Ulm – Die Ermittlungen im neuen Ulmer Fall einer Gruppenvergewaltigung laufen weiter auf Hochtouren. Der Fall der 14-Jährigen, die von fünf Asylsuchenden am Halloween-Abend des 31. Oktober in einer Gemeinde im Illertal südlich von Ulm missbraucht worden sein soll, ist inzwischen bundesweit bekannt.

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Gerüchteküche brodelt

Schon machen erste Gerüchte machen die Runde. So will die „Bild“ von der Polizei erfahren haben, woher die Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 26 Jahren stammen. Für den Tatbestand spielt das keine Rolle, daher äußern sich Staatsanwaltschaft und Polizei dazu offiziell nicht. Dem SÜDKURIER sagt der zuständige Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger auf Anfrage, dass er die Angaben nicht bestätigen könne.

Drogen im Blut

Am Vortag wurde bekannt, dass im Blut des Mädchens verschiedene Rauschgifte gefunden worden waren. Um welche Drogen es sich handelt, kann Bischofberger nicht sagen: „Das ist Täterwissen“, erklärt er.

Ebenfalls bekannt ist, dass die 14-Jährige an jenem Abend getrunken hatte. Derzeit untersucht die Ermittlergruppe, welche Menge Alkohol sie im Blut hatte und „welche Beeinflussung dadurch entstanden“ sein könnte, sagt der Oberstaatsanwalt.

Sorge um falsche Schlussfolgerungen

Dass Polizei und Staatsanwaltschaft diese Informationen in dem Fall überhaupt bekannt gegeben hatten, geschah aus Sorge vor vorschnellen Rückschlüssen. Bischofberger deutete an, dass Berichterstattungen und Kommentare spekuliert hätten, die Eltern könnten ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. „Das ist hier ganz sicher nicht der Fall“, stellt Bischofberger klar.

So glaubten die Eltern ihre Tochter in Gesellschaft von Freundinnen. „Sie sollte wohl auf einer Halloweenparty unterwegs sein“, sagt der Oberstaatsanwalt. Das zumindest ist der derzeitige Erkenntnisstand der Polizei.

Die Ermittler gingen aber auch der Frage nach, was das Mädchen vorher an diesem Tag geplant hatte, bis sie den 14-Jährigen unter den Tatverdächtigen traf, den sie kennt, und die Gruppe begleitete. Vieles davon ist noch im Dunkeln.