Die Tourismusbranche in Baden-Württemberg stürmt von Rekordjahr zu Rekordjahr. Zum neunten Mal in Folge hat der Südwesten 2018 neue Höchststände bei Gästezahlen und Übernachtungen erreicht. 22,4 Millionen Gästeankünfte mit knapp 55 Millionen Übernachtungen, davon 11,8 Millionen durch Gäste aus dem Ausland im Jahr 2018 entsprechen einer erneuten Steigerung von rund zwei Millionen (3,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

24,8 Milliarden Euro haben Touristen 2018 in Baden-Württemberg gelassen. Diese Zahlen stellten Tourismusminister Guido Wolf (CDU), bw-Tourismus-Marketing-Chef Andreas Braun sowie Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes, in Stuttgart vor.

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Haupttouristenmagnet war auch 2018 wieder der Schwarzwald, in dem 22,2 Millionen Übernachtungen und damit ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gemeldet wurden. Der Bodensee legte mit 5,3 Millionen Übernachtungen immerhin um 2,9 Prozent zu. Über wachsendes Interesse kann sich der Hegau freuen: Die attraktive Vulkan- und Burgenlandschaft hat mit 660.000 Übernachtungen ein sattes Plus von 6,2 Prozent erzielt.

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Der Hegau gehört zu den Gewinnern

  • Tops und Flops: Ganz nach oben katapultiert unter den Stadt- und Landkreisen hat sich im vergangenen Jahr mit einem Übernachtungsplus von 13 Prozent der Landkreis Ravensburg. Grund ist der 2018 eröffnete Center-Parcs Park Allgäu in Leutkirch mit 1000 Ferienhäusern. An zweiter Stelle folgt Freiburg mit einem Plus von zehn Prozent. Tuttlingen hat um sieben Prozent zugelegt, Konstanz um vier Prozent sowie der Bodenseekreis und der Schwarzwald-Baar-Kreis jeweils um drei Prozent. Starke Einbußen dagegen gibt es im Kreis Waldshut: Hier haben 2018 fünf Prozent weniger Gäste übernachtet als im Vorjahr.
Der neue Center-Parcs Allgäu bringt den Landkreis Ravensburg touristisch nach vorn.
Der neue Center-Parcs Allgäu bringt den Landkreis Ravensburg touristisch nach vorn. | Bild: Felix Kästle/dpa
  • Starke Regionen: Unter den Regionen hat sich nach dem württembergischen Allgäu insgesamt (plus 9,7 Prozent Übernachtungen) der Hegau mit einem Plus von 6,2 Prozent auf Platz zwei der Gewinner geschoben – vor dem Mittleren Schwarzwald, der 5,3 Prozent an Übernachtungen zugelegt hat.
  • Zukunftsmarkt: Um spanische Gäste will sich Baden-Württemberg 2019 besonders bemühen. Deren Zahl hat in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent zugenommen, allein im vergangenen Jahr erneut um knapp neun Prozent. Grund ist die wirtschaftliche Erholung in Spanien und die exzellente Fluganbindung aus mehreren spanischen Metropolen nach Baden-Württemberg. Das Land wird in Madrid eine Repräsentanz eröffnen, Tourismusminister Guido Wolf wird nach Madrid reisen, ein touristischer Reiseführer und die Website von Tourismus-Baden-Württemberg auf Spanisch werden derzeit erstellt.
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  • Campingboom: Um 15 Prozent sind im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 die Übernachtungszahlen auf den Campingplätzen des Landes gestiegen. Die Touristikexperten vermuten in dem anhaltend schönen Wetter des vergangenen Jahres eine Hauptursache. Aber generell liegt der gehobene Campingurlaub – das „Glamping“, also glamouröses Camping – voll im Trend, ob im eigenen Wohnmobil oder in kleinen, voll eingerichteten „Mobile Homes“, die zunehmend auf den Campingplätzen im Südwesten gemietet werden können.