Seit Freitag, 28. Januar, gilt eine neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg. Was sich ändert und was Sie jetzt wissen müssen, haben wir für Sie zusammengestellt.

Die Richtwerte für die Alarmstufe II sind unterschritten, was gilt jetzt?

Die eingefrorene Alarmstufe II, die bis Anfang Februar gelten sollte, wurde aufgehoben, weil die Richtwerte dafür maßgeblich unterschritten sind. Jetzt gilt also die Alarmstufe I.

Diese wird ausgerufen, wenn die Hospitalisierungsrate über 3,0 liegt, also mehr als drei von 100.000 Einwohnern mit Covid ins Krankenhaus müssen, oder wenn mehr als 390 Covid-Patienten auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Auch bei der Alarmstufe II gibt es eine Änderung: Sie wird nun nur noch dann ausgelöst, wenn sowohl die Auslastung der Intensivbetten den Schwellenwert von 450 und die Hopsitalisierunginzidenz den Schwellenwert von 6,0 erreichen beziehungsweise überschreiten. Das „und“ ist dabei neu – davor reichte es, wenn einer der beiden Werte erfüllt war.

Gilt in der normalen Alarmstufe noch 2G-Plus?

Im Regelfall nicht. Geimpfte und Genesene müssen in der einfachen Alarmstufe keine tagesaktuellen Tests mehr vorweisen, um ins Restaurant zu gehen. Das gilt auch für alle anderen Bereiche, in denen bislang 2G-Plus vorgegeben war.

Auch in Sport- und Freizeiteinrichtungen, sowie Schwimmbädern, Saunen, Museen und Bibliotheken brauchen Besucher neben einem Covid-Zertifikat keinen negativen Test mehr. Anders kann das bei größeren Veranstaltungen sein, je nach Entscheidung der Veranstalter. (siehe unten)

Was bedeutet die einfache Alarmstufe für die Sperrstunde in der Gastronomie?

Die Sperrstunde fällt. In der Alarmstufe II mussten Restaurants um 22.30 Uhr zumachen, diese Vorgabe entfällt nun, weil dies bei Alarmstufe I nicht vorgesehen ist.

Was für Masken müssen getragen werden?

Weiterhin gilt die Pflicht für Menschen über 18 Jahren, in Innenräumen eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Maske zu tragen – beispielsweise KN95-/N95-/KF94-/KF95-Masken. Sie wird künftig sogar ausgeweitet auf Bus und Bahn, sowie die Fahrgastschifffahrt und den Luftverkehr. Dort reicht eine medizinische Maske also nicht mehr aus.

Ist es ein Muss oder ein Soll, diese FFP2-Masken zu tragen?

Ein Muss. Nur in begründeten Einzelfällen sind Ausnahmen möglich, hieß es auf Nachfrage beim Sozialministerium. Dies könne etwa ein ärztliches Attest sein.

Muss man die FFP2-Maske auch am Arbeitsplatz tragen?

Nein. Die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen, gilt nicht am Arbeitsplatz, da hier die Arbeitsschutzverordnung des Bundes maßgeblich ist.

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Was gilt im Einzelhandel für Ungeimpfte?

Die bisherige 2G-Regelung hat der Verwaltungsgerichtshof gekippt. Im Einzelhandel dürfen nun auch wieder Geimpfte einkaufen, müssen aber einen tagesaktuelles negatives Schnelltestergebnis vorweisen. Diese Regelung ist schon seit 25. Januar in Kraft.

Was gilt an Hochschulen?

Die 2G-Regel wurde vom Verwaltungsgerichtshof ebenfalls gekippt. Studenten dürfen mit negativem Schnelltest an Vorlesungen teilnehmen.

Was gilt für Veranstaltungen?

Bei größeren Veranstaltungen wie Konzerten gilt in geschlossenen Räumen in der einfachen Alarmstufe 2G-Plus, wenn bis zu 3000 Besucher teilnehmen. Bei 2G dürfen dagegen nur 1500 Zuschauer kommen. Bis zu 6000 Besucher sind bei 2G-Plus im Freien möglich.

Weiterhin gilt, dass Veranstaltungen aller Art – egal ob Sport, Kultur, Stadtfeste oder Kongresse nur zu 50 Prozent ausgelastet sein dürfen.

Was ist mit Profisportevents?

Beim Profisport dürfen im Freien bis zu 6000 Zuschauer zusehen, wenn 2G-Plus gilt. In geschlossenen Räumen liegt die Obergrenze bei 3000 Besuchern. Geboosterte müssen keinen Test vorlegen. Bei 2G dürfen hingegen maximal 3000 Zuschauer im Freien zusehen, in geschlossenen Räumen maximal 1500.

Was gilt für die Fasnacht in der Alarmstufe?

Hallenveranstaltungen ohne Tanz gelten als öffentliche Veranstaltungen – sprich: 2G bei bis zu 1500 Besuchern, 2G-Plus bei bis zu 3000 Besuchern.

Fastnachtsumzüge sind in beiden Alarmstufen nicht erlaubt. Volks- und Stadtfeste dürfen hingegen stattfinden – mit Maskenpflicht im Freien, 2G bei maximal 3000 Besuchern und 2G-Plus bei maximal 6000 Besuchern.

Was ist mit Messen und Ausstellungen?

Diese dürften in der Alarmstufe eigentlich wieder stattfinden. Wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr verbietet die Landesregierung Messen aber weiterhin, die Regelungen für die Alarmstufe I werden also geändert.

Was ist mit körpernahen Dienstleistungen?

Für alle körpernahen Dienstleistungen wie etwa Massage, Nagelpflege und kosmetische Behandlungen gilt die 2G-Regel. Davon ausgenommen sind Friseurbesuche – hier gilt 3G. Zum Frisör und zum Barbershop dürfen also auch Ungeimpfte – dafür reicht anders als bisher festgelegt ein Schnelltest, ein PCR-Test ist nicht nötig.

Gibt es Einschränkungen in Thermen und Saunen?

Ja. Dampfbäder dürfen nicht betrieben werden. Saunen und Thermen generell dürfen aber geöffnet bleiben. Es gilt 2G.

Welche Ausnahmen von der Testpflicht gelten bei 2G-Plus?

Neben Menschen, deren Auffrischungsimpfung bereits erfolgte, sind auch Geimpfte ausgenommen, deren letzte Impfung zum vollständigen Impfschutz noch nicht länger als drei Monate zurückliegt. Auch Genesene, deren Infektion noch nicht länger als drei Monate zurückliegt, zählen dazu.

Zudem sind Schwangere im ersten Trimester sowie Jugendliche, für die es noch keine Empfehlung zur Auffrischungsimpfung gibt, ausgenommen. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sind ebenso ausgenommen. Diese Gruppen müssen dann aber einen Schnelltest vorweisen können.

Gilt die Testpflicht auch für Schüler?

Der Schülerausweis gilt auch nach dem 31. Januar noch als Testnachweis. Jugendliche ab 12 Jahren können damit auch ohne Impfnachweis in 2G-Einrichtungen. Mittelfristig soll die Ausnahmeregelung aber auslaufen. Diese gilt nicht während der Ferien – in dieser Zeit müssen auch Schüler einen negativen Antigentest vorzeigen.

Was gilt, wenn ich mich infiziert habe?

Alle, die positiv getestet wurden und deren Infektion mit einem PCR-Test bestätigt ist, können nach zehn Tagen die Quarantäne beenden. Freitesten kann man sich ab dem siebten Tag.

Müssen Kontaktpersonen noch in Quarantäne?

Nicht, wenn sie frisch geimpft oder geboostert sind. Seit 12. Januar müssen geimpfte und genesene Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne. Das gilt allerdings nur, wenn sie frisch doppelt geimpft sind, eine Boosterimpfung haben oder frisch genesen sind. Auch Genesene mit mindestens einer Impfung gelten nun als geboostert. Einen genauen Überblick finden Sie hier.

Für alle anderen endet die Quarantäne jetzt nach zehn Tagen, freitesten kann man sich nach sieben Tagen mit einem PCR- oder offiziellen Antigen-Test.

Wie viele Menschen dürfen sich derzeit treffen?

Wenn nur Geimpfte und Genesene privat zusammenkommen, durften bislang bis zu zehn Menschen in Innenräumen, maximal 50 Menschen draußen zusammenkommen. Das hat sich mit der Alarmstufe I erledigt: Bei Geimpften und Genesenen sieht die Coronaverordnung keine zahlenmäßige Beschränkung mehr vor.

Was ist, wenn Ungeimpfte dabei sind?

Sobald auch nur ein Gast oder ein Haushaltsmitglied ungeimpft ist, gilt die Regel, dass ein Haushalt maximal zwei Gäste aus einem anderen Haushalt einladen darf. Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen dabei aber nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, zählen dabei trotzdem als ein Haushalt.

Gibt es noch Ausgangssperren für Ungeimpfte?

Unter Umständen ja – die Regelung, dass Ungeimpfte in Kreisen mit Inzidenzen über 500 nicht mehr aus dem Haus dürfen, wird aber geändert. Die Inzidenz muss in den betroffenen Kreisen künftig über 1500 liegen, damit die Ausgangssperre für Ungeimpfte zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens ausgelöst wird.

Wie lange müssen Clubs und Diskos zubleiben?

Clubs und Diskotheken müssen vorerst weiterhin geschlossen bleiben. Hier hat die Landesregierung die Regel nachgeschärft. Grund ist die erhöhte Ansteckungsgefahr. Eine Öffnung unter 2G-Bedingungen ist erst in der Warnstufe wieder erlaubt.

Was gilt für religiöse Veranstaltungen?

Ab dem 14. Februar gilt hier 3G. Der Mindestabstand von 1,5 Metern zu Personen aus fremden Haushalten muss eingehalten werden.