Wolfgang Gedeon ist in seiner eigenen Partei, der AfD, kein gern gesehener Gast. Doch in Berlin, bei Hans-Ulrich Pieper, ist er willkommen. Der Veranstalter der sogenannten Dienstagsgespräche geriet seinerseits schon wegen seiner Gäste öfter in die Schlagzeilen: Darunter waren NPD-Mitglieder, Vertreter der Identitären Bewegung und Rechtspopulisten wie der inzwischen verstorbene österreichische FPÖ-Chef Jörg Haider. Die Veranstaltung mit Redner Gedeon aus Rielasingen-Worblingen, der über sein Buch „Ich, die AfD und der Antisemitismus“ sprechen wollte, war eigentlich für den 14. Januar geplant. Wegen des „Medienrummels“ werde das Event allerdings verlegt, sagt Pieper dem SÜDKURIER am Telefon. Gedeon selbst schreibt dem SÜDKURIER, die Veranstaltung sei wegen Drohungen der linksautonomen Antifa abgesagt worden.

Gedeon gegenüber hat der frühere CDU-Referent aber keinerlei Vorbehalte. Der AfD-Politiker, der aus seiner Landtagsfraktion in Stuttgart ausgeschlossen wurde, sei doch „ausgesprochen intelligent“. Seine Gäste vertreten häufig „kontroverse Thesen“, gesteht er ein, „aber immer solche, die Deutschland nutzen“.

Gedeon selbst hatte sich offenbar auf die Veranstaltung gefreut: „Ich bin freundlich eingeladen worden.“ Die Rednerliste wäre seinen Angaben zufolge „hochkarätig“ gewesen: „von Jürgen W. Möllemann über NATO-General Günter Kießling bis zum renommierten Geschichtsprofessor Ernst Nolte. Von daher gibt es für mich keinen Grund, dort nicht zu reden“. Womöglich bekommt er dazu im März Gelegenheit: Dann plant Pieper einen Nachholtermin.

Nur bis 19. Juli: drei Monate lang alle Artikel in Web und App für nur 14,99 € lesen. Hier gehts direkt zum Angebot.