Der Südkurier-Sensor  überwintert  im Warmen und wird ab Frühjahr 2023 wieder aktuelle Daten in diesen Artikel senden.

Eiskalt, lauwarm oder Badewanne? Wer das weiß, kann vorbereitet in den Bodensee springen. Deshalb misst ein SÜDKURIER-Sensor die Temperatur im See und sendet diese live in diesen Artikel. Dies sind die neuesten Daten:

 

Der Sensor zur Messung der Wassertemperatur im Bodensee ist seit Mitte Juli 2022 am Konstanzer Yachthafen installiert und sendet alle zehn bis 20 Minuten neue Temperaturdaten. Er misst die Temperatur in einer Tiefe von ungefähr einem Meter.

Der SÜDKURIER-Sensor. In dem grauen Kasten versteckt sich die Technik und am Ende des Kabels ist der Temperaturfühler.
Der SÜDKURIER-Sensor. In dem grauen Kasten versteckt sich die Technik und am Ende des Kabels ist der Temperaturfühler. | Bild: Selina Rudolph

So hat sich die Wassertemperatur seit der Installation entwickelt:

 

An weiter vom Konstanzer Yachthafen entfernten Stellen kann die Wassertemperatur abweichen. Wer in Friedrichshafen oder Lindau baden geht, kann also etwas wärmeres oder kälteres Wasser haben als ein Schwimmer in Konstanz.

Die Wassertemperatur am Untersee ist meist höher

Aber auch in Konstanz und der näheren Umgebung variiert die Temperatur des Bodensees. Vor allem im Untersee ist es meist wärmer als im Obersee und im Seerhein etwas kälter als am Yachthafen. Je tiefer die Wassertemperatur gemessen wird, desto niedriger ist sie. An der tiefsten Stelle des Sees – also rund 250 Meter unter der Wasseroberfläche – ist es selten wärmer als fünf Grad.

Im Winter unter fünf Grad kalt, im Sommer über 25 Grad warm

Die fünf Grad werden im Winter auch an der Wasseroberfläche unterschritten. So kalt, dass der See zufriert, wird das Wasser allerdings selten. Die letzte sogenannte Seegfrörne, bei der der See komplett zugefroren war, gab es 1963.

Im Sommer dagegen steigen die Wassertemperaturen dagegen öfter auf über 25 Grad. Zwischen der niedrigsten und höchsten Wassertemperatur eines Jahres entsteht so oft ein Unterschied von über 20 Grad. Während viele Urlauber und Einheimische vor allem bei den wärmeren Temperaturen zwischen Juni und September im See baden, gehen ein paar mutige auch in den kalten Wintermonaten ins Wasser. Das Eisschwimmen hat sich am Bodensee zum Trend entwickelt.

Der Bodensee wird seit Jahren immer wärmer

Daten von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zeigen, dass sich die Wasserstemperatur des Sees über die vergangenen Jahre verändert hat:

 

Seit den 1990er-Jahren liegt die Durchschnittstemperatur der Jahre immer häufiger über 12 Grad Celsius. Seit 2016 sogar über 13 Grad. Es ist also ein klarer Trend zu immer wärmeren Wassertemperaturen im Bodensee zu erkennen. Das kann sich negativ auf die Lebewesen im See auswirken.

Steigende Wassertemperaturen sind Auswirkungen des Klimawandels

Denn normalerweise nähern sich die Wassertemperaturen der Oberfläche und der Tiefe im Herbst an. Dadurch wird eine Durchmischung des Wassers in Gang gesetzt, Nährstoffe aus den Tiefen des Sees gelangen so nach weiter oben und Sauerstoff wird nach unten gebracht. Wenn die Temperatur in den höheren Schichten des Sees jedoch nicht weit genug abkühlt, kann der Bodensee sich nicht vollständig durchmischen. Den Lebewesen in der Tiefe fehlt so der Sauerstoff zum Überleben.

In Zukunft wird es noch wärmer

Laut der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee sind die steigenden Wassertemperaturen und dadurch auch die teilweise nicht vollständige Durchmischung des Sees eine Folge des Klimawandels. Nach Modellen der Kommission wird der See in Zukunft im Winter noch seltener so weit abkühlen, dass er sich komplett vermischen kann.

Nicht nur der Bodensee wird immer wärmer. Unsere Region muss in Zukunft im Sommer mit mehr Hitzewellen rechnen. Experten rechnen damit, dass Mitte des Jahrhunderts das Thermometer regelmäßig 45 Grad anzeigen wird. Auch dann wird der Bodensee eine willkommene Abkühlung sein. 

Und wie hoch ist der Bodenseepegel?

Neben der Wasserstemperatur ist der Pegel die zweite große Kennzahl für den Bodensee. Besonders hohe oder niedrige Wasserstände wirken sich auf die Schifffahrt und den Badespaß aus. Bei Hochwasser kann der Bodensee zur Gefahr werden, wenn er Straßen und Häuser überflutet. Wie die Wassertemperatur variiert der Wasserstand je nach Jahreszeit. Im Sommer ist er meist höher und im Winter niedriger. Hier können Sie nachschauen, wie hoch der Pegel aktuell ist.