Wer aus einem Risikogebiet einreist, ist quarantänepflichtig – so einfach könnte es sein. In der Realität sind die Regeln jedoch deutlich komplizierter. Nun wurden sie vom Land Baden-Württemberg nach einer Bundesvorlage neu gestaltet. Sie gelten ab Sonntag, 8. November. Was ändert sich konkret?

Müssen sich Pendler umstellen?

Nein. Wer ins Risikogebiet pendelt, kann dies weiterhin so tun wie bisher, wenn sein Aufenthalt dort nicht länger als 24 Stunden dauert. Auch Pendler aus dem Risikogebiet, die in Baden-Württemberg arbeiten, müssen sich nicht umstellen.

Darf man im Freizeitverkehr noch quarantänefrei ins Risikogebiet?

Ja. Doch es gibt eine Änderung: Bisher war ein Aufenthalt in der Schweiz, Österreich oder Frankreich 48 Stunden lang möglich, ohne in Quarantäne zu müssen. Diese Zeitspanne reduziert sich nun auf 24 Stunden. Besondere Reisegründe müssen weiterhin nicht vorliegen.

Dürfen Risikogebietler noch quarantänefrei nach Baden-Württemberg einreisen?

Ja, zumindest die aus der Grenzregion. Hier bleibt es bei der Ausnahmeregel, dass die Einreisenden sich 24 Stunden in Baden-Württemberg aufhalten dürfen, ohne in Quarantäne zu müssen, egal aus welchem Anlass sie reisen. Bei längeren Aufenthalten ist die Quarantäne – mit Ausnahme einiger Sonderfälle – zwingend.

Was gilt für Familienbesuche im Risikogebiet?

Wer Kind, Ehepartner oder Lebensgefährte im Risikogebiet besuchen will, darf das weiterhin, ohne danach in Quarantäne zu müssen. Die erlaubte Zeitspanne beträgt 72 Stunden, also drei Tage. Solange dürfen auch Eltern quarantänefrei besucht werden. Auch eine unaufschiebbare medizinische Behandlung im Ausland erlaubt für 72 Stunden einen quarantänefreien Aufenthalt.

Das könnte Sie auch interessieren

Und bei Familienbesuchen aus dem Risikogebiet in Baden-Württemberg?

Hier gelten exakt dieselben Regeln. 72 Stunden Aufenthalt sind für den Besuchenden quarantänefrei möglich.

Was ist beim Besuch von Enkeln, Großeltern oder Geschwistern?

Hier gilt nur die normale Ausnahmeregel für Grenzverkehr, es sind also in beide Richtungen maximal 24 Stunden Besuch ohne Quarantäne möglich.

Und was, wenn ich doch in Quarantäne muss, etwa nach einem längeren Risikogebiets-Aufenthalt?

Hier ändert sich das Vorgehen gravierend: Auch ein aktueller negativer Test befreit nicht mehr von der Quarantänepflicht. Wer länger im Risikogebiet war, muss mindestens fünf Tage in Quarantäne und kann erst dann einen Test machen. Wenn dieser negativ ist, endet die Quarantäne. Wer keinen Test veranlasst, darf die Quarantäne jedoch bereits nach zehn statt wie bisher nach 14 Tagen verlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Warum wird die Maximal-Quarantäne verkürzt?

„Hiermit wird den wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung getragen, dass Covid-typische Symptome im Durchschnitt 5 Tage, jedoch spätestens 10 Tage nach Infektion auftreten“, erklärt das Landes-Sozialministerium.

Gibt es auch weiterhin Ausnahmen von der Quarantänepflicht nach längerem Aufenthalt?

Ja. Unter anderem Ärzte und Pflegekräfte, Richter und Anwälte, Parlaments- und Regierungsmitarbeiter, Polizeivollzugsbeamte und Sportler, die von Wettkämpfen kommen, können die Quarantäne weiterhin sofort mit einem negativen Test beenden. Auch wer eine unaufschiebbare Geschäftsreise in ein Risikogebiet unternommen hat, darf sich sofort mit einem negativen Test von der Quarantänepflicht befreien. Die Risikogebiets-Geschäftsreise darf aber nicht länger als fünf Tage gedauert haben.

Gibt es weitere Ausnahmen, etwa bei längeren Familienbesuchen im Risikogebiet?

Ja. Auch wer länger als 72 Stunden bei Eltern oder Kindern war oder länger als 24 Stunden bei Geschwistern, Großeltern oder Enkeln kann sich mit einem negativen Test schon sofort von der Quarantänepflicht befreien und die Fünf-Tages-Regel so umgehen. Nicht möglich ist das, wenn nur entferntere Verwandtschaft (Onkel, Tante, Cousinen usw.) besucht wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Muss beweisen, dass man unter einen Ausnahmefall der Quarantäne fällt?

Das Sozialministerium sagt dazu, der Ausnahmefall müsse „glaubhaft versichert werden“. Eine formlose Bescheinigung ihres Arbeit- oder Auftragsgebers müssen etwa Grenzgänger nur dann vorweisen, falls sie sich berufsbedingt länger als 24 Stunden im Ausland aufgehalten haben.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €