Dass es zeitlich begrenzt ist, wissen wir alle. Doch wie lange unser Leben wirklich währt, hängt nicht nur von unserem Lebenswandel oder unserer Gesundheit ab. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass auch der Wohnort eine nicht unbedeutende Rolle beim zu erwartenden Lebensalter spielt.

Im Schnitt werden im Jahr 2013 weibliche Neugeborene 82,8 Jahre alt, männliche Neugeborene kommen auf ein zu erwartendes Lebensalter von 78 Jahren. Dies zeigt eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Bei der Lebenserwartung bestehen noch immer deutlich sichtbare Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern. Auch wenn diese Unterschiede seit der Wiedervereinigung laut BBSR bereits stark zurückgegangen sind, beträgt die Differenz bei der Lebenserwartung bei Männern noch rund 14 Monate und bei Frauen zwei Monate.

Die geringste Lebenserwartung in Deutschland haben im Jahr 2013 geborene Jungen aus dem Kreis Pirmasens in Rheinland-Pfalz mit 73 Jahren. Die höchste Lebenserwartung haben neugeborene Jungen im Kreis Starnberg in Bayern mit 81,3 Jahren.



Bei der höchsten Lebenserwartung neugeborener Mädchen zeigt sich der Süden ebenso stark. Mit rund 85 Jahren ist der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald an der Spitze. Schlusslicht ist auch hier der Kreis Pirmasens mit 77,1 Jahren.



Der Blick nach Baden-Württemberg zeigt neben dem großen Abstand zum Rest der Republik vor allem, dass es auch hier eine Spanne von bis zu fünf Jahren in der Lebenserwartung gibt. Dennoch überwiegen hier die Kreise mit mehr als 80 Jahren Lebenserwartung - sowohl bei Männern wie bei Frauen. Dem Spitzenreiter Breisgau-Hochschwarzwald (85 Jahre) folgen der Kreis Tübingen (84,7 Jahre) und der Bodenseekreis mit 84,4 Jahren. 



Schlusslicht in der Lebenserwartung ist bei beiden Geschlechtern der Kreis Baden-Baden mit 77,4 Jahren (Männer) und 80,7 Jahren (Frauen).



Deutliche Unterschiede zeigt auch der Blick auf die zu erwartende restliche Lebenserwartung der über 60-Jährigen in Baden-Würrtemberg. Liegt bei den Frauen die Spanne zwischen 24,2 und 26,9 Jahren, ist sie bei den Männern mit 20,4 und 24,1 Jahren bedeutend größer. Im Bodenseekreis beträgt die restliche Lebenserwartung der Männer mit 23,7 Jahren einen der besten Werte. Der Kreis Pforzheim und der Neckar-Odenwald-Kreis (beide 21,3 Jahre) landen hierbei auf den hinteren Plätzen.



Frauen können auf ein im Schnitt bis zu zwei Jahre längeres Leben hoffen. Auch hier kommt der Bodenseekreis (26,2 Jahre) zusammen mit dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald (26,9) auf einen der besten Werte in Baden-Württemberg. Mannheim (24,6 Jahre) und Freudenstadt (24,9 Jahre) belegen hierbei die hinteren Plätze.



Bildung und Einkommen als wichtige Faktoren

Doch wie kommt es, dass der Süden Deutschlands bei der Lebenserwartung so gut abschneidet? Für die Autoren der Untersuchung gibt es zwei wichtige Faktoren: Bildung und Einkommen spielen bei der zu erwartenden Lebensdauer eine wichtige Rolle, wie die Forscher erklären. Bereits bei vorigen Untersuchungen zeigte sich, dass die Menschen im Südwesten überdurchschnittlich gut verdienen und über ein gutes Bildungssystem verfügen.

Auch andere Faktoren wie die Qualität der Gesundheitsversorgung habe Einfluss auf die Lebenserwartung. Mit einer umfassenden Erklärung für die Ergebnisse der Untersuchung tun sich die Forscher des BBSR jedoch schwer. Dafür seien "die Einflüsse auf die Lebenserwartung zu komplex und die regionalstatistischen Daten zu begrenzt." Die Suche nach dem möglichst langen Leben geht weiter.