Zehn Tage nach dem Großbrand in der Traube Tonbach in Baiersbronn, dem mit der „Schwarzwaldstube“ eine herausragende Feinschmecker-Adresse Deutschlands zum Opfer fiel, gibt es konkrete Pläne dafür, wie es weitergehen soll: Schon im April sollen Gäste wieder auf Sterneniveau bewirtet werden.

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Interimslösung ist in Planung

Die Hoteliersfamilie Finkbeiner plant eine Interimslösung für das Drei-Sterne-Restaurant „Schwarzwaldstube“ sowie die 2019 erstmals mit einem Stern ausgezeichnete „Köhlerstube“ auf dem Garagenflachdach des Hotels Traube Tonbach. „Es ist sportlich und wird eine Herausforderung, aber mein Wunsch wäre, dass wir schon im Laufe des Aprils wieder für unsere Gäste eröffnen können“, sagt Patron Heiner Finkbeiner.

So sah es vor dem Brand aus: Im Hintergrund am Hang der Hotelkomplex der Traube Tonbach, im Vordergrund links die Rückseite des mittlerweile abgebrannten historischen Stammhauses. In der Mitte das zum Hotel gehörende Haus Kohlwald, das vor den Flammen gerettet werden konnte.
So sah es vor dem Brand aus: Im Hintergrund am Hang der Hotelkomplex der Traube Tonbach, im Vordergrund links die Rückseite des mittlerweile abgebrannten historischen Stammhauses. In der Mitte das zum Hotel gehörende Haus Kohlwald, das vor den Flammen gerettet werden konnte. | Bild: Traube Tonbach

Anvisiert seien 30 Plätze für die „Schwarzwaldstube“ sowie etwa 50 Plätze für die „Köhlerstube“. Das Parkhaus liegt rund 100 Meter vom Hotelhauptgebäude der Traube Tonbach entfernt. „Das Gebäude kann aufgestockt werden, in modularer Bauweise können wir hier temporär Platz für zwei Gasträume und einen voll ausgestatteten Küchen- und Servicebereich schaffen“, so der Hotelier. Die Restaurants sollten ein „sehr hochwertiges Ambiente“ bekommen. „Und noch wichtiger: Die Küchenteams werden auf gewohnt hohem Niveau weiterarbeiten können“, so Finkbeiner. Zur Höhe der erforderlichen Investitionssumme machte die Familie keine Angaben.

Das zerstörte Gebäude ist mittlerweile zum Abriss freigegeben. Im Buffetbereich der „Schwarzwaldstube“ brach der Brand aus. Die genaue Ursache steht noch nicht fest.
Das zerstörte Gebäude ist mittlerweile zum Abriss freigegeben. Im Buffetbereich der „Schwarzwaldstube“ brach der Brand aus. Die genaue Ursache steht noch nicht fest. | Bild: Andreas Rosar

Ermittlungen laufen weiter

Unterdessen könnte sich die kriminaltechnische Ermittlung der genauen Brandursache noch Wochen hinziehen, wie Pressesprecher Frank Otruba vom zuständigen Polizeipräsidium Pforzheim sagte. Die Ermittlungen vor Ort sind abgeschlossen, die Brandruine ist zum Abriss freigegeben. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung gibt es nicht. Der Großbrand in dem 230 Jahre alten Schwarzwaldhaus mit drei Restaurants, Büroräumen und Weinkeller war in der Nacht zum Sonntag der vergangenen Woche im Buffetbereich der „Schwarzwaldstube“ ausgebrochen und hatte das Gebäude völlig zerstört. Der Schaden geht in die Millionen.

Reaktion von Guide Michelin noch unklar

Ob die Küchenchefs Torsten Michel in der „Schwarzwaldstube“ und Florian Stolte in der „Köhlerstube“ dann wieder mit ihren erkochten Sternen an den Start gehen können, ist unklar. Die nächste Deutschland-Ausgabe des Restaurantführers Guide Michelin erscheint Anfang März. Chefredakteur Ralf Flinkenflügel wollte nicht sagen, wie ein solcher Fall gehandhabt wird und ob mit den Restaurants auch die Sterne verbrannt sind.

„Über die Empfehlungen im Guide 2020 sowie die Auswirkungen des Brands auf Sternevergaben können wir derzeit keine Aussagen machen“, teilte Flinkenflügel auf Anfrage mit. Auf hohem Niveau speisen lässt es sich einstweilen auch anderweitig in Baiersbronn – etwa im „Bareiss“ (drei Sterne ) und im Schlossberg (ein Stern).