An allen 157 Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg mussten gestern im letzten Moment die Aufgaben für die Abschlussprüfung im Fach Gemeinschaftskunde ausgetauscht werden. Das Kultusministerium habe erfahren, dass „einzelne Schüler detaillierte Informationen über den Inhalt der Prüfung hatten“, hieß es. Die Hinweise seien von einer Lehrerin gekommen. Die Aufgaben für alle 18 000 betroffenen Auszubildenden seien rechtzeitig ausgetauscht worden. „Wir konnten sicherstellen, dass die Prüfung nicht verschoben werden musste“, erklärte der Sprecher. Zum Teil seien die Schulen noch am Morgen telefonisch darüber informiert worden, dass die für Notfälle vorbereiteten Ersatzaufgaben zum Einsatz kämen. Man versuche jetzt zu klären, wie es zu dem Informationsleck kam. Einzelheiten könnten noch nicht benannt werden.

Schon mehrfach hat es im Südwesten und anderen Ländern Probleme bei Abiprüfungen gegeben. In Stuttgart waren der Safe eines Gymnasiums aufgebrochen und die Prüfungsaufgaben für Mathe und Englisch geklaut worden. Für 2019 ordnete die Kultusministerin eine aufwendige Prozedur an, bei der die Aufgaben den Schulen per USB–Stick zugestellt und erst am Prüfungstag vor Ort gedruckt werden durften.