Vordringlich wollen die Ermittler im Mordfall Carolin G. jetzt herausarbeiten, um was für eine Täterpersönlichkeit es sich bei dem dringend tatverdächtigen 40-jährigen Rumänen handelt. Dazu zähle in besonderem Maß, ob er „für weitere Taten infrage kommt“. Der Inhaftierte, ein Familienvater mit drei Kindern, hat allem Anschein nach auch in Kufstein eine junge Frau getötet. Ob er weitere Frauenmorde begangen hat, wird untersucht.

Bei den laufenden internationalen Abgleichen gibt es nach Auskunft der Endinger Ermittler vom Mittwoch „noch keine Treffermeldung“. Eine europaweite Anfrage sei auf den Weg gebracht worden. Dazu gehöre ein automatisierter Vergleich der DNA des 40-Jährigen mit den in nationalen Datenbanken vorhandenen genetischen Merkmalen. Hier gebe „es, je nach Land, unterschiedliche Zeitläufe“. Kurzum: Das dauert alles.

Ermittler hoffen auf Aussage

Neue Erkenntnisse zum Tathergang in Endingen am 6. November gibt es nach Aussage der Soko „Erle“ noch nicht. Um herausfinden zu können, wo der Erstkontakt des Täters mit Carolin G. stattgefunden hat auf ihrer Joggingstrecke in den Endinger Weinbergen, ob Tat- und Fundort der Leiche identisch oder unterschiedlich sind und wie Carolin G. letztendlich getötet wurde, dazu bedarf es ganz wesentlich der Aussagen des Festgenommenen.

Dass er sein Schweigen bricht, ist eine der Hoffnungen der Ermittler – bei zwei Vernehmungen hielt er sich bisher bedeckt. Er wird inzwischen durch einen Anwalt vertreten. Die Soko teilte dieser Zeitung mit: „Mit dem Anwalt sind wir in Kontakt und streben eine weitere Vernehmung an – Aussagebereitschaft vorausgesetzt.“

Was das Ausforschen des Täter-Umfeldes angeht – Fahrzeug, Wohnungssituation, Kontakte – , verweist die Sonderkommission darauf, dass auch dies viel Zeit beanspruche. Unbestätigt bleiben Hinweise in verschiedenen Medien, der Mann habe teils mit, teils ohne seine Familie im Kaiserstuhl-Ort Leiselheim unweit von Endingen und in der Grenzstadt Breisach gelebt.

Kannte der mutmaßliche Täter Carolin G.?

Informationen, der mutmaßliche Täter habe sein Opfer Carolin G. möglicherweise vom Sehen gekannt, untersucht die Polizei. Der Rumäne ist der Endingerin eventuell in einer Breisacher Pizzeria begegnet, wie angeblich Zeugen behaupten. Die 27-Jährige soll auch einen Teilzeit-Job in einer Firma neben der Spedition gehabt haben, für die er fuhr. Auch dort könnte er ihr begegnet sein.

In der Illustrierten „Bunte“ haben sich nach der Festnahme des Rumänen die am Kaiserstuhl lebenden Eltern der Getöteten zu Wort gemeldet. Der Vater wird so zitiert: „Unsere Lebensfreude ist komplett weg. Es gibt Tage, da gelingt es uns, die Realität für ein, zwei Stunden zu verdrängen. Andere Male lösen einzelne Worte oder Gedanken wahre Tränenbäche aus. Wir sind komplett leer. Therapie hilft uns ein bisschen.“

Die Täterfestnahme kommentiert der Vater so: Carolin kommt so oder so nicht mehr zurück. Aber es ist eine Genugtuung, dass dieser Mörder bestraft wird, für das, was er getan hat.“ Und er sagt auch: „Wir hoffen, dass sie nicht allzu lange leiden musste.“ Beim Prozess wollen die Eltern teilnehmen: „Ich will in seine Augen sehen.“