Unwetter haben im Süden Baden-Württembergs zahlreiche Schäden verursacht. Betroffen waren nach Polizeiangaben der Bodenseekreis sowie die Landkreise Konstanz und Ravensburg. Vor allem vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume sorgten für viel Arbeit. Am Abend waren zeitgleich 650 Feuerwehrleute, 50 THW-Helfer und 30 Rettungskräfte im Einsatz, wie der Feuerwehrverband des Bodenseekreises mitteilte. Auch im Kreis Konstanz waren mehrere hundert Einsatzkräfte gefordert, manche von ihnen bis weit nach Mitternacht sowie nochmals bei Hilfseinsätzen am Sonntag.

In vier Stunden fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Teil 120 Liter Regen pro Quadratmeter. „So viel Regen fällt in manchen Orten im Monat“, sagte ein Meteorologe des DWD. Umgestürzte Bäume beschädigten Fahrzeuge und blockierten zeitweise mehrere Straßen. Der Riedleparktunnel in Friedrichshafen war auch am Sonntagmorgen wegen Überflutung gesperrt. Auch die Einsatzkräfte im Bodenseekreis waren weiterhin gefordert.
 

Bodenseekreis 


Einen der größten Einsätze der vergangenen Jahrzehnte musste die Feuerwehr von Friedrichshafen am Wochenende nach dem heftigen Unwetter bewältigen, das über die Stadt hereingebrochen war. Alleine 345 Einsätze hatte es ab Samstag gegen 17.30 Uhr bis um vier Uhr am Sonntag gegeben, berichtete Stadtbrandmeister Louis Laurösch in einem Gespräch mit dem SÜDKURIER. Die Feuerwehrleute seien dieses Mal noch stärker gefordert gewesen als nach dem verheerenden Orkan „Lothar“, der am 26. Dezember 1999 die Region heimgesucht hatte.
Auch Christian Gorber, Sprecher der Kreisfeuerwehr, nannte die Wucht und die Auswirkung der Unwetter „außergewöhnlich“, da diese in Wellen und mit starker Intensität aufgetreten seien.

In Friedrichshafens Nachbargemeinde Eriskirch schlug am Samstag kurz nach 19 Uhr ein Blitz in das Dach eines Reiheneckhauses ein. Eine Hausbewohnerin musste zur Behandlung ins Krankenhaus, sie wurde leicht verletzt. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden am Gebäude auf cirka 50 000 Euro.

Auch Meersburg, Hagnau und Stetten waren ebenfalls stark vom Unwetter betroffen. Der Starkregen sorgte für zahlreiche überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. In Stetten musste die Feuerwehr ein Auto aus den Wassermassen befreien, das in der Unterführung zur B31 stecken geblieben war. Am Campingplatz Hagnau stürzte ein Baum auf ein abgestelltes Wohnmobil. Es entstand ein Schaden von 6000 Euro.
 

Landkreis Konstanz


Auch die Feuerwehr in Konstanz rückte in der Nacht zu mehr als 120 Einsätzen aus. So drangen etwa größere Mengen Wasser in die Gebäude der Universität Konstanz ein. Durch starke Regenfälle verstopften in der Sternenplatz-Unterführung im Stadtzentrum die Abflüsse. Mehrere Autos gerieten in die Wassermassen und mussten vom Technischen Hilfswerk geborgen worden.
Die DLRG kümmerte sich um gekenterte und vollgelaufene Boote sowie um ein herrenlos bei der Fähre treibendes Schlauchboot.

Vom Dach des städtischen Klinikums in Konstanz drang Wasser in die Aufzugsschächte, da sämtliche Abflüsse verstopft waren, wie die Feuerwehr mitteilte. Alle Fahrstühle waren bis zum Sonntagmorgen lahmgelegt, eine Sondereinsatzgruppe der Malteser half bei unabwendbaren Verlegungen von Patienten durch die Treppenhäuser.

Kreis Rottweil


In Villingendorf schlug ein Blitz in den örtlichen Bauhof ein. Der Brand war aber schnell gelöscht.

Auch im Laufe des Sonntags drohten vielerorts Gewitter und Starkregen.