Das waren die Entwicklungen am Freitag, 1. Mai: 

21.15 Uhr: Drei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln

Beim 1. FC Köln sind drei positive Corona-Tests aufgetreten. Wie der Fußball-Bundesligist am Freitagabend auf seiner Homepage mitteilte, wurde das Trio in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt. „Alle sind symptomfrei“, hieß es. Der Verein werde aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen keine Namen bestätigen, hieß es weiter. Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab waren am Donnerstag getestet worden.

Der Trainingsbetrieb könne aufgrund der bereits seit dem 6. April praktizierten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen im Gruppentraining aber wie geplant weiterlaufen. Abgestimmt sei das Verfahren unter anderem auch mit dem Taskforce-Vorsitzenden Tim Meyer.

19.45 Uhr: Merkel unterstützt Sammlung von Milliarden für einen Corona-Impfstoff

Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs haben einen Aufruf zur Sammlung von 7,5 Milliarden Euro für Impfstoffe und Arzneien gegen das Coronavirus gestartet. Sie äußerten sich darüber in einem gemeinsamen Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von Samstag.

„Wir werden alle unsere eigenen Zusagen auf den Tisch legen, und wir freuen uns, von Partnern aus der ganzen Welt begleitet zu werden“, heißt es in dem Aufruf. „Die Mittel, die wir mobilisieren, werden eine beispiellose globale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Regulierungsbehörden, Industrie und Regierungen, internationalen Organisationen, Stiftungen und Vertretern des Gesundheitswesens in Gang setzen.“

Unterzeichnet haben neben Merkel der französische Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschef Giuseppe Conte, die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg, EU-Ratschef Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Ziel sei es, weltweit die Kräfte zur Entwicklung von Impfstoffen, Arzneien und Tests gegen das Coronavirus zu bündeln. Sobald die Mittel gefunden sind, sollen sie zu erschwinglichen Preisen weltweit verfügbar gemacht werden. Die anvisierten 7,5 Milliarden Euro gelten als Anschubfinanzierung. Das Geld soll in erster Linie an anerkannte globale Gesundheitsorganisationen fließen.

18.55 Uhr: Zahl der Infizierten im Land steigt auf 32.123

Am Freitag, den 1. Mai, wurden dem Gesundheitsministerium Baden-Württemberg weitere 222 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet . Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf mindestens 32.123 an. Davon sind etwa 23.574 Personen wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Damit gibt es weiterhin mehr Genesene als noch Erkrankte.  Die Zeitspanne, in der sich die Fallzahlen verdoppeln, beträgt aktuell 66 Tage. 

Das Durchschnittsalter der Infizierten im Land beträgt 51 Jahre, während Menschen zwischen 0 und 106 Jahren erkrankt sind. Die Zahl der Corona bedingten Todesfälle ist auf 1.403 angestiegen. Das Alter der Verstorbenen lag zwischen 34 und 102 Jahren. 65 Prozent der Verstorbenen waren 80 Jahre oder älter.

17.40 Uhr: Gesundheitskräfte schicken Brandbrief an Landesregierung 

„Jetzt handeln - Klatschen reicht uns nicht!“ - unter diesem Motto fordern fast 300 Arbeitnehmervertreter des Sozial- und Gesundheitswesens im Südwesten von der Landesregierung eine steuerfreie Prämie von 500 Euro im Monat. Vor allem aber soll ihr Bereich auch nach der Corona-Pandemie nicht vergessen, sondern Arbeitsbedingungen und Einkommen verbessert und aufgewertet werden. Ein „Weiter so“ nach der Krise könne es unmöglich geben, was Personal, Ausstattung und Bezahlung betreffe.

„Die Pandemie legt die Mängel schonungslos offen“, sagte Verdi-Bezirksleiter Martin Gross. Die Gewerkschaft war einer der Hauptorganisatoren des sogenannten Weckrufs an die Landesregierung und die Öffentlichkeit. 

„Wir arbeiten in der Altenpflege schon seit vielen Jahren am Limit und mit schlechter Bezahlung“, sagte Altenpflegerin Miriam Fischer aus Backnang. Wegen Corona könnten nun nicht einmal Angehörige zu Besuch kommen. Alles konzentriere sich auf die Pflegekräfte - auch die vielen Anrufe besorgter Angehöriger. 

Auch in anderen Bereichen gebe es Probleme: Im Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg verstehen es die Patienten den Angaben nach nur schwerlich, dass kein Besuch mehr kommen darf und sie nicht hinaus dürfen. Die Folge seien verstärkte Aggressionen, mit denen die Pfleger ohne ausreichende Schutzausstattung klarkommen müssten, sagte Krankenpflegerin Lilian Kilian. 

Beim Rettungsdienst ist die Situation ähnlich schwierig. „Wir wissen nicht mal, wie wir mit Kollegen umgehen sollen, die zu Risikogruppen gehören“, sagt Ludwig Bertram, Notfallsanitäter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Schwäbisch Gmünd. 

Unterzeichnet wurde der fast drei Seiten lange Brandbrief an die Landesregierung von 288 Arbeitnehmervertretern in Krankenhäusern, Pflege- und Sozialeinrichtungen des Landes.

17.15 Uhr: Erleichterungen für Pendler an deutsch-französischer Grenze

Weitere Entspannung für Pendler an der deutsch-französischen Grenze: Die Bundespolizei hat am Freitag den Grenzübergang zwischen Nonnenweier (Ortenaukreis) und Gerstheim geöffnet. Nach Angaben von Innenminister Thomas Strobl soll Anfang kommender Woche auch der Übergang von Rastatt-Wintersdorf nach Beinheim wieder geöffnet werden. „Wenn sich die Lage in Baden-Württemberg und dem Elsass angleicht, was das Infektionsgeschehen und das öffentliche Leben angeht, können die Grenzkontrollen weiter zurückgefahren werden“, teilte Strobl mit. Demnach könnten auch sukzessive geschlossene Grenzübergänge geöffnet werden.

Er habe Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) über Klagen berichtet, dass Fahrzeuge von Berufspendlern mit Passierschein sehr intensiv durch die Bundespolizei kontrolliert werden, teilte Strobl mit.  Seehofer habe sofort Weisung erteilt, die Grenzkontrollen wie vereinbart durchzuführen und besonders Berufspendler mit Passierschein passieren zu lassen.

15.45 Uhr: Land will flächendeckend in Alten- und Pflegeheimen auf Corona testen

 Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Landesregierung flächendeckende Tests in Alten- und Pflegeheimen im Land angekündigt. Man wolle einmalig alle Bewohner und das Personal stationärer Pflegeeinrichtungen auf Covid-19 testen, heißt es in einem Schreiben des Gesundheitsministeriums an die Einrichtungen.

Auch Personen ohne Symptome sollen dabei getestet werden.  Man werde alle durchtesten, um einen klaren Stand zu haben, hatte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in dem SWR-Magazin „Zur Sache Baden-Württemberg“ angekündigt.

Eine Task Force „Langzeitpflege“ berate unterdessen unter Hochdruck über Lockerungen der bisherigen Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Pflegeheimen.

14.25 Uhr: Ministerium: Schulen bieten Lerngruppen für benachteiligte Schüler an

Für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sollen in Baden-Württembergs Schulen noch in diesem Schuljahr Lerngruppen angeboten werden. Schüler aller Jahrgangsstufen, die „in den vergangenen Wochen weder digital noch analog erreicht wurden“, sollen so die Chance haben, den Stoff des Schuljahres aufzuholen, um Anschluss an die Klasse halten zu können, teilte das baden-württembergische Kultusministerium am Freitag mit. Außerdem arbeite das Kultusministerium an Konzepten, um Schüler, die in der aktuellen Fernlernsituation benachteiligt werden, auch in den Sommerferien nochmals gezielt zu fördern.

Auch die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Baden-Württemberg, Ursel Wolfgramm, sagte laut einer Mitteilung, dass sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche einen begleiteten Unterricht brauchen. „Anders ist eine individuelle Betreuung und Förderung nicht möglich“. Oft fehlten diesen Schülern die technischen und räumlichen Voraussetzungen fürs Homeschooling. Homeschooling dürfe nicht zu neuen Bildungsungerechtigkeiten führen, so Wolfgramm.

Ab 4. Mai werden die Schulen im Südwesten schrittweise öffnen. Ein regulärer Unterricht wie vor der Corona-Krise sei allerdings in diesem Schuljahr unrealistisch, so das Kultusministerium. Es werde weiterhin eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht geben. Das Ziel sei aber, dass alle Schüler in allen Schularten und Jahrgangsstufen in diesem Schuljahr zumindest zeitweise Präsenzunterricht erhalten. 

13.30 Uhr: Pflege-Arbeitgeber warnen vor Lockerung der Zugangsbeschränkungen für Altenheime

Der Arbeitgeberverband Pflege hat vor einer Lockerung der strengen Zugangsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime gewarnt. Die Besuchsregelungen in Altenpflegeheimen "dürfen nicht zum Spiel auf Leben und Tod werden", erklärte der Verband. Die alten, meist hochbetagten Bewohner gehörten in der Corona-Epidemie zur Hochrisikogruppe und müssten besonders geschützt werden.

Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, kritisierte  die "wenig durchdachten Lockerungsübungen bei den Besuchsverboten", wie sie jetzt etwa in Bayern, Hessen oder Niedersachsen angekündigt worden seien, als verantwortungslos. "Pflegeheime sind für alte und mehrfach erkrankte Menschen sehr sichere Orte. Das muss so bleiben", forderte Fiedler. Die Heimbewohner, aber auch das Personal müssten bestmöglich geschützt werden.

Es sei absolut verständlich, wenn die alten Menschen in den Pflegeeinrichtungen ihre Kinder und Enkel und die Angehörigen ihre pflegebedürftigen Eltern sehen wollten. "Aber noch ist der Verlauf der Pandemie nicht so positiv, dass Schutz und Sicherheit einfach gelockert oder beiseite geschoben werden dürfen", erklärte Fiedler. "Wer sich im Alter, vor allem dann, wenn etliche Vorerkrankungen vorliegen, ansteckt, spielt mit dem Leben."

12.45 Uhr: Rockband Queen veröffentlicht Benefiz-Single für Corona-Helfer

Die britische Rockband Queen hat ihren Songklassiker „We Are The Champions“ für einen guten Zweck mit leicht verändertem Text neuaufgenommen. Die Benefiz-Single „You Are The Champions“ soll in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ein Dankeschön an medizinisches Personal sein. Die Einnahmen kommen demnach der Covid-19-Stiftung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugute, die Mediziner auf der ganzen Welt unterstützt.

Den Song nahmen Gitarrist Brian May, Schlagzeuger Roger Taylor und US-Sänger Adam Lambert jeder für sich in der Isolation zuhause auf und fügten sie dann zusammen. May und Taylor spielten ihre Instrumente jeweils in London, Lambert, der seit fast zehn Jahren regelmäßig mit Queen auf Tournee geht, sang seinen Part in Los Angeles. Dazu veröffentlichte die Band ein Musikvideo, das auch Aufnahmen aus Krankenhäusern zeigt.

Gitarrist May sagte dem Sender, er sei „wütend und traurig“, dass von medizinischem Personal erwartet werde, das eigene Leben zu riskieren, ohne dass die notwendige Schutzausrüstung zur Verfügung stünde. Zuvor hatte er in einem Podcast des Senders Sky News von einer „Schande“ gesprochen. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) sei seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand. „Und das ist der Preis, den wir jetzt zahlen müssen“, sagte May.

11.50 Uhr: Landesregierung hebt umstrittene 800-Quadratmeter-Regel auf

Der Friseur darf öffnen, der Baumarkt mit mehr als 1000 Quadratmetern ohnehin, aber das Möbelhaus nicht? Die zum Teil willkürlich anmutenden Regelungen haben in der Corona-Krise Verwirrung und Entrüstung ausgelöst. Nun wird ein neuer Weg beschritten.

Die Landesregierung hebt die umstrittene 800-Quadratmeter-Regelung für den Einzelhandel auf. Die Regelung zur Verkaufsfläche werde durch entsprechende Hygiene- und Sicherheitsregeln ausgeglichen, kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart an. Handel und Wirtschaftsministerium zeigten sich erleichtert: „Egal, wie groß ein Geschäft ist und welche Waren dort verkauft werden: Künftig kann öffnen, wer die Kriterien des Infektionsschutzes einhalten kann“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) der dpa am Abend auf Anfrage.

Kretschmann begründete den Schritt mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim, wonach die Regelung dem Gleichheitsgebot widerspreche. Kommende Woche dürften zudem unter anderem Friseure und Fußpfleger unter strengen Auflagen wieder öffnen, kündigte Kretschmann an. Auch wolle man die Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Pflegeheimen lockern und die Beschränkungen von Zahnärzten aufheben.

10.05 Uhr: Keine Demos am 1. Mai - Verdi will nach Corona-Pandemie bessere Bezahlung notfalls mit Streiks durchsetzen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung besonders in den systemrelevanten Berufen notfalls auch mit Streiks durchsetzen. "Wir werden Tarifvertrag für Tarifvertrag aufrufen und alle die beim Wort nehmen, die zurzeit täglich eine größere gesellschaftliche Anerkennung für diese Berufe fordern, in denen besonders viele Frauen arbeiten", erklärte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke am Freitag zum Tag der Arbeit.

Gleichzeitig sei es eine "gesellschaftliche Aufgabe, für den Erhalt jedes Arbeitsplatzes zu kämpfen, der gefährdet ist, ob in der Tourismusbranche, im Luftverkehr, in Kultureinrichtungen oder im Handel."

Die gesetzliche Erhöhung des Kurzarbeitergeldes wertete Werneke als Erfolg der Gewerkschaften. "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Erhöhung erst ab dem vierten Monat für viele Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen mit niedrigen Einkommen und einem hohen Anteil an Teilzeitarbeit viel zu spät kommt", kritisierte er.

Kritik übte der Verdi-Chef auch an Unternehmen, die in der Corona-Krise staatliche Unterstützungsgelder erhielten und gleichzeitig versuchten, Arbeitsplätze zu vernichten. Es müsse verhindert werden, dass mithilfe von Steuergeldern Personalabbau finanziert werde oder Dividenden an Aktionäre und Boni an Führungskräfte gezahlt würden. Deshalb sei es wichtig, dass "der Staat an Unternehmen, die mit Steuergeldern gerettet werden, aktiv beteiligt ist und so verantwortlich dafür bleibt, was mit dem Steuergeld passiert".

Erstmals in der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung findet in diesem Jahr der 1. Mai ohne größere öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften statt.

8.35 Uhr: Kunden müssen wegen Corona-Maßnahmen länger auf Pakete warten

Der Online-Handel erlebt während der Corona-Krise einen Boom, die Paket-Zusteller sind so gefragt wie sonst nur vor Weihnachten. Doch der notwendige Schutz vor Corona macht die Arbeit nicht einfacher. Die in der Corona-Pandemie notwendigen Schutzmaßnahmen sorgen nach Angaben der Paket-Dienstleister teilweise dafür, dass Pakete später beim Kunden ankommen. „Angesichts von mehreren Millionen Paketen zusätzlich pro Tag mehr wird es immer auch Fälle geben, in denen die gewohnten Laufzeiten von ein bis zwei Werktagen überschritten werden“, sagte ein DHL-Sprecher der dpa. Das liege auch daran, dass etwa Schutzmaßnahmen in den Sortierzentren die Prozesse verzögerten.

Auch bei Hermes kennt man dieses Problem: An den Logistikstandorten könne nur in kleineren Schichten und abwechselnden Gruppen gearbeitet werden, um den notwendigen Mindestabstand einzuhalten, hieß es. „Die Sicherheitsmaßnahmen führen dazu, dass bei steigenden Paketmengen die zeitgerechte Sortierung und Auslieferung durchaus herausfordernd ist“, sagte eine Sprecherin. Die Standardlieferungen von Hermes kämen weitgehend normal an, besonders sperrige Sendungen bräuchten dadurch aber teilweise länger.

Bei DHL sieht man sich auf dem Weg der Besserung: Zeitweise seien 14 Prozent der Sendungen länger als zwei Tage unterwegs gewesen, mittlerweile seien es noch unter zehn Prozent, teilte der Sprecher mit. 70 Prozent der Pakete kämen dagegen einen Tag nach Absendung bei den Kunden an. Manchmal länger warten müssen Kunden dem Unternehmen zufolge in den Großstädten, vor allem in Berlin.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 30. April:

20.37 Uhr: Landesregierung will umstrittene 800-Quadratmeter-Regel aufheben

Die Landesregierung hebt die umstrittene 800-Quadratmeter-Regelung für den Einzelhandel auf. Die Regelung werde durch entsprechende Hygiene- und Sicherheitsregeln ausgeglichen, kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart an. Er begründete den Schritt mit einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim, wonach die Regelung dem Gleichheitsgebot widerspreche. Kommende Woche dürften zudem unter anderem Friseure und Fußpfleger unter strengen Auflagen wieder öffnen, kündigte Kretschmann an. Auch wolle man die Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Pflegeheimen lockern und die Beschränkungen von Zahnärzten aufheben.

20.19 Uhr: Christian Lindner kritisiert Beschlüsse von Bund und Ländern

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise als unzureichend kritisiert. „Die Ergebnisse der Beratungen heute geben wie erwartet leider keine klare Perspektive“, sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Bei Bildung, Gastronomie und Bundesliga wird weiter nur vertagt.“ Andere Länder in Europa wie Österreich seien inzwischen wesentlich schneller als Deutschland. „Die Kosten für die Stabilität unseres Landes werden politisch unterschätzt“, warnte der Vorsitzende der Liberalen.

17.20 Uhr: Saisonabbruch im französischen Fußball - Paris ist Meister

Die französische Fußball-Liga hat ihre Saison wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen und Paris Saint-Germain mit Trainer Thomas Tuchel zum Meister erklärt. 

16.44 Uhr: Entscheidung über Schulen und Kitas vertagt - auch Bundesliga muss warten

Bund und Länder wollen die Entscheidung über weitere Schulöffnungen auf den 6. Mai. Auch zur Ausweitung der Kinderbetreuung solle eine Beschlussvorlage erst für die nächste Schalte von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Mittwoch erarbeitet werden.

Auch der deutsche Profifußball muss weiter auf ein klares Signal für die Fortsetzung der aktuellen Spielzeit warten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten haben eine Entscheidung über eine Wiederaufnahme der  Bundesliga und des Vereinssports vertagt. Bis zu den nächsten Beratungen am 6. Mai soll es dazu eine Beschlussvorlage von Kanzleramtschef Helge Braun und den Staatskanzleichefs der Länder geben.

16.25 Uhr: Museen und Zoos sollen wieder öffnen dürfen

Museen, Zoos und Ausstellungen sollen in allen Bundesländern unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Das vereinbarten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag in einer Schaltkonferenz, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

15:50 Uhr: Bericht: Sechs Milliarden Euro zur Unterstützung der Krankenhäuser

Zur Unterstützung der Krankenhäuser in der Corona-Krise stellt der Bund einem Bericht zufolge weitere sechs Milliarden Euro zur Verfügung. Das Geld erhielten die Kliniken dafür, "dass sie seit dem 16. März 2020 planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe verschoben haben, um freie Kapazitäten für die Behandlung von Covid-19-Patienten zu schaffen", heißt es laut "Handelsblatt" in einem Schreiben des Bundesfinanzministerium an den Haushaltsausschuss. 

Der finanzielle Ausgleich werde den Krankenhäusern aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bereitgestellt, heißt es demnach weiter. Die Summe von sechs Milliarden Euro beruht demnach auf einer Schätzung - "der finale Mehrbedarf kann erst zu einem späteren Zeitpunkt auf der Grundlage der tatsächlichen Ausgleichsbeträge errechnet werden".

15.40 Uhr: Bund und Länder wollen Gottesdienstbesuch mit Abstand erlauben

In der Corona-Krise wollen Bund und Länder wieder Gottesdienstbesuche erlauben - allerdings müssen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag in einer Schaltkonferenz vereinbart, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. Auch besondere religiöse Feste wie Taufen, Beschneidungen oder Hochzeiten sowie Trauergottesdienste sollen in kleinem Kreis möglich sein. Vorgeschrieben ist dabei unter anderem ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Gläubigen und Hygienevorkehrungen.

15 Uhr: Ein bisschen Normalität kehrt an die Uferanlagen in Bodman-Ludwigshafen zurück

Nachdem die Uferanlagen in Bodman-Ludwigshafen am vergangenen Wochenende geöffnet waren, um das Verhalten der Besucher zu testen, ließen Bürgermeister Matthias Weckbach und Hauptamtsleiter Stefan Burger verlauten, dass am kommenden Wochenende, sowie bereits am Feiertag, 1. Mai, die Uferanlagen zugänglich sein werden.

13.52 Uhr: Bis 6. Mai soll Konzept für Schulen, Kitas und Sport erarbeitet werden

Der Bund will bis zum 6. Mai ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen, Kindertagesstätten und zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs erarbeiten lassen. Kanzleramtschef Helge Braun soll mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder auf der Grundlage der Empfehlungen der jeweiligen Ministerkonferenzen Vorschläge machen.

13.16 Uhr: Gesundheits- und Pflegekräfte senden Brandbrief an Landesregierung in Baden-Württemberg

„Jetzt handeln - Klatschen reicht uns nicht!“ - unter diesem Motto fordern fast 300 Arbeitnehmervertreter des Sozial- und Gesundheitswesens im Südwesten von der Landesregierung eine Prämie von 500 Euro im Monat. Vor allem aber soll ihr Bereich auch nach der Corona-Pandemie nicht vergessen, sondern Arbeitsbedingungen und Einkommen verbessert werden. „Die Pandemie legt die Mängel schonungslos offen“, sagte Verdi-Bezirksleiter Martin Gross am Donnerstag in Stuttgart. Man sehe wie unter einem Brennglas die Probleme des Gesundheitswesens. Die Folgen seien schlimm für alle.

Unterzeichnet wurde der fast drei Seiten lange Brief von 288 Arbeitnehmervertretern in Krankenhäusern, Pflege- und Sozialeinrichtungen des Landes. Ihr Alltag sei ohnehin schon schwer gewesen, nun aber sei die Grenze endgültig erreicht, berichteten die Verantwortlichen in einer Online-Pressekonferenz. Auch ein Video haben sie gedreht mit Berichten über ihren momentanen Alltag. Den Brief haben sie am Montag abgeschickt. Von der Landesregierung gab es bis Donnerstagmittag noch keine Reaktion.

13.03 Uhr: Bund will Spielplätze wieder öffnen

Der Bund will die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen geschlossenen Spielplätze wieder öffnen lassen. Dabei sollten Eltern darauf achten, dass überfüllte Anlagen gemieden und grundlegende Hygieneregeln eingehalten werden, heißt es in der vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstagnachmittag.

12 Uhr: Mountainbike-WM in Albstadt endgültig abgesagt

Die Mountainbike-WM in Albstadt ist wegen der Coronavirus-Pandemie endgültig abgesagt und wird nicht zu einem späteren Termin nachgeholt. Dies teilten die Organisatoren zu den Titelkämpfen mit, die für den 25. bis 28. Juni angesetzt waren. BDR-Präsident Rudolf Scharping sagte: «Aus der Politik gab es klare Signale, dass auch im Oktober international noch mit gravierenden Reisebeschränkungen zu rechnen ist.» Man habe deshalb in Abstimmung mit der Stadt und dem Radsport-Weltverband UCI «die Notbremse gezogen, aber damit gleichzeitig auch die Weichen für die Zukunft des Radsports in dieser MTB-Hochburg gestellt».

Bisher waren die Titelkämpfe wegen der Coronakrise nur verschoben, eine Austragung im kommenden Jahr schien nicht in Frage zu kommen. 2021 und 2022 sollen wieder Mountainbike-Weltcups in Albstadt stattfinden.

11:30 Uhr: Studie: Kinder vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene

Kinder sind einer Analyse in Deutschland zufolge in der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Die Forscher warnen aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland.

10.25 Uhr: Corona lässt Arbeitslosigkeit im Südwesten stark ansteigen

Die Arbeitslosigkeit im Südwesten hat wegen der Corona-Pandemie im April im Vergleich zum Vormonat kräftig zugelegt. Die Zahl der Menschen ohne Job lag bei 250 275, das entspricht knapp 17 Prozent mehr als im Vormonat und sogar 32,7 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vorjahr (3,1 Prozent) auf 4 Prozent.

„Seit 1997 ist der Anstieg im Vorjahresvergleich nur 2009 noch höher gewesen“, kommentierte Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, die negative Entwicklung. Experten ziehen derzeit oft den Vergleich zur schweren Rezession während der Weltfinanzkrise, die vor gut zehn Jahren die globale Wirtschaft erschüttert hatte.

Vom jetzigen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen seien alle Personengruppen im Südwesten betroffen, hieß es bei der Arbeitsagentur. Betroffen seien vor allem die Branchen der Zeitarbeiter sowie Handel, Kfz-Gewerbe und das Gastgewerbe. „Allerdings konnten wir bereits vor Ausbruch der Corona-Krise eine gebremste Konjunkturentwicklung feststellen.“ Nun aber sei wegen Corona auch die sonst übliche Frühjahrsbelebung ausgeblieben.

10 Uhr: Die meisten Corona-Patienten in den Kliniken Schmieder sind wieder gesund

In der Rehaklinik in Allensbach sind 21 Patienten, die sich mit Covid-19 angesteckt haben, wieder genesen. Das teilt die Klinikleitung mit. Jetzt werden wieder neue Patienten in der neurologischen Rehabilitation und in der Akutneurologie aufgenommen.

9 Uhr: Regierung will Kontaktbeschränkungen bis 10. Mai verlängern
- Entscheidung über weitere Öffnungen soll am 6. Mai fallen

Die in der Corona-Krise bis zum 3. Mai geltenden Kontaktbeschränkungen sollen nach den Worten von Kanzleramtschef Helge Braun „sicherlich“ erst einmal bis zum 10. Mai verlängert werden. Das kündigte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen bei n-tv vor Beratungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen an. Einige Länder hätten dies auch schon umgesetzt.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident wollen am Nachmittag beraten. Braun sagte, weil die Beschlüsse von Mitte April schrittweise in Kraft gesetzt worden seien, lasse sich aktuell an den Zahlen noch nicht ablesen, ob es möglich sei, weitere Öffnungen vorzunehmen. Die größere Diskussion über weitere Öffnungsschritte werde bei der nächsten Beratung am 6. Mai erfolgen. Bis zum 10. Mai solle das „wesentliche Paket“ erst einmal verlängert werden.

Bis zum 3. Mai sind nach dem Beschluss von Bund und Ländern Mitte April Gastronomiebetriebe und viele andere Einrichtungen geschlossen, dies belastet die Branche massiv. Bei der Gastronomie ausgenommen ist nur die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.

Auch eine Entscheidung über einen Neustart in der Bundesliga mit „Geisterspielen“ erwarte er in der kommenden Woche, sagte Braun. Er sprach von einem „sensiblen Thema“.

Die Kontaktbeschränkungen bedeuten, dass im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten und sich dort nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten sollen.

7.45 Uhr: Bundesregierung soll Immunitätsausweis planen

Ähnlich einem Impfpass plant die Bundesregierung die Einführung eines Corona-Immunitätsausweises, der eine überstandene Covid-19-Erkrankung nachweisen soll. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Voraussetzung sei allerdings der wissenschaftliche Nachweis, dass eine Wiederansteckung mit dem Corona-Virus nicht mehr möglich sei, was bislang noch fehle. Ein entsprechender Gesetzesentwurf sei am Mittwoch im Kabinett beschlossen worden. Inhaber eines Immunitätsausweises könnten laut dem Entwurf Sonderrechte und mehr Freiheiten bekommen.

7 Uhr: Verband: Corona-Krise überstehen nicht alle Friseure

Von Montag an heißt es in rund 11.500 Friseursalons im Südwesten wieder Waschen, Schneiden, Legen. Nach siebenwöchiger Abstinenz wegen der Corona-Krise gibt es einen Andrang auf die Haarkünstler, die sich vor Terminwünschen kaum retten können. Doch manch ein Betrieb wird wegen der hohen Einnahmeausfälle nicht überleben. Der Fachverband Friseur und Kosmetik sieht eine „Marktbereinigung“ voraus. Landesgeschäftsführer Matthias Moser sagte: „Von Insolvenz sind insbesondere Betrieb ohne Rücklagen bedroht.“ Vor fünf Jahren waren es noch 10.800 Friseurläden.

Die Kleinunternehmer sind aber nicht nur durch fehlende Einnahmen gebeutelt. Auch die neuen Regeln zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus schlagen heftig zu Buche: Weil der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sein muss, werden Kapazitäten verringert. Kostentreiber sind Desinfektionsmittel, Einmalumhänge und ein Reservoir von Schutzmasken für Mitarbeiter und Kunden, die ihren Mund-Nasen-Schutz vergessen haben. Für die Kunden wird sich der Mehraufwand im Geldbeutel wohl bemerkbar machen.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 29. April

20 Uhr: Öffnen kommende Woche wieder unsere Museen?

Baumärkte haben geöffnet, Autoverkäufer warten wieder auf Kunden, Museen aber bleiben bislang verwaist. Dabei sind die Musentempel eher nicht für eine Kultur des engen Körperkontakts bekannt. Den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten, das dürfte auf den oft großzügig bemessenen Ausstellungsflächen kaum anspruchsvoller sein als zwischen Eisenwaren und Sanitärbedarf. Wann also dürfen Kunstfreunde wieder ins Museum gehen?

17.15 Uhr: Freiburger Oberbürgermeister fordert Öffnung von Kinderspielplätzen

Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) hat Bundes- und Landesregierung dazu aufgerufen, Kinderspielplätze trotz der Corona-Krise rasch wieder zu öffnen. Das Infektionsrisiko im Freien ist Virologen zufolge deutlich niedriger als in geschlossenen Räumen, sagte Horn. Kinder und Eltern könnten sensibilisiert werden, vorsichtig zu sein und zum Schutz vor dem Coronavirus den Mindestabstand einzuhalten. Ein Öffnen der Spielplätze sei verhältnismäßig und wichtig, da Schulen und Kindergärten seit Wochen geschlossen seien. Familien mit Kindern benötigten nun Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

16 Uhr: Autokinos in der Region

Die Kinos sind geschlossen, doch für Film-Fans bieten sich in der Region neue Möglichkeiten.

Was schon in anderen Städten ausprobiert wurde, wird nun in Friedrichshafen Wirklichkeit. Die Messehalle A1 wird am Donnerstagabend zum Autokino. Wie die Messe Friedrichshafen mitteilt, steigt die Premiere um 20 Uhr mit dem Film „Nightlife“ mit Elyas M‘Barek.

Am Donnerstagabend startet außerdem am Hochrhein in Wallbach das Auto-Kino. Die erste Vorstellung startet am Donnerstag 30. April, um 18 Uhr und einer Weiteren um 20.30 Uhr. Am Freitag finden fünf Vorstellungen statt, am Samstag vier. Auf dem Programm an drei Tagen stehen unter anderem Känguru-Chroniken, Parasite, Das perfekte Geheimnis, Der Junge muss an die frische Luft, der Jugendfilm TKKG und der Kinderfilm Smal Foot. Mehr Infos finden Sie hier.

Sie wissen noch nicht, ob Autokino das Richtige für Sie ist? Unsere Autorin hat in Stuttgart den Selbsttest gemacht.

14.56 Uhr: Schweiz hebt Corona-Maßnahmen schneller auf als geplant

Der großflächige Stillstand von Kultur und Wirtschaft geht in der Schweiz schneller zu Ende als geplant. Schon ab 11. Mai sollen nicht nur Läden, Märkte und obligatorische Schulen, sondern auch Museen, Bibliotheken und Restaurants wieder öffnen. Das kündigte die Regierung am Mittwoch an. Bislang hatte sie für die Öffnung von Restaurants und Museen Anfang Juni ins Auge gefasst.

Möglich sei das, weil die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus rückläufig seien. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt. In Restaurants sollen dann aber zunächst nur maximal vier Personen an einem Tisch sitzen und zwischen Gästegruppen soll zwei Meter Abstand bestehen. Größere Festivals soll es im Sommer nicht geben. Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen werden voraussichtlich nicht vor September wieder erlaubt.

14.36 Uhr: Nach erneutem Corona-Fall in einem Pflegeheim in St. Georgen wird jetzt ein Massentest durchgeführt

Rund 150 Mitarbeiter und Bewohner der Alten- und Pflegeeinrichtung werden auf eine mögliche Infektion überprüft. Mit einem Ergebnis ist jedoch erst in den nächsten Tagen zu rechnen.

Von den rund 80 Bewohnern, die derzeit in der Pflegeeinrichtung leben, wurden 20 bereits in der Vergangenheit untersucht. Die 60 verbleibenden Bewohner sowie rund 70 Mitarbeiter wurden getestet. Geschäftsführer Markus Schrieder begrüßt die konsequente Maßnahme.

13.57 Uhr: Cannstatter Wasen wegen Corona-Krise abgesagt

Nach dem Münchner Oktoberfest ist auch der Cannstatter Wasen wegen der Corona-Epidemie abgesagt worden. Dies teilte die Stadt Stuttgart am Mittwoch mit. Das nach dem Oktoberfest zweitgrößte Volksfest Deutschlands hätte am 25. September beginnen sollen. Es wäre der 175. Wasen gewesen.

13.30 Uhr: Fähre Konstanz-Meersburg wieder mit dichterem Kurs ab 4. Mai

Die Stadtwerke verdichten den Takt der Fähre Konstanz-Meersburg aufgrund des wieder etwas gestiegenen Bedarfs. Ab Montag, 4. Mai, fahren die Schiffe unter der Woche tagsüber im 20-Minuten-Takt, teilen die Stadtwerke Konstanz mit.

12 Uhr: Kretschmann: Rückkehr zur Normalität erst mit Impfstoff

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Bürger auf einen langen Alltag mit dem Coronavirus eingeschworen. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst geben, wenn ein Impfstoff existiere, sagte er bei einer Regierungserklärung zur Corona-Krise am Mittwoch im Landtag in Stuttgart. Keiner könne sagen, wann das sein werde - aber es werde viele Monate dauern. „Bis dahin werden wir die Pandemie nicht besiegt haben.“ Man könne lernen, mit der Pandemie zu leben und werde noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen müssen. Das Leben mit dem Virus bedeute so etwas wie eine „gebrochene Normalität“. Kretschmann sicherte aber zu, den Bürgern so viel Freiheit zu ermöglichen, wie der Schutz der Gesundheit es zulasse.

11 Uhr: Bundesregierung verlängert weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni

Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen. Damit sind die Pfingstferien in einzelnen Bundesländern, aber noch nicht die Schulferien im Sommer betroffen, die erst ab 22. Juni beginnen.

Das Auswärtige Amt begründete die Verlängerung in der Kabinettsvorlage damit, dass „weiterhin mit starken und drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr und weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen“ sei. Die Reisewarnung gelte „bis auf weiteres fort, vorerst bis einschließlich 14. Juni 2020“.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März die Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen - ein beispielloser Schritt. Bisher gab es solche Warnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Kriegsgebiete wie Afghanistan oder Syrien. Eine Reisewarnung ermöglicht eine kostenlose Stornierung von bereits gebuchten Reisen.

10.45 Uhr: Studie zu Corona-Impfstoff - erste Gruppe hat Wirkstoffdosen bekommen

Die vor kurzem genehmigten deutschlandweit ersten Tests von Impfstoff-Kandidaten gegen das neue Coronavirus sind angelaufen. Seit dem Start am 23. April habe eine erste Gruppe von zwölf Teilnehmern mittlerweile in Deutschland Dosen erhalten, teilten das Mainzer Unternehmen Biontech und der Kooperationspartner Pfizer am Mittwoch mit. Insgesamt soll es im Rahmen der Studie zunächst Tests an rund 200 gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren geben, es handelt sich um eine sogenannte Phase I/II Studie. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte die Studie vor kurzem genehmigt, im Juni sollen erste Daten vorliegen. Sollten die ersten Tests positiv verlaufen, sollen mehr Probanden und auch Risikopatienten in die Prüfung einbezogen werden.

9.30 Uhr: Landesregierung will Maskenpflicht auch im Fern- und Flugverkehr

Baden-Württemberg will sich für eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht im Fern- und Flugverkehr einsetzen. Dies teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit. Die Corona-Lenkungsgruppe der Landesregierung beschloss außerdem, dass Werkstätten für behinderte Menschen ab nächster Woche wieder öffnen können. Zunächst soll allerdings nur ein Viertel der Arbeitsplätze genutzt und in Kleingruppen von höchstens sechs Beschäftigten gearbeitet werden. Ob die in den Werkstätten beschäftigten Menschen wieder arbeiten wollen, sei freiwillig.

8.45 Uhr: Autoindustrie fordert Kaufprämien auch für Diesel- und Benzinautos

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) fordert eine Kaufprämie nicht nur für Elektro- und Hybridautos, sondern auch für Diesel- und Benzinfahrzeuge. Auch moderne Verbrennungsmotoren lieferten einen "erheblichen Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Die Autoindustrie sei den Klimazielen verpflichtet und investiere Milliarden in die E-Mobilität. Viele Verbraucher könnten sich aber kein Elektroauto kaufen, etwa weil die Infrastruktur dafür fehle. Deshalb müssten "moderne Verbrenner weiter unterstützt und gefördert werden", sagte die VDA-Präsidentin.

7.30 Uhr: Reisewarnung soll bis Mitte Juni verlängert werden

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie einem Medienbericht zufolge bis mindestens Mitte Juni verlängern. Diesen Beschlussvorschlag habe das Auswärtige Amt kurz vor der heutigen Kabinettssitzung mit den anderen Ministerien abgestimmt, berichtete der „Spiegel“ am Mittwoch. Demnach heißt es darin, die bisher gültige Reisewarnung gelte „bis auf weiteres“, mindestens aber bis Mitte Juni. Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. Die Verlängerung soll dem „Spiegel“ zufolge an diesem Mittwoch vom Kabinett verlängert werden, mindestens bis zum 14. Juni. Kurz danach beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien.

Seit Mitte März gilt in Deutschland zunächst bis zum 3. Mai eine weltweite Reisewarnung für Touristen. Fast jeder zweite Deutsche lehnt nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur eine Öffnung der Grenzen für den Sommerurlaub im europäischen Ausland ab.

7 Uhr: Hermann plant Rettungsschirm für Nahverkehr und Busunternehmen

Der öffentliche Personennahverkehr und die Busunternehmen im Land leiden in der Corona-Krise unter wegbrechenden Einnahmen, weil weniger Fahrgäste unterwegs sind. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will für sie nun einen Rettungsschirm über 480 Millionen Euro aufspannen, wie die „Südwest Presse“ (Mittwoch) berichtet. „Wir müssen schon aus Klimaschutzgründen einiges tun, damit der ÖPNV und die dafür unverzichtbaren Bahn- und Busunternehmen am Ende der Corona-Krise nicht massiv geschädigt sind“, sagte Hermann der Zeitung. Das Geld soll aus verschiedenen Quellen kommen, wie ein Ministeriumssprecher auf Anfrage erläuterte. Dazu zählen der Bund, die Kommunen und Förderprogramme.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 28. April

20.21 Uhr: Gottesdienste mit variabler Besucherzahl in Kirchen bald möglich

Die Christen im Südwesten dürfen nach wochenlanger Corona-Zwangspause vom 10. Mai an wieder öffentliche Gottesdienste feiern - mit Auflagen. Dabei werde es aber nicht wie in anderen Bundesländern eine maximal erlaubte Zahl von Besuchern geben, sagte der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, am Dienstagabend. Den Berechnungen werde ein Mindestabstand zwischen den Gläubigen von mehr als 1,5 Metern zugrunde gelegt. So ergebe sich für jede Kirche eine andere Kapazität. Cornelius-Bundschuh hatte wie die drei anderen Bischöfe im Südwesten an einer Telefonkonferenz mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) teilgenommen.

Auf das gemeinsame Singen werden die Kirchen wegen der möglichen Tröpfcheninfektion verzichten, wie der Bischof mitteilte. Das Tragen von Masken werde nicht obligatorisch, sondern nur empfohlen. Lockerungen gibt es bei Beerdigungen und religiösen Veranstaltungen unter freiem Himmel. Separat gab es Gespräche zwischen der Landesregierung und den beiden Israelitischen Religionsgemeinsschaften sowie mit Islamverbänden.

19.22 Uhr: Palmer entschuldigt sich für Aussage über Corona-Patienten

Angesichts heftiger Empörung über Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten hat sich der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer für seine Wortwahl entschuldigt. „Niemals würde ich älteren oder kranken Menschen das Recht zu leben absprechen“, erklärte der Grünen-Politiker am Dienstagabend. Falls er sich „da missverständlich oder forsch ausgedrückt“ habe, tue es ihm leid.

17.04 Uhr: Salem Open Air mit Bryan Ferry ist abgesagt

Das Salem Open Air mit Bryan Ferry am Donnerstag, 30. Juli findet nicht statt. Dies teilt der Veranstalter, die Allgäu Concerts GmbH, mit. Informationen zu den anderen drei Salem Open Airs mit Xavier Naidoo, Rodger Hodgson und Sarah Connor folgen nach Angaben von Allgäu Concerts in Kürze. Vom Marketing des Konzertveranstalters heißt es auf SÜDKURIER-Nachfrage, dass die drei Konzerte „noch in Bearbeitung“ seien.

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Bezüglich der Rückabwicklung der Ticketkäufe für das Salem Open Air mit Bryan Ferry bittet das Unternehmen „die Fans noch um ein wenig Geduld“. Alle Ticketbesitzer würden in den nächsten Wochen von den Ticketsystemen, wo das Ticket erworben worden sei, informiert, wie die Rückabwicklung erfolgen werde. Dies gilt aber nur für Käufer, die beim Kauf der Karten ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, beispielsweise eine E-Mailadresse, wie das Marketing auf Nachfrage bestätigt.

Wie die Kunden erreicht werden, die ihre Tickets persönlich an einer der Verkaufsstellen erworben haben, muss noch geklärt werden.

16.32 Uhr: Marcel Klinge (FDP) fordert: Fitnessstudios in unserer Region sollen wieder öffnen dürfen

Nach sieben Wochen Stillstand seien die Existenznöte der Unternehmer groß, schreibt der Bundestagsabgeordnete in einer Mitteilung. Trotz umsetzbarer Abstands- und Hygienekonzepte gebe es aktuell keine Öffnungsperspektive.

„Ich selbst gehöre auch zu den mehr als 1,2 Millionen Menschen in Baden-Württemberg, die in einem Fitnessstudio trainieren und das sehr gerne bald wieder tun möchten“, bekräftigt er und spricht sich für Zugangskontrollen und Hygienemaßnahmen aus.

15.53 Uhr: Noch kein fester Zeitplan für weitere Lockerungen in Heimen

Für weitere Lockerungen der Besuchsverbote in Pflegeheimen gibt es nach Angaben des Sozialministeriums noch keinen konkreten Zeitplan. Eine Arbeitsgruppe berate über die Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen für Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Dies solle in eine verbindliche Verordnung münden. „Wir wollen ganz vorsichtig Kontakte wieder anbieten“, sagte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Allerdings sei der Grat zwischen Risiko und Lockerung sehr schmal. Konzepte für weitere Lockerungen sollen laut Ministerium „in Kürze“ vorgelegt werden.

Ein absolutes Besuchsverbot gebe es aber auch laut jüngster Corona-Verordnung nicht, betonte Lucha. Vielmehr sei es den Heimen bereits möglich, den Zutritt zu Besuchszwecken und in Ausnahmefällen zu erlauben. Allerdings müssten geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen werden. In einem nächsten Schritt könne er sich weitere Lockerungen vorstellen, sagte Lucha.

13.53 Uhr: Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis 10. Mai

Bayern verlängert die in der Corona-Krise geltenden Ausgangsbeschränkungen um eine Woche bis zum 10. Mai. Das hat das Kabinett am Dienstag in München entschieden.

„Der Ministerrat hat den Plänen des Gesundheitsministeriums, dass die Maßnahmen zunächst um eine Woche bis 10. Mai 2020 verlängert werden, zugestimmt“, teilte die Staatskanzlei mit. Vom 4. Mai an sollen aber einzelne Lockerungen gelten. Beispielsweise sind dann öffentliche Gottesdienste und Demonstrationen mit bis zu 50 Teilnehmern wieder erlaubt.

13.41 Uhr: Kultusminister: Jeder Schüler soll vor Ferien Schule besucht haben

Trotz der Corona-Beschränkungen soll jede Schülerin und jeder Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen. Das schlagen die Kultusminister der Länder den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in übereinstimmenden Beschlussvorlagen vor.

13.04 Uhr: Land Baden-Württemberg zahlt weitere 100 Millionen Euro Soforthilfe für Kommunen

Um vor allem Familien zu entlasten, zahlt das Land weitere 100 Millionen Euro Soforthilfe an die Kommunen. Darauf verständigte sich das grün-schwarze Landeskabinett am Dienstag. Es sei wichtig, dass Eltern keine Gebühren für geschlossene Kitas zahlten, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne). Es gehe bei der Soforthilfe aber nicht nur um Kosten für Kindertagesstätten und Kindergärten, sondern auch um Einrichtungen wie Volkshochschulen und Musikschulen, deren ausbleibende Einnahmen ausgeglichen werden sollen. Für die Monate März und April hatte das Land die Kommunen bereits mit 100 Millionen Euro Soforthilfe unterstützt. Nach der Mai-Steuerschätzung werde das Land mit den kommunalen Landesverbänden Gespräche über die finanziellen Auswirkungen der Pandemie führen, sagte Sitzmann.

11.05 Uhr: Palmer: „Wir retten Menschen, die möglicherweise sowieso bald sterben“

Der Grünen-Politiker Boris Palmer hat den weltweiten Lockdown der Wirtschaft wegen der Corona-Krise erneut scharf kritisiert. "Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einen halben Jahr sowieso tot wären - aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen", sagte der Tübinger Oberbürgermeister am Dienstag im Sat.1-Frühstücksfernsehen. Der Armutsschock, der aus der weltweiten Zerstörung der Wirtschaft entstehe, bringe nach Einschätzung der Vereinten Nationen hingegen Millionen Kinder ums Leben.

10.30 Uhr: RKI-Präsident appelliert: Regeln weiter einhalten

Mit einem eindringlichen Appell hat sich der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) an die Bevölkerung gewandt. Es gelte, sich weiter an die gültigen Regeln zu halten, betonte Lothar Wieler am Dienstag in Berlin. „Wir wollen nicht, dass die Fallzahlen wieder zunehmen. Wir wollen nicht, dass wir wieder mehr Covid-19-Fälle haben.“

Es gelte, weiter so weit wie möglich zuhause zu bleiben, sich an die Kontaktbeschränkungen zu halten, mindestens eineinhalb Meter Abstand zu halten und wo das schwer möglich sei, einen Nase-Mund-Schutz zu tragen. Deutschland habe die Ausbreitung anders als andere Länder bisher sehr erfolgreich in Schach halten können. „Wir wollen diesen Erfolg verteidigen.“

Die Reproduktionszahl liegt demnach derzeit (Stand 27.4.) bei 1 - ein Infizierter steckt damit im Mittel einen weiteren Menschen an. Dabei gebe es allerdings große regionale Unterschiede, sagte Wieler. Die Anzahl der neu übermittelten Todesfälle sei weiterhin hoch, die Sterberate liege nach der Statistik erfasster Fälle inzwischen bei 3,8 Prozent; und es gebe weiter viele Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen.

10.20 Uhr: Jedes neunte Geschäft im Einzelhandel von Insolvenz bedroht

Rund jedes neunte Einzelhandelsgeschäft in Deutschland könnte nach Angaben des Handelsverbands infolge der Corona-Krise Insolvenz anmelden müssen. „Wir fürchten, dass nun bis zu 50 000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, weil ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach Angaben des Verbands gibt es in Deutschland rund 300 000 Einzelhandelsunternehmen mit rund 450 000 Geschäften.

10 Uhr: Krankenhaushygieniker für sofortige Öffnung von Kitas

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) hat die sofortige Öffnung von Kitas und Grundschulen gefordert. "Unter einem Schutzschild sollte es unbedingt wieder losgehen, um die teils untragbaren Situationen für unzählige Familien zu beenden", sagte DGKH-Vorstandssprecher Peter Walger der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag. Die Datenlage rechtfertige eine schrittweise Wiederöffnung von Kitabetreuung und Beschulung, sagte der Infektiologe und Intensivmediziner weiter.

Er verwies auf Erkenntnisse aus China, Modellierungen aus London sowie auf die Vorveröffentlichung einer Studie von Schweizer Forschern. "Die pauschalen Warnungen, Kita- und Schulöffnungen würden zu einem Hochschnellen der Infektionszahlen führen, sind definitiv übertrieben", sagte Walger. "Das würde nur dann passieren, wenn die Übertragungsrisiken unbeeinflusst blieben." Wo Testung und Maskenschutz gewährleistet seien, solle "ab sofort" wieder geöffnet werden.

9 Uhr: Altmaier dämpft Hoffnungen auf schnelle Öffnung von Hotels und Gaststätten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat Hoffnungen auf rasche Öffnungen im Hotel- und Gaststättengewerbe gedämpft. Er bitte um Verständnis dafür, dass die Politik angesichts der gerade wieder gestiegenen Ansteckungskennziffer des Robert-Koch-Instituts sehr vorsichtig vorgehe, sagte Altmaier am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Wann es zu konkreten Änderungen komme, werde mit den Ministerpräsidenten der Länder besprochen. Alles, was verantwortlich sei, werde auch getan werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Donnerstag erneut mit den Länderregierungschefs über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Altmaier wollte sich mit Blick auf die Gastronomie nicht auf einen konkreten Zeitplan festlegen. Auf die Frage, ob Hotels und Gaststätten bald wieder öffnen könnten, sagte der Wirtschaftsminister: "Das werden wir entscheiden, wenn es verantwortlich ist."

Altmaier sicherte der Branche aber notfalls weitere Hilfen zu. Wenn es wider Erwarten noch lange bis zu einer vollen Öffnung dauere, werde auch "so etwas wie ein Rettungsfonds für die Gastronomie" gebraucht, sagte der CDU-Politiker.

8.30 Uhr: Österreich hebt Ausgangsbeschränkungen auf - Nur noch Mindestabstand

Österreich hebt angesichts der günstigen Entwicklungen in der Corona-Krise nach fast sieben Wochen die Ausgangsbeschränkungen auf. Dies teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag in Wien mit.

„Wir können die Ausgangsbeschränkungen auslaufen lassen, wir brauchen sie nicht fortzusetzen“, sagte er. Ab dem 1. Mai sei lediglich ein Mindestabstand von einem Meter zu Menschen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, nötig. Allerdings sei es sehr verfrüht zu glauben, die Krise sei schon vorbei. „Wir können jederzeit Stopp sagen.“ Es gelte, eine zweite Erkrankungswelle zu vermeiden.

Seit Mitte März war es den Österreichern nur bei triftigem Grund erlaubt, das Haus zu verlassen. Dazu gehörten unbedingt nötige Besorgungen. Allerdings war Bewegung im Freien - Spaziergänge und zum Beispiel auch Radfahren - von Anfang an ebenfalls gestattet. Die Ausgangsbeschränkungen waren bis Ende April befristet und laufen nun am 30. April aus.

Durch die Öffnung der Baumärkte und kleiner Geschäfte am 14. April sei der insgesamt sehr gute Trend nicht ungünstig beeinflusst worden, sagte Anschober.

7.20 Uhr: Wander-Boom in Corona-Krise erwartet

Wandern in Deutschland könnte in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren Reisebeschränkungen in diesem Jahr eine der wenigen Urlaubsmöglichkeiten werden. Experten erwarten deshalb eine Art Boom in den kommenden Monaten. Das Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes geht davon aus, dass sich der Binnentourismus deutlich früher erholt als der internationale Reiseverkehr. „Da fällt natürlich auch das Wandern drunter“, sagt Jens Kuhr, Sprecher des Wanderverbandes.

Und Autor Manuel Andrack („Das neue Wandern“) sagt: „Ich habe noch nie verstanden, warum die Leute ins Flugzeug steigen, um auf Malle zu wandern.“ Er schwärmt etwa von den freien Flächen der Rhön.

7 Uhr: Fast 50 Prozent für Bundesliga-Geisterspiele im Free-TV

Bei einer Fortsetzung der Fußball-Bundesliga ist ein Großteil der Deutschen für eine Übertragung der Geisterspiele im frei empfangbaren Fernsehen. 49 Prozent würden sich wünschen, dass die Partien der wegen der Corona-Pandemie noch ausstehenden neun Saison-Spieltage ohne Pay-TV-Zugang oder Streaming-Gebühr zu sehen sein sollen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. 26 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine frei zugängliche Übertragung aus. 25 Prozent äußerten keine Meinung.

Das waren die Entwicklungen am Montag, 27. April

21.45 Uhr: Verkehr nimmt im Südwesten wegen Ausgangsbeschränkungen stark ab

Die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg (SVZ BW) hat an zehn Zählstellen seit Anfang März 2020 die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Straßenverkehr gemessen. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen sei die Verkehrsmenge an den beobachteten Stellen zwischen 30 und 60 Prozent kontinuierlich gesunken, auf Autobahnen mehr als im nachgeordneten Netz. Der Schwerverkehr (Lkw) habe sich im Vergleich zum Gesamtverkehr dabei weniger stark reduziert, wie das Regierungspräsidium Tübingen mitteilt. Der Behörde zufolge deute sich aber bereits an, dass der Straßenverkehr nun wegen erster Lockerungen der Corona-Maßnahmen wieder zunehme.

20.35 Uhr: Besuchsverbote für Altenheime werden gelockert

Baden-Württemberg will nun laut Deutscher Presseagentur coronabedingte Besuchsverbote für Pflegeeinrichtungen lockern,  nachdem es immer mehr Hinweise auf Vereinsamung und Isolation alter Menschen gegeben habe. Demnach sollen mit Schutzkleidung ausgerüstete nahestehende Personen ihre pflegebedürftigen Angehörigen künftig besuchen können, falls körperliche und seelische Schäden durch eine soziale Isolation drohen. Eine weitere Option seien Besucherräume oder Besuchercontainer mit Abtrennungen aus Plexiglas.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) betont, dass alte Menschen zu den besonders gefährdeten Personengruppen durch das Virus gehörten, und folglich besonders geschützt werden müssten.  Daher sollen künftig Bewohner und Pflegepersonal noch intensiver getestet werden.

19.59 Uhr: Clubs der 3. Liga votieren für Saison-Fortsetzung

Die Vereine der 3. Liga haben sich auf eine Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison geeinigt. Nach dpa-Informationen stimmten am Montag während einer Videokonferenz zehn Vereine dafür und acht dagegen, zwei Clubs enthielten sich.

18.47 Uhr: Kultusminister wollen Dienstag Rückkehr-Vorschlag für Schulen machen

Die Kultusminister der Länder wollen sich an diesem Dienstag auf ein Konzept für die schrittweise weitere Öffnung der Schulen einigen. Das teilte eine Sprecherin des Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz am Montagabend mit. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) führt zurzeit den Vorsitz in der Kultusministerkonferenz.

Bei einer Telefonkonferenz hatten die Minister am Montag rund zwei Stunden lang über ein „Rahmenkonzept für die Wiederaufnahme von Unterricht in den Schulen“ in der Corona-Krise gesprochen. Der Entwurf sollte danach noch in einzelnen Punkten überarbeitet werden. Über den Inhalt machte die Kultusministerkonferenz keine Angaben.

17.15 Uhr: Schülervertreter drohen wegen Abschlussprüfungen mit Klagen

Schülervertreter aus zahlreichen Städten Baden-Württembergs drohen mit Klagen gegen das Land, sollten die bevorstehenden Abschlussprüfungen nicht abgesagt werden. Abschlussnoten sollten stattdessen aus den vor Beginn der Pandemie erbrachten Leistungen gebildet werden, schlugen mehr als 65 Schülersprecher am Montag in einer Mitteilung vor. Nur so könnten Gesundheit und Gerechtigkeit im Schulsystem gewährleistet werden. Die Schülervertreter wiesen darauf hin, dass etliche Schüler wegen finanzieller Notlagen ihrer Familien und aus Sorge um Angehörige aus Risikogruppen unter Schlaf- und Konzentrationsproblemen litten. Außerdem benachteilige Fernunterricht Schüler aus einkommensschwachen Familien, weil ihnen die technische Ausrüstung und ein geeignetes Lernumfeld fehlten.

16.40 Uhr: Mehrheit der Deutschen ist für Coronavirus-Impfpflicht

Einer Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Deutschen für eine für eine verpflichtende Impfung gegen das neue Coronavirus. 45 Prozent der Befragten wünschen sich auf jeden Fall eine Impfpflicht, sobald es einen Impfstoff gibt. 16 Prozent beantworteten die Frage mit „eher ja“. Das geht aus einer Umfrage des Civey-Instituts für das Nachrichtenportal t-online.de hervor. Knapp ein Drittel der repräsentativ ausgewählten Befragten lehnte eine Impfpflicht ab. Der Rest war unentschieden. Vor allem die ältere Bevölkerung steht demnach hinter der Impfpflicht. Bei den über 65-Jährigen waren es 77 Prozent. Am skeptischsten zeigten sich die 30- bis 39-Jährigen. Hier waren Befürworter und Gegner etwa gleichauf. Zudem sprachen sich mehr Männer (66 Prozent) als Frauen für eine Impfpflicht aus (57 Prozent).

15.20 Uhr: Neue Besuchsregeln im Klinikum Friedrichshafen

Im Klinikum Friedrichshafen gelten seit heute neue Corona-Regeln. Junge Papas dürfen nun auch auf die Wochenstationen. Patienten und Besucher der Ambulanzen und Versorgungszentren müssen zudem nun einen Mund-Nasen-Maskenschutz tragen.

14.40 Uhr: Verkaufsverbot für große Geschäfte verfassungswidrig

Bayerns höchstes Verwaltungsgericht hat das in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Richter sehen das als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes. Das teilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) in München am Montag mit. Unmittelbare Konsequenzen hat die Entscheidung aber dennoch nicht: Das Gericht setzte die Vorschrift wegen der Pandemie-Notlage „ausnahmsweise“ nicht außer Kraft, wie es in der Mitteilung hieß. Außerdem gilt die Vorschrift vorerst nur bis 3. Mai. Deswegen beschränkte sich der 20. Senat darauf, die Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz festzustellen. Allerdings gibt es in anderen Bundesländern gegenteilige Entscheidungen, so dass die Rechtslage vorerst ungeklärt bleibt.

14.20 Uhr: Söder: Langsame Öffnung der Gastronomie erst ab Ende Mai denkbar

Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder hält eine langsame Wiedereröffnung der Gastronomie erst ab Ende Mai für denkbar. Das sagte er nach Teilnehmerangaben am Montag in einer Videoschalte des CSU-Parteivorstands. Söder verteidigte dabei den bisherigen Kurs im Kampf gegen das Coronavirus und mahnte weiterhin zu nur vorsichtigen Lockerungen. Die bisherige Strategie, Inhalt und Zeitpunkt, seien richtig gewesen. Man müsse nun weiterhin langsam, behutsam und vorsichtig agieren - aber mit Perspektiven. Es dürfe bei den Lockerungen keinen Überbietungswettbewerb geben.

13.55 Uhr: Kreditvergabe der Südwest-Sparkassen im März um ein Drittel gestiegen

Die 51 Sparkassen in Baden-Württemberg vergeben wegen der Corona-Krise deutlich mehr Kredite. Allein im März seien die Kreditzusagen im Vergleich zum Vormonat um rund ein Drittel auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Sparkassenverband Baden-Württemberg am Montag mit. Darüber hinaus ermöglichen die Institute mittlerweile bereits rund 38.000 von der Krise betroffenen Kunden, die Zahlung ihrer Kreditraten für mindestens drei Monate auszusetzen. Aktuell stunden die Sparkassen im Südwesten dadurch eine Summe von rund 580 Millionen Euro. „Für die betroffenen Firmen- und Privatkunden ist die vorübergehende Aussetzung der Ratenzahlungen eine wichtige Hilfe in der Krise“, sagte Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes.

12.10 Uhr: Verkehrsminister Hermann zu Maskenpflicht: Bußgeld von 15 Euro droht

Seit Montag gilt in Bussen, Bahnen und beim Einkaufen im Südwesten die Maskenpflicht: Nach einer ersten Gewöhnungswoche ohne Strafen sollen Bürger, die keine Masken tragen, danach ein Bußgeld von 15 Euro abdrücken. Zu dem genauen Zeitraum der Maskenpflicht konnte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) noch keine konkreten Angaben machen. „Man sollte sich darauf einrichten, dass es eine Weile geht“, sagte er am Montag in Stuttgart. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kann das Bußgeld im Land sogar bis zu 30 Euro betragen. Der Rahmen liege wischen 15 und 30 Euro, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Anfangsverstöße sollten mit 15 Euro geahndet werden, bei Folgeverstößen könnten die Behörden bis zu 30 Euro erheben.

11.50 Uhr: Bundeswehr liefert zehn Millionen Schutzmasken aus China in Deutschland an

Die Bundeswehr hat am Montag mehr als zehn Millionen medizinische Schutzmasken aus China nach Deutschland transportiert. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nahm die Fracht am Flughafen Leipzig entgegen, von wo aus sie an die Gesundheitsministerien der Bundesländer weiterverteilt werden sollen. Die Lieferung ist Teil einer Großbestellung von rund 25 Millionen Schutzmasken in China. Kramp-Karrenbauer hob die Bedeutung der Ausrüstung hervor.

10.07 Uhr: Formel 1 plant Saisonstart in Österreich am 5. Juli

Die Formel 1 will ihre wegen der Corona-Pandemie verschobene Saison mit einem Rennen in Österreich am 5. Juli starten. Ziel seien 15 bis 18 Rennen mit einem Saisonfinale im Dezember in Abu Dhabi, teilte die Rennserie am Montag mit. Das Rennen im französischen Le Castellet muss aufgrund der Coronavirus-Pandemie aber in diesem Jahr ausfallen. Die gesetzlichen Regelungen in Frankreich machen es unmöglich, dass das Event im Süden des Landes wie geplant durchgeführt werden kann. Der Grand Prix war bislang für den 28. Juni geplant. Zuvor wurde bereits der Große Preis von Monaco abgesagt, acht weitere Rennen mussten verschoben werden. Einen konkreten Rennkalender gibt es bislang noch nicht. Klar ist auch, dass das aktuell für den 19. Juli geplante Heimspiel von Weltmeister Lewis Hamilton in Silverstone aufgrund der Corona-Krise nur als Geisterrennen stattfinden kann.

9.06 Uhr: EU-Kommission genehmigt Staatshilfen für Condor

Der angeschlagene Ferienflieger Condor bekommt neue Staatshilfen. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Coronavirus-Pandemie am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro.

8.30 Uhr: Corona-Fall im Konstanzer Seniorenheim Marienhaus

Bewohner positiv getestet: Es gibt einen ersten Corona-Fall im Konstanzer Seniorenheim Marienhaus. Ein 88-Jähriger wurde positiv getestet und ist seither in Isolation. Ein Tag nach der Diagnose ging es ihm schon besser. Auch ein zweiter Bewohner zeigt leichte Symptome.

7.45 Uhr: Britischer Premier Johnson will Regierungsgeschäfte heute wieder aufnehmen

Der britische Premierminister Boris Johnson will nach der Genesung von einer Covid-19-Erkrankung wieder die Regierungsgeschäfte aufnehmen. Er wird heute in sein Büro in der Londoner Downing Street zurückkehren. Johnson war schwer an der vom neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt und musste zwischenzeitlich auf der Intensivstation behandelt werden.

7.07 Uhr: Ab heute gilt die Maskenpflicht

Das Tragen von Alltagsmasken beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln ist ab heute in allen deutschen Bundesländern Pflicht. Doch beim Thema Mundschutz gibt es einiges zu beachten. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen.

Das waren die Entwicklungen am Sonntag, 26. April: 

20.00 Uhr: Mehr als 31 000 nachgewiesene Corona-Fälle im Südwesten - 1249 Tote

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg ist auf mindestens 31 017 gestiegen. Das waren 78 mehr als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte (Stand: 16.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus stieg  auf 1249.

20 701 Menschen seien von ihrer Covid-19-Erkrankung wieder genesen, hieß es. Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,8 angegeben. Das heißt, dass zehn mit SARS-CoV-2 Infizierte acht weitere Menschen anstecken.

19.35 Uhr: Bilanz des Corona-Wochenendes am Bodensee

Die Region hat ein weiteres Wochenende mit Corona-Beschränkungen und gutem Wetter hinter sich. Unsere Reporter haben sich rund um den Bodensee umgesehen und bei der Polizei nachgehakt: Haben sich die Menschen an die Beschränkungen gehalten?

Hier lesen Sie die Bilanz aus Konstanz, wo es zu einem Gedränge auf der Fähre kam. 

Und hier berichten wir aus Bodman-Ludwigshafen, wo die Uferanlagen erstmals wieder zugänglich waren.

18.44 Uhr: Zur Erinnerung! Ab Montag gilt die Maskenpflicht in Baden-Württemberg

In Bussen, Bahnen und beim Einkaufen: Ab Montag gilt auch in Baden-Württemberg eine Maskenpflicht. Selbstgemachte Modelle sowie Tücher oder Schals, die Mund und Nase bedecken, sind dabei ausreichend. In der ersten Woche sind laut Landesregierung keine Strafen vorgesehen, damit sich alle darauf einstellen können. Vom 4. Mai an soll es Bußgelder für Verstöße geben.

Hier finden Sie alles, was Sie zum Thema Schutzmasken wissen müssen: 

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17.30 Uhr: Mehr als 155.100 Corona-Nachweise in Deutschland und 5720 Tote

In Deutschland sind bis Sonntagnachmittag mehr als 155.100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 153.600 Infektionen). Mindestens 5720 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 5598). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Samstag wie in den Tagen zuvor bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 112.000 (Vortag: 109 800) Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

16.20 Uhr: Polizei setzt Abstandsregeln durch, etwas mehr Verstöße

Bei schönstem Frühlingswetter und dazu noch geöffneten Geschäften sind etliche Menschen im Südwesten am Wochenende dichter zusammengerückt als erlaubt. Hier finden Sie die Polizeibilanz. 

14.49 Uhr: Vorerst keine großen Fernreisen möglich?

In der Corona-Krise hält der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (Zollernalb-Sigmaringen), Sommerurlaub in Deutschland für möglich - aber keine großen Fernreisen. Er sprach sich allerdings für vorsichtige Lockerungen bei der geltenden weltweiten Reisewarnung aus.

Der CDU-Politiker sagte: „Große Fernreisen werden in diesem Jahr eher ausfallen. Es steht für viele Heimaturlaub auf dem Programm. Ich gehe davon aus, dass das möglich sein wird, hoffentlich auch schon im Sommer.“ Dazu brauche es aber klare Sicherheitskriterien. „Sicherheitsabstände, regelmäßige Desinfektion oder auch Tests für Personal und Mitarbeiter sind sicher vorstellbar.“

Deutschland sei groß und habe sehr viele schöne Reiseziele, sagte Bareiß. „Aber in der Tat kann es natürlich an besonders beliebten Zielen auch zu Problemen kommen. Sicherheitsregeln und Abstand spielen diesen Sommer eine große Rolle. Handtuch an Handtuch am Nordseestrand wird es dieses Jahr nicht geben. Die Menschen sind bisher sehr verantwortungsvoll mit der Lage umgegangen und ich vertraue darauf, dass Reisen, wenn auch mit Einschränkungen, möglich sein wird.“

14.05 Uhr: Lehrerverband stellt Stufenmodell für Rückkehr in Schule vor

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat ein bundesweites Stufenmodell für Schule und Unterricht in Zeiten von Corona vorgeschlagen. Es sieht unter anderem einen wöchentlichen Wechsel von digitalem und Präsenzunterricht für jeweils die Hälfte der Schüler und alle Lehrer vor. Zudem soll ein bundesweites digitales Medienportal aufgebaut werden, das „freie digitale Bildungsmaterialien“ mit zusätzlichen Lizenzen für Schulbücher für die von den Lehrkräften zu erstellenden online-Lehrmaterialien bereit hält. Außerdem müssten Schulen, Lehrkräfte und Schüler mit modernen und gewarteten Leihcomputern ausgestattet werden. Dabei müsse auch die Cyber-Sicherheit gewährleistet werden. Die Vorsitzende des Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing, begrüßte am Sonntag das vom Deutschen Lehrerverband vorgestellte „Schichtmodell“ für eine schrittweise Rückkehr aller Jahrgangsstufen im wöchentlichen Wechsel. Sie unterstützte zudem das durch das Bundesbildungsministerium initiierte bundesweite Medienportal „Sodix“. Allerdings fehlten bisher eine an den Bildungsstandards orientierte Sichtung und Prüfung der im Netz vorhandenen digitalen Bildungsinhalte sowie völlige Rechtssicherheit bei ihrer Nutzung durch die Lehrkräfte. Der Philologenverband forderte zudem eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der regelmäßigen Erneuerung der Geräte, der Wartung der IT-Infrastruktur an den Schulen sowie der nötigen online-Infrastruktur. Dabei sei die Hilfsbereitschaft privater IT-Unternehmen in diesem Bereich nachdrücklich

13.25 Uhr: Italien startet Antikörpertest mit 150.000 Menschen

Italien möchte mit Antikörpertests an zunächst 150.000 Menschen die Dunkelziffer der Corona-Infizierten bestimmen. Die Studie soll ab dem 4. Mai stattfinden. Das geht aus einem Beschluss hervor, den die Regierung in Rom am Wochenende verabschiedet hat. Der für die Coronavirus-Krise zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri sagte am Samstag, es seien zahlreiche Anbieter von Tests gesichtet worden. Die Entscheidung sei nach wissenschaftlichen Kriterien gefallen, außerdem bekomme man die Test-Kits kostenlos. Auch in Deutschland plant die Regierung einen groß angelegten Test, kleinere Projekte sind bereits gestartet.

Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Sie wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

12.10 Uhr: Baden-Württemberg will künftig auch symptomfreie Menschen auf Corona testen

Entgegen der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) will Baden-Württemberg künftig auch Menschen auf das Coronavirus testen, die keine entsprechenden Symptome haben. Untersucht werden sollen nun „auch Menschen ohne Symptome, die aber in engem Kontakt zu Infizierten stehen oder zuletzt gestanden sind“, erklärte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Sonntag.

„Einen deutlichen Schwerpunkt der Testungen setzen wir auf Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten.“ „Eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests“ sei eine „sehr wirksame Methode“, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). „Deshalb haben wir uns entschieden, künftig noch mal deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als bisher auf das neuartige Virus testen zu lassen.“

Die Landesregierung sprach von einer „bundesweit einmaligen Strategie“. Sie ignoriert damit allerdings die Fachmeinung des RKI: „Tests bei asymptomatischen Personen werden nicht empfohlen“, heißt es dort. Die Laborkosten für Tests bei Menschen ohne Symptome werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In Baden-Württemberg wird den Angaben zufolge das Land dafür aufkommen, „bis der Bund die Finanzierung geregelt hat“.

12.05 Uhr: Todesfälle in Spanien auf dem niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen

Die Zahl der binnen eines Tages in Spanien registrierten Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen. Bis Sonntag wurden 288 neu hinzugekommene Corona-Tote gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Dies sei die niedrigste Zahl seit dem 20. März. 

Am Samstag hatte die Zahl der Todesopfer binnen 24 Stunden noch bei 378 gelegen. Insgesamt wurden in Spanien bisher gut 23.000 Todesfälle durch das Coronavirus gemeldet.

10.30 Uhr: Arbeitsminister Heil: Lohnfortzahlung für Eltern läuft weiter

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat angekündigt, dass Eltern, die in der Corona-Krise wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten können, eine verlängerte Lohnfortzahlung vom Staat bekommen sollen. „Eltern müssen Sicherheit haben - deshalb schaffen wir eine Anschlussregelung“, sagte Heil in der „Bild am Sonntag“.

Die bisherige Regelung läuft nach sechs Wochen Mitte Mai aus. Auch für den Fall, dass nach einem Kontakt mit einem Corona-Infizierten ein Angestellter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne muss, soll es eine Regelung für die Lohnfortzahlung geben. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte der Zeitung: „Ein wirksamer Schutz vor weiteren Infektionen wird nur funktionieren, wenn sich diejenigen, die unter Corona-Verdacht stehen, strikt an die Quarantäne-Vorgaben halten. Wenn eine Quarantäne von staatlicher Seite gewollt ist, darf es keinen sozialen oder finanziellen Druck geben.“

Heil betonte, dass in Corona-Zeiten gelte, bereits beim kleinsten Anzeichen einer Krankheit zu Hause zu bleiben, genau wie nach einem Kontakt mit einem Infizierten. „Halten wir das nicht penibel ein, droht eine sehr gefährliche zweite Infektionswelle.“

9.35 Uhr: Regierung will Corona-App nun doch mit dezentralisierter Speicherung

In der Diskussion um die Entwicklung einer Corona-Warn-App ist die Bundesregierung auf dezentralisierte Speicherung der Nutzerdaten eingeschwenkt. Das bestätigten Kanzleramtschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) am Sonntag in Berlin. Zuvor hatten das ARD-Hauptstadtstudio und die „Welt am Sonntag“ berichtet. Der möglichst flächendeckende Einsatz einer Warn-App könnte die Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten erleichtern - auch weil dann gezielter Kontaktpersonen getestet würden.

„Wir verfolgen als Bundesregierung bei der Entwicklung einer Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet“, betonten Braun und Spahn. Hauptziel aus epidemiologischer Sicht sei es, Infektionsketten möglichst frühzeitig zu erkennen und zu unterbrechen. Die Regierung habe das Ziel, dass angesichts der bereits erfolgenden Öffnungen nach den umfangreichen Kontaktbeschränkungen sehr bald die Tracing-App einsatzbereit sei und eine breite Akzeptanz finde.

9.20 Uhr: Satire zieht - „heute-Show“ in Corona-Krise auf Rekordniveau

Noch nie in elf Jahren haben so viele die Satire-News mit Oliver Welke geschaut: Im Schnitt 5,46 Millionen haben am späten Freitagabend im ZDF die „heute-show“ gesehen. Das war ein Marktanteil ab 22.45 Uhr von 21,7 Prozent. Und es waren fast 800.000 Menschen mehr als beim Bestwert vor der Corona-Pandemie. In der Corona-Krise scheint die Sehnsucht nach satirischer Ablenkung und Einordnung jedenfalls groß. Seit Wochen erfährt die Nachrichtensatire wachsendes Interesse. Auf Publikum im Studio muss die „heute-show“ wie alle anderen TV-Produktionen zwar aktuell verzichten, vor dem Fernseher wird das Publikum aber immer größer.

Erst im März hatte die Show erstmals die Marke von fünf Millionen Zuschauern überschritten. Die „heute-show“ ging 2009 an den Start, zunächst nur einmal im Monat. Seit 2010 hat sie ihren wöchentlich Platz am Freitagabend.

8.45 Uhr: Lage auf dem Schutzmaskenmarkt weiter schwierig - Pharmagroßhändler spricht von „gespenstischer Situation“

Der Nachschub an medizinischen Masken ist laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ in Deutschland weiter dürftig. Die Pharmagroßhändler berichten demnach von leeren Lagern. „Auch wenn wir unsere Bestände aufgestockt haben, übersteigt die Nachfrage auch aktuell noch das Angebot“, zitierte die Zeitung den Großhändler Gehe. Das Unternehmen sei nur „teilweise lieferfähig“.

Der Marktführer Phoenix erklärte demnächst er sei bei Atemschutzmasken „weitestgehend ausverkauft“. Auch der Apothekerverband bestätigte den Maskenmangel, hat aber Hoffnung. „Die Versorgungslage bei Mundschutz und Masken ist schwierig“, das liege daran, dass die Nachfrage wegen der ab Montag geltenden Maskenpflicht in Teilen der Öffentlichkeit gestiegen sei, sagte eine Sprecherin. Die Zahl der Hersteller nehme aber zu, die Situation dürfte sich „perspektivisch weiter verbessern“.

Hier finden Sie alles, was Sie zum Thema Schutzmasken wissen müssen: 

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Das waren die Entwicklungen am Samstag, 25. April: 

20.25 Uhr: US-Forscher: Mehr als 200.000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind nach Angaben von US-Forschern weltweit mehr als 200.000 Menschen nach einer Infektion gestorben. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore verzeichnete am Samstagnachmittag (Ortszeit) mehr als 2,8 Millionen nachgewiesene Infektionen. Die von der Universität veröffentlichten Infektions- und Todeszahlen sind in der Regel höher als jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil sie regelmäßiger aktualisiert werden. In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt auch wieder nach unten korrigiert. Die WHO meldete bis Samstag mehr als 2,7 Millionen bestätigte Infektionen und mehr als 187.800 Todesfälle.

Die meisten Todesfälle infolge der Coronavirus-Pandemie gab es laut Johns-Hopkins-Universität in den USA (mehr als 52.700), wo die Zahl der nachgewiesenen Infektionen ebenfalls am höchsten ist (mehr als 924.500). Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern - insbesondere anhand absoluter Zahlen - erweisen sich allerdings sowohl mit Blick auf die Infizierten- als auch auf die Totenzahlen als schwierig. Nicht nur sind die Bevölkerungsstrukturen unterschiedlich. Die Staaten befinden sich auch in verschiedenen Stadien der Pandemie und unterscheiden sich in Hinblick auf die Zahl der durchgeführten Tests. Hinzu kommt die erwartete hohe Dunkelziffer.

20.07 Uhr: Mehr als 154.000 Corona-Nachweise in Deutschland - 5643 Tote

In Deutschland sind bis Samstagabend mehr als 154.145 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 152.300 Infektionen). Mindestens 5643 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 5454). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Freitag wie in den drei Tagen zuvor bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 109.800 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 40.900 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1584 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 31.400 Fällen und mindestens 1084 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 30.700 bestätigten Fällen und mindestens 1237 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 313,2 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 185,4. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

20 Uhr: New York will 40.000 Menschen täglich auf Corona testen

Der besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffene US-Bundesstaat New York will die Zahl der Virus-Tests drastisch erhöhen. „Ab heute dürfen alle Apotheken Tests vornehmen“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Damit würden auf einen Schlag 5000 neue Test-Orte verfügbar.

Bisher überprüft New York laut Cuomo rund 20.000 Menschen täglich, das ist mehr als jeder andere US-Bundesstaat. Cuomo will diese Zahl nun auf 40.000 verdoppeln. Zugleich lockerte er die Bedingungen, wer sich untersuchen lassen kann. In der Vergangenheit akzeptierten viele Kliniken nur Menschen mit schweren Corona-Symptomen wie Atemnot. Künftig sollen Bürger in besonders wichtigen Berufen getestet werden, etwa Ärzte, Polizisten und Feuerwehrleute.

Cuomo kündigte auch an, die Zahl der Antikörper-Tests zu erhöhen. Am Donnerstag hatten vorläufige Ergebnisse einer Antikörper-Studie gezeigt, dass sich in der Millionenmetropole New York City womöglich jeder fünfte Bürger mit dem Virus infiziert hat. Im gesamten Bundesstaat lag der Wert bei 14 Prozent. Damit könnten dort deutlich mehr Menschen an Covid-19 erkrankt und möglicherweise immun sein als bisher bekannt.

Die Lage in New York scheint sich zu bessern. Seit fast einer Woche liegt die Zahl der Toten unter 500 pro Tag. In den Hochzeiten gab es täglich knapp 800 Opfer. Insgesamt starben in dem Bundesstaat bisher mehr als 16.000 Menschen an Covid-19.

19.55 Uhr: Zahl der Todesopfer in französischen Kliniken sinkt - Auch Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen nimmt weiter ab

In Frankreich sind innerhalb von 24 Stunden erneut 369 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Von ihnen starben nach Angaben der Behörden vom Samstagabend 198 Menschen im Krankenhaus, das ist der niedrigste Wert seit einem Monat. Auch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen des Landes sei den 17. Tag in Folge gesunken. Es seien aktuell 4725 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in intensivmedizinischer Behandlung.

Insgesamt starben seit Beginn der Corona-Krise in Frankreich Anfang März bereits mehr als 22.600 Menschen. Damit gehört Frankreich gehört neben den USA, Italien und Spanien zu den Ländern mit den meisten Corona-Todesfällen. Seit dem 17. März gilt eine strikte Ausgangssperre.

18.45 Uhr: Frau liegt im Corona-Koma – und bekommt ein Baby

In den USA hat eine Frau ein Baby bekommen, während sie wegen schwerer Corona-Symptome im Koma lag. Das bestätigte das Winthrop-Krankenhaus im Bundesstaat New York, wo die 41-Jährige behandelt worden war, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Es war die beste Medizin, die ich bekommen konnte“, sagte die Mutter nun der „New York Post“. Die Zeitung hatte zuerst über die ungewöhnliche Geburt berichtet. Inzwischen ist die 41-Jährige wieder zu Hause.

Die Frau war nach Angaben der Klinik im sechsten Monat schwanger, als sie am 5. April mit starkem Husten in das Krankenhaus gebracht wurde. Ihr Zustand verschlechterte sich, die Ärzte versetzten sie in ein künstliches Koma. Am 8. April beschlossen sie, das Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. „Wir entschieden, das Baby zu holen, um den Sauerstoffbedarf der Mutter zu senken“, sagte die behandelnde Ärztin der „New York Post“. Am 10. April erwachte die Mutter aus dem Koma – just an ihrem 41. Geburtstag. Ihre kleine Tochter wurde später negativ auf das Coronavirus getestet.

18.35 Uhr: EU wirft Russland und China Fake-News-Kampagnen vor

Moskau und Peking verbreiten in der Corona-Krise nach Einschätzung der EU unvermindert gezielt irreführende oder falsche Informationen. Trotz potenziell schwerwiegender Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit verbreiteten „offizielle und staatlich unterstützte Quellen verschiedener Regierungen, inklusive Russland und - in geringerem Maße - China, weiter in großem Umfang Verschwörungstheorien und Desinformation“, heißt es in einem Bericht des Auswärtigen Dienstes der EU.

Die Auswertung bezieht sich auf den Zeitraum vom 2. bis zum 22. April und basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und Berichten. Auch Syrien und der Iran werden als Ursprung gesteuerter Desinformation genannt. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrel spricht schon seit längerem von einem „globalen Kampf der Narrative“ in der Corona-Krise.

In dem am Freitag veröffentlichten Bericht der EU-Kampagne „EU vs. Disinfo“ heißt es nun unter anderem, vom Kreml unterstütze Falschinformationen über das Coronavirus verbreiteten sich weiter stark in den sozialen Medien - selbst dann, wenn sie den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation widersprächen. Kreml-freundliche Quellen und russische Staatsmedien verfolgen demnach zwei Ziele: Zum einen solle die EU-Reaktion auf die Pandemie unterminiert, zum anderen solle Verwirrung über den Ursprung und die Auswirkungen des Coronavirus gestiftet werden.

Außerdem gebe es Beweise für den koordinierten Versuch offizieller chinesischer Quellen, Schuldvorwürfe wegen des Ausbruchs der Pandemie abzuwehren. Staatliche Beamte und Medien versuchten, Erwähnungen der Provinz Wuhan als Ursprung von Covid-19 einzuschränken.

Einige Medien hatten bereits im Vorfeld über einen Entwurf des Bericht geschrieben, die Veröffentlichung verzögerte sich daraufhin. Der Vorwurf stand im Raum, die EU schwäche den Bericht auf Druck Chinas ab. Der Grüne Europaabgeordnete und China-Experte Reinhard Bütikofer hält diesen Vorwurf für unbegründet. Er habe beide Versionen miteinander verglichen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. „Die Unterschiede sind marginal. Die EU ist nicht eingeknickt.“ Einige Formulierungen seien verändert worden, außerdem sei ein Beispiel für chinesische Fake-News herausgenommen worden.

17.05 Uhr: Hunderte Menschen demonstrieren in Stuttgart für Grundrechte

In Stuttgart sind Hunderte Menschen dem Aufruf der Initiative „Querdenken“ gefolgt und haben gegen eine Einschränkung der Grundrechte während der Corona-Krise demonstriert. Zwischen 350 und 500 Menschen versammelten sich dabei am Samstag auf dem Stuttgarter Schlossplatz, wie die Stadt und die Polizei übereinstimmend berichteten. Bei der als „überparteilich“ bezeichneten Demonstration forderte Initiator Michael Ballweg die Einhaltung der Grundrechte wie Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit.

Die Demonstration fand bereits zum dritten Mal statt. Nach einem ersten Verbot der Stadt hatte die Initiative vor einer Woche trotzdem demonstrieren dürfen, weil das Bundesverfassungsgericht einem Eilantrag gegen das Verbot stattgegeben hat.

16.25 Uhr: Unternehmen können Teil der Steuervorauszahlungen zurückbekommen

Als Teil des Corona-Steuerhilfspakets können in Schieflage geratene Unternehmen nun auch einen Teil ihrer Steuervorauszahlungen zurückerhalten. Darauf hat das Finanzministerium am Samstag hingewiesen. Dabei würden aktuelle Verluste mit Gewinnen aus dem vergangenen Jahr verrechnet, was die bereits geleisteten Vorauszahlungen nachträglich verringere, hieß es zur Erklärung. Um das Geld schnell auszahlen zu können, werde mit einem pauschalen Verlust von 15 Prozent des zurückliegenden Gewinns gerechnet. Die exakte Abrechnung folge dann später.

Die Neuregelung ermögliche eine weitere Liquiditätsspritze, betonte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne). „Das können pro Unternehmen bis zu mehreren Hunderttausend Euro sein - Geld, das viele Betriebe derzeit sehr dringend benötigen.“

16.18 Uhr: Einige Hundert Menschen versammeln sich vor Berliner Volksbühne

Trotz eines Verbots von Demonstrationen haben sich am Samstag in Berlin einige Hundert Menschen versammelt, um gegen die Corona-Einschränkungen zu protestieren. Sie trafen sich am Nachmittag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor der Volksbühne. Gegen 15.00 Uhr sperrte die Polizei die Straßen zum Platz ab. Einige Hundert weitere Demonstranten mussten vor den Absperrgittern warten. Die Polizei forderte diese Menschen auf, den Ort zu verlassen, weil derartige Versammlungen nicht erlaubt seien.

Über Lautsprecheransagen wurden die Menschen zudem aufgefordert, Abstand zu bewahren. Die Polizei betonte, dass es keine genehmigte Demonstration gebe.

Die Protestierer waren eine Mischung aus verschiedenen politischen Strömungen. Unter ihnen waren bekannte Rechtspopulisten, AfD-Politiker, Verschwörungstheoretiker, aber auch sehr viele Menschen ohne deutlich erkennbare politische Ausrichtung. Die Polizei war mit knapp 200 Menschen im Einsatz. Schon an den vergangenen vier Samstagen hatten sich Demonstranten versammelt.

16.05 Uhr: Regierung hält trotz EU-Kritik an Gutschein-Lösung für Corona-Stornierungen fest

Trotz des Widerstands aus Brüssel hält Berlin an einer Gutscheinlösung für stornierte Reisen in der Corona-Krise fest. Die Regierung werde sich für "eine europarechtskonforme Gutscheinlösung einsetzen, die in der jetzigen Situation auch die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher angemessen berücksichtigt", sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte, die "Zwangsgutscheine" müssten vom Tisch.

In dem Streit geht es um die Frage, wie Verbraucher für Pauschalreisen und Flüge entschädigt werden, die wegen der Corona-Krise abgesagt wurden. Das Bundesjustizministerium plant eine Gutscheinlösung. So soll verhindert werden, dass die Reiseunternehmen die Kosten erstatten müssen und so in weitere finanzielle Turbulenzen geraten. 

Allerdings lehnt EU-Justiz- und Verbraucherkommissar Didier Reynders den Vorschlag bislang ab. "Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat die erste Einschätzung der Kommission zu der vorgeschlagenen Gutscheinlösung zur Kenntnis genommen", erklärte dazu der Sprecher des Justizministeriums. 

Den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag sagte Reynders, er sei sich der beispiellosen Krise im europäischen Tourismussektor bewusst. Dennoch müssten Entscheidungen der Mitgliedstaaten mit EU-Recht übereinstimmen und in der EU koordiniert werden. Nach EU-Recht "haben Verbraucher die Wahl, ob sie einen Gutschein akzeptieren oder eine Erstattung bevorzugen", betonte er.

15.40 Uhr: Kein Beweis für Immunität nach Coronavirus-Infektion -  WHO warnt vor Ausgabe von Immunitäts-Bescheinigungen

Eine Immunität nach einer überwundenen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht erwiesen: Es gebe „aktuell keinen Beweis, dass Menschen, die sich von Covid-19 erholt haben und die Antikörper haben, vor einer zweiten Infektion geschützt sind“, erklärte die Weltgesundheitsorganisation am Samstag in Genf. Die Ausgabe von „Immunitäts-Bescheinigungen“ könne sogar eine weitere Ausbreitung der Pandemie begünstigen, warnte die Organisation. Bis Freitag habe keine Studie festgestellt, „ob die Anwesenheit von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 bei Menschen eine Immunität gegen eine künftige Infektion mit diesem Virus verleiht“, hieß es in einer Mitteilung. Die Regierungen einiger Länder erwägen, auf Grundlage von Tests und beim Nachweis von Antikörpern im Blut Immunitätsbescheinigungen auszugeben. Auf diese Weise sollen Ausgangssperren gelockert und eine schrittweise Rückkehr zur Arbeit ermöglicht werden, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die vorliegenden wissenschaftlichen Daten erlauben es laut WHO nicht, eine „Immunitätsbescheinigung“ oder ein „Unbedenklichkeitszertifikat“ auszugeben. „Menschen, die denken, sie seien gegen eine zweite Infektion immun, weil sie positiv gestestet wurden, könnten die öffentlichen Gesundheitsempfehlungen missachten“, warnte die WHO. Sich auf derartige Zertifikate zu berufen, „könnte folglich die Risiken erhöhen, dass die Übertragung anhält“. Die aktuell verwendeten serologischen Tests müssten zudem „eine zusätzliche Freigabe durchlaufen, um ihre Genauigkeit und ihre Zuverlässigkeit zu bestimmen“. Sie müssten es vor allem ermöglichen, die Immunantwort auf das neuartige Coronavirus von den Antikörpern zu unterscheiden, die bei einer Infektion mit einem anderen der bislang sechs Coronaviren gebildet würden. Vier davon seien stark verbreitet und verursachten leichten Husten. Die beiden anderen lösen die Atemweginfektionen Sars und Mers aus. „Menschen, die mit dem einen oder anderen dieser Viren infiziert sind, könnten Antikörper bilden, die mit den Antikörpern interagieren, die bei einer Infektion mit dem Sars-CoV-2 gebildet werden“, erläuterte die WHO. Es sei daher zwingend erforderlich, dies erkennen und unterscheiden zu können.

14.29 Uhr: Bereits mehr als 120.000 Corona-Tote in Europa

Durch die Coronavirus-Pandemie sind in Europa bereits mehr als 120.000 Menschen ums Leben gekommen. Auf dem Kontinent starben 120.140 Menschen, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Samstag ergab. Damit bleibt Europa der am schwersten betroffene Kontinent.

Die meisten Todesfälle gab es in Italien mit 25.969, Spanien mit 22.902 und Frankreich mit 22.245. Danach folgt Großbritannien mit 19.506 Toten. Insgesamt gab es in Europa nach den Behördenangaben 1.344.172 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus.

Weltweit starben mindestens 197.303 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Coronavirus ausgelöst wird. Die USA bleiben das Land mit den weltweit meisten Todesopfern. Dort starben nach jüngsten Angaben fast 52.000 Menschen.

12.49 Uhr: Pflegebeauftragter für Lockerung von Besuchsverboten in Pflegeheimen

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung hat eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen in Pflegeheimen gefordert. „Wir wissen, dass wir uns darauf einstellen müssen, über einen längeren Zeitraum mit dem Coronavirus umgehen zu müssen. Darauf müssen wir auch die Situation in den Pflegeeinrichtungen anpassen: pauschale, restriktive Besuchsverbote können dabei keine Lösung sein“, sagte Andreas Westerfellhaus der Zeitung „Die Welt“ (Samstag).

Bewohner von Pflegeeinrichtungen benötigten besonderen Schutz, aber sie dürften nicht völlig isoliert werden. „Dass einige Länder den Beschluss in dem Punkt nicht umgesetzt haben und den Einrichtungen keine Spielräume eröffnen, darf aus meiner Sicht so nicht bleiben. Ich fordere die betreffenden Länder deshalb dringend zu Nachbesserungen auf.“

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie erklärte in der Zeitung zwar, dass es angesichts des immer noch dramatischen Mangels an Schutzkleidung derzeit keine Alternative zu den Besuchsverboten gebe, doch müsse „diese Situation so schnell wie möglich“ überwunden werden.

Schutz dürfe „dauerhaft keinesfalls mit Isolation gleichgesetzt werden“. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, forderte, das strikte Kontakt- und Besuchsverbot langsam aufzulösen. Die Schwächsten der Gesellschaft dürften nicht sozial isoliert werden. „Da werden langsam auch Grundrechte verletzt, zum Beispiel das Recht auf Ehe und Familie, wenn Ehepartner sich nicht mehr besuchen dürfen."

11.06 Uhr: Land will deutlich mehr Menschen auf Corona testen

Um einen erneuten exponentiellen Anstieg der Corona-Fallzahlen zu verhindern, sollen in Baden-Württemberg künftig deutlich mehr Menschen auf eine Infektion getestet werden als bislang. Das hat die Corona-Lenkungsgruppe der Regierung laut einer Mitteilung vom Samstag beschlossen. So sollen künftig auch Menschen getestet werden, die in engem Kontakt zu Infizierten stehen, die in medizinischen oder Pflegeeinrichtungen arbeiten oder in deren Umfeld es eine Häufung von Erkrankungen gibt, auch wenn sie selbst keine Symptome zeigen. Von zuletzt knapp 80 000 könnte die Zahl der Tests dadurch auf mehr als 160 000 pro Woche steigen, hieß es.

Durch die schrittweise Lockerung der Beschränkungen könnte es wieder vermehrt zu Corona-Fällen kommen, deshalb sei es wichtig, Infizierte frühzeitig zu identifizieren und zu isolieren und Kontaktpersonen zu ermitteln. Bis zum Freitagnachmittag waren in Baden-Württemberg 30 369 Infektionen nachgewiesen worden.

9.40 Uhr: Chef der Innenministerkonferenz in Sorge wegen Corona-Verschwörungstheorien

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Ressortchef Georg Maier (SPD), blickt beklommen auf Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. Die Verbreitung solcher Geschichten "erfüllt mich mit Sorge", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Samstag. "Sicher, vieles ist abstrus, und man mag es belächeln." Doch habe sich auch der Attentäter von Hanau unter anderem durch Verschwörungstheorien radikalisiert, betonte Maier.

"Vieles erinnert an die Reichsbürger", führte der SPD-Politiker aus. "Die haben wir anfangs ebenfalls belächelt, bis sich ihre Ansichten verbreitet und sich einige irgendwann bewaffnet haben. Auch deshalb muss man diese Verschwörungstheoretiker jetzt im Auge behalten."

8.22 Uhr: Erweiterte Notbetreuung startet am Montag bei großer Nachfrage

Die von der Landesregierung angekündigte Ausweitung der Notbetreuung von Kindern in der Corona-Krise stößt bei Eltern auf großes Interesse. Die Behörden registrierten eine hohe Nachfrage, sagte etwa eine Sprecherin der Stadt Freiburg. Landesweit laufen die Vorbereitungen.

Städte und Gemeinden seien damit beschäftigt, die Notbetreuung zu erweitern und den Bedarf zu decken, hieß es. In Schulen würden zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen. Zudem müssten Mitarbeiter gewonnen werden, die die Betreuung der Kinder übernehmen. Das Land hatte beschlossen, die Notbetreuung im Südwesten auszubauen. Start des erweiterten Angebots ist am Montag.

Das waren die Entwicklungen am Freitag, den 24. April:

19.52 Uhr: Trump: Äußerung zu Injektion von Desinfektionsmitteln war Sarkasmus

US-Präsident Donald Trump will seine umstrittenen Äußerungen zu möglichen Therapieansätzen gegen das Coronavirus nach viel öffentlicher Kritik als Sarkasmus verstanden wissen. „Ich habe Reportern (...) sarkastisch eine Frage gestellt, nur um zu sehen, was passieren würde“, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus in Washington. „Ich dachte, das wäre klar.“

Trump gab an, er habe keineswegs Amerikaner dazu aufrufen wollen, Desinfektionsmittel zu sich zu nehmen. Er habe lediglich eine „sehr sarkastische“ Frage an eine „feindliche Gruppe“ von Reportern gestellt.

18.50 Uhr: Wirrwarr um Einreise: Paare stranden an Schweizer Grenze – trotz angeblich neuer Regeln

Was gilt denn nun? Gibt es Einreiseerleichterungen für Paare und Familien? Aufgrund eines SÜDKURIER-Berichts haben sich am Freitag viele Menschen hoffnungsvoll auf den Weg zur Grenze gemacht und wurden dort abgewiesen. Der SÜDKURIER bemüht sich um Klarstellung, doch trotz intensiven Nachhakens gibt es bislang keine eindeutigen Antworten. 

18 Uhr: Mehr als 151.700 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind bis Freitagnachmittag mehr als 151.700 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: Mehr als 149.200 Infektionen). Mindestens 5407 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 5179).

Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag wie in den beiden Vortagen bei 0,9. Das bedeutet, dass im Mittel fast jeder Infizierte eine weitere Person ansteckt und die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht.

17.28 Uhr: Strobl stellt Grenzöffnung nach Frankreich in Aussicht

Das baden-württembergische Innenministerium denkt über Bedingungen nach, die Grenze nach Frankreich wieder schrittweise zu öffnen. „Wenn sich die Lage im Elsass und Baden-Württemberg nun weiter angleicht, wenn auch in Frankreich wieder Geschäfte öffnen, können die Grenzschutzmaßnahmen Stück für Stück wieder zurückgefahren werden“, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Freitag nach einer Telefonkonferenz mit dem Präsidenten der Region Grand Est, Jean Rottner. „Wir können dann beispielsweise darüber nachdenken, welche der momentan elf geschlossenen Grenzübergänge zwischen Baden-Württemberg und Frankreich vorsichtig nacheinander wieder geöffnet werden können.“

14.20 Uhr: Wichtige Information bezüglich der neuen Grenzregelungen des Bundesinnenministeriums

Viele Partner, die getrennt voneinander in Deutschland und der Schweiz leben, sind gerade auf dem Weg zur deutschen Grenze, um sich endlich wiederzusehen. Grund ist eine neue Definition der sogenannten „triftigen Gründe zum Grenzübertritt“ des Bundesinnenministeriums, die am Donnerstagabend den SÜDKURIER erreichte. Demnach soll es für Ehe- und eingetragene Lebenspartner, aber auch für Lebenspartner, die nicht eingetragen sind, unter Umständen möglich sein, sich in Deutschland zu treffen.

Anscheinend erreichte diese Information den SÜDKURIER schneller als die Bundespolizisten an der deutsch-schweizerischen Grenze. Denn immer noch werden viele, die aus diesem Grund nach Deutschland reisen möchten, nicht über die Grenze gelassen. Der SÜDKURIER steht im Kontakt mit Politik und Behörden, um in Erfahrung zu bringen, ab wann die neuen Regeln umgesetzt werden. Wir halten Sie, liebe Leser, in diesem Ticker auf dem Laufenden.

14 Uhr: Bistros in Konstanzer Strandbädern sind ab sofort wieder geöffnet – unter strengen Auflagen

Ein kleiner Schritt Richtung Normalität, eine große Bewährungsprobe für die Gesellschaft: Die Stadt Konstanz hat den Betreibern der Bistros, Imbisse und Kioske in den Strandbädern ab sofort die Erlaubnis erteilt, unter Einhaltung der strengen Regeln zu öffnen.

13.31 Uhr: Pfullendorfer Soldaten helfen im Bundeswehrkrankenhaus Ulm

17 Soldaten, darunter vier Ärzte, aus Pfullendorf werden zur Unterstützung in Ulm eingesetzt. Durch den Wegfall des Ausbildungsauftrags konnten insgesamt 17 Soldaten, darunter vier Ärzte, schnell und unbürokratisch nach Ulm zur Unterstützung kommandiert werden, die mindestens bis Ende April dort bleiben.

13.17 Uhr: Gottesdienste in Bayern ab 4. Mai unter Auflagen wieder erlaubt

Unter strengen Auflagen sollen öffentliche Gottesdienste in Bayern ab dem 4. Mai trotz der andauernden Corona-Krise wieder erlaubt sein. Dies teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag am Rande einer Landtagssitzung in München mit.

12.50 Uhr: DFB-Pokalfinale nicht am 23. Mai in Berlin - Termin offen

Das DFB-Pokalfinale kann nicht wie geplant am 23. Mai im Berliner Olympiastadion stattfinden. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag nach einer Videokonferenz des Präsidiums mitteilte, bleibt der Wettbewerb aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf unbestimmte Zeit ausgesetzt und der Endspieltermin offen.

12.45 Uhr: Wie Rechenpower aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis bei der Suche nach Wirkstoffen gegen das Corona-Virus hilft

Hans-Jürgen Götz aus Brigachtal unterstützt die Krankheitsforschung von Folding@home mit seinen privaten Computern. Sein Team gehört mittlerweile zu den besten 4000 Gruppen weltweit. 2,3 Millionen Computer, organisiert in 250.000 Teams, beteiligen sich bereits an dem Projekt der Stanford Universität in den USA. Die gemeinsame Rechenpower der Teilnehmer toppt locker alle Werte der schnellsten Supercomputer.

12.31 Uhr: Maas nennt Rückholung gestrandeter Touristen „beispiellosen Kraftakt“

Bundesaußenministerium Heiko Maas hat die Rückholaktion der Bundesregierung für die wegen der Corona-Krise gestrandeten deutschen Touristen als „beispiellosen Kraftakt“ gewürdigt. Mehr als 2000 Mitarbeiter des Auswärtigen Amts - ein Drittel der Belegschaft - hätten sich in den vergangenen fünf Wochen Tag und Nacht um die Rückkehr von 240.000 Deutschen gekümmert, sagte er. Die Zahl der jetzt noch im Ausland verbliebenen rückkehrwilligen Deutschen schätzte er auf „mehrere hundert“.

11.20 Uhr: Aus Angst vor der Corona-Ansteckung: 15-Jährige stirbt fast an Diabetes

Es gibt nicht nur Corona: Matthias Henschen, Ärztlicher Direktor des Schwarzwald-Baar Klinikum, bittet dringlichst darum, bei allen akuten Krankheitssymptomen zum Arzt zu gehen. Grund ist ein aktueller Vorfall, als eine 15-Jährige fast an Diabetes gestorben wäre.

10.53 Uhr: Verband: Händler melden wenige Tage nach Lockerung schwaches Geschäft

Für die wenigen Tage seit der Lockerung der Corona-Maßnahmen melden Einzelhändler einer Umfrage zufolge ein schwaches Geschäft. „Die Erlöse bleiben weit hinter den Vorjahreswerten zurück“, teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Freitag mit. „Trotz Öffnung wird durchschnittlich nur 40 Prozent des normalen Geschäftsvolumens erreicht.“ Für die Aussagen befragte der HDE bundesweit eigenen Angaben zufolge 767 Handelsunternehmen. Nach und nach hatten die Bundesländer in dieser Woche die Öffnung von Geschäften jenseits des Lebensmittelhandels zugelassen, solange die Verkaufsfläche 800 Quadratmeter nicht überschreitet.

9.51 Uhr: Mehr als 149.900 Corona-Nachweise in Deutschland, 5265 Tote

In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 149.900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mindestens 5265 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 39.800 nachgewiesenen Fällen und mindestens 1502 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 30.500 Fällen und mindestens 1000 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 29.900 bestätigten Fällen und mindestens 1172 Toten.

8.31 Uhr: Kubicki: Merkels Länder-Schelte grenzt an „Amtsanmaßung“

FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki hat die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Vorgehen mancher Bundesländer in der Corona-Krise als unangemessen bezeichnet. Weder die Kanzlerin noch die Bundesregierung seien bei der Bekämpfung des Virus vor Ort zuständig, sagte der Bundestagsvizepräsident. Dies sei Sache der Gesundheitsbehörden der Länder. Das öffentliche Auftreten Merkels bei diesem Thema grenze an „Amtsanmaßung“.

7.41 Uhr: US-Regierungsberater: Sonnenlicht tötet offenbar das Coronavirus

Direkte Sonnenbestrahlung soll nach Angaben eines US-Regierungsberaters zum raschen Sterben des neuartigen Coronavirus führen. Wissenschaftler der Regierung hätten in einem Experiment beobachtet, dass UV-Strahlen anscheinend den Erreger schnell töteten, sagte William Bryan, Wissenschafts- und Technologieberater des Heimatschutzministeriums, am Donnerstag bei einem gemeinsamen Briefing mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus.

7.07 Uhr: Trump fragt: Können wir Menschen Desinfektionsmittel spritzen?

US-Präsident Donald Trump hat Forscher ermuntert, im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen. Eine solche Prozedur wäre aber höchstwahrscheinlich lebensgefährlich. Trump sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus vor Journalisten, es wäre „interessant“, das zu prüfen. Unmittelbar vorher hatte bei der Pressekonferenz ein Regierungsexperte erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel den Erreger Sars-CoV-2 zum Beispiel auf trockenen metallischen Flächen wie einer Türklinke rasch abtöteten. „Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch Spritzen oder fast Säubern ... wäre interessant, das zu prüfen“, sagte Trump. Das müsste man natürlich den Ärzten überlassen, fügte er hinzu.

Das waren die Entwicklungen am Donnerstag, 23. April:

21 Uhr: Leichter über die Grenze: Familien und Paare können sich ab sofort wieder treffen

Über diese Nachricht dürften sich viele Menschen in Südbaden freuen: Das Bundesinnenministerium lässt Ausnahmen zu den Corona-Einreisebeschränkungen an der deutschen Grenze zu.Konkret profitieren Ehepaare, Lebenspartner und die Kernfamilie. Auch für Paare ohne Trauschein geht eine Tür auf.

20.39 Uhr: Von der Leyen: Wiederaufbaufonds in Billionen-Höhe

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geht von einem Wiederaufbaufonds für die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise in Billionen-Höhe aus. "Wir reden nicht von Milliarden, sondern von Billion", sagte von der Leyen am Donnerstag im Anschluss an den EU-Gipfel per Videokonferenz. Die Staats- und Regierungschefs hatten sich dabei darauf verständigt, die EU-Kommission mit der Ausarbeitung eines neuen EU-Haushalts inklusive des Krisen-Fonds zu beauftragen.

Zur Höhe des Fonds gab es keine Einigung. "Wir haben die Kommission beauftragt, den genauen Bedarf zu analysieren und rasch einen Vorschlag zu unterbreiten,", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel. Von der Leyen nannte die zweite oder dritte Mai-Woche als möglichen Zeitpunkt. Zunächst hatte es aus EU-Kreisen geheißen, der neue Vorschlag solle bereits bis zum 6. Mai auf dem Tisch liegen.

19.30 Uhr: EU-Gipfel: 500-Milliarden-Hilfspaket angenommen

Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket mit Kredithilfen von bis zu 540 Milliarden Euro für Kurzarbeiter, Unternehmen und verschuldete Staaten gebilligt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstagabend von Teilnehmern. Auch der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte, der zuletzt noch Vorbehalte gegen Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm ESM hatte, habe nicht widersprochen, hieß es. Die Hilfen sollen zum 1. Juni bereitstehen.

Auf das Paket hatten sich die EU-Finanzminister vor zwei Wochen geeinigt. Es enthält drei Punkte - jeweils ein „Sicherheitsnetz“ für Jobs, für kleine und mittlere Unternehmen und für angeschlagene Staaten wie Italien oder Spanien, die ohnehin verschuldet sind und nun auch noch von der Corona-Pandemie schwer getroffen werden.

18.40 Uhr: Unionspolitiker für Atemschutzmasken auf Rezept für Risikogruppen

Gesundheitspolitiker von CDU und CSU plädieren für Atemschutzmasken auf Rezept für besonders gefährdete Risikogruppen in der Corona-Krise. Dadurch könne eine „ethisch nicht zu rechtfertigende Kontaktbeschränkung für einzelne Bevölkerungsgruppen“ vermieden werden, heißt es in einem Papier der Arbeitsgruppe Gesundheit der Unionsfraktion im Bundestag, das der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagausgaben) vorliegt.

Es solle geprüft werden, wie ein solches Konzept zur ärztlichen Verordnung von sogenannten FFP2- und FFP3-Masken „schnellstmöglich umgesetzt“ werden könne. Diese Masken können im Gegensatz zum einfachen Mund-Nasen-Schutz die Träger vor einer Ansteckung schützen. Die Masken sollen dem Vorschlag zufolge nicht nur im Rahmen einer Pandemie, sondern auch bei saisonalen Belastungen wie etwa einer Grippewelle verordnet werden können. Die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegeberufe solle aber weiterhin Vorrang haben. Zudem müssten zuerst durch den Gemeinsamen Bundesausschuss, das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, die Hochrisikogruppen definiert werden.

17.13 Uhr: Lehrer können abgehängte Kinder in die Schule bestellen

Abgehängte und schlecht erreichbare Schüler können ab kommender Woche in die Schule zur Betreuung in kleinen Lerngruppen bestellt werden. Es gebe einen ordentlichen Teil an Schülern, die man weder digital noch analog erreiche, erklärte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Donnerstag bei einer Sitzung des Bildungsausschusses in Stuttgart. „Da gibt es zum Teil noch nicht mal ein Handy.“ Lehrer könnten Schüler, die sich schwer tun mit dem selbstständigen Lernen, ab Montag in die Schule bestellen. Für sie gelte die Schulpflicht - außer es handle sich um Schüler, die zur Risikogruppe gehörten.

Der Schulbetrieb im Südwesten soll ab 4. Mai stark eingeschränkt und schrittweise wieder aufgenommen werden. Begonnen werden soll mit Schülern, bei denen in diesem oder im nächsten Jahr die Abschlussprüfungen anstehen. Parallel dazu sollen kleine Lerngruppen eröffnet werden, kündigte Eisenmann an.

16 Uhr: Keine Maskenpflicht im Südwesten für kleine Kinder

Kinder bis zum sechsten Geburtstag werden von der Maskenpflicht in Baden-Württemberg ausgenommen. So lautet die Neufassung der Corona-Verordnung, die am Donnerstag beschlossen wurde und am Montag in Kraft treten soll. Während des Unterrichts an den Schulen im Land soll keine Maskenpflicht gelten, allerdings für die Fahrt zur Schule mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausgenommen bleibt, für wen das Tragen einer Maske wegen einer Behinderung oder aus medizinischen Gründen - etwa wegen Asthma - unzumutbar ist. Auch schwerhörige oder gehörlose Menschen und ihre Begleitpersonen, die auf das Mundbild oder eine besonders deutliche Aussprache angewiesen sind, dürfen unverhüllt bleiben. Die Maskenpflicht gilt auch nicht für Kassiererinnen, die hinter einer Plexiglasscheibe arbeiten.

Die Maskenpflicht soll ab dem kommenden Montag in Läden und Einkaufszentren sowie im Nahverkehr wie in U-Bahnen, Bussen, an Bahn- und Bussteigen gelten. Auf Wochenmärkten muss man laut Landesregierung keine Masken tragen. Es sei aber grundsätzlich sinnvoll, eine Maske zu tragen, wo immer der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne. Nach einer einwöchigen Übergangsphase sollen ab 4. Mai Bußgelder bei Verstößen verhängt werden.

Jeder ist demnach selbst verantwortlich, eine Maske oder eine entsprechende Mund-Nasen-Bedeckung zu beschaffen oder selbst herzustellen. Falls Mund und Nase vollständig und sicher abgedeckt sind, seien auch Schals und Tücher denkbar - nicht aber Strick- und Häkelschals oder Motorradhelme. Sofern Augenpartie und der Rest des Gesichtes erkennbar bleiben, bestünden keine Einschränkungen im Straßenverkehr.

15.08 Uhr: Weiter kein konkreter Termin für Fortsetzung der Fußball-Bundesliga

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert will sich nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga weiter nicht an Spekulationen über einen konkreten möglichen Fortsetzungstermin der Bundesliga beteiligen.

„Wann dieser Zeitpunkt sein wird, darüber gab es einige Aussagen und viele Spekulationen. Für uns bleibt entscheidend, was die politisch Verantwortlichen beschließen“, sagte Seifert am Donnerstag. „Deshalb liegt es nicht an uns, einen Starttermin zu beschließen. Wenn es Tag X ist, werden wir bereit sein.“

Zuletzt war unter anderem über den 9. Mai als möglichen Termin für einen Neustart diskutiert worden. Die beiden Spitzenpolitiker Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU) hatten diesen Termin ins Spiel gebracht. „Falls die Politik beschließt, am 9. Mai, dann werden wir am 9. Mai bereit sein“, sagte Seifert. „Wir haben heute keinen Zeitpunkt definiert, an dem die Bundesliga wieder spielen soll.“ 

14.45 Uhr: Söder und Kretschmann offen für Fußball-Geisterspiele unter Auflagen

Nur unter strengen Auflagen und mit dem Segen des Robert Koch-Institutes können sich Bayern und Baden-Württemberg die Fortsetzung der Saison in der Fußball-Bundesliga vorstellen. Wenn es verantwortbar sei, könne es Geisterspiele ohne Zuschauer im Stadion geben, sagten die Ministerpräsidenten beider Länder, Winfried Kretschmann (Grüne) und Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einem Treffen in Ulm. Bis dies so weit sei, müssten aber noch „viele Randbedingungen“ besprochen werden, betonte Kretschmann. Dazu zählten neben Tests der Spieler auch Regelungen für die Betreuerstäbe der Mannschaften in den Stadien und auch Konzepte, wie Menschenansammlungen vor den Stadien vermieden werden könnten.

14.20 Uhr: Söder wäre für deutschlandweite Impfpflicht gegen das Coronavirus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder würde in Deutschland eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus befürworten. „Für eine Impfpflicht wäre ich sehr offen“, sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einem Treffen mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) in Ulm. Bis es einen Impfstoff gebe, könne es keine Entwarnung und damit auch keine Lockerungen ohne gleichzeitige Auflagen wie eine Maskenpflicht geben.

Wie Kretschmann betonte auch Söder, dass die Lockerungen, die andere Bundesländer zum jetzigen Zeitpunkt diskutierten oder gar bereits durchführten, für Bayern und Baden-Württemberg nicht infrage kämen. „Wir sind eine Gemeinschaft der Umsichtigen“, sagte Söder und verwies damit auf den vorsichtigen Öffnungskurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Die „Besonnenen“ seien überzeugt, dass die Gefahr durch das Coronavirus weiter bestehen bleibe. „Leichtsinn wäre ein schlechter Berater in dieser Situation.“

14.05 Uhr: Landessportverband fordert Corona-Lockerungen ab Anfang Mai

Der Landessportverband Baden-Württemberg hat im Zuge der Coronavirus-Krise Lockerungen der aktuellen Beschränkungen gefordert. Aus Verbandssicht sollten Trainingsanlagen ab Anfang Mai unter strengen Abstands- und Hygieneregeln schrittweise auch für den Breiten- und Freizeitsport geöffnet werden, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. „Es wäre ein wichtiger Schritt hin zu einer veränderten, neuen gesellschaftlichen Normalität“, sagte die Verbandspräsidentin Elvira Menzer-Haasis.

Anders als im stärker vom Virus betroffenen Baden-Württemberg ist in wenigen Bundesländern unter anderem Tennis bereits wieder erlaubt. „Für die Zeit ab dem 4. Mai haben wir die Individualsportarten im Freien natürlich im Blick und erarbeiten Perspektiven in diesem Bereich“, hatte Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor wenigen Tagen zu möglichen Lockerungen etwa für Tennis und Golf gesagt.

12.02 Uhr: Bericht: DFL rechnet mit 25.000 Corona-Tests

Die Deutsche Fußball Liga rechnet angeblich mit einem Bedarf von 25.000 Coronavirus-Tests, um die derzeit ausgesetzte Saison abschließen zu können. Das geht aus auf den 17. April datierten Dokumenten hervor, über die am Donnerstag in Medien berichtetet wurde. Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung begann die DFL-Mitgliederversammlung, während der das weitere Vorgehen beraten wurde.

11.20 Uhr: Blumberger Sauschwänzlebahn verschiebt Saisonstart

Die beliebte Blumberger Sauschwänzlebahn wird nach derzeitigem Stand wohl nicht am 1. Mai in ihre neue Saison starten. Die Entscheidung beziehungsweise Planung eines späteren Saisonstarts soll am kommenden Montag, 27. April, in einer Telefonkonferenz vom Blumberger Bürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzender der zuständigen Bahnbetriebe Blumberg, den Aufsichtsräten und Christian Brinkmann, Geschäftsführer der Bahnbetriebe Blumberg, fallen.

10.40 Uhr: Lindner äußert Zweifel an Verhältnismäßigkeit von Corona-Maßnahmen

FDP-Fraktionschef Christian Lindner hat Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Beschränkungen zum Schutz gegen die Corona-Pandemie geäußert. Freiheit und Gesundheit sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden, sagte Lindner im Bundestag in der Aussprache zu einer Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie. Es müsse jetzt darüber gesprochen werden, wie Gesundheit und Freiheit besser miteinander vereinbart werden könnten.

9.50 Uhr: Kanzlerin kritisiert Corona-Lockerungen der Länder als „zu forsch“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Maßnahmen einiger Bundesländer zur Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen kritisiert. Zwar trage sie die Bund-Länder-Beschlüsse aus der vergangenen Woche zur vorsichtigen Lockerung der Maßnahmen mit, sagte sie in ihrer Regierungserklärung im Bundestag. „Doch ihre Umsetzung seither bereitet mir Sorgen: Sie wirkt auf mich in Teilen sehr forsch, um nicht zu sagen zu forsch.“ Merkel hat sich zudem bereit zu höheren Zahlungen in den EU-Haushalt gezeigt, um die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Für einen begrenzten Zeitraum sollten "wir deutlich höhere Beiträge zum europäischen Haushalt leisten", sagte sie. Kurz vor dem EU-Gipfel hat sich Merkel aber erneut gegen die Aufnahme von Gemeinschaftsschulden mit gemeinsamer Haftung zur Bewältigung der Corona-Krise ausgesprochen.

9.30 Uhr: Merkel stellt Bürger auf lange Phase von Corona-Einschränkungen ein

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bereitet die Bürger in der Corona-Krise auf noch lang anhaltende Beschränkungen vor. „Ich verstehe, dass dieses Leben unter Corona-Bedingungen allen schon sehr, sehr lange vorkommt“, sagte Merkel eben in ihrer ersten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie im Bundestag. Niemand höre es gerne, aber es sei die Wahrheit: „Wir leben nicht in der Endphase der Pandemie, sondern immer noch an ihrem Anfang. Wir werden noch lange mit diesem Virus leben müssen.“ Die Frage, wie man verhindere, dass das Virus das Gesundheitssystem überwältige und dann unzähligen Menschen das Leben koste, werde noch lange die zentrale Frage für die Politik in Deutschland und Europa sein, sagte die Kanzlerin.

„Die Pandemie ist eine demokratische Zumutung. Kaum eine Entscheidung ist mir in meiner Amtszeit als Bundeskanzlerin so schwer gefallen wie die Einschränkung der persönlichen Freiheitsrechte.“
Kanzlerin Merkel

9.12 Uhr: Corona beschert Daimler heftigen Gewinneinbruch im ersten Quartal

Die Coronavirus-Krise mit geschlossenen Autohäusern und Stillstand in den Werken hinterlässt bei Daimler deutliche Spuren in der Bilanz. Im ersten Quartal brach der Gewinn vor Zinsen und Steuern um fast 78 Prozent auf nur noch 617 Millionen Euro ein, wie der Autobauer in der Nacht zum Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

8.20 Uhr: Konsumklima auf historischem Tiefpunkt

Geschlossene Geschäfte und Fabriken, Kurzarbeit und die Angst vor der Zukunft: Das Konsumklima in Deutschland ist auf einen historischen Tiefpunkt abgestürzt, wie das Marktforschungsinstitut GfK am Donnerstag mitteilte. Die Einkommenserwartung und die Anschaffungsneigung der Verbraucher "befinden sich im freien Fall", wie GfK-Experte Rolf Bürkl erklärte. Die Verunsicherung der Konsumenten sei "riesig". Die Marktforscher erwarten einen Konsumklima-Wert von minus 23,4 Punkten im Mai, das wären 25,7 Punkte weniger als im April. Der für Mai erwartete Wert sei "beispiellos in der Historie des Konsumklimas", erklärte Bürkl.

7.40 Uhr: Kurzarbeit, Schulen, Gastronomie: Koalition plant neue Corona-Hilfen

Mit neuen milliardenschweren Hilfen für Arbeitnehmer, Gastronomiebetriebe, Unternehmen und Schulen will die große Koalition die massiven Folgen der Corona-Krise abmildern. Das Kurzarbeitergeld soll erhöht werden, um vor allem für Geringverdiener Einkommensverluste auszugleichen. Zugleich wird die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds verlängert. Die in der Krise besonders belasteten Gastronomiebetriebe bekommen Steuererleichterungen. Darauf verständigten sich am späten Mittwochabend die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin.

Ein Überblick über die Beschlüsse:

 

7.07 Uhr: Kurzfristig weniger Fluglärm nützt Gesundheit kaum

Der Einbruch des Flugverkehrs und weniger Autos auf den Straßen im Zuge der Corona-Krise sorgen in vielen Regionen für weniger Lärm. Doch zu langfristigen Effekten für die Gesundheit wird die kurzfristige Ruhe eher nicht führen. „Ein Großteil der Wirkungen von Lärm auf den Menschen entsteht durch eine Lärmbelastung über einen langen Zeitraum, über Monate oder Jahre“, sagte Thomas Myck, Lärmexperte beim Umweltbundesamt. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass die kurzfristige Abnahme der Lärmbelastung das bestehende Erkrankungsrisiko durch Verkehrslärm verringere und zum Beispiel zu weniger lärmbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen führe, sagte Myck anlässlich des Tags gegen Lärm am 29. April.

Das waren die Entwicklungen am Mittwoch, 22. April:

20.30 Uhr: Überlingen will Verschiebung der Landesgartenschau auf 2021

Der Gemeinderat Überlingen hat sich einstimmig für eine Verschiebung der Landesgartenschau auf nächstes Jahr ausgesprochen, doch das letzte Wort hat nun das Land als Ausrichter der LGS. Das Gelände soll geschlossen bleiben bis zu einem möglichen Eröffnungstermin im April 2021. Die Mehrkosten werden aus heutiger Sicht auf rund 5,8 Millionen Euro taxiert.

18.40 Uhr: WHO: Westeuropa bei Coronavirus-Pandemie womöglich über den Berg

Westeuropa könnte nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Coronavirus-Ausbreitung über den Berg sein. „Bei den Epidemien in Westeuropa sehen wir Stabilität oder einen absteigenden Trend“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesuseine am Mittwoch in Genf.

Bei der Aufhebung von Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen, die die Ausbreitung des Virus erfolgreich verlangsamt hätten, sei aber Vorsicht geboten, warnte Tedros. „Epidemien können leicht wieder aufflammen“, sagte er. Deshalb müssten neue Infektionen weiter unbedingt früh entdeckt, Infizierte isoliert und mit Infizierten in Kontakt gekommene Menschen weiter unter Quarantäne gestellt werden.

17.50 Uhr: Hamburger Gericht hält Corona-Schließung großer Läden für unzulässig

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat die vom Senat zur Eindämmung der Corona-Pandemie aufrechterhaltene Schließung von Läden mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für unzulässig erklärt. Mit einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss habe das Gericht einem Eilantrag eines Sportgeschäfts in der Hamburger Innenstadt stattgegeben, teilte ein Sprecher mit. Der Senat habe aber bereits Beschwerde dagegen beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht eingereicht und beantragt, dass es bis zu einer Entscheidung bei der Reglung bleiben solle.

Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts verstößt die seit Montag geltende Lockerung bei der Ladenöffnung gegen das Recht auf Berufsfreiheit. Denn die in der Verordnung getroffene Unterscheidung zwischen Läden mit einer Verkaufsfläche unter 800 Quadratmetern, die öffnen dürfen, und größeren, die lediglich mit reduzierter Fläche öffnen dürfen, „ist nach Auffassung des Verwaltungsgerichts nicht geeignet, dem mit der Rechtsverordnung verfolgten Zweck des Infektionsschutzes zu dienen“, teilte das Gericht mit. Vielmehr sei dieser Schutz in großen Geschäften „ebenso gut wie oder sogar besser als in kleineren Einrichtungen“ zu erreichen.

Auch die Befürchtung des Senats, dass die Öffnung aller Läden zu einer vollen Innenstadt und engen Kontakten in Bussen und Bahnen führen könnte, teilte das Gericht nicht. „Die Anziehungskraft des Einzelhandels folgt nicht aus der Großflächigkeit der Verkaufsfläche, sondern aus der Attraktivität des Warenangebots“, hieß es.

15.37 Uhr: Uferanlagen in Bodman und Ludwigshafen bleiben am Wochenende testweise offen

Die Zügel werden auch hier langsam gelockert: Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen will am Wochenende des 25. und 26. Aprils schauen, ob die Leute im Hinblick auf die Corona-Verordnung von sich aus vernünftig sind oder ob die Ufer doch wieder gesperrt werden müssten. Hier lesen Sie alle Details

15.30 Uhr: Habeck sieht Parallelen zwischen Corona- und Klimakrise

Grünen-Chef Robert Habeck sieht Parallelen zwischen der Klimakrise und der Corona-Krise. "Beide sind global, ihre Bekämpfung macht internationale Kooperation notwendig. Beide zwingen uns, alte Gewissheiten infrage zu stellen", sagte Habeck. Auch wären beide Krisen "besser beherrschbar, wenn man vorausschauend handelt". Während jedoch die Corona-Krise "unmittelbare Angst" auslöse, schöben viele die Klimakrise weg, kritisierte Habeck.

15.01 Uhr: Forderungen nach Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen für Kinder

In der Corona-Pandemie mehren sich Forderungen nach Erleichterungen für Kinder von den geltenden Einschränkungen. „Wir haben schönstes Wetter, die Kinder brauchen Bewegung“, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Mittwoch. Sie forderte daher, die Sperrung von Spielplätzen wieder aufzuheben. Ähnlich äußerte sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Gerade in der Großstadt hätten Kinder sehr wenig Bewegungsmöglichkeiten. Daher finde sie „eine kategorische Schließung von Spielplätzen nicht mehr richtig“, sagte Giffey.

14.45 Uhr: Maskenpflicht kommt in allen Bundesländern

In Deutschland soll es bundesweit eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus geben. Am Mittwoch kündigte auch Bremen als letztes Bundesland eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes an: Sie solle am Freitag beschlossen werden und ab Montag für den Nahverkehr und das Einkaufen gelten, teilte ein Sprecher der Landesregierung mit.

14.13 Uhr: Geschäft mit abgetrennter Fläche darf auch öffnen

Wenn sie ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter begrenzen, dürfen nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Sigmaringen auch größere Geschäfte ab sofort wieder öffnen. Per einstweiliger Anordnung erlaubte das Gericht einem großen Modeladen in Ulm, der sich gegen die Schließung gewehrt hatte, den Betrieb trotz der noch geltenden Corona-Regeln wieder aufzunehmen. Der Laden hat eigentlich rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche, hatte diese aber auf 800 Quadratmeter begrenzt. Bis zu dieser Größenordnung dürfen Geschäfte wieder öffnen.

13.30 Uhr: Auflagen für Friseurbesuch stehen fest

Endlich die Haare nach mehreren Wochen wieder schneiden lassen: Ein Schutzstandard regelt nun, unter welchen Vorgaben Friseursalons ab Mai öffnen dürfen. Zu den verpflichtenden Maßnahmen zählen unter anderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Friseure und Kunden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Arbeitsschutzstandard der zuständigen Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

Demnach sind Dienstleistungen wie Wimpernfärben, Rasieren oder Bartpflege vorerst nicht erlaubt. Weiterhin soll in den Betrieben ein ausreichender Abstand zwischen den Menschen sichergestellt werden - etwa indem man die Anzahl der Arbeitsplätze begrenzt. Nach einer zeitweisen Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Friseursalons ab dem 4. Mai wieder öffnen.

13 Uhr: Vier Erntehelfer in Bad Krozingen mit Coronavirus infiziert

Nach dem Tod eines mit dem Coronavirus infizierten Erntehelfers in Bad Krozingen bei Freiburg sind vier weitere Mitarbeiter von dem Virus betroffen. Die Infektionsketten seien nachverfolgt worden, die Erntehelfer und ihre Kontaktpersonen in Quarantäne, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald am Mittwoch. Zum Gesundheitszustand gab es keine Angaben.

Der aus Rumänien stammende 57 Jahre alte Mann war in der Woche vor Ostern in Bad Krozingen gestorben. 

12.21 Uhr: Ärger um die geplante Corona-Sonderprämie von 1500 Euro

Die geplante Corona-Sonderprämie von 1500 Euro für Altenpflegekräfte wackelt. Bei den Krankenkassen gibt es massiven Widerstand gegen eine Finanzierung durch die beitragsfinanzierte Pflegeversicherung, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am Mittwoch berichtete. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, sieht Politik und Steuerzahler in der Pflicht.

11.15 Uhr: Erste klinische Studie zu Corona-Impfstoff in Deutschland zugelassen

Dutzende Forschergruppen suchen weltweit nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2, mit dem die Corona-Pandemie eingedämmt werden könnte. Einige wenige Wirkstoffe werden bereits in klinischen Studien getestet. Nun ist auch ein deutsches Unternehmen dabei. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Corona erteilt. Wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimitte mitteilte, erhält das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung, seinen Wirkstoff zu testen. Laut Biontech soll es Tests an rund 200 gesunden Freiwilligen geben. „Die Erprobung von Impfstoffkandidaten am Menschen ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu sicheren und wirksamen Impfstoffen gegen Covid-19 für die Bevölkerung in Deutschland und darüber hinaus“, teilte das PEI mit.

10.20 Uhr: Schweizer Firma Roche im Mai mit Coronavirus-Antikörpertest

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche steht nach eigenen Angaben kurz vor dem Marktstart mit seinem Antikörpertest auf das Coronavirus Sars-CoV-2. Der Test werde Anfang Mai zur Verfügung stehen, und die monatliche Produktionskapazität werde ab Juni auf einen zweistelligen Millionenumfang hochgefahren, teilte das Unternehmen in Basel bei Vorlage seiner Bilanz für das erste Quartal des Geschäftsjahres mit.

9.10 Uhr: Diskussion über längeren Lohnersatz für Eltern bei Kita-Schließungen

In der Bundesregierung wird über längere Lohnausfallzahlungen für Eltern nachgedacht, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Die dazu getroffenen Regelungen gälten abzüglich der Osterferien noch bis Mitte Mai, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) am Dienstagabend in der Sendung „ARD Extra“.

8.25 Uhr: Ein Kuss über die Grenze und seine Folgen

„Verbal angegriffen und beleidigt“: Ein inniger Kuss über die geschlossene deutsch-schweizerische Grenze hinweg hatte Folgen für eine Konstanzerin und ihren Freund. Nach einem SÜDKURIER-Artikel über zwangsweise getrennte Paare und ihr neues Leben ernteten die 47-Jährige und ihr Schweizer Freund zwar Kritik und Häme – aber auch viel Zustimmung und Einladungen zu Talk-Shows von ARD oder RTL.

8.04 Uhr: Bundesregierung plant derzeit keinen Verzicht auf Ministergehälter

Die Bundesregierung plant wegen der Corona-Krise derzeit keine Spende von Ministergehältern nach österreichischem Vorbild. „In der Bundesregierung gibt es derzeit kein solches Vorhaben“, teilte ein Regierungssprecher nun auf Medien-Anfrage mit. Am Montag hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt, dass die Minister seiner Regierungskoalition jeweils einen Netto-Monatslohn für wohltätige Zwecke spenden werden.

7.44 Uhr: Stimmung in Metallindustrie bricht „beispiellos schnell“ ein

Die Stimmung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist in der Corona-Krise drastisch eingebrochen. Das vom Branchenverband vbm erhobene Geschäftsklima sackte binnen Monatsfrist um 24,1 Punkte auf -29,5 ab, wie der Arbeitgeberverband vbm mitteilte. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung 1991. Die Schnelligkeit des Einbruchs sei „beispiellos“, sagte vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Die Unternehmen wurden durch die Corona-Krise mit voller Wucht getroffen“, betonte er. „Die Warenströme kamen praktisch über Nacht zum Erliegen.“

7.07 Uhr: Trump will Einwanderung für mindestens 60 Tage stoppen

Vorerst keine Green Cards mehr: US-Präsident Donald Trump will wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie die Einwanderung in die Vereinigen Staaten für mindestens 60 Tage großteils aussetzen. Er begründete dies damit, dass US-Bürger auf dem von der Krise schwer getroffenen heimischen Arbeitsmarkt bevorzugt zu behandeln seien.

Das waren die Entwicklungen am Dienstag, 21. April:

20.50 Uhr: Studie zu Malaria-Medikament bei Covid-Fällen: kein positiver Effekt

Ein von US-Präsident Donald Trump beworbenes Malaria-Medikament hat einer Studie zufolge keinen positiven Effekt auf Patienten, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden. Bei Patienten, die Hydroxychloroquin erhielten, habe sich sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe ergeben, hieß es am Dienstag in einer noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Diese befasste sich retrospektiv mit den Daten von 368 männlichen Covid-Patienten, die bis 11. April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt worden waren. Von den Patienten waren 97 mit Hydroxychloroquin behandelt worden, 113 bekamen zusätzlich noch das Antibiotikum Azithromycin, 158 weitere weder noch.

20 Uhr: Tourismusminister Wolf stellt Millionen für Gastronomie in Aussicht

Mit einem Nothilfeprogramm in Höhe von 328 Millionen Euro will Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) Betriebe aus Gastronomie und Hotellerie vor der Insolvenz in der Corona-Krise bewahren. Die „Südwest Presse“ (Mittwoch) berichtet über ein entsprechendes Konzept des Ministers. Dieses sehe nicht rückzahlbare Hilfen in Höhe von 3000 Euro pro Betrieb und weitere 2000 Euro pro rechnerischer Vollzeitstelle vor. Die Pläne müssen laut dem Bericht noch mit dem grünen Koalitionspartner abgestimmt werden.

Die Zeitung zitierte Wolf mit den Worten: „Wenn wir vermeiden wollen, dass Gastronomiebetriebe zu Tausenden pleitegehen, müssen wir mit einem weiteren Sofortprogramm handeln.“

18.50 Uhr: Mediziner: Gestorbene Corona-Patienten hatten alle Vorerkrankungen

Obduktionen bei 65 gestorbenen Corona-Patienten durch den Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel haben ergeben, dass alle Vorerkrankungen hatten. 61 von ihnen seien an, die übrigen vier mit dem neuartigen Coronavirus gestorben, berichten NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf einen Bericht des Institutsleiters. Demnach litten die Verstorbenen vor allem an Bluthochdruck, Herzinfarkten, Arteriosklerose oder Herzschwäche. In 46 Fällen hätten zudem Vorerkrankungen der Lunge vorgelegen, 28 hätten andere Organschäden oder transplantierte Organe gehabt.

18.30 Uhr: Gemeinderäte sollen künftig per Videokonferenz tagen dürfen

Angesichts der Corona-Pandemie sollen Gemeinderäte und andere kommunale Gremien künftig auch in Videokonferenzen tagen dürfen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) habe dazu einen Gesetzentwurf erarbeitet und jetzt den Regierungsfraktionen zugeleitet, berichten „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch). Damit wolle Strobl die rechtliche Grundlage für Ratssitzungen schaffen, bei denen Mitglieder im Ausnahmefall nicht persönlich anwesend sein können - zum Beispiel aus Gründen des Infektionsschutzes.

„Baden-Württemberg setzt sich jetzt bei digitalen Gremiensitzungen an die Spitze in Deutschland, das Land ist hier absoluter Vorreiter“, zitierten die Zeitungen Strobl. Sobald der Landtag zugestimmt habe, stehe das neue Instrument den Kommunen zur Verfügung. Nicht nur Gemeinderäte und Kreistage, sondern auch andere kommunale Gremien - zum Beispiel Ortschaftsräte - sollen das Angebot nutzen können.

17 Uhr: Kretschmann: Gemeinsame Gottesdienste ab Anfang Mai

Gläubige sollen nach Angaben von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bereits Anfang Mai und unter Auflagen wieder gemeinsam Gottesdienste feiern können. „Wir können sicher zusagen, dass wir in 14 Tagen eine Öffnung machen werden“, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. Die Landesregierung spreche derzeit mit den Kirchen über die Einschränkungen. Die Öffnung von Moscheen und Synagogen ist am Freitag Thema von Gesprächen zwischen Land und Vertretern der isrealitischen und islamischen Religionsgemeinschaften.

15.45 Uhr: Bundesregierung plant nächstes Anti-Corona-Paket: Mehr Tests, Hilfen für die Pflege

Noch mehr Tests, Erleichterungen für Pflegebedürftige, größere Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison: Angesichts der Corona-Krise plant die große Koalition weitere Hilfsmaßnahmen. Ein Gesetzentwurf für die Regierungsfraktionen sieht auch Unterstützung für Kliniken und Privatpatienten vor. Das Kabinett soll ihn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der kommenden Woche auf den Weg bringen:

14 Uhr: Weitere Bundesländer ziehen bei Maskenpflicht nach

Immer mehr Bundesländer setzen im Kampf gegen das Coronavirus auf eine Maskenpflicht, obwohl es bundesweit nur eine Trageempfehlung gibt. Am Dienstag kündigten auch Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt eine solche Verpflichtung an. Thüringen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hatten dies bereits zuvor getan. Im Vorreiterland Sachsen gilt sie bereits seit Montag. Damit sind oder werden solche Alltagsmasken oder ersatzweise Schals in 10 der 16 Bundesländer vorgeschrieben.

Eine bundesweit einheitliche Linie gibt es bislang nicht: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten sich vergangene Woche das Tragen sogenannter Alltagsmasken in Bussen und Bahnen sowie im Einzelhandel lediglich „dringend empfohlen“. Überwiegend gilt die nun geplante Pflicht in den Ländern ab kommender Woche.

13.25 Uhr: Saison in Handball-Bundesliga abgebrochen - Kiel Meister

Die Saison in der 1. und 2. Handball-Bundesliga (HBL) ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen worden. Das haben die 36 Clubs am Dienstag nach einer Abstimmung mit großer Mehrheit beschlossen. Zudem legte das HBL-Präsidium fest, dass die Abschlusstabelle nach der sogenannten Quotientenregelung gewertet wird. Dabei werden bei jedem Team die Pluspunkte durch die absolvierten Spiele geteilt und anschließend mit 100 multipliziert. Damit steht der THW Kiel erstmals seit 2015 wieder als deutscher Meister fest.

„Wir hatten schon 90 Prozent Zustimmung heute für den Abbruch, ohne dass uns schon alle Rückmeldungen vorlagen. Diese Saison hatten die meisten Clubs für sich ohnehin abgehakt“, sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker der Deutschen Presse-Agentur. Er fügte mit Blick auf die Meisterentscheidung hinzu: „Die Quotientenregelung ist von allen Szenarien die gerechteste Lösung.“

13.20 Uhr: Jetzt einfach selbst eine Maske herstellen

Die Maskenpflicht kommt jetzt auch bei uns, jeder braucht also ab Montag einen Schutz. So einfach können Sie mit Serviette und Baumwollfaden selbst einen Mundschutz machen. Nach ein paar Minuten ist der Mundschutz fertig. Das kostet nicht die Welt, ist schnell hergestellt und eine perfekte Option, um sich und andere zu schützen. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie es geht.

12.37 Uhr: RKI: Kein Ende der Epidemie in Sicht: Zahlen können wieder steigen

Trotz der ersten Lockerungen in der Corona-Pandemie betont das Robert Koch-Institut (RKI) den Ernst der Lage. „Das Virus ist nicht weg“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. „Es ist kein Ende der Epidemie in Sicht. Die Fallzahlen können wieder steigen.“ Die Situation sei immer noch ernst, auch wenn in Deutschland bei der Bekämpfung einiges erreicht worden sei.

12.06 Uhr: Baden-Württemberg führt Maskenpflicht ein

Auch Baden-Württemberg führt nun angesichts der Coronavirus-Epidemie eine Maskenpflicht ein. Ab diesem Montag, 27. April, müssen Mund und Nase beim Einkaufen und im Nahverkehr bedeckt sein, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) jetzt sagte. Damit sei aber kein medizinischer Mundschutz gemeint, es gehe nur um einfache Mund-Nasen-Bedeckung. „Notfalls tut es auch ein Schal“, sagte Kretschmann. Man habe festgestellt, dass sich zu wenige Menschen an die bislang geltende dringende Empfehlung zum Tragen von Masken halten, begründete Kretschmann den Schritt. Sachsen hat bereits eine Maskenpflicht eingeführt, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wollen in der kommenden Woche nachziehen. Eine bundesweit einheitliche Linie gibt es bislang nicht.

11.09 Uhr: Viele Handwerker im Kreis Konstanz bangen um ihre Existenz

Bis zu 2500 Handwerksbetriebe sind im Landkreis Konstanz akut gefährdet. Ohne die Soforthilfe, neue Aufträge von Kunden und der Öffnung ihrer Geschäfte droht vielen Geschäfte das Aus. Warum die Corona-Soforthilfe der Handwerkskammer so wichtig für die kleinen Unternehmen ist? Hier lesen Sie die Details

11 Uhr: Noch keine Entscheidung über Cannstatter Volksfest gefallen

Nach der Absage des Oktoberfests und zahlloser weiterer Veranstaltungen wegen des Coronavirus steht auch das Cannstatter Volksfest in Stuttgart auf der Kippe. Mit einer Entscheidung über eine Absage des zweitgrößten Volksfests in Deutschland tut sich die Stadt als verantwortlicher Veranstalter aber schwer. „Die Stadtverwaltung berät noch über das Stuttgarter Volksfest“, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. „Die Entscheidung soll Ende April, Anfang Mai gefällt werden.“

10.50 Uhr: Mehr als 143.100 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind bis Dienstagvormittag mehr als 143.100 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mindestens 4522 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 95.200 Menschen die Infektion überstanden.

10.09 Uhr: Fast jeder Dritte möchte auch nach der Corona-Krise im Homeoffice arbeiten

Die in der Corona-Krise erprobten digitalen Gewohnheiten wollen zahlreiche Arbeitnehmer und Verbraucher gern beibehalten: Fast jeder dritte Arbeitnehmer (29 Prozent) möchte auch langfristig weiter im Homeoffice arbeiten, das kontaktlose Bezahlen des Einkaufs ist für 37 Prozent zur Gewohnheit geworden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Mailanbieter Web.de und GMX hervor.

9.05 Uhr: Wiesn 2020 wegen Corona-Pandemie abgesagt

Das Münchner Oktoberfest ist wegen der Corona-Krise abgesagt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Dienstag in München, er sei mit dem Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) übereingekommen, dass das Risiko zur Durchführung der Wiesn in diesem Jahr „schlicht und einfach zu groß ist“. Gerade bei großen Festen brauche es wegen der großen Ansteckungsgefahr größte Sensibilität. Die Absage des Münchner Oktoberfests ist nicht die erste in der 210-jährigen Geschichte des berühmten Volksfestes. Insgesamt fielen rund zwei Dutzend Oktoberfeste aus - unter anderem auch wegen einer Seuche: Im 19. Jahrhundert grassierte die Cholera.

8.20 Uhr: Wie ist die Situation an den Kliniken Schmieder Allensbach?

Nach dem Corona-Ausbruch kehrt der Alltag in die Kliniken Schmieder Allensbach zurück. Ende März/Anfang April wurde bekannt, dass es in der Rehaklinik am Rande von Allensbach einen größeren Ausbruch des Coronavirus sowohl bei Patienten als auch bei Mitarbeitern gab. 65 Personen haben sich mit dem Erreger in der Klinik angesteckt. In den Kliniken Schmieder in Gailingen liegt eine Covid-19-Patientin. Sowohl am Standort Gailingen als auch Konstanz sind einige Mitarbeiter vorsorglich in Quarantäne. Hier geben wir einen Überblick über die aktuelle Lage.

7.30 Uhr: Noch wenig Rummel nach Wiedereröffnung

Die Konstanzer Kunden tasten sich verhalten an die Konsumfreude heran. Am ersten Tag der Wiedereröffnung blieb der Einkaufsbummel am Montag noch klein. Der befürchtete oder auch erhoffte Ansturm blieb also zunächst aus. Am ersten Tag der Geschäftsöffnungen nehmen die Kunden die neuen Einkaufsmöglichkeiten zaghaft in Anspruch.

7.07 Uhr: Ärztepräsident: Maskenpflicht „für gewissen Zeitraum sinnvoll“

Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt reagiert eher zurückhaltend auf eine Maskenpflicht, wie sie nun in einer Reihe von Bundesländern geplant ist. „Wenn die Masken im öffentlichen Leben, im Nahverkehr und beim Einkaufen dazu dienen können, den Infektionsgrad zu reduzieren, ist das für einen gewissen Zeitraum sinnvoll“, sagte Reinhardt. „Ich bin aber kein ausgesprochener Verfechter der Maskenpflicht, denn die Maske wird feucht und kneift. Der Träger fasst sich dann unter Umständen häufiger ins Gesicht.“

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