlastung für das Infektionsgeschehen zu erwarten ist.“ Angesichts der neuen hochinfektiösen Virusvariante sei das Ziel einer Inzidenz von 50 Fällen pro Woche auf 100.000 Einwohner besonders wichtig: „Wir dürfen diese Zielmarke nicht aus den Augen verlieren.“

Vorschläge, die Corona-Strategie zu ändern und nur noch Risikogruppen zu schützen, wies die Medizinerin zurück: „Die mehr als 20 Millionen Menschen in hohem Alter oder mit Vorerkrankungen lassen sich nur konsequent schützen, wenn die Übertragung des Virus in der gesamten Bevölkerung abnimmt."

12.25 Uhr: Lauterbach: Haben die schlimmsten drei Monate der Pandemie vor uns

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet zunächst noch keine Besserung der Corona-Lage. „Wir werden jetzt die schlimmsten drei Monate der gesamten Pandemie mit hohen Infektions- und Todeszahlen vor uns haben“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstag). Ab April sei aber durch eine Kombination aus besserem Wetter und mehr verfügbarem Impfstoff ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Ab wann wieder ein weitgehend normales Leben möglich ist, hängt Lauterbach zufolge von der Zulassung des Impfstoffs der Universität Oxford und des britisch-schwedischen Unternehmens Astrazeneca ab.

Der SPD-Politiker sieht deutliche Defizite bei der bisherigen Impfstrategie. Dass Europa so wenig von dem amerikanischen Impfstoff von Moderna gekauft habe, sei sehr bedauerlich. „Schon sehr früh war klar, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirkt und in Hausarztpraxen verwendet werden könnte“, sagte Lauterbach. Weil so wenig davon bestellt worden sei, werde der Moderna-Impfstoff wohl auch bei einer zeitnahen Zulassung keine Rolle spielen. Außerdem könnte man jetzt schon weiter sein, wenn Deutschland selbst oder die EU von vornherein mehr Dosen des bereits zugelassenen Impfstoffs der Mainzer Firma Biontech bestellt hätte, so Lauterbach.

11.04 Uhr: Ansturm der Wanderer: Corona treibt Menschen in den Schwarzwald

Die Corona-Pandemie hat im Schwarzwald einen Wander-Boom ausgelöst. Im Nationalpark Schwarzwald seien im Zeitraum April bis Juni 2020 rund 100 000 Gäste mehr unterwegs gewesen als im Vorjahreszeitraum, erklärte die Parkverwaltung. Das sei ein Plus von knapp 50 Prozent. An einigen Stellen wurden demnach gar doppelt bis dreimal so viele Ausflügler wie im Vorjahreszeitraum gezählt.

Die Zahlen für die Monate ab Juli seien noch nicht ausgewertet worden, aber auch für diesen Zeitraum zeichne sich ein deutliches Besucherplus ab. Basis für die Einschätzung sind Zählschranken, die seit dem Jahr 2018 im Nationalpark aufgestellt wurden.

Fest steht, dass Schnee und gutes Wetter auch zur Weihnachtszeit viele Ausflügler in die Natur zogen. Einen wahren Ansturm erlebten beliebte Ziele wie der Dobel oder der Mummelsee im Nordschwarzwald und der Kandel nahe Freiburg. Stellenweise kam es an verschiedenen Tagen zu einem Verkehrschaos, weil Parkplätze überfüllt waren. Mancherorts sperrte die Polizei die Zufahrtsstraßen, um des Andrangs Herr zu werden. Laut Offenburger Polizei sind Besuchermassen bei Schnee im Schwarzwald aber nichts Ungewöhnliches - das gebe es jedes Jahr, sagte ein Sprecher.

Coronabedingt war hingegen wohl der Ansturm der Wanderer. Die Wanderführer und Wegewarte der Region hätten bemerkt, dass 2020 viel mehr Menschen unterwegs gewesen seien als zuvor, sagte ein Sprecher des Schwarzwaldvereins.

Der Andrang hatte laut Nationalparkverwaltung aber auch negative Folgen. „Das Ranger-Team musste häufig wilde Camper ermahnen und größere Gesellschaften auflösen“, hieß es. „Auf den Parkplätzen im Nationalpark standen die Wohnmobile teilweise dicht an dicht.“ Wie die Tierwelt die vielen Besucher verkraftet habe, sei noch nicht klar.

Störungen durch Menschen abseits der Wege seien besonders in den kalten Monaten gefährlich für die Tiere, da sie in dieser Zeit von ihren Energiereserven zehren müssten. Im Frühjahr seien viele Tiere anfällig für Störungen, weil sie mit Brüten oder der Aufzucht ihrer Jungen beschäftigt seien.

9.35 Uhr: Warnungen vor Corona-Lockerungen - mit einer Ausnahme

Mediziner und Wirtschaftsexperten fordern eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen über den 10. Januar hinaus - und doch gibt es auch unter den Vorsichtigen Stimmen, die begrenzte Lockerungen unter Umständen für möglich halten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der zu den strikten Lockdown-Befürwortern zählt, befürwortet unter bestimmten Bedingungen eine Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen ab der zweiten Januarhälfte. „Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten. Oder der Präsenzunterricht ganz ausgesetzt wird“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag).

Eine generelle Öffnung der Schulen lehnt er jedoch ab. Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder ab zwölf Jahren genauso ansteckend seien wie Erwachsene. Es bestünde dann die Gefahr, dass der angestrebte Wert von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche trotz des Lockdowns nicht erreicht werde. „Daher wäre das ein großer Fehler“, sagte er. Unter diesem Wert gilt die Pandemie als beherrschbar. Derzeit liegt er im bundesweiten Schnitt über 140.

Generell warnen Wissenschaftler vor weitgehenden Lockerungen des seit 14. Dezember geltenden sogenannten Lockdowns mit strikten Kontaktbegrenzungen und weitgehenden Schließungen von Geschäften, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie und Hotellerie.

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, hält die Zielmarke sogar für zu lasch. „Wir Intensivmediziner raten dringend dazu, bis zu einem Inzidenzwert von unter 25 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner und Woche keine Lockerungen in Aussicht zu stellen“, sagte er der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). „Wir werden erst Ende kommender Woche in den Krankenhäusern sehen, wie stark Weihnachten zur Verbreitung von Covid-19 beigetragen hat. Die Effekte von Silvester dann noch deutlich später.“ Mit einer Entspannung auf den Intensivstationen rechnet er erst im Sommer.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, wünscht sich „eine möglichst einheitliche Verlängerung der Kontaktbeschränkungen“, wie sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte. „Das Gesundheitssystem braucht dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen ist.“

Die Ärzte-Gewerkschafterin Johna dämpfte zudem die Hoffnung auf eine rasche Entspannung durch den Start der Impfungen. „Bei allem Optimismus muss uns klar sein, dass durch die Impfung zumindest in den ersten drei Monaten des neuen Jahres kaum Entlastung für das Infektionsgeschehen zu erwarten ist.“

8.11 Uhr: 12 690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle gemeldet

Am ersten Tag des neuen Jahres haben die deutschen Gesundheitsämter 12 690 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche, also am ersten Weihnachtsfeiertag, waren 14 455 Corona-Neuinfektionen und 240 Todesfälle registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 141,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Freitag, dem Neujahrstag, Sachsen mit 341,2 und Thüringen mit 244,7. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 74,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 755 351 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 02.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33 960. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 368 100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem gegebenenfalls unterschätzt wird“.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 1. Januar:

21.55 Uhr: Biontech will mehr Corona-Impfstoff an die Europäische Union liefern

Während die Diskussion über etwaige Lockerungen der Corona-Beschränkungen nach dem 10. Januar weitergeht, will der Mainzer Hersteller Biontech mehr Impfstoff als geplant an die EU liefern. Das Unternehmen befinde sich „in fortgeschrittenen Diskussionen, ob und wie wir weitere Impfstoffdosen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können“, teilte Unternehmenschef Ugur Sahin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Hintergrund sind Klagen über die Knappheit von Impfstoff in Deutschland und anderen EU-Staaten.

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, stellte sich hinter Forderungen, zumindest die Schulen „so schnell wie möglich“ zu öffnen. „Es ist ja auch der politische Wille aller Beteiligten, je nach Inzidenzlage in diese Richtung zu gehen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe weiter. Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte allerdings verlangt, nach Ende der bisherigen Lockdown-Frist ab 11. Januar die Präsenz in Kitas und Grundschulen „unabhängig von den Inzidenzzahlen“ wieder herzustellen.

20.43 Uhr: Mehr als 20 Millionen Corona-Fälle in den USA

Die USA haben am ersten Tag des Neuen Jahres die Schwelle von 20 Millionen Corona-Infektionen überschritten. Wie die Johns Hopkins Universität am Freitag errechnete, überstieg die Gesamtzahl der Corona-Fälle in dem Land um 7.149 die 20-Millionen-Marke. Insgesamt wurden demnach 346.408 Todesfälle infolge einer Corona-Infektion gezählt. Damit sind in den USA mit Abstand die meisten Corona-Infektionen und Todesfälle weltweit registriert.

Die Zahl der Neuinfektionen hat sich in den USA in den vergangenen Wochen massiv beschleunigt, was unter anderem auf die Familienfeiern und Reisen zu Thanksgiving Ende November sowie die Feiern zu Weihnachten zurückgeführt wird. 

19.31 Uhr: Polizei: Keine Probleme mit Winter-Ausflüglern

Anders als am langen Wochenende um Weihnachten haben Winter-Ausflügler an Neujahr nach Polizeiangaben zu keinen größeren Problemen geführt. „Das liegt wahrscheinlich auch am Wetter“, sagte ein Sprecher des Reutlinger Präsidiums. Der Schnee schmelze, es sei eher nass und feucht. Im Zuständigkeitsbereich der Pforzheimer Kollegen sei alles entspannt, sagte ein Sprecher dort. Hier war vor einer Woche vor allem die Gemeinde Dobel (Landkreis Calw) schier überrannt worden.

Auch das Präsidium in Offenburg, in dessen Bezirk das beliebte Ausflugsziel Mummelsee und die Schwarzwaldhochstraße liegen, vermeldete keine Vorkommnisse. Rund um Weihnachten hatten unzählige Tagesausflügler vor allem im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb für chaotische Zustände gesorgt.

Straßen und damit auch Rettungswege waren dicht, freie Flächen zugeparkt. Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie wie Mindestabstände wurden häufig ignoriert. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium hatte daher an die Menschen appelliert, auf Tagesausflüge zu verzichten und die Regeln nicht auszureizen.

18 Uhr: Biontech will mehr Impfstoff an die Europäische Union liefern

Der Mainzer Hersteller Biontech will mehr Impfstoff als geplant an die Europäische Union liefern. Das Unternehmen befinde sich „in fortgeschrittenen Diskussionen, ob und wie wir weitere Impfstoffdosen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können“, teilte Unternehmenschef Ugur Sahin nun mit.

„Aufgrund der aktuell hohen Infektionszahlen ist eine zügige Impfstoffversorgung besonders wichtig“, fügte Sahin hinzu. „Wir arbeiten mit der EU zusammen, um unsere Produktionskapazitäten weiter auszubauen und zusätzliche Impfstoffdosen bereitstellen zu können.“ Er verwies darauf, dass diese Woche mit der EU-Kommission vereinbart worden sei, weitere 100 Millionen Impfstoffdosen zu liefern. Dabei wurde eine im EU-Rahmenvertrag ohnehin vereinbarte Option gezogen: Fest bestellt waren zunächst 200 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs mit der Möglichkeit zum Kauf von 100 Millionen weiteren Einheiten.

Diese Erweiterung wurde vor einigen Tagen vertraglich vereinbart, nachdem die EU-Staaten entsprechenden Bedarf angemeldet hatten. Wie schnell nun ein Vertrag zu darüber hinausgehenden Lieferungen zustande kommen könnte und um welche Mengen es geht, wollte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage noch nicht sagen.

17 Uhr: 1857 neue Corona-Infektionen im Südwesten, 54 weitere Todesfälle

Die Corona-Lage in Baden-Württemberg bleibt auch im neuen Jahr angespannt. Heute meldete das Landesgesundheitsamt in Stuttgart 1857 neue bestätigte Fälle und 54 weitere Tote, die mit oder an dem Virus gestorben sind. Die Gesamtzahlen liegen damit bei 242.729 Infektionen und 4893 Toten. Dass der Wert der gemeldeten Neuinfektionen kleiner ist als an den Vortagen, kann unter anderem an weniger Tests und Daten-Übermittlungen rund um Silvester und Neujahr liegen.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 130,8 und ist damit im Vergleich zum Donnerstag leicht gestiegen (129,4). Die Zahl gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in einer Region sich binnen einer Woche mit dem Coronavirus angesteckt haben. Alle 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Am höchsten war die Inzidenz mit 223,6 im Landkreis Calw, am niedrigsten mit 77,6 im Landkreis Heidenheim.

16.16 Uhr: Robert Koch-Institut: Nun mehr als 160.000 Impfungen

Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Freitagmittag wurden insgesamt 165.575 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet.

Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 31.846, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI. Unter den Geimpften sind 71.590 Bewohner von Pflegeheimen.

77.253 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 39.214 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Die meisten Impfungen wurden bisher in Bayern erfasst (37.955), gefolgt von 24.924 in Nordrhein-Westfalen und 21.373 in Hessen. Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1741) und Hamburg (2759) erfasst. Den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung gibt das RKI zu Beginn der Impfkampagne nicht an.

15 Uhr: Elternvertretung fordert Wiedereröffnung der Kitas

Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg sollen nach dem Willen der Elternvertreter ab dem 11. Januar zum Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen zurückkehren. Dazu gehörten etwa Hygienekonzepte, das Beobachten der Fallzahlen und die Schließung von Kitas bei Corona-Ausbrüchen, teilte die Landeselternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen (LEBK-BW) zum Jahreswechsel mit.

Die Schließungen der Kitas hätten nicht den gewünschten Effekt beim Verringern der Infektionszahlen gebracht. Zudem scheinen Kinder Studien zufolge keine „Infektionstreiber“ zu sein, wie es hieß. Vielmehr betonte die LEBK-BW die Rechte von Kindern auf Bildung und soziale Teilhabe.

„Kinder brauchen zu ihrer Entwicklung geregelte und verlässliche Strukturen“, hieß es in der Mitteilung weiter. „Wir verfolgen mit Sorge, dass die Diskussion um die Wiedereröffnung der Kitas unter Pandemiebedingungen als Wahlkampfthema undifferenziert und einseitig geführt wird.“

14.19 Uhr: DIW-Präsident rechnet nicht mit schneller wirtschaftlicher Erholung

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt vor zu hohen Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr. „Viele Wirtschaftsprognosen sind zurzeit vom Wunschdenken eines schnellen Endes der Pandemie und einer umgehenden wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 geprägt“, schrieb Fratzscher. „Dies dürfte sich als Illusion erweisen.“ Zu viele Dinge könnten schiefgehen im kommenden Jahr, mahnte Fratzscher. „Die Erholung würde dann schwieriger werden und länger dauern, als es sich viele derzeit vorstellen können.“

13.25 Uhr: 2750 Verstöße gegen Corona-Verordnung an Silvester im Südwesten

Die Polizei hat in Baden-Württemberg in der Silvesternacht mehr als 2750 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Davon waren unter anderem 1300 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen nach 20.00 Uhr, rund 550 Verstöße gegen die Maskenpflicht und 250 Verstöße gegen die Abstandsregeln.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) zog dennoch eine positive Bilanz: „Die Bevölkerung hat in der Silvesternacht die Regeln, die für den Infektionsschutz unbedingt notwendig sind, ganz überwiegend eingehalten“, sagte Strobl. „Jeder einzelne Verstoß ist ein Zeichen von mangelnder Solidarität gegenüber der gesamten Gesellschaft und vor allem gegenüber denen, die sich an die Infektionsschutzmaßnahmen halten“, so Strobl.

Um die Einhaltung der Corona-Verordnung in der Silvesternacht zu überwachen, hatte die Polizei im Südwesten verstärkt Kontrollen angekündigt. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum war verboten. Auch an Silvester galten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen.

12.14 Uhr: Söder zum neuen Jahr: Corona gemeinsam überwinden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ruft die Menschen in der Corona-Krise zu Geduld, Rücksicht und Disziplin auf. „Corona ist die Bewährungsprobe unserer Generation“, sagte der CSU-Chef laut Redemanuskript in seiner Neujahrsansprache. Doch er sei sich sicher, dass es gelingen werde, die Corona-Pandemie zu überwinden - und zwar gemeinsam.

„Zum Glück machen die meisten Menschen mit“, meinte Söder. Für deren Verständnis bedanke er sich. Sein Dank gelte auch allen, die während der freien Tage rund um die Uhr arbeiteten wie die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehren, Bundeswehr und Gesundheitsämter.

Söder schwor die Menschen in seiner Ansprache auf weitere Beschränkungen angesichts der hohen Infektionszahlen ein: „Wir erleben gerade die zweite Welle. Manche prophezeien sogar schon eine dritte Welle. Und Nachrichten über mutierte Corona-Viren machen große Sorge.“

Doch die Corona-Impfung mache Hoffnung, Normalität und Freiheit Stück für Stück zurückzugewinnen. „Keine Sorge, es gibt keine allgemeine Impfpflicht, aber Impfen ist ein Gebot der Vernunft“, betonte Söder.

Die Menschen könnten darauf vertrauen, dass der Impfstoff sicher sei. Das bestätigten alle Zulassungsstellen in Europa und Deutschland. „Daher bitte nicht den Fake-News glauben, die ständig durchs Netz geistern“, sagte Söder.

Ihn empöre es, dass es immer noch Menschen gebe, die das Coronavirus ignorierten oder leugneten. „Für mich ist jeder Einzelfall ein Schicksal und jeder Todesfall ein Stich ins Herz.“

11.39 Uhr: Wegen Corona-Maßnahmen: Weniger Infektionskrankheiten in Bayern

Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben einen positiven Nebeneffekt: Sie verhindern auch die Ausbreitung anderer Infektionskrankheiten. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen gab es seit Anfang Oktober 30 Grippe-Fälle - im Vergleich zu 914 zum selben Zeitraum im Vorjahr. Die Zahl der vom Norovirus ausgelösten Darm-Infektionen lag 2020 bei fast 4000. Das sind etwa 6000 weniger als 2019.

Dieser rückläufige Trend könne mehrere Ursachen haben, sagte ein LGL-Sprecher. Dazu gehörten zum Beispiel häufiges Händewaschen, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und die geschlossenen Kitas, Schulen, Restaurants und Geschäfte. Wie sich die einzelnen Maßnahmen auf die Infektionszahlen auswirkten, könne aber nicht gesagt werden. Außerdem sei unklar, wie stark sich diese auf die Grippesaison 2020/2021 auswirken werde, denn die Grippe-Welle stehe noch bevor. Diese beginne üblicherweise zwischen Anfang Januar und Anfang Februar.

10.31 Uhr: Schäuble ruft vor Corona-Gipfel zu "ausgewogenen Entscheidungen" auf

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat vor dem anstehenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern "ausgewogene Entscheidungen" angemahnt. Bei den Corona-Maßnahmen "bleibt es zentral, dass die Exekutive die Verantwortung des Einzelnen fest im Blick hält und auf so viel Freiheit wie möglich setzt", sagte Schäuble der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Samstagsausgabe). "Es ist schier unmöglich, per Gesetz jeden Corona-Todesfall zu verhindern." 

Es sei daher seine "Grundüberzeugung", dass die Politik die Abwägung zwischen dem Schutz des Lebens und den Nachteilen der Corona-Maßnahmen "nicht komplett per Verordnung oder Gesetz auflösen kann, sondern dass die Verantwortung auch in den Händen der Ärzteschaft, von Wissenschaft und Ethikern liegt".

Mit Blick auf die Abwägung zwischen Lebensschutz und Kollateralschäden verwies der Bundestagspräsident auf Warnungen der UNO und der Welthungerhilfe vor Millionen von Unterernährung und Hungertod bedrohten Menschen. "Gesperrte Häfen, geschlossene Märkte und unterbrochene Lieferketten treffen Bauern hart. Sie können ihre Ernte nicht mehr verkaufen, und es fehlt ihnen an Dünger und Saatgut, die Nahrungsmittelpreise steigen dadurch massiv", erklärte Schäuble. "Das zeigt die komplexen Zusammenhänge: Wir können nicht um jeden Preis jedes Leben schützen, und alles andere muss dahinter zurücktreten."

8.14 Uhr: Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird. „Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten“, sagte Sahin (55) dem „Spiegel“. „Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können.“

Derzeit sehe es hinsichtlich der insgesamt verfügbaren Impfstoffe gegen Covid-19 „nicht rosig“ aus, „weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, meinte Sahin. Daher sei man mit dem US-Partner Pfizer daran, die Möglichkeit für eine erhöhte Produktion des eigenen Präparats auszuloten.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen und wird seit einigen Tagen auch verabreicht. Weitere Zulassungen für Corona-Impfstoffe gibt es in der EU bisher nicht. Die Staatengemeinschaft hat aber bereits bei mehreren Herstellern Impfstoffdosen geordert, die sich noch in der Entwicklung befinden. „Es gab die Annahme, dass noch viele andere Firmen mit Impfstoffen kommen. Offenbar herrschte der Eindruck: Wir kriegen genug, es wird alles nicht so schlimm, und wir haben das unter Kontrolle. Mich hat das gewundert“, sagte Sahin dazu.

6.24 Uhr: 22.924 Corona-Neuinfektionen und 553 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.924 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 553 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.742.661 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 01.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33 624. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.350.800 an.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 31. Dezember:

22 Uhr: Fast 2900 neue Corona-Infektionen im Südwesten – 51 Todesfälle mehr

Die Zahl neu nachgewiesener Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist binnen eines Tages um 2895 gestiegen. Am Donnerstag (Stand: 14.00 Uhr) kamen nach Angaben des Landegesundheitsamts außerdem 51 Todesfälle hinzu. Eine Infektion mit dem Coronavirus wurde bisher insgesamt 240 872 Mal im Südwesten bestätigt. 

4839 Menschen sind nach Angaben der Behörde mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Als genesen gelten laut Mitteilung 181 708 Menschen in Baden-Württemberg, 3485 mehr als am Vortag. Diese Angabe beruht auf einer Schätzung.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche ist von 132,6 am Mittwoch auf 129,4 gesunken. Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen jedoch über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 609 Erkrankte, wie die Behörde in Stuttgart weiter mitteilte. 367 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 86 Prozent der 2420 derzeit betreibbaren Intensivbetten seien belegt. Der Anteil der Infizierten über 60 Jahre an allen Fällen beträgt demnach fast ein Viertel (23 Prozent), der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 19 Jahren liegt bei 13 Prozent.

Das Gesundheitsministerium berichtete am Donnerstag zudem, dass die britische Variante des Coronavirus in zwei neuen Fällen im Südwesten nachgewiesen wurde.

21.03 Uhr: Auch am letzten Abend des Jahres Proteste wegen Corona

Einige Menschen haben am Silvesterabend in Stuttgart gegen die Corona-Politik demonstriert und dabei gegen die Auflagen verstoßen. Eine Versammlung am Karlsplatz wurde aufgelöst, weil die Teilnehmer teils die Mindestabstände nicht einhielten und die daraufhin verhängte Auflage zum Tragen von Masken ignorierten, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Auflösung habe für Unmut gesorgt, als Reaktion habe sich eine Spontanversammlung mit etwa 100 Teilnehmern gebildet. Die Beamten kontrollierten am Abend Teilnehmer, die angaben, mit einem ärztlichen Attest von der Maskenpflicht befreit zu sein. Ansonsten habe es zunächst keine größeren Vorkommnisse gegeben, so die Sprecherin.

Verschiedene Veranstalter hatten mehrere Aktionen mit je 50 bis 100 Teilnehmern in der Innenstadt angemeldet. Unter anderem sollte es um „ein Silvester ohne Corona-Maßnahmen“ und „die sterbende Gastronomie“ gehen. Die Stadt hatte die Demos erlaubt, weil die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg ausdrücklich solche Versammlungen als sogenannten triftigen Grund nennt, für den eine Ausnahme von der nächtlichen Ausgangsbeschränkung gemacht werden darf.

20.23 Uhr: Knapp eine Million Menschen in Großbritannien gegen Corona geimpft

In Großbritannien sind mittlerweile fast eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Land hatte am 8. Dezember mit einer Massenimpfung begonnen. Bis zum 27. Dezember hätten 786 000 Menschen in England, 92 188 in Schottland, 35 335 in Wales und 31 016 in Nordirland eine Dosis des Mittels der Unternehmen Biontech und Pfizer erhalten, teilte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mit.

Von diesem Montag (4.1.) an soll ein zweiter Impfstoff für Tempo sorgen. Am Mittwoch hatte die Aufsichtsbehörde dem Mittel des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca und der Universität Oxford die Freigabe erteilt. 

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen rasant gestiegen, die Behörden meldeten mehr als 50 000 neue Fälle pro Tag. Zehntausende Menschen sind bereits an oder mit Covid-19 gestorben. Fast für das ganze Land gilt ein Shutdown mit weitreichenden Ausgangs- und Reisebeschränkungen.

19 Uhr: Erster Fall von südafrikanischer Coronavirus-Variante in Frankreich

In Frankreich ist ein erster Fall der in Südafrika aufgetretenen Coronavirus-Variante registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, war die Virusvariante bei einem in Frankreich lebenden Mann nachgewiesen worden, der sich zuvor in Südafrika aufgehalten habe. Einige Tage nach seiner Rückkehr habe er Symptome gehabt und sich umgehend zu Hause isoliert. Es gebe keine Risikokontakte, der Mann sei mittlerweile genesen.

Der in Grenznähe Lebende war in der Schweiz getestet worden, wie es vom Gesundheitsministerium hieß. Untersuchungen ergaben, dass er mit der vorerst 501.V2 genannten Variante infiziert war. Um die Ausbreitung dieser Form des Coronavirus in Frankreich einzudämmen, ist ein negativer Corona-Test aus den vorangegangenen 72 Stunden bei der Einreise aus Südafrika notwendig.

Erst am Samstag war ein erster Fall einer in Großbritannien aufgetretenen Coronavirus-Variante in Frankreich nachgewiesen worden. Auch wer aus dem Vereinigten Königreich nach Frankreich reist, muss einen negativen Corona-Test vorweisen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

18.18 Uhr: Auch 2021 Corona-Hilfe für Anbieter von Busreisen im Südwesten

Anbieter von Busreisen werden auch 2021 von Baden-Württemberg finanziell unterstützt, um die Folgen der Corona-Krise besser bewältigen zu können. Dies teilten das Verkehrs- und Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. Busreisen seien aktuell nicht möglich, um die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren.

Bislang sind laut Mitteilung rund 300 Anträge für das bereits aufgelegte Hilfsprogramm eingegangen, die zum Großteil bewilligt wurden. Insgesamt wurden 40 Millionen Euro für das Programm vorgesehen. Für die Bewilligung sämtlicher vorliegender Anträge wird mit einem Volumen von rund 28 Millionen Euro gerechnet. Insofern stehe noch ein Budget von rund 12 Millionen Euro für weitere Bewilligungen zur Verfügung. Diese Restmittel wurden nun auf das Jahr 2021 übertragen.

Deutschlandweit bringt es die Bustouristik-Branche den Angaben zufolge auf einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Euro und ist direkt und indirekt mit rund 240 000 Arbeitsplätzen verbunden.

16.55 Uhr: 32 552 Corona-Neuinfektionen und 964 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32 552 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 964 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Donnerstagmorgen bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI hatte über die Weihnachtstage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern gerechnet. Die aktuell hohen Zahlen sind deshalb aus Sicht des RKI wohl auch durch Nachmeldungen bedingt. Vor einer Woche waren es 32 195 Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle binnen eines Tages. 

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen bei 139,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 326,7 und Thüringen mit 246,5 den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,1. 

Bundesweit haben bereits mehr als 130 000 Menschen in Deutschland eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Bis Donnerstagfrüh wurden insgesamt 131 626 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Unter den Geimpften sind 57 406 Bewohner von Pflegeheimen. 61 612 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen, darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Die meisten Impfungen wurden bisher in Bayern erfasst (28 206), gefolgt von 19 930 in Nordrhein-Westfalen und 15 674 in Hessen. Die in absoluten Zahlen am wenigsten Impfungen wurden bisher in Thüringen (810), Bremen (1691) und Hamburg (2040) erfasst. Den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung gibt das RKI zu Beginn der Impfkampagne nicht an.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 719 737 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 31.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33 071. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 328 200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.

15.30 Uhr: Coronavirus-Mutation erneut im Südwesten nachgewiesen

Die britische Variante des Coronavirus ist erneut in Baden-Württemberg aufgetaucht. Das Gesundheitsministerium berichtete am Donnerstag von zwei neuen Fällen, wie die Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart erfuhr. Betroffen sei ein Paar aus dem Ortenaukreis. Ein Test der Frau sei am Mittwoch positiv auf die Virus-Variante gewesen. Sie hatte sich offensichtlich bei ihrem Partner angesteckt, der im Dezember nach einer Geschäftsreise in Großbritannien erkrankt war. Da die Frau bereits vor Weihnachten auf Corona positiv getestet worden sei, seien die engen Kontaktpersonen schon wieder aus der Quarantäne entlassen worden. Die Gesundheitsbehörden hätten nun erneute Tests der engen Kontaktpersonen veranlasst, um das Risiko einer Weiterverbreitung zu minimieren.

An Heiligabend war die Virusvariante erstmals in Deutschland nachgewiesen worden - ebenfalls in Baden-Württemberg. Zwischenzeitlich tauchte die Variante B.1.1.7 auch schon bei Patienten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf. Sie ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

14.21 Uhr: Lucha fordert vom Bund Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten

Gesundheitsminister Manne Lucha fordert eine bundesweite Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. „Die derzeitige Inzidenzlage verlangt, dass wir alle Risiken, die eine Ausbreitung des Virus begünstigen, maximal minimieren“, betonte der Grünen-Politiker am Donnerstag. Dazu gehöre aus seiner Sicht eine mindestens einmalige Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten. „Ich fordere vom Bund hier eine einheitliche Lösung. Ein Flickenteppich der Bundesländer bringt uns hier nicht weiter. Wir werden die Pandemie nur gemeinsam bekämpfen.“ Der Bund müsse zu Beginn des neuen Jahres eine rechtliche Vorgabe machen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Bayern und Nordrhein-Westfalen hatten vor einer Woche eine solche Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten beschlossen. Baden-Württemberg selbst hat das bislang nicht eingeführt. Man strebe eine bundeseinheitliche Lösung an, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Sollte das nicht klappen, werde man sich um eine eigene Lösung bemühen. Mit einer Testpflicht könne man infizierte Reisende rausfischen, bevor sie in der Quarantäne Angehörige ansteckten.

12.59 Uhr: Laut RKI bislang mehr als 130.000 Impfungen in Deutschland

Mehr als 130.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Donnerstagfrüh wurden insgesamt 131.626 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 51.465, wie aus RKI-Angaben von Donnerstag hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele somit nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 57.406 Bewohner von Pflegeheimen. 61.612 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen, darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 31.250 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

12 Uhr: Wird der Lockdown verlängert? Was beim Corona-Gipfel am 5. Januar zu erwarten ist

Am 5. Januar beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber, wie es weitergehen soll. Einige Tendenzen zeichnen sich bereits ab. Fragen und Antworten zum Corona-Gipfel.

10.30 Uhr: Bund und Länder rechnen mit bis zu 1,3 Billionen Corona-Kosten 2020

Staatshilfen und andere Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Krise könnten Bund und Länder im Jahr 2020 bis zu 1,3 Billionen Euro gekostet haben. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage von Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hervor. Allerdings sind in dieser Summe auch Garantien von rund 826,5 Milliarden Euro enthalten, die Bund und Länder gewährleisten und von denen man nicht weiß, in welcher Höhe sie überhaupt greifen müssen. Auch erwartete Einnahmeausfälle durch weniger Steuern sind berücksichtigt. Für das Jahr 2021 rechnet die Bundesregierung mit weiteren Corona-Folgekosten von rund 184 Milliarden Euro, die aber auch nicht oder unvollständig in Anspruch genommene Gelder aus dem Jahr 2020 beinhalten können.

8.40 Uhr: Die Welt begeht den Jahreswechsel ohne traditionelle Silvesterfeiern

Weltweit wird in der Nacht zum Freitag das neue Jahr ohne die sonst üblichen Massenveranstaltungen und Feiern eingeläutet. In der australischen Metropole Sydney etwa findet das traditionelle Silvesterfeuerwerk am Hafen zwar statt, wegen der Corona-Pandemie jedoch ohne Zuschauer vor Ort. Auch an der Copacabana im brasilianischen Rio de Janeiro herrscht Feierverbot, die Strände sind zum Jahreswechsel gesperrt.

In Deutschland ist der Verkauf von Silvesterfeuerwerk in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie bundesweit verboten, um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen. Vielerorts sind Böller-Verbotszonen eingerichtet.

Mittwoch, 30. Dezember, 7.15 Uhr: Merkel zu Corona: „Es wird noch eine ganze Zeit an uns allen liegen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache weiter zu Zusammenhalt im Kampf gegen das Coronavirus aufgerufen und den Menschen gedankt. „Es wird noch eine ganze Zeit an uns allen liegen, wie wir durch diese Pandemie kommen“, sagte die CDU-Politikerin laut vorab verbreitetem Text in ihrer voraussichtlich letzten Neujahrsansprache als Regierungschefin. „Die neben dem Impfstoff wirksamsten Mittel haben wir selbst in der Hand, indem wir uns an die Regeln halten, jeder und jede von uns.“ Sie sei immer wieder dankbar, wie diszipliniert die allermeisten Menschen Masken trügen und sich um Abstand bemühten.

Die Kanzlerin betonte in ihrer Neujahrsansprache, die am Silvesterabend ab 20.10 Uhr in der ARD zu sehen ist, am Ende eines „atemlosen Jahres“ gelte es auch, innezuhalten und zu trauern. „Wir dürfen als Gesellschaft nicht vergessen, wie viele einen geliebten Menschen verloren haben, ohne ihm in den letzten Stunden nah sein zu können.“ Sie könne nur ahnen, wie bitter es sich für diese Menschen anfühlen müsse, wenn von einigen Unverbesserlichen das Virus bestritten und geleugnet werde. „Verschwörungstheorien sind nicht nur unwahr und gefährlich, sie sind auch zynisch und grausam diesen Menschen gegenüber.“

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 30. Dezember:

22 Uhr: Polizei kündigt verstärkte Kontrollen zu Silvester an

Um die Einhaltung der Corona-Regeln auch in der Silvesternacht zu überwachen, kündigt die Polizei im Südwesten verstärkt Kontrollen an. Das Präsidium in Konstanz kündigte an, neben dem Böllerverbot und den Ausgangsbeschränkungen auch zu kontrollieren, dass kein Alkohol in der Öffentlichkeit verkauft oder getrunken wird und sich die Menschen an die Maskenpflicht halten.

Nach Angaben des Präsidiums in Aalen werden zu Silvester zusätzliche Polizeikräfte unterwegs sein und vor allem öffentliche Plätze und beliebte Treffpunkte kontrollieren. Der Ludwigsburger Polizeipräsident Burkhard Metzger teilte ebenfalls mit, verstärkt gegen Verstöße gegen die Ausgangs- und Kontaktbeschränkung vorgehen zu wollen - im öffentlichen aber auch im privaten Raum. „Wir werden natürlich nicht anlassunabhängig durch Fenster die anwesenden Personen zählen und an den Haustüren klingeln.“ Konkreten Hinweisen auf Ansammlungen werde die Polizei aber nachgehen. 

In der Silvesternacht gibt es keine Ausnahmen von den aktuellen Corona-Regeln. Innenminister Thomas Strobl (CDU) erinnerte daran, dass die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen nach wie vor gelten und Raketen und Böller im öffentlichen Raum verboten sind. 

21 Uhr: Impftermine in Singen vorerst ausgebucht

Obwohl das Kreisimpfzentrum in Singen erst am 15. Januar seine Arbeit aufnehmen wird, sind schon jetzt alle Termine ausgebucht. Dies teilt eine Sprecherin des Landratsamtes mit. "Der Landkreis erhält ab Mitte Januar 975 Impfdosen pro Woche und ist dazu angehalten, die Hälfte des Impfstoffes zurückzulegen", heißt es in der Mitteilung.

Damit soll gewährleistet werden, dass auch jeder die nötige zweite Impfung 21 Tage später erhalten kann. "180 Impfdosen werden pro Woche im KIZ verimpft, 300 werden durch Mobile Impfteams in Pflegeheime verteilt", so die Sprecherin.

Die Impftermine sind an die verfügbare Menge des Impfstoffs angepasst. Für das KIZ in Singen seien alle zunächst möglichen Termine samt Wiederholungstermin ausgebucht. Sobald wieder freie Termine zur Verfügung stehen, ist eine Buchung über die Telefonnummer 116117 oder online über www.impfterminservice.de möglich.

20.51 Uhr: Fast 3500 neue Corona-Infektionen im Südwesten – 94 Todesfälle mehr

Die Zahl neu nachgewiesener Corona-Infektionen in Baden-Württemberg an einem Tag hat zum ersten Mal seit Heiligabend wieder die 3000er-Marke gerissen - und zwar deutlich. Am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) kamen nach Angaben des Landegesundheitsamts 3496 Fälle hinzu. Damit wurde eine Infektion mit dem Coronavirus bisher 237.977 Mal im Südwesten bestätigt. Dass die Zahlen vor allem über die Weihnachtstage und am Sonntag niedriger waren, kann auch mit weniger durchgeführten Tests zusammenhängen.

4788 Menschen sind nach Angaben der Behörde mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das seien 94 mehr gewesen als am Tag zuvor.  Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist von 141,4 am Dienstag auf 132,6 gesunken. Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen jedoch über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Am niedrigsten war die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz den Angaben nach mit 73,4 im Landkreis Sigmaringen, am höchsten mit 246,9 in der Stadt Pforzheim.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 628 Erkrankte, wie die Behörde in Stuttgart weiter mitteilte. 364 von ihnen würden künstlich beatmet. Rund 86 Prozent der 2431 derzeit betreibbaren Intensivbetten seien belegt. Der Anteil der Infizierten über 60 Jahre an allen Fällen
beträgt demnach fast ein Viertel (23 Prozent), der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Alter von 0 bis 19 Jahren betrage 13 Prozent.

 

19.41 Uhr: Schweizer Behörden sehen keinen Zusammenhang zwischen Corona-Impfung und Todesfall

Nach dem Tod einer kurz zuvor gegen das Coronavirus geimpften Person in der Schweiz sehen die Gesundheitsbehörden keine Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung. Auf Grund der Krankengeschichte und des Krankheitsverlaufs sei ein Zusammenhang zwischen dem Tod der 91-jährigen Person aus einem Pflegeheim im Kanton Luzern und der Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer „höchst unwahrscheinlich“, erklärte die Gesundheitsbehörde Swissmedic am Mittwoch.

Laut Swissmedic litt der oder die Verstorbene an mehreren schweren Vorerkrankungen. Weder die Krankengeschichte noch der akute Krankheitsverlauf legten einen direkten Zusammenhang mit der Impfung nahe. Es werde von einer natürlichen Todesursache ausgegangen.

In der Schweiz hatte die Impfkampagne gegen das Coronavirus am 23. Dezember begonnen. Bisher seien bei den Impfungen keine unbekannten Nebenwirkungen aufgetreten, betonte Swissmedic.

16.37 Uhr: Langlaufen in Baden-Württemberg erlaubt – Minister bittet um Verzicht

Trotz des zuletzt hohen Besucherandrangs an verschneiten Ausflugszielen in Baden-Württemberg bleibt Langlaufen und Skifahren in dem Bundesland erlaubt. Skihänge und Langlaufloipen dürfen auch während des Corona-Lockdowns genutzt werden - aber nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, wie ein Sprecher des Landesgesundheitsministeriums am Mittwoch auf Anfrage erklärte. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) appellierte aber dringend an die Bürger, auf Ausflüge in Tourismusgebiete zu verzichten.

„Wenn man die Bilder vom Wochenende aus dem Schwarzwald und die dortigen Menschenmassen sieht, kann man sich schon fragen, ob der Ernst der Lage wirklich von allen begriffen wurde“, erklärte er. Mit den beginnenden Impfungen gebe es Licht am Ende des Tunnels. „Wir sollten nun auch auf den letzten Metern nicht nachlassen und die Regeln nicht ausreizen.“ Gegen einen Spaziergang an der frischen Luft in der eigenen Umgebung spreche aber nichts.

16.13 Uhr: Nächste Corona-Impfstofflieferung am 8. Januar

Für die Corona-Impfungen in Deutschland soll nun doch schon in der ersten Woche des neuen Jahres Nachschub kommen. Mit dem Impfstoff-Hersteller Biontech habe vereinbart werden können, dass die nächste Lieferung - wie ursprünglich geplant - bereits nächste Woche, am 8. Januar, erfolgen werde, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Danach solle die nächste Lieferung am 18. Januar kommen, ab dann vorerst wöchentlich jeweils montags. Dabei würden anfangs etwa 670.000 Dosen pro Woche geliefert.

12.05 Uhr: Baden-Württemberg erbost über Impftouristen

Baden-Württemberg hat sich beim Nachbarland Rheinland-Pfalz über zunehmenden Impftourismus beschwert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums melden sich viele Menschen aus der rheinland-pfälzischen Grenzregion in Baden-Württemberg zum Impfen an, weil das in Rheinland-Pfalz noch nicht möglich sei. Im Südwesten können die Bürger bereits seit dem 27. Dezember einen Impftermin vereinbaren, in Rheinland-Pfalz soll die Terminvergabe erst am 4. Januar starten.

Baden-Württemberg habe sich dafür entschieden, vom ersten Tag an individuelle Termine zu vergeben, betont Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in einem Schreiben an seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. „Wenn nunmehr Termine an Personen aus anderen Bundesländern vergeben werden, deren Landesregierungen andere Strategien vorsehen, führt dies zu einer Ungleichverteilung des so knappen Gutes Impfstoff“, kritisiert Lucha. Die Kontingente seien an die Bundesländer nach Einwohnerzahlen verteilt worden.

Er wolle dringend darum bitten, die Bevölkerung von Rheinland-Pfalz öffentlich zur Geduld aufzurufen und auf die Terminvergabe in Rheinland-Pfalz zu verweisen, schreibt Lucha. „Sollte sich dauerhaft ein Ungleichgewicht etablieren, müssten wir aus meiner Sicht auch über einen Ausgleich ins Gespräch kommen.“

Auch aus Bayern hätten sich Bürger gemeldet, die sich in Baden-Württemberg impfen lassen wollten, bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Für die nächsten sechs Wochen seien die Termine im Land weitgehend vergeben.

10 Uhr: Ein Jahr nach Wuhan: WWF warnt vor Wildtiermärkten

Ein Jahr nach dem Ausbruch des Coronavirus in der zentralchinesischen Stadt Wuhan hat die Naturschutzorganisation WWF vor weiterhin bestehenden Gefahren durch Wildtiermärkte und Wildtierhandel gewarnt. Es gelte als wissenschaftlich gesichert, dass das Coronavirus von einem Wildtier auf den Menschen übersprang, hieß es in einer heute veröffentlichten Analyse des WWF Deutschland zum Wildtierhandel in der südostasiatischen Mekong-Region. 

Von schätzungsweise 500 Märkten in größeren Städten, auf denen häufig mit Wildtieren gehandelt werde, liegen demnach über die Hälfte in Regionen mit einem potenziell hohen Risiko von einer Übertragung tierischer Erreger auf den Menschen, einer sogenannten Zoonose. Nachdem China im Februar 2020 ein dauerhaftes Verbot der Zucht von Wildtieren für die Fleischproduktion erließ, sieht der WWF in einigen südostasiatischen Staaten dringenden Bedarf, die bestehenden Regelungen für den Handel nachzuschärfen, um die Zoonose-Gefahr einzudämmen.

„Große Märkte mit niedrigen Hygienestandards auf denen Wildfleisch verkauft wird, sind besonders riskant für die Übertragung von Zoonosen“, sagte Stefan Ziegler, Artenschutz- und Asienexperte beim WWF Deutschland. Auf Lebend-Tiermärkten wie sie in weiten Teilen Chinas und Südostasiens existieren, würden Wild- und Nutztiere nebeneinander verkauft und geschlachtet. Restaurants, die Gerichte mit Wildtieren zubereiten, sowie Online- und Straßenverkäufe seien ebenfalls potenzielle Schmelztiegel für neue Krankheitserreger.

8.30 Uhr: Großbritannien lässt auch Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) habe dem heimischen Vakzin eine Zulassung erteilt, gab das Gesundheitsministerium in London bekannt. Damit steht nach dem Biontech/Pfizer-Vakzin in dem Land ein weiteres Präparat zum Impfen bereit.

7.45 Uhr: Erstmals über 1000 Corona-Tote am Tag 

Erstmals sind in Deutschland innerhalb von 24 Stunden mehr als 1000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 1129 neue Todesfälle. Das waren 167 mehr als vor einer Woche. Und das, obwohl das RKI vor den Weihnachtstagen mitgeteilt hatte, dass die aktuellen Zahlen nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar seien, da es zum Jahreswechsel hin mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Angesichts dieser Zahlen müssen sich die Bürger auf eine Verlängerung der einschneidenden staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Fristablauf am 10. Januar gefasst machen.

Gesundheitsminister Jens Spahn stimmte darauf bereits ein und sagte am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“, bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müssten Bund und Länder bei ihrer geplanten Konferenz am kommenden Dienstag entscheiden.

Mittwoch, 30. Dezember, 7.15 Uhr: Eisenmann bekräftigt Forderung: Rückkehr zum Präsenzunterricht nach 10. Januar

 Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann bekräftigt ihre Forderung, Kindergärten und Grundschulen auf jeden Fall schon ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. Diesen Beschluss sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel  und die Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz an diesem Dienstag fällen, forderte die CDU-Politikerin in der „Bild“-Zeitung.

Sie sagte: „Auch wenn der Lockdown über den 10. Januar hinaus verlängert wird, sollten Kitas und Grundschulen wieder öffnen für Präsenzunterricht. In diesen Altersklassen ist es unerlässlich, dass Kinder in Kitas gehen und in Schulen lernen.“

Eisenmann betonte, im Unterricht in der Schule sei der Lernerfolg am größten. „Wir müssen in dieser Krise auf Virologen genauso wie auf Kinderärzte und Kinderpsychologen hören. Und die sagen uns, dass die Langzeitfolgen für Kinder durch geschlossene Schulen enorm sind“, gab sie zu bedenken.

SPD-Chefin Saskia Esken bewertete den Vorschlag Eisenmanns in einem Interview der Funke-Mediengruppe als „geradezu unverantwortlich“. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich gegen eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb nach dem 10. Januar ausgesprochen. „Nach dem Lockdown darf es keine Rückkehr zum regulären Präsenzunterricht geben. Maske, Lüften plus 30 Kinder geht nicht, ansonsten droht wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Er forderte „bundesweit geteilte Klassen, zusätzliche Unterstützung für Lernschwächere, ausnahmslose Maskenpflicht in den Schulgebäuden und verkürzte Sommerferien zum Ausgleich der Defizite“.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 29. Dezember: 

22.56 Uhr: Biden: USA möglicherweise vor härtester Phase in der Pandemie

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner auf die möglicherweise schwierigste Phase in der Corona-Pandemie eingeschworen. „Die nächsten paar Wochen und Monate werden sehr hart sein, eine sehr harte Phase für unsere Nation. Vielleicht die härteste in der ganzen Pandemie“, sagte Biden am Dienstag in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. „Ich weiß, es ist schwer, das zu hören, aber es ist die Wahrheit.“

Biden versprach den Amerikanern, nach seinem Amtsantritt am 20. Januar seine Befugnisse zu nutzen, um die Herstellung von Impfstoffen und Schutzausrüstung zu beschleunigen. Seine Regierung habe das Ziel, sicherzustellen, dass in ihren ersten 100 Tagen 100 Millionen Impfungen verabreicht würden. „Wenn der Kongress die Mittel bereitstellt, könnten wir dieses unglaubliche Ziel erreichen“, sagte Biden. Der Regierung von Amtsinhaber Donald Trump warf er vor, dass ihr Impf-Zeitplan in Verzug gerate.

22.08 Uhr: Großbritannien meldet neuen Tageshöchststand mit über 53.000 Corona-Neuinfektionen

In Großbritannien ist ein neuer Tageshöchststand von mehr als 53.000 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Binnen 24 Stunden wurden 53.135 Menschen positiv auf das neuartige Virus getestet, wie die britischen Gesundheitsbehörden am Dienstag bekanntgaben. Am Vortag waren es etwa 41.300 neue Fälle. 

Insgesamt haben sich in Großbritannien mehr als 2,3 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Am Dienstag wurden außerdem weitere 414 Todesfälle registriert, damit starben mehr als 71.500 Menschen seit Beginn der Pandemie an den Folgen einer Corona-Infektion. 

21.56 Uhr: Künftige US-Vizepräsidentin lässt sich live im Fernsehen gegen Coronavirus impfen - Kamala Harris wirbt bei Bevölkerung um Vertrauen in Impfstoff

Die künftige US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat sich live im Fernsehen gegen das Coronavirus impfen lassen. Sie bekam die erste der zwei Impfdosen am Dienstag im United Medical Center in einem Viertel Washingtons mit einem hohen afroamerikanischen Bevölkerungsanteil verabreicht. Harris warb dabei um Vertrauen in die Impfung: „Ich möchte die Menschen daran erinnern, dass man sich in seiner eigenen Gemeinde impfen lassen kann, wo man den Impfstoff von Leuten erhält, die man vielleicht kennt.“

Der Anteil der Afroamerikaner an den Corona-Toten und Infizierten in den USA ist unverhältnismäßig hoch. Umfragen zufolge ist zugleich die Impfskepsis in dieser Bevölkerungsschicht sehr hoch.

Harris wird die erste weibliche und die erste schwarze US-Vizepräsidentin sein, wenn sie am 20. Januar ihr Amt antritt. Der gewählte Präsident Joe Biden hatte sich bereits am 21. Dezember live im Fernsehen impfen lassen.

In den USA haben sich rund 19,3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 335.000 Menschen starben nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität. Damit sind die USA das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.

21.32 Uhr: Spahn hält Ende des Lockdowns nach dem 10. Januar für unrealistisch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält eine Aufhebung aller Corona-Beschränkungen nach dem 10. Januar für unrealistisch. "Stand heute sind wir jedenfalls mit den Zahlen bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen", sagte Spahn mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen im Interview mit den ARD-"Tagesthemen" am Dienstag. Deshalb werde es nach dem 10. Januar "ohne Zweifel Maßnahmen geben". 

"In welchem Umfang, das müssen wir Anfang Januar mit den Bundesländern entscheiden", fügte Spahn hinzu. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, "dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können. Das sehe ich nicht", sagte der Minister. 

Zu den Problemen der Terminvergabe für die Corona-Impfung sagte Spahn, zu Beginn ließen sich Wartezeiten in den Telefonleitungen "leider nicht vermeiden". Er könne nur um Verständnis und Geduld bitten angesichts knapper Impfstoffe. Da jedes Bundesland ein anderes System bei der Terminvergabe habe, herrsche "etwas förderales Durcheinander". Das werde sich zu Beginn des nächsten Jahres einspielen. 

Spahn trat zudem dem Eindruck entgegen, der Rest der Welt habe deutlich mehr Impfstoffdosen als Deutschland. "Wir beginnen alle unter den Bedingungen der Knappheit", erklärte er.

Auch mehrere Ministerpräsidenten der Länder haben bereits Zweifel an einem Ende des Lockdowns nach dem 10. Januar geäußert. Am 5. Januar wollen die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, ob die Corona-Schutzmaßnahmen über den 10. Januar hinaus verlängert werden sollen. In Deutschland ist seit dem 16. Dezember ein verschärfter Lockdown in Kraft.

20.28 Uhr: Fast 13.000 Corona-Neuinfektionen - mehr als 41.000 Menschen geimpft

Seit Beginn der Pandemie wird ihr Verlauf vor allem mit Hilfe von Zahlen interpretiert - Neuinfektionen, Sterbefälle oder Intensivpatienten. Wegen der Feiertage ist die Aussagekraft momentan begrenzt. Hinzu kommt jetzt ein neuer Wert: die Zahl der Geimpften.

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden 12.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 852 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag bekannt gab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnet. Dennoch war die Zahl der Todesfälle vor einer Woche mit 731 Fällen geringer. Ein Höchststand von 962 Todesfällen war am 23. Dezember registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen betrug vor einer Woche 19.528.

Geimpft wurden nach RKI-Angaben vom Dienstagmorgen bis einschließlich Montag 41.962 Menschen, der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug 19.084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldung einschließen, wie das RKI schreibt.

19.33 Uhr: Spahn verteidigt europäischen Weg bei Impfstoff-Beschaffung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik am Tempo der soeben angelaufenen Corona-Impfungen in Deutschland und an der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs zurückgewiesen. Zugleich verteidigte er in einem Interview von „Bild Live“ am Dienstagabend den eingeschlagenen europäischen Weg beim Kauf des Impfstoffs. „Es ist für alle knapp“, sagte der CDU-Politiker. Deutschland habe viel Impfstoff bestellt. „Die absolute bestellte Menge verändert wenig daran, wie viel am Anfang es jetzt halt gibt, zum Beginn, wo es knapp ist.“

Deutschland erwarte von den Herstellern Biontech und Moderna zusammen über 130 Millionen Impfdosen. „Die allein würden schon reichen im nächsten Jahr, um jedem, der geimpft werden will, ein Impfangebot zu machen.“

Spahn betonte, Deutschland habe sich bewusst entschieden, bei der Beschaffung des Impfstoffs „den europäischen Weg zu gehen“. Dies schließe auch aus, mit den Herstellern parallel nochmals bilateral zu verhandeln. „Wenn man sagt, wir machen etwas zusammen, dann fange ich nicht an, hintenrum etwas allein zu machen“. Deutschland kaufe aber alle Impfdosen auf, die andere Länder aus dem EU-Kontingent nicht nehmen. Er sei sehr gespannt darauf, ob er nicht in einigen Monaten dafür kritisiert werde, „dass wir zu viel Impfstoff haben“.

18.26 Uhr: 2812 Corona-Neuinfektionen im Südwesten - 108 weitere Todesfälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 2812 auf 234.481 gestiegen. 4694 Menschen im Südwesten sind nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Dienstag (Stand 16.00 Uhr) mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das seien 108 mehr gewesen als am Tag zuvor. Als genesen gelten den Angaben zufolge 175.007 Menschen im Südwesten (plus 2724). Diese Angabe beruht auf einer Schätzung.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beträgt für das ganze Land den Angaben zufolge 141,4 und ist damit etwas niedriger als am Vortag (146,9). Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen über dem Wert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. Am niedrigsten sei die sogenannte Inzidenz mit 82,5 im Landkreis Sigmaringen gewesen, am höchsten mit 244,5 in der Stadt Pforzheim.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 643 Erkrankte, wie die Behörde in Stuttgart weiter mitteilte. 355 von ihnen würden künstlich beatmet. 85 Prozent der 2425 derzeit betreibbaren Intensivbetten seien belegt.

16.17 Uhr: Wieder Corona-Ausbrüche in Heimen - „nicht zu erklären“

Kurz vor dem Start der Corona-Impfung in Seniorenheimen hat es in drei Einrichtungen im Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg Virus-Ausbrüche gegeben. Über die Weihnachtsfeiertage seien erneut in einem Heim in Bammental Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsamt des Kreises und der Stadt Heidelberg mit. Dabei handelt es sich um dasselbe, in dem bereits Ende Oktober in einem seiner beiden Häuser mindestens 33 Menschen positiv getestet worden waren. Damals waren acht Bewohner mit Corona gestorben. Auch in Malsch und Heidelberg sind Ausbrüche mit insgesamt 48 Betroffenen bekannt geworden.

In Bammental ist jetzt das andere Haus betroffen, wie Geschäftsführer Jörn Fuchs am Montag mitteilte. Dafür wurde nach einem Massentest an Heiligabend ein Besuchsverbot und ein Aufnahmestopp verhängt. In dem Haus sind 31 von 44 Bewohnern infiziert; alle befinden sich in Quarantäne in ihren Zimmern. Bislang sind zehn Mitarbeiter positiv getestet worden. Zwei Senioren sind gestorben. Eine Übersterblichkeit sehe er nicht, betonte Fuchs. „Wir können uns den erneuten Ausbruch nicht erklären.“ Alle Mitarbeiter und Besucher müssten FFP2-Masken tragen, die Mitarbeiter würden zwei Mal pro Woche getestet.

13.40 Uhr: Corona-Warn-App jetzt mit Kontakt-Tagebuch

Für die Corona-Warn-App gibt es ein weiteres Update. Wichtigster neuer Bestandteil ist dabei ein Kontakt-Tagebuch. Nutzer können darin alle Begegnungen und besuchten Orte der jeweils zurückliegenden 14 Tage eintragen. Im Fall einer Infektion sollen so Infektionsketten nachvollzogen werden können. Das Eintragen der Daten und die Weitergabe an das Gesundheitsamt sind aber freiwillig. Die Daten werden zudem nach 16 Tagen automatisch von der App gelöscht.

Nutzer eines iPhones können die aktuelle Version 1.10 ab sofort aus dem App-Store manuell herunterladen. Der Google Play Store bietet keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen. Android-Nutzern soll die neue Version der App aber innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung zur Verfügung stehen, kündigten die Entwickler an.

13.14 Uhr: Land zahlt 224 Millionen Euro zusätzlich fürs Impfen

Die Corona-Impfaktion im Südwesten wird wegen bislang nicht berücksichtigter Betriebskosten teurer als vorgesehen. Das geht aus einer Kabinettsvorlage aus dem Gesundheitsministerium hervor, über die die „Stuttgarter Zeitung“ am Dienstag berichtete. Die Gesamtkosten für das Impfen erhöhen sich demnach um zusätzliche 224 auf insgesamt mehr als 600 Millionen Euro. Das sei keine Überraschung, hieß es aus dem Ministerium. Es gehe um einige zusätzlich abzudeckende Kosten und Posten auf Basis von umfangreichen Rückmeldungen.

Der zusätzliche Bedarf ergebe sich der Zeitung zufolge aus den Gesprächen mit den Partnern zur Einrichtung der Impfzentren. Allein fast 15 Millionen Euro zusätzlich werden demnach für die Sicherheitsdienste kalkuliert. Nach den Warnungen des Bundeskriminalamts vor einer erhöhten Gefahrenlage müsse das Sicherheitspersonal im Gegensatz zur früheren Kalkulation nicht mehr nur 16 Stunden pro Tag, sondern an sieben Tagen rund um die Uhr im Einsatz sein.

10.30 Uhr: Nach negativen Tests: Polens Skispringer können bei Tournee starten

Die polnischen Skispringer dürfen nun doch beim Auftakt der Vierschanzentournee starten. Das gaben die Veranstalter am Dienstagmorgen bekannt. Eine weitere Corona-Testreihe bei der Mannschaft um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch war zuvor negativ ausgefallen. Das zuständige Gesundheitsamt Oberallgäu hatte daraufhin die Quarantäne für das Team aufgehoben.

Ein positiver Corona-Test bei Skispringer Klemens Muranka hatte am Montag eigentlich zum Ausschluss der Polen von der Qualifikation und vom an diesem Dienstag geplanten Auftaktspringen in Oberstdorf geführt. Am Montagabend hatten Muranka und seine Teamkollegen dann komplett negative Befunde erhalten und der Weltverband Fis hatte mitgeteilt, dass die Mannschaft bei einem weiteren negativen Testergebnis nun doch starten könne.

Durch die Entscheidung, die Polen nun doch starten zu lassen, ändert sich der Wettkampfmodus am Dienstag. Statt der K.o.-Duelle der besten 50 Springer im ersten Durchgang findet nun um 16.30 Uhr (ZDF und Eurosport) ein erster Durchgang mit allen 62 Sportlern statt. Der K.o.-Modus entfällt. 

9 Uhr: Intensivmediziner befürchten verschärften Personalmangel

Der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. „Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen“, sagte der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, im ZDF-„Morgenmagazin“. „Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt.“ Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens „ein wenig zu hoch gesteckt“. Niedrige Ziele, anhaltend wären für die Medizin und die Belastung des Gesundheitssystems „sehr, sehr wichtig“.

Dienstag, 29. Dezember, 7.15 Uhr: Spahn erwartet bald deutlich mehr Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass die Menge des in Deutschland zur Verfügung stehenden Corona-Impstoffs in den ersten Monaten des neuen Jahres deutlich wachsen wird. Er begründete dies am Montag mit der Zulassung weiterer Präparate und erweiterten Produktionskapazitäten. Kritik am Tempo der Impfproduktion und Vorschläge zu ihrer Beschleunigung aus den Reihen der Opposition wies er zurück. 

Spahn rechnet zudem „in den ersten Januartagen“ mit der Zulassung des Impfstoffs von US-Hersteller Moderna, wie er im Interview mit der „Bayern 2-radioWelt“ des Bayerischen Rundfunks deutlich machte. Zwei bis drei weitere Kandidaten seien auf dem Weg in die Zulassung, fügte er hinzu und bekräftigte erneut das Ziel, bis zum Sommer jedem Bürger ein Impfangebot machen zu können. „Weihnachten nächstes Jahr soll wieder normal werden können.“

Das waren die Entwicklungen am Montag, 28. Dezember: 

22.08 Uhr: Gericht bestätigt Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das bundesweite Verkaufsverbot für Silvester-Feuerwerk bestätigt. Das teilte das Gericht am Montagabend mit. Zur Begründung hieß es: Nach allgemeiner langjähriger Erfahrung sei damit zu rechnen, dass unsachgemäßer Gebrauch von Silvester-Feuerwerk zu akut behandlungsbedürftigen Verletzungen führe. Die Behandlung der Verletzten würde das zurzeit ohnehin stark in Anspruch genommene Krankenhauspersonal zusätzlich treffen und die Behandlung der zahlreichen Corona-Patienten potenziell beeinträchtigen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte den Verkauf von Silvesterfeuerwerk deutschlandweit untersagt. Nach der am 22. Dezember 2020 in Kraft getretenen Änderung der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz dürfen pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 - also etwa Raketen und Böller - auch vom 29. bis 31. Dezember nicht verkauft werden.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte von Pyrotechnikherstellern und -händlern gestellte Anträge, diese Vorschrift vorläufig außer Vollzug zu setzen, zurückgewiesen. Die Richter in zweiter Instanz argumentierten, das Verbot greife zwar gravierend in deren Berufsausübungsfreiheit ein. Doch es überwiege das Ziel, einer weiteren Belastung der angespannten medizinischen Versorgungssituation insbesondere in den Krankenhäusern entgegenzuwirken.

21.20 Uhr: 1657 Corona-Neuinfektionen im Südwesten - 101 weitere Todesfälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 1657 Fälle gestiegen. Nach Angaben vom Montag (Stand 16.00) verzeichnete das Landesgesundheitsamt zudem 101 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Damit sind bislang insgesamt 4586 Menschen im Südwesten mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg auf aktuell 231 669. Als genesen gelten den Angaben zufolge 172 283 Menschen im Südwesten.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 614 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 342 künstlich beatmet. Derzeit sind 85 Prozent der 2387 betreibbaren Intensivbetten belegt.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 146,9. Von den 44 Stadt- und Landkreisen liegen nur 5 unter dem Wert von 100. Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet.

20.01 Uhr: Neue Variante des Coronavirus: WHO rechnet demnächst mit Klarheit

Die Untersuchungen über die neue Variante des Coronavirus dauern noch an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechne in den nächsten Tagen oder Wochen mit Ergebnissen entsprechender Studien aus Großbritannien und Südafrika, sagte die WHO-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag in Genf. Solche Untersuchungen bräuchten ihre Zeit. „Veränderungen sind normal, Veränderungen wurden erwartet und je mehr das Virus im Umlauf ist, desto mehr Gelegenheit zur Veränderung hat es“, sagte Van Kerkhove. Eine der wichtigen Fragen ist, ob Impfungen auch bei der neuen Variante wirksam sind.

16.37 Uhr: Ministerium zufrieden mit Einhaltung der Corona-Regeln an Weihnachten

Die Corona-Regeln sind während der Weihnachtstage in Baden-Württemberg aus Sicht des Innenministeriums weitgehend eingehalten worden. „Der weit überwiegende Teil der Menschen in Baden-Württemberg ist vorsichtig und vernünftig – aber jeder einzelne Verstoß ist ein Verstoß zu viel“, teilte das Ministerium am Montag in Stuttgart mit. Alles in allem sind die Tage aber zufriedenstellend verlaufen.

Insgesamt wurden zwischen Heiligabend und vergangenen Sonntag durch die Polizei fast 3300 Verstöße registriert. Davon bezogen sich rund 1200 auf die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Gegen die Regelungen zu Ansammlungen und privaten oder sonstigen Veranstaltungen gab es nahezu 500 Verstöße. Ferner wurden mehr als 1200 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen festgestellt.

16.10 Uhr: Zusätzliche Millionen für mehr Busse für die Schülerbeförderung

Das Verkehrsministerium gibt weitere 30 Millionen Euro, um die Schülerbeförderung in Corona-Zeiten mit zusätzlichen Busse zu entzerren. Dies teilte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Montag in Stuttgart mit. Das entsprechende Programm werde bis zu den Pfingstferien 2021 fortgesetzt. Damit soll mehr Abstand zwischen den Fahrgästen in den Bussen der Schülerbeförderung sichergestellt werden.

Das Förderprogramm für den Schülerverkehr sei ein Teil des Rettungsschirms des Landes Baden-Württemberg für den öffentlichen Personennahverkehr. Dieser werde gleichfalls fortgesetzt. Schon vor Weihnachten hatte dies das Kabinett beschlossen. Dazu werden 65 Millionen Euro Rettungsschirmmittel aus 2020 in das kommende Jahr übertragen. Hermann erwartet, dass sich der Bund wieder zur Hälfte finanziell an einem entsprechenden Rettungsschirm beteiligen wird.

Vor diesem Hintergrund ersetzt das Land bereits vorab den Verkehrsunternehmen die Hälfte der coronabedingten Fahrgeldausfälle für 2021.

14.50 Uhr: Laut Behörden keine neuen Fälle der Coronavirus-Variante im Südwesten 

Nach dem ersten Nachweis der mutierten Coronavirus-Variante B.1.1.7 in Deutschland sind den Behörden im Südwesten keine weiteren Fälle bekannt. „Nach unserer Kenntnis gibt es bisher in Baden-Württemberg nur diesen einen Nachweis“, teilte eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart mit. „Von diesem Fall geht nach aktueller Einschätzung kein bedeutendes Übertragungspotenzial aus, da sich die Person von Anfang an in Isolation befunden hat.“ Ihre Kontaktpersonen seien negativ getestet worden, sagte eine Sprecherin des Landratsamts Freudenstadt.

Die infizierte Frau war am 20. Dezember von London Heathrow nach Frankfurt am Main geflogen und in den Landkreis Freudenstadt eingereist, um dort ihre Eltern zu besuchen. Am Donnerstag wurde bei ihr die Virusvariante B.1.1.7 festgestellt. Die Frau mit milden Krankheitssymptomen und drei enge Kontaktpersonen begaben sich den Angaben nach in Quarantäne. Laut der Landratsamt-Sprecherin steht das örtliche Gesundheitsamt täglich in Kontakt mit den Betroffenen.

Die neue Variante des Coronavirus war zuerst in Großbritannien entdeckt worden und ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form. 

13.28 Uhr: Stoch erzürnt über Eisenmann: „Da fliegt jedem das Dach weg“

SPD-Chef Andreas Stoch hält überhaupt nichts von einer Wiedereröffnung von Schulen unabhängig von Inzidenzzahlen, wie sie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) fordert. „Da fliegt jedem das Dach weg, der nur im Entferntesten mit Medizin oder Bildung zu tun hat“, sagte Stoch der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Eisenmann will nach dem 10. Januar zumindest die Grundschulen und Kitas unabhängig von den Inzidenzzahlen wieder in Präsenz öffnen.

Eisenmann stelle sich damit radikal gegen jede wissenschaftliche Empfehlung, sagte Stoch. Die Inzidenzen seien immer noch viel zu hoch, die Infektionsketten nicht kontrollierbar. Es gebe mehr Möglichkeiten als die komplette Öffnung und die komplette Schließung von Schulen. Stoch fordert Stufenmodelle mit Wechselunterricht und zusätzliche Raummöglichkeiten wie Turnhallen und Foyers für jüngere Schüler.

13.06 Uhr: Ministerium appelliert nach Andrang im Schwarzwald an Ausflügler

Angesichts teils chaotischer Zustände durch zahlreiche Tagesausflügler rund um Weihnachten vor allem im Schwarzwald hat das Landesgesundheitsministerium zum anstehenden langen Wochenende zu Zurückhaltung aufgerufen. „Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Ministeriums am Montag. Er wies darauf hin, dass die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen für private Treffen lediglich über die Weihnachtsfeiertage galten. Auch an Silvester, Neujahr sowie dem Wochenende sind damit tagsüber Sport und Bewegung an der frischen Luft nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt.

Eine Verschärfung der Corona-Regeln sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt speziell für das anstehende lange (Feiertags)wochenende nicht geplant, sagte der Sprecher.

11.45 Uhr: Spanien meldet Lieferverzögerungen bei Pfizer-Corona-Impfstoff - acht europäische Länder betroffen

Bei der Lieferung des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech wird es nach Angaben der spanischen Regierung in acht europäischen Ländern Verzögerungen geben. Der spanische Pfizer-Ableger sei in der Nacht darüber informiert worden, dass es in der Pfizer-Fabrik im belgischen Puurs kurzzeitig logistische Probleme gegeben habe, teilte das spanische Gesundheitsministerium mit. Die nächste Lieferung werde deshalb erst am Dienstag eintreffen. Am Sonntag hatten die Impfkampagnen gegen das Coronavirus offiziell EU-weit gestartet. Spanien sollte normalerweise am Montag weitere 350.000 Dosen erhalten. Doch habe es in der Fabrik Probleme gegeben, die mit der „Temperaturkontrolle der Lieferungen“ zusammenhingen, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa dem Sender „Cadena Ser“. Diese seien aber „offenbar wieder behoben“. Welche anderen Länder von den Lieferverzögerungen betroffen sind, blieb zunächst offen.

10.20 Uhr: Kultusministerin Eisenmann kämpft für offene Schulen

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann will sich mit aller Macht um die Wiedereröffnung zumindest von Grundschulen und Kitas nach dem 10. Januar einsetzen. „Ich gehe davon aus und werbe sehr dafür, dass wir Kitas und Grundschulen in jedem Fall wieder in Präsenz öffnen und auch Klasse 5, 6 und 7 sowie die Abschlussklassen im Blick haben - unabhängig von den Inzidenzzahlen“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Gerade mit kleineren Kindern in der Grundschule sei digitaler Unterricht im Grunde nicht möglich. „Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen.“ Von einer Verlängerung oder Verschiebung der Weihnachtsferien halte sie gar nichts.

8.30 Uhr: Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen Sonderrechte für Geimpfte ausgesprochen. „Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden“, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten.“ Diese gegenseitige Rücksicht halte die Nation zusammen. „Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam - und wir werden sie nur gemeinsam überwinden.“ Am Wochenende hatten die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland begonnen. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich gegen Sonderrechte ausgesprochen.

8 Uhr: 348 neue Corona-Todesfälle - Grenze von 30.000 überschritten

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland die Grenze von 30.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle - damit stieg die Zahl auf 30.126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus wurden 10.976 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahl der Neuinfizierten und der Opfer sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 16.643 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am 16. Dezember registriert worden.

Montag, 28. Dezember, 7.15 Uhr: Erster Corona-Fall bei Tournee: Pole Muranka positiv getestet

Die Vierschanzentournee der Skispringer hat ihren ersten Corona-Fall. Der Pole Klemens Muranka wurde bei der Serientestung in Oberstdorf am Sonntag positiv auf das Virus getestet, wie er selbst in den sozialen Medien bestätigte. „Es tut mir leid, aber es ist passiert ... Ich bin positiv und bisher ohne Symptome“, schrieb der 26-Jährige auf Instagram. Wie es nun mit Muranka und seinen polnischen Teamkollegen um Titelverteidiger Dawid Kubacki und Olympiasieger Kamil Stoch weitergeht, ist offen. Ein Statement der Organisatoren stand zunächst noch aus.

Im ersten Saisondrittel hatte es im Skisprung-Weltcup schon einige Corona-Fälle gegeben: Neben dem deutschen Flug-Weltmeister Karl Geiger waren unter anderen auch die Österreicher Stefan Kraft und Michael Hayböck sowie deren Trainer Andreas Widhölzl infiziert. Zur Tournee sind alle wieder zurück.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 27. Dezember: 

21.55 Uhr: Lindner fordert Krisenproduktion von Corona-Impfstoffen

FDP-Chef Christian Lindner hat mehr Tempo bei der Impfstoffproduktion in Deutschland gefordert. „Es ist ein krisenhafter Zustand, da brauchen wir eine Krisenproduktion. Wir sollten alle Voraussetzungen rechtlich, wirtschaftlich, politisch und technologisch treffen, damit schneller geimpft werden kann. Das ist eine Frage von Leben und Tod, eine Frage unserer Freiheit und es ist eine Überlebensfrage auch für unsere Wirtschaft. Denn die ist schon auf der Intensivstation“, sagte er am Sonntagabend in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“.

Konkret regte Lindner an, darüber nachzudenken, ob ein Impfstoff wie von Biontech nicht von anderen Herstellern in Lizenz produziert werden könnte: „Die Regierung sollte mit der pharmazeutischen Industrie insgesamt prüfen: Wo gibt es noch Kapazitäten, die genutzt werden können für die Produktion eines Impfstoffs?“

21.19 Uhr: Mutiertes Coronavirus auch in Norwegen nachgewiesen

Auch in Norwegen ist eine vermutlich ansteckendere Variante des Coronavirus nachgewiesen worden, die sich in Großbritannien verbreitet hat. Infiziert sind zwei Reisende, die diesen Monat aus Großbritannien gekommen sind, wie das Gesundheitsministerium in Oslo am Sonntag mitteilte.

Den Angaben zufolge ist die Virusmutation damit nun schon in rund einem Dutzend europäischen Staaten nachgewiesen worden. Schweden hatte erst am Samstag eine Infektion gemeldet, in Dänemark wurden schon mehr als 40 registriert.

19.16 Uhr: Corona-Lage in Rottweil und Pforzheim entspannt sich

Die Entwicklung in den baden-württembergischen Corona-Hochburgen Rottweil und Pforzheim scheint sich etwas zu entspannen. Nachdem der Landkreis Rottweil am Samstag bei einem Inzidenz-Wert von 300,3 gelegen hatte, verringerte sich die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 269,5. Der Stadtkreis Pforzheim hatte am Samstag unter allen 44 Stadt- und Landkreisen noch einen Höchstwert von 306,5. Am Sonntag unterschritt er mit 251,7 die 300-er Marke deutlich. Das geht aus dem Lagebericht des Landesgesundheitsamts vom Sonntag hervor.

Das Robert Koch-Institut wies allerdings darauf hin, bei der Interpretation der Zahlen sei zu beachten, dass über die Feiertage meist weniger Personen einen Arzt aufsuchten. Dadurch würden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führe dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet würden. Zum anderen könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter Daten übermittelten.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner beträgt für das ganze Land derzeit 152,6. Das Landesgesundheitsamt verzeichnete nach weiteren Angaben vom Sonntag 230 012 gemeldete Covid-19-Fälle (plus 1136) und 4485 (plus 48) an einer Corona-Infektion gestorbene Männer und Frauen. Als genesen gelten den Angaben zufolge 170 186 Menschen im Südwesten, das sind 2672 mehr als am Vortag.

18.05 Uhr: Bahn droht wiederholten Maskenmuffeln mit Beförderungsausschluss

Die Deutsche Bahn droht Maskenmuffeln in Zügen mit einem dauerhaften Beförderungsausschluss. Ein Bahnsprecher sagte der "Welt am Sonntag", wer das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wiederholt verweigere, ohne eine Ausnahme glaubhaft machen zu können, "verstößt gegen die Coronaschutzverordnungen der Länder und begründet somit eine Wiederholungsgefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung". Gemäß der Eisenbahnverordnung könne ein Beförderungsausschluss "bei drohender Gefahr präventiv ausgesprochen werden".

16.56 Uhr: Noch keine Impfungen in Pflegeheimen im Kreis Konstanz

Zum Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland war der Landkreis Konstanz erst einmal außen vor: Am Sonntag wurden noch keine Impfungen durch ein mobiles Impfteam des Kreisimpfzentrums vorgenommen, sagte Marlene Pellhammer, Sprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage des SÜDKURIER. Auch am Montag werde das voraussichtlich noch nicht der Fall sein. Die mobilen Impfteams nehmen vor allem die Impfungen vor Ort in Pflegeheimen vor. Das stationäre Kreisimpfzentrum in der Stadthalle Singen soll laut Landratsamt am 15. Januar den Betrieb aufnehmen. (ems)

16.19 Uhr: Erste Eindrücke aus dem Zentralen Impfzentrum in Freiburg

Das Zentrale Impfzentrum in der Freiburger Messe hat am Sonntagnachmittag offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Wir waren mit der Kamera dabei und zeigen Ihnen hier erste Eindrücke von der Arbeit der Mediziner und Helfer vor Ort.

Dann geht es in eine der Impfkabinen.
Dann geht es in eine der Impfkabinen. | Bild: Matthias Jundt

15.35 Uhr: Hunderte Briten verschwinden über Nacht aus Schweizer Quarantäne

In der Schweiz haben sich hunderte Touristen aus Großbritannien teils über Nacht aus einer angeordneten Quarantäne verdrückt. Hoteliers in dem bei britischen Wintertouristen beliebten Skiort Verbier im Kanton Wallis hätten das gemerkt, weil vor den Zimmertüren abgestellte Frühstückstabletts nicht angerührt worden seien, berichtete Jean-Marc Sandoz, Sprecher der Gemeinde Bagnes, zu der Verbier gehört, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Der Ort habe vor Weihnachten 420 Gäste aus Großbritannien, darunter Schweizer, die dort leben, identifiziert, die in Quarantäne mussten. Etwa 50 seien umgehend abgereist. Von den 370 anderen sei am Sonntag weniger als ein Dutzend noch da gewesen. „Wir verstehen ihre Wut“, sagte Sandoz. Er kritisierte die plötzliche Quarantänepflicht für Anreisende aus Großbritannien scharf. Die Gemeinden hätten keine Hilfe bekommen, um die Bestimmungen umzusetzen.

Die Schweiz hatte am 20. Dezember alle Flüge aus Großbritannien und Südafrika gestoppt, weil in den Ländern neue und mutmaßlich noch ansteckendere Varianten des Coronavirus nachgewiesen worden waren. Sie ordneten an, dass alle seit dem 14. Dezember Eingereisten rückwirkend für zehn Tage ab Ankunftsdatum in Quarantäne mussten.

14.43 Uhr: Ärztin erhält erste Corona-Impfung in Freiburger Impfzentrum

Das Zentrale Impfzentrum in Freiburg hat offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Als Erste erhielt Viviane Zotzmann den Impfstoff. Sie arbeitet als Ärztin auf einer Intensivstation am Freiburger Uniklinikum.

Bild: Matthias Jundt

Auch Oberbürgermeister Martin Horn ist inzwischen im Impfzentrum in der Messe Freiburg angekommen.

Video: Matthias Jundt

14.08 Uhr: Impfungen im Südwesten offiziell gestartet

Zum offiziellen Start der Impfung gegen das Corona-Virus im Südwesten ist am Sonntag eine Pflegerin des Stuttgarter Klinikums geimpft worden. „Klein, aber fein“, sagte die 30-Jährige zu der Spritze im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Frau arbeitet seit mehreren Monaten auf einer Station mit Covid-19-Patienten. Sie erhielt die Spritze im Impfzentrum in der Stuttgarter Liederhalle. Landesweit begannen am Sonntag die Impfungen.

Christine Helbig (l), Pflegekraft am Klinikum Stuttgart wird im Impfzentrum des Klinikum Stuttgart von einer Ärztin mit einer Dosis eines Covid-19 Impfstoffes geimpft.
Christine Helbig (l), Pflegekraft am Klinikum Stuttgart wird im Impfzentrum des Klinikum Stuttgart von einer Ärztin mit einer Dosis eines Covid-19 Impfstoffes geimpft. | Bild: Marijan Murat (dpa)

Kretschmann sagte: „Der Impfstoff ist ein Meilenstein in der Pandemiebekämpfung. Er ist der Schlüssel für die von uns allen ersehnte Rückkehr zum gewohnten Leben – auch wenn wir weiter geduldig bleiben müssen.“ Er werbe deswegen mit Nachdruck für das Impfen.

13.20 Uhr: Seehofer macht Ministerpräsidenten für Corona-Tote mitverantwortlich

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Ministerpräsidenten der Länder für die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen und auch der Toten in Deutschland mitverantwortlich gemacht. „Die ab Oktober ergriffenen Maßnahmen waren unzureichend“, sagte Seehofer der „Bild am Sonntag“. Bei den damals entscheidenden Konferenzen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hätten einige Teilnehmer „den Ernst der Lage einfach unterschätzt“. „Die Bundeskanzlerin gehörte übrigens nicht dazu“, betonte Seehofer. Kritik übte er auch daran, dass ein Schutzkonzept für Schulen und öffentliche Verkehrsmittel weiterhin fehle. „Sie bekommen die Ausbreitung eines hochinfektiösen und potenziell tödlichen Virus nur mit rigorosen Gegenmaßnahmen in den Griff und nicht mit angezogener Handbremse“, warnte der Innenminister. Bislang gebe es hier „keine zufriedenstellenden Lösungen“.

Für den grenzüberschreitenden Reiseverkehr kündigte Seehofer für die kommenden Wochen schärfere Kontrollen an. Die in Deutschland geltenden Schutzmaßnahmen dürften „nicht durch unvernünftige Reisen unterlaufen werden“, sagte der Innenminister. „Die zehntägige Quarantäne und die Testung für Reisende, die aus Risikogebieten im Ausland zurückkehren, muss konsequent überwacht werden.“ Für die Bundespolizei solle daher in den ersten Wochen des neuen Jahres deren Überwachung „höchste Priorität“ haben. Seehofer sprach sich zudem dafür aus, die aktuellen Einschränkungen über den 10. Januar hinaus zu verlängern. Dies gelte auch dann, wenn es in den kommenden Tagen weniger Neuinfektionen geben sollte.

11.45 Uhr: Seehofer schließt Sonderrechte für Geimpfte aus

Wer gegen das Coronavirus geimpft wurde, soll nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) keine Sonderrechte genießen. "So wichtig das Impfen für uns alle ist: Keine Sonderbehandlung für Geimpfte", sagte er der "Bild am Sonntag" anlässlich des bundesweiten Starts der Impfungen. Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften komme einer Impfpflicht gleich und er sei gegen einen Zwang, betonte Seehofer.

Der Impfstoff war am Samstag nach und nach in den Bundesländern angekommen, in den ersten Ländern starteten die Impfungen in Pflege- und Seniorenheimen am frühen Sonntagmorgen. Die erste geimpfte Patientin war bereits am Samstagabend eine 101-jährige Bewohnerin eines Heims in Halberstadt im Harz.

Seehofer lehnte auch Sonderrechte von Unternehmen wie Airlines und Konzertveranstaltern ab. "Ich kann davor nur warnen", sagte er der "BamS". Eine Sonderbehandlung für Geimpfte spalte die Gesellschaft. "Des einen Privileg ist die Benachteiligung des anderen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Samstag noch einmal betont, dass die Impfung freiwillig sei. Trotzdem sei das Ziel, so viele Menschen wie möglich gegen das Virus zu impfen.

10.46 Uhr: 13 755 Corona-Neuinfektionen am zweiten Weihnachtstag gemeldet

Am zweiten Weihnachtstag haben die deutschen Gesundheitsämter insgesamt 13 755 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden binnen 24 Stunden 356 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut am Sonntagmorgen bekanntgab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 22 771 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche (16.12.) registriert worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 161,3. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Sonntag Sachsen mit 375,8 und Thüringen mit 290,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,5.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 640 858 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 27.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Sonntag auf 29 778. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 236 700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,89 (Donnerstag: 0,97). Am Freitag gab es wegen des Feiertags keinen Situationsbericht. Das RKI weist in seinem Bericht am Samstag  darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.

10.10 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent hat aber auch Angst vor Nebenwirkungen der Impfung. Nur ein Drittel hat solche Befürchtungen nicht. 10 Prozent machten dazu keine Angaben.

Nach der YouGov-Umfrage steigt die Impfbereitschaft kontinuierlich mit dem Alter. Von den 18- bis 24-Jährigen wollen sich 54 Prozent impfen lassen, von Menschen über 55 sind es dagegen 71 Prozent. Auch bei den Wählern der AfD liegt sie mit 51 Prozent deutlich niedriger als bei den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Besonders hoch ist sie bei den Grünen-Wählern mit 82 Prozent.

Bis Ende März sollen 11 bis 12 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5, bis 6 Millionen Menschen reichen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein „Impfangebot“ machen zu können - sofern weitere Präparate eine Zulassung erhalten.

9.30 Uhr: Corona-Impfungen bundesweit angelaufen

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind bundesweit angelaufen. In Berlin bekam am Sonntagmorgen eine 101 Jahre alte Seniorin im Beisein von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in einem Pflegeheim eine Spritze mit dem Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer. Mannschaftswagen der Polizei waren vor der Einrichtung platziert. Das mobile Impfteam war gegen 7.45 Uhr in einem Transporter vorgefahren. Am Steuer saß ein Bundeswehrsoldat.

Die beispiellose Impfkampagne gegen Covid-19 startet an diesem Sonntag in ganz Deutschland. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden. Dazu werden vor allem mobile Impfteams unterwegs sein. Die mehr als 400 Impfzentren werden größtenteils erst in den nächsten Tagen in Betrieb genommen.

8.40 Uhr: Weniger Einbrüche im Südwesten aufgrund der Pandemie 

Die Corona-Krise macht auch Einbrechern das Leben im Südwesten schwerer. Das Landeskriminalamt rechnet bei der Zahl der Wohnungseinbrüche mit dem niedrigsten Stand seit 1971. Nach vorläufigen Schätzungen der Behörde sind die Fälle 2020 um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Coronabedingte Einschränkungen hinderten Einbrecher an Beutezügen, da viele Menschen im Homeoffice arbeiteten und seltener ausgingen, sagte eine Sprecherin. „Das nimmt den Kriminellen die Gelegenheiten in eine "leere" Wohnung einzudringen.“

Mit Beginn der Pandemie seien die Zahlen von Mitte März bis Juni 2020 auf ein niedriges Niveau gesunken. „Von Juli bis September stiegen die Fallzahlen wieder leicht an, lagen aber immer noch deutlich unter denen der Vorjahre“, teilte die Sprecherin mit. Der sonst übliche Anstieg zur sogenannten dunklen Jahreszeit sei dieses Jahr ausgeblieben und finde wegen des Lockdowns auch nicht mehr statt. Auch Einbrüche in gewerblichen Gebäuden oder Autodiebstähle sind den vorläufigen Zahlen zufolge rückläufig, wie die Behörde mitteilte.

Mit der Kriminalstatistik im Frühjahr des kommenden Jahres will das Innenministerium einen genauen Überblick liefern. Nach Ansicht der Polizei im Südwesten hat die Corona-Pandemie jedoch Betrugsdelikte verstärkt. Täter nutzten die aktuelle Pandemielage für kriminelle Zwecke aus, teilte das Innenministerium mit. Mit sogenannten Enkeltricks spielten Kriminelle etwa eine Infektion mit dem Coronavirus vor, um Geld zu erhalten.

8. 20 Uhr: Europol warnt vor Betrug mit Corona-Impfstoffen

Zum Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland und anderen EU-Staaten warnt die europäische Polizeibehörde Europol vor Betrügern. Es bestehe die reale Gefahr, dass Kriminelle versuchen, die immense Nachfrage auszunutzen, sagte Direktorin Catherine De Bolle den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag). Darauf gebe es schon konkrete Hinweise, wie etwa Verkaufsangebote in sozialen Netzwerken. Wer darauf anspringe, dem werde entweder nach Bezahlung gar nicht geliefert oder er bekomme gefälschten Impfstoff. „Wenn man Opfer eines solchen Betrugs wird, kann das natürlich ernste gesundheitliche Folgen haben“, warnte sie. Europol habe den Mitgliedstaaten bereits eine Warnmeldung übermittelt und sie aufgerufen, sehr wachsam zu sein.

Auch müssten die Behörden auf Diebstahlsversuche vorbereitet sein. „Im ersten Lockdown hatten es Banden zum Beispiel auf Schutzmasken-Transporte abgesehen. Das ist jetzt auch beim Impfstoff eine Gefahr“, sagte sie. Europol identifiziere mögliche Hotspots, an denen eine besonders hohe Gefahr für entsprechende Straftaten bestehen könnte. „Außerdem gibt es auch eine spezielle Polizei-Kooperation in der EU, um die Transporte zu beschützen.“

Sonntag, 27. Dezember, 7 Uhr: Englische Corona-Variante erreicht Kanada

Die in England aufgetretene Variante des Coronavirus ist erstmals auch in Kanada nachgewiesen worden. Sie wurde zunächst bei zwei Menschen in der Provinz Ontario festgestellt, wie die örtlichen Gesundheitsbehörden am Samstag (Ortszeit) berichteten. Das Ehepaar in Durham habe allerdings weder Kontakte mit infizierten Personen gehabt noch sei es auf Reisen gewesen. Das Paar befinde sich nunmehr in Quarantäne.

Kanada hatte erst vor wenigen Tagen ein Verbot für private und kommerzielle Flüge aus Großbritannien bis zum 6. Januar erlassen. Die neue Variante des Coronavirus ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form.

In Kanada sind bisher über 500 000 Infektionen mit dem Virus gemeldet worden, über 14 500 Todesfälle stehen im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Covid-19.

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 26. Dezember: 

20.30 Uhr: Impfungen gegen das Coronavirus laufen an

Bundesweit und in den meisten EU-Ländern starten am Sonntag die Impfungen gegen das Coronavirus. Die landesweite Kampagne in Deutschland beginnt in Alten- und Pflegeeinrichtungen, dafür stehen mobile Impfteams bereit. Wer zuerst geimpft wird, entscheiden die Bundesländer und Behörden vor Ort. Die ersten Impfdosen waren am Samstagmorgen in den Bundesländern eingetroffen. In den kommenden Tagen und Wochen sollen stetig weitere Dosen geliefert werden. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. Nach den Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist sie der „entscheidende Schlüssel“, um die Corona-Pandemie zu besiegen. Auch in zahlreichen weiteren EU-Ländern starten am Sonntag die Impfungen. Die EU-Kommission hatte den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag zugelassen.

19 Uhr Corona-Impfkampagne startet in allen Bundesländern

Genau elf Monate nach Bekanntwerden einer ersten Corona-Infektion in Deutschland beginnen am Sonntag in allen Bundesländern die Impfungen gegen das tödliche Virus. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden. Dazu werden vor allem mobile Impfteams unterwegs sein. Die mehr als 400 Impfzentren werden größtenteils erst in den nächsten Tagen in Betrieb genommen.

In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt waren bereits am Samstag die ersten Bewohner und Mitarbeiter geimpft worden. Damit war die größte Impfaktion, die es je in Deutschland gab, gestartet worden.

Die Bundesregierung wirbt dafür, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen - auch um andere zu schützen. Nach Einschätzung von Experten ist eine Impfquote von 60 bis 70 Prozent nötig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur haben 65 Prozent der Deutschen vor, sich impfen zu lassen.

Gesundheitsminister Jens Spahn hat zu einem „nationalen Kraftakt“ aufgerufen. „Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können“, sagte der CDU-Politiker am Samstag.

18 Uhr: Auch Söders zweiter Corona-Test negativ

Auch der zweite Corona-Test bei Markus Söder hat keine Infektion des bayerischen Ministerpräsidenten erbracht. Der erneute Test sei ebenfalls negativ, twitterte Söder am Samstag. Er hoffe, dass alle „das Fest mit Herz und Vernunft gefeiert“ hätten, ergänzte er.

Der CSU-Chef war kurzzeitig in Quarantäne gewesen, nachdem er Kontakt zu dem nachweislich mit Corona infizierten Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) gehabt hatte. Er war trotz eines ersten negativen Tests und einer Aufhebung der Quarantänepflicht durch das Gesundheitsamt im Homeoffice geblieben.

17.30 Uhr: Erste Corona-Impfungen in Seniorenzentrum in Halberstadt

In Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben bereits am Samstag Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Im Seniorenzentrum Krüger wurde die 101 Jahre alte Edith Kwoizalla als erste Bewohnerin geimpft. Beobachtern zufolge nahm sie den Pieks gelassen und mit einem Lächeln hinter dem Mund-Nasen-Schutz entgegen. Der Landkreis habe zuvor angefragt, ob die Einrichtung vorbereitet sei, sagte Betreiber und Pflegefachkraft Tobias Krüger. „Jeder Tag, den wir warten, ist ein Tag zu viel“, sagte er. Insgesamt ließen sich den Angaben zufolge 40 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 10 Mitarbeitende impfen.

Der offizielle Impfstart ist in Deutschland für Sonntag geplant. Am Samstag wurden einige Zehntausend Impfdosen ausgeliefert. Sie werden von den zuständigen Landesbehörden an Impfzentren und mobile Teams verteilt. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

16.30 Uhr: Englische Corona-Variante erreicht Japan: Einreisestopp für Ausländer

Die in England aufgetretene Variante des Coronavirus ist erstmals auch in Japan nachgewiesen worden. Sie wurde zunächst bei fünf Menschen festgestellt, die zwischen dem 18. und 21. Dezember aus Großbritannien eingereist waren, wie Gesundheitsminister Norihisa Tamura am späten Freitagabend (Ortszeit) mitteilte. Sie befänden sich nun in einer 14-tägigen Quarantäne. Als Reaktion habe die Regierung beschlossen, von Montag an die Einreise von Ausländern vorübergehend zu untersagen, hieß es am Samstag in Medienberichten. Die Maßnahme solle bis Ende Januar gelten, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Der Sender NHK berichtete, insgesamt seien bislang sieben Fälle mit der Virus-Mutation bekannt. Bei den anderen beiden handele es sich um einen Piloten und einen seiner Angehörigen. Sie seien in ein Krankenhaus in Tokio gebracht worden. Die neue Variante ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form.

Japan meldete zudem einen Rekord von mehr als 3870 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Mit insgesamt rund 215 000 Ansteckungen und 3200 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus steht das Land mit seinen etwa 127 Millionen Einwohnern im internationalen Vergleich dennoch relativ gut da.

16 Uhr: Mehr als 1500 Corona-Neuinfektionen im Südwesten – weniger Tests

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg ist im Vergleich zur vergangenen Woche weniger als halb so hoch. Sie stieg nach Angaben von Samstag (Stand 14.00) innerhalb eines Tages um 1585 Fälle. Da das Robert Koch-Institut während der Feiertage aber mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete, sind diese Zahlen nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar.

Das Landesgesundheitsamt verzeichnete zudem 38 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Damit sind bislang 4437 Menschen im Südwesten mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg auf 228.876. Als genesen gelten den Angaben zufolge 167.514 Menschen im Südwesten. Am Samstag der vergangenen Woche waren 3463 neue Fälle gemeldet worden.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 615 Erkrankte, wie die Behörde mitteilte. Davon werden 337 künstlich beatmet. Derzeit sind 84,5 Prozent der 2393 betreibbaren Intensivbetten belegt.

14 Uhr: Spahn: Bundesregierung lässt anderen beim Impfen den Vortritt

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung der Bundesregierung verteidigt, sich zu Anfang der Corona-Impfkampagne nicht gleich selbst gegen das Virus impfen zu lassen. „Wir haben bewusst gesagt, wir beginnen zuerst mit einem Impfangebot an die besonders Verwundbaren, die besonders Verletzlichen“, sagte der CDU-Politiker am Samstag in Berlin. Er fügte aber hinzu: „Sollte es zu einem gegebenen Zeitpunkt auch Sinn machen, um Vertrauen zu stärken, ist jeder von uns als erstes bereit, sich auch impfen zu lassen.“

Am Sonntag beginnen die Corona-Impfungen in Deutschland. Zuerst sollen die Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden. Nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts ist „Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen“ erst in der fünften von sechs Stufen an der Reihe - zusammen mit den Menschen zwischen 60 und 64.

In den USA haben sich bereits der 61-jährige Vizepräsident Mike Pence und der zum Präsidenten gewählte Joe Biden mit seinen 78 Jahren impfen lassen. Spahn sagte, in Deutschland würde es so oder so Diskussionen geben: „Wenn sich die Politik zuerst impfen lässt, werden einige sagen: typisch, die wieder zuerst, und wann sind wir dran?“ Andererseits würden jetzt schon einige sagen: „Warum lassen die sich eigentlich nicht impfen, ist etwas nicht ok?“

12.50 Uhr: Kanzler Kurz warnt vor dritter Welle mit massiven Ansteckungszahlen

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz rechnet im kommenden Jahr europaweit mit einer dritten Corona-Welle und einem massiven Anstieg der Infektionszahlen. Zum Sommer sei dann mit einer gewissen Rückkehr zur Normalität zu rechnen, sagte Kurz dem Sender ORF am Samstag in einem Interview. Für Österreich hat seine Regierung die Corona-Einschränkungen am 2. Weihnachtstag nach einer kurzen Lockerung wieder verschärft. Häuser und Wohnungen dürfen nur mit gutem Grund verlassen werden - dazu gehören aber auch Sport treiben und spazieren gehen. Die Regeln gelten bis zum 17. Januar.

„Das erste Quartal 2021 wird sicherlich für Europa noch eine extreme Herausforderung, die dritte Welle wird über uns hereinbrechen, und die Ansteckungszahlen werden in vielen europäischen Ländern wieder massiv zunehmen“, sagte Kurz. „Danach gehe ich davon aus, dass es aufgrund der wärmeren Temperaturen, aber auch aufgrund der stetig steigenden Zahlen derer, die geimpft sind, eine stetige Entspannung geben wird. Und ich rechne damit, dass wir im Sommer wieder in weiten Teilen zur Normalität zurückkehren können.“

11.34 Uhr: Corona-Impfstoff ist unterwegs nach Baden-Württemberg

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland sind am Samstag die ersten Impfstoffdosen nach Baden-Württemberg und in einzelne andere Bundesländer gebracht worden. „Er ist auf dem Weg in den Südwesten“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums am Samstagmittag der dpa. Details zum Zeitpunkt der Lieferung nannte er aber nicht.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird der Impfstoff in Baden-Württemberg nicht über ein zentrales Lager verteilt, sondern direkt in die zehn großen Impfzentren geliefert. Die ersten Spritzen gegen das Coronavirus sollen am Sonntag in den landesweit verteilten Impfzentren gesetzt werden. Dann sollen auch mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheime ausrücken.

11.30 Uhr: Spahn sieht Deutschland gut vorbereitet auf Corona-Impfkampagne

Deutschland ist laut Gesundheitsminister Jens Spahn gut auf die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes vorbereitet. „Die Impfzentren sind startklar, die Impfteams stehen“, sagte der CDU-Politiker am Samstag in Berlin. Gleichzeitig machte er klar, dass das Coronavirus mit dem Start der Impfaktion noch nicht besiegt ist. „Wir werden einen langen Atem brauchen, um diese Pandemie hinter uns zu lassen.“

Die Corona-Impfungen sollen in Deutschland am Sonntag beginnen. Bereits am Samstag wurden die ersten Dosen an die Bundesländer ausgeliefert. Dort werden sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt. Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Spahn stimmte die Bürger darauf ein, dass angesichts der Größe der Kampagne vielleicht nicht alles sofort ganz glatt laufen wird. „Es wird an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln, das ist ganz normal.“ Der Gesundheitsminister bekräftigte das Ziel, Mitte des Jahres „mit dem Impfen in die Fläche zu gehen und jedem der will, ein Impfangebot zu machen“.

10.45 Uhr: RKI registriert am ersten Weihnachtstag 14 455 Corona-Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben am ersten Weihnachtstag insgesamt 14 455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 240 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Da das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete, sind diese Zahlen aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Am vergangenen Samstag (19.12.) war mit 31 300 Neuinfektionen binnen eines Tages einer der bislang höchsten Werte erreicht worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am Mittwoch vergangener Woche (16.12.) registriert worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Samstagmorgen bei 171. Ihr bisheriger Höchststand war am Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 404 und Thüringen mit 303, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 83.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1 627 103 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 26.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Samstag auf 29 422. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 223 700 an.

10.39 Uhr: Corona-Variante aus England erreicht Japan

Die in England aufgetretene Variante des Coronavirus ist nun erstmals auch in Japan nachgewiesen worden. Sie wurde bei fünf Menschen festgestellt, die zwischen dem 18. und 21. Dezember aus Großbritannien eingereist waren, wie Gesundheitsminister Norihisa Tamura am späten Freitagabend (Ortszeit) mitteilte.

Die Betroffenen seien in eine 14-tägige Quarantäne geschickt worden. Einer von ihnen habe Erschöpfungserscheinungen, die anderen vier seien symptomfrei. Die fünf waren eingereist, bevor Japan Einreisebeschränkungen wegen der in Großbritannien entdeckten Virus-Mutation verhängte. Diese ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form.

Japan meldete zudem einen Rekord von 3 823 Corona-Neuinfektionen an einem Tag. Mit insgesamt rund 215 000 Ansteckungen und 3 200 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus steht das Land mit seinen etwa 127 Millionen Einwohnern im internationalen Vergleich dennoch relativ gut da.

9 Uhr: Corona-Impfstoff wird an die Bundesländer verteilt

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland sind die ersten Impfstoffdosen in einzelnen Bundesländern eingetroffen. In Bayern nahmen Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) die Lieferung am Samstagmorgen in Erlangen in Empfang.

Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9750 Impfdosen, sagte Huml. Die übrigen Dosen sollten in München ankommen. Von München und Erlangen aus wird der Impfstoff regional verteilt, alle 99 Impfzentren in Bayern sollen damit versorgt werden. Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen.

In Thüringen brachte ein Logistikunternehmen den Impfstoff am Samstagmorgen per Kühltransport und in Polizeibegleitung zur Lagerung an einen Ort, der zunächst nicht näher genannt werden sollte. Auch in anderen Bundesländern liefen die Vorbereitungen zur Verteilung des Impfstoffs auf Hochtouren.

Der Bund lässt an diesem Samstag mehrere zehntausend Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte liefern. Von dort werden sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt, die dann am Sonntag die ersten Impfungen verabreichen sollen. Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Samstag, 26. Dezember, 8.40 Uhr: Erster Fall von englischer Coronavirus-Variante in Frankreich

In Frankreich ist ein erster Fall der in Großbritannien aufgetretenen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Ein Franzose, der in Großbritannien lebe, habe sich angesteckt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Der Mann sei vor einer Woche von London aus ins westfranzösische Tours gereist. Er habe keine Symptome und sei isoliert.

In Großbritannien war zuletzt eine mutierte Variante des Coronavirus aufgetaucht. Sie ist möglicherweise deutlich ansteckender als die bisher bekannte Form.

Tausende Fernfahrer waren seit vergangenem Sonntag in England steckengeblieben, nachdem Frankreich wegen einer neuen Coronavirus-Variante seine Grenze für Reisende von der Insel komplett geschlossen hatte. Am Mittwoch wurde dann eine Einigung zwischen London und Paris erreicht: Fernfahrer und andere Reisende müssen sich einem Corona-Schnelltest unterziehen, bevor sie den Ärmelkanal in Richtung Frankreich überqueren dürfen. Frankreich will am Sonntag an zwei Orten mit Impfungen beginnen.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 25. Dezember:

20 Uhr: Knapp 2000 Corona-Neuinfektionen im Südwesten, 27 weitere Todesfälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 1947 Fälle gestiegen. Nach Angaben vom Freitag verzeichnete das Landesgesundheitsamt zudem 27 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Damit sind bislang insgesamt 4399 Menschen im Südwesten mit oder an einer Corona-Infektion gestorben.

Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg auf aktuell 227.291. Als genesen gelten den Angaben zufolge 164.484 Menschen im Südwesten. In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 626 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 332 künstlich beatmet.

Derzeit sind 84,3 Prozent der 2390 betreibbaren Intensivbetten belegt. Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 175,2. Von den 44 Stadt- und Landkreise liegen 27 über dem Wert von 100. Eine Ausnahme ist Baden-Baden (Inzidenz von 76,1). Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet.

19 Uhr: Österreich startet in den dritten Lockdown

In Österreich beginnt am Samstag der dritte Lockdown. Viele Geschäfte müssen drei Wochen schließen. Außerdem gelten bis mindestens Mitte Januar Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Mit der Maßnahme will das Land die Verbreitung des Coronavirus weiter eindämmen. Zuletzt war das öffentliche Leben von Mitte November bis Anfang Dezember heruntergefahren worden.

Seitdem ist die Zahl der Neuinfektionen deutlich gefallen. In den vergangenen sieben Tagen wurden rund 160 Fälle pro 100.000 Einwohner gezählt. Damit liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Gegensatz zu den vergangenen Monaten inzwischen unter den aktuellen Werten in Deutschland.

18 Uhr: Corona-Impfstoff wird an die Bundesländer verteilt

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland kommt am Samstag der Impfstoff in den einzelnen Bundesländern an. Der Bund lässt mehrere zehntausend Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte liefern. Von dort werden sie dann an Impfzentren und mobile Teams verteilt, die dann am Sonntag die ersten Impfungen verabreichen sollen.

Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird am Samstag auf einer Pressekonferenz in Berlin über die Impfaktion informieren. Er hat die Bevölkerung bereits auf mögliche Anlaufschwierigkeiten eingestellt: „Es wird am Anfang ruckeln.“

17.34 Uhr: „Querdenken“-Initiator Ballweg kündet Pause der Großdemos an

Der Gründer der „Querdenken“-Initiative Michael Ballweg hat die Anhänger der Bewegung zu einer Pause der Großdemos aufgerufen. In einer Videobotschaft auf der Seite der Gruppe „Querdenken 711“ aus Stuttgart sagte Ballweg, er werde bis auf weiteres keine Großdemos mehr anmelden. Er wolle den Winter stattdessen nutzen, um Kräfte zu sammeln, begründete er sein Vorgehen.

Er empfehle allen „Querdenken“-Gruppen in ganz Deutschland, es ihm gleich zu tun. Auch mit Blick auf die am 30. Dezember in Berlin ursprünglich geplante Großdemo rief er die „Querdenken“-Anhänger auf, zu Hause bleiben, und auch am 31. Dezember und 1. Januar nicht in die Bundeshauptstadt zu fahren.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die für den 30. Dezember in Berlin geplante „Querdenken“-Demonstration gegen staatliche Beschränkungen in der Corona-Krise verboten wurde. „Ich möchte euch bitten, das Verbot zu akzeptieren“ sagte Ballweg in dem Video. Er freue sich aber, wenn es weiter an vielen Ort in Deutschland kleine Versammlungen gebe, die im Einklang mit den Verordnungen der Länder stünden.

16.31 Uhr: Erste Corona-Impfungen im Landkreis Lindau: Mobile Impfteams starten am 27. Dezember in Alten- und Pflegeheimen

Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus beginnen im Landkreis Lindau am 27. Dezember. Für den Start stehen 100 Impfdosen für Alten- und Pflegeheime zur Verfügung. Hier lesen Sie alle Details.

15.31 Uhr: RKI registriert 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 25.533 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 412 Todesfälle verzeichnet, wie das RKI nun bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das RKI rechnet während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern.

Am vergangenen Freitag war mit 33.777 Neuinfektionen ein Höchststand verzeichnet worden, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Der Höchststand von 952 Todesfällen war am 16. Dezember erreicht worden. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitag bei 188,8.

Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert der Bundesländer erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 441,3 - mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Es folgen Thüringen mit einem Wert von 320,6 und Sachsen-Anhalt mit 200,3. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 87,1 verzeichnet.

13.55 Uhr: „Jugend musiziert“ im Südwesten wegen Corona erstmals digital

Den Wettbewerb „Jugend musiziert“ wird es in Baden-Württemberg 2021 aufgrund der Corona-Pandemie erstmals in digitaler Form geben. Dies hat der Landesausschuss des Wettbewerbs entschieden, wie eine Sprecherin des Landesmusikrats mitteilte. Zudem sollen die Regionalwettbewerbe im kommenden Jahr mit dem Landeswettbewerb zusammengelegt werden und so einen großen digitalen Wettbewerb für das ganze Land ermöglichen. Die Beiträge sollen künftig als Video eingereicht werden können. Für die zweite Jahreshälfte plant der Landesmusikrat wieder mit Wettbewerben in Präsenzform. Ob und wann es solche geben wird, sollten die Regionalausschüsse entscheiden, hieß es.

12.45 Uhr: Papst-Weihnachtsbotschaft: Corona-Impfungen allen zugänglich machen

In seiner Weihnachtsbotschaft hat Papst Franziskus für Frieden und ein Endes des Leids auf der Welt gebetet und den Gläubigen den päpstlichen Segen „Urbi et orbi“ gespendet. „Wir sitzen alle im gleichen Boot“, sagte der 84-Jährige in der Benediktionsaula des Apostolischen Palastes. Die Feier musste wegen der Corona-Beschränkungen dorthin verlegt werden. An Ostern hatte Franziskus den Segen noch im Petersdom gesprochen.

In seiner Weihnachtsbotschaft betete er für die Menschen, die Leid und Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie erfahren hatten, zum Beispiel Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Impfstoffe sollten allen und vor allem den Verletzlichsten zugänglich gemacht werden, forderte er. Außerdem gedachte Franziskus den Menschen, die unter Gewalt und Terror in Kriegs- und Krisengebieten litten. Im Anschluss spendete das Oberhaupt der katholischen Kirche den Segen „Urbi et orbi“ (Für die Stadt und den Erdkreis). Damit erlässt der Papst den Gläubigen die Strafen für ihre Sünden. Er gehört zu den wichtigsten Segen der katholischen Kirche.

11.50 Uhr: Weihnachtspredigten im Zeichen der Pandemie - „geistlicher Impfstoff“

Die Weihnachtsbotschaften der christlichen Kirchen Baden-Württembergs sind in diesem Jahr von der Pandemie geprägt gewesen. So empfahl Erzbischof Stephan Burger den Menschen zum Fest neben dem Corona-Impfstoff auch geistlichen Impfstoff. Dieser erwachse aus der Erkenntnis der Liebe Gottes, von der man sich trotz Corona, manchen Leids und offener Fragen umfangen und leiten lassen solle. „Es ist eine Art geistlicher Impfstoff, der uns schon längst zur Verfügung steht und uns befähigt zu leben“, betonte der katholische Bischof. Burger predigte im Freiburger Münster vor einer coronabedingt stark reduzierten Gemeinde.

Der Bischof der evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, griff die Pandemie in seiner Predigt ebenfalls auf. „Sie hat tiefe Wunden geschlagen in Familien, die den Tod eines Lieben betrauern. Hat Gräben hineingerissen in unsere Gesellschaft. Bringt tiefe wirtschaftliche Sorgen, auch hier bei uns, in Stuttgart, in Baden-Württemberg.“

10.30 Uhr: CDU-Politiker wollen Datenschutz bei Corona-Warn-App lockern

Angesichts der hohen Infektionszahlen fordern CDU-Politiker, die strengen Datenschutzvorgaben bei der Corona-Warn-App zu lockern. „Im ganzen Land gelingt es Gesundheitsämtern nicht mehr, Infektionsketten nachzuverfolgen“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Tino Sorge der neuen Ausgabe des Magazins „Focus“. „Es ist höchste Zeit, sie zu unterstützen - nicht nur mit Soldaten, sondern auch mit Daten.“ Nach Ansicht des Gesundheitsexperten sollten App-Nutzer künftig zumindest freiwillig Informationen mit den Behörden teilen können. Auch der Hamburger CDU-Chef und Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß plädierte für einen besseren Datenzugriff der Ämter. „Dadurch können Leben gerettet und Unternehmen vor Schließungen geschützt werden“, sagte er. Ein Update sollte daher noch vor dem geplanten Ende des Lockdowns am 10. Januar bereitstehen.

9 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Etwa zwei Drittel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 32 Prozent der Befragten an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind zwar ebenfalls dazu entschlossen, wollen aber trotzdem erst einmal mögliche Folgen der Impfung bei anderen abwarten. 19 Prozent haben sich gegen eine Impfung entschieden, 16 Prozent sind noch unentschlossen.

Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent hat aber auch Angst vor Nebenwirkungen der Impfung. Nur ein Drittel hat solche Befürchtungen nicht. 10 Prozent machten dazu keine Angaben. Am kommenden Sonntag sollen die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland starten. Anfangs sollen Ältere über 80 sowie Bewohner und Personal in Pflegeheimen zum Zug kommen, daneben Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, etwa in Intensivstationen und Notaufnahmen.

Freitag, 25. Dezember, 8.10 Uhr: Papst begeht Weihnachten ohne die üblichen Menschenmassen

Christliche Weihnacht unter Corona-Bedingungen: Unter strikten Hygienevorschriften und ohne den üblichen Massenandrang haben am Heiligabend die traditionellen Zeremonien in Rom und Bethlehem stattgefunden. Papst Franziskus feierte die Christmette vor weniger als 200 Gläubigen im Petersdom. Dabei rief das Kirchenoberhaupt die Gläubigen auf, nicht „das eigene Schicksal zu beklagen, sondern die Tränen jener zu lindern, die leiden“. Auch bei der Mitternachtsmesse in Bethlehem war die Besucherzahl stark reduziert.

Papst Franziskus legte in seiner Predigt am Donnerstagabend den Schwerpunkt auf die Nächstenliebe und kritisierte den Egoismus. Die Christmette des Papstes war um zwei Stunden auf 19.30 Uhr MEZ vorverlegt worden, damit die in Italien zum Schutz gegen das Coronavirus geltende Ausgangssperre ab 22.00 Uhr eingehalten werden konnte. Die meisten Plätze im Petersdom blieben leer. Die Besucher trugen Atemschutzmasken. Bei ihnen handelte es sich vorwiegend um Beschäftigte des Vatikanstaates. Auch seine traditionelle Botschaft am ersten Weihnachtsfeiertag wird der Papst unter völlig veränderten Bedingungen halten. Statt wie üblich von der Loggia des Petersdoms wird Franziskus in der Benediktionsaula seine Botschaft an die Gläubigen in aller Welt sprechen und dann den feierlichen Papstsegen „Urbi et Orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“) spenden.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 24. Dezember:

19.30 Uhr: 3499 neue Infektionen im Südwesten - 42 weitere Todesfälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 3499 Fälle gestiegen. Das sind etwas weniger als am Vortag (4391). Das Landesgesundheitsamt verzeichnete zudem 42 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus (Vortag: 64).

Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg damit auf aktuell 225.344. Als genesen gelten den Angaben zufolge 161.101 Menschen im Südwesten. 4372 Menschen starben bisher mit einer Corona-Infektion.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 618 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 332 künstlich beatmet. Derzeit sind 84,2 Prozent der 2422 betreibbaren Intensivbetten belegt.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 195,3. Fast alle 44 Stadt- und Landkreise liegen weiterhin deutlich über dem Wert von 100. Eine Ausnahme ist Baden-Baden (Inzidenz von 96,0). Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet.

18 Uhr: „O du fröhliche“: Menschen singen gemeinsam auf Balkonen

Mehrere Menschen haben an Weihnachten in München auf Balkonen gemeinsam gesungen und musiziert. Der Bayerische Musikrat hatte für 15.00 Uhr an Heiligabend zu einem landesweiten gemeinsamen Musizieren auf Balkonen, Terrassen oder am offenen Fenster aufgerufen. Die Teilnehmer stimmten zusammen die Lieder „Alle Jahre wieder“ und „O du fröhliche“ an.

In der Münchner Innenstadt mussten einige allerdings ihre Darbietung kurzzeitig einstellen, weil das Geläut von Kirchenglocken sie übertönte. Anschließend applaudierten sie und wünschten sich von Fenster zu Fenster frohe Weihnachten.

16.25 Uhr: Erster Fall von Coronavirus-Mutation in Deutschland nachgewiesen

In Baden-Württemberg ist bei einer Frau die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Mutation nachgewiesen worden. Es handele sich um den ersten bekannten Fall in Deutschland, teilte ein Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums mit.

Die Frau sei am 20. Dezember aus Großbritannien über den Flughafen Frankfurt/Main nach Baden-Württemberg eingereist. Sie besuche derzeit Angehörige im Landkreis Freudenstadt und befinde sich in häuslicher Isolation. Die mutierte Variante B.1.1.7 des Coronavirus war erstmals in Großbritannien nachgewiesen worden.

Die Frau habe bereits am Sonntag bei Ankunft am Frankfurter Flughafen wie alle anderen Passagiere der von London-Heathrow kommenden Maschine einen Schnelltest gemacht, der positiv ausfiel. Verwandte hätten sie mit dem Auto vom Flughafen abgeholt, seitdem sei sie in häuslicher Isolation. Zur Diagnosesicherung erfolgte dem Sprecher zufolge am Montag ein PCR-Test, der ebenfalls positiv ausgefallen sei. Die Abstrichprobe sei an das zuständige Labor der Berliner Charité gesandt worden. Von dort sei am heutigen Donnerstag der Nachweis der Virusvariante B.1.1.7 erfolgt.

Die Frau habe am Montag milde Krankheitssymptome entwickelt. Insgesamt seien drei enge Kontaktpersonen ermittelt worden, die sich ebenfalls in Quarantäne befänden.

15.30 Uhr: Neuer Höchstwert an Corona-Neuinfektionen und 802 Todesfälle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt weiter. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 32.195 neue Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Damit haben die aktuell gemeldeten Neuinfektionen wieder einen Höchstwert erreicht. Am vergangen Freitag hatte das RKI zwar 33.777 Infektionen bekannt gegeben, darin waren aber rund 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg enthalten.

Welchen Erfolg gewisse Maßnahmen gegen Corona haben, zeigt sich aufgrund des Meldeverzugs in der Regel erst nach rund zwei Wochen. Der aktuelle Lockdown in Deutschland gilt seit Mittwoch der vergangenen Woche.

Die Zahl der Todesfälle innerhalb eines Tages bleibt hoch: 802 Menschen starben an oder mit Corona.  Auf den Intensivstationen steigt die Zahl der Patienten unvermindert. Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi)  wurden 5354 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt - das sind 111 mehr als am Vortag. 2832 der Patienten wurden an Weihnachten invasiv beatmet. Dabei ist es in der Regel nötig, sie ins künstliche Koma zu versetzen.

14.15 Uhr: Inzidenzwert in Blumberg steigt auf 308: Pfarrer sagen Weihnachtsgottesdienste ab

In Blumberg wird es dieses Jahr keine Weihnachtsgottesdienste geben. Nachdem der Inzidenzwert in Blumberg von Mittwoch auf Donnerstag auf 308 stieg, sagten die Geistlichen die Gottesdienste ab.

12 Uhr: DRK: Infektionsrate bei Weihnachts-Schnelltests unter halbem Prozent

Die Zahl der Corona-Infizierten bei den Schnelltests zu Weihnachten ist nach Auskunft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sehr gering. Die Rate liege unter einem halben Prozent, sagte der Sprecher des DRK-Landesverbands, Udo Bangerter nun. „Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion.“ Das DRK hat landesweit mehr als 100 Stationen für die Tests errichtet - etwa zwei Drittel aller von Hilfsorganisationen angebotenen Teststandorte.

Unter freiem Himmel, in Gebäuden, Hallen und bei Durchfahr-Stationen testeten Freiwillige Menschen, die für die Besuche bei Angehörigen auf Nummer sicher gehen wollten. In bis zu einer halben Stunde danach hatten sie das Ergebnis des Antigentests. Rund 80.000 Test-Kits waren vom Sozialministerium kostenfrei bereit gestellt worden. In 114 Gemeinden im Südwesten gab es das Angebot - auch zwischen Schwarzwald, Bodensee und Hochrhein.

11 Uhr: Österreichs Ski-Pisten wieder geöffnet

Trotz der Corona-Pandemie haben in Österreich an Heiligabend die mehr als 400 Ski-Stationen des Landes wieder geöffnet. Wie zu Monatsbeginn von der Regierung angekündigt, durfte der Ski-Betrieb am Donnerstag wieder aufgenommen werden - und das obwohl in zwei Tagen ein dritter landesweiter Corona-Lockdown in Kraft tritt.

Die österreichische Regierung argumentiert, als Sport im Freien sei Skifahren ohne Ansteckungsgefahren möglich, wenn die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen würden. Da nicht nur Bars und Restaurants, sondern auch Hotels geschlossen bleiben müssen, bleibt das Ski-Vergnügen praktisch der örtlichen Bevölkerung vorbehalten - und das ohne Après-Ski.

Besucher aus Deutschland müssen in Österreich zuerst zehn Tage lang in Quarantäne, so dass Skiausflüge in das Nachbarland unrealistisch sind.

10.09 Uhr: So war der Start der landesweiten Corona-Schnelltest-Aktion im Südwesten

Mit einer landesweiten Schnelltest-Aktion will Baden-Württemberg Infektionen am Weihnachtsbaum möglichst verhindern. Die Aktion am Mittwoch und an Heiligabend richtet sich vor allem an Menschen, die gefährdete Angehörige besuchen wollen und dafür mehr Sicherheit suchen. Auch in der Region wurde bereits getestet. Wir geben einen Überblick.

9.10 Uhr: Das bedeutet die verschärfte Quarantäneverordnung des Landes für die Stadt Konstanz und den Einkaufstourismus

Wie Händler und Lokalpolitiker auf die neue Verordnung reagieren? Offenbar wurden alle von der neuen Quarantäneverordnung überrascht. An einigen Stellen wurde noch nachträglich nachgebessert. Wir geben einen Überblick.

9 Uhr: Kerber über Corona-Impfung: „Einzige Weg zurück zur Normalität“

Tennisspielerin Angelique Kerber steht einer Corona-Impfung offen gegenüber. „Ich vertraue voll und ganz auf die Experten und dass sie genau wissen, was sie machen“, sagte die 32-Jährige. „Ich bin auf jeden Fall davon überzeugt, dass man sich impfen lassen soll, wenn man an der Reihe ist. Ich denke, dass es der einzige Weg ist, zurück zur Normalität zu finden.“

Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin, derzeit die Nummer 25 der Welt, will am 31. Januar in Australien in die neue Saison starten. Im veränderten Turnierkalender wird Kerber vor den Australian Open bei einem Vorbereitungsturnier in Melbourne antreten.

8.11 Uhr: Studie: Rund 3 Prozent der Münchner bisher mit Corona infiziert

Einer großangelegten Antikörper-Studie zufolge haben sich in München bis November knapp 3,3 Prozent der Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Damit habe sich die Zahl derjenigen, die Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus entwickelt haben, seit der ersten Welle fast verdoppelt, teilten die Forscher der Infektions- und Tropenmedizin der Uniklinik München mit. Es ist die erste große Studie bundesweit, die Ergebnisse über die Infektionszahlen in der zweiten Welle liefert. Zu Beginn der neuen Testrunde waren bei den Gesundheitsbehörden rund 1,5 Prozent der Münchner als Corona-positiv registriert gewesen.

7.07 Uhr: Maschinenbau sieht schwierigste Corona-Phase überwunden

Der Maschinenbau in Baden-Württemberg hält die schlimmsten Auswirkungen der Corona-Pandemie für erst einmal überwunden - die Unsicherheit aber bleibt. „Trotz des aktuell zweiten Teil-Shutdowns gehen wir davon aus, dass die schwierigste Phase überstanden ist“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA im Südwesten, Dietrich Birk.

Viel hänge aber davon ab, wie lange die Pandemie noch dauere, wie lange die zuletzt positiven Effekte aus China anhielten und wie die Unternehmen die Ramp-up-Phase meisterten, also den Wiederhochlauf der Produktion und damit möglicherweise verbundene Finanzierungsprobleme.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 23. Dezember:

21.05 Uhr: Skifahren und Shoppen passé: Baden-Württemberg erschwert den Grenzverkehr zur Schweiz – Was geht und was nicht mehr?

Zum Shoppen oder zum Skifahren über die Grenze – bislang war das kein Problem. Das ist nun anders. Seit Mittwoch erschwert das Land Baden-Württemberg den Grenzübertritt – mit Hilfe von verschärften Quarantäneregeln. Was das für Grenzpendler bedeutet und warum deutsche Supermärkte demnächst deutlich leerer sein dürften: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

20 Uhr: 4391 neue Infektionen im Südwesten - 64 weitere Todesfälle

 Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um genau 4391 Fälle gestiegen. Nach Angaben vom Mittwoch verzeichnete das Landesgesundheitsamt zudem 64 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 619 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 350 künstlich beatmet. Derzeit sind 86 Prozent der 2422 betreibbaren Intensivbetten belegt.

18 Uhr: Polizei verbietet Demonstration gegen Corona-Maßnahmen am 30. Dezember

Die Berliner Polizei hat eine für den 30. Dezember geplante Großdemonstration gegen die staatlichen Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie verboten. "Eine sorgfältige Prüfung der Versammlungsbehörde hat ergeben, dass die Durchführung der Versammlung - insbesondere in der aktuell vorherrschenden Pandemiesituation - zu einer unmittelbaren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führt", teilte die Polizei  mit.

Zu der Kundgebung auf der zentralen Straße des 17. Juni hatten die von Beobachtern der Querdenker-Szene zugeordneten Veranstalter nach eigenen Angaben 22.500 Menschen erwartet.

16.50 Uhr: Kretschmanns Weihnachtsappell: „Suchen Sie nicht nach Schlupflöchern“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat kurz vor Heiligabend bei den Bürgern angesichts der Corona-Krise um Verständnis und für Verzicht geworben. „Große Familienfeiern, ausgiebige Besuche bei Verwandten und Freunden sind dieses Mal leider nicht möglich“, teilte der Grünen-Politiker mit. „Und auch auf manche schöne Tradition werden wir dieses Jahr verzichten müssen - oder sie wird zumindest anders aussehen.“ Die Einschränkungen seien schmerzhaft, aber notwendig. „Ein normales Weihnachten würde uns in diesem Jahr in den Gesundheitsnotstand führen.“ Man müsse auch nicht alles tun, was erlaubt sei. „Suchen Sie nicht nach Schlupflöchern, sondern schließen sie diese eigenverantwortlich.“ Wenn sich alle an die Corona-Schutzmaßnahmen hielten, werde man die zweite Welle brechen.

15.41 Uhr: Macron geht es besser - Weiter in Corona-Isolation

Der Gesundheitszustand des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der sich mit dem Coronavirus angesteckt hatte, verbessert sich. Das bestätigten Kreise des Präsidialamtes am Mittwoch in Paris ohne weitere Einzelheiten.

Der Staatschef war vor knapp einer Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Wochenende litt er unter Husten, Müdigkeit und Muskelschmerzen.

Der 43-Jährige hatte sich in die Präsidentenresidenz La Lanterne am Rande des Schlossparks von Versailles zurückgezogen. Dort arbeitet er auch. Erst am Dienstag sprach er mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin, wie aus Élyséekreisen verlautet war.

Frankreich gehört zu den europäischen Ländern, die stark von der Covid-19-Pandemie betroffen sind. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern sind seit Ausbruch der Pandemie nach Behördenangaben fast 62 000 infizierte Menschen gestorben.

15.27 Uhr: Virologen: Neuer Virus-Typ bisher nicht in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland ist bisher noch kein bestätigter Fall einer Infektion mit der in Großbritannien zirkulierenden Coronavirus-Variante entdeckt worden. Es seien im Konsiliarlabor für Coronaviren in Berlin bislang 834 Genomsequenzen aus allen Teilen Deutschlands untersucht worden, teilte der Vorstand der Deutschen Virologischen Gesellschaft am Freitag mit. In verschiedenen virologischen Laboren in Deutschland seien darüber hinaus mehr als 1400 Genomsequenzen und über 500 Teilsequenzen untersucht worden. Die neue Variante habe nicht nachgewiesen werden können. Dennoch gehen Experten davon aus, dass die Virus-Variante Deutschland schon erreicht haben dürfte - wenn auch unerkannt.

Die Virologen wiesen darauf hin, dass die Untersuchungsergebnisse derzeit nur eine Momentaufnahme darstellten. Die Sequenzierung gesamter Virusgenome und die bioinformatische Auswertung seien zeitaufwendige Prozesse, so dass aktuelle Geschehnisse nur unzureichend erfasst werden könnten.

Es werde gegenwärtig mit Hochdruck an der Entwicklung von PCR-Verfahren zum spezifischen Nachweis der neuen Sars-CoV-2-Variante gearbeitet. Nach einer vorläufigen Risikoeinschätzung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) weise die neue Variante möglicherweise eine um bis zu 70 Prozent höhere Übertragungsrate als bisher zirkulierende Sars-CoV-2-Varianten auf, teilte die GfV mit. Diese Schätzung müsse jedoch in weiteren Untersuchungen überprüft werden.

15.16 Uhr: Elke Büdenbender findet Umgang mit Corona-Toten „befremdlich“

Juristin Elke Büdenbender empfindet den Umgang mit Corona-Toten „befremdlich“. Aus ihrer Sicht werde zu wenig über die Verstorbenen gesprochen, sagte die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). „Ich halte es für ganz wichtig, als Gesellschaft noch stärker anzuerkennen, dass es viele Tote in der Corona-Zeit gibt - Menschen, die an Corona sterben, aber auch Menschen, die allein sterben mussten, weil niemand bei ihnen sein durfte“, sagte Büdenbender. Sie sprach von großem Leid, das Einzelne erführen, das aber auch die Gesellschaft insgesamt prägen werde. „Hinter jedem Corona-Toten steht ein ganzes Leben, ein ganzes Buch. Der Pastor sagte bei der Beerdigung meines Vaters: Mit jedem Sterben verbrennt eine ganze Bibliothek. Es gehen gerade ganz viele Menschen mit ihren Geschichten dahin“, sagte Büdenbender.

15.02 Uhr: Biontech und Pfizer liefern weitere 100 Millionen Impfdosen an USA

Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer liefern zusätzliche 100 Millionen Dosen ihres Corona-Impfstoffes an die USA. Die Präparate werden in Anlagen in den USA produziert, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl der Impfdosen für die USA auf 200 Millionen.

Mindestens 70 Millionen der zusätzlichen Impfstoffdosen sollen den Angaben zufolge bis zum 30. Juni 2021 geliefert werden. Die verbleibenden 30 Millionen Dosen sollen bis spätestens 31. Juli folgen. Die US-Regierung werde 1,95 Milliarden Dollar für die zusätzliche Menge bezahlen und habe außerdem die Option, bis zu 400 Millionen zusätzliche Dosen des Biontech/Pfizer-Präparats zu erwerben, hieß es.

„Dieser neue Regierungsauftrag kann Amerikanern noch mehr Sicherheit geben, dass wir genug Impfstoff haben werden, um bis Juni 2021 jeden Amerikaner zu impfen, der das möchte“, erklärte US-Gesundheitsminister Alex Azar am Mittwoch. Pfizer-Chef Albert Bourla erklärte: „Mit diesen 100 Millionen zusätzlichen Dosen werden die Vereinigten Staaten in der Lage sein, mehr Menschen zu schützen und hoffentlich diese verheerende Pandemie schneller zu beenden.“

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech wird in den USA auf Basis einer Notfallzulassung seit vergangenem Montag eingesetzt. Der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna wird in den USA erst seit dieser Woche verabreicht.

14.03 Uhr: Ausgangsbeschränkung beschneidet auch Reisen per Bahn und Flieger

Während der erweiterten Ausgangsbeschränkungen zwischen 20.00 und 05.00 Uhr sind in Baden-Württemberg Bahnreisen im Nah- und Fernverkehr sowie per Flieger nur aus triftigem Grund zulässig. Darauf wies am Mittwoch das Verkehrsministerium in Stuttgart hin. Wer nicht unbedingt reisen müsse, müsse zu Hause bleiben. „Ausnahmen gibt es nur in wenigen Fällen, zum Beispiel bei Verspätungen und nicht möglicher Umbuchung.“

Nach Angaben des Verkehrsministeriums ist der Buchungszeitpunkt der Verbindung entscheidend, ob man die Reise unternehmen kann. Wer vor dem Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen am 16. Dezember bereits eine Zug- oder Flugverbindung gebucht habe, könne diese auch während der Ausgangssperre antreten. Voraussetzung sei allerdings, dass eine Umbuchung der Verbindung nicht zumutbar sei, beispielsweise bei zu hohen Kosten. Wenn zuerst ein Sonder- oder Sparangebot gebucht worden sei und nach der Umbuchung nur noch Zugverbindungen zum normalen Preis zur Verfügung stünden, mache dies eine Umbuchung jedoch nicht pauschal unzumutbar.

13.41 Uhr: Höchstwert: 962 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

Auch im Lockdown steigen die Corona-Todesfälle in Deutschland weiter. Es gibt zwar sinkende Zahlen bei den Neuinfektionen, aber ob sie schon eine Trendwende bedeuten, ist unklar.

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat erneut einen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 962 Menschen die mit oder an Corona gestorben sind, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Außerdem wurden 24 740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (16.12.) waren 27 728 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 952 Todesfällen verzeichnet worden. Den bisherigen Höchstwert mit 33 777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank bis Mittwoch erstmals seit Wochen - und zwar leicht auf 195,1. Tags zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 319,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 96,3 verzeichnet.

Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen und der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) rechnet damit, dass der Lockdown aufgrund der Zeit von der Infektion bis zum möglichen Tod erst nach Wochen zu sinkenden Todeszahlen führen wird. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 27 968.

Die deutschen Intensivmediziner gehen auch für die kommenden Wochen von einer weiteren Zunahme der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen aus. „Wir rechnen mit dem Peak in den nächsten zwei bis drei Wochen“, hatte Christian Karagiannidis von den Kliniken Köln am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz der Divi gesagt. Am Dienstag wurden laut Divi-Tagesregister 5216 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Er rechne damit, dass es im Januar gleichzeitig „um die 6000“ Intensivpatienten geben wird, sagte Karagiannidis.

12.28 Uhr: Spahn hofft bis Sommer auf Impfstoff für alle Bürger in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein „Impfangebot“ machen zu können - sofern die Impfstoffe, die sich in der Endphase der Studien befinden, auch eine Zulassung erhalten. Das sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Er rechne bis Ende März mit elf bis zwölf Millionen Impfdosen.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es „zu Beginn knapp sein würde“, betonte der Gesundheitsminister. Deshalb werde es weiterhin nötig sein, bei dem zeitlichen Ablauf nach Gruppen zu priorisieren. Bis Ende dieses Jahres könne der Bund 1,3 Millionen Dosen des Herstellers Biontech an die Bundesländer ausliefern lassen. Ab Sonntag werde es dann vor allem in den Pflegeheimen losgehen. „Diese Dosen werden schon einen großen Unterschied machen können für viele Pflegeeinrichtungen“, sagte Spahn.

12.05 Uhr: CDU-Generalsekretär zu Gottesdiensten: Traue Menschen Entscheidung zu

In der Debatte über Weihnachtsgottesdienste mitten in der Corona-Pandemie hat CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak die Eigenverantwortung der Menschen betont. Auf die Frage, wie die CDU dazu stehe, dass Gottesdienste stattfinden dürften, sagte Ziemiak am Mittwoch im Interview bei ntv, man müsse sich anschauen, welche Konzepte es gebe.

Zugleich müsse sich jeder die einfache Frage stellen: „Ist das in diesem Jahr angebracht oder ist es nicht angebracht? Ich traue den Menschen dort eine klare Entscheidung zu. Das kann jeder selbst dann auch entscheiden im Rahmen dessen, was auch gesetzlich möglich ist.“

Bund und Länder hatten in ihrem Lockdown-Beschluss am 13. Dezember vereinbart, dass Gottesdienste unter strengen Hygienevorgaben zulässig sind.

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Strategie verwies Ziemiak auf die Entwicklung der Infektionszahlen. Man müsse jetzt alles dafür tun, dass diese nach unten gingen. „Ob der 10. Januar reicht, als Datum, wo man über andere Maßnahmen sprechen kann, das wird sich zeigen, das werden die Zahlen zeigen. (...) und dann wird man weitersehen, welche Maßnahmen werden dann erforderlich sein, aber wir haben Licht am Ende des Tunnels, nämlich den Impfstoff.“

11.20 Uhr: 90-jährige Schweizerin unter ersten Corona-Impflingen

In der Schweiz sind am Mittwoch in einigen Kantonen die Corona-Impfungen angelaufen. Eine der ersten, die den Wirkstoff als Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bekam, war eine 90 Jahre alte Frau aus einem Altenheim bei Luzern, wie die Gesundheitsdirektion des Kantons berichtete.

Die Schweizer Regulierungsbehörde Swissmedic hatte den Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am vergangenen Samstag zugelassen. Die ersten knapp 110.000 Impfdosen waren am Dienstag angeliefert worden. Die Armee ist für die Verteilung der Bestände im ganzen Land zuständig.

10.43 Uhr: Infizierte auf Forschungsstation: Corona erreicht Antarktis

Das Coronavirus hat eine Forschungsstation in der Antarktis und damit nun alle Kontinente erreicht. Mindestens 36 Corona-Infizierte sind auf Chiles Station „Bernardo O’Higgins Riquelme“ registriert worden. Bei den Infizierten handele es sich um 26 Mitglieder des Militärs und 10 zivile Personen einer Wartungsfirma, berichteten chilenische Medien am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf die Armee, die die Station betreibt.

Über Monate war der Südkontinent einer der letzten Orte gewesen, in denen man sich in geschlossenen Räumen beruhigt unter Leuten aufhalten konnte. 

10.17 Uhr: Großer Ansturm auf Weihnachts-Schnelltests: Doch nicht alle Kreise machen bei der Aktion mit

Das Sozialministerium stellt 80.000 Tests zur Verfügung. Nicht alle Rathäuser und Landratsämter tragen die Aktion jedoch mit. Viele Testwillige gehen also leer aus.

9.30: Heute wird im Akkord getestet: Bereits seit dem Morgen herrscht großer Andrang bei den Corona-Schnelltestzentren im Schwarzwald

Einen Tag vor Heiligabend können sich in Villingen-Schwenningen Angehörige von Corona-Gefährdeten auf das Virus testen lassen. Die Covid-Schnelltests finden auf den Parkplätzen am Friedengrund und dem Messegelände statt. Der SÜDKURIER ist live vor Ort, der Artikel wird stets aktualisiert.

8.20 Uhr: Krematorium in Zittau überfüllt, Tote werden zwischengelagert

Wegen der dramatisch hohen Corona-Todeszahlen in Zittau in Ostsachsen müssen dort Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Die Toten sollen „im Bereich des Hochwasserstützpunkts“ gelagert und „bei Freigabe zur Einäscherung“ ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau mit.

Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Besonders im Dezember explodierte nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Im November verdoppelte sich die Zahl der Toten von 52 im vergangenen Jahr auf 110 in diesem Jahr.

Im Oktober vergangenen Jahres starben 45 Menschen, in diesem Jahr 73. Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit „mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums“, hieß es.

7.43 Uhr: Lieferplan: 87.750 Dosen Impfstoff pro Woche für den Südwesten

Ab Ende Dezember sollen zunächst 87.750 Dosen des Corona-Impfstoffs pro Woche in den Südwesten geliefert werden. So steht es in einem Lieferplan des Mainzer Unternehmens Biontech, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Liefermenge richtet sich nach der Zahl der Einwohner des Bundeslandes. Am Wochenende soll eine erste Tranche von 9750 Dosen im Südwesten eintreffen.

Am 28. Dezember ist dann die nächste Lieferung für das Land geplant - 78.000 Dosen. Am 30. Dezember sollen weitere 87.750 folgen - diese Menge soll dann jede Woche bis auf Weiteres nach Baden-Württemberg geliefert werden. Das Impfen soll am Sonntag bereits in allen Impfzentren im Land starten.

7.07 Uhr: Neues Rekordhoch bei Corona-Toten in Deutschland - 962 Verstorbene

Die Zahl der täglich verzeichneten Todesfälle durch die Corona-Pandemie in Deutschland hat ein neues Rekordhoch erreicht. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 962 neue Todesfälle registriert. Dies ist etwas höher als der bisherige Rekord. Er lag bei 952 Verstorbenen und war vor einer Woche vom RKI bekanntgegeben worden.

Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg nach den jüngsten RKI-Angaben auf 27.968. Die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen innerhalb eines Tages betrug 24.740. Dies sind rund 3000 weniger als vor einer Woche. Insgesamt wurden den Angaben zufolge mittlerweile 1.554.920 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus in Deutschland verzeichnet. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 1.160.100.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 22. Dezember:

22 Uhr: Spahn warnt vor Corona-Risiko durch Heimreisende nach Osteuropa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor einem Corona-Risiko durch heim- und zurückreisende Menschen aus ost- und südosteuropäischen Ländern gewarnt. "Nach allem was ich sehe, finden wieder sehr viele Heimat- und auch Verwandtschaftsbesuche statt in Osteuropa, Balkan, Türkei", sagte der CDU-Politiker in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview von RTL/ntv. Man müsse miteinander sehr aufpassen, dass durch die Rückreise nicht "gleich eine neue Welle, ein neuer Impuls entsteht".

"Deswegen bin ich dankbar, dass etwa Bayern heute auch sehr klar noch mal gesagt hat: Die Testpflicht wird auch durch- und umgesetzt", sagte Spahn. Alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten unterliegen ab Mittwoch in Bayern einer Corona-Testpflicht. Dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen.

19.54 Uhr: 3000 neue Infektionen im Südwesten - 166 weitere Todesfälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um genau 3000 Fälle gestiegen. Nach Angaben vom Dienstag (Stand 16 Uhr) verzeichnete das Landesgesundheitsamt zudem 166 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg damit auf aktuell 217.454. Als genesen gelten den Angaben zufolge 154.622 Menschen im Südwesten. 4266 Menschen starben bisher mit einer Corona-Infektion. In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 609 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 324 künstlich beatmet. Derzeit sind 85,8 Prozent der 2433 betreibbaren Intensivbetten belegt. Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 202,1.

18.58 Uhr: Verschärfte Quarantäne-Regeln beim Grenzübertritt - Handel im Kreis Waldshut ist alarmiert

Ab Mittwoch erschwert das Land Baden-Württemberg den Grenzübertritt. Die Grenze darf nur passiert werden, wenn der Übertritt nicht aus touristischen Gründen oder zum Zweck des Einkaufs erfolgt. Für Handelsvertreter aus dem Kreis Waldshut ist dies ein erneuter schwerer Schlag.

17.42 Uhr: Seehofer erlässt bundesweites Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Verkauf von Silvesterfeuerwerk bundesweit untersagt. Von dem Verbot betroffen sind nach Angaben des Ministeriums vom Dienstag "typische" Feuerwerksartikel wie Silvesterknaller und Raketen. "Wir müssen darauf achten, dass wir nicht Böller anzünden und die Infektionszahlen explodieren", erklärte Seehofer. "Das Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk schützt unsere Krankenhäuser vor Überlastung."

Laut dem Verbot dürften auch bereits zuvor etwa über den Online-Handel getätigte Bestellungen nicht mehr an den Endkunden ausgeliefert werden, teilte das Innenministerium mit. Mit der Verordnung, die am Dienstag in Kraft trat, setzte Seehofer einen Beschluss der Spitzenrunde aus Kanzlerin und Ministerpräsidenten vom 13. Dezember um.

16.45 Uhr: Söder muss nicht mehr in Quarantäne bleiben

Nach einer Prüfung des zuständigen Gesundheitsamts muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nicht mehr in Quarantäne bleiben. „Aus Vorsicht bleibe ich aber trotzdem im Homeoffice“, schrieb der CSU-Chef am Dienstag auf Twitter. Zugleich teilte er mit, dass ein am Dienstag durchgeführter Corona-Test bei ihm negativ ausgefallen sei.

Hintergrund für das Ende der Quarantänepflicht nach nur einem Tag sind zwei Faktoren, die das Gesundheitsamt nach Angaben der Staatskanzlei feststellte: Söder habe bei dem Gespräch mit seinem nachweislich mit Corona infizierten Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) die Abstandsregeln eingehalten, und zugleich sei das Büro in der Staatskanzlei mit einem Belüftungssystem ausgestattet gewesen. Deshalb sei Söder keine „Kontaktperson 1“ und müsse auch nicht zwingend in Quarantäne.

Am Montagmittag war Herrmann positiv getestet worden und hatte sich daraufhin auch in Quarantäne begeben.

16.03 Uhr: Impfstudie mit Eckart von Hirschhausen als Proband

Passend zur Auslieferung des Corona-Impfstoffes in Deutschland beteiligt sich Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen als Proband an einer klinischen Impfstudie. „An der Uniklinik Köln durchläuft er alle Schritte von Aufklärungsgesprächen und körperlicher Untersuchung über Blutentnahme und Impfung mit einem noch nicht zugelassenen Impfstoff oder einem Placebo bis hin zur Nachuntersuchung“, teilte eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks am Dienstag über Hirschhausens Dokumentation mit. „Das Fernsehteam ist bei allen Terminen, Begegnungen und Interviews dabei.“

Die TV-Doku soll Fragen klären, die sich derzeit viele Menschen stellen: Wie werden Impfstoffe geprüft? Wie sicher ist ihr Einsatz? Was gibt es für Nebenwirkungen? Dazu der 53-jährige Journalist: „Als ehemaliger Arzt in der Kinderheilkunde kenne ich die Diskussionen um das Impfen seit 30 Jahren. Ich kenne auch die Ängste von Menschen und nehme sie ernst. Ich habe mich zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschieden, weil ich auch selbst Fragen habe.“ Vielleicht könne er so dazu beitragen, dass sich die Zuschauer eine eigene Meinung bildeten und zu ihrer eigenen Entscheidung kommen könnten.

15.17 Uhr: Bayern führt Corona-Testpflicht für Reisende aus Risikogebieten ein

Alle Urlaubs- und Familienrückkehrer aus Risikogebieten unterliegen künftig in Bayern einer strengen Corona-Testpflicht. Spätestens 72 Stunden nach der Einreise müssen sie beim zuständigen Gesundheitsamt ein Testergebnis vorlegen, dies hat am Dienstag das bayerische Kabinett in München beschlossen.

14.38 Uhr: Drosten: Virus-Variante eher kein größeres Problem für Deutschland

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält eine rasante Verbreitung der neuen Coronavirus-Variante in Deutschland für wenig wahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass wir da bald ein größeres Problem kriegen“, sagte er. Es sei zwar recht wahrscheinlich, dass die Variante mit der Bezeichnung B.1.1.7., die erstmals in Großbritannien nachgewiesen wurde, mittlerweile auch in Deutschland sei. „Aber bei den aktuellen Beschränkungen dürfte diese Variante hierzulande eher schwer Fuß fassen.“ Darauf deuteten Daten hin, die die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) veröffentlicht hat.

14 Uhr: Baden-Württemberg schränkt mit Quarantänepflicht den Grenzverkehr mit Frankreich und der Schweiz ein

Auf Grund der Corona-Lage gibt es weitere Einschränkungen. Baden-Württemberg schiebt Shoppingtouren und Skitourismus jenseits der Grenzen nach Frankreich und in die Schweiz mit einer Quarantänepflicht einen Riegel vor. Ein Stadtbummel in Straßburg? Oder ein kurzer Skitrip in die Schweiz? Wer bislang über die Grenze reiste, hatte freie Fahrt, eine Quarantänepflicht gab es bei Stippvisiten nicht. Das ändert sich jetzt, wie die Regierung ankündigt.

13.45 Uhr: RKI: Kontakte auch Weihnachten vermeiden

Angesichts der weiterhin kritischen Corona-Lage ruft das Robert Koch-Institut (RKI) alle Bürger eindringlich dazu auf, über Weihnachten Kontakte zu vermeiden. „Wir befürchten, dass sich durch die Feiertage das Infektionsgeschehen noch weiter anspannen könnte“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in Berlin.

Er bat: „Reisen Sie nicht.“ Wenn möglich, solle man einfach zu Hause bleiben und die Festtage nur im kleinsten Kreis verbringen. Treffen sollte möglichst auf dieselben wenigen Teilnehmer beschränkt werden, und das möglichst draußen. Knapp eine Woche nach Beginn zusätzlicher Corona-Beschränkungen ist das Infektionsgeschehen vorerst ungebremst. Derzeit verschlechtere sich die Situation weiter, erläuterte Wieler. „Wenn wir die Zeit des Lockdowns durch unsere Achtsamkeit optimal nutzen, dann bringen wir die Zahlen schneller runter.“

12.40 Uhr: Termine für Corona-Schnelltests vor Weihnachten fast ausgebucht

Für die landesweit angebotenen Corona-Schnelltests vor Weihnachten gibt es einen Tag vor Beginn der Aktion fast keine freien Termine mehr. „Die Nachfrage ist riesengroß“, sagte Udo Bangerter, Pressesprecher des baden-württembergischen Deutschen Roten Kreuzes. An den Standorten, bei denen die Testwilligen sich vorab anmelden müssten, seien die Slots ausgebucht.

Bei den Johannitern, die ebenfalls Tests im Land anbieten, ist die Lage ähnlich. „Es gibt noch ein paar freie Kapazitäten, aber nicht mehr sehr viele“, sagte eine Sprecherin. Man werde seit Tagen von Interessenten „überrannt“. Am 23. und 24. Dezember können Bürger an rund 140 Standorten in Baden-Württemberg Corona-Schnelltests in Anspruch nehmen. Innerhalb von 15 bis 30 Minuten geben diese Tests Auskunft über eine aktuelle Infektiosität.

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12.35 Uhr: RKI-Chef: Britische Corona-Variante wahrscheinlich schon bei uns

Die gefürchtete Variante des Coronavirus aus Großbritannien dürfte nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts Deutschland bereits erreicht haben. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie schon in Deutschland ist, aber bisher unerkannt, schätze ich schon als sehr, sehr hoch ein“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Er verwies darauf, dass die Variante B.1.1.7 in Großbritannien bereits im September erstmals nachgewiesen wurde, zudem gebe es bereits Nachweise in Nachbarländern wie den Niederlanden und Dänemark.

Ein Labornachweis in Deutschland sei ihm aber nicht bekannt, sagte Wieler. B.1.1.7 komme in Großbritannien ganz offensichtlich viel häufiger vor als andere Varianten. „Das könnte daran liegen, dass sie eine höhere Infektiosität hat, das muss aber nicht so sein“, sagte Wieler. „Wir können die Bedeutung der Variante für das Geschehen noch nicht eindeutig einschätzen.“

12.07 Uhr: Biontech: Wir müssen bis zum nächsten Winter „neue Normalität“ haben

Das Coronavirus wird die Menschen nach Ansicht von Biontech-Chef Ugur Sahin die nächsten zehn Jahre begleiten. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es immer wieder Infektionen und kleine Ausbrüche gibt“, sagte er. Bei Beantwortung der Frage, wann das Leben wieder normal sein werde, sagte Sahin, man brauche eine neue Definition dessen, was „normal“ ist. „Normal in dem Sinne, dass keine Shutdowns mehr nötig sind, die Geschäfte normal arbeiten können, dass wir die Zahl von Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle senken können, das könnte durch Impfungen bis Ende des Sommers passieren“.

Um gegen die Corona-Pandemie erfolgreich zu sein, brauche es aber nicht nur den Biontech-Impfstoff, sondern auch die Präparate anderer Hersteller. All diese Dosen würden dazu beitragen, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, damit 60, 70 oder vielleicht 80 Prozent der Bevölkerung vor dem Herbst nächsten Jahres geimpft werden könnten, sagte Sahin. „Das ist wichtig, denn diesen Winter werden wir noch keinen Effekt der Impfungen auf die Infektionszahlen haben. Aber wir müssen einen Effekt haben, um sicherzustellen, dass wir im nächsten Winter eine Quasi-Normalität, eine neue Normalität haben.“

11.52 Uhr: WHO beruft Europa-Krisentreffen zu neuer Coronavirus-Mutation ein

Das Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa hat eine Krisensitzung seiner Mitgliedstaaten zu der neuen Coronavirus-Variante aus Großbritannien einberufen. Regionaldirektor Hans Kluge schrieb im Onlinedienst Twitter, das WHO-Regionalbüro verfolge die Informationen über die Mutation genau und wolle als Reaktion darauf mit seinen Mitgliedstaaten über Strategien für Virustests, eine Eindämmung der Übertragung und "Kommunikationsrisiken" beraten. Kluge fügte hinzu, er halte es angesichts der noch unklaren Lage für "klug", den Reiseverkehr einzuschränken. Lieferketten für lebensnotwendige Güter und notwendige Reisen sollten aber weiter möglich bleiben.

10.47 Uhr: Mutiertes Coronavirus: Schweiz sucht 10.000 eingereiste Briten

Wegen der neuen Coronavirus-Variante in Großbritannien läuft in der Schweiz die Suche nach einigen Tausend jüngst angereisten Briten auf Hochtouren. Am Montag hatten die Behörden rückwirkend Quarantäne angeordnet, um die Ausbreitung der neuen Variante in der Schweiz möglichst zu verhindern. Jeder, der seit dem 14. Dezember aus Großbritannien eingereist ist, muss bis zum 10. Tag nach der Ankunft in Quarantäne. Das betrifft auch Tausende Skiurlauber. Nach Angaben der Behörden kamen vom 14. Dezember bis zur Einstellung der Flüge am Sonntagabend 92 Flugzeuge aus Großbritannien an. Allein am Genfer Flughafen waren es am vergangenen Wochenende etwa 3500 Passagiere.

Die Behörden gehen von etwa 10.000 Fluggästen seit dem 14. Dezember aus. Für die Suche nach den Gästen sind die Gesundheitsbehörden der Kantone zuständig, die auch sonst die Kontaktverfolgung bei Infizierten übernehmen. Das Bundesamt für Gesundheit hat von den Fluggesellschaften sämtliche Passagierlisten angefordert. Ankommende müssen wegen der Corona-Pandemie seit langem jeweils ein Formular ausfüllen und ihre Adresse in der Schweiz angeben.

10 Uhr: Beförderungsverbot für Großbritannien, Nordirland und Südafrika erlassen

Das Bundesgesundheitsministerium hat wegen der Coronavirus-Mutation ab Dienstag ein generelles Beförderungsverbot für Reisende aus Großbritannien, Nordirland und Südafrika verhängt. Mit der Rechtsverordnung solle eine Ausbreitung nach Kontinentaleuropa verhindert werden, erklärte das Ministerium. Ab dem 1. Januar 2021 dürfen demnach nach vorheriger Genehmigung durch das Bundesinnenministerium Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland befördert werden.

9.43 Uhr: Experte zu Corona-Variante: Blicke „relativ gelassen“ auf Impfung

Der Düsseldorfer Diagnostik-Experte Ortwin Adams sieht trotz der neuen Variante des Coronavirus „relativ gelassen“ den bevorstehenden Corona-Impfungen entgegen. Das Virus habe sich zwar verändert und das brauche Aufmerksamkeit, sagte er. „Aber man darf sich das nicht so vorstellen, dass man jetzt als Immunantwort auf diesen Impfstoff nur eine einzige Form von Antikörpern produziert. Man bildet eine ganze Armee aus“, sagte der Experte vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Wenn „mal ein einzelner Soldat“ ausfalle, gebe es noch genügend andere für den Angriff.

8.50 Uhr: Corona-Krise drückt auf Löhne

Die Corona-Krise drückt auf die Verdienste der Beschäftigten in Deutschland. Die Nominallöhne lagen im dritten Quartal 2020 um 1,3 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Da die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum nahezu unverändert (minus 0,1 Prozent) blieben, ergab sich ein realer Lohnrückgang von 1,3 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Minus sogar 4,7 Prozent betragen. In den Berechnungen ist allerdings das Kurzarbeitergeld nicht erfasst, das für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Einkommensverluste mindestens teilweise ausgeglichen hat.

8 Uhr: Eisenmann empfiehlt „Mensch-ärgere-dich-nicht“ für Feiertage

Susanne Eisenmann (56), Kultusministerin in Baden-Württemberg, hofft darauf, dass Corona-gestresste Familien im Land über Weihnachten Kraft tanken können. „Ich wünsche allen Familien besinnliche und schöne Weihnachtstage und - gerade in diesen schwierigen und stressigen Corona-Zeiten - ein paar erholsame Tage“, sagte Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im März ist, in Stuttgart. Durch den Corona-bedingten Lockdown sind die meisten Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder schon seit vergangenen Mittwoch in vorgezogenen Weihnachtsferien. Das war wegen der Betreuung der Kinder nicht bei allen Eltern auf große Freude gestoßen. Damit keine Langeweile aufkommt, empfiehlt Eisenmann für die ruhige Zeit Spaziergänge, ein Buch zu lesen oder Gesellschaftsspiele zu spielen, zum Beispiel „Mensch ärgere Dich nicht“ oder „Siedler von Catan“.

7.07 Uhr: Biontech geht von Wirksamkeit seines Impfstoffs auch gegen neue Virus-Form aus

Die Mainzer Firma Biontech geht davon aus, dass ihr Impfstoff auch gegen die in Großbritannien entdeckte Mutation des Coronavirus wirkt. Dafür halte er "die Wahrscheinlichkeit für hoch", sagte Firmenchef Ugur Sahin. Das Vakzin war am Montag in der EU zugelassen worden. Die neue Mutation des Coronavirus, die bislang vor allem in Südostengland festgestellt wurde, bereitet allerdings weltweit große Sorgen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Wochenende erklärt, diese Form des Erregers sei "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die Ursprungsvariante. Zahlreiche Staaten beschränkten den Reiseverkehr mit Großbritannien. Deutschland kappte wie andere Staaten die Flugverbindungen mit dem Land. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) trat allerdings der Einschätzung der britischen Regierung entgegen, durch die Neumutation sei die Corona-Lage "außer Kontrolle".

Das waren die Entwicklungen am Montag, 21. Dezember:

22.07 Uhr: Erste Menschen in den USA bekommen Moderna-Impfstoff

In den USA haben am Montag die ersten Menschen den Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna verabreicht bekommen. Der Fernsehsender CNN zeigte, wie Impfdosen in einem Krankenhauses in Houston im Bundesstaat Texas verabreicht wurden. Beim Kurznachrichtendienst Twitter posteten unter anderem Krankenhäuser in Ohio und Connecticut Fotos von Ärzten und Pflegern, die den Impfstoff bekamen. Die Vereinigten Staaten sind das weltweit erste Land, in dem der Stoff abseits von Tests regulär zum Einsatz kommt. In Europa ist die Sitzung zu einer möglichen Zulassung für den 6. Januar angesetzt.

Regierungsbeamte hatten in den vorangegangenen Tagen damit gerechnet, dass mit einer ersten Lieferung knapp sechs Millionen Moderna-Impfdosen an rund 3500 Orte im Land verteilt werden könnten. Noch vor Jahresende könnten in den USA laut Unternehmensangaben 20 Millionen Einheiten verfügbar sein.

21:03 Uhr: 2241 Corona-Neuinfektionen im Südwesten - 132 weitere Todesfälle

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist innerhalb eines Tages um 2241 Fälle gestiegen. Nach Angaben vom Montag (Stand 16.00) verzeichnete das Landesgesundheitsamt zudem 132 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Am vergangenen Montag waren 2177 neue Infektionen und 99 zusätzliche Todesfälle gemeldet worden.

Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg damit auf aktuell 214 454. Als genesen gelten den Angaben zufolge 152 198 Menschen im Südwesten. 4100 Menschen starben bisher mit einer Corona-Infektion.
In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 602 Erkrankte, wie die Behörde weiter mitteilte. Davon werden 330 (54,82 Prozent) künstlich beatmet.

Der 7-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 207,8. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen weiterhin deutlich über dem Wert von 100. Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet.

19.40 Uhr: Neue Corona-Variante auch in fünf weiteren Ländern gefunden - Schweden schließt Grenze zu Dänemark

Die neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 ist außer in Großbritannien auch in Australien, Island, Italien, den Niederlanden und Dänemark gefunden worden. Abgesehen von Dänemark seien es Einzelfälle gewesen, berichtete die Coronavirus-Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Maria van Kerkhove, am Montag in Genf.

Unter anderem wegen der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Mutation in Dänemark hat Schweden am Montag die Grenze zum Nachbarland geschlossen. Zudem habe die Verbreitung des Coronavirus in Dänemark generell zugenommen, begründete der schwedische Innenminister Mikael Damberg die Maßnahme gegenüber Reportern. Dänemark habe über die Weihnachtsferien außerdem Einkaufszentren geschlossen. Dies könnte Dänen dazu verleiten, zum Weihnachtseinkauf ins benachbarte Schweden zu reisen, fügte Damberg hinzu. Dies solle mit der Grenzschließung verhindert werden.

18.37 Uhr: EU lässt Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zu

Die Impfungen gegen das Coronavirus können nun auch in der Europäischen Union beginnen. Die EU-Kommission erteilte dem Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer die bedingte Marktzulassung, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag sagte. „Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu.“ Es ist der erste Impfstoff gegen das Coronavirus, der in der EU genutzt werden darf. Am Nachmittag hatte die Europäische Arzneimittelagentur EMA eine bedingte Marktzulassung empfohlen. Die EU-Kommission folgte dieser Empfehlung nun. Die EMA habe den Impfstoff sorgfältig geprüft, sagte von der Leyen. Diese Prüfung habe ergeben, dass das Vakzin sicher und wirksam gegen das Coronavirus sei.

In Deutschland sollen die ersten Dosen an diesem Sonntag gespritzt werden. Bis dahin soll das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Impfchargen prüfen und freigeben. Zunächst soll es für Deutschland rund 400 000 Dosen geben.

17.53 Uhr: Corona-Ausbruch in mehreren Kliniken im Südwesten

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Klinik in Tettnang bleibt die dortige Situation angespannt. Nach Angaben einer Kliniksprecherin gelten 84 Mitarbeiter der Klinik als infiziert. Auch sei das Virus bei 26 Patienten nachgewiesen worden. Sie befinden sich den Angaben zufolge in Quarantäne. Insgesamt stehen in der Klinik 130 Betten für Patienten bereit, die momentan aber weitgehend ungenutzt bleiben. Aktuell gebe es dort noch fünf weitere Patienten, die nicht mit dem Coronavirus infiziert seien. Vor einer Woche war noch die Rede von 53 Frauen und Männern aus der Belegschaft, die positiv auf das Virus getestet worden waren.

Schwierig war am Montag auch die Situation im Klinikum in Wangen im Allgäu. Nach Angaben eines Sprechers werden dort aktuell 18 Coronapatienten behandelt. 28 Mitarbeiter - darunter acht Ärzte - seien auch infiziert und befänden sich in Quarantäne.

Seit Tagen werden in der zum Oberschwabenklinik-Verbund gehörenden Klinik Patienten ausschließlich in Notfällen behandelt oder wenn sie an Covid-19 erkrankt sind. Außerdem werden in der Klinik noch Kinder zur Welt gebracht. Um die Ausbreitung zu verhindern, würden ambulant behandelte Patienten per Schnelltest auf das Virus untersucht.

Frauen und Männer, die auf Station kommen, müssen sich einem herkömmlichen Coronatest unterziehen. Die insgesamt 78 Patienten seien in Einzelzimmern untergebracht. Fünf der 18 Coronapatienten befinden sich dem Sprecher zufolge auf der Intensivstation, vier von ihnen werden beatmet. Man gehe davon aus, dass frühestens zu Heiligabend wieder Patienten aufgenommen werden können.

Mit einem Aufnahmestopp musste jüngst auch die Klinik in Pfullendorf  auf einen infizierten Patienten reagieren. Wie die SRH-Kliniken als Betreiberin mitteilten, werden Patienten aus der Inneren Medizin daher nicht mehr in Pfullendorf, sondern im SRH Krankenhaus Sigmaringen behandelt. Aktuell gelten drei Mitarbeiter ebenfalls als infiziert. Der mit dem Virus infizierte Patient sei wohlauf. Er sei bei der stationären Aufnahme sowie fünf Tage später getestet worden. Das Ergebnis sei jeweils negativ gewesen, erst später gab es ein positives Ergebnis. „Bei der geplanten Entlassung – hier führen wir immer eine letzte Testung durch – war das Ergebnis positiv“, teilte eine Sprecherin mit. Nun werde untersucht, ob das an der langen Inkubationszeit lag oder ob die Viruslast bei den ersten beiden Tests noch zu gering für ein positives Ergebnis war. Der Klinik zufolge werden nun auch die anderen 31 Patienten erneut getestet.

17.45 Uhr: Corona-Verstöße: Polizei-Hundertschaft löst Gottesdienst auf

Lautstarker Gesang einer christlichen Kirchengemeinde hat in Essen die Polizei mit einer Hundertschaft auf den Plan gerufen und zu knapp 60 Anzeigen vor allem wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung geführt. Zwei Männer wurden festgenommen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatten sich am Sonntag Anwohner über den - wegen Corona verbotenen - Gesang der Pfingstgemeinde beschwert. „Im Gebäude trafen die Beamten auf 57 Erwachsene sowie 25 Kinder“, so die Polizei. Es sei kein Mindestabstand eingehalten und nur wenige Schutzmasken seien getragen worden. Eine Anwesenheitsliste habe es auch nicht gegeben.

Da bei zwei Männern der Verdacht der illegalen Einreise besteht, wurden diese festgenommen. „Insgesamt fertigten die Beamten 57 Ordnungswidrigkeitsanzeigen sowie zwei Strafanzeigen“, teilten die Behörden mit.

17.03 Uhr: Söder nach Infektion eines Ministers in Quarantäne

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder muss wegen eines nachgewiesenen Corona-Falls in seinem Kabinett in Quarantäne. „Die Amtsgeschäfte werde ich digital weiterführen“, schrieb der CSU-Chef am Montag beim Kurznachrichtendienst Twitter. Damit muss Söder über die Weihnachtstage vorerst in Isolation bleiben. Frühestens nach zehn Tagen kann die Quarantäne einer sogenannten Kontaktperson 1 mit einem negativen Test beendet werden - das wäre der 31. Dezember. Zuvor war der Test von Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) positiv ausgefallen, der mit Söder die Corona-Politik des Freistaates federführend koordiniert.

Söder ist damit zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie in Quarantäne. In seinem Alltag achtete er sehr genau auf die Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen wie Abstandsgebote und Maskenpflicht und nutzte häufig Desinfektionsmittel. Andere Ministerpräsidenten und Bundespolitiker wie Kanzlerin Angela Merkel waren nach Kontakten mit positiv Getesteten bereits vorübergehend in Quarantäne.

Nach Angaben aus der Staatskanzlei war Söder am Montagmorgen zuletzt auf Corona getestet worden, das Ergebnis sei negativ gewesen sagte eine Sprecherin. Anschließend hatte Söder dann aber eine Besprechung mit Herrmann. Auch Söders Regierungssprecher begab sich in Quarantäne.

15.55 Uhr: Regierung plant keine weiteren Einschränkungen wegen Virus-Mutation

Trotz der Entdeckung einer möglicherweise besonders ansteckenden Variante des Coronavirus in Großbritannien plant die Landesregierung vorerst keine weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag mit. „Stand jetzt ist nichts geplant“, sagte auch eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Man wisse ja noch gar nicht, ob das mutierte Virus wirklich im Land sei. „Die bereits geltenden Kontaktbeschränkungen verhindern hoffentlich auch die Ausbreitung eines mutierten Virus.“

15.48 Uhr: Gesundheitsamt: Könnte sein, dass Corona-Variante schon hier ist

Nach Einschätzung des baden-württembergischen Gesundheitsamts könnte die möglicherweise besonders ansteckende Variante des Coronavirus bereits hierzulande im Umlauf sein. „Wir haben bisher noch keine direkten Hinweise darauf, dass die Virusvariante bereits in Deutschland angekommen ist“, heißt es in einer Einschätzung des Leiters des Kompetenzzentrums Gesundheitsschutz im Landesgesundheitsamt, Stefan Brockmann, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

„Da jedoch nur ein Bruchteil der Virenisolate sequenziert wird, könnte es sein, dass diese Variante bereits seinen Weg auch nach Deutschland gefunden hat.“ Damit meint Brockmann die Analyse des kompletten Erbguts des Virus, die nur wenige Labore in Deutschland durchführen.

15.06 Uhr: EMA empfiehlt erste Zulassung eines Corona-Impfstoffs in der EU

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat grünes Licht für die Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs in der EU gegeben. Die bedingte Marktzulassung des Präparates der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer sei ein „Meilenstein“, sagte die EMA am Montag in Amsterdam. Sobald die EU-Kommission die Zulassung genehmigt hat, steht dem Beginn von Corona-Impfungen in der EU nichts mehr im Wege. Die ersten Menschen sollen in Deutschland bereits am 27. Dezember geimpft werden. „Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung“, sagte EMA-Direktorin Emer Cooke.

Die Zustimmung der EU-Kommission für die bedingte Zulassung in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten gilt als reine Formsache und sollte noch vor Weihnachten geschehen. In Deutschland müssen die Impfchargen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut geprüft, freigegeben und schließlich ausgeliefert werden.

14.25 Uhr: Schweiz verhängt rückwirkende Quarantäne wegen neuer Virusvariante

Die Schweiz hat einer rückwirkende Quarantäne für Menschen verhängt, die aus Großbritannien und Südafrika eingereist sind. Damit soll die Ausbreitung der dort aufgetauchten neuen Variante des Coronavirus eingedämmt werden. Wer seit dem 14. Dezember aus diesen Ländern in der Schweiz angekommen ist, muss zehn Tage in die Quarantäne, teilte die Regierung am Montag mit. Die neue Virus-Variante sei in der Schweiz noch nicht nachgewiesen worden, hieß es.

Der Flugverkehr mit den beiden Ländern war bereits seit Mitternacht verboten. Für Heimreisende würden Ausnahmeregelungen erwägt. Für Personen mit Wohnsitz in Großbritannien wurde bis 31. Dezember zudem ein grundsätzliches Einreiseverbot erlassen.

13.51 Uhr: Bundesregierung plant derzeit keine Rückholflüge wegen Virus-Mutation

Die Bundesregierung plant derzeit keine Rückholflüge für Bürger, die wegen Flugstreichungen infolge der Coronavirus-Mutation im Ausland festsitzen. Diese Frage stelle sich "im Moment aus unserer Sicht nicht", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. Der in der Nacht in Kraft getretene Stopp für Flüge aus Großbritannien sei eine "kurzfristige Maßnahme". Über das längerfristige Vorgehen werde auf EU-Ebene entschieden. Aus Südafrika, das ebenfalls von der Virus-Mutation betroffen ist, gebe es derzeit noch Rückreisemöglichkeiten für Deutsche, sagte die Sprecherin. Wie viele Deutsche derzeit wegen gestrichener Flugverbindungen im Ausland festsitzen, konnte sie nach eigenen Angaben noch nicht beziffern. Dabei betonte sie: "Spekulationen über weitere Rückholaktionen sind im Moment nicht passend."

Die Bundespolizei wurde nach Angaben des Bundesinnenministeriums am Sonntag angewiesen, die Kontrollen an den bestehenden Direktflugverbindungen aus Südafrika und Großbritannien zu "fokussieren". Darunter sei zu verstehen, "dass im Rahmen einer Grenzkontrolle nicht nur die Pässe nachgeschaut werden, sondern dass man im Gespräch die eine oder andere Frage stellt zu Symptomen oder Kontakten zu Personen, die Symptome hatten", sagte ein Ministeriumssprecher. Das Bundesgesundheitsministerium verwies darauf, dass es ohnehin eine Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten gebe. Wichtig sei dabei, dass sich die Einreisenden "penibel" an die Quarantänevorschriften hielten, sagte ein Sprecher.

13.14 Uhr: Schweizer Kantone schließen Skigebiete

Mehrere Schweizer Kantone schließen wegen der Corona-Infektionszahlen nun doch ihre Skigebiete. Auch andere Maßnahmen einzelner Kantone gehen teils deutlich über die Schutzmaßnahmen hinaus, die die Regierung in Bern am Freitag landesweit vorgegeben hatte. Ab Dienstag müssen Restaurants, Kinos, Museen und Sportclubs schließen, aber Geschäfte und die Skigebiete dürfen trotz Kritik aus dem Ausland offenbleiben.

Die Kantone Zürich, St. Gallen, Luzern, Schwyz, Nidwalden, Obwalden, Zug, Appenzell Innerrhoden und Uri kündigten an, ihre Skigebiete ab Dienstag geschlossen zu lassen. Die Corona-Lage lasse es nicht zu, dass diese den Betrieb weiterführten oder überhaupt erst aufnähmen, erklärte etwa der Luzerner Regierungsrat. Offen bleiben Skigebiete dagegen zunächst in den Kantonen Bern und Wallis. Die Berner Regierung rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Sie kündigte an, die Skigebiete zu schließen, falls die Situation in den Krankenhäusern schlimmer werden sollte. Andere Kantone wie Graubünden wollten noch bis Montag entscheiden, ob sie die Skigebiete über Weihnachten öffnen.

12 Uhr: RKI: Neue Coronavirus-Variante in Deutschland noch nicht nachgewiesen

Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Deutschland noch nicht nachgewiesen worden. Ein Vorkommen könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, erklärte das RKI am Montag auf seiner Internetseite. Es sei auch noch nicht abschließend geklärt, wie sich die neue Variante auf das Infektionsgeschehen auswirkt, ob sie etwa ansteckender ist oder wie schwer sie verläuft.

Das RKI verweist in seiner Einschätzung auf einen Bericht des britischen Arctic-Konsortiums, demzufolge die neue Virusvariante zwischen September und November einen zunehmenden Anteil an den im Vereinten Königreich charakterisierten Sars-CoV-2-Viren hatte.

11.31 Uhr: FDP-Gesundheitsexperte geht von Maskenpflicht auch für Geimpfte aus

Die FDP erwartet einen Fortbestand der Maskenpflicht auch für Geimpfte. Der FDP-Gesundheitspolitiker und Infektiologe Andrew Ullmann wies darauf hin, dass es bislang keine Daten gebe, die belegen würden, dass bereits geimpfte Menschen "nicht trotzdem infektiös sein können".

Es sei im Alltag unmöglich zu kontrollieren, wer eine Maske tragen müsse und wer nicht, sagte der Bundestagsabgeordnete. "Eine Ausnahmeregelung würde zu Chaos und Super-Spreading-Events mit fatalen Konsequenzen für vulnerable Personen führen", erklärte der FDP-Politiker. Er sprach sich dafür aus, auch unabhängig von Corona winterliche Maskenpflichten zu prüfen.

10.07 Uhr: RKI: Mehr als 16.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 16.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 16.643 neue Ansteckungsfälle erfasst. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg laut RKI binnen eines Tages um 226 auf insgesamt 26.275.

Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel unter denen anderer Wochentage. Am vergangenen Montag waren die Zahlen allerdings etwas niedriger gewesen als jetzt: Vor einer Woche waren es 16.362 Neuinfektionen und 188 Todesfälle. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten RKI-Angaben 1.510.652 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Genesenen liegt bei rund 1.115.400.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug nach Angaben des Instituts am Montag 197,1. Dabei handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

9.05 Uhr: Drosten: Mutierter Corona-Erreger hat Deutschland wahrscheinlich schon erreicht

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, geht davon aus, dass die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante Deutschland schon erreicht hat. Die Mutation sei bereits in mehreren europäischen Ländern und sogar in Australien nachgewiesen worden, sagte Drosten am Montag im Deutschlandfunk. "Also warum sollte es nicht in Deutschland sein?"

Mit Blick auf die von der Virus-Variante ausgehende Gefahr zeigte Drosten sich angesichts der unklaren Informationslage zurückhaltend. Er sei angesichts der bestehenden Informationen über die Virus-Mutation "nicht sehr besorgt", sagte Drosten. Allerdings sei die Datenlage "noch sehr lückenhaft".

Britische Wissenschaftler hätten deutlich gemacht, dass es frühestens Mitte der Woche vorläufige Datenanalysen geben werde. Für den von der Politik beschlossenen Stopp von Verkehrsverbindungen aus Großbritannien nach Deutschland und weitere Staaten zeigte Drosten angesichts der "äußerst erhitzten Nachrichtenlage" Verständnis.

"Im Moment ist das, was aus England kommt, mit einem ganz schönen Alarm versehen", sagte er weiter. Mit Blick auf die Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson, wonach die neue Virus-Variante zu 70 Prozent ansteckender sei als die Ursprungsvariante, sagte Drosten, dies sei nur ein Schätzwert.

8.15 Uhr: Impfstoff-Hersteller Curevac startet Studie mit Klinikpersonal

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac möchte die Wirkung seines Corona-Impfstoffs bei Krankenhausmitarbeitern untersuchen. Mit einer Studie an 2500 Mitarbeitern des Universitätsklinikums Mainz solle die Häufigkeit von Antikörpern und Covid-19-Erkrankungen erforscht werden, teilte ein Sprecher des Unternehmens nun mit.

Die Studie solle zeigen, welchen Unterschied der Impfstoffkandidat CVnCoV für diese spezielle Personengruppe machen könne, die einem hohen potenziellen Infektionsrisiko ausgesetzt sei, so Lidia Oostvogels, Leiterin des Bereichs Infektionskrankheiten bei Curevac. Mit der ab Dienstag beginnenden Studie erhoffe sich das Unternehmen zusätzliche Erkenntnisse über den Schutz der Impfung für diese besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe.

7.51 Uhr: Corona-Tests für Passagiere aus Großbritannien am Flughafen Stuttgart

Nach der Entdeckung einer hoch ansteckenden Variante des Coronavirus in Großbritannien haben die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen am Stuttgarter Flughafen erhöht. Reisende aus einer Maschine aus London, die am Sonntagabend ankam, seien in Kleingruppen ins Corona-Testzentrum des Flughafens gebracht und dort getestet worden, bestätigte ein Sprecher. Anschließend hätten sie - sofern das Ergebnis negativ war - ihr Gepäck holen und nach Hause fahren dürfen, müssten sich aber dort in Quarantäne begeben.

Um wie viele Passagiere es sich handelte, ist nicht bekannt. Von 0 Uhr am Montag an dürfen Flugzeuge aus Großbritannien gar nicht mehr in Deutschland landen. Die Bundespolizei teilte auf Anfrage allgemein mit, dass Einreisenden, die noch am Sonntag in Deutschland landen, ein Corona-Test angeboten werde und sie auf die bestehenden bekannten Quarantäneregelungen der Bundesländer hingewiesen würden.

„Wir wissen um die daraus entstehenden Unannehmlichkeiten für die Reisenden, gerade jetzt im Weihnachtsverkehr“, hieß es. „Alle Partner arbeiten mit Hochdruck daran, eine sichere Einreise zu gewährleisten, gleichzeitig aber auch die Passagiere nicht über Gebühr zu beanspruchen.“ Für Berichte, dass Passagiere in Feldbetten am Flughafen übernachten müssten, gab es keine Bestätigung.

Der Flughafen Friedrichshafen ist von den gestrichenen Großbritannien-Flügen nicht betroffen

7.07 Uhr: Neue Mutation des Coronavirus auch in Italien festgestellt

Die neue Variante des Coronavirus aus Großbritannien ist auch bei einem Infizierten in Italien festgestellt worden. Die mutmaßlich ansteckendere Mutation sei bei einem Patienten im Celio-Militärkrankenhaus in Rom nachgewiesen worden, teilte das italienische Gesundheitsministerium mit.

Der Patient war demnach kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt und war mit seiner Familie in Quarantäne. Die neue Virus-Mutation wird für einen starken Anstieg der Infektionszahlen im Süden Englands verantwortlich gemacht. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, ersten Erkenntnissen zufolge sei die Mutation "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die bisher verbreitete Form des Coronavirus. In London und Südostengland trat wegen der neuen Virus-Variante am Sonntag ein strenger Lockdown mit weitgehenden Ausgangsbeschränkungen in Kraft.

Aus Angst vor einer Ausbreitung der Virus-Mutation entschieden Deutschland und andere EU-Länder, den Flugverkehr mit Großbritannien einzustellen. Frankreich stoppt für 48 Stunden sogar den gesamten Personenverkehr aus Großbritannien. Auch die italienische Regierung kündigte an, Flüge von und nach Großbritannien zu stoppen. Außenminister Luigi Di Maio erklärte, dies sei zum "Schutz der Italiener" nötig. Gesundheitsminister Roberto Speranza kündigte auch ein Einreiseverbot für Menschen an, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Großbritannien aufgehalten haben. 

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 20. Dezember:

21.05 Uhr: Demo-Verbot in Freiburg und Weil am Rhein - Schweigemarsch erlaubt

Nach dem Verbot mehrerer Aktionen gegen die Corona-Politik in Südbaden hat am Wochenende auch Freiburg nachgezogen und eine geplante „Querdenken“-Versammlung kurzfristig verboten. Die Stadt hatte die Veranstaltung auf dem Platz der Alten Synagoge ursprünglich unter Auflagen zugelassen, dann aber befürchtet, dass zu viele Teilnehmer kommen würden. Zeitweise musste die Polizei einschreiten, weil sich trotzdem Menschen versammelten. Insgesamt sei es aber friedlich geblieben, hieß es. Ein Schweigemarsch unter anderem mit Vertretern der „Querdenken“-Bewegung in Stuttgart durfte am Sonntag unter Auflagen stattfinden.

Am Samstagvormittag waren die Initiatoren einer „Querdenken“-Demo in Weil am Rhein vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihrem Vorhaben gescheitert, ein Verbot ihrer für 3750 Teilnehmer angemeldeten Veranstaltung noch zu Fall zu bringen. Für weitere geplante Versammlungen in der Region hatte es ebenfalls keine Erlaubnis gegeben.

Die Polizei war nach eigenen Angaben sowohl in Freiburg als auch in Weil am Rhein im Einsatz. In Freiburg seien die Personalien einer rund 80-köpfigen Gruppe aufgenommen und Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsverbot sowie gegen die Corona-Verordnung eingeleitet worden.

In Konstanz teilte die Polizei mit, dass rund 50 Menschen zu einer Demonstration in kleinen Gruppen gekommen seien. Bei einer Kontrolle verletzte eine 29-Jährige eine Beamtin leicht. Zudem habe es mehrere Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, gegen die Corona-Verordnung und Platzverweise gegeben. In Ludwigshafen beleidigte ein Mann bei einem sogenannten Friedenslauf zwei Polizisten. Gegen den Mann werde wegen Beamtenbeleidigung ermittelt. Zudem wurden Verstöße gegen die Corona-Verordnung registriert.

20 Uhr: Zahl der Corona-Fälle im Südwesten nimmt weiter stark zu

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter stark zu. Am Sonntag meldete das Landesgesundheitsamt 2363 weitere Fälle, 30 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen in der Regel niedriger als an den übrigen Wochentagen, weil nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Daten melden und auch weniger getestet wird.

Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg auf 212.213, wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag (Stand: 16 Uhr) mitteilte. Als genesen gelten demnach 150.363 Menschen in Baden-Württemberg. 3968 Menschen sind bisher mit einer Corona-Infektion gestorben. In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 592 Erkrankte. 316 von ihnen werden künstlich beatmet. Es seien 2051 von betreibbaren 2409 Intensivbetten belegt - das entspricht 85,17 Prozent. Der 7-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 207,7 - nach 204,0 am Vortag.

19.36 Uhr: Spahn rechnet zum Impfstart mit Anlaufproblemen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt die Bürger auf Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Corona-Impfungen ein. „Es wird am Anfang ruckeln, da gibt's auch nichts drumrum zu reden“, sagte er am Sonntagabend im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Wir sind bestmöglich vorbereitet, aber jetzt wird's konkret.“ Beim Hochfahren der Impfzentren werde es auch darauf ankommen, miteinander zu lernen.

Spahn zeigte sich verwundert darüber, dass es Kritik daran gab, dass es zum Start zunächst nur wenig Impfstoff geben wird. „Es ist halt zu Beginn für alle knapp. Aber das war im Übrigen auch immer bekannt. Das sage ich seit Wochen“, antwortete er auf eine Frage nach der Kritik etwa aus den Bundesländern. Er habe das immer „als gemeinsame Anstrengung verstanden“, sagte Spahn und versprach: „Deshalb wollen und werden wir auch jeden Impfstoff, der Deutschland erreicht, der uns geliefert wird, auch schnellstmöglich in die Impfzentren bringen.“

18.50 Uhr: Mehr als 54.000 Corona-Neuinfektionen und 1100 Todesfälle am Wochenende

In Deutschland sind am Wochenende gut 54.000 neue Corona-Infektionen gemeldet worden und damit so viele wie an noch keinem Wochenende während der Pandemie. Die Zahl der Toten erhöhte sich Samstag und Sonntag zusammengerechnet um 1111 auf 26.049, wie aus den Angaben des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Es mehren sich die Stimmen, die eine Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus erwarten.

Am Samstag meldete das RKI 31.300 neue Infektionen, am Sonntag 22.771. Sonntags und montags übermitteln nicht alle Gesundheitsämter Daten, deshalb liegen die Zahlen an diesen Wochentagen niedriger. Die Zahl der Corona-Infektionen stieg laut RKI damit auf rund 1,5 Millionen in Deutschland, als genesen gelten 1,1 Millionen. Der Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen stieg auf 192,2.

17.45 Uhr: Deutschland stellt Flugverkehr mit Großbritannien ab Mitternacht ein

Wegen der neuen Variante des Coronavirus wird der Flugverkehr von Großbritannien nach Deutschland weitgehend gestoppt. Ab Mitternacht sind Landungen aus Großbritannien untersagt, wie aus einer Verfügung des Bundesverkehrsministeriums vom Sonntag hervorgeht - Ausnahmen gelten etwa für Frachtflüge. Die Bundesregierung teilte am Sonntag mit, sie stehe dazu auch in Kontakt mit den europäischen Partnern.

16.06 Uhr: Spitzengespräch zwischen Berlin, Paris und Brüssel wegen neuer Coronavirus-Variante

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, haben in einem Telefonat die neue Corona-Lage in England erörtert. Nach Angaben aus Elysée-Kreisen habe im Mittelpunkt der Gespräche am Sonntag ein gemeinsames Vorgehen angesichts der dort aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus gestanden. Macron hat noch für Sonntagabend einen Verteidigungsrat einberufen. Wegen der neuen Variante, die laut Experten ansteckender sein soll, haben die Niederlande bereits am Sonntag ein Verbot für Flüge von und nach Großbritannien verhängt. Auch Italien will die Flugverbindungen mit Großbritannien aussetzen.

15.38 Uhr: WHO fordert striktere Corona-Maßnahmen in Europa wegen neuer Virusvariante

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre europäischen Mitgliedsstaaten angesichts einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien zu einer Verschärfung ihrer Corona-Maßnahmen aufgerufen. „In Europa, wo die Übertragung hoch und weit verbreitet ist, müssen die Länder ihre Kontroll- und Vorbeugemaßnahmen verstärken“, sagte eine Sprecherin der WHO-Europa am Sonntag.

Außerhalb Großbritanniens wurden bisher elf Fälle der Virus-Mutation gemeldet, die deutlich ansteckender sein soll als das bisherige Virus - neun in Dänemark und je einer in den Niederlanden und Australien. Mehrere europäische Staaten kündigten daraufhin an, die Flugverbindungen aus Großbritannien einzuschränken. Die britische Regierung verhängte in London und Südostengland eine Ausgangssperre.

14.41 Uhr: In der Stadt Basel beginnen die Impfungen gleich nach Weihnachten

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt teilt mit, dass die Impfaktion mit dem neu zugelassenen Pfizer/Biontech-Impfstoff in Basel-Stadt am 28. Dezember 2020 beginnt. Geimpft werden in einer ersten Phase Personen ab 65 Jahren mit Wohnsitz in Basel-Stadt sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen.

13.56 Uhr: Abschlagszahlungen für Dezemberhilfen sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden

Die Abschlagszahlungen für die Dezemberhilfen an von Corona-bedingten Schließungen betroffene Betriebe sollen ab Anfang Januar ausbezahlt werden. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mit. Auch erste Abschlagszahlungen für die sogenannte Überbrückungshilfe III sollen demnach im Laufe des Januar fließen. „Finanziell können wir den Lockdown lange durchhalten“, betonte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) unter Hinweis auf die wirtschaftliche Stärke Deutschlands.

Für die Hilfen aufgrund der Schließungen im November wurden laut Wirtschaftsministerium bisher 227.508 Anträge gestellt. Auf deren Grundlage seien Abschläge von 983 Millionen Euro gezahlt worden. Die Zahlungen seien „eine starke Unterstützung für viele Unternehmerinnen und Unternehmer in dieser schweren Zeit“, hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Die Abschläge haben eine maximale Höhe von 50.000 Euro pro Unternehmen, für Soloselbstständige sind es bis zu 5000 Euro. Empfänger der November- und Dezemberhilfen sind vor allem die zur Eindämmung der Corona-Pandemie geschlossenen Betriebe im Gastronomie-, Kultur- und Freizeitbereich.

12.34 Uhr: Neue Virus-Variante: Auch Deutschland prüft Flug-Einschränkungen

Angesichts einer in Großbritannien aufgetretenen neuen Variante des Coronavirus prüft auch Deutschland Schutzvorkehrungen im Luftverkehr. Einschränkungen der Flüge aus Großbritannien und auch aus Südafrika seien "eine ernsthafte Option", hieß es am Sonntag aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin. Man verfolge die Entwicklung sehr genau, stehe mit europäischen Nachbarstaaten in Kontakt und werte mit Hochdruck Informationen über die mögliche Virus-Variante aus. Die Niederlande verhängten am Sonntag bereits ein Verbot für Flüge von und nach Großbritannien zunächst bis 1. Januar.

Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist eine kürzlich entdeckte Variante des Virus um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

11.50 Uhr: Sorge wegen neuer Virus-Variante in England - London im Shutdown

Besorgt blicken Wissenschaftler und Politiker auf eine neue Variante des Coronavirus, die sich derzeit rasch im Südosten Englands ausbreitet. Das Land stehe vor einer enormen Herausforderung, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag dem Sender Sky News. Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist die kürzlich entdeckte Variante um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Premierminister Boris Johnson hatte am Samstag betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

Um das Virus einzudämmen, gilt seit Sonntag in der Hauptstadt London und weiten Teilen Südostenglands ein harter Shutdown mit Ausgangssperren, auch über die Weihnachtstage. Mehr als 16 Millionen Menschen sind betroffen. Hancock schloss nicht aus, dass die schärferen Maßnahmen "in den kommenden Monaten" in Kraft blieben.

11 Uhr: Wegen Corona-Krise bis Oktober 155 Millionen weniger Flugpassagiere in Deutschland

Wegen der Corona-Krise sind zwischen Januar und Oktober dieses Jahres in Deutschland 155 Millionen weniger Passagiere geflogen als im Vorjahreszeitraum. Dies entspreche einem Rückgang von 72 Prozent, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Die Zahl der Flüge sei um 1,1 Millionen und damit um 63 Prozent zurückgegangen.

"Die Bundesregierung muss im kommenden Jahr neben einer schnellen Impfkampagne auch das Reisen in den Fokus nehmen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Oliver Luksic. Ansonsten drohe nicht nur den direkt betroffenen Branchen "ein Kollaps".

Auch die Anzahl der in deutschen Botschaften ausgestellten Visa ging den Angaben zufolge in diesem Jahr drastisch zurück. Insgesamt seien in den ersten drei Quartalen 1,6 Millionen und damit 83 Prozent weniger Schengen-Visa ausgestellt worden. Die Zahl der Deutschland-Visa sei um 192.607 und damit um 59 Prozent gesunken.

"Dass die Zahl der erteilten Visa nur noch ein Fünftel des Vorjahreswerts erreicht, verschärft den immer bedrohlicheren Fachkräftemangel noch weiter", warnte Luksic. Die  Bundesregierung müsse "mit gezielten Ausbildungs- und Arbeitsabkommen aktiv werden, um Leistungsträger und zukünftige Talente nach Deutschland zu locken".

9.04 Uhr: 22.771 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.771 Neuinfektionen übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Sonntagmorgen hervor. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Zahl bei 20.200 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 409 neue Todesfälle. 

Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 26.049. 

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.494.009 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 20.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.097.400 Menschen inzwischen genesen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Sonntag mit 192,2 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,06 (Vortag: 1,05). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

8.18 Uhr: Kretschmann: "Eine Impflicht durch die Hintertür ist nicht geplant"

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält nichts von Privilegien und Belohnungen für Menschen, die sich impfen lassen. "Eine Impflicht durch die Hintertür ist nicht geplant", sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "In der Demokratie gibt es nur den Weg der Überzeugung." Er könne verstehen, dass einige Menschen unsicher seien. Aber grundsätzlich seien Impfstoffe die mit am besten geprüften Medikamente. Er wolle deshalb mit Nachdruck für das Impfen werben und darüber aufklären.

Kretschmann macht sich nach eigenen Angaben wenig Sorgen wegen Corona-Leugnern, die sich partout nicht impfen lassen wollen. "Die, die das Virus für ungefährlich halten, sind eine kleine Minderheit. Die zu überzeugen, ist fast unmöglich. Die sind aber auch nicht das Problem", sagte er. "Um bei der Virusbekämpfung Erfolg zu haben, brauchen wir eine Impfquote von 60 bis 70 und nicht 97 Prozent."

Das waren die Entwicklungen am Samstag, 19. Dezember: 

21.07 Uhr: Johnson sagt Weihnachten ab: Neue Corona-Variante viel ansteckender

Millionen Menschen müssen in London und Südostengland an Weihnachten zu Hause bleiben. Die Regierung hat die Restriktionen deutlich verschärft - der Grund ist eine Mutation des Coronavirus.

Wegen der raschen Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien hat die Regierung einen neuen Shutdown für die Hauptstadt London verhängt. Die kürzlich entdeckte Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, sagte Premierminister Boris Johnson am Samstag vor Journalisten in London. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Mutation weniger effektiv seien.

„Es gibt immer noch viel, das wir nicht wissen. Aber es gibt keine Beweise, dass die neue Variante mehr oder schwerere Krankheitsverläufe auslöst“, sagte Johnson. Auch eine höhere Sterblichkeit sei durch die Virus-Variante VUI2020/12/01 bisher nicht festgestellt worden. Der oberste wissenschaftliche Regierungsberater Patrick Vallance betonte, dass im Dezember 60 Prozent der Neuinfektionen in London die neue Variante betroffen hätten. „Sie breitet sich rasch aus und ist dabei, die dominierende Variante zu werden“, sagte er.

Wegen der Ausbreitung verschärfte die Regierung die Corona-Restriktionen etwa in London deutlich: Für Millionen Menschen fallen Weihnachtsfeiern mit Familien und Freunden nun aus. „Wenn das Virus seine Angriffsmethode ändert, müssen wir unsere Verteidigungsmethode ändern“, sagte Johnson. „Ohne diese Maßnahmen, darauf deuten die Zeichen hin, werden die Infektionszahlen in die Höhe schnellen, Krankenhäuser würden überfordert sein und weitere Tausende Menschen werden ihr Leben verlieren.“

19.40 Uhr: 3463 neue Corona-Fälle - 47 weitere Menschen gestorben

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter stark zu. Am Samstag meldete das Landesgesundheitsamt 3463 weitere Fälle, 47 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus. Am Freitag waren mehr als 4000 Neuinfektionen und 97 Tote gemeldet worden. Die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land stieg auf 209 850, wie das Landesgesundheitsamt am Samstag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Als genesen gelten demnach 147 977 Menschen in Baden-Württemberg. 3938 Menschen sind bisher mit einer Corona-Infektion gestorben.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 578 Erkrankte, wie es hieß. 320 (55,36 Prozent) von ihnen werden künstlich beatmet. Es seien 2091 Intensivbetten von betreibbaren 2409 Betten belegt - das entspricht 86,79 Prozent.

Der 7-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 204,0 - nach 199,1 am Vortag. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen weiterhin über dem Wert von 100. Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet.

18.58 Uhr: 31.300 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Samstagmorgen hervor. Am Freitag hatte es mit 33.777 gemeldeten Infektionen einen Höchstwert gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Samstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 28 438 gelegen. 

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 702 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 25 640. 

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.471.238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.085.500 Menschen inzwischen genesen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Samstag mit 189,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,06 (Vortag: 1,05). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

16.51 Uhr: Polizei geht gegen Querdenker-Demo in Leipzig vor

Nach dem Verbot von Demonstrationen sogenannter Querdenker in Leipzig ist es in der Innenstadt am Samstag laut Polizei zunächst ruhig geblieben. Die Polizei hatte zuvor dort Wasserwerfer sichtbar positioniert und Bilder davon auch im Internet verbreitet. Starke Einsatzkräfte sowie Polizeihubschrauber waren am Nachmittag vor Ort.

Die Polizei bestätigte auch, dass ein Bus, der sich offensichtlich auf dem Weg zu der verbotenen Kundgebung von Gegnern der staatlichen Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie befand, außerhalb von Leipzig gestoppt worden sei. Gegen den Fahrer und 30 Fahrgäste seien Anzeigen erstattet worden. Zudem habe es im Vorfeld eine Gefährderansprache bei dem Inhaber eines Busunternehmens aus dem Vogtland gegeben.

Die Stadt Leipzig hatte für das gesamte Stadtgebiet ein Versammlungsverbot für nicht zuvor angemeldete Kundgebungen erlassen. Zugelassen wurden demnach unter Auflagen drei Veranstaltungen. Weitere geplante Kundgebungen, die der Querdenker-Szene zugeordnet wurden, seien verboten worden. Auch in Dresden und in Berlin, wo ebenfalls Kundgebungen geplant waren, blieb es offensichtlich zunächst ruhig.

Gegendemonstrationen, die unter anderem von Die Partei organisiert wurden, fanden dagegen in Leipzig unter Einhaltung der Hygienevorschriften statt. Für den späteren Nachmittag war eine Kundgebung auf dem zentralen Augustusplatz geplant.

Im badischen Freiburg ging die Polizei gegen Anhänger der Querdenker-Szene vor, die trotz Verbots dort demonstrieren wollten. Die Einhaltung der Verbote werde überwacht, teilte die Polizei mit. Gleichwohl zogen kleinere Gruppen von Demonstranten durch die Stadt. 

15.20 Uhr: Neue Coronavirus-Variante in Großbritannien breitet sich rasch aus

Eine neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich derzeit rasch in Großbritannien aus. Das Vereinigte Königreich habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber informiert, teilte der medizinische Regierungsberater Chris Whitty am Samstag mit. Bereits am Montag hatten die Behörden mitgeteilt, dass eine neue Variante des Virus entdeckt worden sei. Premierminister Boris Johnson beriet sich mit seinem Kabinett und wollte sich am Samstagnachmittag um 17.00 Uhr MEZ zur Corona-Lage äußern.

Die neue Variante sei vor allem in Südostengland nachgewiesen worden, sagte Whitty. „Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass der neue Stamm eine höhere Sterblichkeitsrate verursacht oder Impfstoffe und Behandlungen beeinflusst.“ Er rief die Bevölkerung aber auf, alles zu unternehmen, um eine Ausbreitung zu verhindern. „Angesichts der jüngsten Entwicklung ist dies wichtiger denn je“, betonte Whitty.

14.14 Uhr: Zu viele Teilnehmer erwartet – Auch Freiburg verbietet Versammlung

Nach dem Verbot mehrerer geplanter Aktionen im Umland darf auch eine „Querdenken“-Versammlung vor der Alten Synagoge in Freiburg nicht stattfinden. Die Stadt hatte sie ursprünglich unter Auflagen erlaubt. Inzwischen gebe es aber neue polizeiliche Erkenntnisse, dass wegen der Absagen an anderen Orten mehr als 1000 Teilnehmer anstatt der angemeldeten 200 erwartet würden, teilte die Stadt mit.

Der Versuch der Initiatoren, das Verbot einer „Querdenken“-Demo in Weil am Rhein mit angemeldeten 3570 Teilnehmern wieder zu kippen, war zuvor gescheitert. Entsprechende Anträge bei den Verwaltungsgerichten hatten keinen Erfolg. Am Samstagvormittag lehnte dann das Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag ab.

Die Polizei war nach eigenen Angaben im Einsatz, um mögliche unerlaubte Versammlungen zu verhindern. Besondere Vorkommnisse gab es einer Sprecherin zufolge zunächst nicht.

12.49 Uhr: Kommunalverband: Gesundheitsämter können Impfungen nicht übernehmen

Der Deutsche Städtetag hat davor gewarnt, beim Beginn der Corona-Impfungen auf die Gesundheitsämter der Kommunen zu setzen. „Wenn der Impfstoff da ist, dürfen die Impfungen nicht an fehlendem Personal scheitern. Das medizinische Personal der Gesundheitsämter ist durch die Pandemie auf absehbare Zeit voll ausgelastet und kann nicht zusätzlich auch noch die Impfungen übernehmen“, sagte Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Wir sehen hier vor allem Länder und Kassenärzte gefordert.“

Materiell sei man bei den Impfzentren gut aufgestellt. Seit dem Stichtag 15. Dezember stünden Räume, Ausstattung und Verwaltungskapazitäten bereit, erklärte er weiter. „Sobald der konkrete Impfstart feststeht, brauchen wir vier, fünf Tage, um die Impfzentren aus ihrem Standby-Modus hochzufahren. Dann kann es losgehen.“ Der Start der Impfungen wird für den 27. Dezember erwartet.

12.15 Uhr: Österreichs Tourismusministerin: Skilifte sicher wie U-Bahn-Fahren

Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hat das Öffnen der Skigebiete trotz eines weiteren mehrwöchigen Lockdowns nach Weihnachten verteidigt. Seilbahnen und Liftanlagen dürfen am 24. Dezember wieder öffnen, wobei die Entscheidung darüber bei den Bundesländern liegt. „Wir haben zur Zeit keine Touristen im Land, das heißt, wir öffnen die Sportmöglichkeiten, die Skilifte vor allem auch für die Einheimischen“, sagte Köstinger bei einer Pressekonferenz am Samstag. Am Samstag trat die neue Einreiseverordnung in Österreich in Kraft, wonach Einreisende mit wenigen Ausnahmen in eine zehntägige Quarantäne mit Testmöglichkeit ab Tag fünf müssen.

Ein Wiener könne beispielsweise auch mit der U-Bahn ins Grüne am Stadtrand fahren und dort laufen gehen, sagte Köstinger. „Es gibt bei den Seilbahnen, den Gondeln keinen Unterschied zu den anderen Transportmitteln, also ich verstehe manchmal, ehrlich gesagt, nicht, warum das so differenziert gesehen wird.“ Sicherheitskonzepte, die unter anderem Maskenpflicht schon beim Anstellen für den Lift vorsähen, gebe es bereits seit Herbst.

Am Freitagabend hatte Österreichs Regierung erneute Ausgangsbeschränkungen und Schließungen etwa des Handels vom 26. Dezember bis zum 17. Januar verkündet. Für diejenigen, die dann nicht an einem der landesweit angebotenen Corona-Tests teilnehmen wollen, sollen die Regeln laut Regierung noch eine weitere Woche gelten. Für Negativgetestete sollen ab dem 18. Januar auch die seit November geschlossene Gastronomie, Tourismusbetriebe und Kultur wieder öffnen.

11.31 Uhr: Schweiz genehmigt Biontech-Impfstoff – „erste ordentliche Zulassung“

Die Schweiz hat dem vom Mainzer Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer entwickelten Corona-Impfstoff eine Zulassung erteilt. Dabei handele es sich um die weltweit erste Zulassung in einem ordentlichen Verfahren statt einer Notfallzulassung, teilte die Zulassungsbehörde Swissmedic am Samstag in Bern mit. Der Impfstoff sei seit Mitte Oktober bei laufend eingereichten Unterlagen begutachtet worden.

„Die bis jetzt vorliegenden Daten zeigten in allen untersuchten Altersgruppen eine vergleichbare, hohe Wirksamkeit und erfüllten die Anforderungen an die Sicherheit“, erklärte die Behörde. Die häufigsten dokumentierten Nebenwirkungen seien vergleichbar mit denen einer Grippeimpfung. „Nach der minutiösen Prüfung der verfügbaren Informationen kommt Swissmedic zum Schluss, dass der Covid-19-Impfstoff von Pfizer/Biontech sicher ist.“

Das Präparat von Biontech/Pfizer wurde bereits seit Anfang Dezember zuerst in Großbritannien und dann in mehreren anderen Ländern weltweit per Notfallzulassung freigegeben. Inzwischen haben unter anderem Kanada, Bahrain, Saudi-Arabien, Mexiko, Ecuador und Chile den Impfstoff genehmigt.

Die europäische Arzneimittelagentur EMA gibt an diesem Montag ihre Beurteilung über den Biontech/Pfizer-Impfstoff ab. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet nach eigenen Worten, dass die EU-Kommission das Serum am Dienstag zulässt.

11.02 Uhr: Daniel Günther sieht Deutschland in der härtesten Krisenzeit

Nach Einschätzung des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther durchlebt Deutschland in der Corona-Pandemie gerade die schwerste Krisenzeit. „Das ist der härteste Teil der Krise, durch den wir jetzt gehen“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Günther mahnte aber zu Realismus: „Niemand kann derzeit ausschließen, dass wir getroffene Maßnahmen nachjustieren müssen, weil sich die Situation anders als erhofft entwickelt“, sagte er. „So realistisch muss man mindestens für die nächsten drei Monate bleiben.“

10.30 Uhr: Verdi-Chef Gross: Pädagogische Fachkräfte recht früh impfen

Verdi-Landeschef Martin Gross hat die Politik aufgefordert, Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte von Kitas eine frühzeitige Impfung gegen das Coronavirus zu ermöglichen. Sie seien die einzigen Beschäftigten, die direkten Kontakt zu anderen hätten, ohne sich vor einer Ansteckung schützen zu können, sagte Gross der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Vor diesem Hintergrund müsse das Personal der Kindertagesstätten bei der Impfung vorrangig berücksichtigt werden. „Direkt nach den Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.“

Gross bekräftigte, die Impfung dürfe nur auf freiwilliger Basis erfolgen. „Kein Beschäftigter darf von seinem Arbeitgeber dazu gezwungen werden. Und auch nicht gedrängt. Die Entscheidung muss jede und jeder für sich selbst treffen dürfen.“

So schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu impfen, halte Verdi für den richtigen Weg. Der Gewerkschafter sagte weiter, eine hohe Impfquote bei pädagogischen Fachkräften sei ganz wichtig für eine funktionierende Gesellschaft

8.18 Uhr: 31300 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 31 300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Samstagmorgen hervor. Am Freitag hatte es mit 33 777 gemeldeten Infektionen einen Höchstwert gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Samstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 28 438 gelegen. 

Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 702 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 25 640. 

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1 471 238 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1 085 500 Menschen inzwischen genesen. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) gab das RKI am Samstag mit 189,6 an. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 105 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

7.15 Uhr: Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des Pharma-Unternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am Freitag mit. Anfang nächster Woche könne mit dem Einsatz des Präparats begonnen werden, hatten Regierungsbeamte in den vorangegangenen Tagen erklärt. Sie rechneten damit, dass nach der Zulassung sofort knapp sechs Millionen Impfdosen im Land verteilt werden könnten.

Ein Beratergremium hatte am Donnerstag der FDA grünes Licht für die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des US-Konzerns gegeben. Auf Basis der bisher verfügbaren Informationen seien die Vorteile des Präparats im Einsatz bei Menschen ab 18 Jahren größer als die Risiken, erklärten 20 Fachleute bei einem per Video-Schalte abgehaltenen Treffen. Es gab eine Enthaltung. In der EU soll am 6. Januar über einen Einsatz entschieden werden. 

Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusets erwartet, dass bis Ende des Jahres 20 Millionen Impfdosen des Vakzins mit dem Namen „mRNA-1273“ in den USA verfügbar sein sollen. Für die ersten drei Monate des kommenden Jahres wird eine Produktion von 100 bis 125 Millionen Moderna-Impfdosen erwartet. Davon sollen 15 bis 25 Millionen außerhalb der USA zur Verfügung stehen. Insgesamt rechnet der Konzern damit, dass er 2021 weltweit bis zu einer Milliarde Impfdosen herstellen kann. Um den vollen Immunschutz zu haben, muss jeder Geimpfte zwei Dosen erhalten.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, 18. Dezember:

22.55 Uhr: Gespenstische Ruhe nach Acht: Wie sich die Ausgangssperre in der Stadt anfühlt

Nächtliche Ausgangssperre, wie fühlt sich das an? SÜDKURIER-Mitarbeiter Hans-Jürgen Götz war diese Woche abends in der Villinger Innenstadt mit all seinen Sinnen und seiner Kamera unterwegs. Hier seine Eindrücke:

22 Uhr: Wieder mehr als 4000 neue Corona-Fälle – fast 100 Menschen gestorben

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Baden-Württemberg nimmt weiter deutlich zu. Auch am Freitag meldete das Landesgesundheitsamt mehr als 4000 weitere Fälle, 97 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus. Nach dem Anstieg um weitere 4284 bestätigte Infektionen klettere die Zahl der bisher nachgewiesenen Fälle im Land auf 206.387, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Als genesen gelten demnach 145.130 Menschen in Baden-Württemberg.

In intensivmedizinischer Behandlung sind nach Daten des Divi-Intensivregisters derzeit 568 Erkrankte, wie es weiter hieß. Davon werden 318 (55,9 Prozent) künstlich beatmet.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100.000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 199,1 nach 193,7 am Vortag. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen über dem Wert von 100. Ab 50 gilt ein Kreis als Risikogebiet. Insgesamt seien 2145 von 2447 einsatzfähigen Intensivbetten (87,65 Prozent) belegt.

20 Uhr: Regierung berät über Änderungen bei Regeln für Reiserückkehrer

Reisende, die aus Corona-Hotspots nach Deutschland kommen, sollen künftig spätestens drei Tage nach der Einreise entweder einen negativen Corona-Test, einen Nachweis über eine Impfung oder einen Nachweis vorlegen, dass sie schon Corona hatten. Das sieht ein Referentenentwurf für eine „Coronaschutzverordnung“ des Bundesgesundheitsministeriums vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Einschränkend heißt es aber auch, dass die genannten Regeln gelten „wenn und soweit die oberste Landesgesundheitsbehörde dies durch Allgemeinverfügung festgelegt hat“. Es liegt also in der Zuständigkeit der Bundesländer, ob und wie sie das umsetzen. Die Verordnung soll dem Entwurf zufolge im Laufe des Januars in Kraft treten und bestehende Regelungen für Reiserückkehrer ablösen. Ein Ministeriumssprecher äußerte sich auf Anfrage nicht dazu und verwies darauf, dass sie momentan Gegenstand einer regierungsinternen Abstimmung sei.

18.22 Uhr: Österreich verhängt dritten strikten Lockdown ab 26. Dezember

Österreich geht ab dem 26. Dezember für mindestens drei Wochen erneut in den coronabedingten Lockdown. Ab dem 18. Januar sollen der Handel sowie erstmals seit November auch Kultur und Gastronomie wieder öffnen - allerdings nur für Menschen, die bei einem der dann landesweit umsonst angebotenen Corona-Schnelltests negativ getestet werden. „Für alle, die nicht bereit sind, sich testen zu lassen, gelten die Regelungen des Lockdowns bis 24. Januar, also eine Woche länger“, sagte Kanzler Sebastian Kurz am Freitagabend.

Konkret sieht der Plan für den dritten Lockdown in der Alpenrepublik vor, dass Ausgangsbeschränkungen vom 26. Dezember bis 24. Januar wieder den ganzen Tag gelten. Das Haus darf nur aus triftigen Gründen verlassen werden, zu denen neben diversen Grundbedürfnissen wie Einkauf oder Arztbesuch sowie etwa Arbeit oder Bildung auch die Erholung im Freien zählt. Bis auf Geschäfte des täglichen Bedarfs bleiben der Handel und körpernahe Dienstleister wie Friseure bis zum 17. Januar geschlossen, Schüler lernen im Online-Unterricht. Über die Öffnung von Skigebieten und Liften, die für den 24. Dezember angekündigt war, sollen Bundesländer und Bezirke eigenständig entscheiden.

Ab dem 18. Januar sollen Schulen, Handel, Gastronomie, Tourismus wieder öffnen - unter der Bedingung der Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests, der nicht älter als eine Woche ist. Der Verzicht auf einen Test bedeute bis zum 24. Januar ganztägige Ausgangsbeschränkungen und das verpflichtende Tragen einer FFP-2-Maske etwa beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit. Auch Schüler und Lehrer ohne negativen Test müssen eine FFP-2-Maske tragen.

17:31 Uhr: Weltärztepräsident: Lockdown muss bis in den Februar hinein gelten

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hält eine Verlängerung des harten Lockdowns bis mindestens in den Februar hinein für notwendig. "Die hohen aktuellen Infektionszahlen werden erst in vier bis fünf Wochen zu einer deutlich höheren Zahl von Todesfällen führen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag. "Deswegen werden wir den Lockdown weiter verlängern müssen über den Januar hinaus."

Das Ziel, die Zahl der Corona-Neuinfektionen unter 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken, werde frühestens am 20. Januar erreicht - "wenn sich alle strikt an die Beschränkungen hielten", sagte Montgomery. "Es wird mit Sicherheit noch später werden."

16.52 Uhr: Nach positivem Covid-19-Fall – Aufnahmestopp im Krankenhaus Pfullendorf

Im SRH Krankenhaus in Pfullendorf besteht ab sofort vorsorglich ein Aufnahmestopp für ambulante und stationäre Behandlungen bis einschließlich 21. Dezember. Alle Mitarbeiter und Patienten im SRH Krankenhaus Pfullendorf werden nun mit Antigen- und PCR-Tests bis 21. Dezember neu getestet.

16.40 Uhr: Feuerwerksverbot in Niedersachsen vorläufig außer Kraft gesetzt

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat das Feuerwerksverbot in der niedersächsischen Corona-Verordnung vorläufig außer Kraft gesetzt. Ein derart umfassendes Feuerwerksverbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Gerichts.

Die neue Fassung der Corona-Verordnung verbietet in Paragraf 10a nicht nur den Verkauf, sondern auch das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern und anderen pyrotechnischen Gegenständen. Das Verbot sollte landesweit seit dem vergangenen Mittwoch bis zum 10. Januar 2021 gelten.

16.12 Uhr: Impfung kann 2021 auch in armen Ländern beginnen

Die internationale Corona-Impfinitiative Covax hat sich so viel Impfstoff gesichert, dass auch ärmere Länder 2021 mit der Impfung derjenigen beginnen können, die es am dringendsten brauchen. Das teilte Gavi, die Impfinitiative der Weltgesundheitsorganisation WHO, am Freitag in Genf mit. Sie koordiniert die Covax-Aktivitäten.

Die 92 Länder mit niedrigem oder mittleren Einkommen erhielten die von Gebern finanzierten Impfdosen, um bis Ende des Jahres etwa 20 Prozent der Bevölkerung abzudecken, darunter etwa Angehörige der Gesundheits- und Sozialdienste und Menschen mit Vorerkrankungen. Für die Länder stünden mindestens 1,3 Milliarden Impfdosen zur Verfügung.

15.40 Uhr: Bundesregierung rechnet mit Verschärfung der Corona-Lage in den nächsten zwei Monaten

Die Bundesregierung rechnet damit, dass sich die Corona-Lage in Deutschland durch die Aktivitäten an Weihnachten und Silvester erneut verschärft. Die Feiertage würden „wahrscheinlich doch wieder Begegnungen mit sich bringen werden und Mobilität, die sich dann in eine gewisse Zahl von Ansteckungen übersetzen werden“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Dies gelte „trotz aller Beschränkungen und trotz der Vorsicht, die hoffentlich die allermeisten Menschen walten lassen“. Die befürchteten zusätzlichen Ansteckungen würden „erst im Januar in den Statistiken sichtbar werden – und vielleicht auch in den Krankenhäusern“, sagte Seibert. 

15.07 Uhr: In Schleswig-Holstein kommen fast 89 Prozent der Corona-Toten aus Heimen

Fast 89 Prozent der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in Schleswig-Holstein in den vergangenen drei Monaten Bewohner von Alten- und Pflegeheimen gewesen. Das geht aus Zahlen hervor, die das Gesundheitsministerium am Freitag in Kiel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Demnach sind 119 Heimbewohner in Schleswig-Holstein im Zeitraum 21. September bis 14. Dezember nach einer Corona-Infektion gestorben. In diesem Zeitraum stieg die Zahl der Menschen im Land, die an oder mit Covid-19 starben, nach Angaben der Landesregierung um insgesamt 134 von 161 (Stichtag 21. September) auf 295 (Stichtag 14. Dezember). Rechnerisch machen die 119 Toten aus Heimen rund 89 Prozent der insgesamt 134 erfassten Corona-Opfer in ganz Schleswig-Holstein in den drei vergangenen Monaten aus.

14.40 Uhr: Sterbefälle in Sachsen zwischenzeitlich fast 50 Prozent über Vorjahresschnitt – auch der Südwesten ist stark betroffen

Die Sterbefallzahlen in Sachsen haben sich im November als Folge der Corona-Pandemie erheblich erhöht. In der 47. Kalenderwoche vom 16. bis 22. November lagen die Sterbefälle in Sachsen um 46 Prozent über dem Durchschnitt der vier Vorjahre in dieser Woche, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Auch bundesweit waren die Sterbezahlen in dieser Woche erhöht, mit einem Plus von neun Prozent aber weniger stark.

Den Statistikern zufolge starben in der 47. Kalenderwoche in ganz Deutschland 19.600 Menschen. In dieser von den Statistikern betrachteten Woche starben demnach 1887 Menschen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts an Covid-19. Überdurchschnittlich stark betroffen waren neben Sachsen auch Baden-Württemberg, Brandenburg und Thüringen mit plus zwölf Prozent, in Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der Toten in der Kalenderwoche um zehn Prozent über dem Schnitt der Vorjahre.

13.59 Uhr: Curevac erhält Erlaubnis für Impfstoff-Massenproduktion

Der Impfstoffhersteller Curevac darf an seinem Standort Tübingen in Massenproduktion seines Impfstoff gehen. Wie das Regierungspräsidium Tübingen am Freitag mitteilte, wurde eine notwendige Erlaubnis jetzt erteilt. „In der aktuellen Situation hat die Unterstützung der Unternehmen in der Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen gegen das Coronavirus größte Priorität“, sagte Regierungspräsident Klaus Tappeser. „Wir schaffen für diese Firmen den zuverlässigen rechtlichen Rahmen so schnell, wie es unter Wahrung der strengen Verfahrensvorschriften möglich ist.“

Arzneimittel auf Basis von Boten-RNA brauchen eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Das Biotech-Unternehmen Curevac ist auf der Suche nach einem Impfstoff gegen Corona auf dieser Grundlage. Vor ein paar Tagen erhielt das Unternehmen grünes Licht für den Start seiner zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie. Mit ersten Ergebnissen der Studie rund 36 000 rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021.

13.19 Uhr: Bundesrat beschließt Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk

Wegen der Corona-Pandemie dürfen in diesem Jahr vor Silvester keine Böller und Raketen mehr verkauft werden. Der Bundesrat beschloss auf Bitten der Bundesregierung am Freitag eine entsprechende Änderung der Sprengstoffverordnung. Das Verkaufsverbot soll die Zahl der Unfälle vor und in der Silvesternacht reduzieren und dafür sorgen, dass sich Krankenhäuser vor allem um die Corona-Patienten kümmern können. Außerdem soll es dazu beitragen, dass Menschen nicht auf der Straße ausgelassen feiern.

12.46 Uhr: Kanarische Inseln werden wieder zum Corona-Risikogebiet

Die Bundesregierung stuft die bei deutschen Urlaubern beliebten Kanarischen Inseln wieder als Corona-Risikogebiet ein. Das Robert Koch-Institut teilte am Freitag auf seiner Internetseite mit, dass damit ab Sonntag wieder ganz Spanien auf der Risikoliste steht.

12 Uhr: Am 27. Dezember soll das Impfen im Südwesten starten

Auch in Baden-Württemberg sollen die ersten Menschen am 27. Dezember gegen das Coronavirus geimpft werden. Das bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Er verwies auf eine Mitteilung der Gesundheitsministerkonferenz. Eine schriftliche Benachrichtigung von Impf-Berechtigten plant das Land nicht. Noch sei die Priorisierung ja noch gar nicht klar, sagte der Sprecher. Erst wenn man konkret wisse, wer zuerst geimpft werden dürfe und wie viel Impfstoff vorhanden sei, könne man sich ums Terminmanagement kümmern, sagte der Sprecher.

Geplant sei aber eine Anmeldung für Impf-Termine per Telefon oder online. Berechtigte Gruppen würden rechtzeitig informiert. Bund und Länder stellen sich auf einen Beginn von Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech und dessen US-Partner Pfizer am 27. Dezember ein. Die Bundesregierung setzt auf eine europäische Zulassung für den Impfstoff noch kurz vor Weihnachten.

11.41 Uhr: Spahn über Impf-Zeitplan: Die Schwächsten zu schützen ist erstes Ziel

Die erste Corona-Impfphase in Deutschland, in der vor allem sehr alte Menschen oder Pflegeheimbewohner geimpft werden sollen, wird nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein bis zwei Monate dauern. „Die Schwächsten zu schützen, das ist das erste Ziel unserer Impfkampagne“, sagte der CDU-Politiker anlässlich der Unterzeichnung der Corona-Impfverordnung, in der eine entsprechende Impfreihenfolge festgelegt wird.

Man werde mindestens ein bis zwei Monate brauchen, bis dieses Ziel erreicht sei. Erst dann könne man darüber nachdenken, Zug um Zug das Angebot zu verbreitern. „Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang.“ „Jeder zweite Todesfall ist ein über 80-Jähriger, eine über 80-Jährige“, sagte Spahn weiter.

Deswegen würden alle Länder in den Pflegeeinrichtungen beginnen. Auch die Ärzte und Pflegerinnen und Pfleger in Kliniken gehörten zur ersten Priorität. Aber in den ersten Tagen werde zuallererst in den Pflegeeinrichtungen geimpft. Alle anderen bat der Minister erneut um Geduld. „Ich bitte Sie darum abzuwarten, bis auch Sie an der Reihe sind. Wir beginnen zuerst mit den Älteren, den Hochbetagten, denjenigen, die sie pflegen und betreuen, um genau diese besonders Verwundbaren zu schützen.“

Geplant ist, dass die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember beginnen.

Zum Start der Impfungen dürften „jetzt nicht alle versuchen, gleich einen Termin zu bekommen“, mahnte Spahn. Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe - etwa per Schreiben oder über eine Hotline. „Mann wird und Frau wird erfahren, wann sie jeweils dran sind.“

10.41 Uhr: Corona-Quarantäne kurz vor Weihnachten: 95 Schüler der Schule Schloss Salem und eine Gemeinschaftsunterkunft betroffen

Seit Montag wurden an der Schule Schloss Salem 15 Schüler positiv auf das Coronavirus getestet. Etwa 80 Schüler wurden als Kontaktpersonen ersten Grades eingestuft. Und auch in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Salem wurden mehrere Coronafälle registriert. Wir haben nachgefragt, wie es an der Schule und in der Flüchtlingsunterkunft nun weiter geht.

10 Uhr: Spahn: Impfung zuerst für diejenigen, denen es Lebensjahre bringt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat kurz vor seiner Unterzeichnung der Impfverordnung die darin geregelte Prioritätensetzung mit dem größten Effekt für diese Gruppen begründet. Die Menschen, die als erstes geimpft werden sollen, seien in drei Gruppen eingeordnet, sagte er am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Angefangen werde bei jenen, für die der Impfschutz zusätzliche Gesundheit und Lebensjahre bringe. „Wir fangen jetzt mit den Über 80-Jährigen, den Höchstbetagten, den Pflegebedürftigen und denjenigen, die sie pflegen und betreuen, an.“ Diese Gruppe sei schon sehr groß - und besonders gefährdet.

9 Uhr: Corona-Ausnahme - weniger Firmeninsolvenzen in ersten neun Monaten

Die Zahl der Unternehmenspleiten ist trotz der Corona-Krise in den ersten neun Monaten gesunken. Von Januar bis September 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte 12.491 Firmeninsolvenzen. Das waren 13,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Hauptgrund ist die von März bis Ende September ausgesetzte Antragspflicht bei Zahlungsunfähigkeit.

Für Überschuldung gilt die Ausnahme weiterhin zunächst bis Ende Januar 2021. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit gestellt werden. Experten rechnen im kommenden Jahr mit einer Welle von Unternehmenspleiten.

8.03 Uhr: Mehrheit der Deutschen hat keine finanziellen Einbußen durch Corona-Pandemie

Zwei Drittel der Deutschen halten trotz der Corona-Krise ihre wirtschaftliche Situation für gut. In einer Umfrage eines Bankenverbandes gaben 76 Prozent an, von der Krise bislang kaum oder gar nicht finanziell betroffen zu sein. Demnach sind sogar deutlich mehr Menschen zufrieden als in den Vorjahren. Eine Rolle könnte spielen, dass viele automatisch weniger ausgegeben haben.

"Viele konnten nicht in den Urlaub fahren, waren in der Krise zum Konsumverzicht gezwungen und haben Geld gespart", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Andreas Krautscheid, der Zeitung. "Das vermittelt auch das Gefühl, dass es einem finanziell ja ganz gut geht."

7.07 Uhr: RKI gibt mehr als 33.000 Corona-Neuinfektionen bekannt

Erstmals hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland mehr als 30.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Die Behörde gab am Freitagmorgen auf ihrer Website 33.777 neue Corona-Fälle an. Allerdings enthält diese Zahl 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg, die am Vortag aus technischen Gründen nicht übermittelt worden waren.

Abzüglich der Nachmeldungen wurden somit 30.277 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Addiert man die 3500 Nachmeldungen zum gestrigen offiziellen Wert von 26.923, lag die Gesamtzahl am Donnerstag bereits bei 30.423. Die Zahl der Todesfälle erreichte am Freitag mit 813 den zweithöchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 17. Dezember:

22.07 Uhr: Dramatische Lage in der Klinik Tettnang - Intensivbetten werden knapp

Nach einem Corona-Ausbruch in der Klinik Tettnang haben sich mittlerweile 78 Mitarbeiter und 30 Patienten mit Covid-19 infiziert. Zwei erkrankte Patienten starben. Am Klinikum Friedrichshafen sind die beiden Corona-Stationen mit 25 Menschen belegt, die beiden coronafreien Intensivstationen sind nahezu voll. Die Lage ist dramatisch. Die Klinik rechnet mit einem weiteren Anstieg der Corona-Patienten.

19.10 Uhr: RKI veröffentlicht offizielle Empfehlung für Corona-Impfung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre offizielle Empfehlung zur Impfung gegen das Coronavirus veröffentlicht. Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, sollen wie bereits geplant zunächst Menschen über 80 Jahren und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen geimpft werden, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Diese seien besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe. Die Stiko empfiehlt die Impfung zugleich medizinischem Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und dem Personal in der Altenpflege. 

Auch Menschen mit Vorerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Je nach Vorerkrankung ist dieses Risiko jedoch sehr unterschiedlich und meist deutlich geringer als bei hochbetagten Menschen. Die Empfehlung der Stiko teilt die Bevölkerung in insgesamt sechs Gruppen ein. Nach der Impfung von besonders Betagten sowie besonders gefährdetem Personal in Medizin und Pflege in der ersten Stufe sind demnach unter anderem Menschen ab 75 Jahren, Menschen mit Down-Syndrom und Menschen mit Demenz an der Reihe.

In die dritte Kategorie fallen beispielsweise Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit einem transplantierten Organ oder bestimmten Vorerkrankungen und enge Kontaktpersonen von Schwangeren. Die vierte Stufe sieht etwa die Impfung von Menschen ab 65 sowie von Lehrerinnen und Erziehern vor und von „Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen“. Die fünfte Stufe umfasst unter anderem die Impfung von Menschen ab 60, von Personal „in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen“ und von Beschäftigtem im Einzelhandel und der kritischen Infrastruktur, wozu etwa die Strom- und Wasserversorgung zählen. Die sechste Gruppe umfasst schließlich alle anderen Menschen, die jünger sind als 60 Jahre.

18.45 Uhr: EU-Behörde entscheidet schon am 6. Januar über Zulassung von Moderna-Impfstoff

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zieht ihre Entscheidung über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna um eine Woche vor. Die in Amsterdam ansässige Behörde teilte am Donnerstag mit, Moderna habe vorzeitig weitere Daten geliefert, sodass eine außerordentliche Sitzung für den 6. Januar angesetzt worden sei, „um die Prüfung möglichst abzuschließen“. Ursprünglich war die Moderna-Entscheidung für den 12. Januar vorgesehen.

18.28 Uhr: An diesen Orten in der Region kann man sich vor Weihnachten kostenlos auf Corona testen lassen

Am 23. und 24. Dezember bietet das Land kostenlose Schnelltests auf Corona an. So soll ein sichereres Weihnachtsfest ermöglicht werden. Auch in den Kreisen der Region gibt es hierfür Anlaufstellen – wir haben diese hier für Sie zusammengestellt.

17.30 Uhr: Hotelübernachtungen zu Weihnachten trotz Lockdowns erlaubt

Trotz verschärfter Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Baden-Württemberg Hotelübernachtungen für Familienbesuche über die Weihnachtstage ermöglichen. Solche Hotelübernachtungen aus familiärem Anlass seien vom 24. bis 27. Dezember nun auch explizit als Härtefälle in die Begründung der Verordnung aufgenommen worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir haben das ausdrücklich mit reingeschrieben, damit dem Ordnungsamt klar ist, dass das auch erlaubt ist." Als Härtefall gelte etwa auch ein Wohnungsbrand oder wenn man mit einem Motorschaden liegen bleibe. Geschäftsreisende dürfen sowieso weiter im Hotel übernachten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Ausnahmeregelung für Familienbesuche Ende November kritisiert. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte eine zuvor angekündigte Genehmigung von privaten Hotelübernachtungen im Rahmen von Familienbesuchen über Weihnachten wieder zurückgezogen

16.55 Uhr: Spahn: Wir fangen mit den Höchstbetagten und Gefährdeten an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts des geplanten Corona-Impfstarts am 27. Dezember um Geduld gebeten. "Wer nicht über 80 ist und nicht im Alten- oder Pflegeheim ist, muss sich noch ein Stück gedulden", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Interview mit der "Welt". "Also bitte nicht am 27. dann alle schon irgendwie versuchen, einen Termin zu kriegen und zu ordern. Wir fangen erstmal an mit den Höchstbetagten und Gefährdeten."

An diesem Freitag will Spahn eine Verordnung zur sogenannten Priorisierung unterzeichnen, also zur konkreten Reihenfolge, welche Bevölkerungsgruppen wann mit einer Impfung drankommen können.

Zu den aktuellen Corona-Zahlen sagte Spahn: "30.000 neugemeldete Infektionen innerhalb von 24 Stunden ist schon eine sehr, sehr hohe Zahl." Er tippe, dass sich das in dieser Größenordnung in den nächsten Tagen weiter darstellen werde. Das Robert Koch-Institut hatte am Donnerstag 26.923 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zugleich wies das Institut darauf hin, dass aus Baden-Württemberg aus technischen Gründen rund 3500 Fälle zu wenig übermittelt worden seien. Spahn sprach von einer regional enormen Belastung von Kliniken. Teilweise müssten Patienten verlegt werden. Aber es sei möglich, jeden zu behandeln.

16 Uhr: Besuch aus der Schweiz, Böllerverbot, Ausgangssperre: Was darf ich an Silvester und was nicht?

Die Regeln sind verwirrend. An Weihnachten gibt es generelle Ausnahmen der neuen Corona-Regeln in Baden-Württemberg. An Silvester aber nicht. Was darf ich denn nun eigentlich noch, trotz Ausgangssperre? Was dürfen Freunde, was Verwandte, darf man böllern? Wir haben die wichtigsten Fragen beantwortet.

14.42 Uhr: Bislang 23 Abgeordnete des Bundestags mit Corona infiziert

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben sich nach Angaben der Bundestagsverwaltung 23 der 709 Abgeordneten mit dem Virus infiziert. Hinzu kommen je 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraktionen und von Abgeordneten, 41 Mitarbeiter der Verwaltung sowie 10 von Fremdfirmen wie Reinigungsdiensten, Fahrdienst oder Handwerker. Insgesamt wurden damit bislang 140 Fälle bekannt. Zuletzt hatte die AfD-Fraktion in dieser Woche mitgeteilt, dass sich vier ihrer Abgeordneten angesteckt hätten.

Nach einer Auflistung der Bundestagsverwaltung vom Mittwoch wurden allein in der vergangenen Woche 17 neue Infektionen gemeldet, darunter jeweils fünf Abgeordnete, Mitarbeiter von Abgeordneten sowie aus den Fraktionen. In der laufenden Woche waren es demnach drei Fälle, ein Abgeordneter und zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fraktionen.

Zur Verringerung des Infektionsrisikos hat der Bundestag das Programm seiner letzten Sitzungswoche dieses Jahres auf zwei Tage komprimiert. An diesem Freitag wird es im Plenum nur eine Rede von UN-Generalsekretär António Guterres aus Anlass des 75. Jahrestages der Gründung der Vereinten Nationen geben. Der Freitag gilt aber nicht mehr als Sitzungstag, die Präsenzpflicht ist aufgehoben, wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch mitgeteilt hatte.

13.50 Uhr: DRK bereitet sich auf Corona-Schnelltests vor Weihnachten vor

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Baden-Württemberg bereitet sich darauf vor, in der kommenden Woche landesweit Corona-Schnelltests anzubieten. Die Vorbereitungen in den Kreisverbänden im Südwesten laufen, es sollen weit mehr als Tausend Helfer des DRK landesweit zum Einsatz kommen, wie ein Sprecher des DRK Landesverbands sagte. Neben dem DRK wollen weitere Hilfsdienste am 23. und 24. Dezember an zahlreichen Standorten im Land Corona-Schnelltests anbieten. Das Sozialministerium möchte dazu am Donnerstag eine Liste der Standorte für die Schnelltests veröffentlichen, wie ein Sprecher des Ministeriums sagte.

12.55 Uhr: Merkel setzt große Hoffnungen in Beginn der Corona-Impfungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhofft sich von den bevorstehenden Corona-Impfungen einen Durchbruch bei der Bekämpfung der Pandemie. "Wenn wir sehen, wie viele Menschen im Augenblick an Corona sterben, dann weiß man, wie viel Leben das retten kann", sagte Merkel am Donnerstag in einer Schaltkonferenz mit den Gründern des Mainzer Impfstoff-Entwicklers Biontech, Ugur Sahin und Özlem Türeci. "Deshalb freuen wir uns natürlich auch in Deutschland schon auf den Tag, an dem das Impfen begonnen werden kann nach der Zulassung durch die europäischen Behörden."

12.39 Uhr: Baumärkte und Gartenfachhandel fordern einheitliche Corona-Regeln

Baumärkte, Gartenfachhandlungen und ihre Zulieferer fordern einheitliche Richtlinien für den neuerlichen Lockdown. Die aktuellen Maßnahmen würden lokal unterschiedlich ausgelegt, was „für erhebliche Unklarheit und Verunsicherung von Handel und Verbrauchern“ sorge, sagten mehrere Branchenverbände laut einem gemeinsamen Statement vom Donnerstag. Verbraucher könnten etwa die Vielzahl an Verkaufsgenehmigungen und gesperrten Sortimenten nicht mehr nachvollziehen, argumentieren die Branchenvertreter.

Die Politik habe nicht die nötigen Schlussfolgerungen aus dem Frühjahr gezogen. Damals hätten die widersprüchlichen Auslegungen der Verordnungen zu Einkaufstourismus in Randregionen geführt. Diese widersprüchlichen Auslegungen führen nach Ansicht der Verbände zu einer mangelnden Akzeptanz der eigentlich sinnvollen Regeln, weil Einschränkungen als willkürlich wahrgenommen würden.

12 Uhr: Spahn bestätigt: Voraussichtlicher Impfbeginn am 27. Dezember

In Deutschland und den anderen Staaten der Europäischen Union sollen die ersten Menschen ab 27. Dezember gegen Corona geimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte diesen geplanten Impfbeginn nun in Berlin. „Wir starten in Deutschland, so die Zulassung kommt, wenn es sich alles so entwickelt wie geplant - über den 21. und 23. Dezember erst die EMA, dann die Kommission -, am 27. Dezember auch die Europäische Union“, sagte Spahn.

„Die anderen Länder wollen ab dem 27. Dezember beginnen können und beginnen.“ Die Europäische Arzneimittelagentur EMA will an diesem Montag (21. Dezember) über die Zulassung des Serums entscheiden, das der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelt hat. Spahn äußerte sich in einer Videokonferenz mit den Gründern von Biontech, Ugur Sahin und Özlem Türeci.

10.40 Uhr: Macron positiv auf Coronavirus getestet

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der 42-Jährige sei nach dem „Auftreten erster Symptome“ getestet worden, und das Ergebnis liege seit Donnerstag vor, hieß es in einer Erklärung des Präsidialbüros in Paris. Er werde sich nun eine Woche lang isolieren.

„Er wird weiter arbeiten und seine Tätigkeiten aus der Distanz sicherstellen“, hieß es. Macron hatte in den vergangenen Tagen unter anderem am EU-Gipfel in Brüssel teilgenommen und die Pariser Kabinettssitzung geleitet. Auch Frankreichs Premierminister Jean Castex kündigte deshalb an, sich als Kontaktperson vorsorglich zu isolieren. Anders als der Präsident gehört seine Frau Brigitte zur Risikogruppe: Die pensionierte Lehrerin ist 67 Jahre alt.

9.34 Uhr: Land stellt zusätzliche FFP2-Masken für gefährdete Gruppen bereit

Die grün-schwarze Landesregierung will besonders durch Corona-Infektionen gefährdete Menschen in Baden-Württemberg mit zusätzlich 90 FFP2-Masken pro Person ausstatten. Die Aktion richte sich an pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen (ca. 100.000 Menschen) sowie deren Angehörige, behinderte Menschen in stationären Einrichtungen (ca. 23.000) und Menschen in Obdachloseneinrichtungen (ca. 5000), teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit. Insgesamt würden im Rahmen dieser Schutzmaßnahme rund 11,5 Millionen zusätzliche Masken bereitgestellt, die Verteilung solle über die Stadt- und Landkreise erfolgen.

9.09 Uhr: Söder und Hans warnen vor Hoffnung auf baldiges Ende des Lockdown

Angesichts des näher rückenden Starts der Corona-Impfungen haben Politiker die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Lockdown gedämpft. "Viele sagen, am 10. Januar ist alles vorbei", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Augsburger Allgemeinen". "Ich sage, diese Maßnahmen müssen so lange getätigt werden, bis die Zahlen unten sind."

Als Zielmarke nannte er einen Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Deutschland befinde sich in der schwierigsten Phase der ganzen Pandemie. "Jetzt sind wir über weit über 20.000 Neuinfektionen am Tag, das können wir nicht mehr verkraften", sagte Söder. Ähnlich äußerte sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). "Für mich ist völlig klar, dass wir nach dem 10. Januar nicht wieder lockern können, wie das im Frühjahr der Fall war", sagte er.

8.08 Uhr: Corona lässt Durchschnittslohn in Bayern schrumpfen

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf das Lohnniveau in Bayern aus. So sank der durchschnittliche Bruttoverdienst im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,8 Prozent, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag in Fürth mitteilte. Beschäftigte in Vollzeit verdienten im dritten Quartal in Bayern durchschnittlich 4158 Euro - ohne Sonderzahlungen und bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38 Stunden.

Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. Bei Banken und Versicherungen lag der Durchschnittsverdienst bei 5693 Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie im Gastgewerbe mit 2189 Euro. Am stärksten betroffen von Verdiensteinbußen waren aufgrund coronabedingter Kurzarbeit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Luftfahrt (-37,9 Prozent), der Reisebranche (-24,6 Prozent) und bei den Beherbergungsbetrieben (-22,5 Prozent).

7.07 Uhr: Kassenärzte-Chef rechnet mit Scheitern des harten Lockdowns

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit einem Scheitern des seit Mittwoch geltenden Lockdowns. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis zum 10. Januar eine relevante Absenkung der Infektionsraten und schon gar nicht der Todesfälle erreichen werden“, sagte Gassen gegenüber Medien.

Daran werde auch eine Verlängerung des Lockdowns nichts ändern. „Ein Lockdown, egal wie hart, ist keine geeignete langfristige Strategie in der Pandemiebekämpfung.“ Stattdessen sollte mehr für den Schutz der Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen getan werden. Außerdem müssten Menschenströme entzerrt werden, beispielsweise durch den Einsatz von mehr Bussen und Bahnen, sowie subventionierten Taxifahrten für Risikogruppen, forderte Gassen.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 16. Dezember:

21.28 Uhr: Maske schränkt Verbreitung von Aerosolen in Bahn ein

Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist Forschern zufolge während einer Zugfahrt eine wirksame Möglichkeit, die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen zu begrenzen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Bahn und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen. Bei den Untersuchungen wurde unter anderem die Atmung eines Fahrgastes mit und ohne Maske simuliert. Die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen wurde mit Hilfe von künstlichem Speichel und Spurengas nachgestellt. Für eine virologische Bewertung möglicher Infektionsrisiken seien weitere wissenschaftliche Forschungsarbeiten notwendig, teilte das DLR Göttingen am Mittwoch mit.

Laut Mitteilung wird auch aufgrund der hohen Frischluftnutzung der Klimaanlage die Luft in einem ICE durchschnittlich alle sieben Minuten vollständig erneuert. Zusammen mit dem Filtersystem bedeute das, dass die Klimaanlage bei der Verbreitung der Aerosole im Fahrgastraum faktisch keine Rolle spiele. Aus den Ergebnissen leite sich keine Notwendigkeit ab, Maßnahmen mit Bezug auf die Klimaanlage umzusetzen.

20.32 Uhr: Gesundheitsminister stellen sich auf Impfbeginn am 27. Dezember ein

Die Gesundheitsminister der Länder stellen sich auf einen Beginn der Corona-Impfungen am 27. Dezember ein. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Länder über die zu erwartende Zulassung und Lieferung des Biontech-Impfstoffes informiert, wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mitteilte. „Für die Bundesländer ergibt sich daraus der 27.12 als Starttermin für die Impfungen gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Insbesondere soll mit der Impfung in den Pflegeheimen begonnen werden.“

19.14 Uhr: Bundestag beschließt Homeoffice-Pauschale

Wer während der Corona-Krise von zu Hause arbeitet, soll seine Ausgaben leichter in der Steuererklärung geltend machen können. Der Bundestag beschloss am Mittwochabend eine Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr. Sie soll für die Steuererklärungen der Jahre 2020 und 2021 gelten - danach, so hofft man, könnte die Corona-Pandemie im Griff sein und die meisten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Damit die Regelung in Kraft treten kann, muss am Freitag aber noch der Bundesrat zustimmen.

Pro Tag am Heim-Schreibtisch werden demnach bei der Steuerberechnung 5 Euro angerechnet, maximal 120 Tage im Jahr. Dieser Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, so dass die fälligen Steuern sinken. Allerdings zählt die Homeoffice-Pauschale zu den Werbungskosten, für die allen Steuerzahlern pauschal 1000 Euro angerechnet werden. Nur wer mit seinen Ausgaben hier über 1000 Euro kommt, profitiert also von der Maßnahme.

18.51 Uhr: 4165 neue Corona-Fälle und 87 weitere Tote

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg ist erneut um mehr als 4000 gestiegen. Innerhalb eines Tages kamen 4165 neue Fälle hinzu, zudem wurden 87 weitere Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Damit gibt es jetzt landesweit 197.870 bestätigte Ansteckungen seit Beginn der Pandemie und insgesamt 3714 Tote, wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte.

18.38 Uhr: Vor Weihnachten Schnelltests in vielen Städten geplant

In Baden-Württemberg soll es am 23. und 24. Dezember in zahlreichen Städten und Gemeinden die Möglichkeit zu einem unkomplizierten Corona-Schnelltest geben. Damit sollen Angehörige unmittelbar im Vorfeld von geplanten Weihnachtsbesuchen bei besonders gefährdeten Familienangehörigen Gewissheit bekommen, nicht infiziert zu sein und das Virus nicht weitergeben zu können.

Die Aktion wird derzeit vom Sozialministerium gemeinsam mit mehreren Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz vorbereitet. Das Sozialministerium will an diesem Donnerstag Details und Orte bekanntgeben. Unklar ist noch, ob die Tests für die Bürger kostenlos sein sollen.

17.25 Uhr: Verwirrung um Regeln für Frisöre

Frisöre müssen seit heute geschlossen haben – oder doch nicht? Ein entsprechender Paragraph in der aktuellsten Corona-Verordnung des Landes hat hier für Verwirrung gesorgt. Denn in Paragraph 13, Absatz 2 steht explizit, dass Frisöre öffnen dürfen. Das sorgte beispielsweise im Schwarzwald-Baar-Kreis für Irritationen.

Die Friseur-Innung im Kreis sah sich deswegen zu einem Brief an ihre Mitglieder genötigt. Er liegt dem SÜDKURIER vor. Darin stellt die Innung klar: „Friseure müssen geschlossen sein!“. Der Grund: Paragraph 13 wird derzeit vom nur vorübergehend gültigen Paragraph 1d geschlagen – er verbietet den Betrieb. Ähnliche rechtliche Verwirrung um zeitweise außer Kraft gesetzte Verordnungs-Teile hatte es schon in der Vergangenheit gegeben.

17.10 Uhr: Tageshöchststand bei Corona-Todesfällen - 27.728 Neuinfektionen

Die Zahl der binnen eines Tages erfassten Toten nach Corona-Infektionen in Deutschland hat einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 weitere Todesfälle, wie aus den Zahlen vom Mittwoch hervorgeht. Außerdem kamen 27.728 Neuinfektionen hinzu. Vergangenen Mittwoch waren 20 815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle gemeldet worden. Sachsen meldete nun jedoch noch Daten vom Vortag nach. Für Wirbel sorgten Triage-Äußerungen eines Mediziners des Oberlausitzer Bergland-Klinikums im sächsischen Zittau.

Die Zahl der wöchentlichen Corona-Todesfälle bundesweit steigt schon seit einiger Zeit an, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der Tod von Covid-19-Patienten wird häufig nachgemeldet. Das Datum, zu dem der Fall dem RKI bekannt wird, entspreche nicht dem Sterbedatum und auch nicht dem Datum der Meldung ans Gesundheitsamt, erläuterte eine RKI-Sprecherin. Generell seien die Zahlen für einzelne Tage weniger aussagekräftig als etwa Wochenwerte.

16.25 Uhr: Corona-Entschädigung für Eltern wird ausgeweitet - Kritik an Lücken

Die Entschädigungsregeln für Eltern, die wegen geschlossener Kitas und Schulen oder eingeschränkten Betriebs der Einrichtungen nicht zur Arbeit können, werden angesichts des neuen Corona-Lockdowns ausgeweitet. Eine Verdienstausfallentschädigung vom Staat soll es nun auch geben, wenn Schulen nicht geschlossen werden, sondern wenn lediglich die Präsenzpflicht für die Einrichtungen ausgesetzt wird, so wie das in einigen Bundesländern jetzt der Fall ist.

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht. Der Regierungspartner SPD ist damit aber unzufrieden und auch von der Opposition und der Gewerkschaftsseite kommt Kritik, weil nicht alle betroffenen Eltern etwas davon haben.

Wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, soll die Neuregelung bei der Entschädigung auch bei sogenanntem Wechselunterricht greifen, an Tagen, an denen die Schüler zu Hause sind oder bei verlängerten Schul- oder Betriebsferien, etwa in Kitas, wenn diese behördlich angeordnet werden.

15.19 Uhr:  Mehr als 24 Millionen Corona-Warn-App-Nutzer

Ein halbes Jahr nach Bereitstellung der Corona-Warn-App hat die Bundesregierung die Menschen in Deutschland aufgerufen, die App zu laden und Testergebnisse zu hinterlegen. Mehr als 24 Millionen mal sei die App inzwischen heruntergeladen worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

Die vergangenen Tage seien noch einmal viele hinzugekommen. "Jeder, der hinzukommt, hilft", sagte Seibert. 171 von 180 Testlabore seien an die Warn-App angeschlossen. Über 5,6 Millionen Testergebnisse seien übermittelt worden, über 130.000 User hätten positive Ergebnisse über die App geteilt - dies seien allerdings erst 54 Prozent der entsprechend Getesteten.

14.30 Uhr: Neue Ausnahmen bei nächtlicher Ausgangssperre im Südwesten

Baden-Württemberg hat die Regeln für die Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 5 Uhr angepasst und weitere triftige Gründe für den nächtlichen Aufenthalt im öffentlichen Raum festgelegt. So ist es nun auch erlaubt, nachts zu seinem Partner zu fahren oder von dessen Haushalt zurück in den eigenen zu fahren. Auch Kinder, für die man Sorge- oder Umgangsrecht hat, darf man nun jederzeit besuchen und auch jederzeit von diesem Besuch zurückfahren.

Zudem stellt das Land klar: Übernachtungen sind in Baden-Württemberg jederzeit und bei jedem erlaubt – allerdings gilt dabei weiterhin, dass maximal zwei Haushalte mit maximal fünf Personen zusammenkommen dürfen. Ausnahmen gelten dabei weiterhin für Verwandte ersten Grades und Kinder unter 14 Jahren. Welche Regeln in Baden-Württemberg noch gelten, lesen Sie hier. 

12.25 Uhr: Lastwagen mit Corona-Impfstoffen dürfen auch sonntags fahren

Lastwagen mit dem Corona-Impfstoff an Bord dürfen im Südwesten auch an Sonn- und Feiertagen fahren. „In Baden-Württemberg gilt eine Ausnahmegenehmigung“, sagte ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums nun in Stuttgart. Allerdings sei zu erwarten, dass der Impfstoff vor allem mit kleineren Fahrzeugen transportiert werde. Generell gilt in Deutschland, dass Lastwagen über 7,5 Tonnen an Sonn- und Feiertagen von 0.00 bis 22 Uhr nicht fahren dürfen. Es gibt aber Ausnahmen, zum Beispiel für den Transport von frischen Lebensmitteln.

12 Uhr: Corona-Landeshilfen für Start-ups werden verlängert

Das baden-württembergische Kabinett hat sein im Sommer aufgelegtes Programm für krisengeschüttelte Start-ups bis Ende Juni 2021 verlängert. Eine entsprechende Ausweitung sei am Dienstag getroffen worden, teilte das Wirtschaftsministerium nun in Stuttgart mit. Bislang war das Landesprogramm nur bis zum Jahresende beschlossene Sache.

Hintergrund ist die coronabedingt angespannte Situation vieler Unternehmensgründer, die von kurzfristig abgesagten Finanzierungsrunden und damit verbundenen Engpässen berichten. Das Programm „Start-up BW Pro-Tect“ soll helfen, Liquiditätsengpässe von Start-up bis zur nächsten Finanzierungsrunde zu überbrücken.

11.10 Uhr: Ein Fünftel der Weltbevölkerung bis 2022 ohne Zugang zu Corona-Impfung

Mindestens ein Fünftel der Weltbevölkerung könnte bis zum Jahr 2022 keinen Zugang zu einem Corona-Impfstoff haben. Einer heute in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" (BMJ) veröffentlichten Studie zufolge haben wohlhabendere Nationen mehr als die Hälfte der potenziellen Impfdosen für 2021 bereits für sich reserviert, obwohl sie nur 14 Prozent der Weltbevölkerung stellen.

Selbst wenn die weltweit 13 führenden Impfstoff-Hersteller ihre Produktionsziele für das nächste Jahr erreichten und ihre Impfstoffe wirksam und sicher seien, bestehe die Gefahr, dass ärmere Länder abgehängt würden, warnten die Forscher von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in ihrer Studie.

10 Uhr: Die Lage im Kreis Konstanz bleibt angespannt

Vor allem die Klinikmitarbeiter im Kreis Konstanz bekommen die gestiegenen Fallzahlen zu spüren. Das Wochenende sei „sehr anstrengend“ gewesen, sagt Frank Hinder, ärztlicher Direktor am Klinikum Singen, mit Hinweis darauf, dass die Klinik kurzfristig an ihre Kapazitätsgrenze kam. Hier lesen Sie alle Details.

9 Uhr: Homeoffice-Pauschale und länger steuerfreie Corona-Zahlungen

Mehrere steuerrechtliche Regelungen in Verbindung mit der Corona-Pandemie und ihren Folgen stehen heute im Bundestag zur Abstimmung. Dazu gehören im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 eine Pauschale für Arbeiten im Homeoffice und die Verlängerung steuerfreier Sonderzahlungen.

Verbessert werden Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement. Um Mehrbelastungen durch das Arbeiten zu Hause auszugleichen, sollen Arbeitnehmer 2020 und 2021 bis zu fünf Euro pro Tag von der Steuer absetzen können. Maximal soll dies für 120 Tage gelten, also insgesamt bis zu 600 Euro.

Allerdings wird die Pauschale mit dem ohnehin geltenden Arbeitnehmerfreibetrag verrechnet, also erst bei dessen Überschreiten wirksam. Draufzahlen dürfte der Staat nicht, da im Gegenzug die Pendlerpauschale für die Homeoffice-Tage entfällt.

8.21 Uhr: Spahn erwartet Normalisierung des Lebens im Sommer

Angesichts des bald erwarteten Impfstarts gegen das Coronavirus in Deutschland rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn mit einer Normalisierung der Lage in einigen Monaten. „Ab dem Sommer können wir Zug um Zug in die Normalität zurückkehren“, sagte der CDU-Politiker. Dann gebe es genug Impfstoff für alle, die sich impfen lassen wollen. „So lange werden wir weiterhin aufeinander aufpassen und damit auch intensivste und schwerste Verläufe reduzieren müssen“, betonte Spahn.

Auch Hygienemaßnahmen seien bis dahin weiter nötig. „Wir werden bis weit ins nächste Jahr hinein weiterhin auch diese Regeln brauchen.“ Spahn zufolge müssten sich 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, um die Ausbreitung des Virus zum Erliegen zu bringen. Lokale Ausbrüche seien zwar, wie bei anderen Viren auch, noch möglich, aber nicht mehr eine solche Infektionsdynamik. Er bezeichnete die Impfung als ein „Gebot der Vernunft“.

8 Uhr: In Deutschland ist der neue harte Corona-Lockdown in Kraft getreten

Begleitet von Aufrufen zu Disziplin und Gemeinsinn ist der neue harte Corona-Lockdown für ganz Deutschland in Kraft getreten. Seit Mittwoch muss ein Großteil der Geschäfte bis mindestens 10. Januar geschlossen bleiben. Auch die Schulen machten dicht, in Kitas gibt es nur noch Notbetreuung.

Ausgangsbeschränkungen, Ausgangssperren, Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten in Baden-Württemberg

7.07 Uhr: Höchstwert: 952 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet

Die Zahl der verzeichneten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus ist sprunghaft gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Binnen eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 952 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Außerdem sind 27.728 Neuinfektionen verzeichnet worden. Allerdings waren in den Daten von Dienstag keine Zahlen aus Sachsen enthalten gewesen, weswegen in den neuen Zahlen auch Nachmeldungen enthalten sein könnten, wie es hieß.

Vergangenen Mittwoch (9.12.) waren 20.815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle gemeldet worden. Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 15. Dezember:

21.16 Uhr: 3295 neue Corona-Fälle und 104 weitere Todesfälle

In Baden-Württemberg ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen innerhalb eines Tages um 3295 Fälle gestiegen, zudem wurden 104 zusätzliche Tote im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Damit gibt es jetzt landesweit 193 705 bestätigte Ansteckungen seit Beginn der Pandemie und insgesamt 3627 Tote, wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte.

Demzufolge sind derzeit 544 an Covid-19 Erkrankte in intensivmedizinischer Behandlung, von denen 318 (58 Prozent) invasiv beatmet werden. Insgesamt seien 2142 von 2530 einsatzfähigen Intensivbetten (85 Prozent) belegt. Die Zahl der Genesenen wuchs schätzungsweise um 2135 auf 136 782.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner beträgt für das ganze Land aktuell 191,6 und übertrifft noch einmal die Inzidenz der vorangegangenen Tage. Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise über dem Grenzwert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. 15 davon überschreiten derzeit die 200er-Marke, die Stadtkreise Heilbronn und Pforzheim überschreiten die Marke von 300 neuen Ansteckungen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

19.15 Uhr: Mehr als neun Millionen Euro an Corona-Entschädigungen

Das Land Baden-Württemberg hat seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als neun Millionen Euro an Entschädigungen wegen Einnahmeausfällen gezahlt. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Boris Weirauch hervor, über die „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Mittwoch) berichten. Demnach wurden bereits mehr als 35.000 Entschädigungsanträge wegen Einnahmeausfällen gestellt, wie Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) in der Antwort mitteilte. Die Summe der Entschädigungsleistungen beläuft sich auf rund 9,1 Millionen Euro, wie die Zeitungen berichten.

17.41 Uhr: Corona-Kommission: Schweden hat bei Schutz von Älteren versagt

Schweden hat es nach Angaben einer eingesetzten Corona-Kommission nicht geschafft, seine älteren Mitbürger vor dem Coronavirus zu schützen. Länger bekannte strukturelle Probleme sowie mehrere Faktoren wie der Mangel an geeigneter Schutzausrüstung und die späte Einführung umfassender Tests hätten dazu beigetragen, dass die Altenpflege schlecht vorbereitet und schlecht ausgerüstet zur Handhabe einer Pandemie gewesen sei, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Kommissionsbericht.

„Die Strategie zum Schutz der Älteren ist gescheitert“, urteilte die Kommission. Die Angestellten in der Altenpflege seien in der Krisensituation großteils alleine gelassen worden. Die Verantwortung für die Versäumnisse liegt der Kommission zufolge letztlich bei der amtierenden Regierung und den Vorgängerregierungen.

Eine in dem Teilbericht hervorgehobene Schwäche war die Aufsplitterung der Altenpflege. Diese ist in Schweden in 21 Regionen und 290 Kommunen aufgeteilt. Auch viele private Anbieter mischen mit, während die nationale Verantwortung von staatlichen Regierungsbehörden getragen wird.

Schweden hat in der Corona-Krise eine spezielle Strategie mit weniger strikten Maßnahmen verfolgt. Bislang wurden mehr als 340.000 bestätigte Corona-Infektionen sowie 7667 damit in Verbindung stehende Todesfälle verzeichnet. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet hat das Land mit rund zehn Millionen Einwohnern damit deutlich mehr Infektionen und Todesfälle gehabt als Deutschland oder der Rest Skandinaviens. Der Großteil der Corona-Toten war 70 Jahre und älter.

Die Corona-Kommission wurde Ende Juni von der schwedischen Regierung eingesetzt. Der Bericht von Dienstag war der erste Teilbericht zur Pandemie. Ihren Abschlussbericht soll sie am 28. Februar 2022 vorlegen - sieben Monate vor der nächsten schwedischen Parlamentswahl.

17.24 Uhr: Prognose: Zahl der Toten 2020 in Italien wie im Zweiten Weltkrieg

Italien könnte in diesem Jahr so viele Tote verzeichnen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. „Dieses Jahr werden wir leider mit leichtem die Grenze von insgesamt 700.000 Toten übertreffen“, sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde Istat, Gian Carlo Blangiardo, am Dienstag im Fernsehsender Rai 3. Das sei ein besorgniserregender Wert, denn zuletzt hätte Italien diese Zahlen im Jahr 1944 erreicht - zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geburtenzahl im dem Mittelmeerland sank von rund 420.000 in 2019 auf 400.000 in diesem Jahr.

Italien wurde hart von der Corona-Pandemie getroffen. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten bislang rund 1,86 Millionen Corona-Infektionen und mindestens 65.000 Menschen, die mit einer Infektion gestorben waren. Am selben Tag veröffentlichte Istat auch neue Zahlen zur italienischen Bevölkerung. Für den 31. Dezember dieses Jahres erwarteten die Statistiker eine Zahl von rund 59,6 Millionen Bürgern in Italien und damit etwa 175.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die italienische Bevölkerung wird den Daten der Behörde zufolge zudem immer älter. Das Durchschnittsalter stieg von 43 (2011) auf nun 45 Jahre.

17.01 Uhr: Merkel beunruhigt über Corona-Lage: Nicht die Zeit für Ausnahmen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich beunruhigt über die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen und die Lage auf den Intensivstationen geäußert. „Es ist nicht die Zeit für Ausnahmen“, sagte Merkel am Dienstag nach Angaben von Sitzungsteilnehmern in der Videositzung der Unionsfraktion im Bundestag nach den Entscheidungen von Bund und Ländern über einen harten Lockdown von diesem Mittwoch an. Sie wurde mit den Worten zitiert: „Wir tun uns gemeinsam nichts Gutes, wenn wir jetzt wieder nach der Ausnahme suchen. Weil wir dann noch länger im Lockdown verharren müssen.“

Sie sei ein bisschen beunruhigt, sagte Merkel nach diesen Angaben. So seien etwa die Schulregelungen in den einzelnen Bundesländern teilweise schon wieder sehr großzügig, kritisierte die Kanzlerin. Man müsse wieder herunter auf eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen innerhalb einer Woche, weil man dann das Infektionsgeschehen nachvollziehen könne. Sonst könne nichts gelockert werden, betonte die Kanzlerin.

16.32 Uhr: Corona-Warn-App kommt auch für ältere iPhone-Modelle 5s und 6

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird künftig auch auf den älteren iPhone-Modellen 5s und 6 laufen können. Darauf hat das Robert Koch-Institut am Dienstag in Berlin hingewiesen. Apple stelle die notwendige technische Schnittstelle, das sogenannte Exposure Notification Framework, nun auch für die Betriebssystem-Version iOS 12.5 bereit. Auf den neuen iPhone-Modellen ist die Betriebssystemsversion iOS 14.2.1 aktuell. Es werde allerdings noch eine Zeit lang dauern, bis eine angepasste Version der Corona-Warn-App des Bundes für die älteren Modelle vorliege, da der Code erst angepasst werden müsse, teilte das RKI weiter mit.

Apple kommt damit Forderung nach, die spezielle Bluetooth-Schnittstelle so zu verändern, dass noch mehr iPhone-Modelle als bislang die Corona-Tracing-App laufen lassen können. „Wir freuen uns, dass Apple sein Exposure Notification Framework nun auch für die Betriebssystem-Version iOS 12.5 bereitstellt“, erklärte das RKI.

16.05 Uhr: EU gibt 500 Millionen Euro für Corona-Impfstoff für ärmere Länder

Die Europäische Union stellt 500 Millionen Euro für die Versorgung ärmerer Länder mit Corona-Impfstoffen zur Verfügung. Damit könne eine Milliarde Impfdosen gekauft werden, teilte die diplomatische Vertretung der Europäischen Union in Genf am Dienstag mit. 400 Millionen Euro kommen von der Europäischen Investmentbank, 100 Millionen Euro von der EU-Kommission.

Das Geld geht an die Impfinitiative Covax der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die Forschung an zahlreichen Impfstoffkandidaten fördert und eine faire Verteilung erfolgreicher Impfstoffe gewährleisten soll. Mehr als 180 Länder sind beteiligt, darunter neben den EU-Ländern auch China, nicht aber die USA. Mehr als 90 Länder finanzieren den Kauf von Impfstoffen selbst, 92 sollen dabei unterstützt werden.

15.47 Uhr: Corona-Spuren auf dem Ausbildungsmarkt – weniger Lehrverträge 2020

Zehntausende Jugendliche finden keinen passenden Ausbildungsplatz, ähnlich viele Betriebe keinen geeigneten Nachwuchs. Die Pandemie verschärft die Situation, ist aber nicht das einzige Problem.

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die berufliche Zukunft junger Menschen aus. Deutlich weniger Jugendliche haben in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen als noch 2019. So wurden 57.600 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr, wie aus der am Dienstag vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vorgestellten Ausbildungsbilanz 2020 hervorgeht. Das entspricht einem Minus von 11 Prozent. Insgesamt wurden bundesweit 467.500 Ausbildungsverträge geschlossen, 2019 waren es noch 525.000. Erstmals seit der Wiedervereinigung lag die Zahl damit unter 500.000.

Gründe dafür sind nach Angaben des Instituts einerseits ein deutlich reduziertes Angebot an Ausbildungsplätzen und zugleich eine gesunkene Nachfrage nach Lehrstellen. Außerdem ist es dem BIBB zufolge in Zeiten ohne Ausbildungsmessen und Betriebspraktika noch schwerer geworden, Betriebe und Azubis zusammenzubringen. Demnach blieben zum Stichtag 30. September fast 60.000 und damit knapp 12 Prozent aller von Betrieben angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt. Mehr als 78.000 Jugendliche suchten gleichzeitig noch nach einer ihnen passend erscheinenden Lehrstelle.

Dies ist nach Einschätzung des BIBB aber nicht ausschließlich auf die Auswirkungen der Pandemie zurückzuführen. Infolge der demografischen Entwicklung sinke schon seit Jahren die Zahl der Schulabgänger, weshalb mit einem leichten Rückgang der Anzahl an Ausbildungsverträgen gerechnet wurde.

14.39 Uhr: Entscheidung über Zulassung von Impfstoff am 21. Dezember

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will am 21. Dezember ihr Gutachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Unternehmen Biontech und Pfizer vorlegen - acht Tage früher als zuletzt geplant. Das teilte die Behörde am Dienstag in Amsterdam mit. Die Zustimmung der EU-Kommission gilt als sicher. Der Impfstoff könnte so noch vor Weihnachten für die EU zugelassen sein.

13.57 Uhr: In der Schweiz wächst der Frust über lasche Anti-Corona-Maßnahmen

Schweizer Krankenhäuser sind wegen der Corona-Pandemie an der Belastungsgrenze - und der Ruf nach einem Lockdown wird immer lauter. „Wir können uns nicht vorstellen, dass wir um einen Lockdown herumkommen“, sagte der Direktor des Universitätsspitals Zürich (USZ), Gregor Zünd, am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Im Kanton Zürich liege der R-Wert bei 1,16 - das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken. „Wie lange sollen diese Warnungen denn noch gehen, bevor etwas passiert???“, twitterte Isabelle Eckerle, deutsche Virologin am Universitätsspital Genf.

Zünd sprach sich zusammen mit den Direktoren zweier weiterer Krankenhäuser in Zürich entschieden gegen die Erlaubnis zum Skifahren über Weihnachten aus. „Das Risiko einer Ansteckung beim Skifahren während der Weihnachtsferien ist hoch“, sagte Zünd. Es erhöhe das Risiko einer dritten Corona-Welle im Januar. Die Spitäler in Zürich nehmen im Winter normalerweise verunglückte Skifahrer auf. Das sei aus Kapazitätsgründen kaum noch möglich, sagten die Direktoren.

13.29 Uhr: Corona-Einschränkungen dienen dem Schutz vulnerabler Gruppen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat daran erinnert, dass die Einschränkungen in der Corona-Pandemie dem Schutz vulnerabler Gruppen dienen. Menschen aus der Risikogruppe dürften nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, damit „wir unseren Einkaufsbummel machen können“ und ungestört dem gewohnten Lebensrhythmus nachgehen können, sagte Merkel am Dienstag bei einem Online-Gespräch mit Studenten in Berlin.

Natürlich müssten Menschen mit Vorerkrankungen und Ältere mehr geschützt werden als andere. Das bedeute aber nicht, dass man sie wegsperre oder ihnen sage, dass sie „schön Zuhause“ bleiben sollen. „Letztlich ist der Bogen vom Geborenwerden bis zum Sterben einer, der von der Gesellschaft ernst genommen werden muss“, sagte sie. Da gelte es, klar Stellung zu beziehen.

12.57 Uhr: Landesregierung verbietet Abholangebote im Handel

Die Landesregierung hat sich darauf verständigt, Abholangebote im Handel während des harten Corona-Lockdowns von diesem Mittwoch an bis 10. Januar zu verbieten. Dagegen dürfen die Händler weiter selber liefern oder liefern lassen, wie das grün-schwarze Kabinett am Dienstag in Stuttgart beschloss. Man wolle lange Schlangen vor den Geschäften und damit zusätzliche Kontakte unbedingt vermeiden, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag der dpa zu dem Verbot des sogenannten Click&Collect-Service.

11.56 Uhr: Spahn bekräftigt Ziel von Impfbeginn noch vor dem Jahreswechsel

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Man dürfe optimistisch sein, dass eine Impfstoff-Zulassung am 23. Dezember erfolgen könne, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. Dies sei „eine gute Nachricht für die Europäische Union“. Ziel sei, eine europäische Impfstoff-Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen und dann in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen beginnen zu können. Er verteidigte es, keine Notfallzulassung für Impfstoffe vorzusehen, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe.

Spahn rechnet selbst mit dem jetzt verschärften Corona-Lockdown nicht mit schnellen Effekten bei der Eindämmung der Pandemie. „Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben.“ Die weitergehenden Schließungen von Einrichtungen, die ab diesem Mittwoch starten, seien geboten. „Lieber jetzt mit Aussicht auf Erfolg als erst nach Weihnachten mit dem Risiko großer Nebenwirkungen.“ Wichtig sei nun, die Vorgaben in allen Bereichen konsequent umzusetzen.

11 Uhr: Corona-Zahlen auf hohem Niveau, 7-Tage-Wert als Hoffnungszeichen?

Deutschland startet mit weiter auf hohem Niveau liegenden Corona-Zahlen in den verschärften Lockdown - es gibt aber ein erstes Hoffnungszeichen. Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - ging erstmals seit fast zwei Wochen leicht zurück.

Der Wert lag nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Dienstag bei 173,7. Am Montag hatte er mit 176,4 noch einen Höchststand erreicht. Vor allem in Sachsen, dem Bundesland mit der derzeit weitaus höchsten 7-Tage-Inzidenz, sank der Wert merklich: Er lag am Dienstag bei 328,7 (Vortag: 379,1). Im ebenfalls stark betroffenen Thüringen stieg er hingegen von 234,6 auf 251,0.

Als Richtwert, ab dem die Gesundheitsämter wieder in der Lage sind, Ansteckungen und Kontakte nachzuverfolgen und entsprechende Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen, gelten 50 Ansteckungen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner.

9.26 Uhr: Warum Landrat Wölfle Corona-Zahlen im Bodenseekreis erst auf Druck der Medien veröffentlicht

Bis Ende vergangener Woche weigerte sich das Landratsamt Bodenseekreis, täglich die Zahlen der Covid-19-Infektionen für die Gemeinden zu veröffentlichen, was in umliegenden Landkreisen eine Selbstverständlichkeit ist. Weil der SÜDKURIER am Thema dran blieb, gibt es nun tagesaktuelle Zahlen, die Transparenz schaffen. Aber Landrat Lothar Wölfle weigert sich weiter, Daten der kleinen Kommunen zu veröffentlichen.

8.34 Uhr: Verband rechnet mit Klagen des Einzelhandels wegen Corona-Hilfen

Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet mit Klagen von Einzelhandelsunternehmen gegen die Art der staatlichen Corona-Entschädigung. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth begründete dies mit einer Ungleichbehandlung gegenüber der Gastronomie. „Große Handelsunternehmen kriegen überhaupt keinen Betriebskostenzuschuss, während das bei der Gastronomie und Hotellerie völlig anders ist“, sagte Genth im ZDF-Morgenmagazin. „Was nicht geht, ist einfach eine Ungleichbehandlung.“ Als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus müssen von diesem Mittwoch an große Teile des Einzelhandels bis zum 10. Januar geschlossen blieben. Supermärkte und andere Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarf dürfen weiterhin öffnen.

7.25 Uhr: Krankenhausgesellschaft will Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert eine Notfallzulassung für einen Impfstoff gegen das Coronavirus. „Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen. Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen“, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß.

„Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner dort impfen.“ Auch die FDP drängte zuletzt auf eine schnellere Zulassung. „Es kann nicht sein, dass ein in Deutschland entwickelter Impfstoff erst im Januar zugelassen und verimpft werden kann“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Christine Aschenberg-Dugnus.

Der Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech ist bereits in Großbritannien, Kanada und den USA mit einer Notzulassung auf dem Markt. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich bereits mehrmals gegen eine Notfallzulassung für Deutschland ausgesprochen. Man habe sich von Anfang an für eine ordentliche Zulassung auf europäischer Ebene entschieden, sagte der CDU-Politiker im ZDF-„heute journal“.

„Das ist wichtig fürs Vertrauen aus meiner Sicht.“ Er wundere sich über manche auch sehr nationale Töne dieser Tage - man habe entschieden, es europäisch gemeinsam zu machen.

7.07 Uhr: Risikogruppen erhalten ab heute kostenlose FFP2-Masken

Angehörige einer Corona-Risikogruppe erhalten ab heute an in den Apotheken im Land kostenlos FFP2-Masken. Das Bundesgesundheitsministerium hat eine entsprechende Verordnung veröffentlicht, wie der Landesapothekerverband mitteilte. Die Abgabe von drei Schutzmasken sei im Dezember kostenfrei. Im Januar und Februar müssten Betroffene für sechs Masken zwei Euro bezahlen.

Die Apotheker im Südwesten erwarten einen Ansturm auf das Angebot und rufen daher dazu auf, nicht gleich am ersten Tag zu den Apotheken zu strömen und Warteschlangen zu vermeiden.

Das Bundesgesundheitsministerium geht deutschlandweit von Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden Euro und rund 27 Millionen Berechtigten aus. Das betrifft den Angaben nach etwa Menschen, die älter als 60 Jahre sind sowie bestimmte Vorerkrankte und Risikopatienten. Dazu gehören zum Beispiel Frauen mit Risikoschwangerschaften, Menschen mit schweren Lungenerkrankungen oder auch Demenzkranke.

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam, bieten allerdings auch keinen hundertprozentigen Schutz.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 14. Dezember:

22.41 Uhr: Experten befürchten Lücken bei Versorgung von Krebspatienten

Angesichts der zunehmenden Belastung der Kliniken wegen Covid-19-Patienten warnen Experten davor, Krebskranke zu vernachlässigen. „Immer mehr onkologische Eingriffe werden verschoben, diagnostische Untersuchungen und Nachsorge teilweise stark zurückgefahren“, kritisierte die Corona Task Force von Deutscher Krebshilfe (DKH), Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Deutscher Krebsgesellschaft (DKG) am Montag. Zugleich appellierten die Fachleute an die Bevölkerung, unbedingt die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten, damit die Zahl der Neuinfektionen schnell sinkt. Ziel sei es, das Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu bewahren.

Bereits zu Beginn der Corona-Pandemie hatten die Fachgesellschaften eine Task Force eingerichtet, um die Versorgungssituation von Krebspatienten zu beobachten. Der Zusammenschluss hatte schon im Frühjahr ein „angespanntes Versorgungssystem“ festgestellt.

DKFZ-Chef Michael Baumann sagte in Heidelberg, bei einer weiteren Verschärfung der Lage an den Kliniken könne eine Versorgung aller schwerkranken Menschen nicht mehr gewährleistet werden. „Dazu zählen insbesondere die 1400 Patienten, die Tag für Tag neu an Krebs erkranken.“

Nach Ansicht von DKH-Chef Gerd Nettekoven ist die Situation an den Kliniken wesentlich angespannter als während der ersten akuten Phase der Pandemie. Schon in der ersten Welle hatten von der Task Force befragte onkologische Spitzenzentren zu über 90 Prozent Veränderungen wegen der Pandemie gemeldet. Diese betrafen Nachsorge, Psychoonkologie/Ernährungs- und Bewegungstherapien sowie soziale Beratung. In diesen Bereichen konnte ein Teil über Telefon oder in Videokonferenzen aufgefangen werden, hieß es.

22.30 Uhr: Mehr als 300.000 Corona-Tote in den USA seit Beginn der Pandemie

In den USA hat die Zahl der Corona-Toten die symbolische Schwelle von 300.000 überstiegen. Nach einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität wurde die Marke am Montag überschritten - und damit am Tag der ersten Corona-Impfungen in dem Land. Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 16,3 Millionen Infektionsfälle bestätigt.

21.25 Uhr: Unesco fordert Priorisierung von Lehrern bei Corona-Impfung, die UN-Kulturorganisation lobt Einsatz der Lehrkräfte in Pandemie

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die Regierungen weltweit dazu aufgefordert, Lehrern einen vorrangigen Zugang zu Corona-Impfstoffen zu ermöglichen. „Wir glauben, dass Lehrer und pädagogisches Hilfspersonal als eine vorrangige Gruppe betrachtet werden muss“, sagte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay in einer Videobotschaft am Montag.

Azoulay hob in ihrer gemeinsamen Botschaft mit dem Leiter der Lehrerorganisation Education International (EI), David Edwards, die Leistungen der Lehrer seit Beginn der Corona-Pandemie hervor. Als Schulen und andere Bildungseinrichtungen schließen mussten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, seien „Lehrer und Hilfspersonal an der Front geblieben.“

Als der Schulunterricht über das Internet stattfand, hätten Lehrer „die Art, wie wir lehren und lernen, neu erfunden“, sagten Azoulay und Edwards. Die Lehrer seien dann „mutig“ in die Klassenzimmer zurückgekehrt, als die Schulen wieder geöffnet wurden. Da Bildungseinrichtungen „unersetzlich“ seien, müssten Lehrer zu den ersten gehören, die geimpft würden.

20.12 Uhr: Mehr als 2000 neue Corona-Fälle und 99 weitere Tote im Südwesten

In Baden-Württemberg ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen innerhalb eines Tages um 2177 Fälle gestiegen, außerdem wurden 99 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Damit gibt es jetzt landesweit 190 410 bestätigte Ansteckungen seit Beginn der Pandemie, wie das Landesgesundheitsamt am Montag (Stand: 16.00 Uhr) in Stuttgart weiter mitteilte. Insgesamt 3523 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Die Zahl der Genesenen liegt bei geschätzt 134 647.

Der Sieben-Tage-Wert für die Neuinfektionen je 100 000 Einwohner für das ganze Land stieg auf 190,5 und übertrifft damit nochmals die Inzidenz der vergangenen Tage. Weiterhin liegen alle 44 Stadt- und Landkreise über dem Grenzwert von 50, ab dem ein Kreis als Risikogebiet gilt. 18 davon überschreiten mittlerweile die 200er-Marke - der Enzkreis sowie die Stadtkreise Heilbronn und Pforzheim liegen sogar weiter über der Marke von 300 neuen Ansteckungen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Da der Reproduktionsfaktor (R-Wert) bei geschätzt 1,17 liegt, steckt ein Infizierter im Schnitt noch immer mehr als eine weitere Person an.

Den neuen Angaben zufolge werden in Baden-Württemberg aktuell 553 an Sars-CoV-2 erkrankte Menschen auf Intensivstationen behandelt, 314 von ihnen müssen per Schlauch beatmet werden.

18.51 Uhr: Gegen Corona Geimpfte sollen zunächst weiter Masken tragen

Auch wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, muss nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Rücksicht auf andere Menschen weiter Vorsichtsregeln beachten. Nach bisherigen Erkenntnisstand schützten die Impfungen wirksam davor, die Lungenkrankheit zu entwickeln. Aber ob sie auch eine Infektion grundsätzlich verhinderten - und damit die Möglichkeit, dass Geimpfte das Virus verbreiteten - sei noch unklar, betonten WHO-Expertinnen am Montag in Genf. Soziale Distanz, das Tragen von Masken und häufiges Händewaschen seien deshalb eine Zeit lang auch für die Gruppe der Geimpften wichtig.

18.23 Uhr: Spahn: Tun alles für Impfstart noch im Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält einen Beginn von Impfungen gegen das Coronavirus noch im Dezember für denkbar. „Wir tun alles dafür“, dass es noch im Dezember losgehen könne mit dem Impfen, sagte der CDU-Politiker am Montag im „Polittalk aus der Hauptstadt“, einer Kooperation des RBB-Inforadios mit der „Süddeutschen Zeitung“. Spahn machte erneut deutlich, dass es keine Notfallzulassung für Deutschland, sondern eine europäische bedingte Zulassung für den ersten Impfstoff geben solle. „Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten. Ich bin mir sehr sicher, bei einer Notzulassung würde manche Debatte sicherlich darüber geführt: Ist da genug geprüft worden, wurde da tief genug hineingegangen in die Daten?“, betonte Spahn.

17.33 Uhr: Kretschmann äußert sich nach Ärger um Corona-Management

Es ist der Tag vor dem Lockdown: das vorerst letzte Mal Schulunterricht für viele und die letzten Weihnachtseinkäufe stehen auch an. Die Regierung verteidigt die harten Auflagen und sieht sich Kritik ausgesetzt.

Einen Tag vor dem längeren weitreichenden Lockdown bereitet sich Baden-Württemberg auf die bevorstehenden Einschränkungen für das private und öffentliche Leben vor. Der Einzelhandel hofft am Dienstag auf die letzten Umsätze im Weihnachtsgeschäft, an den Schulen beginnt ein vorerst letztes Mal der Unterricht. Nähere Details zu den neuen und schärferen Auflagen sollen in der neuen Corona-Verordnung formuliert werden, die Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (beide Grüne) am Mittag (12.00) vorstellen wollen.

Erwartet wird zudem, dass sich der Regierungschef gegen die Kritik an seinem Management der Corona-Krise verteidigt. Am Montag hatte die SPD den Grünen und der CDU Wahlkampfgetöse und einen „lähmenden Streit um Profilierungssucht“ vorgeworfen.

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten vereinbart, ab Mittwoch Schulen, Kitas und den Handel weitestgehend zu schließen. Baden-Württemberg übernimmt im Wesentlichen diese Beschlüsse. Grund für die neuen Einschränkungen sind die weiter massiv steigenden Zahlen an Neuinfektionen, Intensivpatienten und Todesfällen.

16.55 Uhr: Stadt Konstanz verbietet „Querdenker“-Demo

Die Stadt Konstanz hat eine für den 20. Dezember geplante „Querdenker“-Demonstration verboten. Die Initiative habe deutlich gemacht, dass sie nicht dazu bereit sei, Corona-Auflagen wie Abstands- und Hygieneregeln zu erfüllen, teilte ein Stadt-Sprecher mit. 900 Teilnehmer seien für die Kundgebung angemeldet worden. Die Konstanzer Polizei habe sich auch für ein Verbot ausgesprochen. Die Initiative hatte zuletzt Anfang Oktober in Konstanz eine größere Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen veranstaltet. Tausende Menschen waren zu dem Demo-Wochenende an den Bodensee gekommen.

Das Verbot der Stadt könne er nicht nachvollziehen, sagte Organisator Gerry Mayr von der „Querdenken“-Gruppe „Bürgerdialog-Konstanz e.V.“. „Wir sind Bürger, wir haben Grundrechte, und die würden wir gerne einsetzten“, so der Konstanzer Unternehmer. Es stimme nicht, dass er nicht kompromissbereit gewesen sei. Mayr kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.

Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte vergangene Woche erklärt, dass die „Querdenken“-Bewegung unter Beobachtung stünde. Es lägen „hinreichend gewichtige Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung“ vor. Die Gruppe geht seit Monaten gegen die staatlichen Corona-Einschränkungen auf die Straße.

16.42 Uhr: Was bedeutet der harte Lockdown für das Zusammenleben an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz?

Ab 16. Dezember setzt in Deutschland der zweite Lockdown ein. Die geänderten Regeln werfen für den Alltag entlang der Grenze zur Schweiz neue Fragen auf: Dürfen Menschen aus Deutschland noch in Schweizer Restaurants? Wie sieht es umgekehrt in Sachen Einkaufstourismus aus? Schließen jetzt etwa auch die Grenzen ein zweites Mal in diesem Jahr? Die wichtigsten Antworten.

16.13 Uhr: New Yorker Krankenschwester als erster Mensch in den USA gegen Corona geimpft

Als erster Mensch in den USA ist eine New Yorker Krankenschwester mit dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer geimpft worden. Die Impfung von Sandra Lindsay vom Krankenhaus Long Island Jewish Medical Center wurde am Montag live im US-Fernsehen übertragen.

"Erst Impfung verabreicht", schrieb US-Präsident Donald Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Herzlichen Glückwunsch USA! Herzlichen Glückwunsch Welt!"

Der Pfizer-Biontech-Impfstoff hatte am Freitag als erstes Vakzin eine Notfallzulassung in den USA erhalten. Daraufhin begann eine riesige Logistik-Aktion, um den Impfstoff im ganzen Land zu verteilen. Zunächst sollen Gesundheitspersonal und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden.

15.51 Uhr: Kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen: Verteilung ab Dienstag

Ab Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) soll dazu am Dienstag in Kraft treten, wie ein Ministeriumssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

In einem ersten Schritt sollen ab Dienstag über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Laut Informationen des Ministeriums genügt dazu die Vorlage des Personalausweises „oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen“. Zur Abholung könne auch eine andere Person bevollmächtigt werden.

Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken bekommen - vorgesehen ist dafür dann ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Masken. Den Bund kostet die Aktion insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz.

15.18 Uhr: Handel hofft auf Erlaubnis für Abholangebote - Regierung bremst

Von Mittwoch an müssen Geschäfte zu bleiben, so viel ist schon klar. Der Handel will aber zumindest Abholangebote wie in der Gastronomie durchsetzen. Die Landesregierung hat aber Bedenken.

Die Einzelhändler in Baden-Württemberg hoffen auf Ausnahmen vom Corona-Shutdown und wollen zumindest im Internet bestellte Waren an die Kunden herausgeben dürfen - das sogenannte Click&Collect. „Wir gehen fest davon aus, dass wir Click&Collect haben können“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann, am Montag. Die Landesregierung hält davon allerdings nichts. „Abholmöglichkeiten jenseits der Gastronomie wären kontraproduktiv“, sagte ein Regierungssprecher. „Dann stehen die Leute wieder in den Straßen vor den Läden.“

Hagmann sagte, viele Händler hätten in den vergangenen Monaten entsprechende Angebote unter Einhaltung aller Hygienemaßgaben entwickelt, die müssten sie nun auch nutzen dürfen. Fraglich sei auch, welche Regeln zum Beispiel für den Elektrohandel gelten sollten - ob etwa schon bestellte Waschmaschinen noch geliefert und angeschlossen werden dürften.

14.56 Uhr: Polizei löst privaten Weihnachtsmarkt in Sachsen auf 

Die Polizei in Sachsen hat einen privaten Weihnachtsmarkt aufgelöst. Am Sonntag trafen die Beamten auf einem Hof im Riesaer Ortsteil Poppritz auf mehr als hundert Weihnachtsmarktbesucher, was allerdings klar gegen die Corona-Regeln verstieß, wie die Polizei am Montag in Dresden mitteilte. Der Markt wurde von der Polizei umgehend beendet. Der Veranstalter sowie 80 Besucher erhielten eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung. Insgesamt waren 36 Polizeibeamte im Einsatz. 

14.34 Uhr: Tausende Verstöße trotz scharfer Auflagen und zunehmender Infektionen

Die Auflagen sind schärfer geworden, die Zahl der Infektionen steigt weiterhin rasant - und dennoch registriert Baden-Württembergs Polizei bei Corona-Kontrollen immer noch landesweit Tausende von Verstößen. In der vergangenen Woche (7.-13.12.) seien fast 19.000 Menschen kontrolliert und mehr als 10.000 Verstöße festgestellt worden, teilte das Innenministerium am Montag in Stuttgart mit. Fast 9600 der Kontrollierten trugen demnach keinen vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz und mehr als 500 legten die Bestimmungen zur Kontaktbeschränkung falsch aus.

Es hätten sich aber fast ausnahmslos alle kontrollierten Passanten einsichtig gezeigt, sie seien daher nicht angezeigt worden, hieß es. „Die polizeilichen Kontrollen stießen insgesamt auf große Akzeptanz und positive Resonanz in der Bevölkerung“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag in Stuttgart. Die Polizeikontrollen seien „notwendig und akzeptiert“.

In 700 anderen Fällen sah das etwas anders aus - dort erstatteten die Beamten Anzeige wegen Ordnungswidrigkeiten, weil die Kontrollierten keine Einsicht zeigten. Details zu den Zahlen nach der landesweiten Ausgangsbeschränkung liegen nicht vor.

13.12 Uhr: Experten vorsichtig mit Prognosen zur Lockdown-Wirkung

Experten sind mit Prognosen vorsichtig, ob der deutschlandweite Corona-Lockdown ab Mittwoch umfassend genug ist, damit die Ansteckungszahlen wieder sinken und das Gesundheitssystem rechtzeitig entlastet wird. „Seriös wird diese Frage niemand beantworten können“, sagte Max Geraedts, der Leiter des Instituts für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Universität Marburg, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Erfahrungen mit dem ersten Lockdown in Deutschland lassen eine positive Wirkung erwarten, während Erfahrungen aus dem Ausland zum Teil keine so durchschlagenden Erfolge zeigen.“

11.57 Uhr: Einzelhandel hofft auf Erlaubnis für Abhol-Angebote

Einzelhändler in Baden-Württemberg hoffen mit Blick auf den harten Corona-Lockdown ab Mittwoch zumindest auf ein paar kleine Ausnahmen. „Wir gehen fest davon aus, dass wir Click+Collect haben können“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann, am Montag. Click+Collect bedeutet, dass Kunden etwas online bestellen und dann im Geschäft abholen können. Viele Händler hätten in den vergangenen Monaten entsprechende Angebote unter Einhaltung aller Hygienemaßgaben entwickelt, die müssten sie nun auch nutzen dürfen. Fraglich sei auch, welche Regeln zum Beispiel für den Elektrohandel gelten sollten - ob etwa schon bestellte Waschmaschinen noch geliefert und angeschlossen werden dürften.

Bund und Länder hatten sich am Wochenende darauf verständigt, dass Geschäfte von Mittwoch an geschlossen bleiben müssen. Es gibt allerdings Ausnahmen für bestimmte Branchen - und am Montag waren auch noch nicht alle Details endgültig geklärt.

10.51 Uhr: Bundespräsident Steinmeier mahnt zu Solidarität und Rücksicht: "Lage ist bitterernst"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich überzeugt gezeigt, dass die Corona-Krise mit gegenseitiger Solidarität und Rücksichtnahme überwunden erden kann. „Die kommenden Wochen sind eine Prüfung für uns alle“, sagte das Staatsoberhaupt am Montag in einer kurzen Ansprache in Berlin. „Wir sind ein starkes Land, weil in dieser schweren Krise so viele Menschen füreinander da sind und über sich hinauswachsen." Die kommende Wochen würden für viele Menschen eine belastende Zeit, betonte der Bundespräsident. “Die Einschränkungen gefährden wirtschaftliche Existenzen, machen einsam und drücken aufs Gemüt." Er betonte zugleich: “Wir sind dem Virus nicht schicksalhaft ausgeliefert." Es hänge an jedem einzelnen - “und wir wissen, was zu tun ist".

Mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage fügte Steinmeier hinzu: “Feiern lassen sich nachholen, über Geschenk freuen sich Freunde und Verwandte auch später noch." Jetzt gehe es darum, Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten. Ausdrücklich unterstützte der Bundespräsident die von Bund und Länder beschlossenen Maßnahmen zu einem harten Lockdown ab Mittwoch. Die Lage sei “bitterernst", es gebe tausende Tode in einer Woche. Ohne weitere Einschnitte gehe es nicht. Die bisherigen Anstrengungen reichten nicht aus. “Wir müssen noch konsequenter handeln", sagte Steinmeier. Das gelte für das politische Handeln auf allen Ebenen. Aber auch “jeder und jede muss sich fragen, was kann ich zusätzlich tun, um mich und andere zu schützen". Ziel müsse es sein, die Infektionszahlen so schnell wie möglich zu senken und auf niedrigem Niveau zu halten. Die Kontakte müssten radikal begrenzt werden, das müsse schnell und umfassend geschehen.

9.34 Uhr: Kitas und Schulen sollen als Erstes wieder öffnen

Kanzleramtschef Helge Braun hat zugesagt, dass Schulen und Kitas nach einem Ende des Lockdowns als Erstes wieder geöffnet werden. „Das haben wir immer gesagt. Das ist das Letzte, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen“, sagte der CDU-Politiker in der Sendung „Frühstart“ von RTL/n-tv. „Bildung hat Priorität, und dabei bleibt es auch.“ Zugleich machte Braun aber wenig Hoffnung auf weitreichende Lockerungen zu Beginn des neuen Jahres. Er habe zwar große Hoffnung, dass die Infektionszahlen sinken. Aber: „Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich“, sagte er. „Januar und Februar sind immer, was Atemwegsinfektionen angeht, besonders schwierige Monate.“ So lange es in der Winterphase nicht genügend Impfstoff für alle gebe, „werden wir noch schwierige Tage erleben“.

8.40 Uhr: Impfstoff-Hersteller Curevac macht weiteren Schritt zur Zulassung

Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac ist auf dem Weg zur Zulassung seines Corona-Impfstoffes einen Schritt weiter. Nach Angaben des Unternehmens von Montag hat die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit voraussichtlich mehr als 35 000 Teilnehmern begonnen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. Curevac-Chef Franz-Werner Haas sprach nach dem Start der dritten Phase von einem „Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten CVnCoV“.

In Phase I war der Impfstoff 250 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren verabreicht worden, um seine Verträglichkeit und Immunogenität zu überprüfen. In der zweiten Phase werden seit Spätsommer 690 Probanden in klinischen Zentren in Peru und Panama geimpft. Ziel der dritten Phase ist es, Wirksamkeit und Sicherheit des neuen sogenannten mRNA-Impfstoffs gegen das Virus zu beweisen.

7.52 Uhr: Harter Lockdown belastet Innenstädte erheblich

Der harte Corona-Lockdown in Deutschland ab Mittwoch führt aus Sicht des Deutschen Städtetags zu erheblichen Belastungen für die Innenstädte. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Probleme beim Einzelhandel in den Innenstädten seien älter als das Virus, sie hätten sich in diesem Jahr verschärft. „Deshalb stellt sich umso dringender die Frage, wie die Innenstädte attraktiver gestaltet werden können. Diese Debatte müssen wir im neuen Jahr zwischen allen Akteuren fortsetzen. Vorrang hat jetzt die finanzielle Hilfe für die Betroffenen, die Bund und Länder zugesagt haben. Sie muss schnell kommen.“

Dedy sagte, Bund und Länder hätten die Notbremse gezogen und Punkte verabredet, die hart, aber richtig seien. Der Beschluss sei ein Signal der Entschlossenheit und Geschlossenheit im Kampf gegen das tückische Virus. „Die Menschen im ganzen Land stehen jetzt vor einer Bewährungsprobe.“ Doch die Lage sei wirklich ernst. „Ich hoffe, dass die Maßnahmen in den kommenden Wochen Wirkung zeigen werden und nicht erneut verschärft werden müssen.“

7.14 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen liegt deutlich über dem Vorwochenwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.975. Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - steigt ebenfalls deutlich an. Sie lag am Sonntag bei einem Höchststand von 169. Am Montag stieg sie weiter auf 176,4.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 13. Dezember:

20 Uhr: So reagieren die Schulen in der Region auf die bevorstehenden Schließungen

In Bad Säckingen sind die Schulen auf den Lockdown vorbereitet. Doch für die Eltern kommt nun die Herausforderung, kurzfristig eine Betreuung zu organisieren. Auch Tino Berthold, der Gesamtelternbeiratsvorsitzende in Villingen-Schwenningen, rechnet mit Problemen, die Schulschließungen in nur zwei Tagen organisieren zu können.

Für Simone Duelli-Meßmer, geschäftsführende Rektorin der Gymnasien in Villingen-Schwenningen, ist diese Entscheidung „aus organisatorischer Sicht“ einfacher: „Wenn man davon ausgeht, dass die Schulkontakte das Infektionsgeschehen vorantreiben, sind die Maßnahmen sinnvoll.“ Und wie reagiert man im Bodenseekreis? Auch dort haben wir die ersten Reaktionen an den Bildungseinrichtungen gesammelt.

18.55 Uhr: Landtag debattiert über Corona-Lockdown

Der baden-württembergische Landtag befasst sich morgen ab 14.00 Uhr mit dem von Bund und Ländern geplanten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In einer Sondersitzung wollen die Abgeordneten in Stuttgart über die weitreichenden Einschnitte in das private und öffentliche Leben sprechen. Dabei zeichneten sich schon am Sonntag Kontroversen ab.

SPD-Chef Andreas Stoch warf der Landesregierung vor, zu lange gebraucht zu haben. Hoffnung und Zeit seien verspielt worden. „Die Landesregierung muss aus diesen Erfahrungen Konsequenzen ziehen“, sagte er. „Wir brauchen dringend Strategien bis ins Frühjahr, für Schulen und Handel und das öffentliche Leben. Wenn wir uns jetzt auf dem harten Lockdown ausruhen, geraten wir wieder ins Hintertreffen.“ Der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke kritisierte insbesondere die Schulschließungen

18 Uhr: Handelsverband Baden-Württemberg rechnet mit Umsatzverlusten in Milliardenhöhe

Der Handelsverband Baden-Württemberg rechnet mit Umsatzverlusten in Höhe von 2,5 bis 3 Milliarden Euro. Die Schließungen von Geschäften, die keine Ware für den täglichen Bedarf verkaufen, betreffen den Angaben nach etwa 20.000 Betriebe und 250.000 Beschäftigte im Südwesten. „99 Prozent dieser Unternehmen sind kleine und mittelständische Unternehmen“, hieß es weiter. Insgesamt stelle der Einzelhandel den drittgrößten Wirtschaftszweig im Land dar.

„Ein großer Teil dieser enormen Wirtschaftskraft steht nächstes Jahr vor dem finanziellen Aus, wenn jetzt nicht dementsprechend große Unterstützung seitens der Politik kommt“, sagte Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann laut Mitteilung. Der Handel sollte im Dezember wie die Gastronomie behandelt werden und von den Dezemberhilfen profitieren. Ab Januar müsse dann eine neue Form der Finanzhilfe gefunden werden, hieß es weiter.

17.15 Uhr: Lehrergewerkschaft kritisiert wochenlanges Hin und Her

Die Lehrergewerkschaft GEW kritisiert die Politik für das „wochenlange Hin und Her zum Thema Weihnachtsferien“. Hier sei Wahlkampf auf dem Rücken der 1,5 Millionen Schüler und 130.000 Lehrer im Land gemacht worden. Die Elternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen forderte schon jetzt „ein klares und verbindliches Ausstiegsszenario für die Kitas“. „Kitas dürfen nicht wie im Frühjahr die letzten Institutionen sein, die bei möglichen Lockerungen und Öffnungen berücksichtigt werden“, hieß es.

16 Uhr: Baden-Württemberg setzt Beschlüsse zum Lockdown um

Baden-Württemberg übernimmt die von Bund und Ländern heute beschlossenen Maßnahmen zu einem harten Lockdown ab Mittwoch. Nur über Weihnachten soll es Lockerungen geben - im Gegensatz zu Silvester. Die Ausgangsbeschränkung wird in der Silvesternacht nicht aufgehoben. Das sind die Regelungen im Einzelnen:

15.50 Uhr: Baden-Württemberg schließt Schulen - das sind die Regelungen

Nach dem bundesweiten Beschluss für einen harten Corona-Lockdown werden in Baden-Württemberg von Mittwoch an die Schulen und Kitas geschlossen. Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann bestätigten, werden die Weihnachtsferien nach vorn verlegt, um weitere Kontakte zu vermeiden. Nur für Abschlussklassen solle es Fernunterricht geben. „Schülerinnen und Schüler der Abschlussjahrgänge werden im verbleibenden Zeitraum bis zu Beginn der regulären Weihnachtsferien am 23. Dezember verpflichtend im Fernunterricht unterrichtet“, teilte Eisenmann mit.

Außerdem sei eine Notbetreuung von Kindern geplant. Eisenmann erklärte: „Für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 7, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind, wird im Zeitraum 16. bis 22. Dezember an den regulären Schultagen eine Notbetreuung eingerichtet.“ Für Kita-Kinder werde an den regulären Öffnungstagen ebenfalls eine Notbetreuung angeboten. „Die Notbetreuung erfolgt durch die jeweiligen Lehrkräfte beziehungsweise Betreuungskräfte.“ Anspruch auf Notbetreuung hätten Kinder, bei denen beide Erziehungsberechtigte beziehungsweise Alleinerziehende von ihrem Arbeitgeber als unabkömmlich gelten. „Bitte verzichten Sie aber auf die Notbetreuung, wo immer das für Sie möglich ist“, bat Kretschmann am Sonntagnachmittag.

Eisenmann sagte aber auch: „Allerdings brauchen wir klare und verbindliche Perspektiven für die Kitas und Schulen, sie müssen prioritär wieder geöffnet werden, denn unsere Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Bildung.“ Die Politik müsse im Blick behalten, dass Schulschließungen mit zahlreichen negativen Folgen für die Gesellschaft, insbesondere für Kinder und Jugendliche, verbunden seien. „Deshalb sollten die Einschränkungen des Regelbetriebs so kurz wie möglich werden und auf den Zeitraum bis 10. Januar 2021 beschränkt bleiben.“

15.32 Uhr: Ministerpräsident Kretschmann zu den neuen Regeln

Ministerpräsident Winfried Kretschmann erläutert die neuen Auflagen im Kampf gegen die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen.

15.25 Uhr: Notbetreuung und Fernunterricht im Südwesten

BAden-Württemberg schließt ab Mittwoch die Schulen: Etwa 1,5 Millionen Schüler, 130.000 Lehrer, zahlreiche Kita-Kinder und all ihre Eltern sind vom neuen Corona-Lockdown betroffen. Nur für Schüler der Abschlussklassen solle es Fernunterricht geben, hieß es in Regierungskreisen. Außerdem sei eine Notbetreuung von Kindern geplant, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten wie Ärzte oder Krankenschwestern und -pfleger.

14.50 Uhr: Lockdown: Schulen werden in Baden-Württemberg Mittwoch geschlossen

Nach dem bundesweiten Beschluss für einen harten Lockdown werden in Baden-Württemberg von Mittwoch an die Schulen geschlossen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, sollen die Weihnachtsferien nach vorn verlegt werden, um weitere Kontakte zu vermeiden. Nur für Abschlussklassen solle es Fernunterricht geben.

Weitere Einzelheiten vermelden wir hier im Ticker, sobald sie bekannt sind.

13.35 Uhr: Fast 550 Soldaten im Land helfen Gesundheitsämtern bei Corona

Bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen nach Corona-Infektionen in Baden-Württemberg helfen fast 550 Soldaten. Sie seien in 31 Gesundheitsämtern im Einsatz, teilte das Landeskommando Baden-Württemberg mit. Überwiegend seien die Hilfeleistungen bereits bis Mitte Januar 2021 vereinbart. Sowohl von den Gesundheitsämtern als auch von den Soldaten kämen positive Rückmeldungen. „Viele der Soldatinnen und Soldaten leisten gerne ihren Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie und haben sich teilweise freiwillig für diesen Einsatz gemeldet“, teilte das Landeskommando mit.

Bundesweit sind nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mehr als 9000 Soldaten im Einsatz gegen die Pandemie. Anträge auf Amtshilfe mit Bezug auf die Impfzentren hat es nach Angaben des Landeskommandos im Südwesten bisher noch nicht gegeben.

12.45 Uhr: Merkel hält Maßnahmen für harten Lockdown für weitgehend gerichtsfest 

Bund und Länder rechnen nicht damit, dass die Gerichte Maßnahmen für einen harten Lockdown demnächst wieder kippen könnten. Im Frühjahr hätten die Gerichte im Grund erst gehandelt, als es um Lockerungen und damit um die „Frage der Gleichbehandlung“ ging, sagte Merkel am Sonntag in Berlin nach Beratungen mit den Länderregierungschefs. Diese Frage stelle sich jetzt aufgrund des harten Lockdown nicht so stark. Zudem verwies sie auf die rechtliche Grundlage durch das Infektionsschutzgesetz. Angesichts der aktuell steigenden Zahl der Corona-Toten und des exponentiellen Anstiegs der Neuerkrankungen seien die Maßnahmen zudem „geboten“, sagte Merkel.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die Frage des Gleichheitsgrundsatzes dürfte jetzt kein Hauptgrund mehr für Gerichte sein. „Jetzt stellen wir alle gleich.“ Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verwies darauf, dass heute eine andere rechtliche Grundlage als etwa noch im Frühjahr gelte, „auf der wir bundesweit und auch in den Ländern anders agieren können“. Zugleich gebe es zahlreiche Urteile zu Grundrechtseinschränkungen wie dem Demonstrationsrecht und der Religionsfreiheit. „Wir gehen jetzt auch sehr sensibel damit um“, sagte Müller. 

12.15 Uhr: Die neuen Corona-Beschlüsse im Überblick

Um die hohen Corona-Fallzahlen in den Griff zu bekommen, fahren Bund und Länder das öffentliche Leben vom kommenden Mittwoch bis zum 10. Januar herunter. Die Beschlüsse von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen: