Im Kampf gegen die Omikron-Variante hält die Landesregierung die Corona-Regelungen im Südwesten aufrecht. Die unklare Formulierung um die Maskenpflicht ist nun eindeutig. Was Sie jetzt wissen müssen.

Die Richtwerte für die Alarmstufe II sind unterschritten, was gilt jetzt?

Die Landesregierung hält an den Regelungen der Alarmstufe II fest, diese sind sozusagen eingefroren bis zum 1. Februar. Zur Begründung heißt es, man gehe davon aus, dass der Rückgang der Intensivbettenauslastung durch Covid-Patienten unter 450 (Stand 11. Januar) nur temporär sei und die Zahl durch die Verbreitung der ansteckenderen Omikron-Variante schnell wieder ansteigen könnte.

Was für Masken müssen getragen werden?

Weiterhin gilt in der Alarmstufe II die Pflicht für Menschen über 18 Jahren, in Innenräumen eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Maske zu tragen – beispielsweise KN95-/N95-/KF94-/KF95-Masken.

Es ist nun ein Muss oder ein Soll, diese Masken zu tragen?

Die bisher schwammige Formulierung, dass FFP2-Masken getragen werden „sollen“, wird durch ein klares „müssen“ ersetzt. Dieser Passus hatte Ende Dezember für Verwirrung gesorgt. Nur in begründeten Einzelfällen sind Ausnahmen möglich, hieß es auf Nachfrage beim Sozialministerium. Dies könne etwa ein ärztliches Attest sein.

Wo muss keine FFP2-Maske getragen werden?

Die Pflicht, eine FFP2-Maske zu tragen, gilt nicht am Arbeitsplatz, da hier die Arbeitsschutzverordnung des Bundes maßgeblich ist. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen keine FFP2-Masken getragen werden, wie die Landesregierung nun präzisiert. In diesen Fällen reichen also weiterhin medizinische Masken aus.

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Bleibt es bei der 2G-Plus-Regelung?

Ja. Für Sport- und Freizeiteinrichtungen, sowie Schwimmbäder, Saunen, Restaurants und Theater brauchen Besucher neben einem Covid-Zertifikat auch einen negativen Test.

Im Einzelhandel gilt 2G für Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung gehören. Ein Test ist hier nicht nötig.

Welche Ausnahmen gelten bei der Testpflicht?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Auffrischungsimpfungen nun bereits nach drei Monaten. Entsprechend hat das Land die Ausnahme zur Testpflicht geändert.

Neben Menschen, deren Auffrischungsimpfung bereits erfolgte, sind auch Geimpfte ausgenommen, deren letzte Impfung zum vollständigen Impfschutz noch nicht länger als drei Monate zurückliegt. Auch Genesene, deren Infektion noch nicht länger als drei Monate zurückliegt, zählen dazu.

Zudem sind Schwangere im ersten Trimester sowie Jugendliche, für die es noch keine Empfehlung zur Auffrischungsimpfung gibt, sind ausgenommen. Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sind ebenso ausgenommen.

Gilt die Testpflicht auch für Schüler?

Außerdem verlängert das Land die Regelung, wonach der Schülerausweis als Testnachweis gilt, über den 31. Januar hinaus. Jugendliche ab 12 Jahren können damit auch ohne Impfnachweis in 2G-Einrichtungen. Mittelfristig soll die Ausnahmeregelung aber auslaufen, kündigte die Landesregierung an.

Was gilt, wenn ich mich infiziert habe?

Alle, die positiv getestet wurden und deren Infektion mit einem PCR-Test bestätigt ist, können noch zehn Tagen die Quarantäne beenden. Freitesten kann man sich ab dem siebten Tag. Gleiches gilt für Kontaktpersonen, Kinder und Jugendliche dürfen sich dabei schon nach fünf Tagen freitesten.

Wie viele Menschen dürfen sich derzeit treffen?

Wenn nur Geimpfte und Genesene zusammenkommen, dürfen bis zu zehn Menschen in Innenräumen, maximal 50 Menschen draußen zusammenkommen. Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen dabei nicht mit.

Was ist, wenn Ungeimpfte dabei sind?

Sobald auch nur ein Gast oder ein Haushaltsmitglied ungeimpft ist, gilt die Regel, dass ein Haushalt maximal zwei Gäste aus einem anderen Haushalt einladen darf. Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen dabei aber nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, zählen dabei trotzdem als ein Haushalt.

Gibt es nun eine Sperrstunde?

Ja. Sie gilt zwischen 22.30 Uhr und ab 12. Januar bis 6 Uhr, statt bisher bis 5 Uhr, in der gesamten Gastronomie.

Bleibt es bei der 2G-Regel im Einzelhandel?

Ja. Das Land hat hier keine Änderungen vorgenommen. Wer nicht geimpft ist, darf in normalen Läden nicht mehr einkaufen. Geschäfte des täglichen Bedarfs bleiben weiter zugänglich.

Was gilt für Veranstaltungen?

Veranstaltungen aller Art – egal ob Sport, Kultur, Stadtfeste oder Kongresse dürfen nur mit 50-prozentiger Auslastung stattfinden, maximal aber mit 500 Teilnehmern. Zutritt haben nur Geimpfte und Genesene mit zusätzlichem tagesaktuellen Schnelltest.

Was ist mit Messen und Ausstellungen?

Bislang waren Messen und Ausstellungen in der Alarmstufe II noch möglich, wenn auch nur mit 50-prozentiger Auslastung und der 2G-Plus-Regel. Vorerst sind sie nun ganz verboten. Neu ist auch, dass Landesbibliotheken für Ungeimpfte nun nur noch mit einem PCR-Test betretbar sind.

Was ist mit körpernahen Dienstleistungen?

Hier gilt in der Alarmstufe II die 2G-Plus-Regelung, Geimpfte und Genesene müssen also einen negativen Schnelltest vorlegen. Zum Frisör und dem Barbershop dürfen aber auch Ungeimpfte, allerdings müssen sie dann einen negativen PCR-Test vorlegen.

Gibt es Einschränkungen in Thermen und Saunen?

Ja. Dampfbäder und -saunen dürfen nicht betrieben werden. Saunen und Thermen generell dürfen aber geöffnet bleiben.

Darf man als Ungeimpfter noch ins Rathaus?

Ja. Kommunale Verwaltungen müssen für alle Bürger erreichbar bleiben. Richtig ist, dass Ungeimpfte künftig einen negativen Schnelltest brauchen, wenn sie Zutritt zu Behörden bekommen wollen. Die Regelung gilt für alle Behörden, von der Zulassungsstelle bis zum Einwohnermeldeamt.

Wie lange müssen Clubs und Discos zubleiben?

Solange die Alarmstufe II gilt, dürfen sie nicht öffnen. In der Alarmstufe I und der Warnstufe gilt die 2G-Zutrittsbeschränkung, in der Basisstufe 3G mit PCR-Test.

Wie lange gilt die neue Verordnung?

Vorerst gilt die Verordnung nur bis zum 9. Februar. Dann wird das Land die Lage neu bewerten.