Sie gehören zur Adventszeit wie Lebkuchen, Glühwein und „Last Christmas“ in Dauerschleife: funkelnde Lämpchen, die die Fußgängerzonen in ein warmes Licht tauchen und weihnachtliche Stimmung in unsere Region bringen.

Doch wer genau sorgt eigentlich dafür, dass die Gassen pünktlich zum ersten Advent geschmückt sind? Wie lange im Voraus werden Bäume, Beleuchtung und Co. geplant? Und wie tief müssen die Verantwortlichen für die weihnachtliche Stimmung in die Tasche greifen? Wir haben uns in der Region umgehört.

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63.000 Lämpchen formen Kugeln und Wellen in Friedrichshafen

Die Weihnachtsdekoration im Häfler Zentrum leuchtet vom 25. November bis zum 6. Januar. Dafür zuständig ist die Stadtmarketing Friedrichshafen GmbH. Die Deko besteht aus verschiedenen Elementen: 76 Überspannungen mit Kugeln und Wellen funkeln über den Straßen – sie setzen sich aus rund 63.000 kleinen LED-Lämpchen zusammen, sagt Stadtmarketing-Geschäftsführer Thomas Goldschmidt. Außerdem werden Straßenbäume mit Lichterketten geschmückt und zwei große Weihnachtsbäume vor dem Rathaus und dem Stadtbahnhof aufgestellt. Geplant wird immer frühzeitig: „Nach der Weihnachtsbeleuchtung ist vor der Weihnachtsbeleuchtung„, erklärt Goldschmidt.

Bild: Stadtmarketing Friedrichshafen

Wie hoch die Kosten für die Häfler Weihnachtsbeleuchtung sind, hänge auch vom Reparaturbedarf ab und könne deshalb von Jahr zu Jahr variieren, erklärt Thomas Goldschmidt. Sie lägen aber im Schnitt bei etwas über 50.000 Euro im Jahr. Davon seien ein großer Teil Arbeitskosten, die für das Auf- und Abhängen anfallen, sagt der Stadtmarketing-Geschäftsführer und ergänzt: „An der Finanzierung beteiligen sich die Einzelhändler und das Stadtforum Friedrichshafen.“

88 Weihnachtssterne schmücken Überlingen

Die Adventsdekoration in der Überlinger Innenstadt nehmen der städtische Betriebshof und der Wirtschaftsverbund Überlingen (WVÜ) gemeinsam in die Hand. Sie besteht aus 88 Weihnachtssternen, etwa 400 roten Kugeln, Lichterketten und Pflanzschalen. Außerdem werden insgesamt zwölf große Weihnachtsbäume mit einer Höhe von jeweils zehn bis zwölf Metern in allen Teilorten aufgestellt, heißt es vonseiten der Stadt. Aufgehängt werde die Dekoration immer zwei Wochen vor dem ersten Advent – im Laufe des Januars wird sie wieder abgenommen und die Planung für die nächste Adventszeit beginnt.

Bild: Jürgen Gundelsweiler

„Eine genaue Angabe der Kosten kann erst nach Abschluss aller Arbeiten erfolgen“, teilt die Pressestelle der Stadt Überlingen auf SÜDKURIER-Anfrage mit. Aufgrund der vielen notwendigen Vorarbeiten, die zu einem großen Teil von ehrenamtlichen Helfern übernommen werden, sei eine genaue Kalkulation nicht möglich. In den vergangenen Jahren gab der WVÜ jedoch zwischen 30.000 und 40.000 Euro pro Jahr für die Weihnachtsdekoration aus – von der Stadt erhält er einen Zuschuss aus dem Budget für das Stadtmarketing.

Über 50.000 Lichter erleuchten Stockach

In Stockach stellt die Stadt acht große, geschmückte Christbäume, die an markanten Stellen in der Stadt aufgestellt werden. Zudem bekommt jeder Ortsteil einen Baum am jeweiligen Rathaus oder Sitz der Ortschaftsverwaltung. Die Frage nach den Kosten dafür ließen die Technischen Dienste unbeantwortet.

Bild: Ramona Löffler

Für die restliche Weihnachtsdekoration stellt die Stadt lediglich die Masten – um die Beleuchtung kümmert sich die Hänselegruppe Stockach. Sie umfasst Lichter an Vordächern und Baumkronen und Straßenüberspannungen in Form von Zweigen und Kugeln. „Mittlerweile sind insgesamt über 50.000 LED-Lämpchen verbaut“, sagt Hänselemoschter Holger Langenberg. Sie leuchten vom ersten Adventssonntag bis nach Dreikönig und werden dann durch die Fasnachtsbändel ersetzt. Bis zu 20 Helfer seien für den Auf- und Abbau mehrere Wochen im Einsatz, erklärt Langenberg. Für Reparaturen und kleinere Wiederanschaffungen werden zwischen 1000 und 1500 Euro im Jahr fällig.

120 Sterne funkeln über den Konstanzer Gassen

In Konstanz ist die Adventsbeleuchtung Teamwork: Die Marketing und Tourismus GmbH (MTK) hängt 120 Sterne, die aus organischem Material und LED-Lämpchen bestehen, in der Innenstadt auf – mit Ausnahme der Niederburg, Zollern- und Paradiesstraße.

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Die Planung dafür startet laut Pressestelle der Stadt im September, das Aufhängen im November. Inklusive Strom- und Instandhaltungskosten kommen jährlich rund 40.000 Euro zusammen, die für die Beleuchtung aufgebracht werden müssen, erklärt Jennifer Holzkamm aus der MTK-Pressestelle. Rund die Hälfte der Kosten übernehmen die Einzelhändler und Wirte der jeweiligen Straßen, von der Stadt gibt es einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro. Den Rest finanziert die MTK.

Bild: Aurelia Scherrer

Außerdem kümmern sich in einigen Teilen der Innenstadt traditionell private Akteure um die Dekoration in der Adventszeit. Darüber hinaus stellen die Technischen Betriebe Konstanz im Auftrag der Stadt neun Weihnachtsbäume in den verschiedenen Ortsteilen auf. Diese stammen aus dem städtischen Forst. Im vergangenen Jahr betrugen die Kosten für die Lieferung, den Transport, das Aufstellen, und die Verwertung der Bäume nach Angaben der Stadt 4400 Euro – Kosten für die Beleuchtung kommen noch hinzu.

Leuchtender Lichterhimmel in Singen

Die Weihnachtsbeleuchtung in der Hohentwiel-Stadt besteht aus zwei Teilen: Die City Ring Werbegemeinschaft kümmert sich um etwa 100 Lichterketten, die in der Innenstadt aufgehängt werden, und die Interessengemeinschaft Singen Süd nimmt die Dekoration in der Südstadt in die Hand – dort leuchten rund 100 Sterne. Darüber hinaus finanziert die Firma Rohstoff Oehle in diesem Jahr Christbäume, die mit Kugeln dekoriert werden, wie Achim Eickhoff, Pressesprecher der Stadt Singen, mitteilt.

Insgesamt werde jedes Jahr eine mittlere fünfstellige Summe in die Weihnachtsbeleuchtung investiert – genauer könne man die Summe nicht benennen, sagt Claudia Kessler-Franzen, Geschäftsführerin von Singen aktiv. Das liege daran, dass die Kosten für Reparaturen und Arbeitsstunden von Jahr zu Jahr unterschiedlich und deshalb nicht pauschal zu beziffern seien. Wie hoch die Kosten im vergangenen Jahr ausgefallen sind, sagte Kessler-Franzen nicht.

In Radolfzell glitzern die Bäume

Die Aktionsgemeinschaft Radolfzell kümmert sich jedes Jahr um die Weihnachtsbeleuchtung und versucht stetig, neue Sponsoren zu finden, um die Dekoration zu erweitern. Derzeit leuchten 100 Vorhangelemente und zahlreiche Bäume in der Innenstadt. Mit der Planung beginnt die Aktionsgemeinschaft nach eigenen Angaben im September.

Bild: Aktionsgemeinschaft Radolfzell

Die Kosten für die Instandhaltung und das Auf- und Abhängen der Radolfzeller Weihnachtsbeleuchtung betragen laut der Aktionsgemeinschaft jährlich etwa 13.000 Euro. Diese werden größtenteils von Sponsoren übernommen.

Weihnachtskrippe und Tausende Lämpchen in Donaueschingen

Die Adventsdeko in Donaueschingen leuchtet vom ersten Advent bis Dreikönig und besteht aus mehreren Elementen: Am Hanselbrunnen wird jedes Jahr eine Weihnachtskrippe mit lebensgroßen Holzfiguren aufgestellt, die die Schüler der Karl-Wacker-Schule im Unterricht herstellen. Unterstützt wird das Projekt vom Gewerbeverein und den Technischen Diensten. Außerdem leuchten elf Weihnachtsbäume, zahlreiche Lichterketten und Sterne in der Stadt.

Bild: Roland Sigwart

Für die Weihnachtsbeleuchtung fallen bei der Stadt Donaueschingen jährlich Kosten in Höhe von rund 5000 Euro an. Darin sind nach Angaben der Stadtverwaltung sowohl der Auf- und Abbau als auch Ersatzbeschaffungen enthalten. Hinzu kommen dann noch die Stromkosten, die laut Verwaltung jedoch nicht gesondert aufgeführt werden.

In Villingen-Schwenningen strahlen 35 Weihnachtsbäume

In der Doppelstadt sorgen vor allem die geschmückten Christbäume für weihnachtliche Stimmung: In der Villinger Innenstadt werden 30 Bäume aufgestellt, weitere fünf funkeln in Schwenningen. Darüber hinaus werden auch gewachsene Bäume in den Grünanlagen und Fußgängerzonen beleuchtet und Laternen, Straßenüberspannungen und Kronleuchter aufgehängt. Darum kümmert sich der Gewerbeverband GVO. Die Planung der Deko beginnt eigentlich immer direkt nach dem Abhängen im Januar – da für das Jahr 2020 aber ein ganz neues Konzept erarbeitet wird, haben die Gespräche darüber laut Stadtverwaltung bereits begonnen.

Bild: Jens Fröhlich

„Für die Christbäume werden jedes Jahr 34.100 Euro fällig“, erklärt Oxana Brunner von der Pressestelle der Stadt. Darin enthalten seien die Anschaffung, die Beleuchtung, die Stromkosten und der Auf- und Abbau. 4100 Euro davon übernimmt der Gewerbeverein. „Außerdem fallen weitere 20.000 Euro für die anderen Beleuchtungselemente im Stadtbezirk Schwenningen an“, so Brunner.

Sternschnuppen erhellen St. Georgen

In St. Georgen schmücken 22 beleuchtete Bäume die Straßen in der Adventszeit – vier davon sind Naturbäume, die anderen 18 werden pünktlich zum ersten Advent aufgestellt. Außerdem bringen Mitarbeiter des Bauhofs noch zehn Sternschnuppen an Straßenlaternen an. Die Planung dafür beginnt im Oktober.

Bild: Roland Sprich

Im städtischen Haushalt sind für die Weihnachtsdekoration in diesem Jahr 8000 Euro eingeplant. Dabei handelt es sich nach Angaben von Stephan Fix, Leiter Finanzen und Zentrale Steuerung bei der Stadt St. Georgen, ausschließlich um Kosten für Fremdleistungen – also Leistungen, die nicht die Stadt selbst erbringt, sondern andere Unternehmen. Darunter fallen Kosten für Reparaturen, Ersatzanschaffungen, Hubsteiger und Material für den Aufbau. Den Auf- und Abbau selbst übernehme jedoch der städtische Bauhof, weshalb dieser nicht in den 8000 Euro inbegriffen sei. Die Lohn- und Maschinenkosten des Bauhofes, so Stephan Fix, belaufen sich jährlich auf etwa 12.000 Euro.

Mehrere Tausend LED-Lämpchen leuchten in Waldshut-Tiengen

In Waldshut-Tiengen herrscht beim Thema Weihnachtsbeleuchtung Arbeitsteilung: In Waldshut ist die Dekoration der Innenstadt Sache des Werbe- und Förderungskreises, der etwa 6000 Lämpchen in Form von zahlreichen Lichterketten über den Straßen aufhängt. Außerdem werden mehrere Weihnachtsbäume beleuchtet.

Bild: Werbe- und Förderungskreis Waldshut

Der Aufbau findet am 18. November statt und nach Dreikönig wird die Deko wieder abgenommen. Laut Petra Weber vom Werbe- und Förderungskreis fallen dafür jährliche Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro an.

In Tiengen leuchten jedes Jahr ein Lichtervorhang an der Schlossmauer, Dekoelemente über den Straßen und mehrere Weihnachtsbäume – vom 30. November bis Mitte Januar. Zuständig dafür ist die Aktionsgemeinschaft Tiengen.

Bild: David Bäuerle

Wie hoch die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung in Tiengen sind, könne man derzeit nicht sagen, teilt Nikola Kögel aus der Geschäftsführung der Aktionsgemeinschaft auf Anfrage mit. Man habe noch keine konkreten Zahlen. Allerdings sei die Weihnachtsdekoration einer der Hauptkostenpunkte im Gesamtjahr, da die Aktionsgemeinschaft bisher nur wenige Zuschüsse erhalten habe. Lediglich im Jahr 2010, als die Beleuchtung auf LED umgestellt wurde, übernahm die Stadt die Kosten für die über 3000 neuen Lampen. Die laufenden Kosten trage aber die Aktionsgemeinschaft, so Kögel.

Lichternetze ziehen sich über Bad Säckingens Gassen

Die Weihnachtsdekoration in Bad Säckingen besteht aus vielen verschiedenen Elementen: Sechs Lichternetze mit insgesamt 19.000 Lämpchen, Christbäume, Lichterketten, Dekokugeln, Tannenzapfen, Rentiere und LED-Sterne schmücken die Straßen in der Vorweihnachtszeit und verwandeln die Stadt vom ersten Advent bis Anfang Januar in ein Lichtermeer.

Bild: Hildegard Siebold

Für den Auf- und Abbau der Deko werden nach Angaben des Stadtkämmerers Raimund Huber jährlich rund 7000 Euro fällig. Da die Beleuchtung noch neu sei, seien bisher noch keine Reparatur- und Instandhaltungskosten angefallen – deshalb könne man deren Höhe für die kommenden Jahre noch nicht vorhersehen. Auch die Höhe der Stromkosten sei derzeit noch nicht bekannt, so Huber, sei aber aufgrund der Verwendung von stromsparenden LED-Lichtern „wohl vernachlässigbar“.